Archiv der Kategorie: Obstbrände

So cool wie Clint Eastwood – Dry Liquid Supper Bar in Aachen

Drinklabor_DryBar_InteriorDer Drinklaborant on Tour in Aachen. Die Drybar ist genau so ein Laden,  wie man sich ihn für Bonn wünschen würde. Toll in Holz gehalten, super hippe Traktorsitzstühle als Barhocker und ein bequemes Chesterfieldsofa in der Ecke. Daneben eine alte Werkbank als Tisch und Clint Eastwood schaut einen obercool von der Wand an. Wenn Dirty Harry über einen wacht, schmeckt der Cocktail gleich doppelt gut. Diese Bar würde man eher in  einen Szenebezirk von Berlin verorten, liegt aber Mitten im beschaulichen Aachen. Sie ist noch ganz neu und wurde erst Ende Juni geöffnet. Aachen kann sich wirklich über dieses Kleinod freuen. Und sie ist urgemütlich. Ein wenig angelehnt an alte Speakeasys aus der Prohibitionszeit soll der Name auch an das Dryland erinnern. Auch der Zusatzname Liquid Supper Bar fanden wir passend gewählt, da wir hier unseren „Nachtisch“ zu uns nehmen wollten. Die Barkarte in Ledereinband bietet eine Menge Auswahl. Neben Cocktails kann man auch belgische Biere und Craftbiere probieren. Natürlich gibt es eine grosse Anzahl an Spirituosen pur – so allein ca. 20 verschiedene Gins. Kommen wir zur Hauptsache bei einer Bar, den Cocktails. Neben den Klassischen Cocktails wie Manhattan, Neueren wie den Gin Basil Smash hatten sie auch tolle Eigenkreationen am Start. Da geht einen doch das Herz auf, wenn man sieht hier ist noch jemand kreativ tätig und reitet nicht nur auf den Standards rum.

Drinklabor_Drybar_CocktailsKommen wir nun zu unseren beiden Cocktails. Das schöne war, wir haben komplett gegen die Mann-Frau Klischees verstoßen. Was auch der Barkeeper durch die falsche Zuordnung bestätigte. Meinen Himbeer Ingwer Fizz, ein erfrischender Nachmittagsdrink, hatte man wohl eher meiner öHerzallerliebsten zugetraut. Er wurde mit Tanqueray, Waldhimbeersirup, Zitronensaft und frischem Ingwer hergestellt und mit Thomas Henry Spicy Ginger aufgefüllt. Ok man muss Ingwer lieben, aber dann hat man die totale Erfrischungsbombe.  Zuerst kommt der Himbeergeschmack sehr stark durch – Assoziationen nach Fruchtdrops steigen sofort auf. Aber dann schlägt auch schon der Ingwer zu. Ja ja der Spicy Ginger vom Thomas Henry der bügelt schon Einiges weg. Auch die Minze gibt den ganzen eine schöne frische Note. Leider buttert der Himbeersirup und das Gingerbier den Tanqueray Gin doch ziemlich unter. Ein sehr leckerer Cocktail bei der die Hauptspirituose leider ein wenig untergeht.

Das Highlight hatte dagegen meine Herzallerliebste. Einen Danish Old Fashioned  serviert im Kristalltumbler mit einer Eiskugel in Schneeballgröße. Der Bourbon war eigenhändig Bacon infused, wobei der Bacon und das Raucharoma für uns kaum erschmeckbar waren. Als Rye-Ersatz, wie leider viel zu oft, wurde ein Bulleit Bourbon genommen. Das Zusammenspiel mit dem Ahornsirup brachte eine ausgeprägte Honignote. Und die Housebitters sorgten für eine tolle bittere Abrundung. Ein wirklich gelungener Cocktail, obwohl ich eigentlich nicht der große Whiskycocktailfan bin.  Daneben gab es noch ein paar spannende Cocktail-Kreationen so z.B. Breakfast of the Champions der mit Butter-infused Bourbon bereitet wird oder total abgefahren die Thai Massage Tanqueray, Ramazotti, Zimt, Thai Basilikum, Honig, Chipotle Chillies und das ganze mit Limetten und Granatapfelsaft aufgegossen. Leider war es schon später und nach einer Flasche Wein haben wir nach einem Cocktail Schluss gemacht. Aber hier waren wir nicht das letzte mal. Wenn Ihr also nach Aachen kommt und dort sogar wohnt – eine absolute Empfehlung.

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Flaschenteilung – der kostengünstige Weg zum Ausprobieren

Drinklabor_Flaschenteilung_VorbereitungKennt Ihr das auch, ihr hört oder lest von einem spannenden Whisky, Rum oder Gin. Den möchte ich auch mal probieren, denkt ihr bei Euch. Nur um zu sehen wie er schmeckt. Ok da gibt es vielleicht Tastingnotes – aber die kann man wohl häufig eher als Lyrik bezeichnen und sie dienen weniger als Auswahlhilfe für mein Geschmacksprofil. Oder man sieht eine unbekannte Abfüllung seiner Lieblingsdestille, die muss ich haben und dann schaut man auf dem Preis und ist ernüchtert. Jedesmal eine Großflasche zu kaufen, nur um zu sehen, ob eine bestimmte Spirituose schmeckt, wird auf die Dauer auch recht teuer. Und wenn es geschmacklich nicht mein Fall ist, steht sie dann auch noch längere Zeit geöffnet im Regal.

Die Lösung für dieses Problem ist die Flaschenteilung; warum nicht die Kosten auf mehrere Schultern verteilen. Vielleicht gibt es ja da draußen noch andere, die Interesse an einem alten Schätzchen oder einer Neuabfüllung haben. Daher einfach mal im Freundeskreis nachfragen oder in eines der vielen Spirituosenforen, wie z.B. das Cutty Sark Whikyforum schauen. Natürlich kann man auch bei einer anderen Teilung mitmachen, aber ich finde eine Flaschenteilung mal selbst durchzuführen viel spannender und Spaß macht es auch noch. Außerdem kann man so selbst entscheiden, welche Spirituose man denn nun teilt. Man braucht nur Sampleflaschen, einen Trichter und Parafilmfolie. Und schon kann man ans Teilen gehen.

Eine 0,7 l Flasche kann man auf 7 x 10 cl oder 14 x 5 cl aufteilen. Natürlich gehen auch 4 cl oder 2 cl Sampleflaschen. Es hängt immer vom Preis ab. Aber am geläufigsten sind dann doch die 5 oder 10 cl Sample. Speziell wenn man einen Whisky richtig testen möchte, braucht man häufig ein wenig mehr – zum noch mal Probieren. Man sollte beachten, dass beim Abfüllen der ein oder andere Tropfen daneben gehen kann, so dass das letzte Sample häufig nicht ganz voll wird. Die Labels kann man einfach mit einem klassischen Textprogramm wie Word oder Pages designen. Die Künstler unter Euch können sich hier natürlich richtig austoben – bis zu einem verkleinerten Abbild des Aufklebers der Grossflasche oder komplett eigenen Entwürfen. Ich bin meist ein wenig fauler und drucke nur den Namen, das Alter, den Hersteller, ggf. die Fassart, Fass-Nr., Flaschennummer und natürlich die Alkoholstärke auf den Aufkleber. Als Aufkleber nehme ich immer von Zweckform die Quickpeel No. 4780 (48,5×25,4 mm x 40). Diese sind zwar etwas teurer gehen aber sowohl für Tinten- als auch Laserdrucker und reichen sehr lange. Sampleflaschen bekommt man bei diversen Anbietern wie GläserundFlaschen, Flaschenland oder Flaschenbauer im Netz. Kosten je nach Menge, Art und Grösse zwischen 0,50 – 1 € pro Sample. Denkt daran dass ihr zu den Samples auch Deckel mit bestellt. Vor dem Befüllen am besten nochmal heiß durchspülen. Dann die Großflasche mittels Trichter auf die Samplefalschen verteilen. Nach dem Abfüllen Flaschen zudrehen und den Parafilm um den Metallschraubverschluss wickeln. Speziell beim Versand wird dadurch das Auslaufen verhindert.

Drinklabor_Flaschenteilung_VersandWenn man nicht mit seinen Freunden aus der Nachbarschaft teilt und die Samples noch verschicken muss, bietet sich der Versand als Maxibrief an. Man kann da Samples bis 1 kg versenden und bekommt da bis zu 5 x 5 cl oder 3 x 10 cl Samples rein. Am besten noch mal nachwiegen. Wichtig das ganze gut auspolstern z.B. mit Luftpolsterfolie und den Karton gut zu kleben und ab zur Post. Und jetzt wünsche Euch viel Spass beim lustigen Flaschenteilen.

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