Der Winelover´s Club in der K84 Weinbar

img_0911Dafür dass ich sehr gern Wein trinke, kommt das Thema in diesem Blog viel zu kurz. Daher soll es diesmal um eine schöne Weinprobe in der Bonner Weinbar K84 gehen. Das K84 hat sich als Leitspruch „Vor Glück / Wein & Essen“ gewählt. Was meiner Meinung nach sehr gut auf dieses noch relativ neue Lokal in der Südstadt passt. Wirklich ausgezeichnetes Essen mit wechselnden Gerichten und eine große Auswahl an internationalen Weinen. Daneben führen sie auch häufiger Events durch. Bei denen es sich um Essen, Wein und Musik dreht. Wir besuchten eine Weinprobe im Rahmen des Winelover´s Club. Hier probiert man in kleiner Gruppe ganz ungezwungen unterschiedliche Weine. Ursprünglich hatte man sich auf Rebsortenreine Tastings konzentriert, um schnell zu merken, das dies auf die Dauer zu einseitig wäre. Daher hat man sich in letzter Zeit bei der Weinauswahl eher nach einer regionale Abgrenzung ausgerichtet. Die Veranstaltungen werden in Zusammenarbeit mit dem Bonner Unternehmen Wein Wolf durchgeführt. Und natürlich werden die Weine mit leckeren kleinen Happen aus der vorzüglichen Küche des K84 begleitet.

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Die Auswahl des sizilianischen Tastings

Unser Weinreise führte uns Anfang November nach Sizilien. Hier sollte es allgemein um die Weine der größten italienischen Insel gehen. Als Liebhaber italienischer Weine und großer Nero d´Avolo Fan musste ich mit meiner Herzallerliebste natürlich teilnehmen. Dies war für uns die Möglichkeit uns das Konzept anzuschauen und gleichzeitig ein paar neue Weine kennenzulernen. Neben uns waren noch weitere 7 Personen anwesend. So konnten wir uns, im netten und gemütlichen Rahmen auf unsere kulinarische Entdeckungen begeben. Durch den Abend führte uns sehr versiert Gianni Vassari von Wein Wolf. Diese Verköstigung finden meist samstags ab 17.00 bis ca. 20.00 Uhr im vorderen Bereich des K84 statt.

Wir wurden gleich direkt mit einem leckeren Sizilianischen Spumante Jolie begrüßt. Nach einer kurzen Vorstellung durch Gianni, ging es gleich in die sizilianische Geschichte. So kam der Wein vor allem mit den Griechen nach Sizilien. Heutzutage gibt es drei große Weingebiete. Eines im Südosten, eines im Westen und im Landesinneren um den Etna herum. Insgesamt befindet sich ca. 15 % der gesamten Rebfläche in Italien auf Sizilien. Dies sind ca. 100.000 ha Weinanbaufläche. Interessant fand ich das auf Sizilien überwiegend Weißwein angebaut wird. Wer hätte das gedacht, da man bei uns, wenn man sizilianischen Wein nachfragt, fast nur Rotwein bekommt. Bei den Weingütern in Sizilien gibt es einige große Weingüter, die auf bis zu 8 Generationen an Winzern zurückblicken können. So starteten wir mit den Weißweinen. Dabei erwähnte Gianni, dass er lange suchen musste, um entsprechende Weine zu finden. Viele Weißweine fließen in den Marsala, einen aufgespritteten Süßwein. Der einfache Rotwein wurde auf Grund seiner dunklen Farbe häufig zum Färben von norditalienischen Weinen genutzt. Daher wurden häufig hier vor allem eher einfache Weine angebaut, die neben den beschriebenen Nutzungsmöglichkeiten für den schnellen Verzehr produziert werden. Doch durch die zunehmende Konkurrenz auch die landesinterne, z. B. aus Venetien, versuchen sich mittlerweile auch die sizilianischen Winzer an hochwertigeren Weinen. Dabei geht man auch immer mehr von den klassischen, heimischen Trauben weg und wendet sich den internationalen Dauerbrennern, wie Syrah und Cabernet Sauvignon zu.

img_0562Um eine Grundlage zu schaffen, gab es dazu selbst gebackenes Brot und extrem leckeres Olivenöl. Wir aber starteten mit sizilianischen Weißweinen mit typischen lokalen Trauben. Obwohl es schon recht schwierig ist, diese Weine in Deutschland zu bekommen. Gestartet haben wir mit einem Leone d´Almerita von Tasca. Dies ist ein Cuvee in dem neben dem Pinot Bianco und Sauvignon, die heimische Catarratto Traube einfließt. Daran anschließend ein Le Sabbie dell´Etna von Firriato. Dort kamen vor allem Carricante und Catarrato Trauben zum Einsatz. Diese gedeihen besonders gut auf dem vulkanischen Lehmboden. Durch den vulkanischen Einfluss wies dieser Wein eine extreme Säure auf, hinter der sich sogar mancher Moselwein verstecken kann. Und als dritter Weißwein im Bunde kam noch die bekannteste Weißweintraube auf den Tisch ein Grillo von Andrero. Insgesamt waren die Weißweine interessant, aber nicht so mein Fall. Sie sind auch nicht wirklich easy-drinking geeignet, sondern man muss sich schon ein wenig mit Ihnen auseinander setzen. Zum Weißwein konnten wir ein Arancini di riso – eine sizilianische Reiskugel genießen – extrem lecker. Nach einer kurzen Nachfrage, war die allgemeine Meinung wir sollten jetzt zum Rotwein wechseln. Dies taten wir mit einem kleinen Abstecher zu einem Roséwein. Wieder gab es einen Wein von Tasca. Diesmal ein Regaleali aus Nerello Mascalese Trauben. Dazu gab es dünn aufgeschnittenen, luftgetrockneten Prosciutto crudo. Was für eine geniale Kombination.

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Die ersten sechs Weine

Danach ging es bei unserer sizilianischen Reise zu dem „Paten der sizialianischen Weine“ dem Nero d´Avola. Dabei stoß auch noch der Chef des K84 Pascha Pourian zu unserer Gruppe. Gestartet wurde mit einem Corte dei Mori. Die Bedeutung des Nero für Siziliens spiegelt sich auch an der Anbaufläche wieder. So sind 18.000 ha allein mit Nero d´Avola Trauben bepflanzt. Zum Vergleich die gesamte deutsche Riesling Anbaufläche beträgt nur 24.000 ha. Der Corte war schon mal ein Wein nach meinem Geschmack – kräftig mit vielen Fruchtaromen nach roten Waldfrüchten, Brombeeren, Feigen und Amarena Kirchen. Neben dem Nero wird heutzutage auch viel die Syrah-Traube angepflanzt, da diese gut mit dem extrem heißen Wetter zu Recht kommt. Eine weitere typische Rebsorte ist der Nerello Mascalese – die im Cusumano von Alta Mora als nächster Wein auf unserer Liste stand. Nach all dem Wein kam dann unsere Hauptspeise ein sehr gut gemachtes Wiener Schnitzel mit schwäbischen Kartoffelsalat.

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Ein Teil der leckeren Essensbegleitung

Nach dieser Stärkung kamen noch weitere vier Nero d´Avola zum Einsatz. Wobei sie neben der Traube auch die Tatsache gemeinsam hatten, dass sie alle von relativ jungen Weingütern bzw. Winzern kamen. Angefangen bei einem Occhipinti aus 2013. Dieser wurde mittels Spontanvergärung hergestellt und wies einem nicht sehr leckeren Geruch auf. Es hat mich ein wenig an manche belgische Biere erinnert. Aber auch solche Weine werden Ihre Liebhaber haben. Es war auf jeden Fall mal spannend so etwas im Glas zu haben. Bei den letzten drei war ich nur noch glücklich. Hier kamen natürlich auch noch Barrique-Fässer zum Einsatz. Alle drei extrem lecker, aber immer noch von Wein zu Wein eine kleine Steigerung. Als erstes kam ein Planeta aus 2011 von Santa Cecilia auf den Tisch. Als nächstes ein Harmonium aus 2013 wieder von Firriato. Und als krönender Abschluss wieder ein Wein von Cusumano. Diesmal ein Sagana aus 2012. und den beiden Highlights dieses Abends. Danach konnte wer wollte, auch noch den einen oder anderen Wein nochmals ausprobieren und wir ließen den Abend langsam ausklingen.

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Die restlichen leckeren Nero d´Avolas

Insgesamt ging dieses Konzept für uns wirklich auf. Der Winelovers Club macht wirklich Spaß. Unser „Reiseführer“ durch die italienische Weinwelt Gianni Vassari führte uns entspannt, kompetent und unterhaltsam durch die verschiedenen Weine. Und was das Team von Pascha Pourian an Essen dazu gebracht hat, war wirklich lecker und passte gut zu den Weinen. Die nächste Veranstaltung findet am Samstag, den 03.12.2016 statt. Diesmal soll es um Badische Weine gehen. Wer sich über die Veranstaltungen oder das K84 informieren möchte, kann dies über den folgenden Link tun:              K84 Weinbar

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Glorius Gin von Olivia Williams – Madame Geneva in der Historie Londons

Buchcover: Gin Glorious Gin

Buchcover: Gin Glorious Gin

Heute möchte ich Euch ein besonderes Buch empfehlen. Es geht natürlich mal wieder um Gin. Dies aber eher im übertragenden Sinn, denn es behandelt die Geschichte des Gins und seine Bedeutung im Laufe der Jahrhunderte. Und wer sich ein wenig mit der Wacholderspirituose beschäftigt hat, kennt die wirklich spannende Historie um dieses Getränk. Olivia Williams hat in ihrem Buch diese Geschichte speziell mit dem Epizentrum London verknüpft. So bekommt man quasi zwei geschichtliche Betrachtungen in einem. Jetzt solltet Ihr bloß keine Angst bekommen, sie hat das Buch sehr locker und unterhaltsam geschrieben.

Rund um den Gin kann man wahrlich viele spannende, traurige, teilweise grausame aber auch  interessante und lustige Geschichten erzählen. Beginnend mit der Ankunft in England im 30jährigen Krieg und später mit Wilhelm von Oranien, über die furchtbare Zeit des „Gin Grace“, die viktorianischen Gin Palaces, die Barkultur am Beginn des 20. Jahrhunderts bis zur heutigen Renaissance mit ganz vielen neuen Gindestillen im Herzen der britischen Hauptstadt. Und dabei erfährt man, wie stark der Gin die Geschichte, aber auch die Geschicke der Stadt London beeinflusst hat. Dabei machte der Gin nie an den Standesgrenzen halt. Er war sowohl ein Getränk der Bettler, der Lords, aber auch von Prostituierten und Prominenten und sogar das Königshaus wusste ihn zu schätzen.

Wer sich also einerseits für Geschichte interessiert, gleichzeitig aber noch ein wenig über die kulturelle Bedeutung der Spirituose erfahren möchte, für den ist dieses Buch eine wahre Fundgrube. Mir gefällt besonders, das häufig konkrete Personen und ihr Schicksal im Vordergrund stehen. Und so kommen hier sowohl berühmte Persönlichkeiten wie Dickens oder Churchill genauso zu Wort, wie längst vergessene einfache Bürger, die z.B. dem Gin Grace zum Opfer fielen. Dabei werden Ausschnitte aus Prozessakten, Briefe, Zitate aber auch Gedichte oder Lieder mit aufgeführt. Dies hilft einen, sich ein plastisches Bild der Geschichte zu machen. So war für mich neu, dass die Romantik, zumindest in England, mit einem oder durch einen großen Einfluss von Gin entstand. Einer der großen englischen Vertreter dieser Epoche Lord Byron hat viele seiner Werke unter erheblichen Gineinfluß erschaffen. Eine weitere spannende Anekdote ist, dass Phil Collins sein Musikvideo für „One more Night“ in einem ehemaligen Gin Place aufgenommen hatte. Dies kam dadurch zu stande, das Anfang der 80er Jahre Richard Branson mit seiner Virgin Records den heruntergekommenen Pub „Princess Victoria“ kaufte und als Studio nutzte. Mittlerweile ist die Lokalität komplett restauriert und wird wieder als Bar genutzt. Es ist eines der wenigen Gebäude, das noch viele Merkmale und Ausstattungen eines typischen Gin-Palastes aus der viktorianischen Zeit aufweist. Und natürlich wird auch der aktuelle Ginboom behandelt. Dieser führte unter anderem dazu, dass sich nach vielen Jahrzehnten mit nur noch einer Gin-Destille in ganz London sich wieder neue Gindestillen in der Londoner Innenstadt angesiedelt haben.

Beispielseite Glorious Gin

Beispielseite Glorious Gin

Das hier besprochene Buch ist mal eine andere Form eines Spirituosenbuches. Aber für mich ist es eine absolute Empfehlung. Speziell als Lektüre für Gin-Liebhaber die auch noch geschichtlich interessiert sind. Ich hätte nicht gedacht, dass der Gin eine solch große Bedeutung auf die kulturelle und soziale Entwicklung in England und speziell auf London ausgeübt hat. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt, das Buch ist nur auf Englisch erschienen. Mit einem guten Schulenglisch kann man dem Inhalt ohne Probleme folgen. Einzig bei einigen historischen Ausdrücken, müssen bestimmt auch Nativespeaker manchmal das Wörterbuch zu Rate ziehen. Falls Ihr also ein kleines Geschenk für Gin-Liebhaber sucht oder selbst Interesse an dem Thema habt, solltet Ihr Euch das Buch zu legen. Viel Spaß beim Lesen. Das Buch erhaltet Ihr am besten Online auf den bekannten Websites.

Olivia Williams
Gin Glorious Gin: How Mother’s Ruin Became the Spirit of London
319 Seiten
Headline Verlag
ISBN-13: 978-1472215345
Kosten: 8,99 €

 

 

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Gin auf Barcelonaweise – der BCN Gin

Drinklabor_BCNGIN1Letztes Wochenende durfte ich eine tolle Spirituosenmesse besuchen – die Aquavitae in Mülheim an der Ruhr. Wer diese noch nicht kennt, kann ich nur sehr ans Herz legen. Einerseits hat man eine riesige Auswahl an Whiskyanbietern, wo man quasi alle Neuabfüllungen, aber auch alte Schätzchen probieren kann. Anderseits ist sie aber keine reine Whiskymesse. Hier findet man verschiedene Anbieter rund um das Thema Spirituosen, wie Obstbrenner, Rumhersteller, Wodkabrennereien und natürlich für mich besonders interessant Ginproduzenten. So bot sich für mich die Gelegenheit, verschiedene Gins zu probieren. Eines meiner Highlights war der sehr gelungene spanische Gin BCN, auf dessen Stand auch eine spannende Form der Degustation angeboten wurde. Das schöne war, dass am Stand nicht nur der deutsche Importeur, sondern auch der Inhaber höchstpersönlich vor Ort war. Am Stand konnte man den Gin pur, als Gin & Tonic oder als Spezial G&T probieren.

Der Macher Stefan Lismond und sein deutscher Importeur

Der Macher Stefan Lismond und sein deutscher Importeur

Der BCN Gin kommt aus dem Priorat südlich von Barcelona und versucht die Gegend und ihre Einflüsse in sich zu vereinen. Das beginnt schon beim Ausgangsmaterial. Hier kommt ausschließlich Alkohol aus Weintrauben zum Einsatz. Dabei werden nur die hier angebauten und sehr intensiven Sorten Grenache und Cariñena verwendet. Diese werden dann mit deutscher Brennereitechnick fünfmal destilliert. Hier kommt nämlich eine Kupferbrennanlage von Arnold Holstein vom Bodensee zum Einsatz. Dies erzählte mir der Gründer und Inhaber der Prioror Barcelona Dry Gin Company – Stefan Lismond. Der Gebürtige Belgier, der seit 1991 in Spanien lebt, war ursprünglich im Weinbusiness tätig. Hier entstand auch die Idee, aus den lokalen Trauben Gin zu produzieren. .

Neben den lokalen Trauben legt er auch besonderen Wert auf die ausschließliche Verwendung von regionalen Botanicals. So enthält der Gin alle Zutaten, die aus dem Priorat kommen. Diese gebirgige Gegend südlich von Barcelona ist durch eine gewisse Rauheit geprägt. Bei der Destillation kommen neben Wacholder, Rosmarin, Fenchel, Zitronengras, Feige und Piniensamen zum Einsatz. Diese Botanicals werden mit Zitronen aus Südkatalonien abgerundet. Auch das verwendete sehr mineralhaltige Wasser aus der eigenen Quelle soll für das Aroma eine besondere Bedeutung haben. Diese ungewöhnlichen Botanicals sorgen für einen ungewöhnlichen, erfrischenden Geschmack der seine mediterranen Wurzeln nicht verbergen kann. Besonders pur genossen kommt der Rosmarin und die Pinien stark zum Vorschein. Ich habe sogar ein wenig Kirsche wahrgenommen, obwohl solche hier nicht zum Einsatz kamen. Jedenfalls pur genossen schon ein wirklich ungewöhnlicher Gin.

Der Name des Gins hängt mit der Hauptstadt Kataloniens und einer der Ginwelthauptstädte zusammen – nämlich Barcelona. Das Priorat befindet sich auch nicht weit weg von Barcelona – der Stadt, wo dieser Gin natürlich oft getrunken wird. So trägt der Gin als Name, die offizielle Abkürzung des Flughafens von Barcelona – BCN. Auch das Logo greift die in Barcelona sehr häufig anzutreffenden Escofet Tejera & Co. auf. Dieses Symbol ist seit 1916 als Zeichen für Barcelona ausgewählt worden und ziert seitdem häufig die Bürgersteige und Straßen der Stadt.

Die wichtigsten Zutaten plus Rotwein

Die wichtigsten Zutaten plus Rotwein

Diesen Gin kann man natürlich ganz normal mit Tonic genießen, aber die Macher haben sich eine besondere Form des Genusses ausgedacht. Nachdem ich diese Mischung auf der Aquavitae probieren durfte, musste ich diese Form natürlich bei mir Hause im Drinklabor auch ausprobieren. Man braucht dafür Rotwein, BCN Gin, Tonic, Zitronenzeste und Weintrauben. Ich habe natürlich das empfohlene Rezept nach meinen Bedürfnissen ein wenig abgewandelt (speziell das Gin & Tonic Verhältnis):

Zutaten:

80 – 100 ml spanischer Rotwein

5 cl BCN Gin (original 4cl)

150 ml Fevertree Dry Tonic Water (Originalrezept mit 200 ml Tonic)

Zitronenzeste und 2 halbierte Weintrauben als Zugabe

Rotwein mit Eiswürfeln

Rotwein mit Eiswürfeln

Zu Beginn füllt man ordentlich Eiswürfel in ein Ballonglas. Dann gießt man ca. 80 – 100 ml Rotwein dazu. Im Ursprungsrezpet müsste eigentlich ein Rotwein aus der Priorat-Gegend zum Einsatz kommen. Es tut aber auch ein anderer trockener, spanischer Rotwein. Das gefüllte Glas ordentlich schwenken und schütteln. Einerseits kühlt man dadurch das Glas ab, anderseits benetzt man so das Glas mit Rotwein. Ähnlich wie bei manchen Cocktails, bei denen man das Glas vorab mit Absinth ausspült. Jetzt seiht man den Rotwein mit einem Sieb ab und lässt noch einen kleinen Schluck im Glas. Dann füllt man nochmal die Eiswürfel auf. Anschließend gießt man den Gin dazu. An einem Barlöffel wird dann das gekühlte Tonic ins Glas gefüllt, damit möglichst wenig Kohlensäure verloren geht. Das Ganze kurz umrühren, eine Zitronenzeste in Glas und die 4 halben Weintrauben dazugeben. Fertig ist eine tolle Abwandlung des klassischen Gin&Tonics. Damit könnt Ihr Euch ein wenig mediterranes Flair während der kalten Jahreszeit in Eure Wohnzimmer holen. Viel Spaß beim Nachmachen.

Der besondere BCN G&T

Der besondere BCN G&T

Den Gin könnt Ihr bei ausgewählten Onlineshops für ca. 35 – 40 € (0,7 l Flasche) kaufen. Weitere Informationen zum BCN Gin findet Ihr unter bcn-gin.com.

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Ein Craftbeer Tasting mit Fritz Wülfing in der Pinte

Drinklabor_Craftbeertasting1Was gibt es schöneres an einem verregneten Montag Abend als zu einem Craftbeer Seminar zu gehen. Die Veranstaltung fand in der Bonner Altstadt in der Pinte statt. Was natürlich super passte, da sie eine der wenigen Bonner Kneipen ist, in der man auch eine gute Auswahl an Craftbeer auf der Karte findet. Da ich auch sonst ab und zu hier bin, fand ich es natürlich toll, dass sie ein Tasting organisierten. Wer mehr zur Pinte wissen möchte, den empfehle ich den Bericht auf dem Blog We love Pubs zu lesen.

Als Präsentator für die Veranstaltung haben sie sich keinen Geringeren als den Craftbeer Pionier und Lokalmatador Fritz Wülfing von Ale Mania ausgesucht. Der noch dazu eine große Auswahl seiner eigenen Biere mitgebracht hatte. Die Pinte war an diesen Montagabend mit ca. 40 Personen bis auf den letzten Platz besetzt. Für eine Premiere ein guter Erfolg. Das Publikum war bunt gemischt von Studenten bis hin zu älteren Paaren war alles vertreten. Wobei natürlich beim Thema Bier die Männer in der Überzahl waren. Zu Beginn stellte sich Fritz kurz vor, da ihn doch noch nicht alle kannten. Ich war sehr gespannt, da Fritz ja quasi einer der Gründungsväter der Craftbeerbewegung in Deutschland ist und daher bestimmt einiges erzählen konnte. Nach einer kurzen Vorstellung gab es auch schon das erste Bier für uns.

Der Starter - das Bonner WießBegonnen hat das Tasting, wie es sich für Rheinland gehört, mit einem Kölsch. Was natürlich so nicht stimmt, wie wir auch gelernt haben, sondern mit einem Wieß – genauer gesagt einer Bonner Wieß. Diese hat Fritz in Anlehnung an die alte Tradition im Rheinland gebraut. Das Kölsch als solches ist nämlich ein sehr junge Bierstil und ist erst mit der Kölschkonvention in den 80er Jahren offiziell entstanden. Die Wieß ist im Gegensatz zum Kölsch nämlich trüb – daher auch der Name Wieß von weiß. Auch erzählte uns Fritz ein wenig zur Geschichte des Kölsch. So ist es damals quasi aus der Not geboren. So wurde in den 30er und 40er Jahren fast nur Pils und Lager in Köln getrunken. Durch die komplette Zerstörung der ganzen Brauereien, hat man sich auf die alte Form des Wieß- bzw. Kölschbrauen besonnen, wo man z.B. keine Kühlung etc. brauchte. Die Bonner Wieß wird mit 10 % Weizenmalz und mit den Hopfen Saphire und Perle eingebraut. Man kann auch im Gegensatz zu den meisten Kölsch den Hopfen auch schmecken.

Beim zweiten Bier sind wir bei den historischen Bierstilen geblieben. Fritz erklärte, dass besonders die Craftbeerbewegung versucht, alte Biersorten wieder aufleben zu lassen und diese neu zu interpretieren. Daher wählte er als nächstes eine Gose ebenfalls von Ale Mania aus. Hier musste er natürlich auch auf das sogenannte „Reinheitsgebot“ oder nennen wir es beim Namen auf das vorläufige Biergesetz von 1993 eingehen. Da die Gose mit seinen Zutaten Milchsäure, Koriander und Salz natürlich offiziell dagegen verstößt. Auf der anderen Seite aber Zucker, Chemikalien zum klären etc. erlaubt sind. Aber die Diskussion würde hier zu weit führen. Ich persönlich mag die Gose, speziell im Sommer, sehr gern. Bei dieser Abfüllung wies Fritz schon darauf hin, dass sie ganz frisch abgefüllt worden ist und ihr noch ein wenig die Reifung und Kohlensäure fehlt. Aber auch so fanden die meisten sehr erfrischend.

Fritz in Aktion

Fritz in Aktion

Da Fritz besonders durch seine USA-Reisen Anfang der 2000er und den Kontakt mit der dortigen Craftbeerbewegung besonders inspiriert worden ist, durfte natürlich einer der Klassiker nicht fehlen. So kam als drittes Bier das Sierra Nevada Pale Ale ins Glas. Obwohl Ken Grossman, der Gründer von Sierra Nevada, 1978 mit einem Stout begonnen hat, war vor allem das Pale Ale der Grundstein für die fantastische Entwicklung von Sierra Nevada. Und obwohl sie heute quasi der größte Craftbeerbrauer der USA sind und Ken Grossman vielfacher Millionär ist, will er am liebsten selbst am Braukessel mitmischen. So soll das Pale Ale von Sierra Nevada das Einzige der Standardrange sein, dass noch mit Flaschengärung arbeitet. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, ein wenig zur Geschichte und Entstehung der Craftbeerbewegung mitzuteilen. So war es vor allem die Gesetzesänderung von Präsident Jimmy Carter Ende der 70er zu verdanken, dass Heimbrauen sich durch seine Legalisierung stark verbreitete. So geht man davon aus, das heutzutage quasi jeder 3. Amerikaner schon einmal zu Hause Bier gebraut hat. Natürlich wies Fritz Wülfing auch auf die Bedeutung der Bierkultur und das eher schlechte Bierangebot hin. Dies hatte natürlich auch einen Einfluss auf die Entwicklung zum Craftbeerland. So gibt es aktuell in den USA über 4.200 Brauereien deren Zahl fast täglich zunimmt.

Der Tastingraum noch ohne Taster

Der Tastingraum noch ohne Taster

Was lag näher, als nächstes Bier ein IPA zu nehmen. Da dieses heutzutage häufig synonym mit Craftbeer benutzt wird. Um die Bandbreite darzustellen, starteten wir mit einem leichteren IPA, dem Session IPA von Ale Mania. Dieses hat die gleiche Menge an Hopfen wie die große Schwester das IPA Mania, ist aber leichter eingebraut und hat daher auch nur 4,2 % Alkohol. Ich war positiv überrascht, da man den geringeren Alkoholanteil nicht wirklich vermisst hat. Hier klärte uns Fritz auch über die Legende mit der Entstehung des IPA – des India Pale Ale auf. Es hört sich zwar gut an, wenn man eine tolle Geschichte mit Kolonien und zu stark eingebrauten Bier zur Haltbarkeitsmachung erzählt, aber im Endeffekt war es doch wieder nur eine Marketingentscheidung. Indien und Exotik verkauft sich auch beim Bier gut. Da wir schon beim IPA waren, kam als nächstes – das neue Dry PA. Da mittlerweile fast jeder kleine Heimbrauer ein IPA braut, versucht die Szene das klassische IPA weiterzuentwickeln. Eines dieser Biere ist das DryPA. Im Gegensatz zum klassischen IPA mit einer starken Malzbetonung, kommt dieses schlanker daher. Da der Malzkörper häufig zur Einbettung des Hopfens verwendet wird, steht hier dem Hopfen relativ wenig entgegen und er kann sich noch stärker entfalten. Auch kommen meines Empfindens hier auch die Pinien- und Nadelhölzeraromen stärker zum tragen. Und wie der Name schon sagt, es wirkt auch recht trocken. Der Trick bei diesem Bier ist auch die Zugabe von Zucker und eine andere Form des Maischens. Eine wirklich spannende Form des IPA.

Da das Tasting eher wie eine Fragestunde angelegt war, sprangen wir bei den Themen teilweise wild umher. Auf der anderen Seite konnte man so einem Experten mal direkt zu allen Punkten befragen, die einem zur Bierherstellung und Craftbeeren so interessieren. So kamen wir nach diesem Bier auf das Thema Belgien zu sprechen. Auch hier bestätigte Fritz die unterschiedlichen Entwicklungen von Ländern mit einer großen Biertradition und eher geringerer Historie. So ist der Anteil an neuen „Craftbeer Brauereien“ in Belgien auf Grund ihrer langen Tradition noch sehr gering ausgeprägt. Wenn man dagegen Holland anschaut, haben sich in den vergangenen 4 bis 6 Jahren eine Vielzahl von neuen Brauereien entwickelt. Auch spannend fand ich die Information, dass die größte Brauereidichte in Bezug auf die Einwohnerzahl in der Schweiz vorliegt. Wer hätte das gedacht.

Das Ale Mania Imperial Red

Das Ale Mania Imperial Red

Und weiter ging es bei unserer Reise durch die Craftbeer- oder Ale Mania Welt. Nun kamen wir zum Imperial Red. Das stärkste Bier des Abends mit 9,5 % Alkohol. Dieses wird, wie man sich denken kann, mit einer größeren Menge an Malz eingebraut. Aber auch 30 % mehr Hopfen als beim IPA wird hier eingesetzt. Von der Nase hat es einen ein wenig an Barley Wine erinnert. Im Mund war es wunderbar voll, aber weniger schwer als vermutet. Hier kam das Gespräch auch noch auf die Dosenabfüllung zu sprechen. Dieses Red Ale war zwar aus der Not heraus in Dosen abgefüllt worden, aber nicht nur Fritz ist ein großer Verfechter der Dose. Die Dose schützt das Bier und speziell das Hopfenaroma einfach viel besser als eine Flasche. In der Zwischenzeit nahmen auch die privaten Gespräche zu und die Geräuschkulisse stieg nach oben. Man merkte, dass wir schon beim 7 Bier waren. Einige habe auch das großzügige Angebot der Pinte-Leute genutzt und zwischendurch auch noch das ein oder andere weitere Bier getrunken. Außerdem waren auch schon wieder 2 h Tasting rum. Und die Leute waren so interessiert, das wir quasi ohne richtige Pause ausgekommen sind. Jetzt fehlte nur noch ein Highlight des heutigen Abends. Fritz hatte ein Fass seines IPA Mania  mitgebracht, so dass wir sogar ein kleines Taptakeover miterleben durften. Und zum ersten Mal gab es in einer Bonner Kneipe ein IPA vom Fass. Und was für ein leckeres. Ich mag es aus der Flasche schon recht gern, finde es aber frisch gezapft noch mal leckerer. Fritz darauf angesprochen, meinte es sei aber vor allem psychologisch bedingt. Zumindest gibt es keine großen physikalisch messbaren Gründe für den unterschiedlichen Geschmack. Es war auf jeden Fall ein gelungener Abschluss eines tollen Abends. Fritz leitete uns charmant und locker durch den Abend. Das verkostete Bier war für mich überaus gelungen und auch der überwiegende Tenor sprach von einem phantastischen Abend. Einziger kleiner Kritikpunkt  war für mich die Anzahl der Personen. Es war doch schon sehr kuschelig in der Pinte. Ansonsten kann ich sowohl dem Referenten, als auch dem Team von der Pinte nur danken und für eine gelungene Premiere gratulieren. Es soll auch nicht das letzte Tasting gewesen sein. Es sind noch weitere Veranstaltungen geplant. So findet das nächste Tasting mit Fritz Wülfing für den 21.11.2016 geplant. Wer Interesse hat, kann Karten direkt in der Pinte bestellen. Zum Abschluss für Interessenten noch die Websites für weitere Informationen.

Weitere Informationen zu Ale Mania findet Ihr hier: www.ale-mania.de

Wer sich über die Pinte informieren will, schaut am besten hier: Pinte Bonn

 

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Experimente mit Cocktailklassikern

Letzte Woche war der Barkonvent in Berlin. Daher dachte ich mir, es wird mal wieder Zeit für ein paar neue Cocktailrezepte. Wie Ihr bestimmt schon gemerkt habt, bin ich bei meiner Cocktailauswahl eher an den Klassikern orientiert. Ok vielleicht abgesehen von den Klassikern aus den 80er. Allein die Tatsache, dass diese alten Rezepte auch noch nach so langer Zeit gemixt werden, spricht für ihre Qualität. Abgesehen davon bieten sie wunderbare Anekdoten und Geschichten über ihre Entstehung, die bei jeder Party einen guten Gesprächsstoff liefern. Auf der anderen Seite probiere ich aber auch gern aus. So reizt es mich dann doch, diese ab und zu ein wenig anzupassen oder die eine oder andere Zutat mal auszutauschen. Daher soll es in den heutigen Beitrag um ein wenig angepasste Klassiker gehen.

Beginnen möchte ich mit dem Moscow Mule, dessen leicht säuerliche, scharfe Zusammensetzung mir ganz gut schmecken. Ich bin nur nicht so der Fan von Wodka bzw. Wodkacocktails. Eine Abwandlung hatte ich hier im Blog sogar schon vorgestellt, den Gin Gin Mule von Audrey Saunders. Aber es gibt noch andere Formen des Mules, die je nach Zutat nach der passenden Stadt benannt werden. Ein bekannter Vertreter ist der Glasgow Mule. Dieser enthält, wer hätte es gedacht, Whisky anstatt Wodka. Im Rezept von Greg Henry wird klassischer Blended Whisky verwendet. Ich habe ihn sowohl mit einem rauchigen Islay Whisky, als auch mit einem irischen Whisky probiert. Den Islay Mule fand ich nicht so gelungen, da der Rauch und die Limette nicht so gut gepasst haben. Daher habe ich einen Dublin Mule geshaket. Die Version mit einem irischen Whiskey fand ich gut gelungen.

Der Dublin Mule

Der Dublin Mule

Dublin Mule Rezept angepasst nach Greg Henry:

6cl – Blended Irish Whiskey  – ich habe einen 13  jährigen von Cadenheads verwendet

2cl – frischer Limettensaft

1,5cl – Hollunderblütensaft

12cl – Ingwerbier

Alle Zutaten bis auf das Ingwerbier in den mit Eis gefüllten Shaker. Die Zutaten für ca. 30 Sekunden kräftig shaken. Dann in einen Tumbler abseihen. Mit Ingwerbier auffüllen und Eis dazu geben.

Bei unseren nächsten Klassiker wird nicht die Basisspirituose sondern eine wichtige Zutat verändert. Im weitesten Sinne ist es eine Abwandlung von Herrn Meyers Gin Basil Smash. Aber eigentlich nur auf den Namen bezogen. Nur das ich kein Basilikum, sondern Gurke verwendet habe. Ich mag die Mischung Gin und Gurke sehr gern. Ich erwähne da nur den guten Gin&Tonic mit Hendriks oder Martin Millers Gin und dazu Gurke – was eine leckere und frische Kombination. Aber da kann man doch bestimmt noch weiter gehen. Und da bin ich über den Gin und Cucumber Smash gestolpert. Obwohl man eigentlich nicht direkt von einer Anpassung Gin Basil Smash reden kann, da es eher eine Erweiterung eines klassischen Martinis darstellt. Es gibt unterschiedliche Varianten häufig auch mit Holunderblütenlikör. Ich habe die Version von Robert Dahni übernommen.

Cucumber und Gin Smash Rezept:
6 cl Gin
1,5 cl süsser Wermut
1,5 cl Zitronensaft
1,5 cl Zuckersirup
5 dünne Scheiben Gurke

Zuerst füllt man alle Zutaten in einen Shaker. Dann muddelt man die Gurken ordentlich. Anschließend gibt man Eiswürfel dazu und shakt alles. Das Ergebnis dann in gekühlte Tumbler abseihen. Und natürlich dann noch zwei Gurkenscheiben als Deko ans oder ins Glas. Und Ihr habt einen wunderbar erfrischenden Drink.

Der Whiskey Rebellion

Der Whiskey Rebellion

Und auch einer meiner Lieblingsdrinks muss dran glauben – der gute alte Manhattan – hier noch der Link zum Original. Die von mir vorgenommene Anpassung ist im Internet häufig unter dem Begriff Whiskey Rebellion zu finden. Verglichen zum Original ist es nur eine sehr kleine, aber wie ich finde feine und leckere Anpassung. Denn zusätzlich zum Wermut kommt noch der Punt e Mes dazu. Und für eine frischere Note verwende ich anstatt Angostura Bitter einen Orange Bitter ein.

Die Zutaten für den Whiskey Rebellion

Die Zutaten für den Whiskey Rebellion

Whiskey Rebellion Rezept:

4,5 cl Bourbon – ich habe den Elaih Craig verwendet

1,5 cl Punt e Mes

1,5 cl Antica Formula Wermut oder wer möchte auch den Noilly Prat

3 dashes Orange Bitter – ich habe das Bitter Truth Orange Bitter verwendet

Hier wird wie beim Manhattan auch nicht geshakt. Sondern die gesamten Zutaten auf Eis kalt gerührt. Dann seiht man den Cocktail in einen vorab gekühlten Martini-Spitz ab. Ich sage vorab er ist durch die beiden Wermuts schon recht bitter.

Drinklabor_Klassiker_abgewandelt5Und zum Schluss eine Abwandlung eines Klassikers bei dem der Klassiker schon eine Abwandlung war. Als ich von dieser Geschichte las, dachte ich mir, wenn einer hierher gehört dann der. Und zwar geht es um den heute schon fast vergessenen Gin Daisy. Dieser war in der Vorprohibitionszeit in den USA sehr weit verbreitet. Von den USA hat er sich nach Mexiko ausgebreitet. Dort hat man den Gin, durch den vorherrschenden Tequila ersetzt und die Zitrone durch die mexikanische Limette. Und was bekam man den oder die Margarita. Lustigerweise ist Margarita auch die spanische Übersetzung von Daisy. Und so entstammt der Klassiker Margarita von einem anderen, heute fast vergessenen Klassiker ab. Wobei ich auch hier eine kleine Abwandlung des Originals vornehme. So enthielt das Originalrezept der Daisy auch Gum Sirup. Dies ist im Prinzip nichts anderes ein normaler Zucker-Sirup, dem Gummi arabicum zugesetzt wurde. Dies sollte dazu führen, dass der Zucker im Sirup nicht wieder kristallisiert und angeblich für ein etwas weicheres Mundgefühl sorgen. Außerdem habe ich auch noch den Orangenlikör durch Grenadine ersetzt.

Original Gin Daisy Rezept: 

2 oz Aviation American Gin
1 Teaspoon Gum syrup
1.5 Teaspoon Orange cordial
0.75 oz Freshly pressed lemon juice

Da ich gerade keinen mit Gummi versetzten Sirup in meiner Hausbar hatte, fand ich ein anderes Rezept – quasi eine Alternativ Gin Daisy. Dabei wurde auch das Magaritha Verhältnis von 2:1:1 berücksichtigt.

Die Zutaten für eine abgewandelte Gin Daisy

Die Zutaten für eine abgewandelte Gin Daisy

Abgewandeltes Gin Daisy Rezept:

  • 4cl Gin – ich habe den Gansloser Black Gin verwendet
  • 2cl Zitronensaft
  • 2cl Grenadine
  • 5cl Sodawasser

Hier kommen der Gin, der Zitronensaft und der Grenadine in einen mit Eis gefüllten Shaker. Das Ganze ordentlich shaken, bis der Shaker angelaufen ist. Dann die Flüssigkeit in ein mit Eis gefüllten Tumbler abseihen. Das Ganze dann entsprechend mit Sodawasser auffüllen. Ich habe diesen Cocktail meiner Herzallerliebsten serviert und sie war sehr begeistert. Ggf. kann man auch noch ein cl Gin mehr dazu geben oder beim Grenadine einen 1/2 cl weniger. Insgesamt kommt der Grenadine doch recht stark durch.

Viel Spaß beim selbst ausprobieren. Wichtig ist immer, dass es Euch schmeckt. Probiert einfach ein wenig rum. Dabei geht auch manchmal was schief, aber das gehört dazu. Auf der anderen Seite entdeckt man dadurch vielleicht auch seinen Lieblingsdrink. Also fröhliches experimentieren.

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Premium Rum – von Andreas Schwarz – die Rum/Rhum (B)Fibel

Trinklabor_Premiumrum1Heute gibt es wieder eine kurze Buchrezension. Diesmal ein Buch, das mir für das Thema im wahrsten Sinne die Augen bzw. den Mund geöffnet hatte. Vor ca. 4-5 Jahren kam ich das erste Mal mit Rum in Berührung. Als Whiskyliebhaber ist es quasi schon fast unumgänglich. Speziell in den 2000er Jahren war das Finishen oder Lagern in Rumfässern sehr populär. Da ich diese speziell gelagerten Whiskys mochte und immer noch mag, wollte ich auch mal das Original ausprobieren. Ich war doch schon überrascht, was eine ganz neue Welt sich für mich eröffnete. Da schwirrten Begriffe wie Melasse, Rhume Agricol, Demerara, Soleraverfahren und ganz viele unterschiedliche Herstellungsländer herum. So dass ich am Anfang komplett verwirrt war. Und da bin ich auf mein Führer durch diese unbekannte Welt gestoßen. Es ist Wörterbuch, mein Lexika und meine Standardlektüre für Rum geworden. Das Buch von Andreas Schwarz „Premium RUM: Eine Auswahl der besten Rums der Welt“. Der Autor führt im holsteinischen Preetz ein Geschäft, dass sich schwerpunktmäßig auf Wein, Whisky und Rum spezialisiert hat. Daneben leitet er auch diverse Tastings. Sein große Liebe aber gilt dem Rum und diese hat er auch in seinem Buch wiedergegeben.

Das Buch Premium Rum mit einem Premiumrum dem Optimus 25 - leider leer

Das Buch Premium Rum mit einem Premiumrum dem Optimus 25 – leider leer

Das Buch ist wunderbar für Einsteiger geeignet. Zu Beginn gibt es erstmal ein paar Hintergründe zum wichtigsten Bestandteil für Rum den Zucker. Dann bekommt man einen Überblick über die Geschichte des Rums, die natürlich stark mit der Karibik und der Navy verbunden ist. Aber auch interessante Geschichten zur Bedeutung des Rums für und in der Weltgeschichte. Interessant fand ich den Abschnitt über die Bedeutung Flensburgs für den Rumgenuss in Deutschland. Nach diesem unterhaltsamen Geschichtsuntericht wird anschaulich die Herstellungsverfahren des Rums erläutert, ohne den unbedarften Leser zu überfordern.

Beispielsweise mit Landesbeschreibung und Romempfehlung

Beispielsweise mit Landesbeschreibung und Rumempfehlung

Nach diesen einleitenden Kapiteln kommt der Hauptteil des Buches. Dieser ist nach den jeweiligen Herkunftsländern aufgeteilt. Insgesamt sind 26 Länder in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Nach einer kurzen Übersicht über das Land und typischen Geschmackseigenschaften des nationalen Rums, werden erst die wichtigsten Brennereien bzw. Firmen kurz beschrieben. Anschließend gibt es dann eine Übersicht über die wichtigsten Rumsorten/ – marken. Diese werden dann auch noch einzeln vom „Preezer Table of Rum“ beschrieben, bewertet und benotet. Dabei erfolgt die Benotung nach Fässern – die mit einem Fass  beginnt (schöner Rum für alle Tage) und bei sechs Fässern (Top 10 absolute Weltklasse) endet. So kann man anhand des jeweiligen Landes sich entsprechend die am interessantesten klingenden Rums heraussuchen. Klar der Geschmack ist relativ. Ich finde aber die Bewertung gibt einem eine erste Orientierung. Dabei sind sind in diesem Kapitel nur die Originalabfüller aufgeführt. Im folgenden Kapitel werden Sonderfälle behandelt. Diese sind keinem bestimmten Herkunftsland zugeordnet. Auch werden noch Rums aufgeführt, die er außer Konkurrenz sieht.

Ein sehr kleines Kapitel widmet er den unabhängigen Abfüllern. Zum Entstehungszeitpunkt des Buches 2010/2011 waren diese auch noch nicht so verbreitet. Hier würde ich mich ein wenig mehr Hintergrundinformationen und Beschreibungen von deren Abfüllungen wünschen. Aber vielleicht haben sie dies ja bei der aktuellen 3. Auflage berücksichtigt. Da speziell in den letzten 5 Jahren die Anzahl der Abfüllungen von unabhängigen Abfüllern stark zu genommen hat. Auch die Einzelfassabfüllungen und fassstarken Abfüllungen kommen hier nicht vor. Wobei dies sehr wahrscheinlich der Erreichbarkeit der Abfüllungen geschuldet sind. Was bringt es ein Buch zu haben, was bei Drucklegung Rumempfehlungen enthält, wovon nur noch 10 % im Handel erwerbbar sind. Da der Autor fast alle Rums bewertet hat, führt er am Ende des Buches auch noch drei unterschiedliche Top-10 auf. Man kann sich drüber streiten, ob dies sinnhaft ist oder ob man wirklich eine Rangfolge bilden sollte. Aber es einen guten Anhaltspunkt – was man ohne große Gefahr probieren bzw. auch kaufen kann. Ganz zum Schluss gibt es noch ausführliche Register, so dass man sich schnell im Buch zurechtfindet.

Beispielseite Rombeschreibung und Bewertung

Beispielseite Rombeschreibung und Bewertung

Neben den inhaltlichen Punkten finde ich das Buch auch sehr hochwertig aufgemacht. Mit seinem schwarzen Hardcovereinband mit goldener Schrift macht es eine gute Figur im Bücherregal. Die Farbgestaltung setzt sich auch teilweise fort. So sind die Kapitelanfänge auch immer schwarz und gold gestaltet. Alle Flachen sind hochwertig aufgenommen und werden freigestellt dargestellt. So dass man die Flaschen in den Geschäften auch sofort wiedererkennt. Ich habe das Buch damals als ich es gekauft habe, förmlich verschlungen. Ich glaube das speziell Rumanfänger daran Spaß haben. Aber auch erfahrende Rumtrinker werden es gern als Nachschlagewerk in die Hand nehmen. Für mich das beste deutschsprachige Rumbuch, welches mit seinen 24 € auch noch recht preiswert für ein Spirituosenbuch daher kommt.

Mittlerweile gibt es eine komplett überarbeitete 3. Auflage des Buches. Hier wurden nochmals eine Vielzahl von neuen Rums ergänzt, Aufnahmen der aktuellen Abfüllungen zugefügt und auch die Bewertung der besten Rums angepasst. So dass das Buch für jeden Rumliebhaber geeignet ist, egal ob er noch am Anfang steht oder schon erfahrener Rumtrinker ist. Ein tolles Geschenk ist es obendrein ebenfalls. Die neue Auflage ist ab Ende Oktober im gut sortierten Buchhandel oder im Internet erhaltbar.

 

Andreas Schwarz
Premium RUM: Eine Auswahl der besten Rums der Welt
272 Seiten – mittlerweile 3. Auflage von 2016
Hädecke Verlag
ISBN-13: 978-3775007559
Kosten: 24,95 €

 

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Die Boann Distillery – der zukünftige Stern am irischen Whiskeyhimmel

Drinklabor_BoannDistillery1Wie Ihr vielleicht auf meinen Socialmedia-Kanälen mibekommen habt, befand ich mich Mitte September mit einer größeren Gruppe von Whiskyenthusiasten auf einer Tour durch Wales, Irland und Schottland. Dabei nutzten wir natürlich die Gelegenheit, vor Ort möglichst viele Destillen persönlich zu besuchen und die Leute dahinter kennen zu lernen. Dabei gab es, wie immer im Leben mal Licht mal Schatten. Ein wirkliches Highlight der Tour war der Besuch in der irischen Boann Destillery. Boann werden jetzt einige fragen. „Habe ich noch nie gehört?“ Das kann damit zusammenhängen, dass sie noch nicht aktiv ist und sich noch im Bau befindet. Auf der Fahrt von Dublin nach Portrush in Nordirland nahmen wir uns die Zeit für einen kurzen Halt in Drogheda im Boyne Valley. Oli der schon bei der letzten Fahrt die Besichtigung der Strathearn Distillery organisiert hatte, schaffte auch diesmal  für insgesamt 12 Personen unserer Gruppe eine Führung zu vereinbaren. Und nach anfänglichen Zögern, da es ja noch eine Baustelle wäre, haben sie sich bereit erklärt, uns zu empfangen.

Der Blick von außen

Der Blick von außen

Der Anblick von außen war anfänglich ein wenig ungewöhnlich, da die gesamte Front verglast war. Insgesamt sah es nicht wie eine typische Destille aus. Was damit zusammenhängen konnte, das dies ein ehemaliges Autohaus war, dass jetzt zur Destille umgerüstet wird. Das Autohaus war Anfang der 2000er Jahre gebaut und im Rahmen der Eurokrise in Konkurs gegangen. Nach einiger Zeit des Leerstands entschieden sich die Boann Eigentümer 2015 dieses Gebäude als Heimat ihrer Destille zu wählen.

Unsere Gruppe beim andächtigen Zuhören

Unsere Gruppe beim andächtigen Zuhören

Wir wurden von der Marketing und PR-Leiterin Sally-Anne Cooney sehr herzlich begrüßt und in die heiligen Hallen geleitet. Obwohl noch nicht alle Leitungen verbunden waren und die Spirit-Safes teilweise noch verpackt in Kisten rumstanden, konnte man sich schon ein gutes Bild von der zukünftigen Destille machen.

Der zukünftige Spiritsafe

Der zukünftige Spiritsafe

Wie es sich für einen irischen Whiskey gehört, soll er auch dreimal destilliert werden. Entsprechend konnte man schon drei wundervolle Stils begutachten. Sally-Anne erzählte uns ein wenig zur Idee die hinter dem Unternehmen steckt.

Der Blick in die zukünftige Destille

Der Blick in die zukünftige Destille

Die Boann Destillery ist nach der Gottheit Boann benannt, die u.a. auch den Fluß Boyne erschaffen haben soll. Dieser ist gleichzeitig der Namensgeber für das Tal nördlich von Dublin – das Boyne Valley. Das zeigt schon ein wenig, dass die Eigentümer großen Wert auf die Verbindung zu dem Land und der Gegend legen. So soll auch außschließlich Gerste aus der Gegend verwendet werden.

Improvisierte Bar aus Fässern für eine Veranstaltung

Improvisierte Bar aus Fässern für eine Veranstaltung

Auch das örtliche Wasser, welches eine sehr hohe Wasserhärte aufweist, soll trotzdem genutzt werden. Es soll dem Whiskey ein besonders Aroma geben. Sie verglich dabei ihr Vorgehen mit und die Beziehung zu der Gegend mit einem Winzer, bei dem das Terroir auch eine besondere Rolle für den Wein spielt. Außerdem hat diese Gegend eine lange Whiskey-Tradtion. So gab es 1822 in der Gegend noch 18 Whiskeydestillen. Davon blieb nur eine übrig, die aber auch 1968 schließen musste. So ist die Boann Distillery die erste Neugründung seit über 50 Jahren in dieser Gegend.

Unsere charmante Führerin durch die Boann Distillery - Sally-Anne

Unsere charmante Führerin durch die Boann Distillery – Sally-Anne

Unsere Führerin Sally-Anne ist eines von fünf Kindern des Gründers Pat Cooney. Wie sie sind auch ihre vier Geschwister und die Mutter in unterschiedlichen Bereichen des Unternehmens tätig. Man kann also von einem wirklichen Familienunternehmen sprechen.  Die Idee zu dem Unternehmen hatte ihr Vater Pat, der Gründer der Firma. Er ist hier in der Nähe in Drogheda geboren und hat damit eine enge Beziehung zu der Gegend und ihren Menschen. Nach einer erfolgreichen Karriere bei den Getänkekonzern Gleeson, hat er gr0ße Teile des Unternehmens 2012 verkauft. Nur die Cream Liqueur- und Ciderproduktion behielt er weiterhin. Als großer Whiskyliebhaber war das Projekt schon seit über 15 Jahren sein Traum von ihm und der Famile. Zukünftig sollen neben Whiskey auch Gin und andere Brände hergestellt werden. Außerdem existiert schon seit ca. 3 Monaten in der hintereen Halle eine Craftbeer Brauerei – die Boann Brewery – und eine Flaschen- und Dosen-Abfüllstation.

Die Brennblasen - noch nicht in Aktion

Die Brennblasen – noch nicht in Aktion

Neben der Verbundenheit mit der Gegend steht vor allem die Qualität und die moderne Technik bei diesem Neubau im Vordergrund. So entschloß man sich durch den vorgegebenen Bau der Halle, für eine moderne Aufmachung für die Destille. Dadurch stehen wor allem Glas, Chrom und Stahl im Vordergrund. Dies wird durch die absolut toll aussehenden Kupfer-Sttills noch unterstützt. Als Hersteller für die Brennblasen entschied man sich für die italienische Firma Green Engineering. Diese hatte schon Erfahrung beim Bau der Brennblasen für die Bombay Saphire Destille gesammelt. Bei Boann kommen spezielle Brennblasen mit Nanotechnologie zum Einsatz. Diese soll dazu führen, dass beim Destillationsvorgang die 6fache Menge an Kupfer mit dem Alkohol in Berührung kommt. Diese Technick wird meiner Kenntnis nach, erstmalig in einer Whiskydestille eingesetzt.

Die Bennett-Stil für irischen Gin

Die Bennett-Stil für irischen Gin

Das besondere Steckenpferd von Sally-Anne aber ist die Gin-Produktion. Für diese steht eine 500 l Bennett-Still zur Verfügung. Der hier zukünftig hergestellte Gin soll mit speziellen irischen Botanicals verfeinert werden. Dafür steht zusätzlich auch noch eine Anlage für Dampfinfusionen bereit, die Öle aus den besonders empfindlichen  Botanicals extrahieren soll. Hier merkte man ihre Begeisterung, wenn sie von den aktuellen Experimenten und Versuchen erzählt, um einen einzigartigen Gin zu kreieren. Durch ihre langjährige Arbeit im Weinhandel hat sie auch ein großes Interesse für das Thema Fassmanagement.

Das zukünftige Fasslager - die Fässer warten auf ihre Befüllung

Das zukünftige Fasslager – die Fässer warten auf ihre Befüllung

Im Keller konnten wir schon mal einen Blick auf eine ganze Menge leerer Fässer werfen, die auf Ihre Befüllung warten. Durch die Beziehungen von Pat und die Kontakte von Sally-Anne aus ihrem vorherigen Beruf konnten sie an genügend Fässer herankommen.Sie hat uns schon veraten, dass sie zukünftig gern mit unterschiedlichen Fässern und Finishes arbeiten möchte.

Die Boann Brewery

Das Boyne Brewhouse

Im hinteren Bereich konnten wir noch einen Blick in die schon aktive Brauerei das Boyne Brewhouse werfen. Als Braumeisterin konnten sie dafür Aine O´Hara gewinnen. Aine, die gebürtig aus Galway kommt, hatte davor für 8 Jahre in Australien studiert und gearbeitet. Nun ist sie in ihr Heimatland zurück gekehrt, hat aber gleich mit ihrem ersten Bier dem „Born in a Day“, einem australischen Pale Ale, an ihre Australien Zeit erinnert.

Die Dosenabfüllanlage im Betrieb

Die Dosenabfüllanlage im Betrieb

Zur Zeit haben sie schon drei verschiedene Biersorten im Angebot. Im Laufe der Zeit sollen noch weitere dazu kommen. Insgesamt ist bei Boann noch vieles in Planung. Zukünftig soll noch eine gläserne Wand vor der Destille eingezogen werden. Im vorderen Teil soll dann ein Visitorcenter mit Restaurant untergebracht werden. Außerdem soll man dann auf der ersten Etage den Mitarbeitern beim destillieren zuschauen können. Auch eine starke Klimaanlage ist geplant. Dies ist auch von Nöten, da durch die große Glasfront schon bei unserem Besuchstag die Wärme schon gut spürbar war. Auch wollen sie zukünftig Tastings und Masterclasses anbieten. Sie planen auch alle drei irischen Whiskeystile, also Single Malt, Potstill und Blended Whiskey herzustellen.  Im Moment warten sie noch auf die eine oder ander Genehmigung. Sally-Anne hofft aber, dass sie spätestens im 3. Quartal 2017 mit dem destillieren beginnen können. Um sich aber schon jetzt einen Namen zu machen, planen sie schon in diesem Jahr zwei Abfüllungen unter ihrem Namen herauszubringen.

Die erste Abfüllung ein 7jähriger - extrem lecker

Die erste Abfüllung ein 7jähriger – extrem lecker

Es wird ein siebenjähriger Single Malt Whisky sein. Er wird in zwei Stärken zu haben sein, einmal in Trink- und einmal in Fassstärke. Er war vorab in Bourbon Casks und hat noch ein finishing in Oloroso Sherry Fässern gehabt. Da er hier ja noch nicht produziert werden konnte, ist er in einer anderen der bisher drei irischen Destillen entstanden. Auf jeden Fall wird er unter dem Namen „The Whistler“ vertrieben. Der Name hat auch eine Beziehung zu Pat, der ein begeisterter Whistlespieler ist. Aller Voraussicht wird der Whisky zum Weihnachtsgeschäft in Irland und den USA zu kaufen sein. Wir hatten die große Ehre, sowohl den Whistler in Trink- als auch in Fassstärke zu probieren. Und ich muss sagen, ich habe selten einen so komplexen, aber gleichzeitig wunderbar eingebundenen und runden sieben jährigen Whiskey probiert. Das Ganze lässt wirklich Großes erwarten. Auf diesem Weg noch mal ein herzliches Dankeschön an Sally-Anne für die wirklich sehr informative Führung.

Jede Destille braucht einen Hund - zusammen mit Sally-Anne

Jede Destille braucht einen Hund – zusammen mit Sally-Anne

Selten kann man in einer Destille wirklich überall hinterschauen und sehen wie sie erst im Entstehen ist. Ich wünschen ihnen wirklich alles Gute und einen erfolgreichen Start. Es wird sehr spannend sein, wenn man, sagen wir in zwei Jahren wieder bei Boann vorbei schaut und dann ein fertiges Schmuckstück und einen Touristenmagnet bewundern kann. Das dies gelingen kann, zeigt schon die gut gewählte Lage. Die Destille ist in gut einer Stunde von Dublin erreichbar und die großen Touristenziele Newgrange und der Stone of Tara befinden sich quasi um die Ecke. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass sich auch einige Whiskyfreunde nach Drogheda zur Boann Destillery verlaufen werden.

Wenn Ihr mehr über die Familien-Destille Boann erfahren wollt, könnt Ihr auf ihrer Website nach Neuigkeiten Ausschau halten:  www.boanndistillery.ie

 

 

 

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The Pubs from the Dirty Old Town – meine Lieblings-Pubs in Dublin

Trinklabor_Dublin13Dublin ist einer meiner liebsten Orte, um einfach die Seele baumeln zu lassen. Es hat viel zu bieten und speziell, wenn man Pubs und gutes Bier mag ist man hier genau richtig. Diese Stadt hat eine wundervolle Pubhistorie und lebendige Pubkultur. Hier findet man vom altehrwürdigen viktorianischen Pub über Partypubs bis hin zu hippen Craftbeer-Pubs einfach alles. Einen Überblick über die Pubs in Dublin zu geben, maße ich mir gar nicht erst an. Dies wäre wohl ein sinnloses Unterfangen. Hier will ich nur ein paar meiner Lieblingspubs, in denen ich schon mehrmals verkehrt habe, kurz vorstellen. Dies ist eine absolut subjektive und vor allem auch nur kleine Auswahl. Natürlich werden viele aufschreien, hallo da fehlt doch mein Lieblings-Pub oder warum hast Du diesen nicht aufgeführt. Aber wie oben geschrieben, dies ist meine kleine Auswahl. Auch habe ich versucht die Pubs zu nehmen, die recht zentral liegen und damit gut zu Fuß von der Innenstadt erreichbar sind. Wenn Ihr meint, ein absolutes Juwel sollte hier noch fehlen, könnt Ihr gern noch Empfehlungen in die Kommentare schreiben.

Der Namensgeber des Pubs

Der Namensgeber des Pubs

The Stags Head: Beginnen möchte ich mit einem Klassiker, der einfach nur wunderschön ist. Und zwar dem Stags Head. Namensgeber ist der große Hirschkopf über der Theke. Ein Pub wurde schon 1770 an dieser Stelle erwähnt, seit 1890 ist er in seinem wundervollen viktorianischen Dekor zu bewundern. Wenn man zum ersten Mal den Schankraum betritt, kommt man gar nicht mehr aus dem Staunen und Fotografieren heraus. Die filigranen Glasfenster und die toll verzierten Holzwände sind wirkliche Hingucker.

Die wundervollen Glasfenster

Die wundervollen Glasfenster

Ich empfehle Euch auch mal in den gemütlichen hinteren Teil durchzugehen. Es sind ca. 10 Biere vom Fass vorhanden. Ich fand das O´Haras Pale Ale sehr lecker. Wer Hunger hat, kann hier ganz gutes und klassisches Pubfood bekommen. Besonders in lauschigen Sommerabenden ist der gesamte Vorbereich des Pubs mit Menschen gefüllt. Dann geht man nur zum Bier holen nach drinnen und hat draußen ein fast mediterranes Ambiente.

Außenbereich des Stags Heads im Sommer

Außenbereich des Stags Heads im Sommer

Wenn Ihr also mal ein schönes Schmuckstück sehen wollt – hier seit Ihr richtig. Außerdem ist der Stags Head sehr zentral gelegen.

 

 

Stags Head, 1 Dame Court, Website

 

Die unscheinbare Außenfassade des Long Hall

Die unscheinbare Außenfassade des Long Hall

The Long Hall: Wo wir bei schönen, historischen Pubs sind, darf natürlich ein weiteres tolles Beispiel viktorianischer Pubkunst nicht fehlen – die Long Hall. Auch diese ist wie der Stags Head recht zentrumsnah gelegen. Es ist einer der ältesten Pubs in Dublin. Die Lizenz erhielt er schon 1766 und das jetzige Interieur stammt aus dem Jahr 1881. Drinklabor_Dublin6Wunderschöne Holzverzierungen und die klassische viktorianische Aufteilung. Die Bierauswahl ist eher traditionell, aber man kommt ja nicht unbedingt des Bieres wegen hierher. Es läuft kein Fernseher mit Sportübertragungen im Hintergrund und auch auf die typische Hintergrundmusik wird verzichtet. Einfach ein Pub zum Treffen und Klönen.

The Long Hall, 51 South Great George Street

 

Das Motto des Against the Grain

Das Motto des Against the Grain

Against the Grain: Nach den altehrwürdigen Pubs komme ich jetzt zu einem noch sehr jungen Pub. Aber dieser Pub hat ein wenig zu meinem Erweckungserlebnis in Bezug auf Craftbeer geführt. Das erste Mal besuchten wir das Against the Grain vor drei Jahren. Wir haben die Empfehlung von einer Pubbekanntschaft erhalten. Er meinte wenn wir Bier mögen und eine ordentliche Bierauswahl liebe, sollten wir dem Pub unbedingt einen Besuch abstatten. Der Vorteil er lag auch noch fussläufig zu unserem Hotel.

Die riesige Anzahl an Zapfhänen

Die riesige Anzahl an Zapfhänen

Die Auswahl an Bieren ist schon gigantisch. Allein die Anzahl an Zapfhähnen übersteigt die Fantasie von deutschen Kneipenbesuchern bei weitem. Für einen Dubliner Pub hat er auch besonders viele internationale Biere. Damals musste ich herzlich lachen, als ich auch Früh Kölsch im Angebot gefunden hatte. Der Pub gehört zur Gallwaybay Brauerei. Doch sie haben neben ihrem eigenen Bier, eine Vielzahl von anderen Bieren.

Aber auch eine große Flaschenauswahl

Aber auch eine große Flaschenauswahl

Daneben kann man auch sehr gut essen. Man bekommt hier modernes und kreativ abgewandeltes Pubfood.

 

 

Against the Grain, 11 Wexford Street, Website 

 

Die Tür mit dem Hinweis zum Tastingraum

Die Tür mit dem Hinweis zum Tastingraum

Palace Bar: Nun möchte ich zu einer Gegend kommen, um die ich eigentlich meist einen Bogen mache – die Temple Bar. Es gibt sowohl einen Pub, als auch ein Teil der Gegend südlich des Liffey, die den Namen tragen. Die Gegend ist einer der Touristenmagneten in Dublin. Speziell an Wochenenden ist hier im wahrsten Sinne die Hölle los. Partypeople werden ihre helle Freude haben. Für die, die sie nicht kennen – eine Mischung aus Düsseldorfer Altstadt, Schinkenstraße, Irish Pub am St. Patricks Day und Jungesellenabschied. Ich kann da gern drauf verzichten. Aber wenn man komplett einen Bogen drum herum macht, verpasst man eine wahre Pubperle. Und speziell für Irish Whiskey Enthusiasten der Place to be. Da am Rand des Temple Bar Gebietes, am Ende der Fleetstreet, bekommt man auch nicht soviel vom Trubel mit. Wenn man die Palace Bar von außen betrachtet und dann betritt, fühlt man sich in die Vergangenheit versetzt.

Die schöne Aussenfassade der Palace Bar

Die schöne Aussenfassade der Palace Bar

Dieses Lokal wurde schon 1823 gegründet und hat viel seines Charmes und seiner Einrichtung aus der damaligen Zeit erhalten. Über Jahre war es, das Stamm-Lokal für fast die gesamte Journalistenzunft in Dublin, da sich das Büro der Irish Times fußläufig in der Nähe befand. Seit 1946 ist die Bar in Familienbesitz der Familie Aherne. Diese hat sehr gute Kontakte zur Familie Teeling und der irischen Whiskyindustrie. Dies führte dazu, dass man hier gefühlt fast jede Abfüllung irischen Whiskeys seit den 60er Jahren findet. Im Obergeschoss gibt es auch noch einen separaten Tastingraum.

Die Theke mit der gigantischen Whiskyauswahl

Die Theke mit der gigantischen Whiskeyauswahl

Und wenn man sich mit dem Barkeeper gut versteht, darf man vielleicht noch einen Blick in die Sammlung der alten Schätzchen werfen. (gleich rechts neben der Eingangstür). Auch haben Sie jedes Jahr ihre eigene Abfüllung speziell für die Palace Bar.

 

 

Palace Bar, 21 Fleetstreet, Website

 

Das soll es schon gewesen sein, mit meinem kleinen Überblick über von mir geschätzte Pubs in Dublin. Es gibt unzählige weitere Perlen, Geheimtipps und Neueröffnungen. Aber für den ersten Besuch in Dublin kann man mit diesen Pubs nicht viel falsch machen. Also auf nach Dublin und genießt diese wunderbare Stadt.

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Autoquartett in modern – das Ginkartenspiel Just Gin

Das Kartenspiel in einer edlen Metallbox

Das Kartenspiel in einer edlen Metallbox

Ich gebe es unverhohlen zu, ich bin ein Kind der 80er Jahre. Und als solches, speziell der männlichen Spezies angehörig, kam man in dieser Zeit nicht an Auto-  bzw. Fahrzeugquartettkarten vorbei. Wie häufig haben wir auf den Schulhof gestanden und riefen 220 PS STICH! Und es ist eigentlich erstaunlich, dass es erst so lange gedauert hat, bis jemand auf diese simple und geniale Idee gekommen ist. Zwei Freunde Mikail und Thomas Rosen sind Ende Dezember 2015 bei einer Familienfeier auf die Idee gekommen. Und nachdem sie festgestellt hatten, dass es ein solches Quartett noch nicht gibt, ist die Idee weiter gereift. Sie wollten sowohl bekannte Marken, als auch kleine unbekannte Destillen mit rein nehmen. Ursprünglich hatten sie ca. 80 Destillen auf der Liste und bei den ersten Firmen angefragt. Die Idee kam so gut an, dass sie sich bald vor Anfragen kaum noch retten konnten. Und schon Ende Mai war das komplette Spiel mit 36 unterschiedlichen Gins fertig.

Das Kartenspiel Just Gin

Das Kartenspiel Just Gin

Jeder Gin wird anhand von 6 unterschiedlichen Kriterien beschrieben. Daneben gibt es auf jeder Karte eine offizielle Empfehlung der Destille, wie man ihren Gin am besten genießen kann. Die Kriterien sind einerseits erwartbar, wie die Anzahl der Botanicals, der Alkoholgehalt, das Gründungsjahr oder der Ausstoß in 2015. Bei anderen ist es lustig zu erfahren, wie groß die Entfernung zum Gin-Epizentrum London in km beträgt. Und da sie ja ein internationales Publikum ansprechen, natürlich auch in Meilen.  Auch der offiziell empfohlene Verkaufspreis ist angegeben, obwohl dieser natürlich von Land oder Shop stark schwanken kann.  Das Kartenspiel ist auch für den internationalen Markt vorgesehen und daher komplett in Englisch gehalten, die Angaben sind aber für jeden Ginliebhaber problemlos verständlich. Es sind Gins aus insgesamt 12 verschiedenen Ländern vertreten, so dass durchaus die Möglichkeit gegeben ist, den einen oder anderen neuen Gin kennenzulernen. Auch hier kann man den Gin-Hype ein wenig ablesen, wenn man z.B. nach Gins sucht, die vor 2012 gegründet wurden, wird es doch schon recht dünn. Da viele der Destillen erst ab 2012 oder später das Licht der Welt erblickten. Im Spiel gibt es viele spannende Gins, von denen ich überhaupt noch nicht gehört habe. So z.B. den schottischen Makar Gin, den finnischen Napue Rye oder den spanischen Sikkim Privee Gin. Obwohl der letztere schon seit 2012 existiert und 2015 stattlich 75.000 l Gin produzierte. Auch finde ich es interessant, dass auch ein paar „Berühmtheiten“ Gin produzieren bzw. produzieren lassen. So z.B. die Craftbeer Enfant Terrible aus Dänemark der Mikkeller Brauerei, die auch einen eigenen Mikkeller Gin herausgebracht haben. Und der vor allem in Wein-Kreisen bekannte Dieter Meier, der auch einen Gin – den Ojo de Agua – anbietet. Wem Dieter Meier nichts sagt, denkt mal an Formel Eins. Er ist einer der Gründer des Duos Yellow, die u.a. die  Eröffnungs-Musik zu der allseits beliebten Videomusiksendung geliefert hat.

Der Brockmans Gin mit seiner entsprechenden Karte

Der Brockmans Gin mit seiner entsprechenden Karte

Man kann das Gin-Quartett natürlich wie ein normales Quartett spielen, obwohl die meisten es doch eher zum anschauen nutzen werden. Auf der anderen Seite ist es ein wunderbares Partyspiel für die nächste Gin & Tonic Party. Ich finde ein sehr nettes Mitbringsel für jeden Ginfan oder mit einer der vertretenden Ginflaschen kombiniert ein optimales Geburtstagsgeschenk für Gin-Enthusiasten. Das Spiel kostet so ca. 10 € und ist direkt bei den Entwicklern und in einigen Onlineshops erhältlich. Außerdem kann man es auch in gut sortierten Getränkeläden finden. Im Bereich Bonn besteht die Möglichkeit, es in Godesberg im Early Bird Shop käuflich erwerben.

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Die Eifel eine Bierdiaspora?

So kennt man die Eifel

So kennt man die Eifel

Ich kann es meistens nicht sein lassen, und auch im Urlaub nach neuen Getränken und Genüssen Ausschau zu halten. Nun ging es in unserem letzten Urlaub, wie Ihr vielleicht mitbekommen habt, in die Eifel. Landschaftlich ist diese Gegend eine absolute Wucht und hat tolle Ausblicke, geheimnisvolle Wälder und weite Gegenden zu bieten. Was die leiblichen Genüsse angeht, ist sie, wie soll ich es formulieren, ausbaufähig. Bei diesem Beitrag möchte ich mich kurz den Getränken widmen, die uns bei unserer 12 tägigen Wandertour begegnet sind. Natürlich fällt einen beim Stichwort Eifel zu allererst Mineralwasser ein. Allen voran natürlich Gerolsteiner, aber auch die Brohlerquellen und weitere liefern wirklich gutes und mineralreiches Wasser. Aber immer nur Wasser ist auf die Dauer auch langweilig. Speziell wenn man nach einer längeren Tour endlich an seinem Ziel angelangt ist, freut man sich auf ein leckeres und kühles Bier. Dieses zu bekommen, war häufig kein Problem, wenn man aber mal Abwechselung oder Auswahl haben wollte, dann sah es schon schwieriger aus. Trotzdem habe ich versucht, hier meine Erlebnisse bezüglich Biergenuss in der Eifel wiederzugeben. Dabei sollen nur die Biere erwähnt werden, die uns auch auf unserer Wanderung auf dem Eifelsteig begegnet sind.

Tagsüber besser alkoholfrei und aus Bayern

Tagsüber besser alkoholfrei und aus Bayern

Der Vorteil an der Eifel ist, man bekommt fast überall lokales Bier – was wirklich vorbildlich ist. Die Herausforderung dabei ist aber, dass es sich fast ausschließlich um Bitburger handelt. Und irgendwie sind sich alle Restaurants, Gaststätten und Kneipen in der Eifel einig – „bei uns gibt es Bitburger“.

Das allgegenwärtige Bitburger

Das allgegenwärtige Bitburger

Da ich definitiv kein großer Fan von Bitburger bin, habe ich mich sogar gefreut, wenn eine Kneipe mal ein anderes der großen Fernsehbiere im „Schilde führt“. Was irgendwie schade ist, dass Bitburger mit ihrem Tochterunternehmen Craftwerk so einige spannende Sorten im Programm hat. Leider scheinen sie dieses Bier aber nur in Großstädte zu liefern. Aber vielleicht ist der Eifler an sich so mit dem Bitburger verbunden, dass er keine anderen Sorten braucht. Als einzige „Alternative“ in vielen Kneipen waren Kölsch Biere, häufig von Gaffel, Früh oder Reissdorf.

Doch es gab dann doch ein paar Lichtblicke. Wenn man in der Nordeifel unterwegs ist, stößt man häufig auf die Gemündener Brauerei aus Schleiden. Von der Anmutung des Logo vermutet man eine mehr als hundertjährige Brautradition. Aber diese Brauerei wurde erst Anfang der 60er Jahre gegründet. Sie arbeitet noch immer als Familienunternehmen und hat eine traditionelle aber reichhaltige Angebotspalette. Sie reicht vom Pils, Obergärigen, Bockbier bis zum Naturtrüben. Das bekannteste Bier der Brauerei ist wohl das Eifler Landbier ein lecker, süffiges untergäriges Bier, das auch über die Grenzen der Eifel Bekanntheit erlangt hat. Daneben brauen sie in Lizenz auch das Steinfelder Klosterbier. Dieses wurde früher direkt im Kloster gebraut. Nachdem es dort keine Brauerei mehr gab, entschlossen sich die Mönche, das Bier nach Originalrezepten von der Gemündener Brauerei herstellen zu lassen. Auch dieses finde ich ein grundsolides, gut trinkbares Dunkelbier. Häufig findet man die beiden Biere nur als Flaschenbier. Einzig im Restaurant „Zur alten Abtei“, welches sich direkt vor dem Klostereingang befindet, kann man das Klosterbier auch vom Zapfhahn genießen. Diese beiden Biere sind uns das eine oder andere mal, wenn zwar nur als Flaschenbiere, aber zumindest als Alternative zum Bitburgereinerlei über den Weg gelaufen.

Das Steinfelder Klosterbier vom Fass

Das Steinfelder Klosterbier vom Fass

Zwar selten, aber ab und zu, wenn man Richtung Rhein unterwegs war, konnte man auch noch Biere der Vulkan-Brauerei aus Mendig bekommen. Dabei beschränkte es sich aber häufig auf das Helle. Wobei sich diese kleine Brauerei in den letzten anderthalb Jahren auch spannend weiterentwickelt hat. So bieten sie mittlerweile ein sehr leckeres Pale Ale und ein richtig gelungenes IPA an. Diese haben wir leider nicht bekommen, kann aber jeden empfehlen nach diesen Bieren mal Ausschau zu halten. Was Kneipen und Bierauswahl angeht, muss ich eine besonders hervorheben. Den Burghof in Daun eine wirklich gemütliche Kneipe am Fuße der Dauner Burg. Wir haben hier nicht gegessen, aber die Gerichte sahen sehr schmackhaft aus. Besonders die Idee mit „Sieben auf einen Streich“ – quasi eine Art Eifeler Tappas. Dabei werden 7 unterschiedliche typische Eifler Gerichte in sieben Schüsseln auf einer Schieferplatte angeboten. Dieses gab es in einer Fleisch- und einer vegetarischen Variante. Ich finde eine tolle Idee und wurde auch viel geordert. Was ich aber noch besser fand, es war der einzige Ort, der auch Craftbeer auf der Karte hatte. Ok kein direktes Eifler Craftbeer, aber z.B. die Gose von Fritz Wülfing von Ale Mania aus Bonn, ist ja auch schon von fast Lokalbier. Daneben gab es noch einige Biere vom Hopfenstopfer, der Schönrammer und der Riedenburger Brauerei. Daneben hatten sie auch eine gute Auswahl an Fassbieren. Neben dem obligatorischen Bitburger gab es noch Mühlenkölsch, Köstritzer Kellerbier und eine Erdinger Urweisse vom Fass. Für Bierfans in der Eifel jedenfalls ein gutes Ziel für einen anderen Biergenuss.

Einige Etappen des Eifelsteiges enden in aktiven Klöstern. Um so schöner, wenn man nach der Wanderung neben dem göttlichen Beistand auch noch ein leckeres Klosterbier bekommt. Beim Kloster Steinfeld hat man auf die lokale Brauerei zurückgegriffen. Bei dem anderen klösterlichen Etappenziel Himmerod, hat man sich auf die Mitbrüder besonnen

Himmlisches Klosterbier in Himmerod

Himmlisches Klosterbier in Himmerod

Wie in Steinfeld gibt es auch hier keine Brauerei mehr. Trotzdem sollte an die alte Tradition angeknüpft werden. Die hier ansässigen Zisterziensermönche haben daher einfach bei ihren Mitbrüder in Belgien nach gefragt. Und da in der  Abtei Val Dieu in der Nähe von Lüttich noch Bier gebraut wird und sie nicht so weit entfernt ist, hatte man das Problem gelöst. So hat sich auch meine anfängliche Verwunderung aufgelöst, als ich bei dem Himmeroder Abteibier 10,5 % Alkohol gelesen habe. Das hier angebotene Bier ist nämlich ein klassisches belgisches Quadrupel. Ein wirklich leckeres, recht süsses Stöffchen, dass trotz seiner hohen Prozente noch gut trinkbar ist. Obwohl ich sagen muss, am Ende einer 23 km Wanderung und bei guter Hitze war das Bier sehr schnell da.

Jebs Pale Ale von Kraft Bräu

Jebs Pale Ale von Kraft Bräu

Und passend zum Schluss dieses Textes, aber auch unserer Wanderung durften wir noch mal ein Highlight in Sachen Bier genießen. Am Ende des Eifelsteigs in Trier gibt es seit 1998 das Brauhaus Kraft Bräu. Diese 1. Trierer Hausbrauerei befindet sich im Hotel Blesius Garten und ist ein wenig außerhalb der Innenstadt. Der Weg dorthin lohnt sich allemal, wobei allein schon der Biergarten, aber auch das Brauhaus und die anderen Räume wunderbar eingerichtet und urgemütlich sind. Die Speisen reichen von klassisch Gut-Bürgerlich bis hin zu modernen Burgervarianten und waren ausgesprochen lecker. Aber das Highlight waren die Biere. Eine der Speisenkarte empfahl auch das jeweils zum Gericht passende Bier. Das nenne ich mal einen klasse Service.

Kraftbräu baut sogar eigenen Hopfen vor dem Haus an

Kraftbräu baut sogar eigenen Hopfen vor dem Haus an

Vom Fass gibt es ein Helles, ein Dunkles und ein Weizen. Daneben gibt es immer unterschiedliche Saisonbiere. Als wir da waren, gab es u.a. das sehr gelungene Jeb´s Pale Ale. Ein wunderbar leichtes, fruchtiges Sommerbier. Schön fand ich auch, dass direkt vor dem Hotel sogar ein kleines Hopfenfeld angelegt war. So können sie sogar teilweise Biere mit ihrem eigenen Hopfen brauen. Außerdem haben sie auch ein IPA, dass aber leider bei unseren Besuch gerade aus war.

Die Braukessel der Trierer Kraft Bräu

Die Braukessel der Trierer Kraft Bräu

Auf die Überschrift zurück zu kommen – ist die Eifel eine Bierdiaspora? – ja und nein. Überwiegend ist das Angebot an Bieren doch sehr eingeschränkt und auf Bitburger und eine Kölsch-Sorte beschränkt. Aber es gibt die wunderbaren kleinen und empfehlenswerten Ausnahmen. Und wenn man ehrlich ist, könnte man diese Aussage fast für jede Gegend in Deutschland treffen. Denn abgesehen von Franken, Berlin und einigen Großstädten sieht das Bierangebot nicht viel anders aus als in der Eifel. Aber wir sind ja nicht des Bieres, sondern der Landschaft, der Ruhe und der Natur in die Eifel gekommen. Und da ist diese Gegend wirklich etwas sehr besonderes. Und wenn man dann am Ende einer Wanderung dann noch ein schönes Bier bekommt, umso schöner. Also viel Spaß in der Eifel und genießt diese wunderbare Gegend.

Eifel Impressionen

Eifel Impressionen

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