Nachdem ich im November einen Artikel über Porto und das Dourotal geschrieben habe, möchte ich Euch heute eine kleine Einführung zum Portwein geben. Ich finde auch besonders in Weihnachtszeit kann man ruhig den
einen oder anderen Portwein genießen. Vor dem Urlaub nach Porto wusste ich nicht wirklich viel über Portwein, aber mittlerweile ist es für mich eine wirkliche Leidenschaft geworden. Um sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen, braucht man ein paar Informationen, da man sonst leicht den Überblick verliert. Daher möchte ich Euch hier ein paar Grundlagen zum Portweingenuss geben.

Portwein ist ein Süsswein, der sehr häufig aus Rotweintrauben produziert wird, teilweise kommen auch helle Trauben zum Einsatz. So gibt es mittlerweile auch weiße und rose´ Portweine. Die Trauben müssen alle aus dem Dourotal kommen. Es sind zur Portweinproduktion fast 100 verschiedene Traubenarten zugelassen, wobei der überwiegende Teil nur auf ca. 10 Sorten, wie z.B. Touriga Nacional oder Tinta Barroca zurückgreift.

Der Portwein ist wie z.B. auch der Sherry und andere Sorten ein aufgespriteter Wein. D.h. nach ca. 3 Tagen der Gärung wird diese durch Zugabe von hochprozentigen neutralen Alkohol (mit ca. 77 %) gestoppt. Dadurch wird erreicht, das noch ein recht hoher Anteil an Restzucker zurück bleibt. Dies führt dann zu seinem likörartigen, süssen Geschmack. Danach wird er je nach gewünschter Art bzw. Qualität in verschiedenen Verfahren ausgebaut, womit sich die unterschiedlichen Reifegrade, Stile und Qualitätsstufen ergeben. Ein Port sollte zwischen 19 % und 22 % Vol. an Alkohol aufweisen.
Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Arten und Mischungen beim Portwein. Da ein Portwein immer ein Cuvée darstellt, können unterschiedliche Rebsorten verwendet werden. Daneben können diese aus unterschiedlichen Weinbergen, den sogenannten Quintas kommen. Außerdem können je nach Sorte auch verschiedene Jahrgänge miteinander gemischt werden. Dabei ist es den Portweinhäusern wichtig, immer eine gleichbleibende Qualität ihrer verschiedenen Portweine zu erreichen.

Der Ruby Port
Jetzt möchte ich auf die wichtigsten Stile bzw. Arten von Portwein kommen. Da wäre zum einen der Einsteiger – der Ruby Port. Das Besondere ist hier, dass sie in großen bis zu 100.000 Litern fassenden Fässern (häufig aus Eiche, aber auch Stahltank möglich) gelagert werden. Die Größe der Fässer verhindert einen schnellen Oxidationsprozess. Also es geht weniger aus dem Fass in den Wein über.

Ähnlich beim Whisky, wo man mit einem kleineren Fass eine schnellere Reifung erreichen kann. In diesen Fässern wird der Ruby bis maximal 3 Jahre gelagert und danach sofort abgefüllt. Er kommt den ursprünglichen Geschmacksprofil des Weines am nächsten und zeichnet sich durch eine hohe Fruchtigkeit und die namens gebende rubinrote Farbe aus. Wichtig nach dem Öffnen sollte man ihn schnell trinken, da er stark nachoxidiert.

Vintage Port
Eine besondere Form der Ruby Ports sind die Vintage Ports. Hier werden nur wirklich ausgezeichnete Jahrgänge und Qualitäten berücksichtigt. Dann werden auch nur Trauben dieses Jahrgangs berücksichtigt. Diese Vintages sollten mindestens 10 Jahre in der Flasche nachreifen, damit sie ihre Aromen richtig entfalten. Große Jahrgänge sollten sogar noch länger lagern. Hier kommt es auf eine fachgerechte Lagerung an.

Durch die lange Lagerung bilden Sie in der Flasche ein Depot, was man beim dekantieren herausfiltern sollte. Dafür gibt es sogar ein spezielle Instrumente, die bei Spezialabfüllungen manchmal auch mitgeliefert werden. Auch hier gilt, nach dem Öffnen schnell verbrauchen.

Late bottled vintage LBV Port
Eine weitere Form des Ruby ist der sogenannte „Late bottled vintage“. Auch hier kommen wie beim Vintage nur die Trauben eines Jahrgangs zum Einsatz. Im Vergleich zum klassischen Ruby bleibt er aber 4-6 Jahre häufig nicht in ganz so großen Fässern, wie beim klassischen Ruby. Häufig wird er gefiltert in die Flasche gefüllt, so dass eine Lagerung in der Flasche nicht mehr viel bewirkt.

Tawny Port
Neben dem Ruby ist der Tawny die andere große Portweinsorte. Auch hier stammt der Name von seiner Farbe. So kommt tawny vom englischen Wort für braunrot bzw. lohfarben. Im Unterschied zu den Rubys wird dieser in kleineren Fässern von 250 – 750 l gelagert. Dadurch wird die Oxydation beschleunigt und der Austausch mit dem Holz verstärkt. Die Tawnys lagern mindestens zwischen 3-5 Jahren in diesen kleineren Fässern. Dadurch nehmen sie intensiv die Fassaromen auf. Da hier der Austausch und die Reifung schon komplett im Fass erfolgte, kann man Tawnys nach dem Öffnen ruhig über einen längeren Zeitraum von bis zu Monaten stehen lassen.

Neben den klassischen Tawnys, gibt es auch welche mit Altersangabe. Hier erfolgt eine Einteilung nach 10, 20, 30 und 40 Jahren. Dabei muss man beachten, dass es sich immer um Blends handelt. Das bedeutet das die enthaltenen Weine z.B. in einem Tawny 10 nicht genau dieses Alter haben müssen, sondern auch jünger und älter sein können. Die Einteilung steht eher für eine bestimmte geschmackliche Note, als für das genaue Alter. So wird ein bestimmtes Geschmacksprofil vorgegeben, was z.B. ein 20er Tawny einer bestimmten Quinta haben sollte.

Colheita Port
Ein Sonderform des Tawnys ist der Colheita Tawny. Diesen könnte man quasi als Jahrgangs-Tawny bezeichnen. Auf der Flasche ist immer das Erntejahr des Weins angegeben. Hier muss der Wein mindestens 7 Jahre lang im kleinen Eichenfass lagern. Teilweise bei besonders hochwertigen Ports werden sie bis zu 100 Jahre im Fass ausgebaut. Interessant ist, dass bei den Colheitas jeder Hersteller ein anderes Abfülljahr nehmen kann. Dieses steht häufig auch auf der Flasche. So kann es Colheitas des gleichen Jahrgangs geben, der zu unterschiedlichen Jahren abgefüllt wurde und komplett anders schmecken kann. Hier hat natürlich die Lagerzeit im Fass eine große Auswirkung auf das Aroma. Auch hier gilt, dass sie nach dem Öffnen ein wenig länger aufbewahrt werden können.

Andere Port (White Port, Rose Port)
Daneben gibt es noch White und Rosé Ports. Diese werden genauso wie ihre roten Versionen hergestellt. Dabei werden häufig weiße Trauben eingesetzt. Es können aber auch rote Trauben eingesetzt werden, dabei werden die roten Traubenschalen aber vor der Gärung entzogen. Dann werden sie ähnlich wie Rubys in großen Holzfässern mit einem Fassungsvermögen von bis zu 20.000 l für gewöhnlich nicht länger als 3 Jahre gelagert. Dabei gibt es aber auch ausgewählte Produzenten die ihren Withe Port auch für längere Zeit im Fass lagern. Häufig unterscheidet man den weißen Port bezogen auf seinen Süssegrad. So gibt es einerseits trockene und sehr trockene Varianten, anderseits aber auch halbsüsse und süsse White Ports. Weiße als auch rosé Ports werden häufig gekühlt und als Aperitif genossen.
Damit solltet Ihr ein kleines Rüstzeug für die Erkundung der spannenden Portweinwelt erhalten haben. Ich finde diese besondere Weinart als sehr spannend und abwechselungsreich. Also viel Spaß beim ausprobieren und experimentieren.
