Archiv der Kategorie: Gin

The Moll Cocktail – die süffige Gangsterbraut 

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The Moll Cocktail – nach dem Savoy Cocktail Book

Wie Ihr bestimmt schon wisst, bin ich ein großer Fan der alten, teilweise vergessenen Cocktailrezepte. Und genau um so eins so es heute gehen – The Moll Cocktail. Schon der Begriff Moll – wird heute fast niemanden mehr etwas sagen. Speziell in den 20er Jahren war eine Moll – heute würde man sagen Gangsterbraut. Dieser Begriff wurde häufig in den Hard-Boiled Gangster und Dedektivegeschichten der 20er und 30er Jahre verwendet, die teilweise Grundlage für die Filme der schwaren Serie Hollywoods bildeten. Aber was hat das Ganze mit Cocktails zu tun.

Das Rezept entstammt dem Bar-Buch Klassiker The Savoy Cocktail Book aus den 30er Jahren. Wie sein großer Bruder der Negroni besteht er aus 3 Spirituosen mit gleichen Anteilen. Wobei hier anstatt des Campari, Sloe Gin verwendet wird. Außerdem wird das gewisse Etwas durch den Spritzer Orangebitter erzeugt. Das Originalrezept fordert trockenen französichen Wermut. Ich habe auf meinen Lieblingswermut dem Carpano Antico Classico zurückgegriffen. Außerdem gibt das Originalrezpet noch den Hinweis, dass man Zuckersirup bei Bedarf ergänzen kann. Ich für meinen Teil, habe darauf verzichtet, da sowohl der Sloe Gin, als auch der Wermut schon eine gewisse Süsse mitbringen.

Hier das Rezept

  • 30 ml Gin – im Original Plymouth Gin bei mir war es der Bombay Saphire
  • 30 ml Sloe Gin – ich verwandte den Haymans Sloe Gin
  • 30 ml French dry vermouth – bei mir der Carpano Antica Formula
  • 1 Dash Orangebitter – hier darauf achten, auch wirklich Orangebitter zu verwenden

Die Zutaten in ein mit gut Eis gefüllten Shaker geber und 30 Sekunden shaken, bis der Shaker schön beschlagen ist. Dann das Ganze in eine Cocktailschale abseihen. Deko braucht es bei mir eigentlich nicht. Aber hier würde ein wenig Orangenszeste bzw. Eine Orangespirale passen.

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Die Zutaten für den The Moll Cocktail

Ein wirklich gut drinkbarer Cocktail für alle, denen der Negroni zu bitter aber trotzdem eine herbe, bittere Note mögen. Speziell die Pflaumen und Orangennoten in dem Drink finde ich sehr lecker. Viel Spaß beim ausprobieren.

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Die Schule der Trunkenheit von der Viktoria Bar Berlin

Passend zum angekündigten verregneten Pfingstwochenende möchte ich Euch eine Buchempfehlung geben. Wie immer geht es natürlich im weitesten Sinne um Getränke, in diesem Fall um ein Barbuch. Jetzt denkt aber nicht gleich an einen dicken  Hochglanz-wälzer mit allerlei Cocktailfotografien und kurzen Rezepten. Nein es geht um das sehr interessante Buch „Die Schule der Trunkenheit“ der Viktoria Bar in Berlin. Was für ein gelungener Name. Ich finde der Name ist schon sehr passend gewählt. Wie schreibt Peter Richter so schön im Nachwort des Buches „Betrunken sein kann jeder. Aber Trunken? Sind nur Kenner.“ In der Berliner Viktoria Bar gibt es schon seit 2003 Spirituosenseminare. Diesen gehen weit über wie mache ich einen Martini oder einen anderen Klassiker heraus.

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Buchcover „Die Schule der Trunkenheit – Eine kurze Geschichte des gepflegten Genießens“

Es wird sich einer bestimmten Spirituose gewidmet. Zuerst schwerpunktmäßig die geschichtliche Entwicklung, die wichtigsten Eckdaten um dann konkret auf bestimmte Cocktailklassiker und ihre Entstehung, aber auch Anekdoten und Geschichten drum herum. Diese „Schulstunden“ für Barflys und Spirtuosenconnoisseure laufen meist so ab, das die Teilnehmer fünf Cocktails mit ein und derselben Basisspirituose – Brandy, Wodka, Whisky, Gin, Tequila, Rum oder Champagner – serviert bekommen. Bei Genuss dieser Cocktails erfährt man, wie sich diese Spirituose entwickelt hat und wie sie heute geschätzt wird. Neben der Herstellung, wird auch auf besondere berühmte Liebhaber dieser Spirituose und die berühmtesten Cocktails eingegagen. In 2013 hat sich dann das Team der Victoria Bar entschlossen den Unterrichtsstoff zwischen zwei Buchdeckel zu bannen.

Das Buch zeigt wie stark die Entwicklung der Menschheit mit der Geschichte des Alkohols verbunden ist. Getrunken wurde schon immer. Aber es ist doch sehr interessant wie sich Zivilisationen und Alkohol miteinander aber auch gegensätzlich entwickelten. Angefangen bei den Sumerern mit ihrem Bier, über die Bedeutung von Alkohol in verschiedenen Kriegen bis hin zur Prohibition in den USA. Dieses Buch liefert so viel Hintergrundwissen, aber auch Insider und gute Geschichten, dass man damit mehrere Abende in seiner Lieblingsbar die Leute unterhalten kann.

Mit sieben verschiedene Getränke, angefangen vom Brandy, Whisk(e)y, Tequilla, Rum, Gin und Vodka  bis hin zu Champagner, werden die wichtigsten Cocktailgrundbestandteile durchgesprochen. Dabei fand ich besonders die Getränke interessant, die mir bisher nicht ganz so nahe stehen. So fand ich z.B. die Verbindung  der mexikanischen Revoluzionen mit der Tequillaproduktion ganz spannend. Oder die Geschichte, dass die russische Revolution ein Champagnerhaus in den Ruin stürzte, sehr interessant. Oder dass Willi Brandt ein großer Weinbrandtrinker war und mit seiner Trinkfestigkeit so gar den russischen Botschafter beeindruckte. Wirklich eine Vielzahl von interessanten Geschichten aber auch geschichtlichen Verbindungen. Als kleinen Zusatznutzen werden am Ende des Buches alle Cocktail-Rezepte die im Buch aufgeführt sind, auch noch abgedruckt. Hier findet Ihr entsprechend die Zutaten und eine kleine Mix-Anleitung. So dass man auf ein paar Seiten die 50 Cocktailklassiker auch noch findet.

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Innenseite mit schönen Illustrationen von Angela Dwyer

Insgesamt kann ich das Buch jedem Bar- Cocktail- und Spirituoseninteressierten ans Herz legen. Eigentlich eine Art Grundlagenbuch für jeden Fan des gepflegten Trinkens. Das Buch ist wunderbar leicht zu lesen, man lernt quasi gut amüsiert. Wer ein Nachschlagewerk für die einzelnen Spirituosen oder ein historisch ganz korrektes Werk erwartet sollte dagegen die Finger von lassen. Daumen hoch für dieses Buch. Auch wenn es schon von 2013 ist, sollte man es im gut sortierten Buchhandel oder im Internet bekommen.

Viktoria Bar
Schule der Trunkenheit –
Ein kurze Geschichte des gepflegten Genießens
254 Seiten
Veröffentlichung: 2013
Metrolit Verlag
ISBN: 978-3-8943-0323-5
Preis: 19,95 €

 

 

 

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Die Bonner White Lady – ein Cocktail aus den 20er Jahren

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Die Weiße Bonner Lady 

Wie Ihr vielleicht mitbekommen habt, bin ich immer auf der Suche nach neuen Cocktails bzw. Cocktailideen. Dabei greife ich gern auf alte Rezepte und vergessene Klassiker zurück. In diesem Beitrag soll es um einen der wichtigsten Cocktail der 20er Jahre gehen, der heute quasi komplett vergessen ist – den White Lady. Obwohl die klassischen Gin-Cocktails im Moment eine große Rennaicance haben, taucht die weiße Lady relativ selten auf. Was meiner Meinung sehr schade ist. Die White Lady ist ein klassischer Sour, der recht einfach herzustellen ist. Zu den Grundbestandteilen gehört nur Gin, ein Orangenlikör häufig Cointreau und Zitronensaft.

Bei diesem Cocktail ist die Herkunft gut belegt und begann mit einem Fehlschlag. Das Originalrezept wurde von dem berümten Barkeeper Harry MacElhone 1919 im Londoner Ciro’s Club erfunden. Der gebürtige Schotte dem man u.a. auch die Cocktails Bloody Mary und Sidecare zu schreibt, kreeirte die erste Lady aus Triple Sec und Creme de Mente. Was damals und auch heute ein wenig komisch anmutet. Er hatte nämlich keine Basisspirituose in seinem Cocktail, der nur aus zwei Likören gemacht wurde. Insgesamt muss er auch nicht so gut angekommen sein. Als er dann 1923 in Paris die berühmte Harry’s New York Bar gegründet hat, erinnerte er sich an seine Cocktailidee. In Anlehnung an seinen Sidebar ersetzte er den Minzlikör durch eine Spirituose, in diesem Fall Gin. Außerdem ersetzte er den Triple Sec durch Cointreau und schon war ein Klassiker entstanden. Richtig bekannt wurde er durch die Aufnahme in einen absoluten Klassiker der Cocktailliteratur – das Savoy Cocktail Book. Dieses wurde von Harry Craddock verfasst, der in seiner Zeit in der Savoy Bar die White Lady mit auf die Karte nahm. Im Laufe der Jahre fügte man neben dem Zitronensaft auch ab und zu Eiweiß dazu, das den Drink noch ein wenig schaumiger machte.

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Methode zum schnellen Abkühlen von Spitzkelchen

Hier das Originalrezept nach Harry MacElhone:

  • 2.5 cl Mente-Pastille
  • 5 cl Triple Sec
  • 2.5 cl frischer Zitronensaft

Ich habe die abgewandelte Version hergestellt. Dabei wird wie oben geschrieben Gin anstatt Mente genommen und die Menge des Orangenlikörs heruntergesetzt. Ihr wundert Euch bestimmt über die Überschrift – was hat das Ganze mit Bonn zu tun. Ich habe als Gin den Bonner Flow Gin genommen. Dieser harmoniert mit seinem Rosenaroma meiner Meinung nach ganz gut mit dem Cointreau.

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Die Hauptzutaten für die Bonner White Lady 

Abgewandeltes Rezept der White Lady:

  • 4 cl Flow Gin
  • 2 cl Cointreau
  • 2 cl frischer Zitronensaft

Die Zutaten auf Eis shaken. Wer will kann auch noch Eiweiß in den Shaker dazu geben. Ich habe mal drauf verzichtet. Dann die Flüssigkeit in ein gekühltes Spitzglas abseihen. Wer will kann auch noch mit einer Zitronenschale das Ganze garnieren. Ein wirklich sehr erfrischender und einfach zu mischender Cocktail, den ich jeden nur an Herz legen kann. Viel Spaß beim Ausprobieren.

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White Lady 

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Glorius Gin von Olivia Williams – Madame Geneva in der Historie Londons

Buchcover: Gin Glorious Gin

Buchcover: Gin Glorious Gin

Heute möchte ich Euch ein besonderes Buch empfehlen. Es geht natürlich mal wieder um Gin. Dies aber eher im übertragenden Sinn, denn es behandelt die Geschichte des Gins und seine Bedeutung im Laufe der Jahrhunderte. Und wer sich ein wenig mit der Wacholderspirituose beschäftigt hat, kennt die wirklich spannende Historie um dieses Getränk. Olivia Williams hat in ihrem Buch diese Geschichte speziell mit dem Epizentrum London verknüpft. So bekommt man quasi zwei geschichtliche Betrachtungen in einem. Jetzt solltet Ihr bloß keine Angst bekommen, sie hat das Buch sehr locker und unterhaltsam geschrieben.

Rund um den Gin kann man wahrlich viele spannende, traurige, teilweise grausame aber auch  interessante und lustige Geschichten erzählen. Beginnend mit der Ankunft in England im 30jährigen Krieg und später mit Wilhelm von Oranien, über die furchtbare Zeit des „Gin Grace“, die viktorianischen Gin Palaces, die Barkultur am Beginn des 20. Jahrhunderts bis zur heutigen Renaissance mit ganz vielen neuen Gindestillen im Herzen der britischen Hauptstadt. Und dabei erfährt man, wie stark der Gin die Geschichte, aber auch die Geschicke der Stadt London beeinflusst hat. Dabei machte der Gin nie an den Standesgrenzen halt. Er war sowohl ein Getränk der Bettler, der Lords, aber auch von Prostituierten und Prominenten und sogar das Königshaus wusste ihn zu schätzen.

Wer sich also einerseits für Geschichte interessiert, gleichzeitig aber noch ein wenig über die kulturelle Bedeutung der Spirituose erfahren möchte, für den ist dieses Buch eine wahre Fundgrube. Mir gefällt besonders, das häufig konkrete Personen und ihr Schicksal im Vordergrund stehen. Und so kommen hier sowohl berühmte Persönlichkeiten wie Dickens oder Churchill genauso zu Wort, wie längst vergessene einfache Bürger, die z.B. dem Gin Grace zum Opfer fielen. Dabei werden Ausschnitte aus Prozessakten, Briefe, Zitate aber auch Gedichte oder Lieder mit aufgeführt. Dies hilft einen, sich ein plastisches Bild der Geschichte zu machen. So war für mich neu, dass die Romantik, zumindest in England, mit einem oder durch einen großen Einfluss von Gin entstand. Einer der großen englischen Vertreter dieser Epoche Lord Byron hat viele seiner Werke unter erheblichen Gineinfluß erschaffen. Eine weitere spannende Anekdote ist, dass Phil Collins sein Musikvideo für „One more Night“ in einem ehemaligen Gin Place aufgenommen hatte. Dies kam dadurch zu stande, das Anfang der 80er Jahre Richard Branson mit seiner Virgin Records den heruntergekommenen Pub „Princess Victoria“ kaufte und als Studio nutzte. Mittlerweile ist die Lokalität komplett restauriert und wird wieder als Bar genutzt. Es ist eines der wenigen Gebäude, das noch viele Merkmale und Ausstattungen eines typischen Gin-Palastes aus der viktorianischen Zeit aufweist. Und natürlich wird auch der aktuelle Ginboom behandelt. Dieser führte unter anderem dazu, dass sich nach vielen Jahrzehnten mit nur noch einer Gin-Destille in ganz London sich wieder neue Gindestillen in der Londoner Innenstadt angesiedelt haben.

Beispielseite Glorious Gin

Beispielseite Glorious Gin

Das hier besprochene Buch ist mal eine andere Form eines Spirituosenbuches. Aber für mich ist es eine absolute Empfehlung. Speziell als Lektüre für Gin-Liebhaber die auch noch geschichtlich interessiert sind. Ich hätte nicht gedacht, dass der Gin eine solch große Bedeutung auf die kulturelle und soziale Entwicklung in England und speziell auf London ausgeübt hat. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt, das Buch ist nur auf Englisch erschienen. Mit einem guten Schulenglisch kann man dem Inhalt ohne Probleme folgen. Einzig bei einigen historischen Ausdrücken, müssen bestimmt auch Nativespeaker manchmal das Wörterbuch zu Rate ziehen. Falls Ihr also ein kleines Geschenk für Gin-Liebhaber sucht oder selbst Interesse an dem Thema habt, solltet Ihr Euch das Buch zu legen. Viel Spaß beim Lesen. Das Buch erhaltet Ihr am besten Online auf den bekannten Websites.

Olivia Williams
Gin Glorious Gin: How Mother’s Ruin Became the Spirit of London
319 Seiten
Headline Verlag
ISBN-13: 978-1472215345
Kosten: 8,99 €

 

 

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Gin auf Barcelonaweise – der BCN Gin

Drinklabor_BCNGIN1Letztes Wochenende durfte ich eine tolle Spirituosenmesse besuchen – die Aquavitae in Mülheim an der Ruhr. Wer diese noch nicht kennt, kann ich nur sehr ans Herz legen. Einerseits hat man eine riesige Auswahl an Whiskyanbietern, wo man quasi alle Neuabfüllungen, aber auch alte Schätzchen probieren kann. Anderseits ist sie aber keine reine Whiskymesse. Hier findet man verschiedene Anbieter rund um das Thema Spirituosen, wie Obstbrenner, Rumhersteller, Wodkabrennereien und natürlich für mich besonders interessant Ginproduzenten. So bot sich für mich die Gelegenheit, verschiedene Gins zu probieren. Eines meiner Highlights war der sehr gelungene spanische Gin BCN, auf dessen Stand auch eine spannende Form der Degustation angeboten wurde. Das schöne war, dass am Stand nicht nur der deutsche Importeur, sondern auch der Inhaber höchstpersönlich vor Ort war. Am Stand konnte man den Gin pur, als Gin & Tonic oder als Spezial G&T probieren.

Der Macher Stefan Lismond und sein deutscher Importeur

Der Macher Stefan Lismond und sein deutscher Importeur

Der BCN Gin kommt aus dem Priorat südlich von Barcelona und versucht die Gegend und ihre Einflüsse in sich zu vereinen. Das beginnt schon beim Ausgangsmaterial. Hier kommt ausschließlich Alkohol aus Weintrauben zum Einsatz. Dabei werden nur die hier angebauten und sehr intensiven Sorten Grenache und Cariñena verwendet. Diese werden dann mit deutscher Brennereitechnick fünfmal destilliert. Hier kommt nämlich eine Kupferbrennanlage von Arnold Holstein vom Bodensee zum Einsatz. Dies erzählte mir der Gründer und Inhaber der Prioror Barcelona Dry Gin Company – Stefan Lismond. Der Gebürtige Belgier, der seit 1991 in Spanien lebt, war ursprünglich im Weinbusiness tätig. Hier entstand auch die Idee, aus den lokalen Trauben Gin zu produzieren. .

Neben den lokalen Trauben legt er auch besonderen Wert auf die ausschließliche Verwendung von regionalen Botanicals. So enthält der Gin alle Zutaten, die aus dem Priorat kommen. Diese gebirgige Gegend südlich von Barcelona ist durch eine gewisse Rauheit geprägt. Bei der Destillation kommen neben Wacholder, Rosmarin, Fenchel, Zitronengras, Feige und Piniensamen zum Einsatz. Diese Botanicals werden mit Zitronen aus Südkatalonien abgerundet. Auch das verwendete sehr mineralhaltige Wasser aus der eigenen Quelle soll für das Aroma eine besondere Bedeutung haben. Diese ungewöhnlichen Botanicals sorgen für einen ungewöhnlichen, erfrischenden Geschmack der seine mediterranen Wurzeln nicht verbergen kann. Besonders pur genossen kommt der Rosmarin und die Pinien stark zum Vorschein. Ich habe sogar ein wenig Kirsche wahrgenommen, obwohl solche hier nicht zum Einsatz kamen. Jedenfalls pur genossen schon ein wirklich ungewöhnlicher Gin.

Der Name des Gins hängt mit der Hauptstadt Kataloniens und einer der Ginwelthauptstädte zusammen – nämlich Barcelona. Das Priorat befindet sich auch nicht weit weg von Barcelona – der Stadt, wo dieser Gin natürlich oft getrunken wird. So trägt der Gin als Name, die offizielle Abkürzung des Flughafens von Barcelona – BCN. Auch das Logo greift die in Barcelona sehr häufig anzutreffenden Escofet Tejera & Co. auf. Dieses Symbol ist seit 1916 als Zeichen für Barcelona ausgewählt worden und ziert seitdem häufig die Bürgersteige und Straßen der Stadt.

Die wichtigsten Zutaten plus Rotwein

Die wichtigsten Zutaten plus Rotwein

Diesen Gin kann man natürlich ganz normal mit Tonic genießen, aber die Macher haben sich eine besondere Form des Genusses ausgedacht. Nachdem ich diese Mischung auf der Aquavitae probieren durfte, musste ich diese Form natürlich bei mir Hause im Drinklabor auch ausprobieren. Man braucht dafür Rotwein, BCN Gin, Tonic, Zitronenzeste und Weintrauben. Ich habe natürlich das empfohlene Rezept nach meinen Bedürfnissen ein wenig abgewandelt (speziell das Gin & Tonic Verhältnis):

Zutaten:

80 – 100 ml spanischer Rotwein

5 cl BCN Gin (original 4cl)

150 ml Fevertree Dry Tonic Water (Originalrezept mit 200 ml Tonic)

Zitronenzeste und 2 halbierte Weintrauben als Zugabe

Rotwein mit Eiswürfeln

Rotwein mit Eiswürfeln

Zu Beginn füllt man ordentlich Eiswürfel in ein Ballonglas. Dann gießt man ca. 80 – 100 ml Rotwein dazu. Im Ursprungsrezpet müsste eigentlich ein Rotwein aus der Priorat-Gegend zum Einsatz kommen. Es tut aber auch ein anderer trockener, spanischer Rotwein. Das gefüllte Glas ordentlich schwenken und schütteln. Einerseits kühlt man dadurch das Glas ab, anderseits benetzt man so das Glas mit Rotwein. Ähnlich wie bei manchen Cocktails, bei denen man das Glas vorab mit Absinth ausspült. Jetzt seiht man den Rotwein mit einem Sieb ab und lässt noch einen kleinen Schluck im Glas. Dann füllt man nochmal die Eiswürfel auf. Anschließend gießt man den Gin dazu. An einem Barlöffel wird dann das gekühlte Tonic ins Glas gefüllt, damit möglichst wenig Kohlensäure verloren geht. Das Ganze kurz umrühren, eine Zitronenzeste in Glas und die 4 halben Weintrauben dazugeben. Fertig ist eine tolle Abwandlung des klassischen Gin&Tonics. Damit könnt Ihr Euch ein wenig mediterranes Flair während der kalten Jahreszeit in Eure Wohnzimmer holen. Viel Spaß beim Nachmachen.

Der besondere BCN G&T

Der besondere BCN G&T

Den Gin könnt Ihr bei ausgewählten Onlineshops für ca. 35 – 40 € (0,7 l Flasche) kaufen. Weitere Informationen zum BCN Gin findet Ihr unter bcn-gin.com.

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Die Boann Distillery – der zukünftige Stern am irischen Whiskeyhimmel

Drinklabor_BoannDistillery1Wie Ihr vielleicht auf meinen Socialmedia-Kanälen mibekommen habt, befand ich mich Mitte September mit einer größeren Gruppe von Whiskyenthusiasten auf einer Tour durch Wales, Irland und Schottland. Dabei nutzten wir natürlich die Gelegenheit, vor Ort möglichst viele Destillen persönlich zu besuchen und die Leute dahinter kennen zu lernen. Dabei gab es, wie immer im Leben mal Licht mal Schatten. Ein wirkliches Highlight der Tour war der Besuch in der irischen Boann Destillery. Boann werden jetzt einige fragen. „Habe ich noch nie gehört?“ Das kann damit zusammenhängen, dass sie noch nicht aktiv ist und sich noch im Bau befindet. Auf der Fahrt von Dublin nach Portrush in Nordirland nahmen wir uns die Zeit für einen kurzen Halt in Drogheda im Boyne Valley. Oli der schon bei der letzten Fahrt die Besichtigung der Strathearn Distillery organisiert hatte, schaffte auch diesmal  für insgesamt 12 Personen unserer Gruppe eine Führung zu vereinbaren. Und nach anfänglichen Zögern, da es ja noch eine Baustelle wäre, haben sie sich bereit erklärt, uns zu empfangen.

Der Blick von außen

Der Blick von außen

Der Anblick von außen war anfänglich ein wenig ungewöhnlich, da die gesamte Front verglast war. Insgesamt sah es nicht wie eine typische Destille aus. Was damit zusammenhängen konnte, das dies ein ehemaliges Autohaus war, dass jetzt zur Destille umgerüstet wird. Das Autohaus war Anfang der 2000er Jahre gebaut und im Rahmen der Eurokrise in Konkurs gegangen. Nach einiger Zeit des Leerstands entschieden sich die Boann Eigentümer 2015 dieses Gebäude als Heimat ihrer Destille zu wählen.

Unsere Gruppe beim andächtigen Zuhören

Unsere Gruppe beim andächtigen Zuhören

Wir wurden von der Marketing und PR-Leiterin Sally-Anne Cooney sehr herzlich begrüßt und in die heiligen Hallen geleitet. Obwohl noch nicht alle Leitungen verbunden waren und die Spirit-Safes teilweise noch verpackt in Kisten rumstanden, konnte man sich schon ein gutes Bild von der zukünftigen Destille machen.

Der zukünftige Spiritsafe

Der zukünftige Spiritsafe

Wie es sich für einen irischen Whiskey gehört, soll er auch dreimal destilliert werden. Entsprechend konnte man schon drei wundervolle Stils begutachten. Sally-Anne erzählte uns ein wenig zur Idee die hinter dem Unternehmen steckt.

Der Blick in die zukünftige Destille

Der Blick in die zukünftige Destille

Die Boann Destillery ist nach der Gottheit Boann benannt, die u.a. auch den Fluß Boyne erschaffen haben soll. Dieser ist gleichzeitig der Namensgeber für das Tal nördlich von Dublin – das Boyne Valley. Das zeigt schon ein wenig, dass die Eigentümer großen Wert auf die Verbindung zu dem Land und der Gegend legen. So soll auch außschließlich Gerste aus der Gegend verwendet werden.

Improvisierte Bar aus Fässern für eine Veranstaltung

Improvisierte Bar aus Fässern für eine Veranstaltung

Auch das örtliche Wasser, welches eine sehr hohe Wasserhärte aufweist, soll trotzdem genutzt werden. Es soll dem Whiskey ein besonders Aroma geben. Sie verglich dabei ihr Vorgehen mit und die Beziehung zu der Gegend mit einem Winzer, bei dem das Terroir auch eine besondere Rolle für den Wein spielt. Außerdem hat diese Gegend eine lange Whiskey-Tradtion. So gab es 1822 in der Gegend noch 18 Whiskeydestillen. Davon blieb nur eine übrig, die aber auch 1968 schließen musste. So ist die Boann Distillery die erste Neugründung seit über 50 Jahren in dieser Gegend.

Unsere charmante Führerin durch die Boann Distillery - Sally-Anne

Unsere charmante Führerin durch die Boann Distillery – Sally-Anne

Unsere Führerin Sally-Anne ist eines von fünf Kindern des Gründers Pat Cooney. Wie sie sind auch ihre vier Geschwister und die Mutter in unterschiedlichen Bereichen des Unternehmens tätig. Man kann also von einem wirklichen Familienunternehmen sprechen.  Die Idee zu dem Unternehmen hatte ihr Vater Pat, der Gründer der Firma. Er ist hier in der Nähe in Drogheda geboren und hat damit eine enge Beziehung zu der Gegend und ihren Menschen. Nach einer erfolgreichen Karriere bei den Getänkekonzern Gleeson, hat er gr0ße Teile des Unternehmens 2012 verkauft. Nur die Cream Liqueur- und Ciderproduktion behielt er weiterhin. Als großer Whiskyliebhaber war das Projekt schon seit über 15 Jahren sein Traum von ihm und der Famile. Zukünftig sollen neben Whiskey auch Gin und andere Brände hergestellt werden. Außerdem existiert schon seit ca. 3 Monaten in der hintereen Halle eine Craftbeer Brauerei – die Boann Brewery – und eine Flaschen- und Dosen-Abfüllstation.

Die Brennblasen - noch nicht in Aktion

Die Brennblasen – noch nicht in Aktion

Neben der Verbundenheit mit der Gegend steht vor allem die Qualität und die moderne Technik bei diesem Neubau im Vordergrund. So entschloß man sich durch den vorgegebenen Bau der Halle, für eine moderne Aufmachung für die Destille. Dadurch stehen wor allem Glas, Chrom und Stahl im Vordergrund. Dies wird durch die absolut toll aussehenden Kupfer-Sttills noch unterstützt. Als Hersteller für die Brennblasen entschied man sich für die italienische Firma Green Engineering. Diese hatte schon Erfahrung beim Bau der Brennblasen für die Bombay Saphire Destille gesammelt. Bei Boann kommen spezielle Brennblasen mit Nanotechnologie zum Einsatz. Diese soll dazu führen, dass beim Destillationsvorgang die 6fache Menge an Kupfer mit dem Alkohol in Berührung kommt. Diese Technick wird meiner Kenntnis nach, erstmalig in einer Whiskydestille eingesetzt.

Die Bennett-Stil für irischen Gin

Die Bennett-Stil für irischen Gin

Das besondere Steckenpferd von Sally-Anne aber ist die Gin-Produktion. Für diese steht eine 500 l Bennett-Still zur Verfügung. Der hier zukünftig hergestellte Gin soll mit speziellen irischen Botanicals verfeinert werden. Dafür steht zusätzlich auch noch eine Anlage für Dampfinfusionen bereit, die Öle aus den besonders empfindlichen  Botanicals extrahieren soll. Hier merkte man ihre Begeisterung, wenn sie von den aktuellen Experimenten und Versuchen erzählt, um einen einzigartigen Gin zu kreieren. Durch ihre langjährige Arbeit im Weinhandel hat sie auch ein großes Interesse für das Thema Fassmanagement.

Das zukünftige Fasslager - die Fässer warten auf ihre Befüllung

Das zukünftige Fasslager – die Fässer warten auf ihre Befüllung

Im Keller konnten wir schon mal einen Blick auf eine ganze Menge leerer Fässer werfen, die auf Ihre Befüllung warten. Durch die Beziehungen von Pat und die Kontakte von Sally-Anne aus ihrem vorherigen Beruf konnten sie an genügend Fässer herankommen.Sie hat uns schon veraten, dass sie zukünftig gern mit unterschiedlichen Fässern und Finishes arbeiten möchte.

Die Boann Brewery

Das Boyne Brewhouse

Im hinteren Bereich konnten wir noch einen Blick in die schon aktive Brauerei das Boyne Brewhouse werfen. Als Braumeisterin konnten sie dafür Aine O´Hara gewinnen. Aine, die gebürtig aus Galway kommt, hatte davor für 8 Jahre in Australien studiert und gearbeitet. Nun ist sie in ihr Heimatland zurück gekehrt, hat aber gleich mit ihrem ersten Bier dem „Born in a Day“, einem australischen Pale Ale, an ihre Australien Zeit erinnert.

Die Dosenabfüllanlage im Betrieb

Die Dosenabfüllanlage im Betrieb

Zur Zeit haben sie schon drei verschiedene Biersorten im Angebot. Im Laufe der Zeit sollen noch weitere dazu kommen. Insgesamt ist bei Boann noch vieles in Planung. Zukünftig soll noch eine gläserne Wand vor der Destille eingezogen werden. Im vorderen Teil soll dann ein Visitorcenter mit Restaurant untergebracht werden. Außerdem soll man dann auf der ersten Etage den Mitarbeitern beim destillieren zuschauen können. Auch eine starke Klimaanlage ist geplant. Dies ist auch von Nöten, da durch die große Glasfront schon bei unserem Besuchstag die Wärme schon gut spürbar war. Auch wollen sie zukünftig Tastings und Masterclasses anbieten. Sie planen auch alle drei irischen Whiskeystile, also Single Malt, Potstill und Blended Whiskey herzustellen.  Im Moment warten sie noch auf die eine oder ander Genehmigung. Sally-Anne hofft aber, dass sie spätestens im 3. Quartal 2017 mit dem destillieren beginnen können. Um sich aber schon jetzt einen Namen zu machen, planen sie schon in diesem Jahr zwei Abfüllungen unter ihrem Namen herauszubringen.

Die erste Abfüllung ein 7jähriger - extrem lecker

Die erste Abfüllung ein 7jähriger – extrem lecker

Es wird ein siebenjähriger Single Malt Whisky sein. Er wird in zwei Stärken zu haben sein, einmal in Trink- und einmal in Fassstärke. Er war vorab in Bourbon Casks und hat noch ein finishing in Oloroso Sherry Fässern gehabt. Da er hier ja noch nicht produziert werden konnte, ist er in einer anderen der bisher drei irischen Destillen entstanden. Auf jeden Fall wird er unter dem Namen „The Whistler“ vertrieben. Der Name hat auch eine Beziehung zu Pat, der ein begeisterter Whistlespieler ist. Aller Voraussicht wird der Whisky zum Weihnachtsgeschäft in Irland und den USA zu kaufen sein. Wir hatten die große Ehre, sowohl den Whistler in Trink- als auch in Fassstärke zu probieren. Und ich muss sagen, ich habe selten einen so komplexen, aber gleichzeitig wunderbar eingebundenen und runden sieben jährigen Whiskey probiert. Das Ganze lässt wirklich Großes erwarten. Auf diesem Weg noch mal ein herzliches Dankeschön an Sally-Anne für die wirklich sehr informative Führung.

Jede Destille braucht einen Hund - zusammen mit Sally-Anne

Jede Destille braucht einen Hund – zusammen mit Sally-Anne

Selten kann man in einer Destille wirklich überall hinterschauen und sehen wie sie erst im Entstehen ist. Ich wünschen ihnen wirklich alles Gute und einen erfolgreichen Start. Es wird sehr spannend sein, wenn man, sagen wir in zwei Jahren wieder bei Boann vorbei schaut und dann ein fertiges Schmuckstück und einen Touristenmagnet bewundern kann. Das dies gelingen kann, zeigt schon die gut gewählte Lage. Die Destille ist in gut einer Stunde von Dublin erreichbar und die großen Touristenziele Newgrange und der Stone of Tara befinden sich quasi um die Ecke. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass sich auch einige Whiskyfreunde nach Drogheda zur Boann Destillery verlaufen werden.

Wenn Ihr mehr über die Familien-Destille Boann erfahren wollt, könnt Ihr auf ihrer Website nach Neuigkeiten Ausschau halten:  www.boanndistillery.ie

 

 

 

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Autoquartett in modern – das Ginkartenspiel Just Gin

Das Kartenspiel in einer edlen Metallbox

Das Kartenspiel in einer edlen Metallbox

Ich gebe es unverhohlen zu, ich bin ein Kind der 80er Jahre. Und als solches, speziell der männlichen Spezies angehörig, kam man in dieser Zeit nicht an Auto-  bzw. Fahrzeugquartettkarten vorbei. Wie häufig haben wir auf den Schulhof gestanden und riefen 220 PS STICH! Und es ist eigentlich erstaunlich, dass es erst so lange gedauert hat, bis jemand auf diese simple und geniale Idee gekommen ist. Zwei Freunde Mikail und Thomas Rosen sind Ende Dezember 2015 bei einer Familienfeier auf die Idee gekommen. Und nachdem sie festgestellt hatten, dass es ein solches Quartett noch nicht gibt, ist die Idee weiter gereift. Sie wollten sowohl bekannte Marken, als auch kleine unbekannte Destillen mit rein nehmen. Ursprünglich hatten sie ca. 80 Destillen auf der Liste und bei den ersten Firmen angefragt. Die Idee kam so gut an, dass sie sich bald vor Anfragen kaum noch retten konnten. Und schon Ende Mai war das komplette Spiel mit 36 unterschiedlichen Gins fertig.

Das Kartenspiel Just Gin

Das Kartenspiel Just Gin

Jeder Gin wird anhand von 6 unterschiedlichen Kriterien beschrieben. Daneben gibt es auf jeder Karte eine offizielle Empfehlung der Destille, wie man ihren Gin am besten genießen kann. Die Kriterien sind einerseits erwartbar, wie die Anzahl der Botanicals, der Alkoholgehalt, das Gründungsjahr oder der Ausstoß in 2015. Bei anderen ist es lustig zu erfahren, wie groß die Entfernung zum Gin-Epizentrum London in km beträgt. Und da sie ja ein internationales Publikum ansprechen, natürlich auch in Meilen.  Auch der offiziell empfohlene Verkaufspreis ist angegeben, obwohl dieser natürlich von Land oder Shop stark schwanken kann.  Das Kartenspiel ist auch für den internationalen Markt vorgesehen und daher komplett in Englisch gehalten, die Angaben sind aber für jeden Ginliebhaber problemlos verständlich. Es sind Gins aus insgesamt 12 verschiedenen Ländern vertreten, so dass durchaus die Möglichkeit gegeben ist, den einen oder anderen neuen Gin kennenzulernen. Auch hier kann man den Gin-Hype ein wenig ablesen, wenn man z.B. nach Gins sucht, die vor 2012 gegründet wurden, wird es doch schon recht dünn. Da viele der Destillen erst ab 2012 oder später das Licht der Welt erblickten. Im Spiel gibt es viele spannende Gins, von denen ich überhaupt noch nicht gehört habe. So z.B. den schottischen Makar Gin, den finnischen Napue Rye oder den spanischen Sikkim Privee Gin. Obwohl der letztere schon seit 2012 existiert und 2015 stattlich 75.000 l Gin produzierte. Auch finde ich es interessant, dass auch ein paar „Berühmtheiten“ Gin produzieren bzw. produzieren lassen. So z.B. die Craftbeer Enfant Terrible aus Dänemark der Mikkeller Brauerei, die auch einen eigenen Mikkeller Gin herausgebracht haben. Und der vor allem in Wein-Kreisen bekannte Dieter Meier, der auch einen Gin – den Ojo de Agua – anbietet. Wem Dieter Meier nichts sagt, denkt mal an Formel Eins. Er ist einer der Gründer des Duos Yellow, die u.a. die  Eröffnungs-Musik zu der allseits beliebten Videomusiksendung geliefert hat.

Der Brockmans Gin mit seiner entsprechenden Karte

Der Brockmans Gin mit seiner entsprechenden Karte

Man kann das Gin-Quartett natürlich wie ein normales Quartett spielen, obwohl die meisten es doch eher zum anschauen nutzen werden. Auf der anderen Seite ist es ein wunderbares Partyspiel für die nächste Gin & Tonic Party. Ich finde ein sehr nettes Mitbringsel für jeden Ginfan oder mit einer der vertretenden Ginflaschen kombiniert ein optimales Geburtstagsgeschenk für Gin-Enthusiasten. Das Spiel kostet so ca. 10 € und ist direkt bei den Entwicklern und in einigen Onlineshops erhältlich. Außerdem kann man es auch in gut sortierten Getränkeläden finden. Im Bereich Bonn besteht die Möglichkeit, es in Godesberg im Early Bird Shop käuflich erwerben.

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Siegfried Gin – der Cocktailzauberer

Der Siegfried Gin

Der Siegfried Gin

Vor einigen Wochen war ich auf einem Streetdrinkfestival. Ich hatte mir zwar mehr versprochen, aber ein Highlight war der Stand eines meiner Lieblingsgins dem guten Bonner Siegfried Gin – auch liebevoll Siggi genannt. Dabei bin ich auch in den Besitz eines Flyers gekommen, der neben Tastingnotes auch speziell für diesen Gin entwickelte oder angepasste Cocktails enthielt. Davon habe ich zwei zu Hause ausprobiert und war wirklich begeistert.

Die Zutaten für den Magic Tiger

Die Zutaten für den Magic Tiger

Als erstes soll es um meinen derzeitigen Lieblingsdrink gehen – den Magic Tiger. Absolut erfrischend und die Herzallerliebste dachte doch tatsächlich es wäre ein Alkoholfreier Cocktail, weil er so rund und der Siegfried sich gut in den Cocktail einpasst. Wichtig ist dass Ihr den Drink sehr kräftig rührt, da sich sonst das hier eingesetzte Süßungsmittel der Agavendicksaft nicht richtig auflöst.

Der Magic Tiger - extrem lecker

Der Magic Tiger – extrem lecker

Zutaten für den Magic Tiger sind:

  • 4,5 cl Siegfried Gin (ich habe 5 cl genommen, da leichter abmessbar)
  • 1,5 cl Zitronensaft frisch gepresst
  • 2,5 cl Grapefruitsaft frisch gepresst – am besten eine nicht ganz so saure nehmen – z.B. Pink Grapefruit
  • 4 cl Earl Grey Tee (ich habe Lady Grey genommen, da weniger bitter) – hier vorher kochen und dann abkühlen lassen
  • 2 cl Agavendicksaft (hört sich viel an – braucht Ihr aber)

Das Ganze baut Ihr in einem Longdrinkglas auf viel Eis und könnt es mit einer Grapefruitzeste garnieren. Sehr köstlich und schön erfrischend. Ich habe den Cocktail auch mit dem Tanqueray probiert – das passte nicht, da kam mir der Gin zu sehr durch. Also ein wirklich gelungener Cocktail der mit dem Siggi gemacht werden sollte.

Der zweite Cocktail den ich ausprobiert habe, ist der King´s Winter. Hier musste ich ein wenig improvisieren, daher war er vielleicht auch nicht ganz so gelungen. Ist auch auf Grund der wenigeren Zutaten auch viel stärker Ginbezogen.

Der abgewandelte King's Winter

Der abgewandelte King’s Winter

Zutaten für den King´s Winter sind:

  • 5 cl Siegfried Gin
  • 1,5 cl Honigsirup (hier habe ich auf normalen Zuckersirup zurückgegriffen, damit fehlte mir natürlich auch
    das Honigaroma
  • 2 cl frisch gepresster Zitronensaft – ich habe hier frisch gepressten Orangensaft genommen – daher die leicht organge Farbe
  • 2 Spritzer Absinth (ich habe hier die Sazerac Methode angewandt und die Cocktailschale mit dem Absinth kurz ausgespült – heißt einen Spritzer ins Glas möglichst alles benetzen und Rest wegschütten)

Hier gibt man die Zutaten in einen mit Eis gefüllten Shaker und ordentlich durchschütteln. Anschließend das Ganze in eine vorgekühlte Cocktailschale abseihen.

Bei beiden Cocktails sind in der Kombination mit dem Siggi ungemein rund und gut abgestimmt. Speziell beim Magic Tiger habe ich das mit einem anderen Gin, der stärker wacholderbetont war, ausprobiert und muss sagen, es passt nicht so gut. Viel Spaß beim Ausprobieren.

 

 

 

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Gin Gin Mule – der minzefressende Esel

Der GinGinMule - lecker

Der GinGinMule – lecker

Für mich ist der Sommer in vielen Fällen Gin Zeit und am liebsten mit erfrischenden  Gincocktails. Einer meiner absoluten Lieblinge ist dabei der Gin Gin Mule. Wenn man dann noch eine kleine Ecke im Garten hat, wo man Minze anpflanzen kann, steht einem extrem leckeren Cocktail fast nichts mehr im Wege. Ich dachte mir nach den vielen Klassikern, die ich hier vorgestellt habe, soll es mal wieder ein moderner Drink sein. Dieser wurde in New York von Audrey Saunders, der Besitzerin des New Yorker Pegu Clubs entwickelt. Wer der Name nichts sagt, obwohl das relativ wenige sein werden, wird ihr Lehrmeister der Cocktailmastermind Dale DeGroff bestimmt etwas sagen.

Die gute Audrey dachte sich, sie möchte einen erfrischenden werden und hat mit Minze, Limetten, Gin und Ingwerbier einen herrlichen  Drink entwickelt. Dieser ist eine Abwandlung des bekannteren Moscow Mule verzichtet aber auf den Wodka und ergänzt ihn statt dessen mit Gin. Und da zusätzlich noch Ingwerbier enthalten ist und sich Gin Ginger Mule komisch aussprechen lässt, entstand der Name Gin Gin Mule. Die Beigabe der Minze sorgt für eine tolle Frische, die vom Limettensaft noch unterstützt wird.

Im Originalrezept hat sie selbstgemachtes Gingerbier verwendet. Das steht auch noch auf meiner Todo und wird demnächst auch angegangen. Daher habe ich mit gekauften Gingerbeer von Thomas Henry dem Spicy Ginger gearbeitet. Hier wieder der Hinweis für alle die es nicht so scharf mögen, dass Zeug ist schon extrem scharf. Aber da auch nur ein kleinerer Teil reinkommt, müsste es noch gehen.

Die Zutaten, Gin, Minze, Limette, Zucker und Ingwerbier

Die Zutaten, Gin, Minze, Limette, Zucker und Ingwerbier

Hier die Zutaten:

  • 5 cl Gin ruhig ein wacholderbetonter Gin (ich habe den Duke genommen)
  • 2 cl frisch gepresster Limettensaft
  • 1 cl Zuckersirup – kann man natürlich auch einfach selbst herstellen
  • 4-6 Zweige Minze (ruhig mit Stil und Blättern)
  • 4-6 cl Spicy Ginger oder anderes Ingwerbier

Zuerst den Gin, Limettensaft und Zuckersirup in einen mit Eiswürfeln gefüllten Shaker geben. Dann die ganzen Minzzweige in den Shaker dazugeben und ordentlich shaken. In ein mit Eiswürfel gefüllten Tumbler abseihen und mit dem Ingwerbier auffüllen. Dann umrühren und mit einem Minzzweig garnieren. Fertig ist ein ausgesprochen süffiger Sommerdrink für einen schönen Abend zum Genießen.

Es gibt von diesen Cocktail noch eine Erweiterung. Für die richtigen Ingwerfans unter Euch ist diese Abwandlung besonders geeignet. Dann gebt Ihr anstatt normalen Zuckersirup – vorab mit Ingwer infusionierten Zuckersirup dazu. Dann heißt das Ganze Gin Gin Gin Mule. Viel Spaß beim Ausprobieren und einen relaxten Abend.

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Zu Gast im Schwanen Wermelskirchen

Drinklabor_Schwanen6Wie Ihr Euch vielleicht noch erinnern könnt, war ich im letzten September im Hotel „Zum Schwanen“ bei einem tollen Whiskydinner. Dieses Jahr im Juni durfte ich an einem Tag der offenen Tür  – unter dem Motto „Freunde zu Gast im Schwanen“ sogar selbst mit einem aktiven Part teilnehmen. Natürlich ging es dabei um Getränke, aber dazu weiter unten mehr. In den letzten Wochen wurde im Restaurant viel erneuert und umgebaut. Nach Abschluss der Arbeiten dachten sich Christian Warnke und sein Team, diesen Anlass zu nutzen und sowohl Stammkunden als auch neue Interessenten ins Hotel Zum Schwanen einzuladen. Dabei lag natürlich der Schwerpunkt auf kulinarischen Genüssen. Daneben kamen aber auch kulturelle Aspekte nicht zu kurz. Für die Veranstaltung wurde das ganze Haus genutzt und die Gäste konnten sich überall umschauen und an den unterschiedlichen Ständen probieren oder sich beraten lassen.

Bei der Auswahl der Angebote wurden natürlich auch die Partner und Lieferanten mit einbezogen. So gab es einen Stand des Hausbierlieferanten, der Brauer Engel aus dem fränkischen Crailsheim. Und wie es sich für eine Biermanufaktur gehört, sind sie gleich mit 15 verschiedenen Bieren angetreten.

Bierdemonstration der Brauerei Engel

Bierdemonstration der Brauerei Engel

Daneben war auch die Firma Brogsitter, aus Grafschaft bot unterschiedliche Weine zum probieren an und auch die Metro war mit einem Cocktailstand vertreten.  Mein Freund Oli und ich boten im hinteren Gastrobereich eine kleine Spirituosen-Einführung. Dabei beschränkten wir uns auf Whisky oder besser gesagt Single Malt und Gin. Bei der Auswahl orientierten wir uns eher daran Anfängern einen guten Überblick über die verschiedenen Geschmackscharakteristika zu bieten.

Der Probiertisch

Der Probiertisch

So haben wir beim Whisky versucht die klassischen Regionen und damit die unterschiedlichen Geschmacksprofile abzudecken. Daneben gab es auch noch mit dem Monkey Shoulder einen guten Blend und auch ein Irischer Whisky war vertreten. Ebenso haben wir beim Gin versucht eine große Bandbreite an unterschiedlichen Arten anzubieten.

Whisky- und Gin Impressionen

Whisky- und Gin Impressionen

Angefangen beim Mascaro Gin 9 mit nur einer Zutat, nämlich Wacholder, über klassische London Dry Gins, wie dem Tanqeray bis hin zu den neuen New Western Style Gins, die mit dem Nordes Atlantic Gin vertreten war. Und als kleines Gimmick sogar noch einen Raspberry Gin von Edinburgh Gin, womit man auch die eine oder andere Dame von Gin überzeugen konnte.

Das Fischbuffet

Das Fischbuffet

Schwerpunkt des Abends waren natürlich die verschiedenen Essenstationen, an denen man sich durch ganz viele spannende Gerichte durchprobieren konnte. Leider konnte ich mich, auf Grund meiner Aufgabe, nicht allen Ständen in der ihnen gebührenden Zeit und Tiefe widmen. Daher nur ein kleiner Auszug meiner Eindrücke. Da war erstmal der Fischstand, der schon allein optisch ein Hingucker war. Hier konnte man eine extrem leckere Fischsuppe, aber auch frische Austern – natürlich die Sylter Royal – probieren.

Königliche Austern - die Sylter Royal

Königliche Austern – die Sylter Royal

Im unteren Bereich in der Nähe zu unserem Raum gab es Onseneier. Nach dem Hinweis auf Japan, konnte ich mich auch wieder an meinen Aufentahlt auf Kyushu und den Begriff Onsen, gleichbedeutend mit heißer Quelle, erinnern. Bei dieser japanischen Zubereitungsform gart man die Eier mittels Niedergarmethode für über 1 1/2 h und bekommt eine Art super schlotziges Ei ähnlich einem porchierten Ei. Dazu gab es Spinat und eine extrem, leckere Kartoffelcreme. Und als Krönung noch ein wenig geriebenen Trüffel darüber. Ein so einfaches aber lecker geniales Gericht. Kindheitserinnerungen in Highendform.

Onsenei mit Spinat an Kartoffelschaum

Onsenei mit Spinat an Kartoffelschaum

Eine weitere Station war direkt in der Küche. Wann darf man schon als Gast eines Restaurants mal direkt in die Küche laufen. Dort befand sich die Burgerstation. Hier konnte man seinen eigenen kleinen Miniburger bauen. Am Grill wurde das Patty nach persönlichen Wunsch gebraten und auf eine Minibrötchenhälfte gelegt. Und dann konnte man mit diversen Zutaten nach Herzenslust seinen Burger belegen. Einzig die Physik setzte der Phantasie mancher Gäste ein paar Grenzen.

Aber nicht nur für das leibliche Wohl wurde gesorgt. Der Wermelskirchener Journalist und Stadtführer Horst Rosen hielt zweimal einen Vortrag über die bewegte Geschichte des Hauses und zeigte die starke Verbindung mit der Stadt Wermelskirchen. Anschließend gab es noch ein tolles Konzert mit Jacky Elaine, welches super gewesen sein muss. So haben es mir einige Gäste zu mindestens erzählt. Am späteren Abend verlagerte sich das Geschehen dann auch weiter zu unserem Stand. Neben den verschiedenen Whiskys und Gin trug natürlich das später neben an aufgebaute, riesige Dessertbuffet bei.

Das Desertbufett

Das Desertbufet

Aber auch unsere Spirituosen und die Möglichkeit nebenan, mittels Roulette Gutscheine zu gewinnen, führten zu weiteren Andrang. Es machte uns richtig Spaß besonders Menschen, die groß noch keine Berührung zu Whisky und/oder Gin hatten, von den Destillaten zu überzeugen. So bildete sich beim Whisky die schon bekannte „Torfgrenze“ heraus. Die einen die alles rauchig oder torfig strickt verweigerten und die anderen denen es nicht rauchig genug sein konnte.

Was zeichnet einen guten Whisky aus!

Was zeichnet einen guten Whisky aus!

Auch beim Gin waren die Leute am späteren Abend experimentierfreudiger. Da wir das Ganze als Tasting ausgestaltet haben, mussten zu Beginn alle Interessenten zumindest einen kleinen Schluck des Gins pur genießen. Dies sollte ihnen ein besseres Geschmacksprofil des Gin zeigen, damit sie überhaupt erstmal einschätzen konnten, wie und ob dieser ihnen schmeckte. Aber wir hatten natürlich auch Tonic. Darüberhinaus gab es zum Verfeinern der Gin & Tonics noch diverse Gewürze, Gemüse und Zitrusfrüchte. Nach anfänglichem Zögern wurde ausgiebig experimentiert, welches Gewürz am besten zu diesem Gin passt. Oder soll es doch eher die Gurke oder die Limette sein. Ab und zu musste man die Leute sogar bremsen, keine ganze Gewürzmischung und einen Obstsalat in ihr Getränk zu geben.

Gin und Gemüse

Gin und Gemüse

Zum Abschluss kann ich nur sagen, es war eine gelungene Veranstaltung des Schwanen. Was Christian und sein Team dort auf die Beine gestellt hat, war absolute Klasse. Wir hatten sehr viel Spaß an dem Abend und auch die Gäste, die bei uns waren, kamen aus dem Schwärmen nicht mehr raus. Und da alle von diesem Konzept begeistert waren, soll es auch in gut 1 bis 1 1/2 Jahren wiederholt werden. Ich freue mich schon drauf, wenn ich wieder dabei sein darf. Informationen zu Öffnungszeiten, Veranstaltungen und Zimmerpreisen findet Ihr unter  zumschwanen.com. Wer noch ein paar Bewegtbilder der Veranstaltung sehen möchte, kann diese auf ihrer Facebook-Seite unter diesem Link finden.

Stimmungsvolle Gingewürze

Stimmungsvolle Gingewürze

Eine einsame Destille

Eine einsame Destille

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