Archiv der Kategorie: Drinklabor on Tour

Winzerwanderung in Dernau an der Ahr 

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Weinberge in der Nähe von Dernau

Mein Herzallerliebste und ich sind große Wanderfreunde. Unsere Wanderungen verbinden wir gern mit dem Thema Genuss – so ist auch unser gemeinsamer Blog Genusswandern entstanden. Hier könnt Ihr unsere Berichte lesen. Wenn Ihr also mal wieder Inspirationen für Wandertouren braucht, schaut doch einfach mal dort nach. Bei einer unserer Wanderungen waren wir auch im Culinarium der Dagernova in Dernau. Dort lasen wir, dass jeden Samstag von Mai bis Oktober eine Weinwanderung mit anschließender kleiner Weinprobe angeboten wird. So machten wir uns an einem sonnigen Juniwochenende morgens auf den Weg nach Dernau. Das schöne ist, man braucht sich vorab nicht anzumelden, sondern muss nur vor 11.00 Uhr in der Vinothek sein. So kann es passieren, dass man nur mit 3-4 Leuten unterwegs ist, aber wie uns unser Führer mitteilte, können es auch mal 120 Personen sein.

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Der Eingang zur Vinothek der Dagernova

So fanden sich an unserem Samstag 13 Personen ein, die sich an der Wanderung unter dem Motto „Vom Schiefer geprägt, vom Winzer gepflegt“ beteiligen wollten. Durch den Morgen führte uns unser Weinerklärer und Geschichtslehrer Georg Josten. Er hat sich von klein auf mit dem Thema Wein beschäftigt und als Kind bei der Lese mitgeholfen und kann auf ein riesiges Know How zurückgreifen. Ich muss sagen, was ich auf diesen ca. 2 h über Weinanbau gelernt habe, dafür müssen andere 2 Tage lang auf die Weinakademie. Zu Beginn erfuhren wir woher der Name Dagernova überhaupt kommt. Dies ist der ursprüngliche römische Name von Dernau. Da der Ort auf eine römische Vergangenheit zurückblicken kann und schon seit dem 1. Jhd. nach Christus bewohnt ist. Von Beginn an lebten die Menschen hier vom Weinanbau und leben es heute noch.

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Dernau von oben mit Blick über Dagernova-Weinberge

Nachdem wir das Dorf hinter uns gelassen haben und wir in den Weinbergen waren, erklärte er uns die unterschiedlichen Arten der Pflanzung. Angefangen bei der ursprünglichen Methode der Pfahlerziehung, über die in den 60er Jahren entstandene Dratrahmenerziehung bis hin zur aus Südtirol stammenden Umkehrerziehung. Bisher hatte ich mir über die unterschiedlichen Anbaumethoden überhaupt keine Gedanken gemacht. Jede dieser Anbaumethoden wird im Ahrgebiet angewendet. Und jeder Winzer muss selbst entscheiden, welche für ihn die beste ist. Und natürlich hat jede ihre Vorteile, aber auch ihr Nachteile.

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Ausführliche Erklärungen zum Weinanbau

Auch interessant war, dass wir erfahren haben, welche Bedeutung hinter den dreieckigen oder viereckigen Plastikschilder steckt, die man häufig an oder in Weinbergen sieht. Eigentlich ganz trivial, sie geben den Hubschrauberpiloten Auskunft, wo sie sprühen sollen und wo nicht. Wie Herr Josten ausführte, wird hier aber nur Pilzmittel und keine andere Pestizide versprüht. Auch wussten wir nachher, wofür die kleinen braunen Plastikdinger gut sind, die man häufig an den Reben sieht. Dies sind biologische Abwehrmittel gegen eine lästige Mottenart, die häufig Rebstöcke befällt. Durch darin enthaltene Pheromone werden die männlichen Motten so verwirrt, dass sie die Weibchen nicht mehr finden.

Daneben erfuhren wir auch ein wenig geschichtliches zu Dernau und Ahrtahl. So wusste ich gar nicht, dass das Kloster Mariental bis in die 80er Jahre hinein, eine staatliche Weinanbaudomäne war, wo zukünftige Winzer ausgebildet und Weinanbau erforscht wurde.

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Weinanbau mit der Drahtrahmenerziehung

Heute wird das ehemalige Kloster von 4 großen Ahrwinzern (Dagernova, Mayschosser Winzergenossenschaft, Meyer-Näkel und Brogsitter) betrieben. Diese haben das Gelände mit den Weinanbauflächen unter sich aufgeteilt, aber beim Kloster 2 ha gelassen. So kann man dort heute sowohl den eigenen Marientaler Wein, als auch den Wein der vier Eigentümer trinken. Daneben gab es natürlich Hintergründe zu der hier verlaufenden Eisenbahnlinie. Diese hatte eine strategische Bedeutung in den Weltkriegen, was auch zu einer starken Bombardierung des Ahrgebiets im 2. Weltkrieg führte. Und auch der Regierungsbunker der BRD war natürlich ein Thema. Noch heute kann man ca. 200 m des ehemaligen Bunkers im Originalzustand besichtigen. Was wirklich empfehlenswert ist und ein ungefähres Bild dieses Riesenbaus gibt. Ursprünglich waren es 19 km unterirdische Gänge und waren im Ernstfall für bis zu 3.000 Personen ausgelegt. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann hier nachlesen.

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Wein in der Blüte

Erstmalig konnten wir auch die recht unscheinbaren Weinblüten sehen. Diese blühen nämlich im Mai/Juni. Wie wir lernten ist die Weinrebe eine Zwitterpflanze, deshalb ist sie nicht auf Bienen, Wind oder ähnliches angewiesen, sondern befruchtet sich selbst. Die Weintraube braucht ca. 100 Tage bis zur Reifung, so dass Temperatureinbrüche in der Blütezeit sich schlecht auf die Ernte auswirkt bzw. zu zeitlichen Verzögerungen führt.
Neben den Hintergründen zum Wein erfuhren wir auch etwas zum Anbaugebiet Ahr. Dieses ist das dritt kleinste Anbaugebiet und umfasst nur ca. 0,5 % der gesamten Anbaufläche Deutschlands. Ist aber auf Grund seines großen Anteils an Rotwein (ca. 85 % aller Weinreben sind rote Trauben) das größte zusammenhängende Rotweinanbaugebiet Deutschlands.

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Schilder für Hubschrauberpiloten

Nach einer wirklich spannenden Wanderung mit ausführlichen Erklärungen direkt vor Ort, kamen wir nach ca. 2 h wieder zurück zur Dagernova. Hier konnten wir in einem wundervollen Gewölbekeller platz nehmen. Während Herr Josten uns noch ein wenig zur Dagernova und ihren Weinen erzählte, durften wir insgesamt 3 Weine probieren. Wir begannen mit einem Riesling. Obwohl sowohl ich, als auch meine Herzallerliebste mit Riesling auf Grund der Säure häufig Probleme hatten, war dieser wunderbar säurearm und hatte eine tolle Fruchtnote. Hätten wir so nicht probiert. Auch zeigte er, dass mittlerweile das ursprünglich wahre Klischee (zumindest bis in die 60er Jahre) Weiswein von der Ahr sollte man meiden, heute nicht mehr stimmt. Als zweites gab es einen guten Blanc de Noir, einen Rotwein weiß ausgebaut. Auch dieser war ganz gelungen, wenn er uns auch nicht ganz so überzeugte.

Den Abschluss bildete ein Ahr-Spätburgunder. Hier hat man ganz bewusst Trauben aus dem ganzen Ahrgebiet genommen. Ursprünglich ist der Wein in einem Jubiläumsjahr entstanden. Da die Dagernova durch Zusammenschlüsse heute die größte Genossenschaft an der Ahr ist, verteilen sich die 609 Winzer über das gesamte Ahrgebiet. Da die Böden an der Ahr, je nach Lage und Bodenbeschaffenheit große Unterschied aufweisen, ergeben sich auch bei den einzelnen Weinen recht unterschiedliche Ergebnisse. Und so versuchte der Kellermeister ein Spätburgunder-Cuvee aller Weine aus den unterschiedlichen Bereichen zu erstellen. Dies kam so gut an, dass er jetzt in jedem Jahr neu aufgelegt wird.

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Der Duft eines wunderbaren Spätburgunders

Eine wirkliche tolle Veranstaltung für alle die sich für Wein interessieren. Man lernt wirklich auf eine unglaublich unterhaltsame Art etwas über Wein, die Ahr und die Gegend. Die Wanderung „Vom Schiefer geprägt – vom Winzer gepflegt“ findet jeden Samstag (von Ostern bis Anfang November) statt. Anmeldung ist nicht erforderlich und es fallen Kosten von 8,50 € an. Weitere Informationen bzgl. der Dagernova, den Weinen und den Events findet Ihr unter der Website:

www.dagernova.de

 

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D.E.W. & A BREW – Irish Wiskey meets local Beer

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Tasting Pannel – vier Whiskey und vier Bier

D.E.W. and a brew unter diesem Moto veranstaltet Tullamore Dew seit gut 2 Jahren eine Veranstaltungsreihe, bei der die alte irische Tradition Whiskey mit Bier zu trinken, wiederbelebt werden soll. Dafür sucht sich Tullamore jeweils lokale Brauereien aus, bei denen man mit abgestimmten Bieren verschiedene Sorten Tullamore Whiskey kombinieren bzw. neudeutsch pairen kann. Bei der Veranstaltung in Köln, an der ich teilnehmen durfte, wählte man die Gaffel Brauerei. Die Jungs um Braumeister Reiner Radke hatten nur 4 Wochen Zeit, um sich auf diesem Event vorzubereiten. Und was sie da an Bieren hergezaubert haben, war wirklich phänomenal.

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Ort der Veranstaltung das Wirtshaus Spitz in Köln

Zu Beginn war ich ja skeptisch, ich dachte an mein erstes Whisky und Biertasting – hier findet Ihr den Beitrag. Dieses war spannend, aber das Fazit war, allein schmecken die Getränke besser. Aber hier geht es um irischen Whiskey und passend abgestimmtes Bier. Warum also nicht nochmal probieren.  Auch bin ich kein wirklicher Kölschfan, aber Gaffel hatte ja schon mit dem Sommerhopfen gezeigt, dass sie auch neben dem Kölsch andere Biere machen können. Aber was hier das Gaffen-Team geboten hat, zeigt was alles möglich ist. Innerhalb so kurzer Zeit vier hervorragende Biere und diese passend auf die Whiskeys abgestimmt, das ist wirklich Handwerkskunst.

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Das urgemütliche Wirtshaus Spitz

 

Die Veranstaltung fand an einem Montag Abend im Brauhaus Spitz, welches zu Gaffel gehört, statt. Ca. 30 Personen aus der Blogger- und Spirituosen- und Getränkeszene waren anwesend. Durch den Abend führte gut gelaunt und charmant der Global Brand  Abmbassador von Tullamore Dew John Quinn. Begleitet wurde er vom Braumeister und Biersommelier Reiner Radke von der Gaffel Brauerei. Als Grundlage gab es sehr leckere kölsche Tapas, die bei der Kombi Bier und Whiskey gut angebracht waren. John ein Urgestein der irischen Whiskyinsdustrie, immerhin arbeitet er schon seit 1974 hier, begann mit seinem Vater und Großvater.

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Braumeister Radke beim konzentrieren Zapfen

Für sie war es das normalste der Welt ihren Whiskey mit einem Bier, damals natürlich fast immer Guinness, zu trinken. So ist die Idee zu dieser Veranstaltungsreihe entstanden. Außerdem sind ja Whiskey und Bier enge Verwandte – zumindest durchlaufen sie die ersten Herstellungsschritte gemeinsam.

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Die heutige Tastingauswahl an Whiskey

Begonnen haben wir mit dem Standardblend von Tullamore. Den ich natürlich schon kannte, aber schon sehr lange nicht im Glas hatte. Ein wirklich schöner leichter, man kann fast Sommerwhiskey sagen. Schöne Zitrusnoten, ein wenig grüner Apfel und schön cremig. Nach einem kurzen Probeschluck, zeigte uns John das richtige Vorgehen. Zuerst einen kleinen Schluck Whiskey – kurz die Geschmacksnoten merken, dann einen Schluck Bier drauf – wieder die Veränderungen merken und dann noch mal einen Schluck

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Die vier verkosteten und sehr gelungenen Gaffel-Biere

Whiskey. Es war faszinierend wie sich der Geschmack veränderte. Man kennt das ja schon beim Mischen mit Wasser. Da das Bier auch noch Eigengeschmack mitbringt, vervielfachte sich die Geschmacksveränderung. Auf einmal wurden manche Noten verstärkt, es kamen neue dazu, andere waren weg. Den ersten Whiskey tranken wir mit einem Gaffel Pale Ale. Dieses war wie alle anderen Biere frisch vom Fass gezapft. Das Gaffel Pale Ale  brachte durch seine Hopfung schöne Fruchtaromen mit und die Kombination mit dem Whiskey war super gelungen. Man hatte einen Fruchtcocktail mit grünen Äpfeln und Zitrusnoten im Mund – einfach genial.

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John Quinn beim Vortrag

Reiner Radke teilte uns mit, dass alle Biere obergärig gebraut und kaltgehopft wurden. Neben dem Pale Ale gab es noch ein Brown Ale, ein Sweet Stout und ein Porter. Die für die kurze Herstellungszeit überaus gelungen waren und denen zu wünschen ist, irgendwann auch mal in größere Produktion zu gehen. John lieferte und dann natürlich noch etwas zu den Whiskeys und erklärte uns, dass bei diesen die Drei  eine große Rolle spielt. So werden alle Whiskeys, wie für irische Whiskeys typisch, dreifach destilliert. Bis auf den Single Malt sind alle tripple blended, d.h. neben Maltwhisky, Grainwhisky wird auch Potstill eingesetzt. Außerdem lagern sie in drei unterschiedlichen Fässern. Einerseits in Ex-Bourbon, anderseits aber auch in Ex-Sherry- und ungewöhnlicherweise auch in Ex-irishwhiskey Fässern.

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Mit kölschen Tapas wurde für eine ordentliche Grundlage gesorgt

Die zweite Kombination war der Tullamore 12 Years Special Reserve zusammen mit einem Brown Ale. Das Brown Ale kam mit 5,6 % Alkohol daher. Hatte eher eine milde Bitterung von unter 30 IBU und eine schöne Schokonote. Die in Kombination mit dem Whiskey nochmal hervorgehoben wurde. Trotzdem muss ich sagen, dass dies für mich die schwächste Kombination des Abends war. Allein getrunken waren beide Getränke  gut, aber die Kombination war für mich irgendwie nicht passend. Weiter ging es zu meinem Highlight des Abends. Als Whiskey gab es einen 14 jährigen Singlemalt. Das Besondere an ihm war, er wird zuerst für 13 1/2 Jahre in  Ex-Bourboncasks gelagert. Danach wird der Whiskey in drei Teile aufgeteilt. Ein Teil wird für 6 Monate im Sherryfass, ein anderer Teil für 6 Monate im Port- und der dritte Teil ebenfalls für 6 Monate im Madeirafass gefinisht. Dann im Anschluss werden alle drei Teile wieder gemeinsam miteinander vermählt. Was für eine wunderbar, weiche Fruchtbombe. Ich muss sagen ein wirklich gelungener Whiskey der für seine 14 Jahre als Single Malt ein absoluter Preis-Leistungssieger ist. Dazu gab es ein sehr leckeres Sweet Stout. Hier kamen unterschiedliche Malze zum Einsatz. Neben Wiener Malz, Karamellmalz auch getoastetes Malz. Dies führte einerseits zu einer schönen dunkelbraunen Farbe und herrlichen Kaffee- und Kakaonoten. Außerdem wurde deutscher Hopfen und Barley Wine Hefe eingesetzt. Wenn schon die einzelnen Getränke jedes für sich gut waren, dachte man bei der Kombi – die müsste so zusammen verkauft werden. Wunderbare Schokonoten gepart mit Orangennoten – ich fühlte mich in meine Kindheit mit Jaffakeksen zurückversetzt.

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Der Drinklaborant beim D.E.W. and a Brew

Den Abschluss bildete auch noch mal eine besondere Mischung. Als Whiskey kam der Tullomore Phoenix mit 55 % Fassstärke zum Einsatz. Der Phoenix spielt für die Stadt Tullamore eine bedeutende Rolle. So stürzte 1785 der Sohn des Lords mit einem Heißluftballon ab. Dieser hatte zu seinem 21. Geburtstag eine Fahrt mit einem, damals noch sehr unbekannten Flugobjekt geschenkt bekommen. Beim Start rammte er den Schornstein einer Fabrik und entfachte einen Brand, der fasst die gesamte Stadt in Schutt in Asche legte. So kann sich Tullamore „rühmen“ der Ort mit dem ersten Luftverkehrsunsfall zu sein. Außerdem wurde der Phoenix nach dem Wiederaufbau Teil des Stadtwappens. Und als die Tullamore Destillerie nach über 60 Jahren wieder vor ca. 3 Jahren errichtet wurde, musste natürlich eine Spezialabfüllung mit dem Namen Phoenix auf dem Markt gebracht werden. Dazu gab es ein extrem süsses Porter. Bei vielen Teilnehmern kam die Assoziation mit Malzbier auf. Auch hier kam Barley Wine Hefe zum Einsatz, die zu einem kräftigen Alkoholgehalt von 7,2 % führte. Auch diese beiden Getränke passten gut zusammen, waren aber mir in der Kombination zu süss. Da sie sich beide gegenseitig unterstützten. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass diese Kombination bei vielen sehr gut ankommen könnte.
Nach dem Tasting bietete sich noch die Gelegenheit mit den beiden Referenten, aber auch mit den anderen Zuhörern sich auszutauschen. Ein wirklich gelungener Abend mit tollen Whiskeys, genialen Bieren und gelungenen Pairings. Jetzt wünscht man sich nur noch, dass man diese Biere zukünftig auch mal kaufen kann, um so zu Hause oder in der Kneipe seines Vertrauens ein D.E.W. AND A BREW zu genießen. Auf diesem Weg möchte ich mich sowohl bei Tullamore D.E.W. Und der Gaffel Brauerei für eine sehr gute und aufschlussreiche Veranstaltung bedanken.
Weitere Information zu Tullamore D.E.W. Findet Ihr hier

Weiter Informationen zur Gaffel Brauerei findet Ihr hier.

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Besuch beim Craftbeer Festival Düsseldorf

Diesmal geht es um eine wirklich wunderbare Craftbeermesse. Das Craftbeer Festival Düsseldorf fand im letzten September zum ersten mal statt, und war ein großer Erfolg. Am Wochenende vor dem 1. Mai ging es in die 2. Runde. Wieder auf dem Gelände von BrauArt Britische Biere in der Nähe des Düsseldorfer Volksgarten. Da ich beim ersten Mal nicht konnte, war es für mich diesmal die Premiere. Um eine solche Messe zu stemmen, haben sich zwei Düsseldorfer (Craftbeer)Lokalgrößen zusammen getan. Da wäre der Off-, Online- und Großhandelsshop BrauArt Britische Biere. Die Jungs von BrauArt habe ich schon auf ein oder zwei anderen Veranstaltungen kennengelernt und weiß sie als größter Anbieter für britische Biere in Deutschland sehr zu schätzen. Außerdem sind sie die einzigen, die das wirklich abgefahrene „Wells Sticky Toffee Pudding Ale“ nach Deutschland importieren. Wenn ihr mal ein Nachspeisenbier sucht – das ist es.  Daneben braucht man für so eine Veranstaltung natürlich auch Frauenpower. So haben sie diese Veranstaltung zusammen mit den Mädels vom Onlineshop Crafters.Beer ins Leben gerufen. Es ist toll mitzuerleben mit was für einen Enthusiasmus Sina und Triena beim Thema Bier aktiv sind. Und es ist doch immer sehr erfrischend in dieser Männerdomäne auch Frauen zu treffen, die für das Thema Craftbeer brennen.

Samstagnachmittag sind daher neben mir, meine Herzallerliebste und der Bonner Kneipen- und Craftbeerblogger WelovePubs bei strahlenden Wetter nach Düsseldorf gefahren. Da direkt am Volksgarten gelegen, war auch die Anfahrt mit Öffis sehr einfach zu bewerkstelligen. Das Gelände, das sich die Brauart mit dem Fisch- und Delikattes-Laden Emmafisch teilt, ist wie geschaffen für einen solchen Event. So haben ca. 2/3 der Aussteller draußen einen Platz gefunden. Da das Wetter für ein Open Air wie geschaffen war, hielt sich auch ein Großteil der Gäste draußen auf. Daneben wurde auch noch ein Teil der Halle mit Ausstellern besetzt. Dabei fühlt man sich aber nicht wie in einer normalen Lagerhalle.

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Der tolle Eingangsbereich von BrauArt

Nein schon der Eingangsbereich mit dem Shop, bietet mit dem leuchtendem Grün und einem überdimensionalen Lüster einen tollen Blickfang. Dazu sorgen noch viele Flachen, Plakate und ungewöhnliche Lampen und Dekorationen für eine gemütliche Atmosphäre. Im hinteren Bereich hat man auch ordentlich mit Farbe und großen Plakaten und  Karten gearbeitet. Toll wie sie eine Halle zu einer gemütlichen Location umgewandelt haben. Die Messe war wirklich gut besucht. Was auffiel – Craftbeer ist eindeutig für jüngeres Publikum. Und auch viele Frauen können sich für die spannende und abwechslungsreiche Welt des Craftbeeres begeistern.

Insgesamt empfand ich es sehr erfrischend, dass immer mehr Frauen auch hinter den Ständen und als Brauerinnen anzutreffen sind. So wartete das kleine Freiburg schon mit vier Craftbeerbrauereien auf, von denen zwei komplett weiblich geführt werden. So viel gleich der Stand von „Emma – Bier ohne Bart“ auf. Allein den Namen finde ich richtig gut gelungen. Die One-Woman Brauerei war mit zwei, wie ich sagen muss sehr gelungenen Bieren vertreten.

So hatte sie ein Kuckucks Rot ein Black Forest Amber Ale aus der Flasche und ein Zapotopaz ein fruchtig bitteres Strong Ale eingebraut mit australischen Topaz Hopfen vom Fass dabei. Ein weiterer Sud ist im Moment noch in Arbeit. Ich mochte beide sehr gern, aber das Zapo war eines meiner Highlights auf dem Festival. Die 8,2 % Alkohol hat man fast nicht geschmeckt, was natürlich extrem gefährlich sein kann.

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Brauer von Trouble Bering aus Kildare, Irland

Besonders gelungen fand ich bei dieser Veranstaltung, das der Brauer in den Mittelpunkt gerückt wurde. So das man fast an jedem Stand mit dem Brauer persönlich über sein Bier sprechen konnte. Und nicht wie bei vielen anderen Messen, auf denen häufig nur noch Händlern oder Agenturen vertreten sind. Durch ihre gute Beziehungen konnten die Veranstalter auch viele britische und irische Brauereien inklusive ihrer Braumeister nach Deutschland holen.  Ca. 20 Brauereien waren vor Ort zu sehen und über 80 Biere konnte man verkosten. Nicht mitgezählt habe ich die Möglichkeit diverse andere Biere direkt aus dem Brauart zu kaufen.

Aber auch für das weibliche Wohl wurde gesorgt. Neben leckeren Burgern, gab es auch noch originale Cornish Pasties in unterschiedlichen Variationen. Außerdem konnte man neben an bei EmmaFisch einen sehr gelungene Chorizzo-Burger essen.

Ich finde an einem solchen Tag ist es immer schwierig eine Bewertung abzugeben. Denn nur eins der verkosteten Biere in einer durchschnittlichen deutschen Kneipe und man wäre glücklich. Aber so hat man hier die Qual der Wahl. Und dabei gibt es dann auch das ein oder andere Bier, dass dann nicht ganz so lecker ist.

Cooles Dosendesign aus England

Cooles Dosen-Design aus England  

Da die Aufzählung aller Brauereien und probierten Biere den Rahmen sprengen würde, möchte ich hier nur meine absolute Highlights aufzählen. Da war z.B. das Full Fathom 5 von North Brewing aus Leeds. Ein wirklich gelungenes Coconut-Coffee-Stout, bei dem sowohl die Kokosnuss als auch der Kaffee mittels Infusion ins Bier kommt. Hat schon ein wenig was von Bierbounty. Nocheinmal zurück zum Thema Brauen und Frauen. Die Malt & Hops eine weitere Frauen-Craftbeerbrauerei. Wie auch Emma sind die beiden Brauerinnen Seiteneinsteiger und mit absoluten Entusiasmus dabei. Sie hatten ein sehr erfrischendes Fresh Daisy Pale Ale am Zapfhahn.

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Biere der Boyne Bering aus Drogheda, Irland

Besonders habe ich mich über die Teilnahme der Boyne Brewery gefreut. Diese hatte ich im letzten Jahr auf meiner Wales/Irland/ Schottland-Tour besichtigt. Hier könnt Ihr noch mal den Beitrag dazu lesen. Damals haben wir vor allem die noch im Bau befindliche Boann Destillerie besichtigt. Im Anschluss durften wir auch die im hinteren Bereich liegende Boyne Brewery mit der Flaschenabfüllung anschauen. Leider kamen wir damals nicht dazu, auch eines der Biere zu probieren. Dies konnte ich jetzt in Düsseldorf endlich nachholen.

Ebenfalls aus Irland genauer gesagt aus Kildare war Trouble Brewing mit einem Graffiti Pale Ale vertreten. Obwohl nur 3,6 % war es extrem vollmundig und der Hopfen super eingebunden.

Ebenfalls begeistert hat mich die Kraftbierwerkstatt aus Böblingen. Die schon eine recht große Auswahl an spannenden Bieren dabei hatten. Diese waren auch einige der wenigen Brauereien, deren Flaschen mir schon im Einzelhandel über den Weg gelaufen sind. Dies hing damit zusammen, das ihr örtlicher Großhändler bundesweit private Edekaläden beliefert. So hatte ich das markante „K“ schon bei Edeka Mohr in Bonn gesehen. Sie hatten neben ihren Flaschenbieren auch zwei Sondersude dabei. Das Chillibier war leider schon aus gewesen. Aber das Rauchbier war wirklich gelungen, da es sich von den klassischen Bamberger Bieren unterschied, und eben nicht nur nach Schinken geschmeckt hat. Eine ganz dezente Rauchnote die das Bier und den Hopfen nicht überlagerte.

Zum Abschluss noch ein wirkliches „Nachtischbier“ – von der Bierfabrik aus Berlin. Diese sind mir auf Grund ihres „SchabrakentaBiers“ schon in Köln auf dem „Festival der Bierkulturen“ aufgefallen. Das nette daran, dass sie sogar ein Teil des Geldes aus dem Verkauf dieses Bieres, zum Erhalt des vom Aussterben bedrohten Tarpires spenden. Das Bier was mich von ihnen aber wirklich umgehauen hat, war ihr Marple Walnut Stout. Hier kam u.a. auch Ahornsirup zum Einsatz. Absolut karamellig und lecker, aber nur in kleinen Mengen zu genießen.

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Sina von den Crafters – einem der Veranstalter

Es war ein wirklich gelungene Veranstaltung. Die Location, das Wetter und die Gäste – alles passte. Nochmal Danke an Sina und die Teams von Crafters und BrauArt für die wirklich gelungene Brauerei bzw. Bier-Auswahl und die perfekte Organisation. Da muss man nächstes Jahr auf jeden Fall dabei sein. Wer weitere Informationen über das Festival erhalten will und den Termin für das nächste Festival erfahren will, kann sich hier über das Craftbeerfestival informieren.

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Gut gelaunte Gäste bei Abendstimmung


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Ale Mania aus Bonn


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Laboratorium aus Cottbus 


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Die Biere von Malt & Hops aus Freiburg

 

 

 

 

 

 

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Bierstillleben

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Die wiederentstandene Destille – Besuch bei Annandale

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Am Eingang zu Annandale

Nach langer Zeit bin ich endlich wieder dazu gekommen, einen neuen Artikel zu veröffentlichen. Wie einige von Euch auf meinen Sozialen Medien gelesen haben, war ich Ende März/Anfang April mal wieder in Schottland. Schwerpunkt war diesmal mit Freunden zusammen nochmals die Insel Islay  zu besuchen. Wer will, kann hier nochmal die Berichte von meinem letzten Aufenthalt im November 2015 lesen. Diesmal waren wir mit eigenem Auto unterwegs. Da wir mit der Fähre über Newcastle angereist sind, bot es sich an, bei der „neuen“ Destille Annandale einen Stopp zu machen. Und was wir da gesehen haben, war so unglaublich pittoresk und gut restauriert, dass wir uns trotz knapper Zeit spontan zu einer Führung hinreißen ließen. Die Anandale Destillerie liegt in den Lowlands und kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Hatte ich nicht oben von der neuen Destille gesprochen. Richtig, denn das besondere an Anandale ist, dass es sie ursprünglich seit 1924 nicht mehr gibt. Und erst in 2014 gab es eine Wiedergeburt.

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Das Visitorcentre

Die Geschichte soll sich wie folgt zu getragen haben. Gegründet wurde sie 1830 von George Donald.  Sie hatte unterschiedliche Besitzer und ab 1893 gehörte sie zum Getränkeriesen Johnny Walker. Obwohl eine Lowland-Brennerei produzierte sie schon damals getorften Whisky. Dies hing damit zusammen, dass die Gegend um Annan reich an Torfvorkommen ist. Und warum nicht auf die Rohstoffe vor der Haustür zurückgreifen. So bildete der Whisky von Annandale in der damaligen Zeit einen Teil des Johnny Walker Whisky.

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Der Plan der ursprünglichen Destile um 1900

Im großen Destilleriesterben in den 20er Jahren musste auch Annandale seine Tore schließen. Einzig die vorab schon existierende Farm blieb weiter bestehen und nutzte teilweise die Gebäude. Das Schicksal vieler dieser „verlorenen“ Destillen wird  in dem sehr empfehlenswerten Buch „Scotch Missed: Lost Distilleries of Scotland“ beschrieben. Dies hat auch Professor David Thomson gelesen und sich Mitte 2007 zu den Ruinen von Anandale begeben. Er hatte sich gleich in den Ort und die historischen Bauten verliebt. Speziell der Kiln war für seine lange Nichtnutzung noch recht gut erhalten. Und so entstand die Idee diese Destille an seiner ursprünglichen Stelle wieder zu beleben. Er kaufte das Gelände und nach einigen Jahren der Planung wurde ab 2011 mit dem Wiederaufbau  begonnen. Am 15.11.2014 war es dann soweit. Der erste New Spirit floss nach über 80 Jahren aus den Stills der Anandale Destillerie.

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Die Destille im heutigen Zustand

Und was für ein Schmuckstück sie hier (wieder)geschaffen haben. Schon bei Ankunft im Visitorcenter ist man beeindruckt von dem Gemäuer. Besonders fallen die ausgefallenen Holzmöbel ins Auge. Diese sind alle irgendwie ungerade eckig, als hätte jemand eine Viereck-Phobie. In diesen gemütlichen Räumlichkeiten kann man auch sehr gut essen und auch schon erste Whiskydevotionalien kann man käuflich erwerben.

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Die Destille vor dem Wiederaufbau

Auch der Auslöser für den Wiederaufbau, das Buch der verlorenen schottischen Destillen ist mittlerweile in seiner 4. Auflage, mit der wiedereröffneten Annandale Destille hier zu bekommen. Nach einer kleinen Stärkung bekamen wir drei eine Privatführung. Wir starteten im Innenhof. Hier lies Prof. Thomson mit Unterstützung der Uni Glasgow archäologische Ausgrabungen vornehmen. Nun kann man dort die alten Standplätze der Stills und die darunterliegenden Gänge zur Befeuerung erkennen.

Die archeologischen Ausgrabungen

Archäologische Ausgrabungen

rBei herrlichen Sonnenwetter erklärte unser Führer James einiges zur Geschichte der Destille. Auch zeigte er uns Bilder der Brennerei vor der Renovierung. Danach war unsere Bewunderung noch größer. Der Haupteingang befindet sich direkt unterhalb des Kilns. Dieser ist zwar restauriert, wird aber leider nicht mehr genutzt wird. Hier ist jetzt der Empfangsraum und ein großes Treppenhaus zur Destille. Hier hat man in Zusammenarbeit mit einem lokalen Kunsthandwerker einem ausgefallenen Handlauf installiert. In der eigentlichen Destille übernahm dann Caroline das Zepter und führte uns durch die einzelnen Etappen der Whiskyherstellung.

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Die Washbacks

Auch bei der Ausstattung griff man teilweise auf alte Schmuckstücke zurück. So fand hier die alte Mühle der geschlossenen Caperdonich Destille, eine Porteus Mill aus den 60er Jahren, eine neue Heimat. Neben einer Mash tun gibt es sechs Wash backs natürlich aus Holz. An jedem Tag der Woche wird ein anderer Wash back genutzt. Nur am Sonntag wird nicht produziert.

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Stills mit einem Spiritsafe

Insgesamt arbeiten hier 5 Mitarbeiter. Im hinteren Bereich sieht man einen Wash Stil und zwei Spirit Stills. Da man hier sowohl getorfte, als auch ungetorften Alkohol produziert, hat man getrennte „low wines“ und „spirit receiver“. So kann es nicht zu Vermischungen kommen. Insgesamt stellen Sie pro Jahr ca. 100.000 l Alkohol her. Dabei jeweils 50.000 l getorften und 50.000 l ungetorften.

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Wir werden im Fasslager erwartet

Am Ende der Tour durften wir auch einen Blick in ein Warehouse werfen. Dort bekamen wir einen ersten Eindruck von den zukünftigen Whisky. Es gab je eine Probe eines ungetorften und eines getorften New Spirit. Diese tragen die schönen Namen Man o´Word (ungetorft) und Man o´Sword (getorft). Beide haben einen Bezug zu historischen Personen. So steht der mit einer Feder versehene Man o´Word für den schottischen Nationaldichter Robert Burns. Dieser war u.a. auch Annan als Whisky-Steuereintreiber tätig und wird wohl die Destille mehrere Male besucht haben. Der getorfte Whisky mit einem Schwert im Logo hat einen Bezug zu Robert the Bruce. Die beiden New Spirits waren schon recht vielversprechend. Besonders der getorfte Man o´Sword kann schon mit einigen jungen, wilden von Islay mithalten. Leider beziehen sie den Torf nicht mehr aus der Gegend, sondern bekommen ihn von weiter nördlich. Die beiden New Spirits konnte man als Sample auch käuflich erwerben. Diese sind in ihrer Aufmachung und im Design recht ungewöhnlich und fallen in jedem Regal sicherlich auf. Auch die Möglichkeit zum Fasskauf besteht bei Annandale noch. Leider ergab sich aber keine Möglichkeit, einen der gelagerten Spirits zu probieren. Aber eventuell kann man in diesem Jahr im November den ersten echten Whisky von Anandale kosten.

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Die New Spirits im auffälligem Flaschendesign

Ich bin sehr gespannt, wie sich diese kleine unabhängige Destille entwickeln wird. Ich kann nur jeden empfehlen, der in der Gegend oder auf dem Weg nach Glasgow (von Newcastle) ist, einen Abstecher zu Annandale zu machen. Die Anlage ist wirklich toll restauriert und liegt wirklich idyllisch. Mir geht bei solchen kleinen und engagierten Destillen immer das Herz auf. Ich drücke den Leuten von Annandale wirklich die Daumen und freue mich schon auf spannende Whiskys.

Wer mehr über Annandale, Öffnungszeiten und die Anfahrt erfahren möchte, kann hier nach schauen. www.annandaledistillery.com

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Der zweite Spiritsafe

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Ein außergewöhnliches Tor

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Eines der alten Lagerhäuser

Ein Kommentar

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Besuch in der deutschen Craftbeerhauptstadt

Mitte Januar war ich für ein verlängertes Wochenende in Berlin. Und da ich schon eine ganze Weile nicht mehr hier war, nutzte ich die Gelegenheit die neuen Craftbeer-Hotspots, zu besuchen. Zuerst war ich in der Markthalle 9 in Kreuzberg. Nicht unbedingt nur ein Zentrum für Craftbeer, sondern ganz allgemein eine wundervolle alte Markthalle. Diese wurde vor ca. 6 Jahren wieder wachgeküsst und ihrer alten Bestimmung zugeführt.  Hier kann man sowohl klassisch seine Einkäufe erledigen, aber auch viele Delikatessen und Kleinigkeiten gleich vor Ort essen. Dabei reicht das Angebot von Austern, über Burger, selbstgemachte Pasta, bis hin zu veganen Kuchen.

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Große Auswahl an Ständen in der Markthalle 9

Und was hat das alles mit Craftbeer zu tun. Direkt in den Kellerräumen der Markthalle 9 gibt es die kleine aber feine Brauerei Heidenpeters. Diese existiert seit 2012, als die Betreiber der Markthalle den damaligen Hobbybrauer Johannes Heidenpeter überzeugen konnten, in den ehemaligen Räumen einer Metzgerei seine Brauerei zu eröffnen. Aber nicht nur die Brauerei ist hier vor Ort, es gibt auch im Eckbereich einen kleinen Ausschank, wo man insgesamt 4 verschiedene Biere von Heidenpeters probieren kann. Ich habe das Heidenpeters American IPA probiert. Und so konnte ich mit einem leckeren Bier in der Hand, durch die Markthalle schlendern und die Auslagen begutachten.  Ein wirklich sehr süffiges IPA, bei dem der Hopfen nicht direkt anklopft, aber eine wunderbare Grapefruit-Nase mitbringt. Ein wirklich leckeres Bier, dass ich in einer tollen Atmosphäre genießen konnte.

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Ein frisch gezapftes Heidenpeters American IPA

Wer mehr über die Markthalle 9 erfahren möchte, dem empfehle ich den sehr interessanten Blog von Askan den Food & Farmers Markets Blog.

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Die „Trinkhalle“ der Stone Brauerei Berlin

Nachdem ich ausgiebig durch die Markthalle 9 geschlendert bin, wollte ich noch zum derzeit, interessantesten Platz für Craftbeer in Berlin – die neue Stone Brewing Brauerei. Ich hatte schon einiges gehört und wollte unbedingt selbst mal vorbeischauen. Die erste Herausforderung für mich war dorthin mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu gelangen. Auf ihrer Website empfehlen sie bis zur S-Bahnhaltestelle Attila-Straße zu fahren und von dort in 15 – 20 Minuten zu Fuß hinzuwandern. Was im Sommer bestimmt ein Vergnügen ist, stellte es sich im Januar als recht mühsam dar. Auf dem Weg durch etliche Kleingartenkolonien ist zwar frei von Verkehr, aber leider weder befestigt noch geräumt, so dass es bei vereisten Boden recht anstrengend war. Außerdem gibt es auf der gesamten Strecke so gut wie keine Beleuchtung, was Abends nicht für den Weg spricht. Ich habe daher auf dem Rückweg den Bus genommen. Dieser fährt fußläufig ca. 5 min von der Brauerei entfernt ab. Nachdem ich den Weg geschafft hatte, war ich von der Größe der Analage schon recht beeindruckt. Die Brauerei befindet sich nämlich in der denkmalgeschützten Halle des ehemaligen Gaswerks Berlin Mariendorf.  Das gesamte Gebäude stammt aus dem Jahre 1902 und wie ich im Nachhinein erfahren habe, dauerte es fast 4 Jahre, bis alle Denkmalschutz-Auflagen erfüllt worden sind.

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Gemütliche Sitzecken

Die Außenanlagen waren der Witterung entsprechend natürlich nicht in Benutzung. Ich kann mir aber vorstellen, dass es absolut genial sein muss, hier in einer lauen Sommernacht zu sitzen. Wenn man in die Halle reinkommt, gibt es erstmal eine Art Vorhalle, in der ein Empfangstresen steht. Dort ist auch der obligatorische Fanshop mit Getränken, Klamotten und anderen Devotionalien von  Stone Brewing. Und dann kommt man in die große Halle – wow was für Dimensionen. Hier hat man nicht gekleckert, sondern geklotzt. Gut 25 Mio. Euro wurden hier insgesamt investiert. Auf der linken Seite befindet sich die Brauerei, die durch eine große Glaswand abgetrennt ist. Der ganze restliche Teil ist eine großzügige Fläche zum Sitzen, Essen, Biertrinken und verweilen. Überall sind große Holzbalken und andere natürliche Materialien um die Bereiche voneinander abzutrennen. Gleich rechts in der großen Halle befindet sich die große Theke, die mit auf jeder Seite ca. 30 Zapfhähnen! aufwartet. Dahinter ist eine große Freitreppe, die man mit vielen gemütlichen Sitzmöglichkeiten ausgestattet hat. Auf der oberen Etage hat man einen schönen Überblick über die ganze Halle und findet weitere gemütliche Sitzgelegenheiten. Einziger Wermutstropfen ist, dass man sich hier oben selbstbedienen muss. Was bei der Größe der Anlage aber mehr als verständlich ist.

Hinter der Bar gibt es noch einen Durchgang zu einem weiteren Raum dem Bibliotheks- oder Kaminzimmer. Dieser separate Raum hat noch eine weitere kleine Bar und wird häufig für die Einführungen zu den Brauereiführungen genutzt. Wie ich auch später erfahren habe, war es auch der erste fertiggestellte Raum in der neuen Brauerei. Er wurde im März letzten Jahres zuerst restauriert. Und ab April 2016 begann man mit dem eigentlichen Brauen. Und ab Sommer war dann auch das Restaurant und der Schankraum für Publikum geöffnet. Da ich natürlich auch die Brauerei von innen und nicht nur durch die Scheibe besichtigen wollte, buchte ich noch eine Führung. Diese werden mehrmals täglich sowohl auf Deutsch als auch in Englisch angeboten. Da die nächste deutsche Tour schon ausgebucht war, buchte ich die englische. Sie kostet sehr faire 3 € und lohnt sich auf alle Fälle. Man wird 45 – 60 Minuten herumgeführt, darf danach noch 3 verschiedene Biere verköstigen und bekommt noch ein Nosingglas als Geschenk.

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Reid erklärt den Brauprozess

Uns führte Reid durch die Brauerei. Der Amerikaner ist erst seit Sommer 2016 hier, führte aber durch die Brauerei wie ein alter Hase und war mit großen Enthusiasmus dabei. Die Berliner Brauerei ist mittlerweile die dritte Brauerei von Stone Brewing. Das Hauptwerk in San Diego wurde vor ca. 10 Jahren eröffnet. Ende 2016 wurde noch eine Brauerei in Richmond eröffnet. Auch wenn man es bei den Ausmaßen kaum glauben mag, ist die Berliner die kleinste Brauerei der Dreien. Da man schon vorher Bier nach Deutschland und Europa exportiert hatte, kam man vor ca. 4 Jahren auf die Idee, warum nicht gleich eine Brauerei vor Ort bauen. Die Wahl auf Berlin fiel vor allem des Standorts wegen. Riesiger Einzugsbereich, gute Verkehrsanbindung und die zentrale Lage in Europa. Und dann hat bestimmt auch noch die Craftbeerszene in Berlin  eine Rolle gespielt.

Die meisten Biersorten in Berlin sind identisch zu denen in San Diego, wobei der Hauptunterschied durch das Wasser ausgemacht wird. Das Berliner Wasser ist weicher und wie Reid uns verraten hat, sogar noch besser zum Brauen geeignet. Die Gerste kommt größtenteils aus Deutschland, beim Hopfen greift man fast ausschließlich auf US-Hopfen zurück. Aber auch erste Testsude mit deutschen Hopfen wurden schon versucht. Um diese Testsude im kleinen Stil und auch eigenes Bier nur für den Verkauf vor Ort produzieren muss, baute man neben der eigentlichen Brauerei, noch eine Experimentier-Brauanlage mit auch schon beeindruckenden 600 l Menge pro Braugang.

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Hier wird Berliner Weiße hergestellt

Dagegen schafft die große Anlage schon 10.000 l pro Brauvorgang und das bei 3 Durchläufen pro Tag und das an 5 Tagen die Woche. Da kommt schon einiges an Bier zusammen. Alles wirkte auf mich schon ein wenig  industriell und ist komplett computergesteuert. Wir wurden durch die einzelnen Stationen der Bierherstellung geführt. Interessant fand ich die angeschlossene Turbine am Läutertank, womit man die Energie zum Erhitzen wiederverwendete. Da sie fast nie Flaschengärung durchführen nutzen sie zwei Fermentationstanks. Der zweite Tank kann auch bei dem sogenannten Dryhopping genutzt werden. Auffällig war auch ein kleiner Steinbottich. Dieser wird für die Gärung von Sauerbieren,  im speziellen zur Herstellung von Berliner Weiße genutzt. Wie wir erfahren haben, scheinen die Bakterien in Steingefäßen besser als in Stahltanks zu funktionieren. Insgesamt ist es schon eine wirkliche beeindruckende Anlage, die aber nur noch wenig mit der romantischen Vorstellung der „Hobbycraftbeer“-Herstellung  zu tun haben.

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Der Start der Bierverköstigung mit einem IPA

Dann ging es noch zu einer kurzen Verkostung. Dort wollte uns Reid neben den bekanntesten Bieren von Stone auch deren Vielfalt näher bringen. Gestartet haben wir mit dem Megaseller von Stone dem Stone IPA. Dies hat für Stone „nur 6,8 % Alkohol“ und eine IBU-Zahl von 77. Das war mal eine ordentliche Hopfenbombe. Hier kamen Magnum, Centennial und Chiinook  Hopfen zum Einsatz. Als nächstes kam dann ein komplett anders schmeckendes Bier ins Glas. Dachten wir zu mindestens, aber es war das gleiche Bier, nur dass hier eine andere Hefe zum Einsatz kam. So hatte das sogenannte Calibelgique IPA die klassische belgische Bier-Note, die man eher von einem Double oder Tripple kennt. Da waren Aromen von Banane und Lemongras zu schmecken. Aber die klassischen IPA-Fruchtaromen, vom Stone IPA waren fast nicht mehr wahrnehmbar. Am Schluss kam dann noch ein ursprünglich missglückter Bierversuch ins Glas – das Arrogant Bastard Ale. Beim ersten Brauvorgang 1997 sollte es ursprünglich ein Red Ale werden. Das Ergebnis war aber etwas ganz anderes geworden. Es war viel bitterer, wies aber eine komplexe Karamell-Note auf. Das „missglückte“ Bier kam so gut an, dass es in die Standardrange aufgenommen wurde und mittlerweile das meistverkaufte Fassbier von Stone darstellt.

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Craftbeer-Himmel – 60 Biere vom Fass

Dann wurde es langsam Zeit, wieder nach Berlin rein zu fahren. Ein toller Tag neigte sich dem Ende zu. Ich kann nur jeden empfehlen, der in der Hauptstadt ist oder plant hinzufahren sowohl die Markthalle 9 als auch Stone zu besichtigen. Beides sind Highlights für jeden Biertrinker, aber auch Fans von Industriekultur und leckeren Essen kommen hier auf ihre Kosten. Nähere Informationen zu Stone Brewing wie z.B. Öffnungszeiten, Touren, produzierten Bieren etc. findet Ihr auf der Website http://www.stonebrewing.eu

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Der Winelover´s Club in der K84 Weinbar

img_0911Dafür dass ich sehr gern Wein trinke, kommt das Thema in diesem Blog viel zu kurz. Daher soll es diesmal um eine schöne Weinprobe in der Bonner Weinbar K84 gehen. Das K84 hat sich als Leitspruch „Vor Glück / Wein & Essen“ gewählt. Was meiner Meinung nach sehr gut auf dieses noch relativ neue Lokal in der Südstadt passt. Wirklich ausgezeichnetes Essen mit wechselnden Gerichten und eine große Auswahl an internationalen Weinen. Daneben führen sie auch häufiger Events durch. Bei denen es sich um Essen, Wein und Musik dreht. Wir besuchten eine Weinprobe im Rahmen des Winelover´s Club. Hier probiert man in kleiner Gruppe ganz ungezwungen unterschiedliche Weine. Ursprünglich hatte man sich auf Rebsortenreine Tastings konzentriert, um schnell zu merken, das dies auf die Dauer zu einseitig wäre. Daher hat man sich in letzter Zeit bei der Weinauswahl eher nach einer regionale Abgrenzung ausgerichtet. Die Veranstaltungen werden in Zusammenarbeit mit dem Bonner Unternehmen Wein Wolf durchgeführt. Und natürlich werden die Weine mit leckeren kleinen Happen aus der vorzüglichen Küche des K84 begleitet.

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Die Auswahl des sizilianischen Tastings

Unser Weinreise führte uns Anfang November nach Sizilien. Hier sollte es allgemein um die Weine der größten italienischen Insel gehen. Als Liebhaber italienischer Weine und großer Nero d´Avolo Fan musste ich mit meiner Herzallerliebste natürlich teilnehmen. Dies war für uns die Möglichkeit uns das Konzept anzuschauen und gleichzeitig ein paar neue Weine kennenzulernen. Neben uns waren noch weitere 7 Personen anwesend. So konnten wir uns, im netten und gemütlichen Rahmen auf unsere kulinarische Entdeckungen begeben. Durch den Abend führte uns sehr versiert Gianni Vassari von Wein Wolf. Diese Verköstigung finden meist samstags ab 17.00 bis ca. 20.00 Uhr im vorderen Bereich des K84 statt.

Wir wurden gleich direkt mit einem leckeren Sizilianischen Spumante Jolie begrüßt. Nach einer kurzen Vorstellung durch Gianni, ging es gleich in die sizilianische Geschichte. So kam der Wein vor allem mit den Griechen nach Sizilien. Heutzutage gibt es drei große Weingebiete. Eines im Südosten, eines im Westen und im Landesinneren um den Etna herum. Insgesamt befindet sich ca. 15 % der gesamten Rebfläche in Italien auf Sizilien. Dies sind ca. 100.000 ha Weinanbaufläche. Interessant fand ich das auf Sizilien überwiegend Weißwein angebaut wird. Wer hätte das gedacht, da man bei uns, wenn man sizilianischen Wein nachfragt, fast nur Rotwein bekommt. Bei den Weingütern in Sizilien gibt es einige große Weingüter, die auf bis zu 8 Generationen an Winzern zurückblicken können. So starteten wir mit den Weißweinen. Dabei erwähnte Gianni, dass er lange suchen musste, um entsprechende Weine zu finden. Viele Weißweine fließen in den Marsala, einen aufgespritteten Süßwein. Der einfache Rotwein wurde auf Grund seiner dunklen Farbe häufig zum Färben von norditalienischen Weinen genutzt. Daher wurden häufig hier vor allem eher einfache Weine angebaut, die neben den beschriebenen Nutzungsmöglichkeiten für den schnellen Verzehr produziert werden. Doch durch die zunehmende Konkurrenz auch die landesinterne, z. B. aus Venetien, versuchen sich mittlerweile auch die sizilianischen Winzer an hochwertigeren Weinen. Dabei geht man auch immer mehr von den klassischen, heimischen Trauben weg und wendet sich den internationalen Dauerbrennern, wie Syrah und Cabernet Sauvignon zu.

img_0562Um eine Grundlage zu schaffen, gab es dazu selbst gebackenes Brot und extrem leckeres Olivenöl. Wir aber starteten mit sizilianischen Weißweinen mit typischen lokalen Trauben. Obwohl es schon recht schwierig ist, diese Weine in Deutschland zu bekommen. Gestartet haben wir mit einem Leone d´Almerita von Tasca. Dies ist ein Cuvee in dem neben dem Pinot Bianco und Sauvignon, die heimische Catarratto Traube einfließt. Daran anschließend ein Le Sabbie dell´Etna von Firriato. Dort kamen vor allem Carricante und Catarrato Trauben zum Einsatz. Diese gedeihen besonders gut auf dem vulkanischen Lehmboden. Durch den vulkanischen Einfluss wies dieser Wein eine extreme Säure auf, hinter der sich sogar mancher Moselwein verstecken kann. Und als dritter Weißwein im Bunde kam noch die bekannteste Weißweintraube auf den Tisch ein Grillo von Andrero. Insgesamt waren die Weißweine interessant, aber nicht so mein Fall. Sie sind auch nicht wirklich easy-drinking geeignet, sondern man muss sich schon ein wenig mit Ihnen auseinander setzen. Zum Weißwein konnten wir ein Arancini di riso – eine sizilianische Reiskugel genießen – extrem lecker. Nach einer kurzen Nachfrage, war die allgemeine Meinung wir sollten jetzt zum Rotwein wechseln. Dies taten wir mit einem kleinen Abstecher zu einem Roséwein. Wieder gab es einen Wein von Tasca. Diesmal ein Regaleali aus Nerello Mascalese Trauben. Dazu gab es dünn aufgeschnittenen, luftgetrockneten Prosciutto crudo. Was für eine geniale Kombination.

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Die ersten sechs Weine

Danach ging es bei unserer sizilianischen Reise zu dem „Paten der sizialianischen Weine“ dem Nero d´Avola. Dabei stoß auch noch der Chef des K84 Pascha Pourian zu unserer Gruppe. Gestartet wurde mit einem Corte dei Mori. Die Bedeutung des Nero für Siziliens spiegelt sich auch an der Anbaufläche wieder. So sind 18.000 ha allein mit Nero d´Avola Trauben bepflanzt. Zum Vergleich die gesamte deutsche Riesling Anbaufläche beträgt nur 24.000 ha. Der Corte war schon mal ein Wein nach meinem Geschmack – kräftig mit vielen Fruchtaromen nach roten Waldfrüchten, Brombeeren, Feigen und Amarena Kirchen. Neben dem Nero wird heutzutage auch viel die Syrah-Traube angepflanzt, da diese gut mit dem extrem heißen Wetter zu Recht kommt. Eine weitere typische Rebsorte ist der Nerello Mascalese – die im Cusumano von Alta Mora als nächster Wein auf unserer Liste stand. Nach all dem Wein kam dann unsere Hauptspeise ein sehr gut gemachtes Wiener Schnitzel mit schwäbischen Kartoffelsalat.

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Ein Teil der leckeren Essensbegleitung

Nach dieser Stärkung kamen noch weitere vier Nero d´Avola zum Einsatz. Wobei sie neben der Traube auch die Tatsache gemeinsam hatten, dass sie alle von relativ jungen Weingütern bzw. Winzern kamen. Angefangen bei einem Occhipinti aus 2013. Dieser wurde mittels Spontanvergärung hergestellt und wies einem nicht sehr leckeren Geruch auf. Es hat mich ein wenig an manche belgische Biere erinnert. Aber auch solche Weine werden Ihre Liebhaber haben. Es war auf jeden Fall mal spannend so etwas im Glas zu haben. Bei den letzten drei war ich nur noch glücklich. Hier kamen natürlich auch noch Barrique-Fässer zum Einsatz. Alle drei extrem lecker, aber immer noch von Wein zu Wein eine kleine Steigerung. Als erstes kam ein Planeta aus 2011 von Santa Cecilia auf den Tisch. Als nächstes ein Harmonium aus 2013 wieder von Firriato. Und als krönender Abschluss wieder ein Wein von Cusumano. Diesmal ein Sagana aus 2012. und den beiden Highlights dieses Abends. Danach konnte wer wollte, auch noch den einen oder anderen Wein nochmals ausprobieren und wir ließen den Abend langsam ausklingen.

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Die restlichen leckeren Nero d´Avolas

Insgesamt ging dieses Konzept für uns wirklich auf. Der Winelovers Club macht wirklich Spaß. Unser „Reiseführer“ durch die italienische Weinwelt Gianni Vassari führte uns entspannt, kompetent und unterhaltsam durch die verschiedenen Weine. Und was das Team von Pascha Pourian an Essen dazu gebracht hat, war wirklich lecker und passte gut zu den Weinen. Die nächste Veranstaltung findet am Samstag, den 03.12.2016 statt. Diesmal soll es um Badische Weine gehen. Wer sich über die Veranstaltungen oder das K84 informieren möchte, kann dies über den folgenden Link tun:              K84 Weinbar

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Gin auf Barcelonaweise – der BCN Gin

Drinklabor_BCNGIN1Letztes Wochenende durfte ich eine tolle Spirituosenmesse besuchen – die Aquavitae in Mülheim an der Ruhr. Wer diese noch nicht kennt, kann ich nur sehr ans Herz legen. Einerseits hat man eine riesige Auswahl an Whiskyanbietern, wo man quasi alle Neuabfüllungen, aber auch alte Schätzchen probieren kann. Anderseits ist sie aber keine reine Whiskymesse. Hier findet man verschiedene Anbieter rund um das Thema Spirituosen, wie Obstbrenner, Rumhersteller, Wodkabrennereien und natürlich für mich besonders interessant Ginproduzenten. So bot sich für mich die Gelegenheit, verschiedene Gins zu probieren. Eines meiner Highlights war der sehr gelungene spanische Gin BCN, auf dessen Stand auch eine spannende Form der Degustation angeboten wurde. Das schöne war, dass am Stand nicht nur der deutsche Importeur, sondern auch der Inhaber höchstpersönlich vor Ort war. Am Stand konnte man den Gin pur, als Gin & Tonic oder als Spezial G&T probieren.

Der Macher Stefan Lismond und sein deutscher Importeur

Der Macher Stefan Lismond und sein deutscher Importeur

Der BCN Gin kommt aus dem Priorat südlich von Barcelona und versucht die Gegend und ihre Einflüsse in sich zu vereinen. Das beginnt schon beim Ausgangsmaterial. Hier kommt ausschließlich Alkohol aus Weintrauben zum Einsatz. Dabei werden nur die hier angebauten und sehr intensiven Sorten Grenache und Cariñena verwendet. Diese werden dann mit deutscher Brennereitechnick fünfmal destilliert. Hier kommt nämlich eine Kupferbrennanlage von Arnold Holstein vom Bodensee zum Einsatz. Dies erzählte mir der Gründer und Inhaber der Prioror Barcelona Dry Gin Company – Stefan Lismond. Der Gebürtige Belgier, der seit 1991 in Spanien lebt, war ursprünglich im Weinbusiness tätig. Hier entstand auch die Idee, aus den lokalen Trauben Gin zu produzieren. .

Neben den lokalen Trauben legt er auch besonderen Wert auf die ausschließliche Verwendung von regionalen Botanicals. So enthält der Gin alle Zutaten, die aus dem Priorat kommen. Diese gebirgige Gegend südlich von Barcelona ist durch eine gewisse Rauheit geprägt. Bei der Destillation kommen neben Wacholder, Rosmarin, Fenchel, Zitronengras, Feige und Piniensamen zum Einsatz. Diese Botanicals werden mit Zitronen aus Südkatalonien abgerundet. Auch das verwendete sehr mineralhaltige Wasser aus der eigenen Quelle soll für das Aroma eine besondere Bedeutung haben. Diese ungewöhnlichen Botanicals sorgen für einen ungewöhnlichen, erfrischenden Geschmack der seine mediterranen Wurzeln nicht verbergen kann. Besonders pur genossen kommt der Rosmarin und die Pinien stark zum Vorschein. Ich habe sogar ein wenig Kirsche wahrgenommen, obwohl solche hier nicht zum Einsatz kamen. Jedenfalls pur genossen schon ein wirklich ungewöhnlicher Gin.

Der Name des Gins hängt mit der Hauptstadt Kataloniens und einer der Ginwelthauptstädte zusammen – nämlich Barcelona. Das Priorat befindet sich auch nicht weit weg von Barcelona – der Stadt, wo dieser Gin natürlich oft getrunken wird. So trägt der Gin als Name, die offizielle Abkürzung des Flughafens von Barcelona – BCN. Auch das Logo greift die in Barcelona sehr häufig anzutreffenden Escofet Tejera & Co. auf. Dieses Symbol ist seit 1916 als Zeichen für Barcelona ausgewählt worden und ziert seitdem häufig die Bürgersteige und Straßen der Stadt.

Die wichtigsten Zutaten plus Rotwein

Die wichtigsten Zutaten plus Rotwein

Diesen Gin kann man natürlich ganz normal mit Tonic genießen, aber die Macher haben sich eine besondere Form des Genusses ausgedacht. Nachdem ich diese Mischung auf der Aquavitae probieren durfte, musste ich diese Form natürlich bei mir Hause im Drinklabor auch ausprobieren. Man braucht dafür Rotwein, BCN Gin, Tonic, Zitronenzeste und Weintrauben. Ich habe natürlich das empfohlene Rezept nach meinen Bedürfnissen ein wenig abgewandelt (speziell das Gin & Tonic Verhältnis):

Zutaten:

80 – 100 ml spanischer Rotwein

5 cl BCN Gin (original 4cl)

150 ml Fevertree Dry Tonic Water (Originalrezept mit 200 ml Tonic)

Zitronenzeste und 2 halbierte Weintrauben als Zugabe

Rotwein mit Eiswürfeln

Rotwein mit Eiswürfeln

Zu Beginn füllt man ordentlich Eiswürfel in ein Ballonglas. Dann gießt man ca. 80 – 100 ml Rotwein dazu. Im Ursprungsrezpet müsste eigentlich ein Rotwein aus der Priorat-Gegend zum Einsatz kommen. Es tut aber auch ein anderer trockener, spanischer Rotwein. Das gefüllte Glas ordentlich schwenken und schütteln. Einerseits kühlt man dadurch das Glas ab, anderseits benetzt man so das Glas mit Rotwein. Ähnlich wie bei manchen Cocktails, bei denen man das Glas vorab mit Absinth ausspült. Jetzt seiht man den Rotwein mit einem Sieb ab und lässt noch einen kleinen Schluck im Glas. Dann füllt man nochmal die Eiswürfel auf. Anschließend gießt man den Gin dazu. An einem Barlöffel wird dann das gekühlte Tonic ins Glas gefüllt, damit möglichst wenig Kohlensäure verloren geht. Das Ganze kurz umrühren, eine Zitronenzeste in Glas und die 4 halben Weintrauben dazugeben. Fertig ist eine tolle Abwandlung des klassischen Gin&Tonics. Damit könnt Ihr Euch ein wenig mediterranes Flair während der kalten Jahreszeit in Eure Wohnzimmer holen. Viel Spaß beim Nachmachen.

Der besondere BCN G&T

Der besondere BCN G&T

Den Gin könnt Ihr bei ausgewählten Onlineshops für ca. 35 – 40 € (0,7 l Flasche) kaufen. Weitere Informationen zum BCN Gin findet Ihr unter bcn-gin.com.

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Ein Craftbeer Tasting mit Fritz Wülfing in der Pinte

Drinklabor_Craftbeertasting1Was gibt es schöneres an einem verregneten Montag Abend als zu einem Craftbeer Seminar zu gehen. Die Veranstaltung fand in der Bonner Altstadt in der Pinte statt. Was natürlich super passte, da sie eine der wenigen Bonner Kneipen ist, in der man auch eine gute Auswahl an Craftbeer auf der Karte findet. Da ich auch sonst ab und zu hier bin, fand ich es natürlich toll, dass sie ein Tasting organisierten. Wer mehr zur Pinte wissen möchte, den empfehle ich den Bericht auf dem Blog We love Pubs zu lesen.

Als Präsentator für die Veranstaltung haben sie sich keinen Geringeren als den Craftbeer Pionier und Lokalmatador Fritz Wülfing von Ale Mania ausgesucht. Der noch dazu eine große Auswahl seiner eigenen Biere mitgebracht hatte. Die Pinte war an diesen Montagabend mit ca. 40 Personen bis auf den letzten Platz besetzt. Für eine Premiere ein guter Erfolg. Das Publikum war bunt gemischt von Studenten bis hin zu älteren Paaren war alles vertreten. Wobei natürlich beim Thema Bier die Männer in der Überzahl waren. Zu Beginn stellte sich Fritz kurz vor, da ihn doch noch nicht alle kannten. Ich war sehr gespannt, da Fritz ja quasi einer der Gründungsväter der Craftbeerbewegung in Deutschland ist und daher bestimmt einiges erzählen konnte. Nach einer kurzen Vorstellung gab es auch schon das erste Bier für uns.

Der Starter - das Bonner WießBegonnen hat das Tasting, wie es sich für Rheinland gehört, mit einem Kölsch. Was natürlich so nicht stimmt, wie wir auch gelernt haben, sondern mit einem Wieß – genauer gesagt einer Bonner Wieß. Diese hat Fritz in Anlehnung an die alte Tradition im Rheinland gebraut. Das Kölsch als solches ist nämlich ein sehr junge Bierstil und ist erst mit der Kölschkonvention in den 80er Jahren offiziell entstanden. Die Wieß ist im Gegensatz zum Kölsch nämlich trüb – daher auch der Name Wieß von weiß. Auch erzählte uns Fritz ein wenig zur Geschichte des Kölsch. So ist es damals quasi aus der Not geboren. So wurde in den 30er und 40er Jahren fast nur Pils und Lager in Köln getrunken. Durch die komplette Zerstörung der ganzen Brauereien, hat man sich auf die alte Form des Wieß- bzw. Kölschbrauen besonnen, wo man z.B. keine Kühlung etc. brauchte. Die Bonner Wieß wird mit 10 % Weizenmalz und mit den Hopfen Saphire und Perle eingebraut. Man kann auch im Gegensatz zu den meisten Kölsch den Hopfen auch schmecken.

Beim zweiten Bier sind wir bei den historischen Bierstilen geblieben. Fritz erklärte, dass besonders die Craftbeerbewegung versucht, alte Biersorten wieder aufleben zu lassen und diese neu zu interpretieren. Daher wählte er als nächstes eine Gose ebenfalls von Ale Mania aus. Hier musste er natürlich auch auf das sogenannte „Reinheitsgebot“ oder nennen wir es beim Namen auf das vorläufige Biergesetz von 1993 eingehen. Da die Gose mit seinen Zutaten Milchsäure, Koriander und Salz natürlich offiziell dagegen verstößt. Auf der anderen Seite aber Zucker, Chemikalien zum klären etc. erlaubt sind. Aber die Diskussion würde hier zu weit führen. Ich persönlich mag die Gose, speziell im Sommer, sehr gern. Bei dieser Abfüllung wies Fritz schon darauf hin, dass sie ganz frisch abgefüllt worden ist und ihr noch ein wenig die Reifung und Kohlensäure fehlt. Aber auch so fanden die meisten sehr erfrischend.

Fritz in Aktion

Fritz in Aktion

Da Fritz besonders durch seine USA-Reisen Anfang der 2000er und den Kontakt mit der dortigen Craftbeerbewegung besonders inspiriert worden ist, durfte natürlich einer der Klassiker nicht fehlen. So kam als drittes Bier das Sierra Nevada Pale Ale ins Glas. Obwohl Ken Grossman, der Gründer von Sierra Nevada, 1978 mit einem Stout begonnen hat, war vor allem das Pale Ale der Grundstein für die fantastische Entwicklung von Sierra Nevada. Und obwohl sie heute quasi der größte Craftbeerbrauer der USA sind und Ken Grossman vielfacher Millionär ist, will er am liebsten selbst am Braukessel mitmischen. So soll das Pale Ale von Sierra Nevada das Einzige der Standardrange sein, dass noch mit Flaschengärung arbeitet. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, ein wenig zur Geschichte und Entstehung der Craftbeerbewegung mitzuteilen. So war es vor allem die Gesetzesänderung von Präsident Jimmy Carter Ende der 70er zu verdanken, dass Heimbrauen sich durch seine Legalisierung stark verbreitete. So geht man davon aus, das heutzutage quasi jeder 3. Amerikaner schon einmal zu Hause Bier gebraut hat. Natürlich wies Fritz Wülfing auch auf die Bedeutung der Bierkultur und das eher schlechte Bierangebot hin. Dies hatte natürlich auch einen Einfluss auf die Entwicklung zum Craftbeerland. So gibt es aktuell in den USA über 4.200 Brauereien deren Zahl fast täglich zunimmt.

Der Tastingraum noch ohne Taster

Der Tastingraum noch ohne Taster

Was lag näher, als nächstes Bier ein IPA zu nehmen. Da dieses heutzutage häufig synonym mit Craftbeer benutzt wird. Um die Bandbreite darzustellen, starteten wir mit einem leichteren IPA, dem Session IPA von Ale Mania. Dieses hat die gleiche Menge an Hopfen wie die große Schwester das IPA Mania, ist aber leichter eingebraut und hat daher auch nur 4,2 % Alkohol. Ich war positiv überrascht, da man den geringeren Alkoholanteil nicht wirklich vermisst hat. Hier klärte uns Fritz auch über die Legende mit der Entstehung des IPA – des India Pale Ale auf. Es hört sich zwar gut an, wenn man eine tolle Geschichte mit Kolonien und zu stark eingebrauten Bier zur Haltbarkeitsmachung erzählt, aber im Endeffekt war es doch wieder nur eine Marketingentscheidung. Indien und Exotik verkauft sich auch beim Bier gut. Da wir schon beim IPA waren, kam als nächstes – das neue Dry PA. Da mittlerweile fast jeder kleine Heimbrauer ein IPA braut, versucht die Szene das klassische IPA weiterzuentwickeln. Eines dieser Biere ist das DryPA. Im Gegensatz zum klassischen IPA mit einer starken Malzbetonung, kommt dieses schlanker daher. Da der Malzkörper häufig zur Einbettung des Hopfens verwendet wird, steht hier dem Hopfen relativ wenig entgegen und er kann sich noch stärker entfalten. Auch kommen meines Empfindens hier auch die Pinien- und Nadelhölzeraromen stärker zum tragen. Und wie der Name schon sagt, es wirkt auch recht trocken. Der Trick bei diesem Bier ist auch die Zugabe von Zucker und eine andere Form des Maischens. Eine wirklich spannende Form des IPA.

Da das Tasting eher wie eine Fragestunde angelegt war, sprangen wir bei den Themen teilweise wild umher. Auf der anderen Seite konnte man so einem Experten mal direkt zu allen Punkten befragen, die einem zur Bierherstellung und Craftbeeren so interessieren. So kamen wir nach diesem Bier auf das Thema Belgien zu sprechen. Auch hier bestätigte Fritz die unterschiedlichen Entwicklungen von Ländern mit einer großen Biertradition und eher geringerer Historie. So ist der Anteil an neuen „Craftbeer Brauereien“ in Belgien auf Grund ihrer langen Tradition noch sehr gering ausgeprägt. Wenn man dagegen Holland anschaut, haben sich in den vergangenen 4 bis 6 Jahren eine Vielzahl von neuen Brauereien entwickelt. Auch spannend fand ich die Information, dass die größte Brauereidichte in Bezug auf die Einwohnerzahl in der Schweiz vorliegt. Wer hätte das gedacht.

Das Ale Mania Imperial Red

Das Ale Mania Imperial Red

Und weiter ging es bei unserer Reise durch die Craftbeer- oder Ale Mania Welt. Nun kamen wir zum Imperial Red. Das stärkste Bier des Abends mit 9,5 % Alkohol. Dieses wird, wie man sich denken kann, mit einer größeren Menge an Malz eingebraut. Aber auch 30 % mehr Hopfen als beim IPA wird hier eingesetzt. Von der Nase hat es einen ein wenig an Barley Wine erinnert. Im Mund war es wunderbar voll, aber weniger schwer als vermutet. Hier kam das Gespräch auch noch auf die Dosenabfüllung zu sprechen. Dieses Red Ale war zwar aus der Not heraus in Dosen abgefüllt worden, aber nicht nur Fritz ist ein großer Verfechter der Dose. Die Dose schützt das Bier und speziell das Hopfenaroma einfach viel besser als eine Flasche. In der Zwischenzeit nahmen auch die privaten Gespräche zu und die Geräuschkulisse stieg nach oben. Man merkte, dass wir schon beim 7 Bier waren. Einige habe auch das großzügige Angebot der Pinte-Leute genutzt und zwischendurch auch noch das ein oder andere weitere Bier getrunken. Außerdem waren auch schon wieder 2 h Tasting rum. Und die Leute waren so interessiert, das wir quasi ohne richtige Pause ausgekommen sind. Jetzt fehlte nur noch ein Highlight des heutigen Abends. Fritz hatte ein Fass seines IPA Mania  mitgebracht, so dass wir sogar ein kleines Taptakeover miterleben durften. Und zum ersten Mal gab es in einer Bonner Kneipe ein IPA vom Fass. Und was für ein leckeres. Ich mag es aus der Flasche schon recht gern, finde es aber frisch gezapft noch mal leckerer. Fritz darauf angesprochen, meinte es sei aber vor allem psychologisch bedingt. Zumindest gibt es keine großen physikalisch messbaren Gründe für den unterschiedlichen Geschmack. Es war auf jeden Fall ein gelungener Abschluss eines tollen Abends. Fritz leitete uns charmant und locker durch den Abend. Das verkostete Bier war für mich überaus gelungen und auch der überwiegende Tenor sprach von einem phantastischen Abend. Einziger kleiner Kritikpunkt  war für mich die Anzahl der Personen. Es war doch schon sehr kuschelig in der Pinte. Ansonsten kann ich sowohl dem Referenten, als auch dem Team von der Pinte nur danken und für eine gelungene Premiere gratulieren. Es soll auch nicht das letzte Tasting gewesen sein. Es sind noch weitere Veranstaltungen geplant. So findet das nächste Tasting mit Fritz Wülfing für den 21.11.2016 geplant. Wer Interesse hat, kann Karten direkt in der Pinte bestellen. Zum Abschluss für Interessenten noch die Websites für weitere Informationen.

Weitere Informationen zu Ale Mania findet Ihr hier: www.ale-mania.de

Wer sich über die Pinte informieren will, schaut am besten hier: Pinte Bonn

 

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Die Boann Distillery – der zukünftige Stern am irischen Whiskeyhimmel

Drinklabor_BoannDistillery1Wie Ihr vielleicht auf meinen Socialmedia-Kanälen mibekommen habt, befand ich mich Mitte September mit einer größeren Gruppe von Whiskyenthusiasten auf einer Tour durch Wales, Irland und Schottland. Dabei nutzten wir natürlich die Gelegenheit, vor Ort möglichst viele Destillen persönlich zu besuchen und die Leute dahinter kennen zu lernen. Dabei gab es, wie immer im Leben mal Licht mal Schatten. Ein wirkliches Highlight der Tour war der Besuch in der irischen Boann Destillery. Boann werden jetzt einige fragen. „Habe ich noch nie gehört?“ Das kann damit zusammenhängen, dass sie noch nicht aktiv ist und sich noch im Bau befindet. Auf der Fahrt von Dublin nach Portrush in Nordirland nahmen wir uns die Zeit für einen kurzen Halt in Drogheda im Boyne Valley. Oli der schon bei der letzten Fahrt die Besichtigung der Strathearn Distillery organisiert hatte, schaffte auch diesmal  für insgesamt 12 Personen unserer Gruppe eine Führung zu vereinbaren. Und nach anfänglichen Zögern, da es ja noch eine Baustelle wäre, haben sie sich bereit erklärt, uns zu empfangen.

Der Blick von außen

Der Blick von außen

Der Anblick von außen war anfänglich ein wenig ungewöhnlich, da die gesamte Front verglast war. Insgesamt sah es nicht wie eine typische Destille aus. Was damit zusammenhängen konnte, das dies ein ehemaliges Autohaus war, dass jetzt zur Destille umgerüstet wird. Das Autohaus war Anfang der 2000er Jahre gebaut und im Rahmen der Eurokrise in Konkurs gegangen. Nach einiger Zeit des Leerstands entschieden sich die Boann Eigentümer 2015 dieses Gebäude als Heimat ihrer Destille zu wählen.

Unsere Gruppe beim andächtigen Zuhören

Unsere Gruppe beim andächtigen Zuhören

Wir wurden von der Marketing und PR-Leiterin Sally-Anne Cooney sehr herzlich begrüßt und in die heiligen Hallen geleitet. Obwohl noch nicht alle Leitungen verbunden waren und die Spirit-Safes teilweise noch verpackt in Kisten rumstanden, konnte man sich schon ein gutes Bild von der zukünftigen Destille machen.

Der zukünftige Spiritsafe

Der zukünftige Spiritsafe

Wie es sich für einen irischen Whiskey gehört, soll er auch dreimal destilliert werden. Entsprechend konnte man schon drei wundervolle Stils begutachten. Sally-Anne erzählte uns ein wenig zur Idee die hinter dem Unternehmen steckt.

Der Blick in die zukünftige Destille

Der Blick in die zukünftige Destille

Die Boann Destillery ist nach der Gottheit Boann benannt, die u.a. auch den Fluß Boyne erschaffen haben soll. Dieser ist gleichzeitig der Namensgeber für das Tal nördlich von Dublin – das Boyne Valley. Das zeigt schon ein wenig, dass die Eigentümer großen Wert auf die Verbindung zu dem Land und der Gegend legen. So soll auch außschließlich Gerste aus der Gegend verwendet werden.

Improvisierte Bar aus Fässern für eine Veranstaltung

Improvisierte Bar aus Fässern für eine Veranstaltung

Auch das örtliche Wasser, welches eine sehr hohe Wasserhärte aufweist, soll trotzdem genutzt werden. Es soll dem Whiskey ein besonders Aroma geben. Sie verglich dabei ihr Vorgehen mit und die Beziehung zu der Gegend mit einem Winzer, bei dem das Terroir auch eine besondere Rolle für den Wein spielt. Außerdem hat diese Gegend eine lange Whiskey-Tradtion. So gab es 1822 in der Gegend noch 18 Whiskeydestillen. Davon blieb nur eine übrig, die aber auch 1968 schließen musste. So ist die Boann Distillery die erste Neugründung seit über 50 Jahren in dieser Gegend.

Unsere charmante Führerin durch die Boann Distillery - Sally-Anne

Unsere charmante Führerin durch die Boann Distillery – Sally-Anne

Unsere Führerin Sally-Anne ist eines von fünf Kindern des Gründers Pat Cooney. Wie sie sind auch ihre vier Geschwister und die Mutter in unterschiedlichen Bereichen des Unternehmens tätig. Man kann also von einem wirklichen Familienunternehmen sprechen.  Die Idee zu dem Unternehmen hatte ihr Vater Pat, der Gründer der Firma. Er ist hier in der Nähe in Drogheda geboren und hat damit eine enge Beziehung zu der Gegend und ihren Menschen. Nach einer erfolgreichen Karriere bei den Getänkekonzern Gleeson, hat er gr0ße Teile des Unternehmens 2012 verkauft. Nur die Cream Liqueur- und Ciderproduktion behielt er weiterhin. Als großer Whiskyliebhaber war das Projekt schon seit über 15 Jahren sein Traum von ihm und der Famile. Zukünftig sollen neben Whiskey auch Gin und andere Brände hergestellt werden. Außerdem existiert schon seit ca. 3 Monaten in der hintereen Halle eine Craftbeer Brauerei – die Boann Brewery – und eine Flaschen- und Dosen-Abfüllstation.

Die Brennblasen - noch nicht in Aktion

Die Brennblasen – noch nicht in Aktion

Neben der Verbundenheit mit der Gegend steht vor allem die Qualität und die moderne Technik bei diesem Neubau im Vordergrund. So entschloß man sich durch den vorgegebenen Bau der Halle, für eine moderne Aufmachung für die Destille. Dadurch stehen wor allem Glas, Chrom und Stahl im Vordergrund. Dies wird durch die absolut toll aussehenden Kupfer-Sttills noch unterstützt. Als Hersteller für die Brennblasen entschied man sich für die italienische Firma Green Engineering. Diese hatte schon Erfahrung beim Bau der Brennblasen für die Bombay Saphire Destille gesammelt. Bei Boann kommen spezielle Brennblasen mit Nanotechnologie zum Einsatz. Diese soll dazu führen, dass beim Destillationsvorgang die 6fache Menge an Kupfer mit dem Alkohol in Berührung kommt. Diese Technick wird meiner Kenntnis nach, erstmalig in einer Whiskydestille eingesetzt.

Die Bennett-Stil für irischen Gin

Die Bennett-Stil für irischen Gin

Das besondere Steckenpferd von Sally-Anne aber ist die Gin-Produktion. Für diese steht eine 500 l Bennett-Still zur Verfügung. Der hier zukünftig hergestellte Gin soll mit speziellen irischen Botanicals verfeinert werden. Dafür steht zusätzlich auch noch eine Anlage für Dampfinfusionen bereit, die Öle aus den besonders empfindlichen  Botanicals extrahieren soll. Hier merkte man ihre Begeisterung, wenn sie von den aktuellen Experimenten und Versuchen erzählt, um einen einzigartigen Gin zu kreieren. Durch ihre langjährige Arbeit im Weinhandel hat sie auch ein großes Interesse für das Thema Fassmanagement.

Das zukünftige Fasslager - die Fässer warten auf ihre Befüllung

Das zukünftige Fasslager – die Fässer warten auf ihre Befüllung

Im Keller konnten wir schon mal einen Blick auf eine ganze Menge leerer Fässer werfen, die auf Ihre Befüllung warten. Durch die Beziehungen von Pat und die Kontakte von Sally-Anne aus ihrem vorherigen Beruf konnten sie an genügend Fässer herankommen.Sie hat uns schon veraten, dass sie zukünftig gern mit unterschiedlichen Fässern und Finishes arbeiten möchte.

Die Boann Brewery

Das Boyne Brewhouse

Im hinteren Bereich konnten wir noch einen Blick in die schon aktive Brauerei das Boyne Brewhouse werfen. Als Braumeisterin konnten sie dafür Aine O´Hara gewinnen. Aine, die gebürtig aus Galway kommt, hatte davor für 8 Jahre in Australien studiert und gearbeitet. Nun ist sie in ihr Heimatland zurück gekehrt, hat aber gleich mit ihrem ersten Bier dem „Born in a Day“, einem australischen Pale Ale, an ihre Australien Zeit erinnert.

Die Dosenabfüllanlage im Betrieb

Die Dosenabfüllanlage im Betrieb

Zur Zeit haben sie schon drei verschiedene Biersorten im Angebot. Im Laufe der Zeit sollen noch weitere dazu kommen. Insgesamt ist bei Boann noch vieles in Planung. Zukünftig soll noch eine gläserne Wand vor der Destille eingezogen werden. Im vorderen Teil soll dann ein Visitorcenter mit Restaurant untergebracht werden. Außerdem soll man dann auf der ersten Etage den Mitarbeitern beim destillieren zuschauen können. Auch eine starke Klimaanlage ist geplant. Dies ist auch von Nöten, da durch die große Glasfront schon bei unserem Besuchstag die Wärme schon gut spürbar war. Auch wollen sie zukünftig Tastings und Masterclasses anbieten. Sie planen auch alle drei irischen Whiskeystile, also Single Malt, Potstill und Blended Whiskey herzustellen.  Im Moment warten sie noch auf die eine oder ander Genehmigung. Sally-Anne hofft aber, dass sie spätestens im 3. Quartal 2017 mit dem destillieren beginnen können. Um sich aber schon jetzt einen Namen zu machen, planen sie schon in diesem Jahr zwei Abfüllungen unter ihrem Namen herauszubringen.

Die erste Abfüllung ein 7jähriger - extrem lecker

Die erste Abfüllung ein 7jähriger – extrem lecker

Es wird ein siebenjähriger Single Malt Whisky sein. Er wird in zwei Stärken zu haben sein, einmal in Trink- und einmal in Fassstärke. Er war vorab in Bourbon Casks und hat noch ein finishing in Oloroso Sherry Fässern gehabt. Da er hier ja noch nicht produziert werden konnte, ist er in einer anderen der bisher drei irischen Destillen entstanden. Auf jeden Fall wird er unter dem Namen „The Whistler“ vertrieben. Der Name hat auch eine Beziehung zu Pat, der ein begeisterter Whistlespieler ist. Aller Voraussicht wird der Whisky zum Weihnachtsgeschäft in Irland und den USA zu kaufen sein. Wir hatten die große Ehre, sowohl den Whistler in Trink- als auch in Fassstärke zu probieren. Und ich muss sagen, ich habe selten einen so komplexen, aber gleichzeitig wunderbar eingebundenen und runden sieben jährigen Whiskey probiert. Das Ganze lässt wirklich Großes erwarten. Auf diesem Weg noch mal ein herzliches Dankeschön an Sally-Anne für die wirklich sehr informative Führung.

Jede Destille braucht einen Hund - zusammen mit Sally-Anne

Jede Destille braucht einen Hund – zusammen mit Sally-Anne

Selten kann man in einer Destille wirklich überall hinterschauen und sehen wie sie erst im Entstehen ist. Ich wünschen ihnen wirklich alles Gute und einen erfolgreichen Start. Es wird sehr spannend sein, wenn man, sagen wir in zwei Jahren wieder bei Boann vorbei schaut und dann ein fertiges Schmuckstück und einen Touristenmagnet bewundern kann. Das dies gelingen kann, zeigt schon die gut gewählte Lage. Die Destille ist in gut einer Stunde von Dublin erreichbar und die großen Touristenziele Newgrange und der Stone of Tara befinden sich quasi um die Ecke. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass sich auch einige Whiskyfreunde nach Drogheda zur Boann Destillery verlaufen werden.

Wenn Ihr mehr über die Familien-Destille Boann erfahren wollt, könnt Ihr auf ihrer Website nach Neuigkeiten Ausschau halten:  www.boanndistillery.ie

 

 

 

Ein Kommentar

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The Pubs from the Dirty Old Town – meine Lieblings-Pubs in Dublin

Trinklabor_Dublin13Dublin ist einer meiner liebsten Orte, um einfach die Seele baumeln zu lassen. Es hat viel zu bieten und speziell, wenn man Pubs und gutes Bier mag ist man hier genau richtig. Diese Stadt hat eine wundervolle Pubhistorie und lebendige Pubkultur. Hier findet man vom altehrwürdigen viktorianischen Pub über Partypubs bis hin zu hippen Craftbeer-Pubs einfach alles. Einen Überblick über die Pubs in Dublin zu geben, maße ich mir gar nicht erst an. Dies wäre wohl ein sinnloses Unterfangen. Hier will ich nur ein paar meiner Lieblingspubs, in denen ich schon mehrmals verkehrt habe, kurz vorstellen. Dies ist eine absolut subjektive und vor allem auch nur kleine Auswahl. Natürlich werden viele aufschreien, hallo da fehlt doch mein Lieblings-Pub oder warum hast Du diesen nicht aufgeführt. Aber wie oben geschrieben, dies ist meine kleine Auswahl. Auch habe ich versucht die Pubs zu nehmen, die recht zentral liegen und damit gut zu Fuß von der Innenstadt erreichbar sind. Wenn Ihr meint, ein absolutes Juwel sollte hier noch fehlen, könnt Ihr gern noch Empfehlungen in die Kommentare schreiben.

Der Namensgeber des Pubs

Der Namensgeber des Pubs

The Stags Head: Beginnen möchte ich mit einem Klassiker, der einfach nur wunderschön ist. Und zwar dem Stags Head. Namensgeber ist der große Hirschkopf über der Theke. Ein Pub wurde schon 1770 an dieser Stelle erwähnt, seit 1890 ist er in seinem wundervollen viktorianischen Dekor zu bewundern. Wenn man zum ersten Mal den Schankraum betritt, kommt man gar nicht mehr aus dem Staunen und Fotografieren heraus. Die filigranen Glasfenster und die toll verzierten Holzwände sind wirkliche Hingucker.

Die wundervollen Glasfenster

Die wundervollen Glasfenster

Ich empfehle Euch auch mal in den gemütlichen hinteren Teil durchzugehen. Es sind ca. 10 Biere vom Fass vorhanden. Ich fand das O´Haras Pale Ale sehr lecker. Wer Hunger hat, kann hier ganz gutes und klassisches Pubfood bekommen. Besonders in lauschigen Sommerabenden ist der gesamte Vorbereich des Pubs mit Menschen gefüllt. Dann geht man nur zum Bier holen nach drinnen und hat draußen ein fast mediterranes Ambiente.

Außenbereich des Stags Heads im Sommer

Außenbereich des Stags Heads im Sommer

Wenn Ihr also mal ein schönes Schmuckstück sehen wollt – hier seit Ihr richtig. Außerdem ist der Stags Head sehr zentral gelegen.

 

 

Stags Head, 1 Dame Court, Website

 

Die unscheinbare Außenfassade des Long Hall

Die unscheinbare Außenfassade des Long Hall

The Long Hall: Wo wir bei schönen, historischen Pubs sind, darf natürlich ein weiteres tolles Beispiel viktorianischer Pubkunst nicht fehlen – die Long Hall. Auch diese ist wie der Stags Head recht zentrumsnah gelegen. Es ist einer der ältesten Pubs in Dublin. Die Lizenz erhielt er schon 1766 und das jetzige Interieur stammt aus dem Jahr 1881. Drinklabor_Dublin6Wunderschöne Holzverzierungen und die klassische viktorianische Aufteilung. Die Bierauswahl ist eher traditionell, aber man kommt ja nicht unbedingt des Bieres wegen hierher. Es läuft kein Fernseher mit Sportübertragungen im Hintergrund und auch auf die typische Hintergrundmusik wird verzichtet. Einfach ein Pub zum Treffen und Klönen.

The Long Hall, 51 South Great George Street

 

Das Motto des Against the Grain

Das Motto des Against the Grain

Against the Grain: Nach den altehrwürdigen Pubs komme ich jetzt zu einem noch sehr jungen Pub. Aber dieser Pub hat ein wenig zu meinem Erweckungserlebnis in Bezug auf Craftbeer geführt. Das erste Mal besuchten wir das Against the Grain vor drei Jahren. Wir haben die Empfehlung von einer Pubbekanntschaft erhalten. Er meinte wenn wir Bier mögen und eine ordentliche Bierauswahl liebe, sollten wir dem Pub unbedingt einen Besuch abstatten. Der Vorteil er lag auch noch fussläufig zu unserem Hotel.

Die riesige Anzahl an Zapfhänen

Die riesige Anzahl an Zapfhänen

Die Auswahl an Bieren ist schon gigantisch. Allein die Anzahl an Zapfhähnen übersteigt die Fantasie von deutschen Kneipenbesuchern bei weitem. Für einen Dubliner Pub hat er auch besonders viele internationale Biere. Damals musste ich herzlich lachen, als ich auch Früh Kölsch im Angebot gefunden hatte. Der Pub gehört zur Gallwaybay Brauerei. Doch sie haben neben ihrem eigenen Bier, eine Vielzahl von anderen Bieren.

Aber auch eine große Flaschenauswahl

Aber auch eine große Flaschenauswahl

Daneben kann man auch sehr gut essen. Man bekommt hier modernes und kreativ abgewandeltes Pubfood.

 

 

Against the Grain, 11 Wexford Street, Website 

 

Die Tür mit dem Hinweis zum Tastingraum

Die Tür mit dem Hinweis zum Tastingraum

Palace Bar: Nun möchte ich zu einer Gegend kommen, um die ich eigentlich meist einen Bogen mache – die Temple Bar. Es gibt sowohl einen Pub, als auch ein Teil der Gegend südlich des Liffey, die den Namen tragen. Die Gegend ist einer der Touristenmagneten in Dublin. Speziell an Wochenenden ist hier im wahrsten Sinne die Hölle los. Partypeople werden ihre helle Freude haben. Für die, die sie nicht kennen – eine Mischung aus Düsseldorfer Altstadt, Schinkenstraße, Irish Pub am St. Patricks Day und Jungesellenabschied. Ich kann da gern drauf verzichten. Aber wenn man komplett einen Bogen drum herum macht, verpasst man eine wahre Pubperle. Und speziell für Irish Whiskey Enthusiasten der Place to be. Da am Rand des Temple Bar Gebietes, am Ende der Fleetstreet, bekommt man auch nicht soviel vom Trubel mit. Wenn man die Palace Bar von außen betrachtet und dann betritt, fühlt man sich in die Vergangenheit versetzt.

Die schöne Aussenfassade der Palace Bar

Die schöne Aussenfassade der Palace Bar

Dieses Lokal wurde schon 1823 gegründet und hat viel seines Charmes und seiner Einrichtung aus der damaligen Zeit erhalten. Über Jahre war es, das Stamm-Lokal für fast die gesamte Journalistenzunft in Dublin, da sich das Büro der Irish Times fußläufig in der Nähe befand. Seit 1946 ist die Bar in Familienbesitz der Familie Aherne. Diese hat sehr gute Kontakte zur Familie Teeling und der irischen Whiskyindustrie. Dies führte dazu, dass man hier gefühlt fast jede Abfüllung irischen Whiskeys seit den 60er Jahren findet. Im Obergeschoss gibt es auch noch einen separaten Tastingraum.

Die Theke mit der gigantischen Whiskyauswahl

Die Theke mit der gigantischen Whiskeyauswahl

Und wenn man sich mit dem Barkeeper gut versteht, darf man vielleicht noch einen Blick in die Sammlung der alten Schätzchen werfen. (gleich rechts neben der Eingangstür). Auch haben Sie jedes Jahr ihre eigene Abfüllung speziell für die Palace Bar.

 

 

Palace Bar, 21 Fleetstreet, Website

 

Das soll es schon gewesen sein, mit meinem kleinen Überblick über von mir geschätzte Pubs in Dublin. Es gibt unzählige weitere Perlen, Geheimtipps und Neueröffnungen. Aber für den ersten Besuch in Dublin kann man mit diesen Pubs nicht viel falsch machen. Also auf nach Dublin und genießt diese wunderbare Stadt.

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