Archiv der Kategorie: Spirituosen

Monatliche Gin Proben mit der Abonautenbox

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Der Inhalt der 1. Box

Das Angebot an Gins nimmt täglich zu. Weltweit sind es schon mehrere tausend unterschiedliche Ginmarken. Allein in Deutschland kommen wir auf fast 300 Ginsorten. Da verliert man schnell den Überblick. Dazu kommt auch noch, dass ich unheimlich gern probiere. Und so wird es irgendwann teuer, wenn man jeweils eine Flasche kaufen würde. Außerdem hat man da schnell auch Flaschen zu Hause, die einen gar nicht oder zumindest nicht besonders gut schmecken.

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Die Abonauten Gründen (Quelle: Abonauten.de)

Eine Lösung aus diesem Dilemma bietet ein Ginabonnement. Hier bekommt man in regelmäßigen Abständen neue Gins in kleinen Mengen zum Probieren. Dieses Problem haben auch zwei Freunde aus Oberbayern gehabt und kamen so zu der Idee ein solches Abonnement auf den Markt gebracht.

Das Start-Up hinter der Idee sind die Abonauten. Dahinter stehen zwei Ginliebhaber Christian Schuh und Marco Tunger, die schon länger in der Spirituosenbranche tätig sind. Nach der Idee 2016 und einer erfolgreichen Kickstarter-Kampagne haben sie nun Anfang Oktober die erste Abonauten-Gin-Box versandt.

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Die Abonauten Box (Quelle: Abonauten.de)

Ich finde die Verpackung sehr gelungen. Alles ist sicher verpackt. Man erhält 3 unterschiedliche Gins. In sehr ausgefallenen dreieckigen 100 ml Sampleflaschen. Dazu noch zwei Dosen Tonic. Außerdem liegt noch der von ihnen entwickelte Ginfächer bei. Dieser erhält jeweils 3 Blätter für die drei Gins.

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Der Ginfächer – praktische Hintergundsammlung

Auf diesen sind die wichtigsten Informationen zu den Gins, sowie kurze Tastingnotes enthalten. Außerdem kann man dort seine eigenen Erfahrungen notieren. Hier kann man dann nach und nach die Karten der anderen Boxen ergänzen. Tolle Idee, dass die einzelnen Blätter an einer Stelle gesammelt und nicht überall rumfliegen. Zusätzlich noch ein Ginkalender in Bierdeckelform. Auf diesen sind z.B. die Erscheinungsdaten der Boxen, aber auch z.B. der Geburtstag der Queen enthalten. Alles sehr hochwertig gemacht und ansprechend von Hand verpackt.

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Die weiteren „Zutaten“ bei der Abonauten Box

Das besondere für mich sind aber die ausgewählten Gins. Hier haben sich Christian und Marco große Mühe gegeben, besondere Gins auszusuchen und nicht die häufig vorhandenen Allerwelts-Gin genommen. So befindet sich in der ersten Box sowohl ein deutscher, ein schweizer und ein südafrikanischer Gin und keinen davon hatte ich bisher im Glas.

 

 

 

 

Der 1. Gin „Tschin Dry Gin“

Bei der Reihenfolge habe ich nach dem Ginfächer gerichtet. Der erste kam aus der Schweiz und hört auf den schönen Namen „Tschin Dry Gin. Man hat als Namen einfach den Namen als Lautschrift übernommen. Ich finde es nur verwirrend, wenn man ihn in einer Bar bestellen muss. Das Etikett ist sehr schlicht und erinnert ein wenig an Wasserfarbenzeichnungen aus meiner Schulzeit. Aber das fällt natürlich auf und war für mich gleich sympathisch. Der Gin wird von Fritz Käser im Fricktal im Schweizer Kanton Aargau hergestellt. Dabei hat man nur auf einheimische Botanicals beschränkt und auch bei deren Anzahl eher weniger eingesetzt. So begnügt sich der schweizer Tschin mit lediglich vier Botanicals. Neben dem Wacholder kommen noch Kirschblüten, Waldmeister und Walderdbeeren zum Einsatz.

Kommen wir zur Verköstigung des Tschins. In der Nase habe ich eine Blumenwiese, aber auch  Kräuter, ein süßlicher Duft, ein wenig Wacholder aber fast kein Zitrus. Der erste Schluck zeigt eine ganz mildes, blumiges Aroma. Aber auch fruchtige Noten, mir teilweise schon ein wenig ins seifige gehend. Aber immer noch sehr gut trinkbar. Jetzt wo ich gelesen habe, merke ich auch die Walderdbeere.

Mund – ganz mild, blumiges Aroma, fast schon ein wenig ins seifige gehend, sehr fruchtig, süss, jetzt wo ich es gelesen habe, kann ich auch die Erdbeere wieder entdecken. Der Wacholder ist auch gut spürbar. Für seine vier Zutaten ist er ziemlich komplex. Habe ich in der Kombination auch noch nicht bei einem anderen Gin gehabt. Insgesamt sehr gelungener Gin. Auch mit Tonic funktioniert er ganz gut. Wichtig für mich aber wäre eher ein klassisches Tonic zu nehmen. Bei einem südlichen bzw. eher blumigen Tonic – wäre es glaub ich zu viel.

 

Der 2. Gin „Just Juniper Berry Gin“ 

Beim zweiten Gin gehen wir von den schweizer Alpen auf den afrikanischen Kontinent. Der „Just Juniper Berry Gin“ von der Tripple 3 Three Distillery kommt aus Südafrika. Die Distillery kann mit dem Weingut Blaauwklippen in der Nähe von Kapstadt auf über 300 Jahre Geschichte zurückblicken. Afrikanische Gins hatte ich bisher nur ganz wenige im Glas. Wenn auch einige Gins zwar mit afrikanischen Botanicals werben, wie z.B. der Elephant Gin oder der Whitley Neill Gin, werden aber häufig in Europa  destilliert. Beim Just Juniper Berry ist der Name Programm. Einzig Wacholder kommt zum Einsatz. Und wie schon beim Tschinn zeigt sich, dass ein Gin garnicht so viele Zutaten/Botanicals benötigt um ausgewogen, spannend und abwechselungsreich zu schmecken.

In der Nase zeigt sich mal wieder die Vielschichtigkeit des Wacholders. Man vermutet hier eine Vielzahl von Gewürzen. Man merkt Menthol, Eukalyptus aber auch Nadelholz und Waldboden bis hin zu einer dezenten Fruchtnote. Faszinierend was diese Beere so alles kann. Im Mund fällt mir zuerst die Kremigkeit bzw. Öligkeit auf. Er kommt komplexer rüber, als die eine Zutat vermuten lässt.  Der Alkohol ist gut eingebunden. Auch eine leichte Zitrusnote ist spürbar. Diese kommt aber eher von einer Zitronenmelisse als einer Zitronenzeste. Ich bin echt begeistert von diesen Gin. Wenn doch der deutsche Wacholderbrand meiner Jugend genauso geschmeckt hätte, wäre ich bei ihm geblieben.

Leider habe ich ihn mit dem Fever Tree mediterranen probiert. Dabei verliert er ein wenig. Auch hier würde ich eher zu einem klassischen Indian Tonic greifen.

 

Der 3. Gin „The ILLUSIONIST Gin“

Der dritte Gin nun ist ein deutscher Gin, der den schönen Namen „The Illusionist Dry Gin“ trägt. Und wenn man den Gin anschaut, weiß man auch warum. Die Farbe des Gins aus München ist komplett ginuntypisch. Mit seiner blauen Farbe fühle ich mich in meine Schulzeiten zurückversetzt. Den er hat die Farbe von Tinte. Am Anfang habe ich mich gar nicht getraut ihn zu probieren, da ich befürchtete Blue Curacao im Glas zu haben. Ein weiterer toller Effekt des „Magiers“ ist, dass er bei Zugabe von Tonic seine Farbe wechselt. Von anfänglich violett, wechselt er bei mehr Tonic ins Rosa. Die Hersteller beschreiben den Ursprung dieses Farbenspiels mit dem blumigen Worten von der  „blauen Blüte vom anderen Ende der Welt“. Ich denke aber auch der verwendete  Lavendel spielt bei der Farbgebung auch eine Rolle. Daneben werden noch Wacholder, Angelika, Muskatblüte, Süßholz, Rosmarin sowie frische Orangen und Zitronen verwendet. Insgesamt kommen 14 Botanicals zum Einsatz, davon werden aber einige nicht genannt.

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Das A-Siegel auf den Sample-Flaschen

Die Nase fühlt sich ein wenig an der Nase herumgeführt. So erwartet man eher etwas süsses, hat aber eher eine würzige, erdige Nase, mit mediterranen Kräuter und einer ganz leichten Zitrusnote. Ebenso ist der Wacholder spürbar und nach einiger Zeit kommen auch blumige Aromen dazu. Der erste Schluck und sofort fällt die Süsse auf. Hier hat der Lavendel wohl zu beigetragen. Dazu kommt eine gewisse Gewürznote und eine Blumigkeit. Für mich war das Ganze schon wieder ein wenig zu süss.

Dann der Einsatz von Tonic herrlich diese Farbveränderung. Damit kann man bestimmt zum Mittelpunkt einer jeden Party werden.  Ich habe mich für das Fever Tree mediterranean entschieden. Herausgekommen ist ein absoluter mediterraner Gewürzbecher mit einer angenehmen Süsse. Hier finde ich dass er ein ganz klarer G&T Gin ist, der erst mit Tonic richtig zu seiner Entfaltung kommt. Gelungener Gin mit einer spektakulären Farbgebung.

Als Fazit bleibt mir festzuhalten, das Gin-Abo der Abonauten ein gelungenes Produkt für Gin-Liebhaber ist. Man hat schon Vorfreude beim Auspacken und speziell bei der Auswahl der Gins haben die beiden wirklich ein gutes Händchen bewiesen.

Mit einem Abonauten Gin-Abo erhaltet Ihr immer am ersten Donnerstag des Monats eine Box mit drei verschiedenen Gins (jeweils 0,1 Liter). Ein Abonnement kann man ab 30 € im Monat beziehen. Angeboten werden Abonnements mit drei, sechs oder zwölf Monaten Laufzeit, sowie ein flexibles, monatlich kündbares Abo namens Gin Flex. Dabei sind im Preis die Kosten fürs Porto schon enthalten. Weihnachten steht ja auch schon wieder vor der Tür, wenn Ihr also ein Geschenk für Euch selbst oder Freunde sucht, vielleicht wäre es ja etwas.

Informationen über die Abonauten, das Ginabo und Bestellmöglichkeiten findet Ihr hier: www.abonauten.de

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Disclaimer: Die 1. Abonauten-Box wurde mir von der Abonauten UG i.Gr. aus Bad Tölz unentgeltlich zum Testen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Eine inhaltliche Beeinflussung des Textes fand nicht statt.

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Geniale Besichtigungstour in der Ballindalloch Distillery

Ballindaloch Distillery von außen

Wie einige Leser wissen, war ich während meines diesjährigen Sommerurlaubs mal wieder in Schottland. Und dabei habe ich natürlich die Chance genutzt, die eine oder andere Destille zu besuchen. Da ich doch schon einige Destillen von innen gesehen habe, beschränke ich mich meist auf kurze Besuche mit ein paar Fotos von außen oder einem kurzen Stopp im Visitorcenter. Nur bei ausgewählten neuen Destillerien oder besonderen Führungen bzw. Tastings buche ich auch schon mal eine Führung.

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Der wunderbare Innenhof

Die Destille um die es in diesen Beitrag gehen soll, ist einerseits ein wahres Schmuckstück und bietet eine sehr individuelle Führung an. Auf sie gestoßen, bin ich durch die Empfehlung eines guten Freundes. Er hatte die Führung im letzten Jahr mitgemacht und hat mir wärmstens ans Herz gelegt, wenn ich in der Nähe bin, unbedingt die neue Ballindalloch Distillery zu besuchen.

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Ein schöner Willkommensgruss

 

Ballindalloch wird den meisten sehr wahrscheinlich nichts sagen, außer einige Schlossliebhaber kennen den Namen, auf Grund des Schlosses mit identischen Namen. Und es besteht sogar ein direkter Zusammenhang zwischen beiden. Sowohl das Schloss, als auch die Destille gehören der Macpherson-Grant Familie. Zur ungefähren Orientierung: die Destille liegt im Whiskymekka der Speyside, wo fast 2/3 alle schottischen Destillen anzutreffen sind. Man findet Sie ungefähr zwischen den Destillen Glenlivet und Glenfarclas, am Nordöstlichen Rand des Cairgorm Nationalparks.

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Mal keine Porteus Mill – aber trotzdem rot

Wir fuhren an einem verregneten Dienstagmorgen im August zu unserem Besuch zu Ballindalloch. Wir hatten natürlich vorab Kontakt aufgenommen, da es hier kein Visitorcenter gibt und Führungen nur mit vorherigen Anmeldung durchgeführt werden. Von weitem ist schon das tolle, weiße Gebäude mit dem sehr prägnantem Schriftzug zu sehen. Obwohl die Destille erst 2 Jahre alt ist, wirkt das Gebäude und die Anlage viel älter. Was damit zusammenhängt, dass sie in einem 200 Jahre alten und gut restaurierten Farmhaus untergebracht ist. Wir wurden von Brian dem Visitormanager formvollendet empfangen. Neben uns war nur noch ein weiteres Pärchen aus Aberdeen für die Führung angemeldet. Das ist doch schon mal schön, mit nur vier Personen an einer Führung teilzunehmen.

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Brian in seinem Element

Da es recht kühl war und sich Schottland von seiner besten, verregneten Seite zeigte, begannen wir in einem gemütlichen Raum mit einem wunderbaren, zweiten Frühstück. Neben Tee und Kaffee wurden auch noch Plätzchen gereicht. Während wir uns am Tee aufwärmten, erzählte uns Brian ein bisschen was zur Geschichte. Ursprünglich war dies eine recht heruntergekommene Farm. Sie diente als Werbeplattform für den dahinterliegenden Golfplatz. Anfang der 2010er Jahre spielte auf diesem Golfplatz auch ein Whisky-Destillen Konstrukteur. Er meinte mehr zum Spaß, daß man in das alte Farmhaus doch eine Destille bauen könnte. Was eigentlich eher als Scherz gemeint war, nahm Lord Macpherson zum Anlass ein Konzept dazu zu entwickeln. Der Konstrukteur erhielt den Auftrag eine Destille und einen entsprechenden Kostenrahmen zu entwickeln. Und so entstand die Idee und die spätere Umsetzung für die Ballindalloch Single Estate Distillery. Durch Unterstützung der EU und die diversen anderen Projekte des Lords konnte man den Bau in ca. 2-3 Jahren umsetzen.

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Die fünf Wachbacks

Durch die Verbindung der Familie zur Gegend achtete man bei der Renovierung darauf, möglichst nur auf lokale Handwerker zurückzugreifen. Außerdem versuchte man auch möglichst vieles original zu rekonstruieren. Und was sie geschaffen haben, kann sich wirklich sehen lassen.

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Die beiden Stills von Ballindalloch

Dann ging es auf unseren Rundgang. Beim ganzen Gebäude und auch den Anlagen konnte man das Konzept und die Zielsetzung hinter dieser Destillerie erkennen. Man verfolgt ganz klar das Konzept einer Premiumstrategie. Alles ist sehr hochwertig angelegt und qualitativ umgesetzt. Angefangen bei den Brennkesseln bis hin zu den eingesetzten Materialien. Man will sich klar als Qualitätsdestillerie positionieren. Das spiegelt sich auch in der Absicht wieder, erst mit einem gereiften Single Malt an den Markt zu gehen. So wird auch kein New Spirit verkauft und der erste Malt wohl nicht vor 2025 (dann ca. 10 Jahre alter Whisky) abgefüllt werden.  So hat man bewusst auf ein Visitorcenter verzichtet und will nur kleinen Gruppen von wirklich Interessierten die Destille näher bringen. Und ich muss sagen, ich habe selten eine so detaillierte Führung miterlebt. Wir konnten uns alles anschauen und Brian erläuterte uns alle Punkte der Produktion. Wobei er vorher fragte, was für Vorkenntnisse wir mitbringen und was uns besonders interessierte. Auf unseren Rundgang durften wir sogar selbst bei der Whisky/Spiritproduktion Hand anlegen.

So durften wir die Hefe einfüllen. Einer von uns musste die Hefe aus einem Eimer behutsam in den Kessel schütten. Währenddessen musste jemand anderes mit einer Art Stampfer dafür sorgen, dass die Hefe nicht zerklummte. Hat echt Spaß gemacht.

Brian als erfahrener Guide flocht aber auch immer wieder nette Anekdoten und Geschichten beim Rundgang mit ein. So erzählte er uns auch, dass man Prinz Charles und Camilla für die Eröffnung gewinnen konnte. Dies hängt mit den guten Beziehungen der Eigentümerfamilie zur königlichen Familie zusammen. So ist der jetzige Lord auch Page bei der Trauung von Charles und Diana gewesen. Bilder von der Eröffnung und auch eine extra Plakette findet man daher an verschiedenen Orten in der Destille.

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Nach einem Jahr schon im begehrten Club

Von der Kapazität her, ist Ballindalloch eher eine kleine Distillery. Sie besitzen 5 Washbacks aus Pinienholz mit ca. 10.000 Litern max. Fassungsvermögen. Daneben eine Wash Still mit 5.000 Litern und eine Spirit Still mit 3.600 Litern. So dass sie insgesamt ca. 100.000 Liter pro Jahr produzieren. Die 5-6 hier arbeitenden Personen arbeiten nur an 5 Tagen die Woche. Diese Zahlen erklären auch Brians Abneigung gegenüber dem Begriff  Microdestille. Da dieser Begriff häufig eher für einfach ausprobieren bzw. Hobby steht.

Dagegen sehen sich ganz klar als Craftdestille, da doch vieles hier Handarbeit ist ein großes handwerkliches KnowHow vorhanden ist. Außerdem versuchen sie bei ihren Zutaten größtenteils auf lokale Materialien zurück zugreifen. So gehört ja zu den Ballindalloch Unternehmen auch Landwirtschaft dazu und im Umfeld der Destille wir genügend Gerste angebaut.

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Der wiederverwendete Cragganmore Spiritsafe

Nach einer sehr abwechslungsreichen und einer eineinhalbstündigen Tour durch die Produktion kamen wir zum Höhepunkt unserer Besichtigung. Wir kamen in den Tastingroom und kamen uns gleich vor wie in einem Schloss. Hier hat man natürlich auch viele Einrichtungsgegenstände aus dem Schloss verwendet. Da Ballindalloch ja erst seit 2 Jahren produziert und man bewusst auf das Verkosten von New Spirit verzichten musste, haben sie sich etwas anderes überlegt. Brian erzählte uns, das er vorher als oberster Gästeführer bei Glenfiddich tätig war. Dann hatte ihn der Lord angesprochen, ob er die Stelle hier nicht übernehmen möchte.  Er sagte ja, verlangte aber ansprechende  Spirituosen die man Gästen entsprechend der hochwertigen Ausrichtung der Destille anbieten konnte. Aber der Lord konnte mit einem Hinweis auf die Familiengeschichte aushelfen. Dieses Problem konnte Lord Macpherson-Grant  mit einem Hinweis auf die Familiengeschichte lösen.

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Hochherrschaftliche Ausstattung

Die Familie war nämlich in der Vergangenheit schon mehrmals im Whiskybusiness tätig. Einerseits wurde in den frühen 1820 Jahren von einem Vorfahren die heute nicht mehr existierende Delnashaugh Distillery gebaut.  Außerdem gründete sie die Cragganmore Distillery. Diese gehörte der Familie bis in die 50er Jahre. Erst die Steuerschulden eines Vorfahrs des heutigen Lords machte einen Verkauf der Destille notwendig. Trotzdem bekam man das Recht bei Gelegenheit das ein  oder andere Fass aus der Cragganmore Destille zu beziehen. Und diese edlen Tropfen darf man im Rahmen der Führung probieren. Damit ist die Führung in der Ballindalloch Destille quasi die einzige Möglichkeit noch alte Singlecaskabfüllungen der Cragganmore Distillery zu probieren. Lustige Funfact ist, dass der hier verwendete Abercrombie Spirit Safe ursprünglich in der Cragganmore Distillery den Newspirit trennte.

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Einer der Tastingräume

Wir machten es uns in bequemen Ledersofas um einen Kamin gemütlich und starteten mit einem 27 jährigen Cragganmore aus einem Bourbon Cask mit 53,1 % Alkohol. Was ein leckerer Whisky, wunderbar eingebunden und ein wunderbarer Schnüffelwhisky.

Um das Ganze noch zu steigern kam als nächstes ein noch ein Jahr älterer Cragganmore ins Glas. Dieser hatte zwar nur 42,6 % Alkohol – aber das war vollkommen ausreichend. Könnte man doch solche Flaschen noch käuflich erwerben.  Diese Whiskys waren einfach nur wunderbar ausgewogen, mit einem guten Holzeinfluss ohne das er überlagernd gewirkt hätte und extrem lecker.

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Gemütliche Ledersofas zum verweilen

Und um uns endgültig die Nase lang zu machen, gab es zum Abschluss noch einen 29 jährigen Cragganmore ausschließlich im Sherryfass (Oloroso) gelagert. Dies wäre mein Whisky für einen längeren Aufenthalt auf einer einsamen Insel. Bisher kannte ich nur den 14-jährigen Standard, den Destillers Edition und einen von Signatory. Nach diesen Köstlichkeiten hat man auf einmal einen komplett anderen Blick auf die Cragganmore Distillery.

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Die „Teilnehmer“ am leckeren Abschluss

Was ein würdiger Abschluss eines erlebnisreichen Vormittags. Eine absolute Empfehlung für alle die in der Speyside-Region sind. Wichtig ist, vorab sich anzumelden. Die Touren finden nur in Kleingruppen statt und kosten angemessene 35 Pfund pro Person. Dafür bekommt man eine sehr individuelle, sehr ausführliche und unterhaltsame Führung. Zusätzlich wirklich absolut gigantische Whiskys, die man in einem tollen Ambiente genießen kann. Daneben gibt es noch speziellere Touren bzw. Ganztagesworkshops in Whiskyherstellung. Nähere Informationen zur Destille, den Touren und den Kontaktdaten von Brian findet Ihr unter https://www.ballindallochdistillery.com/

Hier noch ein paar Impressionen der Destille:

 

 

 

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Neue Single Malts aus der Sujet-Reihe von whic

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Testbatterie – drei Whiskys der neuen Sujet-Reihe

Heute möchte ich Euch drei neue Single Malt Whiskys vorstellen, die ich vorab probieren durfte. Es geht um drei Abfüllungen des Blogs, Onlineshops und seit 2016 auch unabhängigen Abfüllers whic – Whiskycircle aus Süddeutschland. Der ein oder andere kennt sie bestimmt schon, da sie auch viele interessante Artikel und regelmäßige News rund um das Thema Whisky veröffentlichen. Daneben haben Sie auch schon drei kostenlose und sehr lesenswerte E-Books ebenfalls zum Thema Whisky veröffentlicht – zu schottischen, japanischen und irischen Whisk(e)y. Ich finde auch sehr gut, dass sie nicht nur als Shop auftreten, sondern Ihr Wissen und Know How in ihrem Blog und dem Newsletter an ihre Kunden und Abonnenten weitergeben.

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Testaufbau für das Probieren der Sujet-Reihe von Whic

Aber kommen wir zu den Whiskys. Ich durfte drei schottische Single Malts probieren, die alle in Fassstärke, ungefiltert und ungefärbt sind und jeweils nur aus einem Fass kommen. Wie es sich für einen guten Whisky eigentlich auch gehört. Die drei gehören zu der neuen Reihe „whic sujet“. Die Whisky dieser Reihe fallen erstmal durch die sehr schönen Labels auf. Alle Abfüllungen enthalten Aktstudien der litauischen Künstlerin Ruta Grigaite. Und wie passend ist es, dass man das „flüssige Kunstwerk“ Whisky in eine Flasche mit einem Kunstwerk auf dem Label abfüllt. Die Aktstudien gehören entsprechend zu einer Reihe von Zeichnungen die alle sehr ansprechend sind  und häufig auch einen Bezug zu dem enthaltenen Whisky haben. Aber dazu nachher mehr. Alle drei Whiskys wurden außerdem  am Ende ihrer Lagerung noch einmal für eine bestimmte Zeit gefinisht. Wobei die ersten beiden nachträglich noch in einem Madeira Cask und der dritte Whisky in Sherry Oktave Fässern gelagert wurden. Aber kommen wir nun zu den Whiskys.

  1. Fettercairn Madeira Hogshead Finish 10 Jahre (2006-2017) 52,6 % –
    Whic Sujet I
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Fettercairn 10 Jahre – Sujet I – Quelle: whic.de

Nach 10 Jahren im Bourbonfass gönnte man diesen Whisky noch 9 Monate im Madeirafass. Was ich sagen muss, dem Whisky sehr gut getan hat. Einerseits gab das Fass eine wunderbare Farbe ab, so dass wir nun einen schönen bernsteinfarbenen Whisky haben, anderseits glättete das Fass den Whisky noch ein wenig und gab ihm eine schöne Süsse. Aber fangen wir mit der Nase an. Es kann an den sommerlichen Temperaturen liegen, aber irgendwie erinnert er mich zu Beginn an eine sommerliche Blumenwiese. Ein wenig Kräuter, aber auch Frucht und dezent blumig. Im Antritt sticht er schon ein wenig in der Nase aber das verfliegt nach einer gewissen Zeit. Im Hintergrund denke ich auch Nuss und Karamell zu spüren und mit der Zeit auch ein wenig Zitrusnoten. Der Madeira hat schon eine gute Arbeit geleistet.

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Die erste Probe – Sujet I ein 10 jähriger Fettercairn mit einem Madeirafinish

Im Mund spüre ich auch zuerst die Süsse. Zu Beginn ein ganz sanfter Antritt, der aber zunimmt und gefühlt stärker wird. Der Alkohol ist besonders an der Zungenseite mit Kribbeln gut spürbar. Auch habe ich eine gewisse Bitterkeit, sowie bei manchen Nüssen. Aber da es ja der erste Whisky des Tages ist, muss noch ein zweiter Schluck her. Und jetzt ist er auch schon runder und ich fühle mich an die berühmte Schokocreme aus Alba in Italien erinnert. Sehr schön schoko-nussig und damit es nicht zu süss wird, kommt im Abgang eine gut spürbare Pfeffernote dazu. Man spürt schon den Alkohol noch deutlich, aber das finishen im Madeiracask hat ihn runder gemacht und so wirkt er auch ein wenig älter als seine 10 Jahre.  Dieser Whisky schreit einfach danach ihn auch mit einem Tropfen Wasser zu probieren. Das führt dazu, dass er noch süsser wird. In der Nase ist jetzt die Zitrusnote stärker spürbar und die Nussnougatcreme kommt richtig schön durch. Gefällt mir wirklich sehr gut. Für einen 10 jährigen Fettercairn, wahrlich keine Hypedestille,  ist er sehr schön gelungen. Für Fans von Schoko-Nuss absolut zu empfehlen und mit Wasser kann man auch schön mit ihm spielen. Und mit 59,90 € für die Flasche ein wirklicher Schnapper für eine Singlecaskabfüllung in Fassstärke. Er wurde aus dem Fass mit der Nr. 107660 in 420 Flaschen abgefüllt.

Weitere Informationen: http://whic.de/fettercairn-2006-2017-10-jahre-madeira-finish-whic-sujet.html

  1. Macduff Madeira Hogshead Finish 10 Jahre (2006-2017) 55,0 % –
    Whic Sujet II
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Macduff 10 Jahre Sujet II von Whic Quelle: whic.de

Auch hier wurde das gleiche Vorgehen wie schon beim Fettercairn angewandt. Erst lagerte dieser Macduff für 10 Jahre in einem Bourbon-Hogshead und dann wurde er für ebenfalls für 9 Monate in einem Madeirafass gelagert. Nett finde ich die Anspielung das Labels mit seiner grün-gelblichen Farbe auf die hier gut wahrnehmbaren Zitrusnoten. Die Macher haben sich doch einige Gedanken bei der Label-Gestaltung gemacht. Die hier verwendete Aktstudie erinnert mich persönlich irgendwie an ein Werk von Gustav Klimt. Aber kommen wir auch hier zum Whisky. Hier wurde ein Macduff abgefüllt. Die Destillerie aus Banff ist für schottische Verhältnisse noch relativ jung und produziert fast ausschließlich für die Blendindustrie. Seit einiger Zeit gibt es auch eine Originalabfüllung die unter dem Namen The Deveron vertrieben wird. Außerdem verkaufen sie auch das eine oder andere Fass von unabhängige Abfüller, so dass man ab und zu einen Single Malt von Macduff von einem unabhängigen Abfüller erhält.

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Probe Nr. 2 ein 10-jähriger Macduff mit Madeirafinish

Auch bei diesem Whisky handelt es sich wieder um eine Einzelcaskabfüllung in Fassstärke, ungefiltert und ungefärbt. Aber mit 55 % Alkohol kommt der Macduff noch ein wenig kräftiger daher. Obwohl er in der Nase, trotz des mehr an Alkohol,  bedeutend sanfter als der Fettercairn wirkt. Und obwohl dieser Whisky auch im Madeirafass gefinisht wurde, weist er in den Aromen doch größere Unterschiede auf. Zuerst fällt mir eine gewisse Bitternote auf, die ich aber nicht genau einstufen kann. Dann auch Malz und schöne Fruchtaromen die eher in Richtung von hellen und auch Zitrus- bzw. Südfruchtnoten gehen. Die in den offiziellen Tastingnotes angesprochene Ingwernote konnte ich nicht finden. Kommen wir zum ersten Schluck. Im Vergleich zum Fettercairn bedeutend sanfter, weniger alkoholbetont und zu Beginn eine sehr schöne Süsse, die aber dann ins Bittere umschlägt. Diese mag ich irgendwie gar nicht. Auch wenn eher ungewöhnlich, habe ich sogar das Gefühl ein wenig Schwefel wahrzunehmen. Auch hier ist eine Pfeffernote wahrzunehmen, die aber weniger stark ausgeprägt ist. Und hinten heraus auch noch ein wenig Schoko und im Abgang eine schöne Süße. Hier ist dann auch die von mir wahrgenommene Bitternote nicht mehr so dominant. Versuchen wir das Ganze nochmal mit Wasser. Auch hier steigert sich der Whisky mit Wasser noch etwas. Eigentlich versuche ich jeden Whisky mit Wasser, da der Whisky sich häufig noch ein wenig öffnet. Speziell bei Fassstärkenwhiskys mit höheren Prozentzahlen bietet es sich natürlich noch eher an. Jetzt kommen auch die Schokonoten noch besser raus und das Ganze wird ein wenig süsser. Auch hier hat man es mit einem grundsoliden Malt zu tun. Das Finish im Madeirafass führte hier aber schon zu anderen Noten. Speziell die Zitrusnoten hat man nicht so häufig im Glas. Aber die Bittersten haben mich ein wenig gestört. Es war besonders interessant, die beiden Whiskys hintereinander zu testen. Obwohl dieser nicht ganz so meinen Geschmack traf, isst es eine grundsolide und gelungene Abfüllung. Diese wird auch mit 59,00 € angeboten. Hier wurden insgesamt 400 Flaschen abgefüllt.

Weitere Informationen: http://whic.de/macduff-2006-2017-10-jahre-madeira-finish-whic-sujet.html

  1. Tobermory Sherry Octove Finish 21 Jahre (1996-2017) 48,6 % –
    Which Sujet III
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Tobermory 21 Jahre Sujet III von Whic Quelle: whic.de

Kommen wir zu Whisky Nummer drei. Und wenn man sie alle drei nebeneinander stellt, fällt natürlich zuerst die Farbe auf. Er ist doch bedeutend dunkler, was auf Grund des Alters und des nachträglichen finishen nicht verwunderlich ist. Hier haben wir nun einen Tobermory. Ich sage gleich vorweg, mit dieser Destille stehe ich immer ein wenig auf Kriegsfuß. Ich mag die Insel Mull, Tobermory ist eine wundervolle Stadt und auch die Destillerie ist wirklich klein und knuffig. Aber der Whisky dieser Brennerei egal ob der getorfte oder ungetorfte, von denen ich schon einige probiert habe, überzeugte mich nur in den wenigsten Fällen. Aber ich lasse mich gern eines besseren Belehren, also weitertesten und probieren.

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Probe Nr. 3 ein dunkler Tobermory mit Sherryfinish

Hier haben wir es verglichen mit den ersten beiden mit einem richtigen Senior zu tun. Hier durfte der ursprüngliche New Spirit für 21 Jahre in einem Ex-Bourbon Fass lagern. Nach dieser Zeit kam diesmal aber kein Madeiracask zum Einsatz, sondern ein Sherryfass, eigentlich waren es sogar 3 Fässer. Hier wurden drei sogenannte Sherry-Octavefässer verwendet. Dies sind kleinere Fässer, die einen stärkeren Austausch von Holz zum Destillat fördern. So fassen Octave-Fässer nur so ca. 50 l. Was verglichen mit z.B. einem Hogshead mit 250 l ein bedeutend geringeres Volumen bedeutet. Da diese bedeutend kleiner waren als das ursprüngliche Fass, hat man dieses auf 3 Octaves aufgeteilt. Nach einer mehrmonatigen Lagerung in den Octaves wurden diese drei Fässer dann wieder zusammengefüllt – in Whiskykreisen spricht man von vermählen und dann erst abgefüllt. Auch hier wieder ein sehr geschmackvolles Label ins bräunliche gehend. Ich bin schon gespannt, was ich davon im Whisky wiederfinden werde. Die erste Nase kommt schon sehr schön. Alles rund, wunderbar eingebunden. Ich habe Früchte in der Nase, die schon ins stärker süßliche gehen. Ein wenig wie Dörrobst oder kandierte Früchte. Ebenfalls sind auch ein wenig Leder und auch dezente Tabaknoten wahrnehmbar. Das ist schon eine Nase, der ich mich gerne länger widme. Ein sehr schöner Schnüffelwhisky.

So der erste kleine Schluck – mmmhhh – Schoko, Honig, Süsse, auch Keksnoten und alles wunderbar schmeichelnd. Sehr schön eingebundener Alkohol – hier kommt die Seniorität doch gut durch. Man merkt schön das Holz, das beim Abgang noch stärker wird. Auch ein wenig Trockenheit bleibt übrig, aber alles im Rahmen. Auch ein wenig Kaffee und Kakao bleibt im Mund. Wirklich sehr gut gelungen. Bei seinen 48 % trau ich mich gar kein Wasser dazu zugeben, aber es wird trotzdem probiert. Gefühlt werden die Früchte heller, stärkere Zitrusnoten sind spürbar. Auch Malzsüsse und Kakao kommen stärker zur Geltung. Das Holz und die Trockenheit gehen ein wenig zurück. Auch nicht schlecht, aber hier bevorzuge ich ganz klar die Variante ohne Wasser. Für mich das klare Highlight der bisherigen Sujet-Reihe. Ein wirklich gelungener Tobermory, was ich sehr selten sage. Wunderbar rund und man kann sich länger mit ihm beschäftigen. Die finale Lagerung in den Sherry Octaves hat ihm sichtlich gut getan. Für mich eine klare Empfehlung. Natürlich muss man für 21 Jahre dann doch ein wenig tiefer in die Tasche greifen. Der Tobermory ist für 119 € zu haben. Insgesamt sind von dieser Abfüllung 231 Flaschen herausgekommen.

Weitere Informationen: http://whic.de/tobermory-1995-2017-21-jahre-sherry-octave-finish-whic.html

Zum Schluss kann ich mich nur wiederholen. Eine wirklich interessante neue Serie von Whiskys – die allein schon mit dem Label ein Blickfang in jedem Schrank sind. Aber auch geschmacklich sehr gelungen und empfehlenswert sind. Wer mehr über die Sujet-Reihe oder den Shop bzw. Blog erfahren möchte, kann dies unter www.whic.de  weitere Informationen finden. Allein schon für die Gratis-E-Books seit kurzer Zeit auch eins zu irischen Whiskey lohnt sich ein Websitebesuch.

Disclaimer: Die drei Whiskyproben wurden mir von der whic UG aus München unentgeltlich zum Testen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Eine inhaltliche Beeinflussung des Textes fand nicht statt.

 

 

 

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D.E.W. & A BREW – Irish Wiskey meets local Beer

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Tasting Pannel – vier Whiskey und vier Bier

D.E.W. and a brew unter diesem Moto veranstaltet Tullamore Dew seit gut 2 Jahren eine Veranstaltungsreihe, bei der die alte irische Tradition Whiskey mit Bier zu trinken, wiederbelebt werden soll. Dafür sucht sich Tullamore jeweils lokale Brauereien aus, bei denen man mit abgestimmten Bieren verschiedene Sorten Tullamore Whiskey kombinieren bzw. neudeutsch pairen kann. Bei der Veranstaltung in Köln, an der ich teilnehmen durfte, wählte man die Gaffel Brauerei. Die Jungs um Braumeister Reiner Radke hatten nur 4 Wochen Zeit, um sich auf diesem Event vorzubereiten. Und was sie da an Bieren hergezaubert haben, war wirklich phänomenal.

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Ort der Veranstaltung das Wirtshaus Spitz in Köln

Zu Beginn war ich ja skeptisch, ich dachte an mein erstes Whisky und Biertasting – hier findet Ihr den Beitrag. Dieses war spannend, aber das Fazit war, allein schmecken die Getränke besser. Aber hier geht es um irischen Whiskey und passend abgestimmtes Bier. Warum also nicht nochmal probieren.  Auch bin ich kein wirklicher Kölschfan, aber Gaffel hatte ja schon mit dem Sommerhopfen gezeigt, dass sie auch neben dem Kölsch andere Biere machen können. Aber was hier das Gaffen-Team geboten hat, zeigt was alles möglich ist. Innerhalb so kurzer Zeit vier hervorragende Biere und diese passend auf die Whiskeys abgestimmt, das ist wirklich Handwerkskunst.

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Das urgemütliche Wirtshaus Spitz

 

Die Veranstaltung fand an einem Montag Abend im Brauhaus Spitz, welches zu Gaffel gehört, statt. Ca. 30 Personen aus der Blogger- und Spirituosen- und Getränkeszene waren anwesend. Durch den Abend führte gut gelaunt und charmant der Global Brand  Abmbassador von Tullamore Dew John Quinn. Begleitet wurde er vom Braumeister und Biersommelier Reiner Radke von der Gaffel Brauerei. Als Grundlage gab es sehr leckere kölsche Tapas, die bei der Kombi Bier und Whiskey gut angebracht waren. John ein Urgestein der irischen Whiskyinsdustrie, immerhin arbeitet er schon seit 1974 hier, begann mit seinem Vater und Großvater.

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Braumeister Radke beim konzentrieren Zapfen

Für sie war es das normalste der Welt ihren Whiskey mit einem Bier, damals natürlich fast immer Guinness, zu trinken. So ist die Idee zu dieser Veranstaltungsreihe entstanden. Außerdem sind ja Whiskey und Bier enge Verwandte – zumindest durchlaufen sie die ersten Herstellungsschritte gemeinsam.

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Die heutige Tastingauswahl an Whiskey

Begonnen haben wir mit dem Standardblend von Tullamore. Den ich natürlich schon kannte, aber schon sehr lange nicht im Glas hatte. Ein wirklich schöner leichter, man kann fast Sommerwhiskey sagen. Schöne Zitrusnoten, ein wenig grüner Apfel und schön cremig. Nach einem kurzen Probeschluck, zeigte uns John das richtige Vorgehen. Zuerst einen kleinen Schluck Whiskey – kurz die Geschmacksnoten merken, dann einen Schluck Bier drauf – wieder die Veränderungen merken und dann noch mal einen Schluck

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Die vier verkosteten und sehr gelungenen Gaffel-Biere

Whiskey. Es war faszinierend wie sich der Geschmack veränderte. Man kennt das ja schon beim Mischen mit Wasser. Da das Bier auch noch Eigengeschmack mitbringt, vervielfachte sich die Geschmacksveränderung. Auf einmal wurden manche Noten verstärkt, es kamen neue dazu, andere waren weg. Den ersten Whiskey tranken wir mit einem Gaffel Pale Ale. Dieses war wie alle anderen Biere frisch vom Fass gezapft. Das Gaffel Pale Ale  brachte durch seine Hopfung schöne Fruchtaromen mit und die Kombination mit dem Whiskey war super gelungen. Man hatte einen Fruchtcocktail mit grünen Äpfeln und Zitrusnoten im Mund – einfach genial.

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John Quinn beim Vortrag

Reiner Radke teilte uns mit, dass alle Biere obergärig gebraut und kaltgehopft wurden. Neben dem Pale Ale gab es noch ein Brown Ale, ein Sweet Stout und ein Porter. Die für die kurze Herstellungszeit überaus gelungen waren und denen zu wünschen ist, irgendwann auch mal in größere Produktion zu gehen. John lieferte und dann natürlich noch etwas zu den Whiskeys und erklärte uns, dass bei diesen die Drei  eine große Rolle spielt. So werden alle Whiskeys, wie für irische Whiskeys typisch, dreifach destilliert. Bis auf den Single Malt sind alle tripple blended, d.h. neben Maltwhisky, Grainwhisky wird auch Potstill eingesetzt. Außerdem lagern sie in drei unterschiedlichen Fässern. Einerseits in Ex-Bourbon, anderseits aber auch in Ex-Sherry- und ungewöhnlicherweise auch in Ex-irishwhiskey Fässern.

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Mit kölschen Tapas wurde für eine ordentliche Grundlage gesorgt

Die zweite Kombination war der Tullamore 12 Years Special Reserve zusammen mit einem Brown Ale. Das Brown Ale kam mit 5,6 % Alkohol daher. Hatte eher eine milde Bitterung von unter 30 IBU und eine schöne Schokonote. Die in Kombination mit dem Whiskey nochmal hervorgehoben wurde. Trotzdem muss ich sagen, dass dies für mich die schwächste Kombination des Abends war. Allein getrunken waren beide Getränke  gut, aber die Kombination war für mich irgendwie nicht passend. Weiter ging es zu meinem Highlight des Abends. Als Whiskey gab es einen 14 jährigen Singlemalt. Das Besondere an ihm war, er wird zuerst für 13 1/2 Jahre in  Ex-Bourboncasks gelagert. Danach wird der Whiskey in drei Teile aufgeteilt. Ein Teil wird für 6 Monate im Sherryfass, ein anderer Teil für 6 Monate im Port- und der dritte Teil ebenfalls für 6 Monate im Madeirafass gefinisht. Dann im Anschluss werden alle drei Teile wieder gemeinsam miteinander vermählt. Was für eine wunderbar, weiche Fruchtbombe. Ich muss sagen ein wirklich gelungener Whiskey der für seine 14 Jahre als Single Malt ein absoluter Preis-Leistungssieger ist. Dazu gab es ein sehr leckeres Sweet Stout. Hier kamen unterschiedliche Malze zum Einsatz. Neben Wiener Malz, Karamellmalz auch getoastetes Malz. Dies führte einerseits zu einer schönen dunkelbraunen Farbe und herrlichen Kaffee- und Kakaonoten. Außerdem wurde deutscher Hopfen und Barley Wine Hefe eingesetzt. Wenn schon die einzelnen Getränke jedes für sich gut waren, dachte man bei der Kombi – die müsste so zusammen verkauft werden. Wunderbare Schokonoten gepart mit Orangennoten – ich fühlte mich in meine Kindheit mit Jaffakeksen zurückversetzt.

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Der Drinklaborant beim D.E.W. and a Brew

Den Abschluss bildete auch noch mal eine besondere Mischung. Als Whiskey kam der Tullomore Phoenix mit 55 % Fassstärke zum Einsatz. Der Phoenix spielt für die Stadt Tullamore eine bedeutende Rolle. So stürzte 1785 der Sohn des Lords mit einem Heißluftballon ab. Dieser hatte zu seinem 21. Geburtstag eine Fahrt mit einem, damals noch sehr unbekannten Flugobjekt geschenkt bekommen. Beim Start rammte er den Schornstein einer Fabrik und entfachte einen Brand, der fasst die gesamte Stadt in Schutt in Asche legte. So kann sich Tullamore „rühmen“ der Ort mit dem ersten Luftverkehrsunsfall zu sein. Außerdem wurde der Phoenix nach dem Wiederaufbau Teil des Stadtwappens. Und als die Tullamore Destillerie nach über 60 Jahren wieder vor ca. 3 Jahren errichtet wurde, musste natürlich eine Spezialabfüllung mit dem Namen Phoenix auf dem Markt gebracht werden. Dazu gab es ein extrem süsses Porter. Bei vielen Teilnehmern kam die Assoziation mit Malzbier auf. Auch hier kam Barley Wine Hefe zum Einsatz, die zu einem kräftigen Alkoholgehalt von 7,2 % führte. Auch diese beiden Getränke passten gut zusammen, waren aber mir in der Kombination zu süss. Da sie sich beide gegenseitig unterstützten. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass diese Kombination bei vielen sehr gut ankommen könnte.
Nach dem Tasting bietete sich noch die Gelegenheit mit den beiden Referenten, aber auch mit den anderen Zuhörern sich auszutauschen. Ein wirklich gelungener Abend mit tollen Whiskeys, genialen Bieren und gelungenen Pairings. Jetzt wünscht man sich nur noch, dass man diese Biere zukünftig auch mal kaufen kann, um so zu Hause oder in der Kneipe seines Vertrauens ein D.E.W. AND A BREW zu genießen. Auf diesem Weg möchte ich mich sowohl bei Tullamore D.E.W. Und der Gaffel Brauerei für eine sehr gute und aufschlussreiche Veranstaltung bedanken.
Weitere Information zu Tullamore D.E.W. Findet Ihr hier

Weiter Informationen zur Gaffel Brauerei findet Ihr hier.

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The Moll Cocktail – die süffige Gangsterbraut 

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The Moll Cocktail – nach dem Savoy Cocktail Book

Wie Ihr bestimmt schon wisst, bin ich ein großer Fan der alten, teilweise vergessenen Cocktailrezepte. Und genau um so eins so es heute gehen – The Moll Cocktail. Schon der Begriff Moll – wird heute fast niemanden mehr etwas sagen. Speziell in den 20er Jahren war eine Moll – heute würde man sagen Gangsterbraut. Dieser Begriff wurde häufig in den Hard-Boiled Gangster und Dedektivegeschichten der 20er und 30er Jahre verwendet, die teilweise Grundlage für die Filme der schwaren Serie Hollywoods bildeten. Aber was hat das Ganze mit Cocktails zu tun.

Das Rezept entstammt dem Bar-Buch Klassiker The Savoy Cocktail Book aus den 30er Jahren. Wie sein großer Bruder der Negroni besteht er aus 3 Spirituosen mit gleichen Anteilen. Wobei hier anstatt des Campari, Sloe Gin verwendet wird. Außerdem wird das gewisse Etwas durch den Spritzer Orangebitter erzeugt. Das Originalrezept fordert trockenen französichen Wermut. Ich habe auf meinen Lieblingswermut dem Carpano Antico Classico zurückgegriffen. Außerdem gibt das Originalrezpet noch den Hinweis, dass man Zuckersirup bei Bedarf ergänzen kann. Ich für meinen Teil, habe darauf verzichtet, da sowohl der Sloe Gin, als auch der Wermut schon eine gewisse Süsse mitbringen.

Hier das Rezept

  • 30 ml Gin – im Original Plymouth Gin bei mir war es der Bombay Saphire
  • 30 ml Sloe Gin – ich verwandte den Haymans Sloe Gin
  • 30 ml French dry vermouth – bei mir der Carpano Antica Formula
  • 1 Dash Orangebitter – hier darauf achten, auch wirklich Orangebitter zu verwenden

Die Zutaten in ein mit gut Eis gefüllten Shaker geber und 30 Sekunden shaken, bis der Shaker schön beschlagen ist. Dann das Ganze in eine Cocktailschale abseihen. Deko braucht es bei mir eigentlich nicht. Aber hier würde ein wenig Orangenszeste bzw. Eine Orangespirale passen.

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Die Zutaten für den The Moll Cocktail

Ein wirklich gut drinkbarer Cocktail für alle, denen der Negroni zu bitter aber trotzdem eine herbe, bittere Note mögen. Speziell die Pflaumen und Orangennoten in dem Drink finde ich sehr lecker. Viel Spaß beim ausprobieren.

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Die Schule der Trunkenheit von der Viktoria Bar Berlin

Passend zum angekündigten verregneten Pfingstwochenende möchte ich Euch eine Buchempfehlung geben. Wie immer geht es natürlich im weitesten Sinne um Getränke, in diesem Fall um ein Barbuch. Jetzt denkt aber nicht gleich an einen dicken  Hochglanz-wälzer mit allerlei Cocktailfotografien und kurzen Rezepten. Nein es geht um das sehr interessante Buch „Die Schule der Trunkenheit“ der Viktoria Bar in Berlin. Was für ein gelungener Name. Ich finde der Name ist schon sehr passend gewählt. Wie schreibt Peter Richter so schön im Nachwort des Buches „Betrunken sein kann jeder. Aber Trunken? Sind nur Kenner.“ In der Berliner Viktoria Bar gibt es schon seit 2003 Spirituosenseminare. Diesen gehen weit über wie mache ich einen Martini oder einen anderen Klassiker heraus.

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Buchcover „Die Schule der Trunkenheit – Eine kurze Geschichte des gepflegten Genießens“

Es wird sich einer bestimmten Spirituose gewidmet. Zuerst schwerpunktmäßig die geschichtliche Entwicklung, die wichtigsten Eckdaten um dann konkret auf bestimmte Cocktailklassiker und ihre Entstehung, aber auch Anekdoten und Geschichten drum herum. Diese „Schulstunden“ für Barflys und Spirtuosenconnoisseure laufen meist so ab, das die Teilnehmer fünf Cocktails mit ein und derselben Basisspirituose – Brandy, Wodka, Whisky, Gin, Tequila, Rum oder Champagner – serviert bekommen. Bei Genuss dieser Cocktails erfährt man, wie sich diese Spirituose entwickelt hat und wie sie heute geschätzt wird. Neben der Herstellung, wird auch auf besondere berühmte Liebhaber dieser Spirituose und die berühmtesten Cocktails eingegagen. In 2013 hat sich dann das Team der Victoria Bar entschlossen den Unterrichtsstoff zwischen zwei Buchdeckel zu bannen.

Das Buch zeigt wie stark die Entwicklung der Menschheit mit der Geschichte des Alkohols verbunden ist. Getrunken wurde schon immer. Aber es ist doch sehr interessant wie sich Zivilisationen und Alkohol miteinander aber auch gegensätzlich entwickelten. Angefangen bei den Sumerern mit ihrem Bier, über die Bedeutung von Alkohol in verschiedenen Kriegen bis hin zur Prohibition in den USA. Dieses Buch liefert so viel Hintergrundwissen, aber auch Insider und gute Geschichten, dass man damit mehrere Abende in seiner Lieblingsbar die Leute unterhalten kann.

Mit sieben verschiedene Getränke, angefangen vom Brandy, Whisk(e)y, Tequilla, Rum, Gin und Vodka  bis hin zu Champagner, werden die wichtigsten Cocktailgrundbestandteile durchgesprochen. Dabei fand ich besonders die Getränke interessant, die mir bisher nicht ganz so nahe stehen. So fand ich z.B. die Verbindung  der mexikanischen Revoluzionen mit der Tequillaproduktion ganz spannend. Oder die Geschichte, dass die russische Revolution ein Champagnerhaus in den Ruin stürzte, sehr interessant. Oder dass Willi Brandt ein großer Weinbrandtrinker war und mit seiner Trinkfestigkeit so gar den russischen Botschafter beeindruckte. Wirklich eine Vielzahl von interessanten Geschichten aber auch geschichtlichen Verbindungen. Als kleinen Zusatznutzen werden am Ende des Buches alle Cocktail-Rezepte die im Buch aufgeführt sind, auch noch abgedruckt. Hier findet Ihr entsprechend die Zutaten und eine kleine Mix-Anleitung. So dass man auf ein paar Seiten die 50 Cocktailklassiker auch noch findet.

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Innenseite mit schönen Illustrationen von Angela Dwyer

Insgesamt kann ich das Buch jedem Bar- Cocktail- und Spirituoseninteressierten ans Herz legen. Eigentlich eine Art Grundlagenbuch für jeden Fan des gepflegten Trinkens. Das Buch ist wunderbar leicht zu lesen, man lernt quasi gut amüsiert. Wer ein Nachschlagewerk für die einzelnen Spirituosen oder ein historisch ganz korrektes Werk erwartet sollte dagegen die Finger von lassen. Daumen hoch für dieses Buch. Auch wenn es schon von 2013 ist, sollte man es im gut sortierten Buchhandel oder im Internet bekommen.

Viktoria Bar
Schule der Trunkenheit –
Ein kurze Geschichte des gepflegten Genießens
254 Seiten
Veröffentlichung: 2013
Metrolit Verlag
ISBN: 978-3-8943-0323-5
Preis: 19,95 €

 

 

 

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Die wiederentstandene Destille – Besuch bei Annandale

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Am Eingang zu Annandale

Nach langer Zeit bin ich endlich wieder dazu gekommen, einen neuen Artikel zu veröffentlichen. Wie einige von Euch auf meinen Sozialen Medien gelesen haben, war ich Ende März/Anfang April mal wieder in Schottland. Schwerpunkt war diesmal mit Freunden zusammen nochmals die Insel Islay  zu besuchen. Wer will, kann hier nochmal die Berichte von meinem letzten Aufenthalt im November 2015 lesen. Diesmal waren wir mit eigenem Auto unterwegs. Da wir mit der Fähre über Newcastle angereist sind, bot es sich an, bei der „neuen“ Destille Annandale einen Stopp zu machen. Und was wir da gesehen haben, war so unglaublich pittoresk und gut restauriert, dass wir uns trotz knapper Zeit spontan zu einer Führung hinreißen ließen. Die Anandale Destillerie liegt in den Lowlands und kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Hatte ich nicht oben von der neuen Destille gesprochen. Richtig, denn das besondere an Anandale ist, dass es sie ursprünglich seit 1924 nicht mehr gibt. Und erst in 2014 gab es eine Wiedergeburt.

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Das Visitorcentre

Die Geschichte soll sich wie folgt zu getragen haben. Gegründet wurde sie 1830 von George Donald.  Sie hatte unterschiedliche Besitzer und ab 1893 gehörte sie zum Getränkeriesen Johnny Walker. Obwohl eine Lowland-Brennerei produzierte sie schon damals getorften Whisky. Dies hing damit zusammen, dass die Gegend um Annan reich an Torfvorkommen ist. Und warum nicht auf die Rohstoffe vor der Haustür zurückgreifen. So bildete der Whisky von Annandale in der damaligen Zeit einen Teil des Johnny Walker Whisky.

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Der Plan der ursprünglichen Destile um 1900

Im großen Destilleriesterben in den 20er Jahren musste auch Annandale seine Tore schließen. Einzig die vorab schon existierende Farm blieb weiter bestehen und nutzte teilweise die Gebäude. Das Schicksal vieler dieser „verlorenen“ Destillen wird  in dem sehr empfehlenswerten Buch „Scotch Missed: Lost Distilleries of Scotland“ beschrieben. Dies hat auch Professor David Thomson gelesen und sich Mitte 2007 zu den Ruinen von Anandale begeben. Er hatte sich gleich in den Ort und die historischen Bauten verliebt. Speziell der Kiln war für seine lange Nichtnutzung noch recht gut erhalten. Und so entstand die Idee diese Destille an seiner ursprünglichen Stelle wieder zu beleben. Er kaufte das Gelände und nach einigen Jahren der Planung wurde ab 2011 mit dem Wiederaufbau  begonnen. Am 15.11.2014 war es dann soweit. Der erste New Spirit floss nach über 80 Jahren aus den Stills der Anandale Destillerie.

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Die Destille im heutigen Zustand

Und was für ein Schmuckstück sie hier (wieder)geschaffen haben. Schon bei Ankunft im Visitorcenter ist man beeindruckt von dem Gemäuer. Besonders fallen die ausgefallenen Holzmöbel ins Auge. Diese sind alle irgendwie ungerade eckig, als hätte jemand eine Viereck-Phobie. In diesen gemütlichen Räumlichkeiten kann man auch sehr gut essen und auch schon erste Whiskydevotionalien kann man käuflich erwerben.

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Die Destille vor dem Wiederaufbau

Auch der Auslöser für den Wiederaufbau, das Buch der verlorenen schottischen Destillen ist mittlerweile in seiner 4. Auflage, mit der wiedereröffneten Annandale Destille hier zu bekommen. Nach einer kleinen Stärkung bekamen wir drei eine Privatführung. Wir starteten im Innenhof. Hier lies Prof. Thomson mit Unterstützung der Uni Glasgow archäologische Ausgrabungen vornehmen. Nun kann man dort die alten Standplätze der Stills und die darunterliegenden Gänge zur Befeuerung erkennen.

Die archeologischen Ausgrabungen

Archäologische Ausgrabungen

rBei herrlichen Sonnenwetter erklärte unser Führer James einiges zur Geschichte der Destille. Auch zeigte er uns Bilder der Brennerei vor der Renovierung. Danach war unsere Bewunderung noch größer. Der Haupteingang befindet sich direkt unterhalb des Kilns. Dieser ist zwar restauriert, wird aber leider nicht mehr genutzt wird. Hier ist jetzt der Empfangsraum und ein großes Treppenhaus zur Destille. Hier hat man in Zusammenarbeit mit einem lokalen Kunsthandwerker einem ausgefallenen Handlauf installiert. In der eigentlichen Destille übernahm dann Caroline das Zepter und führte uns durch die einzelnen Etappen der Whiskyherstellung.

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Die Washbacks

Auch bei der Ausstattung griff man teilweise auf alte Schmuckstücke zurück. So fand hier die alte Mühle der geschlossenen Caperdonich Destille, eine Porteus Mill aus den 60er Jahren, eine neue Heimat. Neben einer Mash tun gibt es sechs Wash backs natürlich aus Holz. An jedem Tag der Woche wird ein anderer Wash back genutzt. Nur am Sonntag wird nicht produziert.

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Stills mit einem Spiritsafe

Insgesamt arbeiten hier 5 Mitarbeiter. Im hinteren Bereich sieht man einen Wash Stil und zwei Spirit Stills. Da man hier sowohl getorfte, als auch ungetorften Alkohol produziert, hat man getrennte „low wines“ und „spirit receiver“. So kann es nicht zu Vermischungen kommen. Insgesamt stellen Sie pro Jahr ca. 100.000 l Alkohol her. Dabei jeweils 50.000 l getorften und 50.000 l ungetorften.

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Wir werden im Fasslager erwartet

Am Ende der Tour durften wir auch einen Blick in ein Warehouse werfen. Dort bekamen wir einen ersten Eindruck von den zukünftigen Whisky. Es gab je eine Probe eines ungetorften und eines getorften New Spirit. Diese tragen die schönen Namen Man o´Word (ungetorft) und Man o´Sword (getorft). Beide haben einen Bezug zu historischen Personen. So steht der mit einer Feder versehene Man o´Word für den schottischen Nationaldichter Robert Burns. Dieser war u.a. auch Annan als Whisky-Steuereintreiber tätig und wird wohl die Destille mehrere Male besucht haben. Der getorfte Whisky mit einem Schwert im Logo hat einen Bezug zu Robert the Bruce. Die beiden New Spirits waren schon recht vielversprechend. Besonders der getorfte Man o´Sword kann schon mit einigen jungen, wilden von Islay mithalten. Leider beziehen sie den Torf nicht mehr aus der Gegend, sondern bekommen ihn von weiter nördlich. Die beiden New Spirits konnte man als Sample auch käuflich erwerben. Diese sind in ihrer Aufmachung und im Design recht ungewöhnlich und fallen in jedem Regal sicherlich auf. Auch die Möglichkeit zum Fasskauf besteht bei Annandale noch. Leider ergab sich aber keine Möglichkeit, einen der gelagerten Spirits zu probieren. Aber eventuell kann man in diesem Jahr im November den ersten echten Whisky von Anandale kosten.

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Die New Spirits im auffälligem Flaschendesign

Ich bin sehr gespannt, wie sich diese kleine unabhängige Destille entwickeln wird. Ich kann nur jeden empfehlen, der in der Gegend oder auf dem Weg nach Glasgow (von Newcastle) ist, einen Abstecher zu Annandale zu machen. Die Anlage ist wirklich toll restauriert und liegt wirklich idyllisch. Mir geht bei solchen kleinen und engagierten Destillen immer das Herz auf. Ich drücke den Leuten von Annandale wirklich die Daumen und freue mich schon auf spannende Whiskys.

Wer mehr über Annandale, Öffnungszeiten und die Anfahrt erfahren möchte, kann hier nach schauen. www.annandaledistillery.com

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Der zweite Spiritsafe

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Ein außergewöhnliches Tor

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Eines der alten Lagerhäuser

Ein Kommentar

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Die Bonner White Lady – ein Cocktail aus den 20er Jahren

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Die Weiße Bonner Lady 

Wie Ihr vielleicht mitbekommen habt, bin ich immer auf der Suche nach neuen Cocktails bzw. Cocktailideen. Dabei greife ich gern auf alte Rezepte und vergessene Klassiker zurück. In diesem Beitrag soll es um einen der wichtigsten Cocktail der 20er Jahre gehen, der heute quasi komplett vergessen ist – den White Lady. Obwohl die klassischen Gin-Cocktails im Moment eine große Rennaicance haben, taucht die weiße Lady relativ selten auf. Was meiner Meinung sehr schade ist. Die White Lady ist ein klassischer Sour, der recht einfach herzustellen ist. Zu den Grundbestandteilen gehört nur Gin, ein Orangenlikör häufig Cointreau und Zitronensaft.

Bei diesem Cocktail ist die Herkunft gut belegt und begann mit einem Fehlschlag. Das Originalrezept wurde von dem berümten Barkeeper Harry MacElhone 1919 im Londoner Ciro’s Club erfunden. Der gebürtige Schotte dem man u.a. auch die Cocktails Bloody Mary und Sidecare zu schreibt, kreeirte die erste Lady aus Triple Sec und Creme de Mente. Was damals und auch heute ein wenig komisch anmutet. Er hatte nämlich keine Basisspirituose in seinem Cocktail, der nur aus zwei Likören gemacht wurde. Insgesamt muss er auch nicht so gut angekommen sein. Als er dann 1923 in Paris die berühmte Harry’s New York Bar gegründet hat, erinnerte er sich an seine Cocktailidee. In Anlehnung an seinen Sidebar ersetzte er den Minzlikör durch eine Spirituose, in diesem Fall Gin. Außerdem ersetzte er den Triple Sec durch Cointreau und schon war ein Klassiker entstanden. Richtig bekannt wurde er durch die Aufnahme in einen absoluten Klassiker der Cocktailliteratur – das Savoy Cocktail Book. Dieses wurde von Harry Craddock verfasst, der in seiner Zeit in der Savoy Bar die White Lady mit auf die Karte nahm. Im Laufe der Jahre fügte man neben dem Zitronensaft auch ab und zu Eiweiß dazu, das den Drink noch ein wenig schaumiger machte.

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Methode zum schnellen Abkühlen von Spitzkelchen

Hier das Originalrezept nach Harry MacElhone:

  • 2.5 cl Mente-Pastille
  • 5 cl Triple Sec
  • 2.5 cl frischer Zitronensaft

Ich habe die abgewandelte Version hergestellt. Dabei wird wie oben geschrieben Gin anstatt Mente genommen und die Menge des Orangenlikörs heruntergesetzt. Ihr wundert Euch bestimmt über die Überschrift – was hat das Ganze mit Bonn zu tun. Ich habe als Gin den Bonner Flow Gin genommen. Dieser harmoniert mit seinem Rosenaroma meiner Meinung nach ganz gut mit dem Cointreau.

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Die Hauptzutaten für die Bonner White Lady 

Abgewandeltes Rezept der White Lady:

  • 4 cl Flow Gin
  • 2 cl Cointreau
  • 2 cl frischer Zitronensaft

Die Zutaten auf Eis shaken. Wer will kann auch noch Eiweiß in den Shaker dazu geben. Ich habe mal drauf verzichtet. Dann die Flüssigkeit in ein gekühltes Spitzglas abseihen. Wer will kann auch noch mit einer Zitronenschale das Ganze garnieren. Ein wirklich sehr erfrischender und einfach zu mischender Cocktail, den ich jeden nur an Herz legen kann. Viel Spaß beim Ausprobieren.

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White Lady 

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Glorius Gin von Olivia Williams – Madame Geneva in der Historie Londons

Buchcover: Gin Glorious Gin

Buchcover: Gin Glorious Gin

Heute möchte ich Euch ein besonderes Buch empfehlen. Es geht natürlich mal wieder um Gin. Dies aber eher im übertragenden Sinn, denn es behandelt die Geschichte des Gins und seine Bedeutung im Laufe der Jahrhunderte. Und wer sich ein wenig mit der Wacholderspirituose beschäftigt hat, kennt die wirklich spannende Historie um dieses Getränk. Olivia Williams hat in ihrem Buch diese Geschichte speziell mit dem Epizentrum London verknüpft. So bekommt man quasi zwei geschichtliche Betrachtungen in einem. Jetzt solltet Ihr bloß keine Angst bekommen, sie hat das Buch sehr locker und unterhaltsam geschrieben.

Rund um den Gin kann man wahrlich viele spannende, traurige, teilweise grausame aber auch  interessante und lustige Geschichten erzählen. Beginnend mit der Ankunft in England im 30jährigen Krieg und später mit Wilhelm von Oranien, über die furchtbare Zeit des „Gin Grace“, die viktorianischen Gin Palaces, die Barkultur am Beginn des 20. Jahrhunderts bis zur heutigen Renaissance mit ganz vielen neuen Gindestillen im Herzen der britischen Hauptstadt. Und dabei erfährt man, wie stark der Gin die Geschichte, aber auch die Geschicke der Stadt London beeinflusst hat. Dabei machte der Gin nie an den Standesgrenzen halt. Er war sowohl ein Getränk der Bettler, der Lords, aber auch von Prostituierten und Prominenten und sogar das Königshaus wusste ihn zu schätzen.

Wer sich also einerseits für Geschichte interessiert, gleichzeitig aber noch ein wenig über die kulturelle Bedeutung der Spirituose erfahren möchte, für den ist dieses Buch eine wahre Fundgrube. Mir gefällt besonders, das häufig konkrete Personen und ihr Schicksal im Vordergrund stehen. Und so kommen hier sowohl berühmte Persönlichkeiten wie Dickens oder Churchill genauso zu Wort, wie längst vergessene einfache Bürger, die z.B. dem Gin Grace zum Opfer fielen. Dabei werden Ausschnitte aus Prozessakten, Briefe, Zitate aber auch Gedichte oder Lieder mit aufgeführt. Dies hilft einen, sich ein plastisches Bild der Geschichte zu machen. So war für mich neu, dass die Romantik, zumindest in England, mit einem oder durch einen großen Einfluss von Gin entstand. Einer der großen englischen Vertreter dieser Epoche Lord Byron hat viele seiner Werke unter erheblichen Gineinfluß erschaffen. Eine weitere spannende Anekdote ist, dass Phil Collins sein Musikvideo für „One more Night“ in einem ehemaligen Gin Place aufgenommen hatte. Dies kam dadurch zu stande, das Anfang der 80er Jahre Richard Branson mit seiner Virgin Records den heruntergekommenen Pub „Princess Victoria“ kaufte und als Studio nutzte. Mittlerweile ist die Lokalität komplett restauriert und wird wieder als Bar genutzt. Es ist eines der wenigen Gebäude, das noch viele Merkmale und Ausstattungen eines typischen Gin-Palastes aus der viktorianischen Zeit aufweist. Und natürlich wird auch der aktuelle Ginboom behandelt. Dieser führte unter anderem dazu, dass sich nach vielen Jahrzehnten mit nur noch einer Gin-Destille in ganz London sich wieder neue Gindestillen in der Londoner Innenstadt angesiedelt haben.

Beispielseite Glorious Gin

Beispielseite Glorious Gin

Das hier besprochene Buch ist mal eine andere Form eines Spirituosenbuches. Aber für mich ist es eine absolute Empfehlung. Speziell als Lektüre für Gin-Liebhaber die auch noch geschichtlich interessiert sind. Ich hätte nicht gedacht, dass der Gin eine solch große Bedeutung auf die kulturelle und soziale Entwicklung in England und speziell auf London ausgeübt hat. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt, das Buch ist nur auf Englisch erschienen. Mit einem guten Schulenglisch kann man dem Inhalt ohne Probleme folgen. Einzig bei einigen historischen Ausdrücken, müssen bestimmt auch Nativespeaker manchmal das Wörterbuch zu Rate ziehen. Falls Ihr also ein kleines Geschenk für Gin-Liebhaber sucht oder selbst Interesse an dem Thema habt, solltet Ihr Euch das Buch zu legen. Viel Spaß beim Lesen. Das Buch erhaltet Ihr am besten Online auf den bekannten Websites.

Olivia Williams
Gin Glorious Gin: How Mother’s Ruin Became the Spirit of London
319 Seiten
Headline Verlag
ISBN-13: 978-1472215345
Kosten: 8,99 €

 

 

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Gin auf Barcelonaweise – der BCN Gin

Drinklabor_BCNGIN1Letztes Wochenende durfte ich eine tolle Spirituosenmesse besuchen – die Aquavitae in Mülheim an der Ruhr. Wer diese noch nicht kennt, kann ich nur sehr ans Herz legen. Einerseits hat man eine riesige Auswahl an Whiskyanbietern, wo man quasi alle Neuabfüllungen, aber auch alte Schätzchen probieren kann. Anderseits ist sie aber keine reine Whiskymesse. Hier findet man verschiedene Anbieter rund um das Thema Spirituosen, wie Obstbrenner, Rumhersteller, Wodkabrennereien und natürlich für mich besonders interessant Ginproduzenten. So bot sich für mich die Gelegenheit, verschiedene Gins zu probieren. Eines meiner Highlights war der sehr gelungene spanische Gin BCN, auf dessen Stand auch eine spannende Form der Degustation angeboten wurde. Das schöne war, dass am Stand nicht nur der deutsche Importeur, sondern auch der Inhaber höchstpersönlich vor Ort war. Am Stand konnte man den Gin pur, als Gin & Tonic oder als Spezial G&T probieren.

Der Macher Stefan Lismond und sein deutscher Importeur

Der Macher Stefan Lismond und sein deutscher Importeur

Der BCN Gin kommt aus dem Priorat südlich von Barcelona und versucht die Gegend und ihre Einflüsse in sich zu vereinen. Das beginnt schon beim Ausgangsmaterial. Hier kommt ausschließlich Alkohol aus Weintrauben zum Einsatz. Dabei werden nur die hier angebauten und sehr intensiven Sorten Grenache und Cariñena verwendet. Diese werden dann mit deutscher Brennereitechnick fünfmal destilliert. Hier kommt nämlich eine Kupferbrennanlage von Arnold Holstein vom Bodensee zum Einsatz. Dies erzählte mir der Gründer und Inhaber der Prioror Barcelona Dry Gin Company – Stefan Lismond. Der Gebürtige Belgier, der seit 1991 in Spanien lebt, war ursprünglich im Weinbusiness tätig. Hier entstand auch die Idee, aus den lokalen Trauben Gin zu produzieren. .

Neben den lokalen Trauben legt er auch besonderen Wert auf die ausschließliche Verwendung von regionalen Botanicals. So enthält der Gin alle Zutaten, die aus dem Priorat kommen. Diese gebirgige Gegend südlich von Barcelona ist durch eine gewisse Rauheit geprägt. Bei der Destillation kommen neben Wacholder, Rosmarin, Fenchel, Zitronengras, Feige und Piniensamen zum Einsatz. Diese Botanicals werden mit Zitronen aus Südkatalonien abgerundet. Auch das verwendete sehr mineralhaltige Wasser aus der eigenen Quelle soll für das Aroma eine besondere Bedeutung haben. Diese ungewöhnlichen Botanicals sorgen für einen ungewöhnlichen, erfrischenden Geschmack der seine mediterranen Wurzeln nicht verbergen kann. Besonders pur genossen kommt der Rosmarin und die Pinien stark zum Vorschein. Ich habe sogar ein wenig Kirsche wahrgenommen, obwohl solche hier nicht zum Einsatz kamen. Jedenfalls pur genossen schon ein wirklich ungewöhnlicher Gin.

Der Name des Gins hängt mit der Hauptstadt Kataloniens und einer der Ginwelthauptstädte zusammen – nämlich Barcelona. Das Priorat befindet sich auch nicht weit weg von Barcelona – der Stadt, wo dieser Gin natürlich oft getrunken wird. So trägt der Gin als Name, die offizielle Abkürzung des Flughafens von Barcelona – BCN. Auch das Logo greift die in Barcelona sehr häufig anzutreffenden Escofet Tejera & Co. auf. Dieses Symbol ist seit 1916 als Zeichen für Barcelona ausgewählt worden und ziert seitdem häufig die Bürgersteige und Straßen der Stadt.

Die wichtigsten Zutaten plus Rotwein

Die wichtigsten Zutaten plus Rotwein

Diesen Gin kann man natürlich ganz normal mit Tonic genießen, aber die Macher haben sich eine besondere Form des Genusses ausgedacht. Nachdem ich diese Mischung auf der Aquavitae probieren durfte, musste ich diese Form natürlich bei mir Hause im Drinklabor auch ausprobieren. Man braucht dafür Rotwein, BCN Gin, Tonic, Zitronenzeste und Weintrauben. Ich habe natürlich das empfohlene Rezept nach meinen Bedürfnissen ein wenig abgewandelt (speziell das Gin & Tonic Verhältnis):

Zutaten:

80 – 100 ml spanischer Rotwein

5 cl BCN Gin (original 4cl)

150 ml Fevertree Dry Tonic Water (Originalrezept mit 200 ml Tonic)

Zitronenzeste und 2 halbierte Weintrauben als Zugabe

Rotwein mit Eiswürfeln

Rotwein mit Eiswürfeln

Zu Beginn füllt man ordentlich Eiswürfel in ein Ballonglas. Dann gießt man ca. 80 – 100 ml Rotwein dazu. Im Ursprungsrezpet müsste eigentlich ein Rotwein aus der Priorat-Gegend zum Einsatz kommen. Es tut aber auch ein anderer trockener, spanischer Rotwein. Das gefüllte Glas ordentlich schwenken und schütteln. Einerseits kühlt man dadurch das Glas ab, anderseits benetzt man so das Glas mit Rotwein. Ähnlich wie bei manchen Cocktails, bei denen man das Glas vorab mit Absinth ausspült. Jetzt seiht man den Rotwein mit einem Sieb ab und lässt noch einen kleinen Schluck im Glas. Dann füllt man nochmal die Eiswürfel auf. Anschließend gießt man den Gin dazu. An einem Barlöffel wird dann das gekühlte Tonic ins Glas gefüllt, damit möglichst wenig Kohlensäure verloren geht. Das Ganze kurz umrühren, eine Zitronenzeste in Glas und die 4 halben Weintrauben dazugeben. Fertig ist eine tolle Abwandlung des klassischen Gin&Tonics. Damit könnt Ihr Euch ein wenig mediterranes Flair während der kalten Jahreszeit in Eure Wohnzimmer holen. Viel Spaß beim Nachmachen.

Der besondere BCN G&T

Der besondere BCN G&T

Den Gin könnt Ihr bei ausgewählten Onlineshops für ca. 35 – 40 € (0,7 l Flasche) kaufen. Weitere Informationen zum BCN Gin findet Ihr unter bcn-gin.com.

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