Geniale Besichtigungstour in der Ballindalloch Distillery

Ballindaloch Distillery von außen

Wie einige Leser wissen, war ich während meines diesjährigen Sommerurlaubs mal wieder in Schottland. Und dabei habe ich natürlich die Chance genutzt, die eine oder andere Destille zu besuchen. Da ich doch schon einige Destillen von innen gesehen habe, beschränke ich mich meist auf kurze Besuche mit ein paar Fotos von außen oder einem kurzen Stopp im Visitorcenter. Nur bei ausgewählten neuen Destillerien oder besonderen Führungen bzw. Tastings buche ich auch schon mal eine Führung.

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Der wunderbare Innenhof

Die Destille um die es in diesen Beitrag gehen soll, ist einerseits ein wahres Schmuckstück und bietet eine sehr individuelle Führung an. Auf sie gestoßen, bin ich durch die Empfehlung eines guten Freundes. Er hatte die Führung im letzten Jahr mitgemacht und hat mir wärmstens ans Herz gelegt, wenn ich in der Nähe bin, unbedingt die neue Ballindalloch Distillery zu besuchen.

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Ein schöner Willkommensgruss

 

Ballindalloch wird den meisten sehr wahrscheinlich nichts sagen, außer einige Schlossliebhaber kennen den Namen, auf Grund des Schlosses mit identischen Namen. Und es besteht sogar ein direkter Zusammenhang zwischen beiden. Sowohl das Schloss, als auch die Destille gehören der Macpherson-Grant Familie. Zur ungefähren Orientierung: die Destille liegt im Whiskymekka der Speyside, wo fast 2/3 alle schottischen Destillen anzutreffen sind. Man findet Sie ungefähr zwischen den Destillen Glenlivet und Glenfarclas, am Nordöstlichen Rand des Cairgorm Nationalparks.

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Mal keine Porteus Mill – aber trotzdem rot

Wir fuhren an einem verregneten Dienstagmorgen im August zu unserem Besuch zu Ballindalloch. Wir hatten natürlich vorab Kontakt aufgenommen, da es hier kein Visitorcenter gibt und Führungen nur mit vorherigen Anmeldung durchgeführt werden. Von weitem ist schon das tolle, weiße Gebäude mit dem sehr prägnantem Schriftzug zu sehen. Obwohl die Destille erst 2 Jahre alt ist, wirkt das Gebäude und die Anlage viel älter. Was damit zusammenhängt, dass sie in einem 200 Jahre alten und gut restaurierten Farmhaus untergebracht ist. Wir wurden von Brian dem Visitormanager formvollendet empfangen. Neben uns war nur noch ein weiteres Pärchen aus Aberdeen für die Führung angemeldet. Das ist doch schon mal schön, mit nur vier Personen an einer Führung teilzunehmen.

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Brian in seinem Element

Da es recht kühl war und sich Schottland von seiner besten, verregneten Seite zeigte, begannen wir in einem gemütlichen Raum mit einem wunderbaren, zweiten Frühstück. Neben Tee und Kaffee wurden auch noch Plätzchen gereicht. Während wir uns am Tee aufwärmten, erzählte uns Brian ein bisschen was zur Geschichte. Ursprünglich war dies eine recht heruntergekommene Farm. Sie diente als Werbeplattform für den dahinterliegenden Golfplatz. Anfang der 2010er Jahre spielte auf diesem Golfplatz auch ein Whisky-Destillen Konstrukteur. Er meinte mehr zum Spaß, daß man in das alte Farmhaus doch eine Destille bauen könnte. Was eigentlich eher als Scherz gemeint war, nahm Lord Macpherson zum Anlass ein Konzept dazu zu entwickeln. Der Konstrukteur erhielt den Auftrag eine Destille und einen entsprechenden Kostenrahmen zu entwickeln. Und so entstand die Idee und die spätere Umsetzung für die Ballindalloch Single Estate Distillery. Durch Unterstützung der EU und die diversen anderen Projekte des Lords konnte man den Bau in ca. 2-3 Jahren umsetzen.

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Die fünf Wachbacks

Durch die Verbindung der Familie zur Gegend achtete man bei der Renovierung darauf, möglichst nur auf lokale Handwerker zurückzugreifen. Außerdem versuchte man auch möglichst vieles original zu rekonstruieren. Und was sie geschaffen haben, kann sich wirklich sehen lassen.

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Die beiden Stills von Ballindalloch

Dann ging es auf unseren Rundgang. Beim ganzen Gebäude und auch den Anlagen konnte man das Konzept und die Zielsetzung hinter dieser Destillerie erkennen. Man verfolgt ganz klar das Konzept einer Premiumstrategie. Alles ist sehr hochwertig angelegt und qualitativ umgesetzt. Angefangen bei den Brennkesseln bis hin zu den eingesetzten Materialien. Man will sich klar als Qualitätsdestillerie positionieren. Das spiegelt sich auch in der Absicht wieder, erst mit einem gereiften Single Malt an den Markt zu gehen. So wird auch kein New Spirit verkauft und der erste Malt wohl nicht vor 2025 (dann ca. 10 Jahre alter Whisky) abgefüllt werden.  So hat man bewusst auf ein Visitorcenter verzichtet und will nur kleinen Gruppen von wirklich Interessierten die Destille näher bringen. Und ich muss sagen, ich habe selten eine so detaillierte Führung miterlebt. Wir konnten uns alles anschauen und Brian erläuterte uns alle Punkte der Produktion. Wobei er vorher fragte, was für Vorkenntnisse wir mitbringen und was uns besonders interessierte. Auf unseren Rundgang durften wir sogar selbst bei der Whisky/Spiritproduktion Hand anlegen.

So durften wir die Hefe einfüllen. Einer von uns musste die Hefe aus einem Eimer behutsam in den Kessel schütten. Währenddessen musste jemand anderes mit einer Art Stampfer dafür sorgen, dass die Hefe nicht zerklummte. Hat echt Spaß gemacht.

Brian als erfahrener Guide flocht aber auch immer wieder nette Anekdoten und Geschichten beim Rundgang mit ein. So erzählte er uns auch, dass man Prinz Charles und Camilla für die Eröffnung gewinnen konnte. Dies hängt mit den guten Beziehungen der Eigentümerfamilie zur königlichen Familie zusammen. So ist der jetzige Lord auch Page bei der Trauung von Charles und Diana gewesen. Bilder von der Eröffnung und auch eine extra Plakette findet man daher an verschiedenen Orten in der Destille.

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Nach einem Jahr schon im begehrten Club

Von der Kapazität her, ist Ballindalloch eher eine kleine Distillery. Sie besitzen 5 Washbacks aus Pinienholz mit ca. 10.000 Litern max. Fassungsvermögen. Daneben eine Wash Still mit 5.000 Litern und eine Spirit Still mit 3.600 Litern. So dass sie insgesamt ca. 100.000 Liter pro Jahr produzieren. Die 5-6 hier arbeitenden Personen arbeiten nur an 5 Tagen die Woche. Diese Zahlen erklären auch Brians Abneigung gegenüber dem Begriff  Microdestille. Da dieser Begriff häufig eher für einfach ausprobieren bzw. Hobby steht.

Dagegen sehen sich ganz klar als Craftdestille, da doch vieles hier Handarbeit ist ein großes handwerkliches KnowHow vorhanden ist. Außerdem versuchen sie bei ihren Zutaten größtenteils auf lokale Materialien zurück zugreifen. So gehört ja zu den Ballindalloch Unternehmen auch Landwirtschaft dazu und im Umfeld der Destille wir genügend Gerste angebaut.

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Der wiederverwendete Cragganmore Spiritsafe

Nach einer sehr abwechslungsreichen und einer eineinhalbstündigen Tour durch die Produktion kamen wir zum Höhepunkt unserer Besichtigung. Wir kamen in den Tastingroom und kamen uns gleich vor wie in einem Schloss. Hier hat man natürlich auch viele Einrichtungsgegenstände aus dem Schloss verwendet. Da Ballindalloch ja erst seit 2 Jahren produziert und man bewusst auf das Verkosten von New Spirit verzichten musste, haben sie sich etwas anderes überlegt. Brian erzählte uns, das er vorher als oberster Gästeführer bei Glenfiddich tätig war. Dann hatte ihn der Lord angesprochen, ob er die Stelle hier nicht übernehmen möchte.  Er sagte ja, verlangte aber ansprechende  Spirituosen die man Gästen entsprechend der hochwertigen Ausrichtung der Destille anbieten konnte. Aber der Lord konnte mit einem Hinweis auf die Familiengeschichte aushelfen. Dieses Problem konnte Lord Macpherson-Grant  mit einem Hinweis auf die Familiengeschichte lösen.

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Hochherrschaftliche Ausstattung

Die Familie war nämlich in der Vergangenheit schon mehrmals im Whiskybusiness tätig. Einerseits wurde in den frühen 1820 Jahren von einem Vorfahren die heute nicht mehr existierende Delnashaugh Distillery gebaut.  Außerdem gründete sie die Cragganmore Distillery. Diese gehörte der Familie bis in die 50er Jahre. Erst die Steuerschulden eines Vorfahrs des heutigen Lords machte einen Verkauf der Destille notwendig. Trotzdem bekam man das Recht bei Gelegenheit das ein  oder andere Fass aus der Cragganmore Destille zu beziehen. Und diese edlen Tropfen darf man im Rahmen der Führung probieren. Damit ist die Führung in der Ballindalloch Destille quasi die einzige Möglichkeit noch alte Singlecaskabfüllungen der Cragganmore Distillery zu probieren. Lustige Funfact ist, dass der hier verwendete Abercrombie Spirit Safe ursprünglich in der Cragganmore Distillery den Newspirit trennte.

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Einer der Tastingräume

Wir machten es uns in bequemen Ledersofas um einen Kamin gemütlich und starteten mit einem 27 jährigen Cragganmore aus einem Bourbon Cask mit 53,1 % Alkohol. Was ein leckerer Whisky, wunderbar eingebunden und ein wunderbarer Schnüffelwhisky.

Um das Ganze noch zu steigern kam als nächstes ein noch ein Jahr älterer Cragganmore ins Glas. Dieser hatte zwar nur 42,6 % Alkohol – aber das war vollkommen ausreichend. Könnte man doch solche Flaschen noch käuflich erwerben.  Diese Whiskys waren einfach nur wunderbar ausgewogen, mit einem guten Holzeinfluss ohne das er überlagernd gewirkt hätte und extrem lecker.

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Gemütliche Ledersofas zum verweilen

Und um uns endgültig die Nase lang zu machen, gab es zum Abschluss noch einen 29 jährigen Cragganmore ausschließlich im Sherryfass (Oloroso) gelagert. Dies wäre mein Whisky für einen längeren Aufenthalt auf einer einsamen Insel. Bisher kannte ich nur den 14-jährigen Standard, den Destillers Edition und einen von Signatory. Nach diesen Köstlichkeiten hat man auf einmal einen komplett anderen Blick auf die Cragganmore Distillery.

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Die „Teilnehmer“ am leckeren Abschluss

Was ein würdiger Abschluss eines erlebnisreichen Vormittags. Eine absolute Empfehlung für alle die in der Speyside-Region sind. Wichtig ist, vorab sich anzumelden. Die Touren finden nur in Kleingruppen statt und kosten angemessene 35 Pfund pro Person. Dafür bekommt man eine sehr individuelle, sehr ausführliche und unterhaltsame Führung. Zusätzlich wirklich absolut gigantische Whiskys, die man in einem tollen Ambiente genießen kann. Daneben gibt es noch speziellere Touren bzw. Ganztagesworkshops in Whiskyherstellung. Nähere Informationen zur Destille, den Touren und den Kontaktdaten von Brian findet Ihr unter https://www.ballindallochdistillery.com/

Hier noch ein paar Impressionen der Destille:

 

 

 

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Neue Single Malts aus der Sujet-Reihe von whic

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Testbatterie – drei Whiskys der neuen Sujet-Reihe

Heute möchte ich Euch drei neue Single Malt Whiskys vorstellen, die ich vorab probieren durfte. Es geht um drei Abfüllungen des Blogs, Onlineshops und seit 2016 auch unabhängigen Abfüllers whic – Whiskycircle aus Süddeutschland. Der ein oder andere kennt sie bestimmt schon, da sie auch viele interessante Artikel und regelmäßige News rund um das Thema Whisky veröffentlichen. Daneben haben Sie auch schon drei kostenlose und sehr lesenswerte E-Books ebenfalls zum Thema Whisky veröffentlicht – zu schottischen, japanischen und irischen Whisk(e)y. Ich finde auch sehr gut, dass sie nicht nur als Shop auftreten, sondern Ihr Wissen und Know How in ihrem Blog und dem Newsletter an ihre Kunden und Abonnenten weitergeben.

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Testaufbau für das Probieren der Sujet-Reihe von Whic

Aber kommen wir zu den Whiskys. Ich durfte drei schottische Single Malts probieren, die alle in Fassstärke, ungefiltert und ungefärbt sind und jeweils nur aus einem Fass kommen. Wie es sich für einen guten Whisky eigentlich auch gehört. Die drei gehören zu der neuen Reihe „whic sujet“. Die Whisky dieser Reihe fallen erstmal durch die sehr schönen Labels auf. Alle Abfüllungen enthalten Aktstudien der litauischen Künstlerin Ruta Grigaite. Und wie passend ist es, dass man das „flüssige Kunstwerk“ Whisky in eine Flasche mit einem Kunstwerk auf dem Label abfüllt. Die Aktstudien gehören entsprechend zu einer Reihe von Zeichnungen die alle sehr ansprechend sind  und häufig auch einen Bezug zu dem enthaltenen Whisky haben. Aber dazu nachher mehr. Alle drei Whiskys wurden außerdem  am Ende ihrer Lagerung noch einmal für eine bestimmte Zeit gefinisht. Wobei die ersten beiden nachträglich noch in einem Madeira Cask und der dritte Whisky in Sherry Oktave Fässern gelagert wurden. Aber kommen wir nun zu den Whiskys.

  1. Fettercairn Madeira Hogshead Finish 10 Jahre (2006-2017) 52,6 % –
    Whic Sujet I
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Fettercairn 10 Jahre – Sujet I – Quelle: whic.de

Nach 10 Jahren im Bourbonfass gönnte man diesen Whisky noch 9 Monate im Madeirafass. Was ich sagen muss, dem Whisky sehr gut getan hat. Einerseits gab das Fass eine wunderbare Farbe ab, so dass wir nun einen schönen bernsteinfarbenen Whisky haben, anderseits glättete das Fass den Whisky noch ein wenig und gab ihm eine schöne Süsse. Aber fangen wir mit der Nase an. Es kann an den sommerlichen Temperaturen liegen, aber irgendwie erinnert er mich zu Beginn an eine sommerliche Blumenwiese. Ein wenig Kräuter, aber auch Frucht und dezent blumig. Im Antritt sticht er schon ein wenig in der Nase aber das verfliegt nach einer gewissen Zeit. Im Hintergrund denke ich auch Nuss und Karamell zu spüren und mit der Zeit auch ein wenig Zitrusnoten. Der Madeira hat schon eine gute Arbeit geleistet.

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Die erste Probe – Sujet I ein 10 jähriger Fettercairn mit einem Madeirafinish

Im Mund spüre ich auch zuerst die Süsse. Zu Beginn ein ganz sanfter Antritt, der aber zunimmt und gefühlt stärker wird. Der Alkohol ist besonders an der Zungenseite mit Kribbeln gut spürbar. Auch habe ich eine gewisse Bitterkeit, sowie bei manchen Nüssen. Aber da es ja der erste Whisky des Tages ist, muss noch ein zweiter Schluck her. Und jetzt ist er auch schon runder und ich fühle mich an die berühmte Schokocreme aus Alba in Italien erinnert. Sehr schön schoko-nussig und damit es nicht zu süss wird, kommt im Abgang eine gut spürbare Pfeffernote dazu. Man spürt schon den Alkohol noch deutlich, aber das finishen im Madeiracask hat ihn runder gemacht und so wirkt er auch ein wenig älter als seine 10 Jahre.  Dieser Whisky schreit einfach danach ihn auch mit einem Tropfen Wasser zu probieren. Das führt dazu, dass er noch süsser wird. In der Nase ist jetzt die Zitrusnote stärker spürbar und die Nussnougatcreme kommt richtig schön durch. Gefällt mir wirklich sehr gut. Für einen 10 jährigen Fettercairn, wahrlich keine Hypedestille,  ist er sehr schön gelungen. Für Fans von Schoko-Nuss absolut zu empfehlen und mit Wasser kann man auch schön mit ihm spielen. Und mit 59,90 € für die Flasche ein wirklicher Schnapper für eine Singlecaskabfüllung in Fassstärke. Er wurde aus dem Fass mit der Nr. 107660 in 420 Flaschen abgefüllt.

Weitere Informationen: http://whic.de/fettercairn-2006-2017-10-jahre-madeira-finish-whic-sujet.html

  1. Macduff Madeira Hogshead Finish 10 Jahre (2006-2017) 55,0 % –
    Whic Sujet II
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Macduff 10 Jahre Sujet II von Whic Quelle: whic.de

Auch hier wurde das gleiche Vorgehen wie schon beim Fettercairn angewandt. Erst lagerte dieser Macduff für 10 Jahre in einem Bourbon-Hogshead und dann wurde er für ebenfalls für 9 Monate in einem Madeirafass gelagert. Nett finde ich die Anspielung das Labels mit seiner grün-gelblichen Farbe auf die hier gut wahrnehmbaren Zitrusnoten. Die Macher haben sich doch einige Gedanken bei der Label-Gestaltung gemacht. Die hier verwendete Aktstudie erinnert mich persönlich irgendwie an ein Werk von Gustav Klimt. Aber kommen wir auch hier zum Whisky. Hier wurde ein Macduff abgefüllt. Die Destillerie aus Banff ist für schottische Verhältnisse noch relativ jung und produziert fast ausschließlich für die Blendindustrie. Seit einiger Zeit gibt es auch eine Originalabfüllung die unter dem Namen The Deveron vertrieben wird. Außerdem verkaufen sie auch das eine oder andere Fass von unabhängige Abfüller, so dass man ab und zu einen Single Malt von Macduff von einem unabhängigen Abfüller erhält.

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Probe Nr. 2 ein 10-jähriger Macduff mit Madeirafinish

Auch bei diesem Whisky handelt es sich wieder um eine Einzelcaskabfüllung in Fassstärke, ungefiltert und ungefärbt. Aber mit 55 % Alkohol kommt der Macduff noch ein wenig kräftiger daher. Obwohl er in der Nase, trotz des mehr an Alkohol,  bedeutend sanfter als der Fettercairn wirkt. Und obwohl dieser Whisky auch im Madeirafass gefinisht wurde, weist er in den Aromen doch größere Unterschiede auf. Zuerst fällt mir eine gewisse Bitternote auf, die ich aber nicht genau einstufen kann. Dann auch Malz und schöne Fruchtaromen die eher in Richtung von hellen und auch Zitrus- bzw. Südfruchtnoten gehen. Die in den offiziellen Tastingnotes angesprochene Ingwernote konnte ich nicht finden. Kommen wir zum ersten Schluck. Im Vergleich zum Fettercairn bedeutend sanfter, weniger alkoholbetont und zu Beginn eine sehr schöne Süsse, die aber dann ins Bittere umschlägt. Diese mag ich irgendwie gar nicht. Auch wenn eher ungewöhnlich, habe ich sogar das Gefühl ein wenig Schwefel wahrzunehmen. Auch hier ist eine Pfeffernote wahrzunehmen, die aber weniger stark ausgeprägt ist. Und hinten heraus auch noch ein wenig Schoko und im Abgang eine schöne Süße. Hier ist dann auch die von mir wahrgenommene Bitternote nicht mehr so dominant. Versuchen wir das Ganze nochmal mit Wasser. Auch hier steigert sich der Whisky mit Wasser noch etwas. Eigentlich versuche ich jeden Whisky mit Wasser, da der Whisky sich häufig noch ein wenig öffnet. Speziell bei Fassstärkenwhiskys mit höheren Prozentzahlen bietet es sich natürlich noch eher an. Jetzt kommen auch die Schokonoten noch besser raus und das Ganze wird ein wenig süsser. Auch hier hat man es mit einem grundsoliden Malt zu tun. Das Finish im Madeirafass führte hier aber schon zu anderen Noten. Speziell die Zitrusnoten hat man nicht so häufig im Glas. Aber die Bittersten haben mich ein wenig gestört. Es war besonders interessant, die beiden Whiskys hintereinander zu testen. Obwohl dieser nicht ganz so meinen Geschmack traf, isst es eine grundsolide und gelungene Abfüllung. Diese wird auch mit 59,00 € angeboten. Hier wurden insgesamt 400 Flaschen abgefüllt.

Weitere Informationen: http://whic.de/macduff-2006-2017-10-jahre-madeira-finish-whic-sujet.html

  1. Tobermory Sherry Octove Finish 21 Jahre (1996-2017) 48,6 % –
    Which Sujet III
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Tobermory 21 Jahre Sujet III von Whic Quelle: whic.de

Kommen wir zu Whisky Nummer drei. Und wenn man sie alle drei nebeneinander stellt, fällt natürlich zuerst die Farbe auf. Er ist doch bedeutend dunkler, was auf Grund des Alters und des nachträglichen finishen nicht verwunderlich ist. Hier haben wir nun einen Tobermory. Ich sage gleich vorweg, mit dieser Destille stehe ich immer ein wenig auf Kriegsfuß. Ich mag die Insel Mull, Tobermory ist eine wundervolle Stadt und auch die Destillerie ist wirklich klein und knuffig. Aber der Whisky dieser Brennerei egal ob der getorfte oder ungetorfte, von denen ich schon einige probiert habe, überzeugte mich nur in den wenigsten Fällen. Aber ich lasse mich gern eines besseren Belehren, also weitertesten und probieren.

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Probe Nr. 3 ein dunkler Tobermory mit Sherryfinish

Hier haben wir es verglichen mit den ersten beiden mit einem richtigen Senior zu tun. Hier durfte der ursprüngliche New Spirit für 21 Jahre in einem Ex-Bourbon Fass lagern. Nach dieser Zeit kam diesmal aber kein Madeiracask zum Einsatz, sondern ein Sherryfass, eigentlich waren es sogar 3 Fässer. Hier wurden drei sogenannte Sherry-Octavefässer verwendet. Dies sind kleinere Fässer, die einen stärkeren Austausch von Holz zum Destillat fördern. So fassen Octave-Fässer nur so ca. 50 l. Was verglichen mit z.B. einem Hogshead mit 250 l ein bedeutend geringeres Volumen bedeutet. Da diese bedeutend kleiner waren als das ursprüngliche Fass, hat man dieses auf 3 Octaves aufgeteilt. Nach einer mehrmonatigen Lagerung in den Octaves wurden diese drei Fässer dann wieder zusammengefüllt – in Whiskykreisen spricht man von vermählen und dann erst abgefüllt. Auch hier wieder ein sehr geschmackvolles Label ins bräunliche gehend. Ich bin schon gespannt, was ich davon im Whisky wiederfinden werde. Die erste Nase kommt schon sehr schön. Alles rund, wunderbar eingebunden. Ich habe Früchte in der Nase, die schon ins stärker süßliche gehen. Ein wenig wie Dörrobst oder kandierte Früchte. Ebenfalls sind auch ein wenig Leder und auch dezente Tabaknoten wahrnehmbar. Das ist schon eine Nase, der ich mich gerne länger widme. Ein sehr schöner Schnüffelwhisky.

So der erste kleine Schluck – mmmhhh – Schoko, Honig, Süsse, auch Keksnoten und alles wunderbar schmeichelnd. Sehr schön eingebundener Alkohol – hier kommt die Seniorität doch gut durch. Man merkt schön das Holz, das beim Abgang noch stärker wird. Auch ein wenig Trockenheit bleibt übrig, aber alles im Rahmen. Auch ein wenig Kaffee und Kakao bleibt im Mund. Wirklich sehr gut gelungen. Bei seinen 48 % trau ich mich gar kein Wasser dazu zugeben, aber es wird trotzdem probiert. Gefühlt werden die Früchte heller, stärkere Zitrusnoten sind spürbar. Auch Malzsüsse und Kakao kommen stärker zur Geltung. Das Holz und die Trockenheit gehen ein wenig zurück. Auch nicht schlecht, aber hier bevorzuge ich ganz klar die Variante ohne Wasser. Für mich das klare Highlight der bisherigen Sujet-Reihe. Ein wirklich gelungener Tobermory, was ich sehr selten sage. Wunderbar rund und man kann sich länger mit ihm beschäftigen. Die finale Lagerung in den Sherry Octaves hat ihm sichtlich gut getan. Für mich eine klare Empfehlung. Natürlich muss man für 21 Jahre dann doch ein wenig tiefer in die Tasche greifen. Der Tobermory ist für 119 € zu haben. Insgesamt sind von dieser Abfüllung 231 Flaschen herausgekommen.

Weitere Informationen: http://whic.de/tobermory-1995-2017-21-jahre-sherry-octave-finish-whic.html

Zum Schluss kann ich mich nur wiederholen. Eine wirklich interessante neue Serie von Whiskys – die allein schon mit dem Label ein Blickfang in jedem Schrank sind. Aber auch geschmacklich sehr gelungen und empfehlenswert sind. Wer mehr über die Sujet-Reihe oder den Shop bzw. Blog erfahren möchte, kann dies unter www.whic.de  weitere Informationen finden. Allein schon für die Gratis-E-Books seit kurzer Zeit auch eins zu irischen Whiskey lohnt sich ein Websitebesuch.

Disclaimer: Die drei Whiskyproben wurden mir von der whic UG aus München unentgeltlich zum Testen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Eine inhaltliche Beeinflussung des Textes fand nicht statt.

 

 

 

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Tonictest 2.0 – die bitteren Tage gehen weiter 

img_1452Mittlerweile gibt es schon wieder so viele neue Tonics auf den Markt, dass ich mich gemüßigt gefühlt habe, diese auch zu probieren. Ich hatte damals schon beim großen Tonictest im letzten Sommer 10 verschiedene Toncis getestet. Hier findet Ihr den Beitrag dazu. Aber die Zahl der Tonic Water ist ja schon fast unüberschaubar. Im Netz habe ich irgendwo die Zahl von 350 verschiedenen Tonics gelesen. Da verliert man schnell den Überblick und es wird schon recht schwierig die richtige G&T Kombination zu finden. Daher will hier eine kleine Reihe starten und ab und zu neueTonics probieren. Dabei gehe ich ganz undogmatisch zu. Ich schaue welche ich gerade irgendwo gefunden habe und diese werden mit den gerade offenen Gins probiert.
Los geht es. Bei der ersten Runde mache ich eine kleine Europatour. Ich starte mit einem Tonic aus Italien, dann geht es nach Belgien und zum Schluss nach Spanien.

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Das Aquatonica von Plose aus Italien

Plose Aquatonica (Italien)

Starten möchte ich mit dem Plose Aquatonica. Ein Tonic aus Italien, genauer gesagt aus Brixen in Südtirol. Das Tonic kommt von dem Familienunternehmen Plose Quelle AG. Diese füllen schon seit den 50er Jahren Mineralwasser und in den letzten Jahren auch Limonaden ab. Für den deutschen ungewöhnliche Limonadengeschmäcker aus Italien kenn ich ja, aber Tonic hatte ich noch nicht im Glas. Bei der Flasche fällt zuerst ein recht ungewöhnliches Design auf. Die 25 cl Flasche mit Drehverschluss, hat man bei Tonic Water eher selten. Wenn man nicht genauer auf dem Etikett nachliest, vermutet man wirklich eher eine Limonade. Auf diesem fällt zuerst ein auf vintage getrimmter Gewichtheber auf, der einem Zirkusplakat aus den 20er entlehnt worden ist. Mit dem Hinweis corroborante-Stärkung soll wo eine Richtung angedeutet werden. Beim Öffnen merkt man schon ziemlich die Kohlensäure. Diese ist aber angenehm feinperlig. In der Nase eher blumig, süßlich – kommt eher wie eine Limonade daher. Und auch im Mund kommt eine ziemliche Süsse durch. Aber im Abgang kommt dann auch eine leichte Bitterkeit auf. Leider verfliegt die Kohlensäure sehr schnell.

img_3473Nun probieren wir das Tonic mit Gin. Da es recht süss daher kommt, dachte ich mir ich brauche einen eher klassischen wacholderbetonten Gin. Daher habe ich mich für den Brokers entschieden. Da leider die Kohlensäure schnell weg war und die Süsse stark im Vordergrund steht, hatte selbst so ein kräftiger Gin wenig Chancen. Da braucht es schon ein spanisches Mischverhältnis von 1:2 damit der Gin geschmacklich dagegen halten kann.

img_3475Ok dann werde ich mutiger und habe dem Tonic den recht kräftigen und intensiven BCN Gin entgegengesetzt. Der kam schon eher durch, aber die beiden sind nicht wirklich eine glückliche Gemeinschaft. Der Gin wirkt durch die Kombination irgendwie seifig. Eigentlich sollten zwei Gins genügen. Aber mein kleiner Gewichtheber aus Südtirol ist schon eine härtere Nuss. img_3477Ein letzter Versuch mit einem eher zitruslastigen Gin bringt vielleicht die Wende. Mit dem Rangpur von Tanqueray habe ich es dann noch mal versucht. Und hier habe ich mit das beste Ergebnis erzielt. Aber wirklich überzeugend war es auch nicht. Besonders störte mich die Süsse, die durch die schnell verflüchtende Kohlensäure extrem viele Geschmacksnoten überlagert.

Als Fazit kann ich sagen, dieses Tonic hat mich gar nicht überzeugt. Es gibt vielleicht den einen oder anderen Gin zu dem er passen könnte, aber meine Auswahl musste sich gegenüber dem Tonic geschlagen geben. Von meiner Seite keine Empfehlung.

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Das Tonic das nach dem Tonicerfinder benannt ist

Erasmus Bond Traditional Tonic (Belgien) 

Nach diesem Erlebnis musste ein klassisches Tonic her. Und wenn man sich schon nach dem Erfinder (oder besser Lizenznehmer) des ersten Tonics benennt, erwarte ich ein klassisches Tonic. Das Erasmus Bond wird in Belgien hergestellt. Der Londoner Erasmus Bond hat schon 1858 das erste Tonic patentieren lassen, noch vor der dem Hoflieferanten Schweppes von Herrn Schweppe.

Die Nase ist nicht aufdringlich, gute Zitrusnote aber alles recht zurückhaltend. Eine sehr gute Kohlensäuremenge, die auch nach dem Einschenken erhalten geblieben ist. Schöne Bitterkeit der Chinarinde mit einer leichten Süsse im Hintergrund. Ein klein wenig ist auch Lakritz wahrnehmbar, aber die Chinarinde ist mit ihrer Bitterkeit klar im Vordergrund. Trotzdem ist eine leichte Süsse im Hintergrund gut wahrnehmbar. Ein wirklich schönes klassisches Tonic, dass sich auch gut pur trinken lässt. Bin gespannt was meine Gins dazu sagen.

img_3491Als ersten Gin habe ich den Dodd´s Gin genommen, der schon ein wenig Ecken und Kanten mit seinem Honig und Lorbeer mitbringt. Zusammen mit dem Erasmus Bond ist es eine super Kombination. Der Gin ist noch gut mit seiner Note wahrnehmbar und der Tonic gibt dem ganzen seinen Rahmen. Ich habe ein 1:3 Mischverhältnis genommen. Wirklich eine schöne Kombination, die wirklich gut passte. Um das Tonic ein wenig auf Herz und Nieren zu prüfen, versuchte ich als nächstes einen wirklich herausfordernden Gin.

img_3492Den Bonner Flow Gin der mit seinem starken Rosenaroma ist definitiv nicht für jedes Tonic geeignet. Aber nach dem ersten Gin, fand ich das Bond Tonic so schön rund und dezent, dass ich es versuchen wollte. Auch hier setzt der Tonic dem Gin etwas entgegen, ohne ihn zu überlagern. Auch werden die Rosennoten beim puren Gin ein wenig abgeschwächt. Daher schafft er es auch bei herausfordernden Gins. Obwohl ich feststellte, wenn man ihn ein wenig stehenlässt, er eine leicht seifige Note entwickelt. Wer lässt aber schon seinen G&T stehen. Der Vergleich zwischen ersten und zweitem Tonic, also Italien und Belgien empfinde ich auf Grund der Geschichte schon als unfair, daher will ich sie auch gar nicht vergleichen. Das Erasmus Bond Classic Tonic macht seinem Namen alle Ehre und ist ein gutes, traditionelles Tonic, welches zu vielen Gins passt. Für mich ist es eine absolute Empfehlung. Erstaunlich ist nur, das es trotz des aktuellen Hypes nur selten hier in Deutschland zu kaufen ist. Ich persönlich habe es auch aus Holland mitgebracht.

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Ein ungewöhnliches Tonic mit Zuzu-Saft 

Qyuzu Premium Tonic Water (Spanien) 

Nach diesem klassischen Tonic soll jetzt ein wenig ungewöhnlicheres Tonic getestet werden. Nach Italien und Belgien soll es nun ein spanisches Tonic sein. Das Qyuzu Tonic das mit Yuzusirup versetzt ist. Laut Dose sollen 2,3 % Yuzusaft, der Saft einer japanischen Zitrusart, zugesetzt sein. Schon durch die Verpackung in der Dose fällt dieses Tonic auf. Ein wenig erinnert es an eine Kirin oder eine andere japanische Bierdose. Es sind auch 200 ml enthalten, obwohl die Dose kleiner wirkt. Aber wirklich nettes Design. Beim Einschenken fällt schon eine gewisse Trübung auf. Sieht fast aus wie ein Bitter Lemon. Die Nase ist geprägt von Zitrus und Fruchtaromen. Ich kenne Yuzu jetzt nicht, denke aber mal das es Yuzu ist, was hier in die Nase steigt. Beim Blindriechen wäre ich schwerlich auf Tonic gekommen. In der Nase erinnert es eher an einen zitrusartigen Fruchtsaft und ein wenig Aloe Vera vermag ich auch wahrzunehmen. Kohlensäure ist da, aber auch hier schnell wieder weg. Auf der Zunge erst recht fruchtig, ein wenig süss. Echt angenehm, wenn auch anfänglich wenig tonichaft. Im Abgang ist dann die Chinarinde spürbar und ein bitteres Mundgefühl bleibt übrig. Es ist schon mal eine spannende Mischung, aber eben halt kein klassisches Tonic. Man könnte es schon fast ein „New Western Style Tonic“ nennen, wenn man die Ginkategorie übertragen würde.

img_3495Jetzt wird es schwierig, was für einen Gin setzen wir dem entgegen. Ich versuche es mal mit dem Klassiker dem Bombay Sapphire. Erst mal an die Trübung im G&T gewöhnen. In der Nase nur noch Zitrone – wow hat schon fast was von Zitronensaft. Im Mund kommt der Gin nur gering durch, habe wieder die Saftassoziation. Schade das die Kohlensäure so schnell weg ist. Auch hier steht der Yuzusaft noch ziemlich im Vordergrund. Obwohl ich mag es. Komplett was anderes, nicht für jeden Tag aber wenn man mal was ungewöhnliches mag.

img_3497Jetzt versuche ich das Ganze noch mit einem spezielleren Gin, dem Martin Miller Westborne Strenght. Hier habe ich auch mal mit einer spanischen Mischung von 1:2 gearbeitet. Da das Tonic doch einen starken Eigengeschmack mitbringt. In der Nase bleibt das Aroma der Yuzu-Pflanze. Hier kommt jetzt auch noch der Martin Miller noch zur Geltung – auch das Gurkenaroma ist noch wahrnehmbar. Das harmoniert gut mit der Yuzuzitruslastigkeit. Daher empfehle ich bei diesem Tonic ein eher kräftigeren, wacholderbetonten Gin dazu zu nehmen. Vielleicht auch der spanischen Herkunft geschuldet, empfehle ich auch einen höheren Anteil an Gin. Ansonsten aber ein wirklich spannendes Tonic, mit dem man gut experimentieren kann.

Es ist spannend was sich so alles auf dem Tonicmarkt tut. Lest hier in Zukunft weitere Tonics-Test. Und versucht es zu Hause auch einfach mal aus, es macht wirklich Spaß. Speziell jetzt im Sommer bietet es sich an.

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Winzerwanderung in Dernau an der Ahr 

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Weinberge in der Nähe von Dernau

Mein Herzallerliebste und ich sind große Wanderfreunde. Unsere Wanderungen verbinden wir gern mit dem Thema Genuss – so ist auch unser gemeinsamer Blog Genusswandern entstanden. Hier könnt Ihr unsere Berichte lesen. Wenn Ihr also mal wieder Inspirationen für Wandertouren braucht, schaut doch einfach mal dort nach. Bei einer unserer Wanderungen waren wir auch im Culinarium der Dagernova in Dernau. Dort lasen wir, dass jeden Samstag von Mai bis Oktober eine Weinwanderung mit anschließender kleiner Weinprobe angeboten wird. So machten wir uns an einem sonnigen Juniwochenende morgens auf den Weg nach Dernau. Das schöne ist, man braucht sich vorab nicht anzumelden, sondern muss nur vor 11.00 Uhr in der Vinothek sein. So kann es passieren, dass man nur mit 3-4 Leuten unterwegs ist, aber wie uns unser Führer mitteilte, können es auch mal 120 Personen sein.

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Der Eingang zur Vinothek der Dagernova

So fanden sich an unserem Samstag 13 Personen ein, die sich an der Wanderung unter dem Motto „Vom Schiefer geprägt, vom Winzer gepflegt“ beteiligen wollten. Durch den Morgen führte uns unser Weinerklärer und Geschichtslehrer Georg Josten. Er hat sich von klein auf mit dem Thema Wein beschäftigt und als Kind bei der Lese mitgeholfen und kann auf ein riesiges Know How zurückgreifen. Ich muss sagen, was ich auf diesen ca. 2 h über Weinanbau gelernt habe, dafür müssen andere 2 Tage lang auf die Weinakademie. Zu Beginn erfuhren wir woher der Name Dagernova überhaupt kommt. Dies ist der ursprüngliche römische Name von Dernau. Da der Ort auf eine römische Vergangenheit zurückblicken kann und schon seit dem 1. Jhd. nach Christus bewohnt ist. Von Beginn an lebten die Menschen hier vom Weinanbau und leben es heute noch.

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Dernau von oben mit Blick über Dagernova-Weinberge

Nachdem wir das Dorf hinter uns gelassen haben und wir in den Weinbergen waren, erklärte er uns die unterschiedlichen Arten der Pflanzung. Angefangen bei der ursprünglichen Methode der Pfahlerziehung, über die in den 60er Jahren entstandene Dratrahmenerziehung bis hin zur aus Südtirol stammenden Umkehrerziehung. Bisher hatte ich mir über die unterschiedlichen Anbaumethoden überhaupt keine Gedanken gemacht. Jede dieser Anbaumethoden wird im Ahrgebiet angewendet. Und jeder Winzer muss selbst entscheiden, welche für ihn die beste ist. Und natürlich hat jede ihre Vorteile, aber auch ihr Nachteile.

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Ausführliche Erklärungen zum Weinanbau

Auch interessant war, dass wir erfahren haben, welche Bedeutung hinter den dreieckigen oder viereckigen Plastikschilder steckt, die man häufig an oder in Weinbergen sieht. Eigentlich ganz trivial, sie geben den Hubschrauberpiloten Auskunft, wo sie sprühen sollen und wo nicht. Wie Herr Josten ausführte, wird hier aber nur Pilzmittel und keine andere Pestizide versprüht. Auch wussten wir nachher, wofür die kleinen braunen Plastikdinger gut sind, die man häufig an den Reben sieht. Dies sind biologische Abwehrmittel gegen eine lästige Mottenart, die häufig Rebstöcke befällt. Durch darin enthaltene Pheromone werden die männlichen Motten so verwirrt, dass sie die Weibchen nicht mehr finden.

Daneben erfuhren wir auch ein wenig geschichtliches zu Dernau und Ahrtahl. So wusste ich gar nicht, dass das Kloster Mariental bis in die 80er Jahre hinein, eine staatliche Weinanbaudomäne war, wo zukünftige Winzer ausgebildet und Weinanbau erforscht wurde.

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Weinanbau mit der Drahtrahmenerziehung

Heute wird das ehemalige Kloster von 4 großen Ahrwinzern (Dagernova, Mayschosser Winzergenossenschaft, Meyer-Näkel und Brogsitter) betrieben. Diese haben das Gelände mit den Weinanbauflächen unter sich aufgeteilt, aber beim Kloster 2 ha gelassen. So kann man dort heute sowohl den eigenen Marientaler Wein, als auch den Wein der vier Eigentümer trinken. Daneben gab es natürlich Hintergründe zu der hier verlaufenden Eisenbahnlinie. Diese hatte eine strategische Bedeutung in den Weltkriegen, was auch zu einer starken Bombardierung des Ahrgebiets im 2. Weltkrieg führte. Und auch der Regierungsbunker der BRD war natürlich ein Thema. Noch heute kann man ca. 200 m des ehemaligen Bunkers im Originalzustand besichtigen. Was wirklich empfehlenswert ist und ein ungefähres Bild dieses Riesenbaus gibt. Ursprünglich waren es 19 km unterirdische Gänge und waren im Ernstfall für bis zu 3.000 Personen ausgelegt. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann hier nachlesen.

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Wein in der Blüte

Erstmalig konnten wir auch die recht unscheinbaren Weinblüten sehen. Diese blühen nämlich im Mai/Juni. Wie wir lernten ist die Weinrebe eine Zwitterpflanze, deshalb ist sie nicht auf Bienen, Wind oder ähnliches angewiesen, sondern befruchtet sich selbst. Die Weintraube braucht ca. 100 Tage bis zur Reifung, so dass Temperatureinbrüche in der Blütezeit sich schlecht auf die Ernte auswirkt bzw. zu zeitlichen Verzögerungen führt.
Neben den Hintergründen zum Wein erfuhren wir auch etwas zum Anbaugebiet Ahr. Dieses ist das dritt kleinste Anbaugebiet und umfasst nur ca. 0,5 % der gesamten Anbaufläche Deutschlands. Ist aber auf Grund seines großen Anteils an Rotwein (ca. 85 % aller Weinreben sind rote Trauben) das größte zusammenhängende Rotweinanbaugebiet Deutschlands.

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Schilder für Hubschrauberpiloten

Nach einer wirklich spannenden Wanderung mit ausführlichen Erklärungen direkt vor Ort, kamen wir nach ca. 2 h wieder zurück zur Dagernova. Hier konnten wir in einem wundervollen Gewölbekeller platz nehmen. Während Herr Josten uns noch ein wenig zur Dagernova und ihren Weinen erzählte, durften wir insgesamt 3 Weine probieren. Wir begannen mit einem Riesling. Obwohl sowohl ich, als auch meine Herzallerliebste mit Riesling auf Grund der Säure häufig Probleme hatten, war dieser wunderbar säurearm und hatte eine tolle Fruchtnote. Hätten wir so nicht probiert. Auch zeigte er, dass mittlerweile das ursprünglich wahre Klischee (zumindest bis in die 60er Jahre) Weiswein von der Ahr sollte man meiden, heute nicht mehr stimmt. Als zweites gab es einen guten Blanc de Noir, einen Rotwein weiß ausgebaut. Auch dieser war ganz gelungen, wenn er uns auch nicht ganz so überzeugte.

Den Abschluss bildete ein Ahr-Spätburgunder. Hier hat man ganz bewusst Trauben aus dem ganzen Ahrgebiet genommen. Ursprünglich ist der Wein in einem Jubiläumsjahr entstanden. Da die Dagernova durch Zusammenschlüsse heute die größte Genossenschaft an der Ahr ist, verteilen sich die 609 Winzer über das gesamte Ahrgebiet. Da die Böden an der Ahr, je nach Lage und Bodenbeschaffenheit große Unterschied aufweisen, ergeben sich auch bei den einzelnen Weinen recht unterschiedliche Ergebnisse. Und so versuchte der Kellermeister ein Spätburgunder-Cuvee aller Weine aus den unterschiedlichen Bereichen zu erstellen. Dies kam so gut an, dass er jetzt in jedem Jahr neu aufgelegt wird.

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Der Duft eines wunderbaren Spätburgunders

Eine wirkliche tolle Veranstaltung für alle die sich für Wein interessieren. Man lernt wirklich auf eine unglaublich unterhaltsame Art etwas über Wein, die Ahr und die Gegend. Die Wanderung „Vom Schiefer geprägt – vom Winzer gepflegt“ findet jeden Samstag (von Ostern bis Anfang November) statt. Anmeldung ist nicht erforderlich und es fallen Kosten von 8,50 € an. Weitere Informationen bzgl. der Dagernova, den Weinen und den Events findet Ihr unter der Website:

www.dagernova.de

 

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D.E.W. & A BREW – Irish Wiskey meets local Beer

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Tasting Pannel – vier Whiskey und vier Bier

D.E.W. and a brew unter diesem Moto veranstaltet Tullamore Dew seit gut 2 Jahren eine Veranstaltungsreihe, bei der die alte irische Tradition Whiskey mit Bier zu trinken, wiederbelebt werden soll. Dafür sucht sich Tullamore jeweils lokale Brauereien aus, bei denen man mit abgestimmten Bieren verschiedene Sorten Tullamore Whiskey kombinieren bzw. neudeutsch pairen kann. Bei der Veranstaltung in Köln, an der ich teilnehmen durfte, wählte man die Gaffel Brauerei. Die Jungs um Braumeister Reiner Radke hatten nur 4 Wochen Zeit, um sich auf diesem Event vorzubereiten. Und was sie da an Bieren hergezaubert haben, war wirklich phänomenal.

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Ort der Veranstaltung das Wirtshaus Spitz in Köln

Zu Beginn war ich ja skeptisch, ich dachte an mein erstes Whisky und Biertasting – hier findet Ihr den Beitrag. Dieses war spannend, aber das Fazit war, allein schmecken die Getränke besser. Aber hier geht es um irischen Whiskey und passend abgestimmtes Bier. Warum also nicht nochmal probieren.  Auch bin ich kein wirklicher Kölschfan, aber Gaffel hatte ja schon mit dem Sommerhopfen gezeigt, dass sie auch neben dem Kölsch andere Biere machen können. Aber was hier das Gaffen-Team geboten hat, zeigt was alles möglich ist. Innerhalb so kurzer Zeit vier hervorragende Biere und diese passend auf die Whiskeys abgestimmt, das ist wirklich Handwerkskunst.

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Das urgemütliche Wirtshaus Spitz

 

Die Veranstaltung fand an einem Montag Abend im Brauhaus Spitz, welches zu Gaffel gehört, statt. Ca. 30 Personen aus der Blogger- und Spirituosen- und Getränkeszene waren anwesend. Durch den Abend führte gut gelaunt und charmant der Global Brand  Abmbassador von Tullamore Dew John Quinn. Begleitet wurde er vom Braumeister und Biersommelier Reiner Radke von der Gaffel Brauerei. Als Grundlage gab es sehr leckere kölsche Tapas, die bei der Kombi Bier und Whiskey gut angebracht waren. John ein Urgestein der irischen Whiskyinsdustrie, immerhin arbeitet er schon seit 1974 hier, begann mit seinem Vater und Großvater.

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Braumeister Radke beim konzentrieren Zapfen

Für sie war es das normalste der Welt ihren Whiskey mit einem Bier, damals natürlich fast immer Guinness, zu trinken. So ist die Idee zu dieser Veranstaltungsreihe entstanden. Außerdem sind ja Whiskey und Bier enge Verwandte – zumindest durchlaufen sie die ersten Herstellungsschritte gemeinsam.

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Die heutige Tastingauswahl an Whiskey

Begonnen haben wir mit dem Standardblend von Tullamore. Den ich natürlich schon kannte, aber schon sehr lange nicht im Glas hatte. Ein wirklich schöner leichter, man kann fast Sommerwhiskey sagen. Schöne Zitrusnoten, ein wenig grüner Apfel und schön cremig. Nach einem kurzen Probeschluck, zeigte uns John das richtige Vorgehen. Zuerst einen kleinen Schluck Whiskey – kurz die Geschmacksnoten merken, dann einen Schluck Bier drauf – wieder die Veränderungen merken und dann noch mal einen Schluck

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Die vier verkosteten und sehr gelungenen Gaffel-Biere

Whiskey. Es war faszinierend wie sich der Geschmack veränderte. Man kennt das ja schon beim Mischen mit Wasser. Da das Bier auch noch Eigengeschmack mitbringt, vervielfachte sich die Geschmacksveränderung. Auf einmal wurden manche Noten verstärkt, es kamen neue dazu, andere waren weg. Den ersten Whiskey tranken wir mit einem Gaffel Pale Ale. Dieses war wie alle anderen Biere frisch vom Fass gezapft. Das Gaffel Pale Ale  brachte durch seine Hopfung schöne Fruchtaromen mit und die Kombination mit dem Whiskey war super gelungen. Man hatte einen Fruchtcocktail mit grünen Äpfeln und Zitrusnoten im Mund – einfach genial.

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John Quinn beim Vortrag

Reiner Radke teilte uns mit, dass alle Biere obergärig gebraut und kaltgehopft wurden. Neben dem Pale Ale gab es noch ein Brown Ale, ein Sweet Stout und ein Porter. Die für die kurze Herstellungszeit überaus gelungen waren und denen zu wünschen ist, irgendwann auch mal in größere Produktion zu gehen. John lieferte und dann natürlich noch etwas zu den Whiskeys und erklärte uns, dass bei diesen die Drei  eine große Rolle spielt. So werden alle Whiskeys, wie für irische Whiskeys typisch, dreifach destilliert. Bis auf den Single Malt sind alle tripple blended, d.h. neben Maltwhisky, Grainwhisky wird auch Potstill eingesetzt. Außerdem lagern sie in drei unterschiedlichen Fässern. Einerseits in Ex-Bourbon, anderseits aber auch in Ex-Sherry- und ungewöhnlicherweise auch in Ex-irishwhiskey Fässern.

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Mit kölschen Tapas wurde für eine ordentliche Grundlage gesorgt

Die zweite Kombination war der Tullamore 12 Years Special Reserve zusammen mit einem Brown Ale. Das Brown Ale kam mit 5,6 % Alkohol daher. Hatte eher eine milde Bitterung von unter 30 IBU und eine schöne Schokonote. Die in Kombination mit dem Whiskey nochmal hervorgehoben wurde. Trotzdem muss ich sagen, dass dies für mich die schwächste Kombination des Abends war. Allein getrunken waren beide Getränke  gut, aber die Kombination war für mich irgendwie nicht passend. Weiter ging es zu meinem Highlight des Abends. Als Whiskey gab es einen 14 jährigen Singlemalt. Das Besondere an ihm war, er wird zuerst für 13 1/2 Jahre in  Ex-Bourboncasks gelagert. Danach wird der Whiskey in drei Teile aufgeteilt. Ein Teil wird für 6 Monate im Sherryfass, ein anderer Teil für 6 Monate im Port- und der dritte Teil ebenfalls für 6 Monate im Madeirafass gefinisht. Dann im Anschluss werden alle drei Teile wieder gemeinsam miteinander vermählt. Was für eine wunderbar, weiche Fruchtbombe. Ich muss sagen ein wirklich gelungener Whiskey der für seine 14 Jahre als Single Malt ein absoluter Preis-Leistungssieger ist. Dazu gab es ein sehr leckeres Sweet Stout. Hier kamen unterschiedliche Malze zum Einsatz. Neben Wiener Malz, Karamellmalz auch getoastetes Malz. Dies führte einerseits zu einer schönen dunkelbraunen Farbe und herrlichen Kaffee- und Kakaonoten. Außerdem wurde deutscher Hopfen und Barley Wine Hefe eingesetzt. Wenn schon die einzelnen Getränke jedes für sich gut waren, dachte man bei der Kombi – die müsste so zusammen verkauft werden. Wunderbare Schokonoten gepart mit Orangennoten – ich fühlte mich in meine Kindheit mit Jaffakeksen zurückversetzt.

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Der Drinklaborant beim D.E.W. and a Brew

Den Abschluss bildete auch noch mal eine besondere Mischung. Als Whiskey kam der Tullomore Phoenix mit 55 % Fassstärke zum Einsatz. Der Phoenix spielt für die Stadt Tullamore eine bedeutende Rolle. So stürzte 1785 der Sohn des Lords mit einem Heißluftballon ab. Dieser hatte zu seinem 21. Geburtstag eine Fahrt mit einem, damals noch sehr unbekannten Flugobjekt geschenkt bekommen. Beim Start rammte er den Schornstein einer Fabrik und entfachte einen Brand, der fasst die gesamte Stadt in Schutt in Asche legte. So kann sich Tullamore „rühmen“ der Ort mit dem ersten Luftverkehrsunsfall zu sein. Außerdem wurde der Phoenix nach dem Wiederaufbau Teil des Stadtwappens. Und als die Tullamore Destillerie nach über 60 Jahren wieder vor ca. 3 Jahren errichtet wurde, musste natürlich eine Spezialabfüllung mit dem Namen Phoenix auf dem Markt gebracht werden. Dazu gab es ein extrem süsses Porter. Bei vielen Teilnehmern kam die Assoziation mit Malzbier auf. Auch hier kam Barley Wine Hefe zum Einsatz, die zu einem kräftigen Alkoholgehalt von 7,2 % führte. Auch diese beiden Getränke passten gut zusammen, waren aber mir in der Kombination zu süss. Da sie sich beide gegenseitig unterstützten. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass diese Kombination bei vielen sehr gut ankommen könnte.
Nach dem Tasting bietete sich noch die Gelegenheit mit den beiden Referenten, aber auch mit den anderen Zuhörern sich auszutauschen. Ein wirklich gelungener Abend mit tollen Whiskeys, genialen Bieren und gelungenen Pairings. Jetzt wünscht man sich nur noch, dass man diese Biere zukünftig auch mal kaufen kann, um so zu Hause oder in der Kneipe seines Vertrauens ein D.E.W. AND A BREW zu genießen. Auf diesem Weg möchte ich mich sowohl bei Tullamore D.E.W. Und der Gaffel Brauerei für eine sehr gute und aufschlussreiche Veranstaltung bedanken.
Weitere Information zu Tullamore D.E.W. Findet Ihr hier

Weiter Informationen zur Gaffel Brauerei findet Ihr hier.

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The Moll Cocktail – die süffige Gangsterbraut 

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The Moll Cocktail – nach dem Savoy Cocktail Book

Wie Ihr bestimmt schon wisst, bin ich ein großer Fan der alten, teilweise vergessenen Cocktailrezepte. Und genau um so eins so es heute gehen – The Moll Cocktail. Schon der Begriff Moll – wird heute fast niemanden mehr etwas sagen. Speziell in den 20er Jahren war eine Moll – heute würde man sagen Gangsterbraut. Dieser Begriff wurde häufig in den Hard-Boiled Gangster und Dedektivegeschichten der 20er und 30er Jahre verwendet, die teilweise Grundlage für die Filme der schwaren Serie Hollywoods bildeten. Aber was hat das Ganze mit Cocktails zu tun.

Das Rezept entstammt dem Bar-Buch Klassiker The Savoy Cocktail Book aus den 30er Jahren. Wie sein großer Bruder der Negroni besteht er aus 3 Spirituosen mit gleichen Anteilen. Wobei hier anstatt des Campari, Sloe Gin verwendet wird. Außerdem wird das gewisse Etwas durch den Spritzer Orangebitter erzeugt. Das Originalrezept fordert trockenen französichen Wermut. Ich habe auf meinen Lieblingswermut dem Carpano Antico Classico zurückgegriffen. Außerdem gibt das Originalrezpet noch den Hinweis, dass man Zuckersirup bei Bedarf ergänzen kann. Ich für meinen Teil, habe darauf verzichtet, da sowohl der Sloe Gin, als auch der Wermut schon eine gewisse Süsse mitbringen.

Hier das Rezept

  • 30 ml Gin – im Original Plymouth Gin bei mir war es der Bombay Saphire
  • 30 ml Sloe Gin – ich verwandte den Haymans Sloe Gin
  • 30 ml French dry vermouth – bei mir der Carpano Antica Formula
  • 1 Dash Orangebitter – hier darauf achten, auch wirklich Orangebitter zu verwenden

Die Zutaten in ein mit gut Eis gefüllten Shaker geber und 30 Sekunden shaken, bis der Shaker schön beschlagen ist. Dann das Ganze in eine Cocktailschale abseihen. Deko braucht es bei mir eigentlich nicht. Aber hier würde ein wenig Orangenszeste bzw. Eine Orangespirale passen.

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Die Zutaten für den The Moll Cocktail

Ein wirklich gut drinkbarer Cocktail für alle, denen der Negroni zu bitter aber trotzdem eine herbe, bittere Note mögen. Speziell die Pflaumen und Orangennoten in dem Drink finde ich sehr lecker. Viel Spaß beim ausprobieren.

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Die Schule der Trunkenheit von der Viktoria Bar Berlin

Passend zum angekündigten verregneten Pfingstwochenende möchte ich Euch eine Buchempfehlung geben. Wie immer geht es natürlich im weitesten Sinne um Getränke, in diesem Fall um ein Barbuch. Jetzt denkt aber nicht gleich an einen dicken  Hochglanz-wälzer mit allerlei Cocktailfotografien und kurzen Rezepten. Nein es geht um das sehr interessante Buch „Die Schule der Trunkenheit“ der Viktoria Bar in Berlin. Was für ein gelungener Name. Ich finde der Name ist schon sehr passend gewählt. Wie schreibt Peter Richter so schön im Nachwort des Buches „Betrunken sein kann jeder. Aber Trunken? Sind nur Kenner.“ In der Berliner Viktoria Bar gibt es schon seit 2003 Spirituosenseminare. Diesen gehen weit über wie mache ich einen Martini oder einen anderen Klassiker heraus.

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Buchcover „Die Schule der Trunkenheit – Eine kurze Geschichte des gepflegten Genießens“

Es wird sich einer bestimmten Spirituose gewidmet. Zuerst schwerpunktmäßig die geschichtliche Entwicklung, die wichtigsten Eckdaten um dann konkret auf bestimmte Cocktailklassiker und ihre Entstehung, aber auch Anekdoten und Geschichten drum herum. Diese „Schulstunden“ für Barflys und Spirtuosenconnoisseure laufen meist so ab, das die Teilnehmer fünf Cocktails mit ein und derselben Basisspirituose – Brandy, Wodka, Whisky, Gin, Tequila, Rum oder Champagner – serviert bekommen. Bei Genuss dieser Cocktails erfährt man, wie sich diese Spirituose entwickelt hat und wie sie heute geschätzt wird. Neben der Herstellung, wird auch auf besondere berühmte Liebhaber dieser Spirituose und die berühmtesten Cocktails eingegagen. In 2013 hat sich dann das Team der Victoria Bar entschlossen den Unterrichtsstoff zwischen zwei Buchdeckel zu bannen.

Das Buch zeigt wie stark die Entwicklung der Menschheit mit der Geschichte des Alkohols verbunden ist. Getrunken wurde schon immer. Aber es ist doch sehr interessant wie sich Zivilisationen und Alkohol miteinander aber auch gegensätzlich entwickelten. Angefangen bei den Sumerern mit ihrem Bier, über die Bedeutung von Alkohol in verschiedenen Kriegen bis hin zur Prohibition in den USA. Dieses Buch liefert so viel Hintergrundwissen, aber auch Insider und gute Geschichten, dass man damit mehrere Abende in seiner Lieblingsbar die Leute unterhalten kann.

Mit sieben verschiedene Getränke, angefangen vom Brandy, Whisk(e)y, Tequilla, Rum, Gin und Vodka  bis hin zu Champagner, werden die wichtigsten Cocktailgrundbestandteile durchgesprochen. Dabei fand ich besonders die Getränke interessant, die mir bisher nicht ganz so nahe stehen. So fand ich z.B. die Verbindung  der mexikanischen Revoluzionen mit der Tequillaproduktion ganz spannend. Oder die Geschichte, dass die russische Revolution ein Champagnerhaus in den Ruin stürzte, sehr interessant. Oder dass Willi Brandt ein großer Weinbrandtrinker war und mit seiner Trinkfestigkeit so gar den russischen Botschafter beeindruckte. Wirklich eine Vielzahl von interessanten Geschichten aber auch geschichtlichen Verbindungen. Als kleinen Zusatznutzen werden am Ende des Buches alle Cocktail-Rezepte die im Buch aufgeführt sind, auch noch abgedruckt. Hier findet Ihr entsprechend die Zutaten und eine kleine Mix-Anleitung. So dass man auf ein paar Seiten die 50 Cocktailklassiker auch noch findet.

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Innenseite mit schönen Illustrationen von Angela Dwyer

Insgesamt kann ich das Buch jedem Bar- Cocktail- und Spirituoseninteressierten ans Herz legen. Eigentlich eine Art Grundlagenbuch für jeden Fan des gepflegten Trinkens. Das Buch ist wunderbar leicht zu lesen, man lernt quasi gut amüsiert. Wer ein Nachschlagewerk für die einzelnen Spirituosen oder ein historisch ganz korrektes Werk erwartet sollte dagegen die Finger von lassen. Daumen hoch für dieses Buch. Auch wenn es schon von 2013 ist, sollte man es im gut sortierten Buchhandel oder im Internet bekommen.

Viktoria Bar
Schule der Trunkenheit –
Ein kurze Geschichte des gepflegten Genießens
254 Seiten
Veröffentlichung: 2013
Metrolit Verlag
ISBN: 978-3-8943-0323-5
Preis: 19,95 €

 

 

 

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Besuch beim Craftbeer Festival Düsseldorf

Diesmal geht es um eine wirklich wunderbare Craftbeermesse. Das Craftbeer Festival Düsseldorf fand im letzten September zum ersten mal statt, und war ein großer Erfolg. Am Wochenende vor dem 1. Mai ging es in die 2. Runde. Wieder auf dem Gelände von BrauArt Britische Biere in der Nähe des Düsseldorfer Volksgarten. Da ich beim ersten Mal nicht konnte, war es für mich diesmal die Premiere. Um eine solche Messe zu stemmen, haben sich zwei Düsseldorfer (Craftbeer)Lokalgrößen zusammen getan. Da wäre der Off-, Online- und Großhandelsshop BrauArt Britische Biere. Die Jungs von BrauArt habe ich schon auf ein oder zwei anderen Veranstaltungen kennengelernt und weiß sie als größter Anbieter für britische Biere in Deutschland sehr zu schätzen. Außerdem sind sie die einzigen, die das wirklich abgefahrene „Wells Sticky Toffee Pudding Ale“ nach Deutschland importieren. Wenn ihr mal ein Nachspeisenbier sucht – das ist es.  Daneben braucht man für so eine Veranstaltung natürlich auch Frauenpower. So haben sie diese Veranstaltung zusammen mit den Mädels vom Onlineshop Crafters.Beer ins Leben gerufen. Es ist toll mitzuerleben mit was für einen Enthusiasmus Sina und Triena beim Thema Bier aktiv sind. Und es ist doch immer sehr erfrischend in dieser Männerdomäne auch Frauen zu treffen, die für das Thema Craftbeer brennen.

Samstagnachmittag sind daher neben mir, meine Herzallerliebste und der Bonner Kneipen- und Craftbeerblogger WelovePubs bei strahlenden Wetter nach Düsseldorf gefahren. Da direkt am Volksgarten gelegen, war auch die Anfahrt mit Öffis sehr einfach zu bewerkstelligen. Das Gelände, das sich die Brauart mit dem Fisch- und Delikattes-Laden Emmafisch teilt, ist wie geschaffen für einen solchen Event. So haben ca. 2/3 der Aussteller draußen einen Platz gefunden. Da das Wetter für ein Open Air wie geschaffen war, hielt sich auch ein Großteil der Gäste draußen auf. Daneben wurde auch noch ein Teil der Halle mit Ausstellern besetzt. Dabei fühlt man sich aber nicht wie in einer normalen Lagerhalle.

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Der tolle Eingangsbereich von BrauArt

Nein schon der Eingangsbereich mit dem Shop, bietet mit dem leuchtendem Grün und einem überdimensionalen Lüster einen tollen Blickfang. Dazu sorgen noch viele Flachen, Plakate und ungewöhnliche Lampen und Dekorationen für eine gemütliche Atmosphäre. Im hinteren Bereich hat man auch ordentlich mit Farbe und großen Plakaten und  Karten gearbeitet. Toll wie sie eine Halle zu einer gemütlichen Location umgewandelt haben. Die Messe war wirklich gut besucht. Was auffiel – Craftbeer ist eindeutig für jüngeres Publikum. Und auch viele Frauen können sich für die spannende und abwechslungsreiche Welt des Craftbeeres begeistern.

Insgesamt empfand ich es sehr erfrischend, dass immer mehr Frauen auch hinter den Ständen und als Brauerinnen anzutreffen sind. So wartete das kleine Freiburg schon mit vier Craftbeerbrauereien auf, von denen zwei komplett weiblich geführt werden. So viel gleich der Stand von „Emma – Bier ohne Bart“ auf. Allein den Namen finde ich richtig gut gelungen. Die One-Woman Brauerei war mit zwei, wie ich sagen muss sehr gelungenen Bieren vertreten.

So hatte sie ein Kuckucks Rot ein Black Forest Amber Ale aus der Flasche und ein Zapotopaz ein fruchtig bitteres Strong Ale eingebraut mit australischen Topaz Hopfen vom Fass dabei. Ein weiterer Sud ist im Moment noch in Arbeit. Ich mochte beide sehr gern, aber das Zapo war eines meiner Highlights auf dem Festival. Die 8,2 % Alkohol hat man fast nicht geschmeckt, was natürlich extrem gefährlich sein kann.

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Brauer von Trouble Bering aus Kildare, Irland

Besonders gelungen fand ich bei dieser Veranstaltung, das der Brauer in den Mittelpunkt gerückt wurde. So das man fast an jedem Stand mit dem Brauer persönlich über sein Bier sprechen konnte. Und nicht wie bei vielen anderen Messen, auf denen häufig nur noch Händlern oder Agenturen vertreten sind. Durch ihre gute Beziehungen konnten die Veranstalter auch viele britische und irische Brauereien inklusive ihrer Braumeister nach Deutschland holen.  Ca. 20 Brauereien waren vor Ort zu sehen und über 80 Biere konnte man verkosten. Nicht mitgezählt habe ich die Möglichkeit diverse andere Biere direkt aus dem Brauart zu kaufen.

Aber auch für das weibliche Wohl wurde gesorgt. Neben leckeren Burgern, gab es auch noch originale Cornish Pasties in unterschiedlichen Variationen. Außerdem konnte man neben an bei EmmaFisch einen sehr gelungene Chorizzo-Burger essen.

Ich finde an einem solchen Tag ist es immer schwierig eine Bewertung abzugeben. Denn nur eins der verkosteten Biere in einer durchschnittlichen deutschen Kneipe und man wäre glücklich. Aber so hat man hier die Qual der Wahl. Und dabei gibt es dann auch das ein oder andere Bier, dass dann nicht ganz so lecker ist.

Cooles Dosendesign aus England

Cooles Dosen-Design aus England  

Da die Aufzählung aller Brauereien und probierten Biere den Rahmen sprengen würde, möchte ich hier nur meine absolute Highlights aufzählen. Da war z.B. das Full Fathom 5 von North Brewing aus Leeds. Ein wirklich gelungenes Coconut-Coffee-Stout, bei dem sowohl die Kokosnuss als auch der Kaffee mittels Infusion ins Bier kommt. Hat schon ein wenig was von Bierbounty. Nocheinmal zurück zum Thema Brauen und Frauen. Die Malt & Hops eine weitere Frauen-Craftbeerbrauerei. Wie auch Emma sind die beiden Brauerinnen Seiteneinsteiger und mit absoluten Entusiasmus dabei. Sie hatten ein sehr erfrischendes Fresh Daisy Pale Ale am Zapfhahn.

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Biere der Boyne Bering aus Drogheda, Irland

Besonders habe ich mich über die Teilnahme der Boyne Brewery gefreut. Diese hatte ich im letzten Jahr auf meiner Wales/Irland/ Schottland-Tour besichtigt. Hier könnt Ihr noch mal den Beitrag dazu lesen. Damals haben wir vor allem die noch im Bau befindliche Boann Destillerie besichtigt. Im Anschluss durften wir auch die im hinteren Bereich liegende Boyne Brewery mit der Flaschenabfüllung anschauen. Leider kamen wir damals nicht dazu, auch eines der Biere zu probieren. Dies konnte ich jetzt in Düsseldorf endlich nachholen.

Ebenfalls aus Irland genauer gesagt aus Kildare war Trouble Brewing mit einem Graffiti Pale Ale vertreten. Obwohl nur 3,6 % war es extrem vollmundig und der Hopfen super eingebunden.

Ebenfalls begeistert hat mich die Kraftbierwerkstatt aus Böblingen. Die schon eine recht große Auswahl an spannenden Bieren dabei hatten. Diese waren auch einige der wenigen Brauereien, deren Flaschen mir schon im Einzelhandel über den Weg gelaufen sind. Dies hing damit zusammen, das ihr örtlicher Großhändler bundesweit private Edekaläden beliefert. So hatte ich das markante „K“ schon bei Edeka Mohr in Bonn gesehen. Sie hatten neben ihren Flaschenbieren auch zwei Sondersude dabei. Das Chillibier war leider schon aus gewesen. Aber das Rauchbier war wirklich gelungen, da es sich von den klassischen Bamberger Bieren unterschied, und eben nicht nur nach Schinken geschmeckt hat. Eine ganz dezente Rauchnote die das Bier und den Hopfen nicht überlagerte.

Zum Abschluss noch ein wirkliches „Nachtischbier“ – von der Bierfabrik aus Berlin. Diese sind mir auf Grund ihres „SchabrakentaBiers“ schon in Köln auf dem „Festival der Bierkulturen“ aufgefallen. Das nette daran, dass sie sogar ein Teil des Geldes aus dem Verkauf dieses Bieres, zum Erhalt des vom Aussterben bedrohten Tarpires spenden. Das Bier was mich von ihnen aber wirklich umgehauen hat, war ihr Marple Walnut Stout. Hier kam u.a. auch Ahornsirup zum Einsatz. Absolut karamellig und lecker, aber nur in kleinen Mengen zu genießen.

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Sina von den Crafters – einem der Veranstalter

Es war ein wirklich gelungene Veranstaltung. Die Location, das Wetter und die Gäste – alles passte. Nochmal Danke an Sina und die Teams von Crafters und BrauArt für die wirklich gelungene Brauerei bzw. Bier-Auswahl und die perfekte Organisation. Da muss man nächstes Jahr auf jeden Fall dabei sein. Wer weitere Informationen über das Festival erhalten will und den Termin für das nächste Festival erfahren will, kann sich hier über das Craftbeerfestival informieren.

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Gut gelaunte Gäste bei Abendstimmung


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Ale Mania aus Bonn


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Laboratorium aus Cottbus 


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Die Biere von Malt & Hops aus Freiburg

 

 

 

 

 

 

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Bierstillleben

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Die wiederentstandene Destille – Besuch bei Annandale

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Am Eingang zu Annandale

Nach langer Zeit bin ich endlich wieder dazu gekommen, einen neuen Artikel zu veröffentlichen. Wie einige von Euch auf meinen Sozialen Medien gelesen haben, war ich Ende März/Anfang April mal wieder in Schottland. Schwerpunkt war diesmal mit Freunden zusammen nochmals die Insel Islay  zu besuchen. Wer will, kann hier nochmal die Berichte von meinem letzten Aufenthalt im November 2015 lesen. Diesmal waren wir mit eigenem Auto unterwegs. Da wir mit der Fähre über Newcastle angereist sind, bot es sich an, bei der „neuen“ Destille Annandale einen Stopp zu machen. Und was wir da gesehen haben, war so unglaublich pittoresk und gut restauriert, dass wir uns trotz knapper Zeit spontan zu einer Führung hinreißen ließen. Die Anandale Destillerie liegt in den Lowlands und kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Hatte ich nicht oben von der neuen Destille gesprochen. Richtig, denn das besondere an Anandale ist, dass es sie ursprünglich seit 1924 nicht mehr gibt. Und erst in 2014 gab es eine Wiedergeburt.

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Das Visitorcentre

Die Geschichte soll sich wie folgt zu getragen haben. Gegründet wurde sie 1830 von George Donald.  Sie hatte unterschiedliche Besitzer und ab 1893 gehörte sie zum Getränkeriesen Johnny Walker. Obwohl eine Lowland-Brennerei produzierte sie schon damals getorften Whisky. Dies hing damit zusammen, dass die Gegend um Annan reich an Torfvorkommen ist. Und warum nicht auf die Rohstoffe vor der Haustür zurückgreifen. So bildete der Whisky von Annandale in der damaligen Zeit einen Teil des Johnny Walker Whisky.

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Der Plan der ursprünglichen Destile um 1900

Im großen Destilleriesterben in den 20er Jahren musste auch Annandale seine Tore schließen. Einzig die vorab schon existierende Farm blieb weiter bestehen und nutzte teilweise die Gebäude. Das Schicksal vieler dieser „verlorenen“ Destillen wird  in dem sehr empfehlenswerten Buch „Scotch Missed: Lost Distilleries of Scotland“ beschrieben. Dies hat auch Professor David Thomson gelesen und sich Mitte 2007 zu den Ruinen von Anandale begeben. Er hatte sich gleich in den Ort und die historischen Bauten verliebt. Speziell der Kiln war für seine lange Nichtnutzung noch recht gut erhalten. Und so entstand die Idee diese Destille an seiner ursprünglichen Stelle wieder zu beleben. Er kaufte das Gelände und nach einigen Jahren der Planung wurde ab 2011 mit dem Wiederaufbau  begonnen. Am 15.11.2014 war es dann soweit. Der erste New Spirit floss nach über 80 Jahren aus den Stills der Anandale Destillerie.

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Die Destille im heutigen Zustand

Und was für ein Schmuckstück sie hier (wieder)geschaffen haben. Schon bei Ankunft im Visitorcenter ist man beeindruckt von dem Gemäuer. Besonders fallen die ausgefallenen Holzmöbel ins Auge. Diese sind alle irgendwie ungerade eckig, als hätte jemand eine Viereck-Phobie. In diesen gemütlichen Räumlichkeiten kann man auch sehr gut essen und auch schon erste Whiskydevotionalien kann man käuflich erwerben.

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Die Destille vor dem Wiederaufbau

Auch der Auslöser für den Wiederaufbau, das Buch der verlorenen schottischen Destillen ist mittlerweile in seiner 4. Auflage, mit der wiedereröffneten Annandale Destille hier zu bekommen. Nach einer kleinen Stärkung bekamen wir drei eine Privatführung. Wir starteten im Innenhof. Hier lies Prof. Thomson mit Unterstützung der Uni Glasgow archäologische Ausgrabungen vornehmen. Nun kann man dort die alten Standplätze der Stills und die darunterliegenden Gänge zur Befeuerung erkennen.

Die archeologischen Ausgrabungen

Archäologische Ausgrabungen

rBei herrlichen Sonnenwetter erklärte unser Führer James einiges zur Geschichte der Destille. Auch zeigte er uns Bilder der Brennerei vor der Renovierung. Danach war unsere Bewunderung noch größer. Der Haupteingang befindet sich direkt unterhalb des Kilns. Dieser ist zwar restauriert, wird aber leider nicht mehr genutzt wird. Hier ist jetzt der Empfangsraum und ein großes Treppenhaus zur Destille. Hier hat man in Zusammenarbeit mit einem lokalen Kunsthandwerker einem ausgefallenen Handlauf installiert. In der eigentlichen Destille übernahm dann Caroline das Zepter und führte uns durch die einzelnen Etappen der Whiskyherstellung.

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Die Washbacks

Auch bei der Ausstattung griff man teilweise auf alte Schmuckstücke zurück. So fand hier die alte Mühle der geschlossenen Caperdonich Destille, eine Porteus Mill aus den 60er Jahren, eine neue Heimat. Neben einer Mash tun gibt es sechs Wash backs natürlich aus Holz. An jedem Tag der Woche wird ein anderer Wash back genutzt. Nur am Sonntag wird nicht produziert.

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Stills mit einem Spiritsafe

Insgesamt arbeiten hier 5 Mitarbeiter. Im hinteren Bereich sieht man einen Wash Stil und zwei Spirit Stills. Da man hier sowohl getorfte, als auch ungetorften Alkohol produziert, hat man getrennte „low wines“ und „spirit receiver“. So kann es nicht zu Vermischungen kommen. Insgesamt stellen Sie pro Jahr ca. 100.000 l Alkohol her. Dabei jeweils 50.000 l getorften und 50.000 l ungetorften.

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Wir werden im Fasslager erwartet

Am Ende der Tour durften wir auch einen Blick in ein Warehouse werfen. Dort bekamen wir einen ersten Eindruck von den zukünftigen Whisky. Es gab je eine Probe eines ungetorften und eines getorften New Spirit. Diese tragen die schönen Namen Man o´Word (ungetorft) und Man o´Sword (getorft). Beide haben einen Bezug zu historischen Personen. So steht der mit einer Feder versehene Man o´Word für den schottischen Nationaldichter Robert Burns. Dieser war u.a. auch Annan als Whisky-Steuereintreiber tätig und wird wohl die Destille mehrere Male besucht haben. Der getorfte Whisky mit einem Schwert im Logo hat einen Bezug zu Robert the Bruce. Die beiden New Spirits waren schon recht vielversprechend. Besonders der getorfte Man o´Sword kann schon mit einigen jungen, wilden von Islay mithalten. Leider beziehen sie den Torf nicht mehr aus der Gegend, sondern bekommen ihn von weiter nördlich. Die beiden New Spirits konnte man als Sample auch käuflich erwerben. Diese sind in ihrer Aufmachung und im Design recht ungewöhnlich und fallen in jedem Regal sicherlich auf. Auch die Möglichkeit zum Fasskauf besteht bei Annandale noch. Leider ergab sich aber keine Möglichkeit, einen der gelagerten Spirits zu probieren. Aber eventuell kann man in diesem Jahr im November den ersten echten Whisky von Anandale kosten.

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Die New Spirits im auffälligem Flaschendesign

Ich bin sehr gespannt, wie sich diese kleine unabhängige Destille entwickeln wird. Ich kann nur jeden empfehlen, der in der Gegend oder auf dem Weg nach Glasgow (von Newcastle) ist, einen Abstecher zu Annandale zu machen. Die Anlage ist wirklich toll restauriert und liegt wirklich idyllisch. Mir geht bei solchen kleinen und engagierten Destillen immer das Herz auf. Ich drücke den Leuten von Annandale wirklich die Daumen und freue mich schon auf spannende Whiskys.

Wer mehr über Annandale, Öffnungszeiten und die Anfahrt erfahren möchte, kann hier nach schauen. www.annandaledistillery.com

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Der zweite Spiritsafe

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Ein außergewöhnliches Tor

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Eines der alten Lagerhäuser

Ein Kommentar

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Besuch in der deutschen Craftbeerhauptstadt

Mitte Januar war ich für ein verlängertes Wochenende in Berlin. Und da ich schon eine ganze Weile nicht mehr hier war, nutzte ich die Gelegenheit die neuen Craftbeer-Hotspots, zu besuchen. Zuerst war ich in der Markthalle 9 in Kreuzberg. Nicht unbedingt nur ein Zentrum für Craftbeer, sondern ganz allgemein eine wundervolle alte Markthalle. Diese wurde vor ca. 6 Jahren wieder wachgeküsst und ihrer alten Bestimmung zugeführt.  Hier kann man sowohl klassisch seine Einkäufe erledigen, aber auch viele Delikatessen und Kleinigkeiten gleich vor Ort essen. Dabei reicht das Angebot von Austern, über Burger, selbstgemachte Pasta, bis hin zu veganen Kuchen.

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Große Auswahl an Ständen in der Markthalle 9

Und was hat das alles mit Craftbeer zu tun. Direkt in den Kellerräumen der Markthalle 9 gibt es die kleine aber feine Brauerei Heidenpeters. Diese existiert seit 2012, als die Betreiber der Markthalle den damaligen Hobbybrauer Johannes Heidenpeter überzeugen konnten, in den ehemaligen Räumen einer Metzgerei seine Brauerei zu eröffnen. Aber nicht nur die Brauerei ist hier vor Ort, es gibt auch im Eckbereich einen kleinen Ausschank, wo man insgesamt 4 verschiedene Biere von Heidenpeters probieren kann. Ich habe das Heidenpeters American IPA probiert. Und so konnte ich mit einem leckeren Bier in der Hand, durch die Markthalle schlendern und die Auslagen begutachten.  Ein wirklich sehr süffiges IPA, bei dem der Hopfen nicht direkt anklopft, aber eine wunderbare Grapefruit-Nase mitbringt. Ein wirklich leckeres Bier, dass ich in einer tollen Atmosphäre genießen konnte.

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Ein frisch gezapftes Heidenpeters American IPA

Wer mehr über die Markthalle 9 erfahren möchte, dem empfehle ich den sehr interessanten Blog von Askan den Food & Farmers Markets Blog.

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Die „Trinkhalle“ der Stone Brauerei Berlin

Nachdem ich ausgiebig durch die Markthalle 9 geschlendert bin, wollte ich noch zum derzeit, interessantesten Platz für Craftbeer in Berlin – die neue Stone Brewing Brauerei. Ich hatte schon einiges gehört und wollte unbedingt selbst mal vorbeischauen. Die erste Herausforderung für mich war dorthin mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu gelangen. Auf ihrer Website empfehlen sie bis zur S-Bahnhaltestelle Attila-Straße zu fahren und von dort in 15 – 20 Minuten zu Fuß hinzuwandern. Was im Sommer bestimmt ein Vergnügen ist, stellte es sich im Januar als recht mühsam dar. Auf dem Weg durch etliche Kleingartenkolonien ist zwar frei von Verkehr, aber leider weder befestigt noch geräumt, so dass es bei vereisten Boden recht anstrengend war. Außerdem gibt es auf der gesamten Strecke so gut wie keine Beleuchtung, was Abends nicht für den Weg spricht. Ich habe daher auf dem Rückweg den Bus genommen. Dieser fährt fußläufig ca. 5 min von der Brauerei entfernt ab. Nachdem ich den Weg geschafft hatte, war ich von der Größe der Analage schon recht beeindruckt. Die Brauerei befindet sich nämlich in der denkmalgeschützten Halle des ehemaligen Gaswerks Berlin Mariendorf.  Das gesamte Gebäude stammt aus dem Jahre 1902 und wie ich im Nachhinein erfahren habe, dauerte es fast 4 Jahre, bis alle Denkmalschutz-Auflagen erfüllt worden sind.

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Gemütliche Sitzecken

Die Außenanlagen waren der Witterung entsprechend natürlich nicht in Benutzung. Ich kann mir aber vorstellen, dass es absolut genial sein muss, hier in einer lauen Sommernacht zu sitzen. Wenn man in die Halle reinkommt, gibt es erstmal eine Art Vorhalle, in der ein Empfangstresen steht. Dort ist auch der obligatorische Fanshop mit Getränken, Klamotten und anderen Devotionalien von  Stone Brewing. Und dann kommt man in die große Halle – wow was für Dimensionen. Hier hat man nicht gekleckert, sondern geklotzt. Gut 25 Mio. Euro wurden hier insgesamt investiert. Auf der linken Seite befindet sich die Brauerei, die durch eine große Glaswand abgetrennt ist. Der ganze restliche Teil ist eine großzügige Fläche zum Sitzen, Essen, Biertrinken und verweilen. Überall sind große Holzbalken und andere natürliche Materialien um die Bereiche voneinander abzutrennen. Gleich rechts in der großen Halle befindet sich die große Theke, die mit auf jeder Seite ca. 30 Zapfhähnen! aufwartet. Dahinter ist eine große Freitreppe, die man mit vielen gemütlichen Sitzmöglichkeiten ausgestattet hat. Auf der oberen Etage hat man einen schönen Überblick über die ganze Halle und findet weitere gemütliche Sitzgelegenheiten. Einziger Wermutstropfen ist, dass man sich hier oben selbstbedienen muss. Was bei der Größe der Anlage aber mehr als verständlich ist.

Hinter der Bar gibt es noch einen Durchgang zu einem weiteren Raum dem Bibliotheks- oder Kaminzimmer. Dieser separate Raum hat noch eine weitere kleine Bar und wird häufig für die Einführungen zu den Brauereiführungen genutzt. Wie ich auch später erfahren habe, war es auch der erste fertiggestellte Raum in der neuen Brauerei. Er wurde im März letzten Jahres zuerst restauriert. Und ab April 2016 begann man mit dem eigentlichen Brauen. Und ab Sommer war dann auch das Restaurant und der Schankraum für Publikum geöffnet. Da ich natürlich auch die Brauerei von innen und nicht nur durch die Scheibe besichtigen wollte, buchte ich noch eine Führung. Diese werden mehrmals täglich sowohl auf Deutsch als auch in Englisch angeboten. Da die nächste deutsche Tour schon ausgebucht war, buchte ich die englische. Sie kostet sehr faire 3 € und lohnt sich auf alle Fälle. Man wird 45 – 60 Minuten herumgeführt, darf danach noch 3 verschiedene Biere verköstigen und bekommt noch ein Nosingglas als Geschenk.

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Reid erklärt den Brauprozess

Uns führte Reid durch die Brauerei. Der Amerikaner ist erst seit Sommer 2016 hier, führte aber durch die Brauerei wie ein alter Hase und war mit großen Enthusiasmus dabei. Die Berliner Brauerei ist mittlerweile die dritte Brauerei von Stone Brewing. Das Hauptwerk in San Diego wurde vor ca. 10 Jahren eröffnet. Ende 2016 wurde noch eine Brauerei in Richmond eröffnet. Auch wenn man es bei den Ausmaßen kaum glauben mag, ist die Berliner die kleinste Brauerei der Dreien. Da man schon vorher Bier nach Deutschland und Europa exportiert hatte, kam man vor ca. 4 Jahren auf die Idee, warum nicht gleich eine Brauerei vor Ort bauen. Die Wahl auf Berlin fiel vor allem des Standorts wegen. Riesiger Einzugsbereich, gute Verkehrsanbindung und die zentrale Lage in Europa. Und dann hat bestimmt auch noch die Craftbeerszene in Berlin  eine Rolle gespielt.

Die meisten Biersorten in Berlin sind identisch zu denen in San Diego, wobei der Hauptunterschied durch das Wasser ausgemacht wird. Das Berliner Wasser ist weicher und wie Reid uns verraten hat, sogar noch besser zum Brauen geeignet. Die Gerste kommt größtenteils aus Deutschland, beim Hopfen greift man fast ausschließlich auf US-Hopfen zurück. Aber auch erste Testsude mit deutschen Hopfen wurden schon versucht. Um diese Testsude im kleinen Stil und auch eigenes Bier nur für den Verkauf vor Ort produzieren muss, baute man neben der eigentlichen Brauerei, noch eine Experimentier-Brauanlage mit auch schon beeindruckenden 600 l Menge pro Braugang.

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Hier wird Berliner Weiße hergestellt

Dagegen schafft die große Anlage schon 10.000 l pro Brauvorgang und das bei 3 Durchläufen pro Tag und das an 5 Tagen die Woche. Da kommt schon einiges an Bier zusammen. Alles wirkte auf mich schon ein wenig  industriell und ist komplett computergesteuert. Wir wurden durch die einzelnen Stationen der Bierherstellung geführt. Interessant fand ich die angeschlossene Turbine am Läutertank, womit man die Energie zum Erhitzen wiederverwendete. Da sie fast nie Flaschengärung durchführen nutzen sie zwei Fermentationstanks. Der zweite Tank kann auch bei dem sogenannten Dryhopping genutzt werden. Auffällig war auch ein kleiner Steinbottich. Dieser wird für die Gärung von Sauerbieren,  im speziellen zur Herstellung von Berliner Weiße genutzt. Wie wir erfahren haben, scheinen die Bakterien in Steingefäßen besser als in Stahltanks zu funktionieren. Insgesamt ist es schon eine wirkliche beeindruckende Anlage, die aber nur noch wenig mit der romantischen Vorstellung der „Hobbycraftbeer“-Herstellung  zu tun haben.

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Der Start der Bierverköstigung mit einem IPA

Dann ging es noch zu einer kurzen Verkostung. Dort wollte uns Reid neben den bekanntesten Bieren von Stone auch deren Vielfalt näher bringen. Gestartet haben wir mit dem Megaseller von Stone dem Stone IPA. Dies hat für Stone „nur 6,8 % Alkohol“ und eine IBU-Zahl von 77. Das war mal eine ordentliche Hopfenbombe. Hier kamen Magnum, Centennial und Chiinook  Hopfen zum Einsatz. Als nächstes kam dann ein komplett anders schmeckendes Bier ins Glas. Dachten wir zu mindestens, aber es war das gleiche Bier, nur dass hier eine andere Hefe zum Einsatz kam. So hatte das sogenannte Calibelgique IPA die klassische belgische Bier-Note, die man eher von einem Double oder Tripple kennt. Da waren Aromen von Banane und Lemongras zu schmecken. Aber die klassischen IPA-Fruchtaromen, vom Stone IPA waren fast nicht mehr wahrnehmbar. Am Schluss kam dann noch ein ursprünglich missglückter Bierversuch ins Glas – das Arrogant Bastard Ale. Beim ersten Brauvorgang 1997 sollte es ursprünglich ein Red Ale werden. Das Ergebnis war aber etwas ganz anderes geworden. Es war viel bitterer, wies aber eine komplexe Karamell-Note auf. Das „missglückte“ Bier kam so gut an, dass es in die Standardrange aufgenommen wurde und mittlerweile das meistverkaufte Fassbier von Stone darstellt.

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Craftbeer-Himmel – 60 Biere vom Fass

Dann wurde es langsam Zeit, wieder nach Berlin rein zu fahren. Ein toller Tag neigte sich dem Ende zu. Ich kann nur jeden empfehlen, der in der Hauptstadt ist oder plant hinzufahren sowohl die Markthalle 9 als auch Stone zu besichtigen. Beides sind Highlights für jeden Biertrinker, aber auch Fans von Industriekultur und leckeren Essen kommen hier auf ihre Kosten. Nähere Informationen zu Stone Brewing wie z.B. Öffnungszeiten, Touren, produzierten Bieren etc. findet Ihr auf der Website http://www.stonebrewing.eu

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