Archiv der Kategorie: Seminare

D.E.W. & A BREW – Irish Wiskey meets local Beer

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Tasting Pannel – vier Whiskey und vier Bier

D.E.W. and a brew unter diesem Moto veranstaltet Tullamore Dew seit gut 2 Jahren eine Veranstaltungsreihe, bei der die alte irische Tradition Whiskey mit Bier zu trinken, wiederbelebt werden soll. Dafür sucht sich Tullamore jeweils lokale Brauereien aus, bei denen man mit abgestimmten Bieren verschiedene Sorten Tullamore Whiskey kombinieren bzw. neudeutsch pairen kann. Bei der Veranstaltung in Köln, an der ich teilnehmen durfte, wählte man die Gaffel Brauerei. Die Jungs um Braumeister Reiner Radke hatten nur 4 Wochen Zeit, um sich auf diesem Event vorzubereiten. Und was sie da an Bieren hergezaubert haben, war wirklich phänomenal.

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Ort der Veranstaltung das Wirtshaus Spitz in Köln

Zu Beginn war ich ja skeptisch, ich dachte an mein erstes Whisky und Biertasting – hier findet Ihr den Beitrag. Dieses war spannend, aber das Fazit war, allein schmecken die Getränke besser. Aber hier geht es um irischen Whiskey und passend abgestimmtes Bier. Warum also nicht nochmal probieren.  Auch bin ich kein wirklicher Kölschfan, aber Gaffel hatte ja schon mit dem Sommerhopfen gezeigt, dass sie auch neben dem Kölsch andere Biere machen können. Aber was hier das Gaffen-Team geboten hat, zeigt was alles möglich ist. Innerhalb so kurzer Zeit vier hervorragende Biere und diese passend auf die Whiskeys abgestimmt, das ist wirklich Handwerkskunst.

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Das urgemütliche Wirtshaus Spitz

 

Die Veranstaltung fand an einem Montag Abend im Brauhaus Spitz, welches zu Gaffel gehört, statt. Ca. 30 Personen aus der Blogger- und Spirituosen- und Getränkeszene waren anwesend. Durch den Abend führte gut gelaunt und charmant der Global Brand  Abmbassador von Tullamore Dew John Quinn. Begleitet wurde er vom Braumeister und Biersommelier Reiner Radke von der Gaffel Brauerei. Als Grundlage gab es sehr leckere kölsche Tapas, die bei der Kombi Bier und Whiskey gut angebracht waren. John ein Urgestein der irischen Whiskyinsdustrie, immerhin arbeitet er schon seit 1974 hier, begann mit seinem Vater und Großvater.

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Braumeister Radke beim konzentrieren Zapfen

Für sie war es das normalste der Welt ihren Whiskey mit einem Bier, damals natürlich fast immer Guinness, zu trinken. So ist die Idee zu dieser Veranstaltungsreihe entstanden. Außerdem sind ja Whiskey und Bier enge Verwandte – zumindest durchlaufen sie die ersten Herstellungsschritte gemeinsam.

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Die heutige Tastingauswahl an Whiskey

Begonnen haben wir mit dem Standardblend von Tullamore. Den ich natürlich schon kannte, aber schon sehr lange nicht im Glas hatte. Ein wirklich schöner leichter, man kann fast Sommerwhiskey sagen. Schöne Zitrusnoten, ein wenig grüner Apfel und schön cremig. Nach einem kurzen Probeschluck, zeigte uns John das richtige Vorgehen. Zuerst einen kleinen Schluck Whiskey – kurz die Geschmacksnoten merken, dann einen Schluck Bier drauf – wieder die Veränderungen merken und dann noch mal einen Schluck

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Die vier verkosteten und sehr gelungenen Gaffel-Biere

Whiskey. Es war faszinierend wie sich der Geschmack veränderte. Man kennt das ja schon beim Mischen mit Wasser. Da das Bier auch noch Eigengeschmack mitbringt, vervielfachte sich die Geschmacksveränderung. Auf einmal wurden manche Noten verstärkt, es kamen neue dazu, andere waren weg. Den ersten Whiskey tranken wir mit einem Gaffel Pale Ale. Dieses war wie alle anderen Biere frisch vom Fass gezapft. Das Gaffel Pale Ale  brachte durch seine Hopfung schöne Fruchtaromen mit und die Kombination mit dem Whiskey war super gelungen. Man hatte einen Fruchtcocktail mit grünen Äpfeln und Zitrusnoten im Mund – einfach genial.

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John Quinn beim Vortrag

Reiner Radke teilte uns mit, dass alle Biere obergärig gebraut und kaltgehopft wurden. Neben dem Pale Ale gab es noch ein Brown Ale, ein Sweet Stout und ein Porter. Die für die kurze Herstellungszeit überaus gelungen waren und denen zu wünschen ist, irgendwann auch mal in größere Produktion zu gehen. John lieferte und dann natürlich noch etwas zu den Whiskeys und erklärte uns, dass bei diesen die Drei  eine große Rolle spielt. So werden alle Whiskeys, wie für irische Whiskeys typisch, dreifach destilliert. Bis auf den Single Malt sind alle tripple blended, d.h. neben Maltwhisky, Grainwhisky wird auch Potstill eingesetzt. Außerdem lagern sie in drei unterschiedlichen Fässern. Einerseits in Ex-Bourbon, anderseits aber auch in Ex-Sherry- und ungewöhnlicherweise auch in Ex-irishwhiskey Fässern.

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Mit kölschen Tapas wurde für eine ordentliche Grundlage gesorgt

Die zweite Kombination war der Tullamore 12 Years Special Reserve zusammen mit einem Brown Ale. Das Brown Ale kam mit 5,6 % Alkohol daher. Hatte eher eine milde Bitterung von unter 30 IBU und eine schöne Schokonote. Die in Kombination mit dem Whiskey nochmal hervorgehoben wurde. Trotzdem muss ich sagen, dass dies für mich die schwächste Kombination des Abends war. Allein getrunken waren beide Getränke  gut, aber die Kombination war für mich irgendwie nicht passend. Weiter ging es zu meinem Highlight des Abends. Als Whiskey gab es einen 14 jährigen Singlemalt. Das Besondere an ihm war, er wird zuerst für 13 1/2 Jahre in  Ex-Bourboncasks gelagert. Danach wird der Whiskey in drei Teile aufgeteilt. Ein Teil wird für 6 Monate im Sherryfass, ein anderer Teil für 6 Monate im Port- und der dritte Teil ebenfalls für 6 Monate im Madeirafass gefinisht. Dann im Anschluss werden alle drei Teile wieder gemeinsam miteinander vermählt. Was für eine wunderbar, weiche Fruchtbombe. Ich muss sagen ein wirklich gelungener Whiskey der für seine 14 Jahre als Single Malt ein absoluter Preis-Leistungssieger ist. Dazu gab es ein sehr leckeres Sweet Stout. Hier kamen unterschiedliche Malze zum Einsatz. Neben Wiener Malz, Karamellmalz auch getoastetes Malz. Dies führte einerseits zu einer schönen dunkelbraunen Farbe und herrlichen Kaffee- und Kakaonoten. Außerdem wurde deutscher Hopfen und Barley Wine Hefe eingesetzt. Wenn schon die einzelnen Getränke jedes für sich gut waren, dachte man bei der Kombi – die müsste so zusammen verkauft werden. Wunderbare Schokonoten gepart mit Orangennoten – ich fühlte mich in meine Kindheit mit Jaffakeksen zurückversetzt.

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Der Drinklaborant beim D.E.W. and a Brew

Den Abschluss bildete auch noch mal eine besondere Mischung. Als Whiskey kam der Tullomore Phoenix mit 55 % Fassstärke zum Einsatz. Der Phoenix spielt für die Stadt Tullamore eine bedeutende Rolle. So stürzte 1785 der Sohn des Lords mit einem Heißluftballon ab. Dieser hatte zu seinem 21. Geburtstag eine Fahrt mit einem, damals noch sehr unbekannten Flugobjekt geschenkt bekommen. Beim Start rammte er den Schornstein einer Fabrik und entfachte einen Brand, der fasst die gesamte Stadt in Schutt in Asche legte. So kann sich Tullamore „rühmen“ der Ort mit dem ersten Luftverkehrsunsfall zu sein. Außerdem wurde der Phoenix nach dem Wiederaufbau Teil des Stadtwappens. Und als die Tullamore Destillerie nach über 60 Jahren wieder vor ca. 3 Jahren errichtet wurde, musste natürlich eine Spezialabfüllung mit dem Namen Phoenix auf dem Markt gebracht werden. Dazu gab es ein extrem süsses Porter. Bei vielen Teilnehmern kam die Assoziation mit Malzbier auf. Auch hier kam Barley Wine Hefe zum Einsatz, die zu einem kräftigen Alkoholgehalt von 7,2 % führte. Auch diese beiden Getränke passten gut zusammen, waren aber mir in der Kombination zu süss. Da sie sich beide gegenseitig unterstützten. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass diese Kombination bei vielen sehr gut ankommen könnte.
Nach dem Tasting bietete sich noch die Gelegenheit mit den beiden Referenten, aber auch mit den anderen Zuhörern sich auszutauschen. Ein wirklich gelungener Abend mit tollen Whiskeys, genialen Bieren und gelungenen Pairings. Jetzt wünscht man sich nur noch, dass man diese Biere zukünftig auch mal kaufen kann, um so zu Hause oder in der Kneipe seines Vertrauens ein D.E.W. AND A BREW zu genießen. Auf diesem Weg möchte ich mich sowohl bei Tullamore D.E.W. Und der Gaffel Brauerei für eine sehr gute und aufschlussreiche Veranstaltung bedanken.
Weitere Information zu Tullamore D.E.W. Findet Ihr hier

Weiter Informationen zur Gaffel Brauerei findet Ihr hier.

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Ein Craftbeer Tasting mit Fritz Wülfing in der Pinte

Drinklabor_Craftbeertasting1Was gibt es schöneres an einem verregneten Montag Abend als zu einem Craftbeer Seminar zu gehen. Die Veranstaltung fand in der Bonner Altstadt in der Pinte statt. Was natürlich super passte, da sie eine der wenigen Bonner Kneipen ist, in der man auch eine gute Auswahl an Craftbeer auf der Karte findet. Da ich auch sonst ab und zu hier bin, fand ich es natürlich toll, dass sie ein Tasting organisierten. Wer mehr zur Pinte wissen möchte, den empfehle ich den Bericht auf dem Blog We love Pubs zu lesen.

Als Präsentator für die Veranstaltung haben sie sich keinen Geringeren als den Craftbeer Pionier und Lokalmatador Fritz Wülfing von Ale Mania ausgesucht. Der noch dazu eine große Auswahl seiner eigenen Biere mitgebracht hatte. Die Pinte war an diesen Montagabend mit ca. 40 Personen bis auf den letzten Platz besetzt. Für eine Premiere ein guter Erfolg. Das Publikum war bunt gemischt von Studenten bis hin zu älteren Paaren war alles vertreten. Wobei natürlich beim Thema Bier die Männer in der Überzahl waren. Zu Beginn stellte sich Fritz kurz vor, da ihn doch noch nicht alle kannten. Ich war sehr gespannt, da Fritz ja quasi einer der Gründungsväter der Craftbeerbewegung in Deutschland ist und daher bestimmt einiges erzählen konnte. Nach einer kurzen Vorstellung gab es auch schon das erste Bier für uns.

Der Starter - das Bonner WießBegonnen hat das Tasting, wie es sich für Rheinland gehört, mit einem Kölsch. Was natürlich so nicht stimmt, wie wir auch gelernt haben, sondern mit einem Wieß – genauer gesagt einer Bonner Wieß. Diese hat Fritz in Anlehnung an die alte Tradition im Rheinland gebraut. Das Kölsch als solches ist nämlich ein sehr junge Bierstil und ist erst mit der Kölschkonvention in den 80er Jahren offiziell entstanden. Die Wieß ist im Gegensatz zum Kölsch nämlich trüb – daher auch der Name Wieß von weiß. Auch erzählte uns Fritz ein wenig zur Geschichte des Kölsch. So ist es damals quasi aus der Not geboren. So wurde in den 30er und 40er Jahren fast nur Pils und Lager in Köln getrunken. Durch die komplette Zerstörung der ganzen Brauereien, hat man sich auf die alte Form des Wieß- bzw. Kölschbrauen besonnen, wo man z.B. keine Kühlung etc. brauchte. Die Bonner Wieß wird mit 10 % Weizenmalz und mit den Hopfen Saphire und Perle eingebraut. Man kann auch im Gegensatz zu den meisten Kölsch den Hopfen auch schmecken.

Beim zweiten Bier sind wir bei den historischen Bierstilen geblieben. Fritz erklärte, dass besonders die Craftbeerbewegung versucht, alte Biersorten wieder aufleben zu lassen und diese neu zu interpretieren. Daher wählte er als nächstes eine Gose ebenfalls von Ale Mania aus. Hier musste er natürlich auch auf das sogenannte „Reinheitsgebot“ oder nennen wir es beim Namen auf das vorläufige Biergesetz von 1993 eingehen. Da die Gose mit seinen Zutaten Milchsäure, Koriander und Salz natürlich offiziell dagegen verstößt. Auf der anderen Seite aber Zucker, Chemikalien zum klären etc. erlaubt sind. Aber die Diskussion würde hier zu weit führen. Ich persönlich mag die Gose, speziell im Sommer, sehr gern. Bei dieser Abfüllung wies Fritz schon darauf hin, dass sie ganz frisch abgefüllt worden ist und ihr noch ein wenig die Reifung und Kohlensäure fehlt. Aber auch so fanden die meisten sehr erfrischend.

Fritz in Aktion

Fritz in Aktion

Da Fritz besonders durch seine USA-Reisen Anfang der 2000er und den Kontakt mit der dortigen Craftbeerbewegung besonders inspiriert worden ist, durfte natürlich einer der Klassiker nicht fehlen. So kam als drittes Bier das Sierra Nevada Pale Ale ins Glas. Obwohl Ken Grossman, der Gründer von Sierra Nevada, 1978 mit einem Stout begonnen hat, war vor allem das Pale Ale der Grundstein für die fantastische Entwicklung von Sierra Nevada. Und obwohl sie heute quasi der größte Craftbeerbrauer der USA sind und Ken Grossman vielfacher Millionär ist, will er am liebsten selbst am Braukessel mitmischen. So soll das Pale Ale von Sierra Nevada das Einzige der Standardrange sein, dass noch mit Flaschengärung arbeitet. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, ein wenig zur Geschichte und Entstehung der Craftbeerbewegung mitzuteilen. So war es vor allem die Gesetzesänderung von Präsident Jimmy Carter Ende der 70er zu verdanken, dass Heimbrauen sich durch seine Legalisierung stark verbreitete. So geht man davon aus, das heutzutage quasi jeder 3. Amerikaner schon einmal zu Hause Bier gebraut hat. Natürlich wies Fritz Wülfing auch auf die Bedeutung der Bierkultur und das eher schlechte Bierangebot hin. Dies hatte natürlich auch einen Einfluss auf die Entwicklung zum Craftbeerland. So gibt es aktuell in den USA über 4.200 Brauereien deren Zahl fast täglich zunimmt.

Der Tastingraum noch ohne Taster

Der Tastingraum noch ohne Taster

Was lag näher, als nächstes Bier ein IPA zu nehmen. Da dieses heutzutage häufig synonym mit Craftbeer benutzt wird. Um die Bandbreite darzustellen, starteten wir mit einem leichteren IPA, dem Session IPA von Ale Mania. Dieses hat die gleiche Menge an Hopfen wie die große Schwester das IPA Mania, ist aber leichter eingebraut und hat daher auch nur 4,2 % Alkohol. Ich war positiv überrascht, da man den geringeren Alkoholanteil nicht wirklich vermisst hat. Hier klärte uns Fritz auch über die Legende mit der Entstehung des IPA – des India Pale Ale auf. Es hört sich zwar gut an, wenn man eine tolle Geschichte mit Kolonien und zu stark eingebrauten Bier zur Haltbarkeitsmachung erzählt, aber im Endeffekt war es doch wieder nur eine Marketingentscheidung. Indien und Exotik verkauft sich auch beim Bier gut. Da wir schon beim IPA waren, kam als nächstes – das neue Dry PA. Da mittlerweile fast jeder kleine Heimbrauer ein IPA braut, versucht die Szene das klassische IPA weiterzuentwickeln. Eines dieser Biere ist das DryPA. Im Gegensatz zum klassischen IPA mit einer starken Malzbetonung, kommt dieses schlanker daher. Da der Malzkörper häufig zur Einbettung des Hopfens verwendet wird, steht hier dem Hopfen relativ wenig entgegen und er kann sich noch stärker entfalten. Auch kommen meines Empfindens hier auch die Pinien- und Nadelhölzeraromen stärker zum tragen. Und wie der Name schon sagt, es wirkt auch recht trocken. Der Trick bei diesem Bier ist auch die Zugabe von Zucker und eine andere Form des Maischens. Eine wirklich spannende Form des IPA.

Da das Tasting eher wie eine Fragestunde angelegt war, sprangen wir bei den Themen teilweise wild umher. Auf der anderen Seite konnte man so einem Experten mal direkt zu allen Punkten befragen, die einem zur Bierherstellung und Craftbeeren so interessieren. So kamen wir nach diesem Bier auf das Thema Belgien zu sprechen. Auch hier bestätigte Fritz die unterschiedlichen Entwicklungen von Ländern mit einer großen Biertradition und eher geringerer Historie. So ist der Anteil an neuen „Craftbeer Brauereien“ in Belgien auf Grund ihrer langen Tradition noch sehr gering ausgeprägt. Wenn man dagegen Holland anschaut, haben sich in den vergangenen 4 bis 6 Jahren eine Vielzahl von neuen Brauereien entwickelt. Auch spannend fand ich die Information, dass die größte Brauereidichte in Bezug auf die Einwohnerzahl in der Schweiz vorliegt. Wer hätte das gedacht.

Das Ale Mania Imperial Red

Das Ale Mania Imperial Red

Und weiter ging es bei unserer Reise durch die Craftbeer- oder Ale Mania Welt. Nun kamen wir zum Imperial Red. Das stärkste Bier des Abends mit 9,5 % Alkohol. Dieses wird, wie man sich denken kann, mit einer größeren Menge an Malz eingebraut. Aber auch 30 % mehr Hopfen als beim IPA wird hier eingesetzt. Von der Nase hat es einen ein wenig an Barley Wine erinnert. Im Mund war es wunderbar voll, aber weniger schwer als vermutet. Hier kam das Gespräch auch noch auf die Dosenabfüllung zu sprechen. Dieses Red Ale war zwar aus der Not heraus in Dosen abgefüllt worden, aber nicht nur Fritz ist ein großer Verfechter der Dose. Die Dose schützt das Bier und speziell das Hopfenaroma einfach viel besser als eine Flasche. In der Zwischenzeit nahmen auch die privaten Gespräche zu und die Geräuschkulisse stieg nach oben. Man merkte, dass wir schon beim 7 Bier waren. Einige habe auch das großzügige Angebot der Pinte-Leute genutzt und zwischendurch auch noch das ein oder andere weitere Bier getrunken. Außerdem waren auch schon wieder 2 h Tasting rum. Und die Leute waren so interessiert, das wir quasi ohne richtige Pause ausgekommen sind. Jetzt fehlte nur noch ein Highlight des heutigen Abends. Fritz hatte ein Fass seines IPA Mania  mitgebracht, so dass wir sogar ein kleines Taptakeover miterleben durften. Und zum ersten Mal gab es in einer Bonner Kneipe ein IPA vom Fass. Und was für ein leckeres. Ich mag es aus der Flasche schon recht gern, finde es aber frisch gezapft noch mal leckerer. Fritz darauf angesprochen, meinte es sei aber vor allem psychologisch bedingt. Zumindest gibt es keine großen physikalisch messbaren Gründe für den unterschiedlichen Geschmack. Es war auf jeden Fall ein gelungener Abschluss eines tollen Abends. Fritz leitete uns charmant und locker durch den Abend. Das verkostete Bier war für mich überaus gelungen und auch der überwiegende Tenor sprach von einem phantastischen Abend. Einziger kleiner Kritikpunkt  war für mich die Anzahl der Personen. Es war doch schon sehr kuschelig in der Pinte. Ansonsten kann ich sowohl dem Referenten, als auch dem Team von der Pinte nur danken und für eine gelungene Premiere gratulieren. Es soll auch nicht das letzte Tasting gewesen sein. Es sind noch weitere Veranstaltungen geplant. So findet das nächste Tasting mit Fritz Wülfing für den 21.11.2016 geplant. Wer Interesse hat, kann Karten direkt in der Pinte bestellen. Zum Abschluss für Interessenten noch die Websites für weitere Informationen.

Weitere Informationen zu Ale Mania findet Ihr hier: www.ale-mania.de

Wer sich über die Pinte informieren will, schaut am besten hier: Pinte Bonn

 

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Es wird Bier gebraut – ein Brauseminar in der Braustelle in Köln

Drinklabor_Braustelle1Wie Ihr Euch vielleicht noch erinnern könnt, war ich Ende letzten Jahres bei einem speziellen Tasting in Köln. Dort gab es die spannende Kombination aus Schottischen Single Malt und Cologne Craftbeer. Wer möchte kann hier noch mal den Bericht lesen. Auch wenn die Kombination mich im Endeffekt nicht so überzeugt hat, war ich doch von den Einzelkomponenten sehr begeistert. Im Rahmen des Abends erzählte uns Peter Esser von der Braustelle Köln, dass er auch Brauseminare anbietet. Das hörte sich sehr spannend an. Da uns die Biere sehr gemundet haben, wurde gleich nach einem passenden Termin gesucht. Da die Brauseminare sehr beliebt sind, sollte man sich frühzeitig um eine Anmeldung kümmern. Und im Wonnemonat Mai hat es endlich auch bei uns mit einem Termin geklappt. Die nur als Brauseminar betitelte Veranstaltung stellte sich am Ende als ein Rundum-Bier Tag dar. Bei diesen wurden wir sowohl mit dem Bierbrauen vertraut gemacht, wir lernten das Bierprobieren und die Unterschiede der verschiedene Bierstile, haben viel Hintergrundwissen mitgenommen und wurden auch noch lecker verköstigt. Die Veranstaltung findet meist einmal im Monat immer samstags statt. Daher musste ich mich schon sehr früh auf den Weg nach Köln aufmachen, damit ich pünktlich um 10.00 Uhr in Ehrenfeld ankam. Die Braustelle die sowohl Kneipe als auch Brauhaus in einem ist, liegt Mitten in Ehrenfeld und macht einen richtig urigen Eindruck. Vom Eingangsbereich schaut man direkt zur Theke. Im rechten Teil findet man an der Fensterfront verschiedene Sitzgelegenheiten und im hinteren Teil befindet sich die offene Brauerei. So sitzt man wirklich fast zwischen Braukessel und Läuterbottich. Wirklich sehr authentisch und nicht so museal wie in vielen anderen Braugaststätten, wo man maximal hinter Glas nur Teile der Anlage zu sehen bekommt.

Das Herzstück der Braustelle

Das Herzstück der Braustelle

Falls ich in den nächsten Zeilen etwas durcheinander gebracht habe, möchte ich die bitte entschuldigen-es war mein erstes Mal :-). Das Seminar war wie so häufig ausgebucht. Wir waren insgesamt 15 Personen. Erstaunlicherweise waren auch vier Frauen beim Seminar dabei. Außerdem waren recht viele jüngere Teilnehmer vertreten. Komplett anders als ich erwartet habe. Da zeigt sich, das der Craftbeerboom auch andere Zielgruppen anspricht und Bier selber machen richtig in ist. Peter begrüsste uns mit seinen beiden Angestellten, die uns durch den Tag begleiteten. Gleich zuerst gab es erstmal Kaffee. Dann führte er uns ein wenig durch die Räumlichkeiten und erklärte uns kurz die Aufgaben bzw. Funktionsweisen der einzelnen Geräte. Danach ging es in der Keller, in dem wir uns zuerst den Gärraum angeschaut haben. Hier beschrieb er die Vorgänge bei der Gärung, die hier in einer offenen Wanne erfolgt. Wir konnten auch keine fremden Bakterien oder ähnliches in den Raum einschleusen, da zur Zeit alle Gärbehälter leer waren. Zum Abschluss des Rundgangs ging es in das Bier- oder Reifelager. Diesen haben wir mit unserer Gruppe mehr als ausgefüllt. Da die Braustelle sehr viele unterschiedliche Biere produziert und auch immer 8 verschiedene Biere am Zapfhahn hat, brauchen sie hier einige Lagertanks. Ich habe sie nicht gezählt, schätze aber das hier auch mindestens 8 Stahltanks standen. So kann man diese einerseits zur Reifung nehmen, aber auch gleich anschließend an die Zapfanlage anschließen. Insgesamt können sie hier bis zu 100 hl Bier lagern, was für einen kleinen Gastropub schon recht ordentlich ist.

Der Keller mit Reiferaum und Lagertanks

Der Keller mit Reiferaum und Lagertanks

Um uns von der ganzen Theorie erstmal zu erholen, gab es ein ordentliches bayrisches Frühstück mit Brezeln, Weißwurst und Schinken. Und wer wollte konnte auch schon mit einem Weizenbier oder dem Helios (naturtrübes Kölsch) traditionell starten. Die ganzen Backwaren waren alle selbst gebacken und häufig kam der hier reichlich vorhandene Biertreber zum Einsatz.

Nach der ordentlichen Stärkung und ein paar Anekdoten von Peter ging es dann zur praktischen Tätigkeit über. Endlich durften wir auch selbst ein wenig Hand anlegen. Wir haben „unser“ Bier auf einer kleinen Hobbybrauanalge gebraut, die aber wie die Große auch, alle wichtigen Bestandteile aufwies.

Unsere "Mini"Brauanalage

Unsere „Mini“Brauanalage

Zuerst gab es noch ein paar Hintergrundinformationen zum Malz und was es da alles für verschiedene Sorten gibt und wie diese hergestellt werden. Wir konnten auch die verschiedenen Malze riechen und probieren. Darüber hinaus erhielten wir Informationen, welches Malz für welche Biere eingesetzt werden. Dies hilf uns ein wenig bei der Entscheidung, welches Bier wir denn eigentlich brauen wollten.  Wir entschieden uns für ein helles Bier, so dass wir Pilsner Malz als Grundlage nahmen und dazu noch ein wenig karamellisiertes Malz gegeben haben. Das Pilsnermalz war schon einsatzbereit, das Karamellmalz musste erst noch geschrotet werden.

Unsere Bierzutaten Hopfen&Malz

Unsere Bierzutaten Hopfen&Malz

Gleichzeitig haben wir schon mal das Wasser vorgewärmt. Dann wurden die Malze dazu gegeben und das Ganze musste ordentlich gerührt werden. Und dann sollte die Flüssigkeit bei Erreichen von 63 Grad erstmal in der sogenannten Maltose Rast für 20 Minuten ruhen. Dabei haben wir gelernt, dass man sein Material vorher auf Funktionsfähigkeit testen sollte. Unser Thermometer zeigte nach Zugabe des Malzes nur noch um die 50 Grad an, so dass wir die Heizplatte hochgedreht haben. Komischerweise tat sich nicht sehr viel, so dass wir nach einiger Zeit noch mal das nachprüften und feststellen mussten, dass das Thermometer leider kaputt war. Bei erneuter Messung waren wir schon weit über die Temperatur hinaus. Aber was ein erfahrener Brauer ist, hat auch für sowas eine Lösung. Wir wechselten das Verfahren und nutzten das sogenannte englischen Verfahren, wo man nicht mit 2 unterschiedlichen Temperaturen und Ruhephasen arbeiten muss.

Die Vorbereitungstätigkeiten

Die Vorbereitungstätigkeiten

Da wir dann mit der Temperatur schon weiter oben waren, legten wir trotzdem noch eine Rast ein. Das gab uns die Gelegenheit ein Pale Ale von der Braustelle zu probieren. Da wir ein solches herstellen wollten, war es natürlich schön vorher zu probieren, wie es schmecken sollte. Dann durften wir auch eine Jodprobe durchführen. Dafür wird ein wenig Maische entnommen und auf einem Gefäß mit Jod versetzt. Damit soll Stärke gemessen werden. Die Farbe zeigt das Ergebnis an, sollte es sich Blau gefärbt haben, wäre immer noch zuviel Stärke enthalten. Aber bei uns passte alles.

Durchführen der Jodprobe

Durchführen der Jodprobe

Dann ging es an Läutern. Dabei wurde geschaut, ob die Maische noch trüb rausläuft. Daher wurde im Anfang die rausgelaufene Maische solange in den Läuterbottich wieder zurück geschüttet, bis es sich geklärt hatte. Läutern als solches dauert eine Zeit lang, so dass wir noch weitere Biere der Braustelle probieren konnten. Dann wurde die vorher exakt ausgerechnete Menge Hopfenpelletts hinzugegeben. Wir hatten uns für den neuen deutschen Hopfen Mandarina Bavaria entschieden. Dieser hat wie es im Namen schon raus zu hören ist, ein tolles Orangen/Mandarinenaroma.

Die Maischebereitung und Läuterung

Die Maischebereitung und Läuterung

Die Prüfung der Trübung zur Feststellung des Läuterungsabschlusses

Die Prüfung der Trübung zur Feststellung des Läuterungsabschlusses

 

Im Anschluss wurde die Maische mit den Hopfen zusammen zum kochen gebracht. Am Schluss der ganzen Prozedur haben wir noch mal ein wenig Hopfen dazu gegeben. Dann ließen wir unser zukünftiges Bier noch ein wenig abkühlen. Es war mittlerweile schon später Nachmittag. Das leckere Abendbrot und noch das eine oder andere Bier stand an.

Das leckere Abendessen

Das leckere Abendessen

Mit netten Gesprächen und Erläuterungen ging ein wunderbarer Tag zu Ende. Am Ende der Veranstaltung hat jeder ein Glas mit seinem zukünftigen Bier und ein kleines Tütchen Hefe bekommen. Peter gab uns noch ein paar Hinweise, was wir zu Hause bei unserem Bier beachten sollten. Zur Sicherheit gab es aber auch noch eine schriftliche Anleitung mit auf dem Heimweg. Bei nächster Gelegenheit werde ich von dem Abschluss der Bierherstellung berichten und Euch über das finale Ergebnis informieren. Ich kann nur sagen, dass es mir sehr viel Spaß gemacht hat und ich jeden Bierbegeisterten ans Herzu legen, selbst mal ein Brauseminar zu besuchen. Es macht mit mehreren doch mehr Spaß, als zu Hause allein zu experimentieren. Und die Braustelle mit seinem tollen Team und Peter als Lehrer ist der beste Ort zum gemütlichen Einstieg in die Materie. Wer sich für die Seminare interessiert, kann sich hier weitere Informationen unter www.braustelle.com finden.

Mitbringsel für zu Hause - Biertreber zum Brotbacken

Mitbringsel für zu Hause – Biertreber zum Brotbacken

Das finale Ergebnis des Workshops und nach Zugabe der Hefe

Das finale Ergebnis des Workshops und auf dem Weg zum Bier, nach der Zugabe der Hefe

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Sylter Trading Whisky

Drinklabor_SylterTrading1Meine Herzallerliebste und ich sind große Syltfans. Und speziell über den Jahreswechsel fahren wir mittlerweile regelmäßig auf DIE Insel. Und obwohl sie zu der Zeit gut frequentiert ist, findet man genügend schöne und einsame Plätze. Als Whiskyfan bin ich durch Zufall auf die Sylter Whiskytrading gestoßen. Das musste man sich doch mal anschauen. Netterweise hatten sie noch kurz vor dem Jahresende ein Tasting angeboten, wo ich gleich zwei Plätze für uns buchte. Am Anfang war ich doch ein wenig skeptisch. Da Sylt doch häufig mit ihrem Namen als Marketingmagnet dienen muss. Und da speziell Single Malt Whisky in den letzen Jahren eine immer größere Zahl von Liebhaber findet, war ein Syltwhisky nur eine Frage der Zeit. Um es anders zu sagen, kenne ich zur Zeit schon drei verschiedene Ansätze dazu. Gestartet hat es vor 2-3 Jahren mit einem anderen Sylter Aushängeschild – die Sansibar. Sie füllt zusammen mit dem unabhängigen Abfüller Whisky Agency schottischen Whisky unter ihrem Label ab. Hier steht aber eindeutig die Marke Sansibar und nur indirekt Sylt im Fokus. Seit dem letzten Jahr bietet auch die deutsche Destille Blaue Maus einen „Sylter Whisky“ an.  Hier werden Fässer mit Whisky in der Nähe Lists in der Nordsee gelagert und somit quasi Nordsee gefinisht. Und seit Mai letzen Jahres gibt es die Sylter Trading, deren erster Whisky in 2017 abgefüllt wird. Nur direkt vor Ort destillieren hat sich auf Grund der schwierigen Kostensituation bisher noch keiner gewagt.

Drinklabor_SylterTrading_2Die Sylter Trading befindet sich in der Hafenstraße in Rantum. Für Freunde der 2 Schwerter  – man geht am Sansibar Outlet vorbei und am Ende der Straße befindet sich das Gebäude. Wirklich sehr nett aufgemacht. Im vorderen Bereich befindet sich der Verkaufsraum mit Theke und entsprechenden Regalen. Im hinteren Bereich ist dann das Fasslager zu finden. Hier war auch die große Tafel für unser Tasting direkt vor den Fässern aufgebaut. Was natürlich zur heimeligen Atmosphäre beitrug. Interessant und mir so nicht bekannt ist, dass sie neben ihren eigenen Whisky auch andere Whiskys und Spirituosen anbieten. Im kleinen Warehouse konnte man sogar dezent Whisky (Angel Share) erschnüffeln. Wenn auch nur sehr gering, dafür sind es noch zu wenig Fässer. Außerdem bringt das raue Klima auf Sylt auch nur eine geringe Ausbeute für die Engel mit sich. Der Angels Share beträgt hier nur 2 %. Wie oben schon angedeutet, wird der Whisky nicht auf Sylt, sondern in Lippstadt destilliert und dann in Oloroso und Pedro Ximenez Fässer abgefüllt. Die Fässer sind alle ca. 120 l groß und lagern die gesamte Zeit hier auf Sylt. Daneben gibt es aber auch schottische Whiskys von der Sylter Trading. Diese werden für sie ebenfalls von Thomas Ewers ausgesucht, der auch bei der Feinabstimmung beim Fassmanagement für den zukünftigen Sylter Whisky unterstützt.

Drinklabor_SylterTrading_3Die Idee für die Sylter Trading – soll im wahrsten Sinne des Wortes – eine Schnapsidee gewesen sein und bei einem gemütlichen Abend vor 2 1/2 Jahren entstanden sein. Den Shop und das Fasslager gibt es seit Mai 2015 und 2017 soll der erste Whisky abgefüllt werden. Wir durften nachher auch einen Dram des Spirits – er war ca. 1 Jahr und 3 Monte alt – aus dem Pedro Ximenez Fass probieren. Er hatte 61,8 % und war für seine Jugendlichkeit schon ausgesprochen komplex und lecker. Ich bin gespannt wie sich der Whisky in den verbleibenden Jahren noch entwickelt. Aber kommen wir zum wichtigsten des Abends dem Tasting. Unser Referent leitete uns sehr fachkundig durch den Abend. Er schaffte es gut, den Spagat zwischen den unterschiedlichen Teilnehmern hinzubekommen. Wir waren insgesamt 14 Teilnehmer und damit war der Raum auch schon sehr gut besetzt. Im ersten Teil gab es drei trinkstärke Whiskys. Wir starteten mit einem Inchmurrin. Dieser Whisky aus der Lochlomond Destillerie ist nicht wirklich für seinen guten Whisky berühmt. Aber dieser war durch seine eingesetzten Fässer was besonderes. Angeblich waren diese nicht ganz in Ordnung – jedenfalls führte dies zu einem spannenden Geschmacksphänomen. Er entwickelte innerhalb der ersten 1/2 h nach dem er ins Glas kam, eine Vielzahl unterschiedlicher Aromen – von metallisch, über Vanille, Äpfel, Karamel – schon recht spannend alle 5-10 Minuten an ihm zu schnüffeln. Danach kam ein 15 Jähre Deanston, der speziell für Sylter Trading mit 45,8 % abgefüllt wurde. Obwohl ich Deanston Fan bin, war der definitiv nicht meiner. Hier stach zu stark der Schwefel durch. Schade eigentlich. Den Abschluss der ersten Runde bildete der 10jährige Glen Scotia.

Nach einer kurzen Pause ging es im zweiten Teil zu den Fassstärken. Hier kamen nur noch schottische Whiskys der Sylter Trading auf den Tisch. Sehr gut fand ich, dass uns unserer Tastingleiter ganz langsam an die Fassstärken heranführte. Erst kurz pur, dann teilweise bis zu viermal Wasser – so konnte man schön die unterschiedlichen Aromen erschmecken. Und wenn jemand schon zu schnell war, um noch mal Wasser dazu zu geben, dann bekam man sogar noch einen Whiskynachschlag. Angefangen haben wir mit einem 95er Mortlach aus dem Bourbon Hogshead. Der war mit seinen 57,8 % doch recht sprittig. Und auch mit Wasser wurde er für mich nicht besser. War leider nicht meiner. Da kam mir der Nachfolger doch schon mehr entgegen. Ein 17jähriger Glengoyne komplett aus einem Sherry Hogshead. Schönes Karamellstöffchen und auch mit seinen 58,2 % Alkohol auch ohne Wasser gut trinkbar. Das war  schon ein echtes Highlight. Und danach wurde das ganze noch mal gesteigert mit einem wunderbaren 12jährigen Bowmore. Dieser hat sogar der Herzallerliebsten außergewöhnlich gut geschmeckt. Und sie ist wirklich kein Fan von Islaywhisky. Aber hier kamen einfach die Fruchtaromen mit Cremigkeit, einer leichten Rauch- und Teernote und einer ausgesprochenen Süsse zusammen. Ein wirklich gelungener Dram. Wer wollte durfte danach den Arbeitsstand aus den Fässern probieren. Ich hatte wie oben schon geschrieben einen ein jährigen Spirit aus dem Pedro Ximinez Fass. Und nach all den lang gereiften Schotten konnte der Spirit noch gut mithalten. Mal sehen was die Zukunft bringt. Wer danach immer noch nicht genug hatte, konnte auch noch von den offenen Flaschen probieren oder den ein oder anderen Whisky noch mal nachverkosten. Wir mussten uns auf dem Weg machen, damit wir den letzten Bus nach List nehmen konnten. So ging ein sehr schönes Tasting zu Ende und ich war sehr begeistert von dem Konzept und den Whisky der Sylter Trading. Weitere Informationen zu Öffnungszeiten, Tastings oder Fasskäufen findet Ihr unter Sylter Trading.

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Scotch Single Malt meets Cologne Craft Beer – das Bier/Whiskytasting


Drinklabor_Hopfenrausch1Wie der Name des Blogs schon sagt, bin ich immer für Experimente zu haben. Speziell wenn es um zwei Getränke handelt, die ich beide mag – Single Malt Whisky und Craft Bier. Obwohl mir natürlich bei Bier und Whisky (Schnaps) zuerst der Begriff Herrengedeck und dunkle Spelunken in den Sinn kamen. Aber hier ging es um zwei „handwerkliche Produkte“ – unter dem Motto Scottish Single Malt meets Cologne Craft Beer. Das Tasting war Ende November und fand in einer recht neuen Location für Craftbierliebhaber in Köln statt – dem Hopfenrauch in Ehrenfeld. So langsam entwickelt sich auch Köln zu einem Craftbierzentrum. Das Hopfenrauch ist sowohl Shop als auch Veranstaltungsort und wurde erst Anfang Oktober eröffnet. Die Besitzerin Sabina Esser – Schwester von Peter Esser von der Braustelle hat hier ein schönes Refugium geschaffen. Mir persönlich ist es noch ein wenig karg, aber es befindet sich ja noch in der Anfangsphase. Unsere beiden Referenten Peter Klas (Whisky) von Scotia Spirit und Peter Esser (Bier) von der Braustelle führten uns für ihr jeweiliges Getränk durch den Abend.

Auf die Idee zu dieser Veranstaltung ist Peter (Whisky) durch einen Aufenthalt beim Speysidefestival gekommen. Dort hat einer der Stillmans von Cardhu ein Tasting zu diesem Thema gehalten. Neben seiner Berufung für Whisky ist er auch großer Craftbierfan und hat auch schon eigenes Bier hergestellt. Und da beide Getränke fast mit den gleichen Zutaten und ähnlichen Prozessen beginnen, kann man dann wunderbar Gemeinsamkeiten und Ähnlichkeiten feststellen. Von dieser Idee angetan, nahm Peter entsprechend Kontakt zu Kölns einziger Craftbierbrauerei auf. Was in Schottland funktioniert, muss doch auch in Köln gehen. Sie haben sich also zusammengesetzt und entsprechend Bier und Whisky aufeinander abgestimmt. Bei mir gingen gleich lustige Bilder durch den Kopf, wie die beiden nächtelang unterschiedliche Kombinationen ausprobieren.

Drinklabor_Hopfenrausch2Bei der Premiere haben sich insgesamt 6 Leute nach Ehrenfeld begeben. Und wir hatten die Aufgabe uns durch eine Kombi von 6 Whiskys und 6 Schlucken Bier zu tasten. Leider hatte Peter (Whisky) die passenden Tastinggläser für den Whisky vergessen, so dass wir eine Art Tumbler für den Whisky nutzen mussten. Was es für uns noch schwieriger machte, bestimmte Aromen zu erraten. Aber bei der Kombi Whisky und Bier (speziell so geschmacksbetonte wie von der Braustelle) hat es der Whisky nicht so einfach. Wie uns auch Peter erklärte, werden die Geruchseindrücke beim Whisky durch verschiedene Estherkombinationen erzeugt. Beim Bier dagegen wird teilweise das Gewürz oder die Frucht gleich beim Brauprozess zu gesetzt. Dies führt natürlich zu einem viel stärkeren Aromeneindruck. Schön fand ich, dass wir erstmal selbst raten durften, welche Aromen wir wahrnehmen konnten. Ich stelle immer wieder fest, jemand sagt ein Aroma und schwups habe ich es auch in der Nase. Nachdem wir Tipps abgegeben haben, stellte er den Whisky vor. Danach kam Peter Nummer 2, der uns etwas zum Bier und seiner besonderen Herstellung erklärte. Und danach ging es zum Erraten/Erahnen/Errichen und Erschmecken der Gemeinsamkeiten. Begonnen haben wir mit dem zur Zeit einzig erhaltbaren Standard Single Grain – dem Girvan No. 4 von Glenfiddich. Peinlich ist, dass ich ihn erst vor 1 1/2 Wochen im Glas gehabt hatte und ihn nicht erkannte. Dazu gab es das Helios, eine sogenannte Wieß – ein ungefiltertes Kölsch.  Und ich muss sagen, in der Form konnte ich mal wieder Kölsch mit Genuss trinken. Bei beiden Getränken war vor allem die starke Getreidenote als Gemeinsamkeit feststellbar. Zweite Kombi war einerseits der Deanston 12, für mich einer der besten Standardwhiskys und dazu mein Bierhighlight des Abends die Einkorn Gose. Wow dieses Bier spaltet! Peter hat hier anstatt wie bei Gose typisch, nicht Weizen sondern das Urgetreide Einkorn als Grundbasis genommen. Dann wird das ganze mit Milchsäure, gerösteten Korriandersamen und Himalaja Salz eingebraut. Sehr spannendes Bier das bestimmt viele Fans aber auch viele Ablehner findet.

Bei Kombi Nummer 3 war der Rhabarber das verbindende Element. Als Whisky wurde ein Rhubarb Roayal von Wemyss von einem Raqui Bier begleitet. Keine Sorge, dass hat nichts mit dem Anisschnapps zu tun. Raqi steht für Rhabarber und Quitte – deren Saft mit eingegoren werden und dadurch ein Sauerbier entsteht. Diese beiden passen gut zusammen.  Auch bei Kombi 4 blieben wir bei den Fruchtaromen. Der Glen Garioch 12 Standard Abfüllung musste sich mit einem Hopfenweizen „5 auf einem Streich“ auseinandersetzen. Dieses Bier ist speziell zur Eröffnung des Hopfenrauschs gebraut worden. Der Name ist eine kleine Reminiszenz an die Hopfenweisse von Schneider und enthält 5 verschiedene Hopfenarten. Es hat wunderbare Zitrusnoten, die man teilweise auch beim Glen Garioch wiederfinden konnte. Ja jetzt merkte man doch den schon konsumierten Alkohol und die Stimmung wurde noch besser. Ich muss gestehen, dass ich eigentlich selten Whisky mit Bier trinke und so mein Körper nicht so daran gewöhnt ist.

Drinklabor_Hopfenrausch3Aber wir mussten ja noch 2 weitere Kombinationen austesten. Als nächstes kamen wieder Fruchtaromen als verbindendes Element zum Einsatz. Wie immer kam zuerst der Whisky, diesmal ein Glen Scotia 21 Jahre. Hier waren vor allem die Pfirsichnoten und exotischen Früchte wahrnehmbar. Dazu gab es die Wilde Wutz 2014 – ein dunkles Sour-Ale aus einem Blend verschiedener Spezialbiere aus unterschiedlichen Fässern wie Rum-, Whisky- und Sauternesfässern. Das mit seinen 7,5% alc. einen ordentlichen Antritt an den Tag legte. Und nun kamen wir zum Abschluss. Und einmal sollte der Whisky zumindest ebenbürtig sein. Deshalb kam ein Whisky der Farmdistelle Kilchoman auf den Tisch. Der Machir Bay konnte mit seinen Zitronen/Limonenaroma, gepaart mit einem süß-rauchigen Aroma nach Vanille schon ein kleines Achtungszeichen setzen. Aber auch hier wusste Peter mit seinen Bier einen Kontrapunkt zu setzen. Er hatte die Schwarze 7, ein schwarzes Starkbier, dass mit torfgeräucherten Whiskymalz gebraut und mit 60 Bittereinheiten daherkommt, ausgewählt. Und wieder musste der Whisky zurückstecken. Im Bier konnte man sogar einige Phenolnoten wahrnehmen. Diese sind eigentlich eher typisch Islay Malts. So hatte man wieder eine Gemeinsamkeit. Damit waren wir mit unserer lustigen Reise durch Welt von Whisky und Craftbier am Ende angelangt.

Abschließend möchte ich mich bei den Ausrichtern des Abends recht herzlich für die tollen Erfahrungen bedanken. Die Biere hatten hier eindeutig die Nase vorn, aber die Kombination  und die Analyse von Gemeinsamkeiten hat wirklich Spaß gemacht. Als Experiment war es wirklich spannend, aber für häufigere Einsätze finde ich es nicht unbedingt geeignet. Beide Getränke sind super zum entspannten genießen, aber ich denke man sollte sie separat trinken. Trotzdem kann ich kann jeden mal den Versuch ans Herz legen, speziell wenn man sich für Aromen interessiert. Bleibt mir nur noch dem Hopfenrausch auch weiterhin viel Erfolg mit ihrem Konzept zu wünschen. Wer sich für Seminare rund um Craftbier interessiert oder das eine oder andere kaufen möchte findet alle Infos und Öffnungszeiten unter Hopfenrausch.

Inforamtionen zur Braustelle findet Ihr hier: braustelle.com und zum Shop von Scotia Spirits gelangt Ihr hier: scotia-spirits.de (Hier gibt es neben Whisky auch eine tolle Auswahl an schottischen Craftbieren.)

 

 

 

 

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