Archiv der Kategorie: Getränke kaufen

Faszination Craftbeer – der Braukunst Laden Köln

Open Bottle Party im Braukunstladen

Open Bottle Party im Braukunstladen

Zu meiner persönlichen Freude entwickelt sich Köln, trotz noch starker Kölschbezogenheit, immer mehr zu einem Craftbeer Zentrum. Natürlich findet die Entwicklung in kleineren Dimensionen als Berlin statt, trotzdem hat sich in den letzten 12 Monaten doch so einiges getan. Neustes Mitglied in der Craftbeer Gemeinde ist der Braukunstladen an der Friesenstraße. Hier hat Wolf Heisig vor gut zwei Monaten ein Craftbeer-Geschäft mit angeschlossenem Tastingraum eröffnet. Erst durch die Anmeldung zu einem Tasting von schottischen Bieren bei dem nebenan liegenden Scotia Spirits haben wir das Geschäft kennen gelernt. Mein Kumpel Oli und ich waren ursprünglich bei einem Openbottletasting bei Scotia Spirits angemeldet. Dieses hatten wir vor ca. einem Jahr schon einmal besucht. Da uns die Veransstaltung und die Auswahl so gut gefallen hat, wollten wir auch in diesem Jahr daran teilnehmen.  Zu unserer Überraschung fanden wir einen Hinweis, dass wir hinten herum gehen sollten. Und so bogen wir in die Spiesergasse ein und standen vor dem uns bisher unbekannten Braukunstladen. Dort wurden wir gleich freundlich von Wolf begrüsst. Welchen wir schon bei dem Craftbeer trift Single Malt Tasting kennengelernt hatten. Hier noch der Link zu dem Bericht.

Eine kleine Auswahl an Bieren

Eine kleine Auswahl an Bieren

Bei Wolf spürt man gleich die Begeisterung für das Thema Bier. Obwohl er erst vor knapp einem Jahr mit dem Craftbeer in Berührung gekommen war, hat ihn das Ganze so infiziert, dass er sich erst intensiv hobbymäßig damit beschäftigt hat. Sogar eine eigene Heimbrauanlage wurde angeschafft und das erste eigene Bier gebraut. Und nun führte seine Begeisterung sogar zum eignen Laden. Eigentlich hat er eine Personalvermittlungsagentur, die quasi in direkter Nachbarschaft zum Scotia Spirits von Peter Klas liegt. Als dieser auf der Suche nach Räumlichkeiten für einen weiteren Tastingraum war, kam Wolf auf die Idee, sein neues Hobby auch beruflich auszuüben. So wurde zwischen den beiden Räumlichkeiten ein weiteres Ladenlokal angemietet. Dieses bietet im Erdgeschoss einen Verkaufs- und Ausstellungsraum für Craftbeer und im Obergeschoss einen Raum für Whisky-Tastings . Vor ca. acht Wochen war dann Eröffnung.

Der Tastingraum in der 1. Etage

Der Tastingraum in der 1. Etage

Trotz seiner kurzen Öffnungszeit bietet der Braukunst Laden schon eine unglaubliche Vielfalt an Bieren. Da über 4 große Regale komplett voll standen, kann ich schwer einschätzen, wieviele Biere hier insgesamt im Angebot sind. Es sind auf jeden Fall mehr als 150 verschiedene Sorten. So bilden vor allem englische und schottische Biere einen Schwerpunkt. Dabei gibt es Biere von vielen neuen und auch kleineren Brauereien wie Fyne Ales, Spey Valley, Cairngorn oder Stathaven. Aber auch andere Länder und Bierarten sind in recht großer Auswahl vertreten. Und es kommen immer noch neue Sorten und Arten dazu. Das angenehme hier ist, dass sich nicht nur rein auf die gerade so angesagten IPA´s konzentriert wird, sondern auch eine breite Auswahl an unterschiedlichen Bierstilen vom Zwickel, über belgische Biere, Porter, Stouts, Gosen und andere Sourbiere und vieles andere mehr.

Nette Runde am Beginn des Tastings

Nette Runde am Beginn des Tastings

Am Anfang waren wir erst zu viert, aber im Laufe des Abends sind noch weitere Personen dazu gestoßen. Jeder Teilnehmer hatte die Möglichkeit 10 verschiedene Biere a 100 ml zu probieren. Dazu gab es zur Neutralisation Brot und Wasser. Auch einen Tastingbogen haben wir erhalten um unsere Eindrücke festzuhalten. Und obwohl als schottisches Biertasting angekündigt, haben wir auch dass Angebot  genutzt, dass wir auch Biere anderer Länder probieren konnten. So hatten wir wirklich eine tolle Auswahl an Bieren gehabt. Ich will nicht alle aufzählen, sondern nur meine Highlights hier beschreiben. Da waren zuerst zwei wunderbare italienische Biere, die beide absolut gigantisch waren – aber ganz anderes im Geschmack. Einerseits das My Antonia ein Geschmeinschaftsbier von Birra del Borgo und der amerikanischen Dogfish Head Brauerei. Etwas sehr ungewöhnliches nämlich ein Imperial Pilsener mit 7,5 % Alkohol. Dies hatte eine so gelungene Hopfennote, dass ich bei solchen Bieren noch zum Pilsfan werden könnte. Außerdem gab es noch einen IPA Hammer auch aus Italien – das 2Late Double IPA von BrewFist. Für mich eines der besten IPAs, die ich bisher getrunken habe. Aber auch ein Lager muss nicht langweilig schmecken. So hatten wir ein Christmas on the beach von den Fyne Ales. Und auch die dunkle Seite der Macht konnte verköstigt werden. Dort stach für mich besonders ein Imperial Stout von der Swannay Brewery hervor. Alles in allen war es ein wirklich gelungener Abend mit sehr viel Spaß, exzellenten Bieren und unterhaltsamen Geschichten. Wolf ist ein super Gastgeber und konnte mit seine Begeisterung für Craftbeer alle anstecken. Wer selbst an einem Openbottletasting teilnehmen möchte, kann immer freitags von 15.00-19.00 Uhr im Braukunstladen vorbei schauen. Aber auch sonst lohnt sich ein Besuch hier, um sich mit neuen spannenden Bieren einzudecken. Ein schöner und netter Laden, bei dem ich nicht das letzte mal gewesen bin.

Auswahl von verköstigtem Craftbeer

Auswahl von verköstigtem Craftbeer

Den Braukunstladen findet Ihr an der Ecke Friesenstraße 16 und Spiesergasse in Köln.

Öffnungszeiten Montag-Freitag 11.00 – 19.00 Uhr und am Samstag 11.00 – 17.00 Uhr.
Oder im Netz unter http://www.braukunstladen.de

 

2 Kommentare

Eingeordnet unter Ale, Bitter, Craftbier, Drinklabor on Tour, Getränke, Getränke kaufen, IPA, Pale Ale, Porter, Schwarzbier, Spezial, Stout, Tastings

Lissabon – Auf der Suche nach Craftbeer

Drinklabor_CraftbeerLissabon1Wie schon angekündigt kommt hier der 4. Teil der Lissabon Quadrologie. Ich als ausgesprochener Craftbeer Liebhaber wollte auch schauen, ob es eine entsprechende Szene im Weinland Portugal gibt und wie sich diese darstellt. Vor Beginn unser Reise dachte ich mir, dort wird bestimmt nur Wein oder Port getrunken. Aber dann wurde ich eines besseren belehrt. Ok die Craftbeerszene ist erst im Entstehen begriffen, aber sie entwickelt sich sehr innovativ und schnell. Portugal ist wahrlich kein typisches Bierland. Bis vor einigen Jahren gab es hier nur genau 2 Brauereien. Diese sind mittlerweile beide in internationalen Händen. Das ist einerseits der Marktführer Sagres, der zur Heineken Gruppe gehört. Und anderseits die Brauerei mit dem wunderbaren Namen Superbock. Diese gehört wiederum zu Carlsberg. Beide Biere gibt es in unterschiedlichen Sorten und man bekommt sie quasi überall. Aber auch vor Portugal machte die neue Bewegung keinen Halt und hier entwickelt sich eine wirklich spannende Szene. Speziell da Portugal ohne typische Biertraditionen weniger Vorbehalte gegen Neuerungen hat und daher die neuen Brauer einfach drauf los experimentieren.

Drinklabor_CraftbeerLissabon2Und auch die großen Brauereien versuchen selbst auf den Zug aufzuspringen. So bietet Superbock im Timeout Market in Lissabon einen Beerexperience-Stand an. Wenn man alles Tamtam drumherum weglässt, sind es eigentlich nichts anderes als sechs Zapfhähne. Diese darf man aber als Kunde selbst bedienen. Das System kam bei den Gästen aber sehr gut an, so dass immer eine kleine Schlange vor dem Stand zu sehen war.  Zuerst entscheidet man sich für eines der Biere. Neben dem klassischen Lager, gab es ein Dunkel und ein Stout. Daneben noch drei Biere der neune Marke 1927. Von denen gab es ein Münchner Hell, ein Münchner Dunkel und ein Amber Ale. Nachdem man ein Bier gewählt hat, musste man bezahlen und bekam ein Bierglas und einen Kassenbeleg mit Strichcode in die Hand gedrückt. Oberhalb des Zapfhahns war ein Monitor angebracht, wo ein Video zum richtigen Zapfen gezeigt wurde. Dann musste man den Kassenbeleg an ein Lesegerät halten. Das löste eine Sperre und man konnte und man durfte selbst sein Bier zapfen. Man musste nur aufpassen, da  man bestraft wurde, da die Bierzufuhr nach der bezahlten Menge automatisch stoppte. Ich habe das Amber Ale und das Stout probiert. Das Amber Ale war ein stärker gehopftes, dunkleres Ale – was so einen typischen Einsteigerbier für in die neue Bierwelt nahe kam. Das Stout fand ich insgesamt zu nichtssagend. An den Bieren können sie also noch ein wenig arbeiten. Aber das Konzept des Selbstzapfens war schon ganz lustig und fand auch guten Zuspruch.

Drinklabor_CraftbeerLissabon3Aber es gibt auch einige richtige Craftbeerzentren in Lissabon zu entdecken. Die zwei Pubs die wir besuchten, waren beide sowohl als Kneipe als auch als Shop angelegt. So konnte man direkt vor Ort sein Bier genießen, aber auch verschiedene Flaschen zum Mitnehmen einpacken lassen. Es sind die „Cerveteca Lisboa“  und das „Lis Beer“. Die Cerveteca liegt in der Nähe des Botanischen Gartens und bietet sowohl Fass- als auch Flaschenbier an. Sie hatten 8 verschiedene Biersorten vom Fass und eine ganze Regelwand mit Flaschenbieren. Das schöne sie bieten auch ein kleines Tasting der Fassbiere an. Man bekommt 5 Biere a 0,1 l als Tastinggedeck. Dort versuchte ich natürlich besonders die einheimischen Biere zu probieren. Hier kam ich auch zum ersten Mal mit den Bieren von Oitava (8a) Colina in Berührung. Dies steht für den 8.  Hügel. Die Geschichte zum Namen fand ich sehr nett.  So sagt man, dass Lissabon ähnlich wie Rom auf 7 Hügeln erbaut worden ist. Dabei hat man den Graca Hill vergessen und genau hier liegt die Brauerei. Und nach diesem 8. Hügel hat man diese benannt. Beim Tasting war ein Zé Arnaldo dabei. Dies war ein wunderbar vollmundiges und gut trinkbares Porter. Daneben durfte ich auch noch das Urraca Vendaval probieren – was ein wunderbares, zitrusbetontes aber auch mächtig bitteres IPA ist. Und hat IPA untypisch nur 6 % Alkohol.  Das Urraca stellte sich auch als das Lieblingsbier unserer Bedienung heraus und ist ein wirklich gelungenes Craftbeer. Die Brauerei kann man auch besichtigen. Jeden Samstag gibt es eine Tour durch die Räumlichkeiten. Wir hatten leider das Pech, über Ostern dagewesen zu sein. Da sie an diesem Wochenende keine Führung angeboten haben. Auch haben sie laut Website einen kleinen Tastingraum, so dass man auch die Biere vor Ort probieren kann. Aber auch im Cerveteca kann man sehr relaxed eine Vielzahl von Bieren probieren. Ich würde schätzen, dass neben den Fassbieren an die 150 verschiedene Sorten Flaschenbiere angeboten werden. Davon auch ca. 1/10 portugiesische Biere. Was auffiel, dass besonders viele belgische Biere zu finden waren. Daneben natürlich auch  US-amerikanische, englische und einige skandinavische Biere. Nur deutsche Biere suchte man vergebens.

Drinklabor_LissabonCraftbeer4Ein anderer schöner Laden, der sich in der Nähe unserer Unterkunft in der Alfama befand ist das Lisbeer. Auch dieses ist ganz gemütlich, mit lauschigen Sesseln ausgestattet. Auch Sie bieten die Möglichkeiten zum Flaschenkauf und hatten auch mindestens 8 verschiedene Biere vom Fass. Hier wird auch nicht so konsequent zwischen Craftbeer und Industriebier unterschieden. So hatten sie z.B. auch Paulaner vom Fass. Hier probierten wir auch Biere einer weiteren Lissaboner Brauerei der Dois Corvos Brauerei. Von dieser haben wir z.B. das Metropolitan Pale Ale probiert. Ein recht leichtes, ein wenig süßliches Pale Ale nach amerikanischem Vorbild. Außerdem gab es von Ihnen nach das sehr leckere Matiné – ein Session IPA – was wirklich besonders lecker hopfig war. Was es für uns noch einfacher machte, war die hier vorhandene extra Karte rein für portugiesische Biere. Diese zweiseitige Karte enthielt neben den beiden oben beschriebenen Lissabonner Bieren weitere Sorten wie Toira, Mean Sardine oder Sovina. Schwierig war nur, dass die Karte obwohl nur ein ausgedruckter DIN A4 Zettel, die Vorrätigkeit mittels Punkte oder Haken darstellte. Da diese mal durchgestrichen oder wieder zugefügt hatte, wusste man am Ende gar nicht was noch im Angebot war. So konnte man manchmal ein wenig länger fragen, bis man ein Bier entdeckte, was auch vorrätig war. Daneben gab es noch eine weitere Karte mit über 200 Bieren aus den unterschiedlichsten Ländern.

Drinklabor_LissabonCraftbeer5Zusammenfassend kann ich festhalten – Craftbeer ist wirklich in Portugal und auch in Lissabon angekommen. Es gibt schon ein gutes Angebot an Pubs und auch lokalen Brauereien, speziell wenn man bedenkt, dass Lissabon nur 500.000 Einwohner hat. Ich denke da mal an die Millionenstadt Köln, die beim Thema Craftbeer dem noch um einiges hinterherhinkt. So kann man auch im Weinland Portugal viele spannende Biere testen und eine noch kleine, aber sehr kreative Bierszene antreffen. Und man konnte sehen, dass vor allem die jungen Portugiesen dem Craftbeer und den neuen Bierstielen sehr offen gegenüber stehen. Für die unter Euch die nach Lissabon kommen, hier ein paar Adressen und Links zu den Craftbeerhotspots.

Cerveteca Lisboa Praça das Flores 63, Lissabon hat täglich von 15.30 – 1.00 Uhr geöffnet

Lisbeer  –  Beco do Arco Escuro 1, Lissabon hat montags Ruhetag und die anderen Tage von 16.00 – 1.00 Uhr geöffnet.

8a Colina – Travessa da Pereira nº16 A, Lisabon

Dois Corvos – Rua Capitão Leitão, 94, Lissabon – der Taproom hat bis auf Samstag täglich ab 13.00 Uhr geöffnet

und zum Schluss, ist nicht wirklich Craftbeer – macht aber trotzdem Spaß

die Beerexperience von Superbock im Time Out Mercado da Ribeira, Avenida 24 de Julho, Cais do Sodré

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Ale, Bar und Pubbewertungen, Besichtigungen, Bitter, Craftbier, Drinklabor on Tour, Geschäfte, Getränke, Getränke kaufen, IPA, Pale Ale, Porter, Reisen, Stout

Portugiesischer Gin – eine spannende Versuchung

Drinklabor_Portugiesischer Gin
Wie Ihr schon in einem der letzten Beiträge lesen konntet, war wir über Ostern in Lissabon. Und neben den geschichtlichen, architektonischen und Natur-Sehenswürdigkeiten interessiert mich als Trinklaborant natürlich auch das Essen und Trinken des jeweiligen Gastlandes. Und Portugal und speziell Lissabon kann dabei einiges bieten. Wie auch in Spanien ist in Portugal die Gin-Welle und das Gin&Tonic trinken schon seit einigen Jahren angekommen. Und auch wenn die portugiesischen Gins in Deutschland nicht so berühmt sind und zur Zeit noch schwer zu beschaffen sind, gibt es in Portugal eine recht große Gin-Szene. So teilte mir der Barkeeper eines Ginhouses in der Lissabonner Altstadt mit, dass es mittlerweile ca. 40 verschiedene Gin-Marken in Portugal gibt. Und da er einen Großteil der Sorten da hatte, durfte ich zumindest an vielen der Gins schnuppern. Auch bekommt man fast in allen Bars Gin Tonics häufig mit den englischen Klassikern, aber auch mit ein oder zwei portugiesischen Gins angeboten. Was auffällt, dass sich die portugiesischen Ginhersteller fast immer an der Standardalkoholstärke von 40 % orientieren.

Der bekannteste „portugiesische“ Gin zumindest in Deutschland ist eigentlich nur ein halber Portugiese. Der Gin Sul aus Hamburg bezieht viele seiner Zutaten aus Portugal. Auch hat das Land einen großen Anteil als Inspirationsquelle für diesen Gin. Aber auch die Gins die direkt hier produziert werden, zeichnen sich durch eine hohe Kreativität und häufigen Bezug zum Land und seinen Gewächsen aus.  So kommt der erste rote Gin aus Portugal. Dabei ist der Gin Tinto kein Sloe Gin, sondern wird richtig destilliert. Er wurde mit einem wahren Gewürzgarten hergestellt und enthält unter anderen neben Wacholder auch Dill, Lorbeer, Katzenminze, Willow Blatt, Holunder Blumen, St. Robert Pflanze, Melisse, Zitronen-Melisse, Eukalyptus-Blatt, Rosmarin, Lavendel, Zitronensäure der grünen Orange, Mohnblumen und Wilde Brombeeren. Leider habe ich ihn nicht probiert, werde dies aber bald nachholen. Ein anderer besonderer Gin ist der Nautilus Gin, der u.a. mit Algen destilliert. Und allein der Geruch hat mich nicht wirklich inspiriert ihn probieren zu müssen. Neben den Zutaten wird auch bei der Gestaltung der Flaschen häufig ein Bezug zum Land hergestellt. So kommt der Adamus Gin in einer viereckigen Tonflasche daher. Aber das besondere ist der Deckel, der aus einem 500 g schweren viereckigen Korkblock besteht. Die Flasche wiegt wirklich schon einiges und macht natürlich etwas her. Auch veriet mir der Barkeeper, dass allein durch den Korkdeckel allein 6 € Materialkosten anfallen. Besonders gut an den portugiesischen Gins gefällt mir, dass sie immer wieder versuchen, portugiesische Traditionen wie hier den allgegenwärtigen Kork aufzugreifen. So wird z.B. der Nao Gin noch 3 Monate in Portweinfässern gelagert und in einer an Portflaschen angelehnten schwarzen Flasche verkauft. Diesen habe ich probiert und man muss sagen, ich konnte sogar ein wenig des Portaromas schmecken.

Drinklabor_Gin_Portugal2Neben dem Noa haben wir natürlich auch einen der bekanntesten portugiesischen Gins den Sharish probiert. Sharish steht dabei für den ursprünglich arabischen Namen der Stadt Reguengos de Monsaraz. Dabei werden bei Sharish nur Zutaten aus Portugal verwendet und somit hat man wirklich etwas typisch portugiesisches. Neben den Klassikern wie Wacholder, Koriander, Orangen- und Zitronenschale werden auch Nelken, Zimt, Vanille, Zitronenstrauch und die spezielle, portugiesische Apfelsorte Bravo de Esmolfe Apfel verwendet. Das Ergebnis ist ein wundervoll cremiger, sehr zitrusbetonter Gin der ein schönes Vanillearoma und einen leichten Apfelgeschmack aufweist. Ein wirklich gelungener Gin. Und auch mit Tonic lies er sich super genießen. So wird der Gin Tonic mit dem Sharish auch mit Apfelscheiben garniert. Daneben gibt es noch zwei bis drei andere Abfüllungen. Besonders auffallend wegen seiner blauen Farbe ist dabei der Shahrish Blue Magic. Diese Farbe erhält er aber nicht durch künstliche Farbstoffe, sondern durch Zugabe einer bestimmten Pflanze – der Clitoria ternatea, auf deutsch:Blaue Klitorie. Diese Pflanze ist der einzige Farbgeber für den Gin. Und dieser kann mit seinem Farbwechsel ein schönes Partyhighlight darstellen. So verwandelt sich der Gin bei Zugabe von kohlensäurehaltigen Getränken wie Tonic hin zu einem kräftigen Pink.

Drinklabor_GinPortugal3Meine Herzallerliebste probierte den Friends Gin Premium. Und auch dieser ist wirklich gelungen. Die Bezeichnung Friends beruht auf der gemeinsamen Zusammenarbeit den beiden Herstellern dem Winzer Tiago Cabaço und dem Agraringeneur Luis Ferreira. Sie arbeiteten über 2 Jahre an der richtigen Zusammensetzung und haben angeblich 438 verschiedenen Botanicals ausprobiert. Das Endprodukt wird aus National Touriga Trauben destilliert und mit 38 Botanicals vierfach destilliert. Ich muss sagen ich habe selten einen so wunderbar fruchtigen, zitrusbetonten und vollmundigen Gin getrunken. So sahen wir uns auch gezwungen, eine eine Flasche des leckeren Gesöffs für uns mit nach Hause zu nehmen.

Die portugiesische Ginlandschaft lässt sich wirklich sehen und hat einige spannende Gins hervorgebracht. Einzig beim Tonic war leider nicht viel Abwechselung. Hier ist noch alles fest in Schweppes Hand. Aber dafür scheint das Schweppesangebot aber auch ein wenig umfangreicher als bei uns. Es sind einige Flaschen aufgefallen, die wir so in Deutschland noch nicht gesehen haben. Und in Portugal scheint, vielleicht durch die Nähe zu Spanien, das Bereiten und Anrichten des Gin&Tonics sehr wichtig zu sein. So bekommt man seinen G&T häufig in großen, bauchigen Gläsern und bei der Bereitung wird das komplette Programm mit diversen Zugaben von Gewürzen und Verzierungen gearbeitet und das Ganze natürlich ausgiebig zelebriert. Die portugiesische Ginszene ist ausgesprochen kreativ und interessant und ich kann Euch nur empfehlen den einen oder anderen Gin zu probieren. Für die unter Euch, die dem nächst nach Lissabon fahren solltet, hier findet Ihr noch ein paar Adressen, die ich selbst ausprobiert habe und wo guter Gingenuss garantiert ist.

Vintage gourmet & GIN House in der Rua da Horta Seca Nr. 1 R/C

Gin Club Stand im Time Out Mercado da Ribeira, Avenida 24 de Julho, Cais do Sodré

oder wenn ihr ganze Flaschen kaufen wollt – dann ein Shop mit guter Gin-Auswahl ist

Garraferia Nacional ein alt eingesessener Wein- und Porthandel mit guter Spirituosenauswahl findet man sowohl in der Rua de Santa Justa, 18; der Rua da Conceição, 20/26 oder auch im TimeOut Market

2 Kommentare

Eingeordnet unter Bar und Pubbewertungen, Cocktails, Geschäfte, Getränke kaufen, Gin, Reisen, Sours, Spirituosen

Whiskyparadies in Lissabon

Drinklabor_Whisky_Lissabon1Im Rahmen unserer Osterreise nach Lissabon musste ich natürlich auch schauen, ob es hier nicht auch ein Ort für mich als Whiskyconnoisseur gibt. Und nach einigem Suchen im Netz bin ich auf Whisky & Co im Lissabonner Norden gestoßen. Durch einen Tipp bekam ich auch den Hinweis, nach der privaten Kollektion zu fragen. Whisky & Co liegt ein wenig außerhalb, ist aber gut mit der Metro erreichbar. Von der Haltestelle Entre Campos (gelbe Linie) braucht man nur ca. 300 m bis zur Rua Visconde de Seabra 12-C zu laufen. Von außen wirkt der Laden recht unscheinbar. Das Angebot ist ganz gut sortiert. Natürlich viele Standards und auch die in Portugal noch gern genommenen Blended Whiskys. Verglichen mit deutschen Whiskypreisen sind die Flaschen ein wenig teuerer. Die Aufmachung des Ladens ist ganz ansprechend. Und nach einigen Suchen findet man auch das ein oder andere ältere Schätzchen – speziell alte Standardabfüllungen aus den 80er und 90er. Und diese häufig auch noch zu angenehmen Preisen.

Drinklabor_Whisky_Lissabon2Nachdem wir uns ein wenig umgeschaut hatten, wollten wir uns natürlich auch die Kollektion anschauen. Das Problem war nur, dass die Verkäuferin nur portugiesisch sprach, aber nach einigem Brocken in Italienisch oder Spanisch verstand sie, was wir wollten. Nach einigem Zögern meinte sie, wir sollten noch 10 Minuten warten, dann würde jemand kommen, der uns helfen könnte. Der Kollege kam, aber auch er konnte kein Englisch. Er bot sich aber trotzdem an, uns die Sammlung zu zeigen. Und so führte er uns mit einigem Stolz in einen hinteren Raum. Zuerst kommt man in eine Art Vorraum der die beeindruckenden Sammlung von PKW-Miniaturen enthielt. Hier hat wohl einer eine Sammelleidenschaft für diverse Dinge. Die Sammlung und der Raum sind recht edel aufgemacht und ausserdem findet man in der Ecke den Arbeitsplatz des Sammlers in Form eines großen Mahagonischreibtisches. Die Sammlung bereitete uns schon mal ein wenig vor, was wir im nächsten Zimmer erwarten können. Denn was wir dort zu sehen bekamen war schlicht unglaublich und für einen Whiskyfan schon fast nicht ertragbar. Man findet gar keine Worte das Ganze zu beschreiben. Hier hat einer über Jahre quasi fast alles gesammelt. Die Sammlung erstreckte sich über meterweise Regalwände und in der Mitte waren spezielle Vitrinen für ganz spezielle Schätzchen. An der Decke hängen alle möglichen Wasserkrüge von diversen Destillen. Man konnte den Raum schon fast als übervoll bezeichnen. Da hier über mehrere Jahrzehnte gesammelt wurde, finden sich wahrlich viele sehr alte Flaschen.

Drinklabor_Whisky_Lissabon3Die Ganze Sammlung soll zwischen 11.000-12.000 Flaschen enthalten und wurde vor weit über 50 Jahren begonnen. Wir wir im Nachhinein von der Tochter des Sammlers erfahren konnten. Der Mann der diese Sammlung und auch den Shop aufgebaut hat, ist mittlerweile über 85 Jahre und das Ganze wird jetzt von der Tochter verwaltet. Als man sich von dem ersten Schock erholt hatte, leitete uns unser Guide in einen zweiten Raum. Hier fanden sich fast überwiegend Blended Whiskys, mit ganz vielen Sondereditionen für bestimmte Feiertage oder Personen. So gab es eine eigene komplette Wand nur mit Flaschen der englischen königlichen Familie für diverse Anlässe. Auch bestimmte Sondereditionen für Geburtstage, Tronjubiläen etc. der Queen waren natürlich vertreten. Und auch spezielle Editionen z.B. von Chivas Regal bei denen die Flaschen von französischen Designer erstellt wurden. Es war schlicht und ergreifend unglaublich was sich hier auf 30-40 m2 angesammelt hat. Dann stöberten wir noch ein wenig im ersten Raum – da hier die noch spannenderen Flaschen zu finden waren. So hatte er von fast allen Destillen Flaschen vorrätig, teilweise sogar komplette Jahrgangsabfüllungen, so o z.B. von Glenfarclas ab den 50er Jahren. Dann diverse alte Abfüllungen der SMWS aus den Anfangsjahren. Die älteste von mir gefundene Flasche war ein Glen Grant von 1928. Aber auch eine Vielzahl von alten japanischen und amerikanischen Whiskys war in der Sammlung vertreten. Nach Ende der Besichtigung konnten wir uns noch kurz mit der Tochter des Sammlers unterhalten. Sie überlegen derzeit die Sammlung langfristig zu veräussern. Doch meint sie, speziell für die Blends nicht wirklich den gewünschten Preis zu bekommen. Und diese macht meiner Einschätzung fast 50 % der Sammlung aus. Aber allein für die vielen alten Single Malts lässt sich wohl ein gewaltiges Sümmchen bekommen. Obwohl es wirklich schade wäre, wenn man nicht mehr diese skurrile, aber auch sehr beeindruckende Sammlung geniessen kann. Wenn Ihr also in Lissabon seit, stattet dem Whisky & Co. auf jedenfall einen Besuch ab. So könnt Ihr. vielleicht den ein oder anderen älteren Whisky zu bezahlbaren Preisen ergattern und diese wirklich beeindruckende Sammlung bewundern. Hier findet Ihr die Adresse und die Öffnungszeiten des Shops.

 http://www.whiskycompany.interdinamica.pt

Und hier noch ein paar Eindrücke der Sammlung:

Drinklabor_Whisky_Lissabon_4 image image

image Drinklabor_Whisky_Lissabon5

 Drinklabor_Whisky_Lissabon

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Besichtigungen, Bourbon Whiskey, Deutscher Whisky, Drinklabor on Tour, Getränke kaufen, Grain Whisky, Irischer Whisky, Japanischer Whisky, Rye Whiskey, Single Malt Whisky, Spirituosen, Whisky

Lieblingsbiere von Crew Republic

Drinklabor_CrewRepublic1Wie ich schon mehrmals in diesem Blog geschrieben habe, bin ich seit gut einem Jahr ein großer Craftbierfan. Dabei ist man natürlich immer auf der Suche nach neuen Bieren, spannenden Geschackseindrücken, neuen Brauereien und verschiedenen Bierstielen. Bei meiner Reise durch die neue Craftbierwelt bin ich häufig auf Biere von Crew Republic gestoßen. Mittlerweile habe ich schon einige Biere dieser neuen Brauerei probiert und muss sagen, dass sie häufig meinen Geschmacksprofil ausgesprochen nahe kommen.

Nicht nur das die Biere von Crew Republic recht lecker schmecken, hier haben wir es im wahrsten Sinne mit Craftbrauern zu tun. Ähnlich wie die großen Vorbilder aus Amerika wurde 2011 in der heimischen WG hobbymäßig Bier gebraut. Die beiden Gründer Mario Hanel und Timm Schnigulla waren ursprünglich Unternehmensberater und haben ihre Herzensangelegenheit zum Beruf gemacht. Nach vier Jahren als Gipsybrauer vor allem in der Hohenthanner Schlossbrauerei in Landshut, haben sie seit Anfang 2015 nun ihre einige Brauerei in Unterschleißheim. Wer mehr über die Geschichte erfahren will dem empfehle ich einen wirklich guten Artikel von Hopfenhelden.de.

Aber hier soll es weniger um die Brauerei als solche, als um das Endprodukt gehen. Das erste Bier von Crew Republic war das Detox. Ich hatte mir online ein Paket mit deutschen Craftbieren kommen lassen und dort war diese Flasche mit dem gewöhnungsbedürftigen Label enthalten. Nicht das ich die Gestaltung schlecht fand, aber die Farbzusammenstellung mit grünen Hintergrund und gelber und rosa Schrift ist doch schon ungewöhnlich. Dafür war ich von dem Logo begeistert – eine Hopfenstaude als Handgranate – gewagt aber geil. Ein heißer Tag, der Griff in den Kühlschrank und schon hatte ich das Detox in der Hand. Das schöne war, dass es nur mit 3,2 % Alkohol daher kommt. Im Geschmack aber wunderbar vollmundig und hopfenlastig, dass man wirklich nicht mehr Alkohol benötigt. Es ist also genau das richtige Sommerbier für heiße Tage. Ich kann mich noch sehr gut an die Pampelmuse in der Nase erinnern. Dieses ist ein Session IPA und kommt mit weniger Alkohol daher als sein großer Bruder IPA. Was den Hopfen angeht, steht er aber guten amerikanischen IPA´s nicht nach. Ich finde ein guter Einstieg auch für nicht IPA Trinker.

Die zweite Berührung hatte ich mit einem der Biere auf den Streetfoodfestival in Köln. Dort empfahl mir der Biersommelier Michael Busemann das 7.45 Escalation. Huhhhhh was für ein Hammer. Jetzt gibt es ordentlich Alkohol auf die Nase. Mit 8,3 % macht es seinen Namen Double IPA alle Ehre. Das bemerkenswerte aber war, dass man es trotz des Alkohols ganz gemütlich auch bei Hitze wegtrinken konnte. Der Name 7:45 ist eine Reminiszenz an alle Partypeople, die um diese Uhrzeit noch ihr letztes Bier trinken. Hier kommen auch gleich 4 Hopfensorten zum Einsatz (Columbus, Simcoe, Amarillo und Chinook Hopfen) und die schmeckt man. Hier ist das Logo (Hopfenhandgranate) wirklich angebracht. Aber eben nicht nur Hopfen, wozu manche andere Craftbiere manchmal neigen. Durch die eingesetzten Malze und die Hopfenkombi entsteht eine ausgewogene Mischung aus Fruchtigkeit und Bitterkeit. Ich bin zwar ein Hop-Head, aber eine gewisse Ausgewogenheit muss sein. Und auch hier hat man fast einen ganzen Fruchtcocktail von Südfrüchten in der Nase. Ein wirklich gelungenes Bier. Wer noch mal den Bericht lesen möchte, hier der Link zur Veranstatlung Streetfoodfestival.

Drinklabor_Crewrepublic2Das dritte Bier war der Drunken Sailor. Nach einem Session IPA und dem Double IPA fehlt das normale IPA. Ihr könnte eine gewisse Vorliebe für diesen Bierstiel bei erkennen, oder? Hier muss ich den Jungs vom Bierlager in Köln danken. Beim ersten Besuch in dem neuen Laden in der Kölner Südstadt war das die erste Empfehlung, nach dem ich mein Geschmacksprofil genannt habe. Und hier haben wir, wenn man in Whiskykreisen wär, den sogenannten Daily Dram. Also genau das Bier das eigentlich fast immer geht. Für die Herstellung dieses Bieres wird eine alte deutsche Braumethode angewandt – die Dekoktion. Diese wurde früher für Starkbiere verwendet, wird heute aber nicht mehr genutzt. Und so haben sie dieses Verfahren mit dem modernen Bierstil „American IPA“ kombiniert. Sie nennen es schön in Marketing-Sprech German-style IPA. Auch sind die Fruchtaromen gut wahrnehmbar, aber die Malztöne kommen hier stärker zur Geltung. Eine schöne süsse Getreidenote.

Nach diesen Erfahrungen wollte ich natürlich weitere Biere dieser Brauerei probieren. Wie gut war da, dass ich von guten Freunden, die etwas Lokales aus Unterschleißheim schenken wollten, ein Testpaket von Crew Republik geschenkt bekommen habe. Bisher habe ich das German Pale Ale Foundation 11 und das Imperial Stout Roundhouse Kick. Wobei das Foundation gut trinkbar war, aber mich nicht so zu Begeisterungsstürmen hingerissen hat. Das Roundhous dagegen war ein richtig schönes schwarzes Malzmonster. Und auch hier ist der Name Programm. Hier werden keine Gefangenen gemacht – die drei Malze aus Deutschland, Belgien und England geben dem Bier schöne Schokoladennoten. Und mit 9,2 % Alkohol und über 70 IBU ist das wirklich kein Bier von dem man mehrere drinkt. Ich freue mich auf jeden Fall noch auf die anderen Biere, speziell die Experimental Biere wie Barley Wine u.a. verleiten bestimmt noch zu spannenden Erfahrungen. Ich kann die Brauerei und ihre Biere nur jeden Craftbierliebhaber aber auch Craftbierbeginner ans Herz legen. Die Jungs machen einen tollen Job und ich bin schon gespannt, was sie in Zukunft so alles noch kreieren werden.

Information zu Crew Republik und einen Onlineshop findet Ihr unter www.crewrepublic.de.

 

 

 

 

 

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Ale, Bitter, Craftbier, Getränke kaufen, IPA, Pale Ale, Porter, Schwarzbier, Spezial, Stout, Tasting Notes

Scotch Single Malt meets Cologne Craft Beer – das Bier/Whiskytasting


Drinklabor_Hopfenrausch1Wie der Name des Blogs schon sagt, bin ich immer für Experimente zu haben. Speziell wenn es um zwei Getränke handelt, die ich beide mag – Single Malt Whisky und Craft Bier. Obwohl mir natürlich bei Bier und Whisky (Schnaps) zuerst der Begriff Herrengedeck und dunkle Spelunken in den Sinn kamen. Aber hier ging es um zwei „handwerkliche Produkte“ – unter dem Motto Scottish Single Malt meets Cologne Craft Beer. Das Tasting war Ende November und fand in einer recht neuen Location für Craftbierliebhaber in Köln statt – dem Hopfenrauch in Ehrenfeld. So langsam entwickelt sich auch Köln zu einem Craftbierzentrum. Das Hopfenrauch ist sowohl Shop als auch Veranstaltungsort und wurde erst Anfang Oktober eröffnet. Die Besitzerin Sabina Esser – Schwester von Peter Esser von der Braustelle hat hier ein schönes Refugium geschaffen. Mir persönlich ist es noch ein wenig karg, aber es befindet sich ja noch in der Anfangsphase. Unsere beiden Referenten Peter Klas (Whisky) von Scotia Spirit und Peter Esser (Bier) von der Braustelle führten uns für ihr jeweiliges Getränk durch den Abend.

Auf die Idee zu dieser Veranstaltung ist Peter (Whisky) durch einen Aufenthalt beim Speysidefestival gekommen. Dort hat einer der Stillmans von Cardhu ein Tasting zu diesem Thema gehalten. Neben seiner Berufung für Whisky ist er auch großer Craftbierfan und hat auch schon eigenes Bier hergestellt. Und da beide Getränke fast mit den gleichen Zutaten und ähnlichen Prozessen beginnen, kann man dann wunderbar Gemeinsamkeiten und Ähnlichkeiten feststellen. Von dieser Idee angetan, nahm Peter entsprechend Kontakt zu Kölns einziger Craftbierbrauerei auf. Was in Schottland funktioniert, muss doch auch in Köln gehen. Sie haben sich also zusammengesetzt und entsprechend Bier und Whisky aufeinander abgestimmt. Bei mir gingen gleich lustige Bilder durch den Kopf, wie die beiden nächtelang unterschiedliche Kombinationen ausprobieren.

Drinklabor_Hopfenrausch2Bei der Premiere haben sich insgesamt 6 Leute nach Ehrenfeld begeben. Und wir hatten die Aufgabe uns durch eine Kombi von 6 Whiskys und 6 Schlucken Bier zu tasten. Leider hatte Peter (Whisky) die passenden Tastinggläser für den Whisky vergessen, so dass wir eine Art Tumbler für den Whisky nutzen mussten. Was es für uns noch schwieriger machte, bestimmte Aromen zu erraten. Aber bei der Kombi Whisky und Bier (speziell so geschmacksbetonte wie von der Braustelle) hat es der Whisky nicht so einfach. Wie uns auch Peter erklärte, werden die Geruchseindrücke beim Whisky durch verschiedene Estherkombinationen erzeugt. Beim Bier dagegen wird teilweise das Gewürz oder die Frucht gleich beim Brauprozess zu gesetzt. Dies führt natürlich zu einem viel stärkeren Aromeneindruck. Schön fand ich, dass wir erstmal selbst raten durften, welche Aromen wir wahrnehmen konnten. Ich stelle immer wieder fest, jemand sagt ein Aroma und schwups habe ich es auch in der Nase. Nachdem wir Tipps abgegeben haben, stellte er den Whisky vor. Danach kam Peter Nummer 2, der uns etwas zum Bier und seiner besonderen Herstellung erklärte. Und danach ging es zum Erraten/Erahnen/Errichen und Erschmecken der Gemeinsamkeiten. Begonnen haben wir mit dem zur Zeit einzig erhaltbaren Standard Single Grain – dem Girvan No. 4 von Glenfiddich. Peinlich ist, dass ich ihn erst vor 1 1/2 Wochen im Glas gehabt hatte und ihn nicht erkannte. Dazu gab es das Helios, eine sogenannte Wieß – ein ungefiltertes Kölsch.  Und ich muss sagen, in der Form konnte ich mal wieder Kölsch mit Genuss trinken. Bei beiden Getränken war vor allem die starke Getreidenote als Gemeinsamkeit feststellbar. Zweite Kombi war einerseits der Deanston 12, für mich einer der besten Standardwhiskys und dazu mein Bierhighlight des Abends die Einkorn Gose. Wow dieses Bier spaltet! Peter hat hier anstatt wie bei Gose typisch, nicht Weizen sondern das Urgetreide Einkorn als Grundbasis genommen. Dann wird das ganze mit Milchsäure, gerösteten Korriandersamen und Himalaja Salz eingebraut. Sehr spannendes Bier das bestimmt viele Fans aber auch viele Ablehner findet.

Bei Kombi Nummer 3 war der Rhabarber das verbindende Element. Als Whisky wurde ein Rhubarb Roayal von Wemyss von einem Raqui Bier begleitet. Keine Sorge, dass hat nichts mit dem Anisschnapps zu tun. Raqi steht für Rhabarber und Quitte – deren Saft mit eingegoren werden und dadurch ein Sauerbier entsteht. Diese beiden passen gut zusammen.  Auch bei Kombi 4 blieben wir bei den Fruchtaromen. Der Glen Garioch 12 Standard Abfüllung musste sich mit einem Hopfenweizen „5 auf einem Streich“ auseinandersetzen. Dieses Bier ist speziell zur Eröffnung des Hopfenrauschs gebraut worden. Der Name ist eine kleine Reminiszenz an die Hopfenweisse von Schneider und enthält 5 verschiedene Hopfenarten. Es hat wunderbare Zitrusnoten, die man teilweise auch beim Glen Garioch wiederfinden konnte. Ja jetzt merkte man doch den schon konsumierten Alkohol und die Stimmung wurde noch besser. Ich muss gestehen, dass ich eigentlich selten Whisky mit Bier trinke und so mein Körper nicht so daran gewöhnt ist.

Drinklabor_Hopfenrausch3Aber wir mussten ja noch 2 weitere Kombinationen austesten. Als nächstes kamen wieder Fruchtaromen als verbindendes Element zum Einsatz. Wie immer kam zuerst der Whisky, diesmal ein Glen Scotia 21 Jahre. Hier waren vor allem die Pfirsichnoten und exotischen Früchte wahrnehmbar. Dazu gab es die Wilde Wutz 2014 – ein dunkles Sour-Ale aus einem Blend verschiedener Spezialbiere aus unterschiedlichen Fässern wie Rum-, Whisky- und Sauternesfässern. Das mit seinen 7,5% alc. einen ordentlichen Antritt an den Tag legte. Und nun kamen wir zum Abschluss. Und einmal sollte der Whisky zumindest ebenbürtig sein. Deshalb kam ein Whisky der Farmdistelle Kilchoman auf den Tisch. Der Machir Bay konnte mit seinen Zitronen/Limonenaroma, gepaart mit einem süß-rauchigen Aroma nach Vanille schon ein kleines Achtungszeichen setzen. Aber auch hier wusste Peter mit seinen Bier einen Kontrapunkt zu setzen. Er hatte die Schwarze 7, ein schwarzes Starkbier, dass mit torfgeräucherten Whiskymalz gebraut und mit 60 Bittereinheiten daherkommt, ausgewählt. Und wieder musste der Whisky zurückstecken. Im Bier konnte man sogar einige Phenolnoten wahrnehmen. Diese sind eigentlich eher typisch Islay Malts. So hatte man wieder eine Gemeinsamkeit. Damit waren wir mit unserer lustigen Reise durch Welt von Whisky und Craftbier am Ende angelangt.

Abschließend möchte ich mich bei den Ausrichtern des Abends recht herzlich für die tollen Erfahrungen bedanken. Die Biere hatten hier eindeutig die Nase vorn, aber die Kombination  und die Analyse von Gemeinsamkeiten hat wirklich Spaß gemacht. Als Experiment war es wirklich spannend, aber für häufigere Einsätze finde ich es nicht unbedingt geeignet. Beide Getränke sind super zum entspannten genießen, aber ich denke man sollte sie separat trinken. Trotzdem kann ich kann jeden mal den Versuch ans Herz legen, speziell wenn man sich für Aromen interessiert. Bleibt mir nur noch dem Hopfenrausch auch weiterhin viel Erfolg mit ihrem Konzept zu wünschen. Wer sich für Seminare rund um Craftbier interessiert oder das eine oder andere kaufen möchte findet alle Infos und Öffnungszeiten unter Hopfenrausch.

Inforamtionen zur Braustelle findet Ihr hier: braustelle.com und zum Shop von Scotia Spirits gelangt Ihr hier: scotia-spirits.de (Hier gibt es neben Whisky auch eine tolle Auswahl an schottischen Craftbieren.)

 

 

 

 

3 Kommentare

Eingeordnet unter Ale, Bitter, Craftbier, Getränke kaufen, Grain Whisky, IPA, Pale Ale, Porter, Schwarzbier, Seminare, Single Malt Whisky, Spezial, Spirituosen, Stout, Tastings, Whisky

The Way to Islay – 1. Teil

Drinklabor_Islay1Im November nach Islay, wer macht denn sowas. Das war die häufigste Reaktion von Freunden auf mein Vorhaben. Aber diese Insel stand schon länger auf meiner Reiseziele. Und da noch Resturlaub vorhanden war und das diesjährige Seuchenjahr vernünftig abgeschlossen werden musste, stand die Entscheidung fest. Nachdem ich einen günstigen Flug bekommen hatte, ging es an die Planung. Da Islay eine Menge zu bieten hat, dachte ich mir, da kann man auch im November nach Islay fahren. Außerdem will ich den Spruch von schlechten Wetter hier nicht strapazieren. Nur diesmal war die Herzallerliebste auf Grund von nicht mehr vorhandenen Urlaub nicht dabei. Aber sie sagte auch zu mir, fahr da mal alleine hin, ich mag das torfige Zeug so und so nicht. Außerdem dachte ich mir, in der Nebensaison ist auch das Besichtigen von Destillen bedeutend entspannter und die Leute sind auch relaxter.

Eigentlich hatte ich nach den furchtbaren Anschlägen in Paris mit einer chaotischen Anreise gerechnet, aber am Flughafen war alles ganz entspannt. Sogar beim Zoll war es recht entspannt. Was mir auffiel, ist dass man heutzutage schon auffällt, wenn man keinen Laptop oder Ipad extra in eine Box legen muss. Der Flug ging sogar pünktlich. Ich habe noch nie so einen leeren Flug erlebt. Maximal 20 Personen saßen in einer Maschine für 80. Ich hatte sogar das Glück einen Doppelsitz für mich allein bekommen zu haben und als Krönung sogar am Notausgang. So hatte ich nachher Rückenprobleme – da ich die ganze Zeit die Beinfreiheit so ausgenutzt habe, dass ich ständig mit ausgestreckten Beinen da saß. Spannend war auch, dass Glasgow von oben wie ein begossener Pudel aussah- alles war nass und glänzend. Aber bei der Landung scheinte schon wieder die Sonne. Aber es war doch empfindlich kälter – so hatte sich meine Winterjacke, die in Düsseldorf noch belächelt wurde – mehr als bezahlt.

In Glasgow war ich schon nach 10 Minuten bei der Bushaltestelle und 5 Minuten später ging mein Bus nach Glasgow. Nach 1 1/2 h Aufenthalt am Busbahnhof ging es weiter. Während der Busfahrt konnte ich faszinierende Wetterphänomene sehen. Ich werde von links von der Sonne voll geblendet und rechts ist es dunkel wie in der Nacht, dass sogar um 14.30 Uhr die Straßenbeleuchtung anging. Interessant war, dass es fast überall W-Lan gab. Im Shuttlebus vom Flughafen, in diversen Geschäften und im Cafe in der Wartehalle des Busbahnhofs. Die Fahrt als solches war, nachdem wir Glasgow verlassen hatten,  doch insgesamt recht grau und trostlos.
Drinklabor_Islay2
Zwischendurch eine Pause zum Shoppen und auf Toilette gehen in Inverary. Faszinierend was manche innerhalb von 10 Minuten alles einkaufen können. Bei der Busfahrt ging einige Male die Tür nicht richtig zu, so dass wir auch mal 1-2 km mit offener Tür gefahren sind. Dann musste der Fahrer aufstehen und sie per Hand schließen. Das spannende trotz der Stopps, dem schlechten Wetter, einigen Staus in Glasgow waren wir genau pünktlich lauf Fahrplan um 17.18 Uhr in Kennagraig. Ich glaube bei uns würde so etwas nicht klappen. Dann in Kennacraig ein größerer Baucontainer als Fährhalle. Dort hatten wir die Info bekommen, das die Fähre heute nach Port Askaig auf Grund des starken Windes fährt. Also musste ich kurz meine B&B Hosts anrufen. Diese waren so nett und wollten mich von der Fähre abholen. Die Fähre ist für die Anzahl der Bewohner von Islay riesig. Man kann auf der Fähre sogar Islay Whisky kaufen, wer hätte das gedacht. Aber ich entschied mich für ein lokales Bier. Dabei griff ich auf ein Finlaggan Ale zurück. Es ist recht leicht, aber ganz lecker. Keine Süsse, gute Bitterkeit nur die nicht vorhandene Kohlensäure störte mich ein bisschen. Der angeblich so heftige Wind wirkt sich nicht wirklich auf die Fährfahrt aus. Ok draußen zu stehen, hat nicht wirklich Spaß gemacht, da es recht stark zu regnen begonnen hat. Alles in allen war die Anfahrt doch recht anstrengend, da ich Morgens um 5.30 Uhr aufgestanden bin und seit 6.30 Uhr unterwegs war. Ich war wirklich froh, als ich endlich angekommen gewesen bin. Das Gute war, dass sich mein B&B Host Jim bereit erklärt hatte, mich direkt am Fähranleger abzuholen.  Ein sehr netter Kerl, wenn ich mich auch erst mal an seinen, doch recht starken Akzent gewöhnen musste. Erstaunlicherweise spricht er auch noch ganz gut Deutsch. Er war bei der British Army in Münster und Osnabrück bis 1993 stationiert. Und jetzt versucht er immer bei deutschen Touristen ein wenig sein Deutsch anzuwenden. Auf der Fahrt erklärt er mir noch ein wenig zu Sehenswürdigkeiten von Islay, aber ich war insgesamt doch zu müde, um mir viele Sache zu merken. Dann endlich angekommen. Im Haus angekommen, falle ich kurz danach in einen tiefen Schlaf. Morgen beginnt die Reise auf Islay erst richtig. Bis zum nächsten Tag.  

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Getränke kaufen, Gin, Single Malt Whisky, Spirituosen, Tasting Notes, Whisky

Plymouth – ein Besuch bei der Black Friar Gin Distillery

Drinklabor_PlymouthGinHeute waren wir in der wunderbaren Hafenstadt Plymouth. Und da muss man natürlich die Chance nutzen, den Ort zu besichtigen, an dem die Hauptzutat für den Original Martini herkommt – die Black Friar Gin Destille in Plymouth. Zumindest soll in dem ersten bekannten Rezept für Martini, als Gin der Plymouth Gin erwähnt worden sein. Die Destille befindet sich noch in dem urspünglichen alten Gebäude, was den besonderen Charme ausmacht. Die normalen Führungen dauern ungefähr 45 Minuten und kosten 7 Pfund. Man erhält dafür außerdem noch einen Gin Tonic und ein Pfund Rabatt beim Kauf von Flaschen etc.. Für die Touren, die immer max. 20 Teilnehmer fassen, sollte man sich möglichst vorher online anmelden, da sie doch recht schnell ausgebucht sind. Zumindest in der Zeit unseres Besuchs im Oktober – was wirklich nicht Hauptsaison ist – waren die Termine häufig ausgebucht.

Drinklabor_PlymouthGin2Die Destille liegt im alten Hafenviertel Barbican und befindet sich immer noch in dem ursprünglichen Klostergebäude. Das Kloster wurde 1431 gegründet und diente zwischendurch auch als Rathaus. Und so haben hier auch die Mayflower Pilgerväter in ihrer letzten Nacht in England übernachtet. Das ist auch der Grund, warum die Mayflower auf der Original Ginflasche des Plymouth Gin abgebildet ist. Seit 1793 wird hier schon Gin gebrannt. Die Tour durch unseren Guide, begann mit einem 10 minütigen Schnelldurchlauf der Geschichte des Plymouth Gins. Was ich interessant fand, dass zu Beginn des 20. Jahrhundert Plymouth Gin Weltmarktführer bei Gins war. Dazu trug bestimmt auch die enge Beziehung zur britischen Marine bei, da der Gin aus Plymouth deren inoffizielles Hausgetränk war.

Heute gehört Plymouth Gin zu Pernod Ricard. Damit hat vielleicht auch die komische Regelung zu tun, dass man keine Fotos machen durfte. Da es ja ein aktiv produzierender Betrieb ist, war die Begründung. Lustigerweise war am Tag unserer Besichtigung nur Reinigen angesagt. Außerdem konnte man auf dem Weg zur Bar Fotos machen :-). Den Destillierraum hätte ich mir größer vorgestellt, speziell bei einer so bekannten Marke.  Ich kannte ja bisher nur Whiskydestillen und da gab es schon recht große. Der Gin wird in einer  schönen alten Pot Still gebrannt. Diese war schon ca. 3 m hoch.  Ausgangsmaterial ist 96 %iger Weizenbrand aus einer der vielen Betriebe von Pernot Ricard. Plymouth Gin setzt insgesamt 7 Zutaten ein. Die da wären Wacholder, Koriander, Zitronen- und Orangenschale, Angelikawurzel, Kardamom und geriebene Orchiedeenknollen. Lustig fand ich, dass sie auch wie Whiskyhersteller, Spiritsafes haben. Diese sind aber nicht abgeschlossen, da das Ausgangsmaterial schon versteuert werden muss und kein neuer Alkohol hergestellt wird. Sieht scheinbar schöner aus. Sie hatten dann auch mehrere riesige Tanks. Auf der rechten Seite wurde der verwendbare Gin, der so genannte Mittelcut aufbewahrt. Dieser hat ca. 82 % Alkohol. Auf der anderen Seite waren die Tanks für den Feind, in denen zusammen der sogenannte Vor- und Nachlauf gelagert wird. Wie uns unser Guide mitteilte, wird dieser Teil direkt hier vor Ort aufbereitet und zu Industriealkohol verarbeitet. Der Mittelcut wird dann mit Tankwagen irgendwo nach Mittelengland transportiert, da hier vor Ort nicht mehr abgefüllt wird.

Drinklabor_PlymouthGin_StillDanach ging unsere Tour in den nächsten Raum, wo wir uns noch mal den Gewürzen widmeten. Dort konnten wir alle Zutaten selbst errichen und probieren. Und wir durften auch das Ergebnis probieren. Aber runterverdünnt auf 20 %, da dies die optimale Stärke ist, um das Aroma am besten wahrzunehmen. Auch hat er uns den Schlehen Gin (Sloe Gin) kurz vorgestellt. Hier werden in den frisch destillierten Gin tiefgefrorene Schlehen gefüllt. Bei Plymouth verwenden sie lokale Schlehen, da sie hauptsächlich direkt vor der Tür aus dem Dartmoor kommen. Der Vorteil tiefgefrorener Schlehen ist der, dass diese bei Berührung mit dem Gin aufplatzen und dadurch ihr Aroma besser frei geben. Dann wird noch Zucker dazu gegeben. Diese Mischung wird für 4 Monate gelagert, auf Trinkstärke runterverdünnt und abgefüllt. Den Sloe Gin haben wir dann auch noch probieren dürfen. Hat für mich wenig mit Gin zu tun, sondern schmeckt wie ein typischer Likör.

Drinklabor_PlymouthGin_BarHighlight danach war der Besuch der Bar. Die Bar war die Wucht. So eine Bar wünsche ich mir für Bonn. Sie hatte einfach Stiel mit schönen alten Ledersofas, der roten Wandfarbe und der alten Holzdecke. Dies wird wohl auch der ehemalige Saal des Rathauses gewesen sein. Hier konnten wir unseren Gutschein für Gin Tonic einlösen und weitere Cocktails oder Spirituosen probieren. Insgesamt hat die Führung Spaß gemacht. Hatte mir zwar tiefere Einblicke in die eigentliche Produktion gewünscht, aber bei zwei Produktionstagen pro Woche, hat man nicht immer Glück. Wer also in der Gegend ist, sollte allein schon auf Grund der alten Räumlichkeiten vorbei schauen.

Informationen zur Destille und Öffnungszeiten findet Ihr unter :

www.plymouthgin.com

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bar und Pubbewertungen, Getränke kaufen, Gin, Likör, Spirituosen