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Porto und Dourotal – auf der Suche nach dem Portwein

In diesem Jahr waren wir in den letzten Oktobertagen mal wieder in Portugal. Vor gut eineinhalb Jahren waren wir schon mal dort und von der vielseitigen Getränkeszene begeistert. Diesmal hat es uns nach Porto verschlagen und da kommt man um das portugiesische Nationalgetränk natürlich nicht Drumherum. Bei unseren Aufenthalt in Lissabon kam ich schon in näheren Kontakt mit dem Port, damals aber vor allem mit den weißen Port. Unser sehr gelungenes Tasting bei der Lisbon Winery könnt Ihr hier nochmal nachlesen. In Porto aber habe ich mich natürlich dem klassischen Port zu gewandt. In Porto kommt man gefühlt fast überall mit dem Getränk in Berührung. Hier wird der Portwein gelagert, hier befindet sich das Portprüfinstitut und hier gibt es eine Vielzahl von Portweinkellern, diversen Weinbars und Geschäften, wo man ihn probieren und kaufen kann.

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Blick auf Villa Nova Gaia in der Abenddämmerung

Obwohl ich hier lernte, dass Portwein eigentlich gar nicht aus Porto, sondern aus Villa Nova Gaia kommt. Der eigenständige Ort auf der anderen Seite des Douro gehört verwaltungstechnisch nämlich nicht zu Porto. Aber von der Portoseite hat man einen tolle Ausblick auf die Portweinkeller. So kann man vom Ribeiraviertel in einem Restaurant am Douro sitzend, die wie an einer Perlenschnur aufgereiten Portweinkeller auf der anderen Seite bewundern. Außerdem erreicht man über die wundervolle  Brücke Dom Luis I sehr einfach zu Fuß in 10 Minuten die andere Seite.

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Werbung für Portweinhäuser an der Uferpromenade in Villa Nova Gaia

So haben wir natürlich unsere Zeit genutzt und ein paar der Portweinhäuser besucht. Es gibt eine Vielzahl von Marken und Häusern und man sollte schon gezielt auswählen, wenn man nicht mehrere Tage von einer Besichtigung zur nächsten gehen möchte. Ich persönlich empfehle die eher oberhalb gelegenen Häuser aufzusuchen und nicht direkt die Häuser am Douroufer zu nehmen. Einerseits hat man einen noch schöneren Ausblick und sie sind nicht ganz so überlaufen.

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Die Barcos Rabelos – die Portweinboote

Ihr könnt Euch auch bei der am Douroufer befindlichen Touristinformation eine Karte aller Weinhäuser geben lassen. Die meisten von ihnen bieten sowohl Besichtigungen, als auch Verkostungen an. Und kaufen kann man den Portwein natürlich überall.
Wir haben Taylors besucht. Dieses Portweinhaus ist sehr idyllisch oberhalb des Douro gelegen. Man hat eine wundervolle Aussicht und das gesamte Anwesen ist sehr herrschaftlich und sehr gepflegt. Das 300jahre alte Anwesen ist komplett renoviert und bietet nun eine Selfguided Tour an.

Für 12 € bekommt man einen Audioguide und anschließend darf man 2 Ports probieren. Das Haus Taylor befindet sich mittlerweile in der 4. Generation und hat wie viele Portweinhäuser englische Wurzeln. Man lernt auf der Tour alles über die Portweinherstellung, die Besonderheiten des Dourotals und die Geschichte der Familie. Beim anschließenden Tasting durften wir zwei Portweine probieren. Dafür bekamen wir zwei Beispiele von Portweinen, die Taylors quasi erfunden bzw. entwickelt hat. Einerseits einen weißen extra dry Port und ein Late Bottled Vintage (LBV).

Das Tasting kann man dann auch in dem wundervollen Garten genießen, wenn man nicht von einen der sehr aufdringlichen Pfaue belästigt wird. Informationen zu Taylors und den angebotenen Touren findet Ihr hier: Taylors Port

Wenn Ihr euch nicht für einen Weinkeller entscheiden könnt, lasst Euch einfach in den Hügeln von Villa Nova Gaia treiben und entscheidet spontan in welche der bekannten aber auch weniger bekannten Kellereien ihr reinschauen wollt. So entdeckten wir die kleine Kellerei der Quinta Santa Eufemia. IMG_0428Diese bietet zwar keine Touren an, aber man kann in dem schönen ehemaligen Lagerhaus ihre Portweine probieren. Hier kann man sowohl einzelne Gläser, aber auch verschiedene Flights probieren. So bietet sich die Möglichkeit unterschiedlichen Qualitäten und Jahrgänge gegeneinander zu testen. Ein weiterer Tipp ist das Weingut Burmester. Obwohl direkt an der Brücke Dom Luis I gelegen, war es bei unserem Besuch sehr friedlich und still. Die meisten werden es wohl übersehen oder haben die Befürchtung, dass es überlaufen ist. Hier kann man auch Touren buchen.

Wir wollten aber an unserem letzten Tag in Porto, einfach noch mal unterschiedliche Portweine probieren. So haben wir für 15 € ein kleines Tasting von 3 Weinen und 2 Ports gebucht. Auch hier ist der Keller eine Augenweide inklusive eines kleinen Wasserfalls. Weitere Informationen zu Burmester findet Ihr hier: Burmester Port

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Das kleine Wein/Portweintasting bei Burmester

Obwohl die ganzen Portweinhäuser nicht in Porto sind, ist das Prüfinstitut für den Portwein direkt in Porto. Hier wird jeder Portwein bevor er in den Verkehr gebracht wird, geprüft und freigegeben. Dies erkennt Ihr auch an dem Siegel, welches jeder Portwein haben muss. Für Portweinfans ist ein Besuch hier absolut empfehlenswert. Es  gibt es eine kostenlose Ausstellung rund um den Vinho de Porto, wie er auf Portugiesisch heißt. Daneben werden viele Hintergrundinformationen zu dem Prüfverfahren und den Voraussetzungen für die Zertifizierung vermittelt. Neber der Ausstellung kann man hier auch Führungen buchen. Des Weiteren ist es natürlich möglich, dort eine große Anzahl an Portweinen auch kaufen. Und auch probieren kann man den Port. Dafür gibt es einen Portweinprobenautomat.

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Der Portweinautomat im Portweininstitut

In diesen werden wechselnd 8 verschiedene Ports angeboten. Man geht zur Bar erhält dort ein Probierglas und eine Chipkarte. Auf dem Automaten sind die Kosten pro Glas vermerkt. Man steckt die Karte in den Automate, wählt seinen Port und hält sein Glas unter den Auslauf. So erhält man genau 4cl wohl temperarierten Portwein. Die Kosten für den konsumierten Wein werden auf der Karte gespeichert und am Schluss bezahlt.
Das Institut, dessen voller Name Instituto dos Vinhos do Douro e Porto lautet, befindet sich ganz in der Nähe der Sehenswürdigkeit Palacio da Bolsa. Weitere Informationen zum Port und zum Portweininstitut findet Ihr hier: Portweininstitut 

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Blick ins Dourotal

Neben Porto und Villa Nova Gaia gibt es für Portweininteressierte ein weiteres absolutes Muss. Nämlich die Wiege des Portweins bzw. dessen Anbaugebiet, das Dourotal. Obwohl der Douro auch durch Porto fließt, befindet sich das Weinanbaugebiet so ca. 40 km im Landesinneren. Das Anbaugebiet unterteilt sich in drei unterschiedliche Bereiche. Diese unterscheiden sich durch ihre Böden, die Zahl der Sonnenstunden und die Niederschlagsmenge. Je weiter man in Richtung spanischer Grenze kommt, umso trockener ist das Gebiet. Das hintere Dourotal mit seinem seit altersher angelegten Weinbergen gehört mittlerweile sogar zum Unesco-Weltkulturerbe. Diese Gegend ist aber nicht nur in Bezug auf den Weinanbau von Interesse – sondern eine wundervolle Gegegen einfach nur zum Anschauen. Um hierher zu kommen, gibt es unterschiedliche Transportmittel. Man kann mit dem eigenen Auto oder dem Regionalzug hierher fahren. Auch werden Touren per Schiff angeboten. Wobei dieses sehr lange dauert. Ohne eigenes Fahrzeug hat man auch das Problem, dass viele der Weingüter sich auch außerhalb der Orte befinden. Daher haben wir uns für eine geführte Tour entschieden. Bei den Touren fährt man häufig in Kleingruppen bis zu 6 Personen in einen Kleinbus. Unsere Tour führte uns zu verschiedenen Punkten innerhalb des Dourotals. Wobei wir viel Zeit im mittleren Teil des Tals in Pinaho verbrachten. Neben ein paar tollen Fotostopps haben wir hier eine kleine einstündige Bootstour auf dem Douro unternommen.

Diese werden in den alten renovierten Schiffen, den sogenannten Barcos Rabelos angeboten, die früher zum Transport der Weinfässer nach Porto benötigt wurden. Bei der Bootstour kann man die verschiedenen Weinberge und Weingüter die sogenannten Quintas an den Hängen bewundern. Danach gab es einen kurzen Stopp beim mit Fliesen verzierten Bahnhofsgebäude und ein leckeres regionales Mittagessen. Danach fuhren wir dann natürlich auch zu einer der Quintas.

Wir besichtigten die Quinta do Bomfim. Diese gehört zu der großen Symington Gruppe. Zu diesem Unternehmen gehören z.B. die Marken Graham´s, Cockburn´s und Dow´s Port. Hier konnten wir uns neben den unterschiedlichen Weinbergen auch die Produktionsanlagen für den Wein anschauen. Hier vor Ort wird der Portwein erstellt, um anschließend nach Villa Nova Gaia transportiert zu werden. Da dort die Lagerung des Port erfolgt. Hier in der Gegend wäre es viel zu trocken und es sind nicht optimale Lagervoraussetzungen gegeben. Wir haben eine nette 30 minütige Führung bekommen, bei der wir auch ein Film über die Herstellung gezeigt bekommen haben. Wie alle Portweinproduzenten wird häufig mit Maschinen gearbeitet, obwohl ein paar besondere Abfüllungen auch noch nach der althergebrachten Methode hergestellt werden. Hier müssen ca. 20 Personen für eine relativ lange Zeit die Trauben mit den Füßen pressen. Natürlich konnten wir hier am Ende der Führung  auch noch drei Ports probieren. Mehr über die Quinta do Bomfim findet Ihr hier.

Wer nach einem Touranbieter sucht, kann ich Euch Raquel von Discovery Douro wärmstens empfehlen. Hier findet Ihr weitere Informationen über die Agentur und die angebotenen Touren: Discovery Douro
Vor dieser Reise interessierte mich Port nicht wirlich. Jetzt muss ich aber sagen, was für ein tolles Getränk der Portwein ist und was für eine große Vielfalt er bietet. Es war sehr spannend zu sehen, wie er hergestellt wird und was alles dahinter steckt. Ich muss sagen, ich bin ein wirklich großer Portweinfan geworden. In diesem Beitrag habe ich mich vor allem Porto und die Gegend und Empfehlungen für Besichtigungen konzentriert. Für die Portweineinsteiger werde ich in den nächsten Wochen auch eine kleine Einführung in den Portweingenuss und die unterschiedlichen Arten hier auf dem Blog veröffentlichen.

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Ausstellung alter Portweinflaschen

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Winzerwanderung in Dernau an der Ahr 

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Weinberge in der Nähe von Dernau

Mein Herzallerliebste und ich sind große Wanderfreunde. Unsere Wanderungen verbinden wir gern mit dem Thema Genuss – so ist auch unser gemeinsamer Blog Genusswandern entstanden. Hier könnt Ihr unsere Berichte lesen. Wenn Ihr also mal wieder Inspirationen für Wandertouren braucht, schaut doch einfach mal dort nach. Bei einer unserer Wanderungen waren wir auch im Culinarium der Dagernova in Dernau. Dort lasen wir, dass jeden Samstag von Mai bis Oktober eine Weinwanderung mit anschließender kleiner Weinprobe angeboten wird. So machten wir uns an einem sonnigen Juniwochenende morgens auf den Weg nach Dernau. Das schöne ist, man braucht sich vorab nicht anzumelden, sondern muss nur vor 11.00 Uhr in der Vinothek sein. So kann es passieren, dass man nur mit 3-4 Leuten unterwegs ist, aber wie uns unser Führer mitteilte, können es auch mal 120 Personen sein.

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Der Eingang zur Vinothek der Dagernova

So fanden sich an unserem Samstag 13 Personen ein, die sich an der Wanderung unter dem Motto „Vom Schiefer geprägt, vom Winzer gepflegt“ beteiligen wollten. Durch den Morgen führte uns unser Weinerklärer und Geschichtslehrer Georg Josten. Er hat sich von klein auf mit dem Thema Wein beschäftigt und als Kind bei der Lese mitgeholfen und kann auf ein riesiges Know How zurückgreifen. Ich muss sagen, was ich auf diesen ca. 2 h über Weinanbau gelernt habe, dafür müssen andere 2 Tage lang auf die Weinakademie. Zu Beginn erfuhren wir woher der Name Dagernova überhaupt kommt. Dies ist der ursprüngliche römische Name von Dernau. Da der Ort auf eine römische Vergangenheit zurückblicken kann und schon seit dem 1. Jhd. nach Christus bewohnt ist. Von Beginn an lebten die Menschen hier vom Weinanbau und leben es heute noch.

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Dernau von oben mit Blick über Dagernova-Weinberge

Nachdem wir das Dorf hinter uns gelassen haben und wir in den Weinbergen waren, erklärte er uns die unterschiedlichen Arten der Pflanzung. Angefangen bei der ursprünglichen Methode der Pfahlerziehung, über die in den 60er Jahren entstandene Dratrahmenerziehung bis hin zur aus Südtirol stammenden Umkehrerziehung. Bisher hatte ich mir über die unterschiedlichen Anbaumethoden überhaupt keine Gedanken gemacht. Jede dieser Anbaumethoden wird im Ahrgebiet angewendet. Und jeder Winzer muss selbst entscheiden, welche für ihn die beste ist. Und natürlich hat jede ihre Vorteile, aber auch ihr Nachteile.

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Ausführliche Erklärungen zum Weinanbau

Auch interessant war, dass wir erfahren haben, welche Bedeutung hinter den dreieckigen oder viereckigen Plastikschilder steckt, die man häufig an oder in Weinbergen sieht. Eigentlich ganz trivial, sie geben den Hubschrauberpiloten Auskunft, wo sie sprühen sollen und wo nicht. Wie Herr Josten ausführte, wird hier aber nur Pilzmittel und keine andere Pestizide versprüht. Auch wussten wir nachher, wofür die kleinen braunen Plastikdinger gut sind, die man häufig an den Reben sieht. Dies sind biologische Abwehrmittel gegen eine lästige Mottenart, die häufig Rebstöcke befällt. Durch darin enthaltene Pheromone werden die männlichen Motten so verwirrt, dass sie die Weibchen nicht mehr finden.

Daneben erfuhren wir auch ein wenig geschichtliches zu Dernau und Ahrtahl. So wusste ich gar nicht, dass das Kloster Mariental bis in die 80er Jahre hinein, eine staatliche Weinanbaudomäne war, wo zukünftige Winzer ausgebildet und Weinanbau erforscht wurde.

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Weinanbau mit der Drahtrahmenerziehung

Heute wird das ehemalige Kloster von 4 großen Ahrwinzern (Dagernova, Mayschosser Winzergenossenschaft, Meyer-Näkel und Brogsitter) betrieben. Diese haben das Gelände mit den Weinanbauflächen unter sich aufgeteilt, aber beim Kloster 2 ha gelassen. So kann man dort heute sowohl den eigenen Marientaler Wein, als auch den Wein der vier Eigentümer trinken. Daneben gab es natürlich Hintergründe zu der hier verlaufenden Eisenbahnlinie. Diese hatte eine strategische Bedeutung in den Weltkriegen, was auch zu einer starken Bombardierung des Ahrgebiets im 2. Weltkrieg führte. Und auch der Regierungsbunker der BRD war natürlich ein Thema. Noch heute kann man ca. 200 m des ehemaligen Bunkers im Originalzustand besichtigen. Was wirklich empfehlenswert ist und ein ungefähres Bild dieses Riesenbaus gibt. Ursprünglich waren es 19 km unterirdische Gänge und waren im Ernstfall für bis zu 3.000 Personen ausgelegt. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann hier nachlesen.

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Wein in der Blüte

Erstmalig konnten wir auch die recht unscheinbaren Weinblüten sehen. Diese blühen nämlich im Mai/Juni. Wie wir lernten ist die Weinrebe eine Zwitterpflanze, deshalb ist sie nicht auf Bienen, Wind oder ähnliches angewiesen, sondern befruchtet sich selbst. Die Weintraube braucht ca. 100 Tage bis zur Reifung, so dass Temperatureinbrüche in der Blütezeit sich schlecht auf die Ernte auswirkt bzw. zu zeitlichen Verzögerungen führt.
Neben den Hintergründen zum Wein erfuhren wir auch etwas zum Anbaugebiet Ahr. Dieses ist das dritt kleinste Anbaugebiet und umfasst nur ca. 0,5 % der gesamten Anbaufläche Deutschlands. Ist aber auf Grund seines großen Anteils an Rotwein (ca. 85 % aller Weinreben sind rote Trauben) das größte zusammenhängende Rotweinanbaugebiet Deutschlands.

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Schilder für Hubschrauberpiloten

Nach einer wirklich spannenden Wanderung mit ausführlichen Erklärungen direkt vor Ort, kamen wir nach ca. 2 h wieder zurück zur Dagernova. Hier konnten wir in einem wundervollen Gewölbekeller platz nehmen. Während Herr Josten uns noch ein wenig zur Dagernova und ihren Weinen erzählte, durften wir insgesamt 3 Weine probieren. Wir begannen mit einem Riesling. Obwohl sowohl ich, als auch meine Herzallerliebste mit Riesling auf Grund der Säure häufig Probleme hatten, war dieser wunderbar säurearm und hatte eine tolle Fruchtnote. Hätten wir so nicht probiert. Auch zeigte er, dass mittlerweile das ursprünglich wahre Klischee (zumindest bis in die 60er Jahre) Weiswein von der Ahr sollte man meiden, heute nicht mehr stimmt. Als zweites gab es einen guten Blanc de Noir, einen Rotwein weiß ausgebaut. Auch dieser war ganz gelungen, wenn er uns auch nicht ganz so überzeugte.

Den Abschluss bildete ein Ahr-Spätburgunder. Hier hat man ganz bewusst Trauben aus dem ganzen Ahrgebiet genommen. Ursprünglich ist der Wein in einem Jubiläumsjahr entstanden. Da die Dagernova durch Zusammenschlüsse heute die größte Genossenschaft an der Ahr ist, verteilen sich die 609 Winzer über das gesamte Ahrgebiet. Da die Böden an der Ahr, je nach Lage und Bodenbeschaffenheit große Unterschied aufweisen, ergeben sich auch bei den einzelnen Weinen recht unterschiedliche Ergebnisse. Und so versuchte der Kellermeister ein Spätburgunder-Cuvee aller Weine aus den unterschiedlichen Bereichen zu erstellen. Dies kam so gut an, dass er jetzt in jedem Jahr neu aufgelegt wird.

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Der Duft eines wunderbaren Spätburgunders

Eine wirkliche tolle Veranstaltung für alle die sich für Wein interessieren. Man lernt wirklich auf eine unglaublich unterhaltsame Art etwas über Wein, die Ahr und die Gegend. Die Wanderung „Vom Schiefer geprägt – vom Winzer gepflegt“ findet jeden Samstag (von Ostern bis Anfang November) statt. Anmeldung ist nicht erforderlich und es fallen Kosten von 8,50 € an. Weitere Informationen bzgl. der Dagernova, den Weinen und den Events findet Ihr unter der Website:

www.dagernova.de

 

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Die Schule der Trunkenheit von der Viktoria Bar Berlin

Passend zum angekündigten verregneten Pfingstwochenende möchte ich Euch eine Buchempfehlung geben. Wie immer geht es natürlich im weitesten Sinne um Getränke, in diesem Fall um ein Barbuch. Jetzt denkt aber nicht gleich an einen dicken  Hochglanz-wälzer mit allerlei Cocktailfotografien und kurzen Rezepten. Nein es geht um das sehr interessante Buch „Die Schule der Trunkenheit“ der Viktoria Bar in Berlin. Was für ein gelungener Name. Ich finde der Name ist schon sehr passend gewählt. Wie schreibt Peter Richter so schön im Nachwort des Buches „Betrunken sein kann jeder. Aber Trunken? Sind nur Kenner.“ In der Berliner Viktoria Bar gibt es schon seit 2003 Spirituosenseminare. Diesen gehen weit über wie mache ich einen Martini oder einen anderen Klassiker heraus.

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Buchcover „Die Schule der Trunkenheit – Eine kurze Geschichte des gepflegten Genießens“

Es wird sich einer bestimmten Spirituose gewidmet. Zuerst schwerpunktmäßig die geschichtliche Entwicklung, die wichtigsten Eckdaten um dann konkret auf bestimmte Cocktailklassiker und ihre Entstehung, aber auch Anekdoten und Geschichten drum herum. Diese „Schulstunden“ für Barflys und Spirtuosenconnoisseure laufen meist so ab, das die Teilnehmer fünf Cocktails mit ein und derselben Basisspirituose – Brandy, Wodka, Whisky, Gin, Tequila, Rum oder Champagner – serviert bekommen. Bei Genuss dieser Cocktails erfährt man, wie sich diese Spirituose entwickelt hat und wie sie heute geschätzt wird. Neben der Herstellung, wird auch auf besondere berühmte Liebhaber dieser Spirituose und die berühmtesten Cocktails eingegagen. In 2013 hat sich dann das Team der Victoria Bar entschlossen den Unterrichtsstoff zwischen zwei Buchdeckel zu bannen.

Das Buch zeigt wie stark die Entwicklung der Menschheit mit der Geschichte des Alkohols verbunden ist. Getrunken wurde schon immer. Aber es ist doch sehr interessant wie sich Zivilisationen und Alkohol miteinander aber auch gegensätzlich entwickelten. Angefangen bei den Sumerern mit ihrem Bier, über die Bedeutung von Alkohol in verschiedenen Kriegen bis hin zur Prohibition in den USA. Dieses Buch liefert so viel Hintergrundwissen, aber auch Insider und gute Geschichten, dass man damit mehrere Abende in seiner Lieblingsbar die Leute unterhalten kann.

Mit sieben verschiedene Getränke, angefangen vom Brandy, Whisk(e)y, Tequilla, Rum, Gin und Vodka  bis hin zu Champagner, werden die wichtigsten Cocktailgrundbestandteile durchgesprochen. Dabei fand ich besonders die Getränke interessant, die mir bisher nicht ganz so nahe stehen. So fand ich z.B. die Verbindung  der mexikanischen Revoluzionen mit der Tequillaproduktion ganz spannend. Oder die Geschichte, dass die russische Revolution ein Champagnerhaus in den Ruin stürzte, sehr interessant. Oder dass Willi Brandt ein großer Weinbrandtrinker war und mit seiner Trinkfestigkeit so gar den russischen Botschafter beeindruckte. Wirklich eine Vielzahl von interessanten Geschichten aber auch geschichtlichen Verbindungen. Als kleinen Zusatznutzen werden am Ende des Buches alle Cocktail-Rezepte die im Buch aufgeführt sind, auch noch abgedruckt. Hier findet Ihr entsprechend die Zutaten und eine kleine Mix-Anleitung. So dass man auf ein paar Seiten die 50 Cocktailklassiker auch noch findet.

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Innenseite mit schönen Illustrationen von Angela Dwyer

Insgesamt kann ich das Buch jedem Bar- Cocktail- und Spirituoseninteressierten ans Herz legen. Eigentlich eine Art Grundlagenbuch für jeden Fan des gepflegten Trinkens. Das Buch ist wunderbar leicht zu lesen, man lernt quasi gut amüsiert. Wer ein Nachschlagewerk für die einzelnen Spirituosen oder ein historisch ganz korrektes Werk erwartet sollte dagegen die Finger von lassen. Daumen hoch für dieses Buch. Auch wenn es schon von 2013 ist, sollte man es im gut sortierten Buchhandel oder im Internet bekommen.

Viktoria Bar
Schule der Trunkenheit –
Ein kurze Geschichte des gepflegten Genießens
254 Seiten
Veröffentlichung: 2013
Metrolit Verlag
ISBN: 978-3-8943-0323-5
Preis: 19,95 €

 

 

 

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Der Winelover´s Club in der K84 Weinbar

img_0911Dafür dass ich sehr gern Wein trinke, kommt das Thema in diesem Blog viel zu kurz. Daher soll es diesmal um eine schöne Weinprobe in der Bonner Weinbar K84 gehen. Das K84 hat sich als Leitspruch „Vor Glück / Wein & Essen“ gewählt. Was meiner Meinung nach sehr gut auf dieses noch relativ neue Lokal in der Südstadt passt. Wirklich ausgezeichnetes Essen mit wechselnden Gerichten und eine große Auswahl an internationalen Weinen. Daneben führen sie auch häufiger Events durch. Bei denen es sich um Essen, Wein und Musik dreht. Wir besuchten eine Weinprobe im Rahmen des Winelover´s Club. Hier probiert man in kleiner Gruppe ganz ungezwungen unterschiedliche Weine. Ursprünglich hatte man sich auf Rebsortenreine Tastings konzentriert, um schnell zu merken, das dies auf die Dauer zu einseitig wäre. Daher hat man sich in letzter Zeit bei der Weinauswahl eher nach einer regionale Abgrenzung ausgerichtet. Die Veranstaltungen werden in Zusammenarbeit mit dem Bonner Unternehmen Wein Wolf durchgeführt. Und natürlich werden die Weine mit leckeren kleinen Happen aus der vorzüglichen Küche des K84 begleitet.

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Die Auswahl des sizilianischen Tastings

Unser Weinreise führte uns Anfang November nach Sizilien. Hier sollte es allgemein um die Weine der größten italienischen Insel gehen. Als Liebhaber italienischer Weine und großer Nero d´Avolo Fan musste ich mit meiner Herzallerliebste natürlich teilnehmen. Dies war für uns die Möglichkeit uns das Konzept anzuschauen und gleichzeitig ein paar neue Weine kennenzulernen. Neben uns waren noch weitere 7 Personen anwesend. So konnten wir uns, im netten und gemütlichen Rahmen auf unsere kulinarische Entdeckungen begeben. Durch den Abend führte uns sehr versiert Gianni Vassari von Wein Wolf. Diese Verköstigung finden meist samstags ab 17.00 bis ca. 20.00 Uhr im vorderen Bereich des K84 statt.

Wir wurden gleich direkt mit einem leckeren Sizilianischen Spumante Jolie begrüßt. Nach einer kurzen Vorstellung durch Gianni, ging es gleich in die sizilianische Geschichte. So kam der Wein vor allem mit den Griechen nach Sizilien. Heutzutage gibt es drei große Weingebiete. Eines im Südosten, eines im Westen und im Landesinneren um den Etna herum. Insgesamt befindet sich ca. 15 % der gesamten Rebfläche in Italien auf Sizilien. Dies sind ca. 100.000 ha Weinanbaufläche. Interessant fand ich das auf Sizilien überwiegend Weißwein angebaut wird. Wer hätte das gedacht, da man bei uns, wenn man sizilianischen Wein nachfragt, fast nur Rotwein bekommt. Bei den Weingütern in Sizilien gibt es einige große Weingüter, die auf bis zu 8 Generationen an Winzern zurückblicken können. So starteten wir mit den Weißweinen. Dabei erwähnte Gianni, dass er lange suchen musste, um entsprechende Weine zu finden. Viele Weißweine fließen in den Marsala, einen aufgespritteten Süßwein. Der einfache Rotwein wurde auf Grund seiner dunklen Farbe häufig zum Färben von norditalienischen Weinen genutzt. Daher wurden häufig hier vor allem eher einfache Weine angebaut, die neben den beschriebenen Nutzungsmöglichkeiten für den schnellen Verzehr produziert werden. Doch durch die zunehmende Konkurrenz auch die landesinterne, z. B. aus Venetien, versuchen sich mittlerweile auch die sizilianischen Winzer an hochwertigeren Weinen. Dabei geht man auch immer mehr von den klassischen, heimischen Trauben weg und wendet sich den internationalen Dauerbrennern, wie Syrah und Cabernet Sauvignon zu.

img_0562Um eine Grundlage zu schaffen, gab es dazu selbst gebackenes Brot und extrem leckeres Olivenöl. Wir aber starteten mit sizilianischen Weißweinen mit typischen lokalen Trauben. Obwohl es schon recht schwierig ist, diese Weine in Deutschland zu bekommen. Gestartet haben wir mit einem Leone d´Almerita von Tasca. Dies ist ein Cuvee in dem neben dem Pinot Bianco und Sauvignon, die heimische Catarratto Traube einfließt. Daran anschließend ein Le Sabbie dell´Etna von Firriato. Dort kamen vor allem Carricante und Catarrato Trauben zum Einsatz. Diese gedeihen besonders gut auf dem vulkanischen Lehmboden. Durch den vulkanischen Einfluss wies dieser Wein eine extreme Säure auf, hinter der sich sogar mancher Moselwein verstecken kann. Und als dritter Weißwein im Bunde kam noch die bekannteste Weißweintraube auf den Tisch ein Grillo von Andrero. Insgesamt waren die Weißweine interessant, aber nicht so mein Fall. Sie sind auch nicht wirklich easy-drinking geeignet, sondern man muss sich schon ein wenig mit Ihnen auseinander setzen. Zum Weißwein konnten wir ein Arancini di riso – eine sizilianische Reiskugel genießen – extrem lecker. Nach einer kurzen Nachfrage, war die allgemeine Meinung wir sollten jetzt zum Rotwein wechseln. Dies taten wir mit einem kleinen Abstecher zu einem Roséwein. Wieder gab es einen Wein von Tasca. Diesmal ein Regaleali aus Nerello Mascalese Trauben. Dazu gab es dünn aufgeschnittenen, luftgetrockneten Prosciutto crudo. Was für eine geniale Kombination.

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Die ersten sechs Weine

Danach ging es bei unserer sizilianischen Reise zu dem „Paten der sizialianischen Weine“ dem Nero d´Avola. Dabei stoß auch noch der Chef des K84 Pascha Pourian zu unserer Gruppe. Gestartet wurde mit einem Corte dei Mori. Die Bedeutung des Nero für Siziliens spiegelt sich auch an der Anbaufläche wieder. So sind 18.000 ha allein mit Nero d´Avola Trauben bepflanzt. Zum Vergleich die gesamte deutsche Riesling Anbaufläche beträgt nur 24.000 ha. Der Corte war schon mal ein Wein nach meinem Geschmack – kräftig mit vielen Fruchtaromen nach roten Waldfrüchten, Brombeeren, Feigen und Amarena Kirchen. Neben dem Nero wird heutzutage auch viel die Syrah-Traube angepflanzt, da diese gut mit dem extrem heißen Wetter zu Recht kommt. Eine weitere typische Rebsorte ist der Nerello Mascalese – die im Cusumano von Alta Mora als nächster Wein auf unserer Liste stand. Nach all dem Wein kam dann unsere Hauptspeise ein sehr gut gemachtes Wiener Schnitzel mit schwäbischen Kartoffelsalat.

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Ein Teil der leckeren Essensbegleitung

Nach dieser Stärkung kamen noch weitere vier Nero d´Avola zum Einsatz. Wobei sie neben der Traube auch die Tatsache gemeinsam hatten, dass sie alle von relativ jungen Weingütern bzw. Winzern kamen. Angefangen bei einem Occhipinti aus 2013. Dieser wurde mittels Spontanvergärung hergestellt und wies einem nicht sehr leckeren Geruch auf. Es hat mich ein wenig an manche belgische Biere erinnert. Aber auch solche Weine werden Ihre Liebhaber haben. Es war auf jeden Fall mal spannend so etwas im Glas zu haben. Bei den letzten drei war ich nur noch glücklich. Hier kamen natürlich auch noch Barrique-Fässer zum Einsatz. Alle drei extrem lecker, aber immer noch von Wein zu Wein eine kleine Steigerung. Als erstes kam ein Planeta aus 2011 von Santa Cecilia auf den Tisch. Als nächstes ein Harmonium aus 2013 wieder von Firriato. Und als krönender Abschluss wieder ein Wein von Cusumano. Diesmal ein Sagana aus 2012. und den beiden Highlights dieses Abends. Danach konnte wer wollte, auch noch den einen oder anderen Wein nochmals ausprobieren und wir ließen den Abend langsam ausklingen.

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Die restlichen leckeren Nero d´Avolas

Insgesamt ging dieses Konzept für uns wirklich auf. Der Winelovers Club macht wirklich Spaß. Unser „Reiseführer“ durch die italienische Weinwelt Gianni Vassari führte uns entspannt, kompetent und unterhaltsam durch die verschiedenen Weine. Und was das Team von Pascha Pourian an Essen dazu gebracht hat, war wirklich lecker und passte gut zu den Weinen. Die nächste Veranstaltung findet am Samstag, den 03.12.2016 statt. Diesmal soll es um Badische Weine gehen. Wer sich über die Veranstaltungen oder das K84 informieren möchte, kann dies über den folgenden Link tun:              K84 Weinbar

Ein Kommentar

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Edle Tropfen vom Bonner Münster

Drinklabor_BonnerMünster1Da wohne ich nun schon seit 14 Jahren in Bonn und kenne ein paar der schönsten Ecken Bonns nicht richtig. Natürlich war ich schon mehrmals im Münster und auch wusste ich das es einen Kreuzgang gibt. Dass es sich bei diesem um ein solch wunderbares Kleinod handelt, war mir nicht bewusst. Dies und vieles mehr durfte ich bei einer Bloggereinladung des Bonner Münsters erleben. Dies war wirklich ein Abend voller Erkenntnisse. So lernte ich dass das Bonner Münster sogar seinen eigenen Wein herausgibt, der noch dazu sehr lecker ist. Damit der Bonner Münster auch in den digitalen Medien mit seinen Angeboten bekannter wird, werden in letzter Zeit vermehrt Veranstaltungen für diese Zielgruppe angeboten. So wurde auch schon ein Instawalk zu ungewöhnlichen Orten des Münsters speziell für Bonner Instagrammer durchgeführt. Da es diesmal um den Wein und die Getränke des Münsters gehen sollte, wurden 6 Bonner Blogger, zu denen auch ich zählte, zu einer Weinverköstigung in den Kapitelsaal des Bonner Münsters eingeladen.

Nettes Beisammensein und viele Hintergründe

Nettes Beisammensein und viele Hintergründe

Wir wurden von den Herren Sebastian Eckert, Reinhard Sentis und Matthias Föllmer sehr nett gleich mit einem „Münstergold“ begrüßt. Dieser aus Blanc de Noir Trauben gekälterte Sekt war  ein wunderbarer Aperitif. Nach einer kurzen Begrüßung erzählte uns Reinhard Sentis erst mal die Hintergründe zum Münster Wein. Zum Kapitell des Bonner Münster gehörten früher eine Vielzahl von Weinbergen sowohl an Ahr, Mosel als auch am Rhein. Leider sind diese Ländereien im Rahmen der Säkularisation zu Napoleons Zeiten  verloren gegangen. Doch diese Tradition hat man in den 2000er Jahren wieder aufgegriffen und zusammen mit der Firma Brogsitter spezielle Weine für das Bonner Münster abgefüllt. Und diese sind auch für alle Bonner und Gäste im Bonner Münsterladen käuflich zu erwerben.

Weinpräsentation

Weinpräsentation

Nach diesem leckeren und interessanten Start wurden wir durch den Kreuzgang und die Räumlichkeiten des Münster Carre’s geführt. Allein der Kreuzgang ist eine Augenweide. So ein wunderbar ruhiger und kontemplativer Raum und dass mitten im Trubel der Innenstadt – einfach wunderbar. Man kann den Kreuzgang tagsüber auch besuchen. Es gibt sowohl einen Zugang über das Münster, als auch über den Münsterladen. So erfuhren wir auch, dass der große Architekt Schinkel in gewisser Weise an der Rettung und Erhaltung des Kreuzganges beteiligt war. Er hatte bei den Diskussionen um den Standort der Beethovenstatue vorgeschlagen, diese in die Mitte des Kreuzgangs zu stellen. Was wie wir alle wissen, nicht geschah. Dafür hat er damit auf den schlechten Zustand des Kreuzgangs hingewiesen und somit zur Unterstützung der Finanzierung des Erhalts bzw. der Renovierung mit beigetragen.

Der Kreuzgang des Bonner Münsters

Der Kreuzgang des Bonner Münsters

Danach haben wir uns noch ein paar der Seminarräume des Münster Carres angeschaut. Insgesamt finde ich eine wirklich gelungene Kombination aus alt und modern und sehr geschmackvoll eingerichtet. Was ich auch nicht wusste, dass man alle Räumlichkeiten, sowie auch den Kreuzgang als Externer für Veranstaltungen anmieten kann. Dann ging es zurück zum Kapitelsaal. In diesem Raum hielten früher die Kapitelherren ihre Versammlungen ab. Über diesem befand sich in früherer Zeit eine Krankenstation. Reinhard Sentis wies uns auf einen noch existierenden Guckschlitz in der Decke hin. Durch diesen konnten auch kranke Personen den Versammlungen beiwohnen. Während uns Matthias Föllmer etwas zum Konzept des Münster Carre‘ erzählte, gab es einen leckeren Imbiss und wir durften den Weißwein probieren. Dies war ein Grauburgunder aus Rheinhessen mit dem schönen Namen „Schöpfung“. Auf dem Etikett ist eine Abbildung aus dem Schöpfungsmythos zu sehen ist, der sich in den Apsisfenstern des Bonner Münsters befindet. Für einen Grauburgunder hat eine ziemliche Wucht und eine ausgeprägte Pfirsich-Fruchtnote. Ein sehr gelungener Grauburgunder der ausgesprochen süffig, den idealen Sommerwein darstellt.

Die Schöpfung

Die Schöpfung

Im Anschluss daran wechselten wir zum Rotwein. Hier war beim Namen und beim Etikett ein Bezug zum Kreuzgang hergestellt. Der Name „Kapitelchen“ und auch das abgebildete Kapitel ist im Kreuzgang zu finden. Wir sollten die abgebildete Verzierung dann in Natura im Kreuzgang finden. Dies war gar nicht so einfach, da jedes der insgesamt 39 Kapitele im Kreuzgang anders verziert ist und keins dem anderen gleicht. Aber nach einigen Suchen und mit Hilfe des Etiketts konnten wir es entdecken. Beim Rotwein hatte man sich für die Frühburgundertraube entschieden. Und was liegt bei der geschichtlichen Verbindung näher, als die Trauben für diesen Wein von der Ahr zu beziehen. Bei jedem neuen Jahrgang ziert dann ein anderes Kapitell das Etikett dieses Weines.

Namensgeber des Weines

Namensgeber des Weines

Zum Abschluss durften wir noch ein weiteres Produkt des Bonner Münsters probieren. Den „Stiftskräuter“ ist ein außergewöhnlicher  Kräuterlikör aus der Eifler Brennerei Schütz aus Lantershofen. Der Name steht natürlich für Qualität. Die Bonner und Ginliebhaber müssten bei diesen Namen jedenfalls aufhorchen. Diese Brennerei ist auch für den von mir  geschätzten Siggi Gin verantwortlich. Trotz des großen Namens war ich am Anfang ein wenig skeptisch. Dies hängt aber mit meiner allgemeinen Abneigung gegen Kräuterliköre bzw. Kräuterschnäpsen zusammen. Aber auch hier zeigt sich, man bringe gute Qualität und Handwerkskunst zusammen und erhält ein leckeres Produkt.

Der extrem leckere Stiftskräuter

Der extrem leckere Stiftskräuter

Der „Stiftskräuter“ wird aus 36 Kräutern gebrannt und hat für mich schon etwas weihnachtliches. Ich fand ein schönes Aroma von Anis und Lebkuchen. Im Mund spürt man eine wunderbare Süsse ohne das sie überlagern wirkt. Bei solchen Likören kann sogar ich noch zum Kräuterfan werden. Und nicht nur der gute Name des Herstellers sondern auch der geschichtliche Zusammenhang passt hier wunderbar. So erfuhren wir, dass die Gebäude der Brennerei Schütz in früher Zeit als Zehnthof zum Bonner Münsterkapitel gehörten.

Ich muss zusammenfassend sagen, wirklich alle verkosteten Getränke waren für mich extrem lecker und hatten eine sehr gute Qualität. Die Darbietung der Getränke und die Erzählungen drum herum waren nicht nur sehr lehrreich, sondern auch unterhaltsam. Ich möchte mich noch mal ganz herzlich beim Bonner Münster und den drei Herren für den gelungenen Abend bedanken. Man kann alle verkosteten Getränke im Münsterladen käuflich erwerben. Hintergrundinformationen zum Bonner Münsterladen findet Ihr unter www.muensterladen.de. Wie häufig ist man auf der Suche nach einer Kleinigkeit oder einem Mitbringsel aus Bonn und vielen fällt dann immer nur Haribo ein. Hier kann man leckere Dinge mit einem direktem Bezug zu Bonn kaufen. Den Eingang zum Bonner Münsterladen findet man in der Gerhard-von-Aare Str. 1 und das Geschäft hat montags bis freitags von 10.00 – 19.00 Uhr und am Samstag von 10.00 – 16.00 Uhr geöffnet.

Die Getränkekollektion des Bonner Münsters

Die Getränkekollektion des Bonner Münsters

Wo kommt das Logo her?

Wo kommt das Logo her?

Der Kreuzgang am Abend

Abendimpression im Inneren des Kreuzgangs

Abendimpression im Inneren des Kreuzgangs

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Der Martinez – ein alter Cocktail ganz aktuell

Drinklabor_MartinezHeute möchte ich mich einen schon recht alten Klassiker widmen – dem Martinez. Dieser Cocktail wird auch als Urvater des heutigen Martinis angesehen, auch wenn er heute leider ein wenig aus der Mode gekommen zu sein scheint. Auf diesen Cocktail hat mich der Sembo von der neuen tollen Bonner Bar „The Old Jacob“ gebracht, als wir uns über geniale  Gincocktails unterhalten haben. Der Martinez war schon im Cocktailbuch-Klassiker von Jerry Thomas in „How to Mix Drinks“von 1887 aufgeführt. Wobei die genaue Herkunft mal wieder, wie bei vielen Cocktails nicht genau belegt ist. Und natürlich gibt es einige Anekdoten und Geschichten darüber, wie er entstanden ist. So soll dieser Jerry Thomas ihn auch den Namen gegeben haben, wobei in der Erstauflage seines Buches 1862 er nicht aufgeführt gewesen ist. Dieser Jerry Thomas war Bartender im Occidental Hotel. Die Bar war ein beliebter Platz zum Trinken und lag genau auf dem Weg von der Montgomery Street nach Martinez. Eines Tages hat er einen Cocktail für einen Gast entwickelt, der gerade auf dem Weg nach Martinez war, um von dort die Fähre zu nehmen. Und so soll er sich entschlossen haben, diesen Drink Martinez zu taufen. Ob es so stimmt, mag dahin gestellt sein, es hört sich aber gut an. Natürlich beansprucht auch die Stadt Martinez selbst, Ursprung diesen Cocktails zu sein. Es wird wie bei vielen Klassikern in den Nebeln der Cocktailgeschichte verschwinden. Das besondere an dem damaligen Rezept war, dass der Martinez noch sehr stark Wermut dominiert war. Hier mal die Zutaten des Originals von 1887:

  • 12 cl roten Wermut- eigentlich nach Original nur Carpano Antica Formula
  • 3 cl Old Tom Gin – damals war diese Gin Form – die heute wiederbelebt wird – quasi Standard
  • 1 Dash Angostura Bitter
  • 1 Barlöffel voll Marascino Likör

Im Originalrezept war von 1 Pony Old Tom Gin (entspricht ca. 3 cl) und einem Wineglas of Vermouth (ca. 12 cl) die Rede. Häufig wird dies aber in der Barszene als zu viel Wermut angesehen und man interpretiert es eher als 6 cl Wermut. Von der Vorgehensweise funktioniert der Martinez wie der Dry Martini auch, man rührt die Zutaten auf Eis in einem Rührglas und seiht das Ganze in vorgekühlte Martinikelche ab. Für mich ein sehr leckerer Cocktail – das hängt aber auch mit meiner Begeisterung für den Antica Formula zusammen – den ich auch gern mal pur trinke.

Wer das Getränk ein wenig ausgewogener aber für mich auch subtiler mag, versucht die Neuinterpretation durch Mr. Martini. Dieser ist ein von mir geschätzter Bar-Blogger und Cocktailenthusiast, der seit 2006 einen Blog und auch einen Podcast unter dem Titel „Behind the Bar Show“ herausgibt. Diese kann ich wirklich uneingeschränkt empfehlen, obwohl in der letzten Zeit nicht viel nachkam. Bei ihm ist das Verhältnis von Gin und Wermut, ähnlich wie beim Negroni angeglichen und er ergänzt den Cocktail noch mit Orangebitters. Auch er verwendet als Gin einen Old Tom Gin oder einen Genever. Beide sind ein wenig gesüsst und geben dem Drink eine gewisse Abrundung. Da ich gerade keinen Old Tom im Hause hatte, habe ich normalen Dry Gin verwendet und noch ein wenig Zuckersirup ergänzt.

Drinklabor_Martinez_Zutaten

Und damit Ihr es zu Hause nach machen könnt, hier mein Rezept in starker Anlehnung an Mr. Martini:

4 cl Gin – ich habe Bombay Saphire verwendet

4 cl Vermuth – natürlich Carpano Antica Formula

1 cl Zuckersirup

7 ml Luxardo Marascino Likör – hier beachten 7 ml also 0,7 cl – beim ersten Misch-Versuch habe ich leider den Cocktail ein wenig hingehimmelt mit 7 cl 🙂

2 Dashes Angostura Bitter

2 Dashes Orange Bitters – ich habe den von Bitter Truth verwendet

Auch hier wird alles zusammen, ordentlich auf Eis im Rührglas gerührt und auch hier in vorgekühlte Martini-Gläser abgeseiht. Dazu gibt man dann noch eine Zitronenzeste als Dekoration. Ich kann nur sagen, ein wirklich leckerer Klassiker, der in der Neuinterpretation eine wirklich leckere Alternative zum Negroni ist. Viel Spaß beim selber ausprobieren.

 

 

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Lisbon Winery – eine geniale Weinverkostung

Drinklabor_LisboneWinery1Wie Ihr ja schon an den anderen Beiträgen gesehen habt, waren wir über Ostern in Portugal, genauer gesagt in Lissabon. Und diese Stadt gibt doch neben den wunderbaren Orten, Plätzen, Denkmälern und Menschen auch viel her für einen Getränkeblog. Bisher habe ich schon zwei Beiträge über Lissabon geschrieben.  Den Beitrag zum portugiesischen Gin findet Ihr hier. Ein Beitrag über eine tolle Whiskysammlung in Lissabon könnt Ihr über diesen Link erreichen. Natürlich darf bei Berichten über Lissabon und Portugal der portugiesische Wein nicht vergessen werden. Es ist immerhin das meistgetrunkene Getränk, zumindest was alkoholische Getränke angeht. Noch dazu ist er äusserst lecker und weist eine große Vielfalt auf.  Erstaunlicherweise führt portugiesischer Wein bei uns in Deutschland noch ein ziemliches Schattendasein. Natürlich kennt man den verarbeiten Wein – also den aufgespriteten Port. Aber wenn es um normale Weiß- oder Rotweine angeht, muss man bei uns doch länger suchen. Manchen wird noch der Vinho Verde aus Nordportugal ein Begriff sein. Der leicht mit Kohlensäure versetzt wird und einen wunderbaren Sommerwein darstellt. Aber wie ich erfahren habe, war in diesem Jahr die grösste Dichte an portugiesischen Winzern auf der Prowein in Düsseldorf anzutreffen. Und vielleicht trägt dies auch  zu einer höheren Bekanntheit bei, zu wünschen wäre es.

Wenn man in Portugal essen geht, hat fast jedes Restaurant einen Hauswein, den man ohne weiteres bestellen kann. Häufig ist es ein leichter, sehr süffiger Wein. Da wir uns aber auch ein wenig genauer mit den portugiesischen Weinen auseinandersetzen wollten, haben wir an einer Weinprobe teilgenommen. In Lissabon gibt es einige Weinbars, die einen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Wir sind auf Empfehlung zur Lisbon Winery gegangen. Das Lokal hat über 200 Weine im Angebot, da sollte sich doch was passendes finden lassen.  Es befindet sich im Stadtteil Barrio Alto und ist recht modern, aber trotzdem gemütlich eingerichtet. Ein Highlight des Lokals ist die im hinteren Teil zu findene restaurierte Zisterne. Die ist bei Restaurierungsarbeiten im Jahr 2009 aufgetaucht. Da sie ein Unikat darstellt, hat die archäologische Ausgrabung und Sicherstellung die Restaurierung um ganze 2 Jahre verzögert. Schön das es das Lokal trotzdem noch gibt und sie jetzt mit der Zisterne einen wundervollen Blickfang haben. In der Lisbon Winery werden Nachmittags verschiedene Tastings angeboten. In den Abendstunden könnte auf Grund der höheren Gästezahl eine ordentliche Begleitung des Tastings nicht gewährleistet werden. Wir hatten das Glück, dass Alex – man kann ihn auch das portugiesische Weinwiki nennen – uns auf Grund der geringen Gästeanzahl auch noch um 17.30 Uhr ein Tasting angeboten hat. Dabei geht er ganz individuell auf die Vorlieben der Tester ein und hat keinen vorgegebenen Ablauf.

Drinklabor_LisboneWinery2Gestartet haben wir mit einer Olivenölprobe. Er stellte uns drei unterschiedliche Olivenöle und unterschiedliche Brote hin. So konnten wir hier schon mal unsere Geschmacksknospen schärfen. Alex fragte uns vorab, welche Vorlieben wir haben. Wir entschieden uns eher für die Rotweinfraktion. Er meinte aber wir müssten auch einen Weißwein probieren. Außerdem einigten wir uns auf geringere Mengen, um dann mehrere unterschiedliche Sorten zu probieren. Wir starten mit zwei Weißweinen. Zu Beginn gab es einen Quinta dos Carvalhais von 2014. Fast wie eine Mischung aus Riesling und Gewürztraminer. Schöner Starter. Dann kam auch schon die erste Überraschung ein weißer RemeXido. Dieser Wein wurde für ein Jahr in einem ungarischen Eichenfass gelagert und kommt mit kräftigen 14 % daher. Er hat Anklänge an Tokajer. Diesen trinkt man auch bei höheren Temperaturen als klassischen Weißwein. Der Wein war sehr eigen, aber etwas besonderes und habe so etwas auch noch nicht im Glas gehabt. Dies ist auch einer der Lieblingsweine von Alex. Ein Ziel vom ihm war auch, uns eine große Vielfalt und Besonderheiten zum probieren zu geben und nicht die Standards. Mit dem RemeXido war das schon mal gelungen. Dann gab es eine kleine Essenspause mit einer tollen Käseplatte mit unterschiedlichen Käsesorten aus ganz Portugal und dazu eine selbstgemachte Kürbismarmelade – sehr lecker.

DrinklaborLisboneWinery_3Und weiter ging es mit Rotwein – mit dem Humus. Dieser kommt aus der neuen Wein-Region Lissabon. Früher wurde diese als Estremadura, wie die Region in Spanien bezeichnet. Da aus dieser Region häufig nicht so guter Wein kam, ergab sich eine große Verwechselungsgefahr. So entschied man sich die Region um Lissabon in den Stadtnamen umzubenennen. Dieser Wein kommt wie viele andere Weine des Abends auch, von alten Weingütern. Diese sind aber mittlerweile von der jungen Generation übernommen worden. Und diese jungen Leute sind häufig besser ausgebildet und viel experimentierfreudiger. So das die portugiesische Weinszene auch in den nächsten Jahren noch spannender wird. Beim Humus war der Name Programm. Die erste Nase ging gar nicht. Man hatte den Geruch von Waldboden und Laub in der Nase. Hier gab er uns aber den Tipp erstmal stehen lassen und ihm Zeit geben. Und tatsächlich nach 15 – 20 Minuten kamen ganz andere Gerüche nach dunkler Frucht wie Sauerkirschen zum Vorschein. Hier zeigt sich wieder die Erkenntnis, die für viele Getränke gilt: „Gib dem Getränk Zeit“. Der vierte Wein war ein Vinhas Velhas von Luis Pato aus der Beiras Region. Der Wein war von 2010 einem sehr trockenen Jahr in Portugal. Hier hat der Winzer einen Großteil der Trauben weggeschnitten, so dass trotz der Hitze noch ein guter Wein herauskam.

Der nächste Wein war einer unserer Favoriten des Abends – ein Herdade dos Grous aus 2013.  Er kommt aus der Region Alentejo. Hier wurde u.a. eine Traube eingesetzt, die früher häufig nur zur Färbung mit eingesetzt wurde. Dieser Wein ist ein Moonshinewine -was aber nichts esoterisches ist, sondern der Temperatur in der Region geschuldet ist. Weil Nachts die Temperaturen viel niedriger sind, als tagsüber – erzielt er viel bessere Ergebnisse bei der Qualität. Als nächstes kam ein Vierra aus der Douro ins Glas. Dies war ein Gran Reserva, wie wir gelernt haben ein geprüftes Qualitätskriterium. Denn im Gegensatz zu Spanien wo nur das Alter zählt,  muss ein Gran Reserva in Portugal von einer Jury für gut befunden werden. Als nächstes kam nochmal ein RemeXido ins Glas, dies mal als Rotwein. Hier konnte man eine tolle Showeinlage von Alex beobachten. Da er die Flasche gerade erst geöffnet hatte, wurde der Wein wild im Dekanter geschüttelt. Ich habe schon erwartet, er würde ihn wie ein Barkeeper noch in die Luft schleudern. Da dieser Wein direkt aus der Uferregion stammt, meint man fast sogar ein wenig das Salz schmecken zu können. Dazu kam noch ein extrem  trockener Abgang.

Drinklaor_LisboneWinery_EssenDann gab es wieder eine kleine Essenspause. Diesmal mit einer tollen Auswahl an unterschiedlichen Salamis und Chirrizos. Einfach nur Lecker….Und zum Abschluss meinte Alex sollten wir natürlich auch Port probieren. Der erste Port war ein Quinta dos Murcas – ein Vintage aus 2011. Gefolgt von einem Dalva Port von 2000. Beide sehr aromatisch, süss, schöne Fruchtnoten – einfach lecker. Und dann meinte Alex uns noch etwas besonderes zu kredenzen. Nämlich weißen Port, der häufig auf Grund seiner Jugend häufig nicht so beachtet wird. Dieser wird selten länger gelagert und häufig sehr schnell abgefüllt. Aber Alex ist ein Fan von weißen Port und wollte uns auch dafür begeistern. So durften wir mit einem 20 jährigen weißen Port von Vieira de Sousa starten. Der Vater des jetzigen Winzers hat früher viel Ruby und Twany Port an die großen Portproduzenten geliefert. Da weißer Port als  nicht so gut galt, lies er sich häufig im Gegenzug weißen Port liefern. Und lagerte diesen weiter, so dass er mittlerweile eine gute Auswahl an wirklich alten weißen Ports besitzt und diese nach und nach abfüllt. So kamen wir am Schluss noch in den Genuss eines weißen Very Old Port Wein. Hier weiß man nur, dass er nach den Vorgaben mindestens 40 Jahre alt sein muss. Ein wirklich würdiger Abschluss eines genussvollen und lehrreichen Abends. Für die unter Euch, die nach Lissabon fahren, ich kann die Lisbon Winery und Alex nur wärmsten empfehlen.

Drinklabor_LisboneWinery4

Hier die Adresse und Website.

Lisbon Winery Rua da Barroca 13, Lissabon

Neben den bisherigen Berichten aus Lissabon, könnt Ihr Euch noch auf einen weiteren Beitrag freuen. In diesem wird es um portugiesisches Craftbeer gehen. Das gibt es wirklich und ist ausgesprochen lecker. Bis dahin tchau.

 

 

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Der Cocktail schlecht hin – der Mannhattan

Drinklabor_ManhattanDiesmal soll es um eine wahre Cocktaillegende gehen – den Manhattan. Neben dem Old Fashioned ist er wohl einer der ältesten Cocktails überhaupt. Es gibt riesige Abhandlungen über die Geschichte und seine Entstehung. Leider ist er heute nicht mehr ganz so verbreitet, auch wenn seine Beliebtheit in den letzten Jahren wieder zu genommen hat. Durch das Wiederaufleben der Classic Bar Kultur wird auch der Manhattan vermehrt geordert. Von der Grundrezeptur ist er sehr einfach aufgebaut – eigentlich nur drei Zutaten. Whiskey, roter Wermut und ein Spritzer Bitter. Aber allein durch Änderung von einer oder auch zwei Zutaten kann man schon viele neue Kreationen entwickeln. Außerdem spornt dieser Cocktail immer wieder Barkeeper als auch Hobby-Cocktailtrinker zu spannednen Kombinationen und Abwandlungen an.

Mein Tipp einen Manhattan nicht in der Studiecocktailbar um dei Ecke bestellen. Denn in einfacheren Cocktailbars findet man häufig recht lieblos zusammengestellte Manhattans. Dabei wird ein einfacher Bourbon wie Jim Beam oder ein Canadischer Whiskey wie der Canadian Club verwendet. Da der Whisky Hauptgeschmackgeber ist, macht ein schlechter Whiskey auch einen schlechten Manhattan. Daneben wird häufig auch ein günstiger roter Wermut wie z.B. ein Martini Rosso verwendet. Dieser ist dann meist zu süss und schon sagen alle – der Manhattan ist kein guter Cocktail. Häufig kommt noch dazu, dass viele den Manhattan zu lange kalt rühren und dadurch der Cocktail zu wässrig wird. Auch wird der Cocktail ab und zu in einem Tumbler mit viel Eis darin serviert. Auch hier besteht die Gefahr des verwässern, da ich meinen Manhattan ja nicht ex trinken möchte. Ich finde Martinegläser eine gute Lösung, da sich diese auch sehr gut runter kühlen lassen.

Bei der Entstehung muss man wie bei vielen Klassikern ziemlich im Trüben fischen. So gehen viele Quellen davon aus, dass der Manhattan mit den ersten Exporten von italienischen und französichen  Wermut in die Staaten um 1870 eng zusammenhängt. Denn damit konnten die Bartendern entsprechend experimentieren. Die Geschichte das Winston Churchills Mutter mit der Entstehung des Manhattan zu tun hatte, ist zwar eine schöne Geschichte, muss aber in die Welt der Cocktaillegenden geschoben werden. Um das Jahr 1884 muss es das Getränk schon gegeben haben, da er in diesem Jahr als Rezept in einem Barbuch auftauchte. Damals war der Anteil an Whiskey und Wermut noch gleich, wobei heute häufig der Whiskeyanteil 2:1 zum Wermut beträgt. Man geht davon aus das die ursprünglichen Cocktails mit Rye Whisky oder Bourbon gemixt wurden. Durch die Prohibition und die versiegenden Quellen von gelagerten Bourbon oder Rye griff man häufig auf den einfach zu beschaffenden Canadian Whisky zurück. Dies führte dazu, dass sich dieser auch heute bei der Standardrezeptur durchgesetzt hat. Aber wenn man auf die ursprünglichen Zutaten wie einen kräftigen Rye Whisky und einen komplexen italienischen Wermut zurück greift, kann ein wirklich spannender Drink entstehen.

So habe ich den relativ neuen Knobs Creek Rye eingesetzt. Dieser ist ein schön würziger Rye mit 50 % Alkohol, der aber gleichzeitig recht rund und nicht alkoholisch schmeckt. Und auch beim Wermut sollte man auf das Original oder zumindest auf ein komplexeres Produkt zugreifen. Ich setze dabei auf  den wahren König des Wermuts den Antica Formula von Carpano. Und auch beim Bitter kann man ein wenig experimentieren. Meist benutze ich den Angostura Bitter. Aber auch hier kann man mit verschiedenen Bittern z.B. die von The Bitter Truth dem Cocktail eine andere Note geben. Auch der Einsatz eines Orangenbitter bringt ein spannendes Ergebnis.

Drinklabor_Manhattan_Zutaten

Kommen wir nun zu den Zutaten und der Zubereitung:

4 cl Rye Whisky – hier Knob Creek Smal Batch Rye
2 cl Antica Formula Wermut
2 Dashes Angostura Bitter

Den Whisky und den Wermut in ein mit Eiswürfeln gefülltes Rührglas geben. Dann 2 Dashes Bitter dazu und das Ganze ordentlich rühren. Darauf achten, dass Ihr nicht zulange rührt und die Eiswürfel zu stark antauen. Ein wenig dürfen sie, da hier ja kein Filler zugesetzt wird und schon viel Alkohol im Cocktail steckt. Den Mix dann in vorab gekühlte Spitz-bzw. Martinikelche abseien. Manche geben noch einen Orangenszeste dazu. Ich finde es geht aber auch ohne. Und fertig ist ein wunderbarer Aperitif. Wobei ich festgestellt habe, das er häufig bei Männern besser ankommt als bei Frauen. Aber das ist natürlich auch wieder ein bekanntes Cocktailklischee. Viel Spaß beim Nachmachen und Cheers.

 

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Gepflegtes Trinken in Unterfranken

Drinklabor_Franken_1Diesmal möchte ich von unserer Karnevalsfluchttour nach Franken berichten. Obwohl wir Karnevalsfreunde sind, haben wir seit einigen Jahren nicht mehr die richtige Lust, ihn ausgiebig zu feiern. Daher nutzen wir die Karvevalstage gern für ein verlängertes Wochenende. Diesmal haben wir uns mit Freunden in Würzburg getroffen und danach noch zwei Tage in Rothenburg verbracht. Ich war schon sehr gespannt. Ich war zwar in den frühen 90er Jahren kurz hier, aber eigentlich war es das erste mal, dass wir beide hier länger blieben. Das Frankenland war bisher sowohl architektonisch, als auch Sehenswürdigkeiten betreffend und auch kulinarisch immer ein gutes Ziel. Trotzdem hatte ich keine konkrete Vorstellung, was uns erwarten würde. Komischerweise verbinde ich mit Franken immer Bier. Das muss an der enormen Brauereidichte und dem guten Bier liegen. So gibt es allein in Franken über 270 aktive Brauereien. Das Erste was ich in Würzburg – Unterfranken – gelernt habe, hier ist man im Weinfrankenland. Da ich auch ein grosser Weinfan bin und ich natürlich gern die lokalen Spezialitäten probiere, war das für mich kein Problem. Was mich überrascht hat, war das fast mediterrane Flair, das Würzburg und seine Bewohner ausgestrahlt haben. So hatten wir an einem sonnigen Samstagnachmittag im Februar, das tolle Erlebnis von ca. 200 – 300 Personen mit Weinglas in der Hand die Sonne genießen zu sehen. Eine tolle Idee, die man da gehabt hat. Am Fuß der alten Mainbrücke, die eine Fußgängerbrücke ist, gibt es zwei Weinlokale. Diese verkaufen quasi aus dem Fenster heraus Weingläser mit lokalem Wein. Und diese werden dann mit auf die Brücke oder unten an den Main genommen. Und dort steht man zusammen, unterhält sich und trinkt seinen Schoppen und genießt Aussicht und Sonne. Das finde ich sehr sympathisch.

Auch haben wir wirklich super gegessen. Die Restaurants haben es häufig geschafft, eine gute Balance aus traditioneller, fränkischer Küche und einem modernen Pep zu schaffen. Und häufig gibt es zu diesen Gerichten wirklich guten fränkischen Wein. Der Wein hier zeichnet sich durch seine Würzigkeit und den hohen Mineralgehalt aus. Schwerpunktmäßig wird hier Weißwein angebaut, der überwiegend trocken ausgebaut wird. Anhand der Restaurantkarten sind uns vor allem Silvaner, Mueller Thurgau, Scheurebe, Bacchus und teilweise Weiß- und Grauburgunder aufgefallen. Und natürlich fällt einen bei Frankenwein auch die berühmte Flaschenform – der Boxbeutel – ein. Diese sieht zwar super aus, aber zur Lagerung ist er auf Grund seiner Form eher schwierig zu legen. Ich frage mich, ob es für Boxbeutelweine spezielle Weinregale gibt? Bei den Rotweinen war überwiegend die Dominatraube, der Rotling und der Spätburgunder anzutreffen. Bei den Weinen haben wir vor allem beim Silvaner tolle Entdeckungen gemacht. Da ich nicht so der Fan von säurebetonten Weinen bin und meine Herzallerliebste sie gar nicht vertragen kann, sind wir bei vielen deutschen Weißweinen quasi ausgeschlossen. Speziell der Riesling,  als der deutsche Vorzeigewein fällt daher bei uns häufig aus. Aber die hier angebotenen Silvaner waren durchweg alle gut trinkbar und teilweise sogar richtig ausgezeichnet. Hintergründe zu den besuchten Lokalen und den kulinarischen Genüssen findet Ihr wie schon bekannt auf den Blog meiner Herzallerliebsten Kocheule.

Drinklabor_Franken_2Obwohl wir in einer typischen Weingegend waren, gab es natürlich auch lokale bzw. regionale Biere. Und als bierbegeisterter Drinklaborant musste ich mich natürlich in der hiesigen  Bierlandschaft ein wenig umschauen. Da fällt mir zuerst das neue Craftbeer Highlight von Würzburg ein. Das Max Mundus – ein Craftbeer Shop – den es erst seit letzten August gibt. Auf der einen Seite dachte ich mir, in Franken mit seiner stolzen Brautradtion – Craftbeer anzubieten könnte gewagt sein. Auf der anderen Seite gibt es in Würzburg als Studentenstadt natürlich viel junges und experimentierfreudiges Publikum. Des weiteren hat in Würzburg und näheren Umgebung auch eine kleine Craftbeerszene und die eine oder andere neue  Brauerei gegründet. Daneben versuchen sich auch traditionelle Brauereien an neuen Bierstielen. Besonders ist mir dabei die Distelhäuser Brauerei aufgefallen. Neben den Standard- und Saisonbieren, bieten sie seit kurzem ein Porter, ein Stout und ein IPA an. Und zumindest in Bezug auf das Stout und das IPA kann ich sagen, die sind sehr gelungen. Gut fand ich auch, dass die Jungs von Max Mundus sogar ein eigenes Bier im Angebot hatten, und zwar ein hopfengestopftes Pils. Ich habe es noch nicht probiert, habe mir aber zumindest eine Flasche für spätere Test mitgenommen. Daneben gab es noch ein Bier von 7 Würzburger Studenten – den Brew Dudes – welches auch für spätere Verköstigung in den Kofferraum gelandet ist. Insgesamt ist der Laden, wie häufig bei den neuen Craftbeershops recht klein und spartanisch eingerichtet. Aber sie haben eine schöne Auswahl an „klassischen“ Craftbeeren und ein paar spannenden Exoten. So fand ich die Biere von Pax Bräu von der Beschreibung sehr experimentell, aber extrem spannend. Alle Mitarbeiter waren super informiert und haben einen toll beraten. Wenn Ihr also in Würzburg seit, der Max Mundus ist der Place to be für Craftbeerfreunde. Hier der Link zum Shop Max Mundus.

Drinklabor_Franken_3Natürlich werden jetzt einige von Euch sagen, in Würzburg trinkt man doch das Würzburger Hofbräu. Richtig und ich habe es auch probiert. Über das Pils legen wir mal den Mantel des Schweigens. Nicht wirklich schlecht, aber lecker oder spannend ist es wirklich nicht. Das Dunkelbier von denen war schon besser, aber eine Offenbarung war es auch nicht. Das Sternla habe ich nicht probiert, hatte aber nach zwei eher mittelmäßigen Standardbieren auch keine Lust ein weiteres zu probieren. Und zum Schluss moechte ich noch auf einen kleinen Laden in Rothenburg ob der Tauber hinweisen – die Ritterrolle. Dieser Laden war sowohl kulinarisch als auch Getränketechnisch sehr spannend. Ich habe die angebotene Rolle despektierlich Mittelalterdöner getauft. Sie ist wirklich extrem lecker und man kann sie sich ein wenig wie einen zusammengefalteten Flammkuchen vorstellen.Und dann kross im Pizzaofen gebacken. Wirklich ein tolles Geschmackserlebnis. Und dazu gab es einiges an spannenden lokalen und mittelalterlichen Bieren. So hatte ich ein historisches Emmerbier von der Riedenburger Brauerei probiert. Dieses wird grösstenteils aus Urgetreiden wie Emmer, Einkorn und Dinkel gebraut und war ein süffiges, naturtrübes Bier. Daneben gab es noch das Baros ein nach alten Rezepten gebrautes Kirschbier. Dieses habe ich leider nicht pur probiert. Aber meine Herzallerliebste hat es in warmer Form mit Honig und einigen Gewürzen probiert. Eine wirklich schöne Alternative zum Glühwein. Insgesamt kann ich allen Feinschmeckern und Getränkeenthusiasten Unter- und Mittelfranken wirklich ans Herz legen. Es war ein wirklich schöner Kurzurlaub in einer tollen Gegend, die neben den historischen Highlights auch kulinarisch und getränketechnisch wirklich spannende Entdeckungen bereithält.

 

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Ein toller Spätburgunder – Paukners Tulipa sylvestris

Drinklabor_SpätburgunderPauknerHeute möchte ich mich mit einem anderen tollen Getränk auseinander setzen – dem Wein. Wobei ich beim Wein einen ähnlichen Anspruch an den Tag lege, wie bei anderen Getränken. In erster Linie muss er mir schmecken! In diesem Beitrag soll es um eine Weinempfehlung gehen. Es geht um einen fassgelagerten Spätburgunder „Tulpia sylvestris“ von 2012 aus dem Weingut St. Urban aus Gau-Odenheim. Dieses Weingut hatte ich schon im Rahmen meines Glühweinbeitrages erwähnt. Das Weingut St. Urban der Familie Paukner ist im wahren Sinne ein Familienweingut. Mittlerweile in der 3. Generation. Und der Sohn Andreas hat diesen wunderbaren Wein produziert.

Man muss wissen, dass auf den Weinberg Lieberg auch eine hohe Population der Weinbergtulpe – der Tulpia sylvestris“ zu finden ist. Es ist der Ort mit dem größten Vorkommen dieser Tulpe nördlich der Alpen. Dementsprechend kommen zur Blütezeit hunderte von Fans in die Weinberge um Gau Odernheim um die Blütenpracht zu bewundern. Dieser Pflanze zu Ehre hat sich der Paukner Junior vorgenommen, einen entsprechend außergewöhnlichen Wein herzustellen. Nur die besten Spätburgundertrauben aus der Spätlese aus diesem Weinberg kamen zum Einsatz. Und dann durften der Wein nach der Kelterung noch für 21 Monate im Barrique reifen. Wirklich ein sehr gelungener Spätburgunder. Obwohl ich eigentlich die Spätburgunder der Ahr bevorzuge, kann dieser Wein sehr gut mit den ausgezeichneten Ahrweinen mithalten, wenn nicht sogar übertreffen. Er hat eine wunderbare Nase mit Beeren und Vanilletönen. Am Gaumen merkt man dezent die Tanine aus der Fasslagerung, ohne dass das Holz zu stark durchkommt.

Ein wirklich ausgezeichneter Wein, mit einer tollen Geschichte und aus einem sehr sympathischen und tollen Familienweingut. Wenn Ihr also mal einen tollen deutschen Rotwein trinken oder verschenken wollt, den Tulpia sylvestris kann ich sehr empfehlen. Informationen über das Weingut, eine Preisliste oder Besuchsmöglichkeiten findet Ihr unter http://www.weingut-paukner.de.

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