Archiv der Kategorie: Weinhaltige Getränke

Der Cocktail schlecht hin – der Mannhattan

Drinklabor_ManhattanDiesmal soll es um eine wahre Cocktaillegende gehen – den Manhattan. Neben dem Old Fashioned ist er wohl einer der ältesten Cocktails überhaupt. Es gibt riesige Abhandlungen über die Geschichte und seine Entstehung. Leider ist er heute nicht mehr ganz so verbreitet, auch wenn seine Beliebtheit in den letzten Jahren wieder zu genommen hat. Durch das Wiederaufleben der Classic Bar Kultur wird auch der Manhattan vermehrt geordert. Von der Grundrezeptur ist er sehr einfach aufgebaut – eigentlich nur drei Zutaten. Whiskey, roter Wermut und ein Spritzer Bitter. Aber allein durch Änderung von einer oder auch zwei Zutaten kann man schon viele neue Kreationen entwickeln. Außerdem spornt dieser Cocktail immer wieder Barkeeper als auch Hobby-Cocktailtrinker zu spannednen Kombinationen und Abwandlungen an.

Mein Tipp einen Manhattan nicht in der Studiecocktailbar um dei Ecke bestellen. Denn in einfacheren Cocktailbars findet man häufig recht lieblos zusammengestellte Manhattans. Dabei wird ein einfacher Bourbon wie Jim Beam oder ein Canadischer Whiskey wie der Canadian Club verwendet. Da der Whisky Hauptgeschmackgeber ist, macht ein schlechter Whiskey auch einen schlechten Manhattan. Daneben wird häufig auch ein günstiger roter Wermut wie z.B. ein Martini Rosso verwendet. Dieser ist dann meist zu süss und schon sagen alle – der Manhattan ist kein guter Cocktail. Häufig kommt noch dazu, dass viele den Manhattan zu lange kalt rühren und dadurch der Cocktail zu wässrig wird. Auch wird der Cocktail ab und zu in einem Tumbler mit viel Eis darin serviert. Auch hier besteht die Gefahr des verwässern, da ich meinen Manhattan ja nicht ex trinken möchte. Ich finde Martinegläser eine gute Lösung, da sich diese auch sehr gut runter kühlen lassen.

Bei der Entstehung muss man wie bei vielen Klassikern ziemlich im Trüben fischen. So gehen viele Quellen davon aus, dass der Manhattan mit den ersten Exporten von italienischen und französichen  Wermut in die Staaten um 1870 eng zusammenhängt. Denn damit konnten die Bartendern entsprechend experimentieren. Die Geschichte das Winston Churchills Mutter mit der Entstehung des Manhattan zu tun hatte, ist zwar eine schöne Geschichte, muss aber in die Welt der Cocktaillegenden geschoben werden. Um das Jahr 1884 muss es das Getränk schon gegeben haben, da er in diesem Jahr als Rezept in einem Barbuch auftauchte. Damals war der Anteil an Whiskey und Wermut noch gleich, wobei heute häufig der Whiskeyanteil 2:1 zum Wermut beträgt. Man geht davon aus das die ursprünglichen Cocktails mit Rye Whisky oder Bourbon gemixt wurden. Durch die Prohibition und die versiegenden Quellen von gelagerten Bourbon oder Rye griff man häufig auf den einfach zu beschaffenden Canadian Whisky zurück. Dies führte dazu, dass sich dieser auch heute bei der Standardrezeptur durchgesetzt hat. Aber wenn man auf die ursprünglichen Zutaten wie einen kräftigen Rye Whisky und einen komplexen italienischen Wermut zurück greift, kann ein wirklich spannender Drink entstehen.

So habe ich den relativ neuen Knobs Creek Rye eingesetzt. Dieser ist ein schön würziger Rye mit 50 % Alkohol, der aber gleichzeitig recht rund und nicht alkoholisch schmeckt. Und auch beim Wermut sollte man auf das Original oder zumindest auf ein komplexeres Produkt zugreifen. Ich setze dabei auf  den wahren König des Wermuts den Antica Formula von Carpano. Und auch beim Bitter kann man ein wenig experimentieren. Meist benutze ich den Angostura Bitter. Aber auch hier kann man mit verschiedenen Bittern z.B. die von The Bitter Truth dem Cocktail eine andere Note geben. Auch der Einsatz eines Orangenbitter bringt ein spannendes Ergebnis.

Drinklabor_Manhattan_Zutaten

Kommen wir nun zu den Zutaten und der Zubereitung:

4 cl Rye Whisky – hier Knob Creek Smal Batch Rye
2 cl Antica Formula Wermut
2 Dashes Angostura Bitter

Den Whisky und den Wermut in ein mit Eiswürfeln gefülltes Rührglas geben. Dann 2 Dashes Bitter dazu und das Ganze ordentlich rühren. Darauf achten, dass Ihr nicht zulange rührt und die Eiswürfel zu stark antauen. Ein wenig dürfen sie, da hier ja kein Filler zugesetzt wird und schon viel Alkohol im Cocktail steckt. Den Mix dann in vorab gekühlte Spitz-bzw. Martinikelche abseien. Manche geben noch einen Orangenszeste dazu. Ich finde es geht aber auch ohne. Und fertig ist ein wunderbarer Aperitif. Wobei ich festgestellt habe, das er häufig bei Männern besser ankommt als bei Frauen. Aber das ist natürlich auch wieder ein bekanntes Cocktailklischee. Viel Spaß beim Nachmachen und Cheers.

 

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Vertical Weinbar Aachen – Wine- trifft Whiskybar

Drinlabor_Vertical_1Kennt Ihr dass –  man will Abends kein 3 Gänge Menu – sondern nur ein Glas Wein und vielleicht ein Stück Käse und Baguette essen. Und dann ist man in einer typischen deutschen Stadt unterwegs und weit und breit ist nichts passendes zu finden. Erstaunlicherweise ist das in Aachen ganz anders. Dies könnte wohl auch mit der geographischen Nähe zu Frankreich zu tun zu haben. Wir machten in diesem Sommer, beim Start auf unserer Eifelsteigtour, dort eine schöne Erfahrung. Am Nachmittag in Aachen angekommen, suchten wir, nach Check in und ein wenig Sight- und Windowseeing nach einer Kleinigkeit zum Essen. Wenn möglich in netter Umgebung mit einer schmackhaften Weinbegleitung. Daher hielten wir Ausschau nach einem netten Lokal, mit schönen Ambiente und einer kleinen Essenauswahl. Dabei sind wir auf die Vertical Weinbar gestossen. Und das Schöne an dieser Weinbar, es gibt hier sogar auch eine gut sortierte Whiskyauswahl. Der Laden war also wie für uns gemacht.

Das Ambiente wirkte modern, aber nicht ungemütlich. Die Einrichtung war sehr ansprechend und der Bezug zu Wein und Whisky war nicht zu übersehen. Da ist erstmal der ansprechende Tresen mit der Bar. Diese war ein schöner Blickfang und stellte quasi den Mittelpunkt des Lokals dar. Dann überall eine gut gewählte Anordnung von leeren Whiskytubes und von Weinkartondeckeln. Aber ohne das ganze zu übertreiben. Sehr kreativ fand ich auch die Lampen aus alten Weinkistenkartons, die die Bar in schummriges Licht tauchten. Neben der gut sortierten Auswahl an Getränken werden auch eine paar leckere Kleinigkeiten angeboten, so  z. B. Baguette mit einer Auswahl an verschiedenen Olivenölen oder ein  Vorspeisenteller mit Käse- und Schinkenvariationen.  Wem das nicht ausreicht, kann auch warme Gerichte bestellen. Diese werden in Kooperation mit dem Nachbarlokal angeboten. Wir entschieden uns für einen gemischten Käse-, Schinken- und Salamiteller.

Drinklabor_Vertical_Essen

Aber wie der Name Bar schon andeutet, hier stehen ganz klar die Getränke im Vordergrund. Die Karte bot ca. 60 offene Weine die von einen 0,1 l Glas bis zu einer ganzen Flasche angeboten werden. Die 0,1 l Gläsern bieten einen auch die Möglichkeit mehrere unterschiedliche Weine zu probieren, ohne gleich beschwipst zu sein. Jeder Wein wir ausgiebig mit Geschmacksprofil und Charakteristika in der Karte beschrieben.  Daneben bietet die Getränkekarte noch ca. 60 Whiskyssorten an. Die meisten sind zwar Standards, aber gut gefächert und man kann auch den ein oder anderen speziellen Tropfen finden. So hat es mir besonders gefallen, auch 2 Bonner Whisky von Reifferscheids Romantic Rhine Collection zu finden.

Drinklabor_MenofGotham
Wir beschränkten uns aber erst mal auf leckeren Wein und unseren Käse-Salami-Teller. Wir wählten einen kräftigeren Wein, damit er der Wurst und dem Käse paroli bieten konnte. Wir tranken einen Shiraz von 2012 von den Gotham Weingut. Dieses ist noch ein relativ junges Weingut aus Australien. Neben dem tollen Aroma von Backpflaumen und Tanninen, fand ich das Etikett sehr aufmerksamkeitsstark. Dort wurde durch den Namen des Weingutes ein Bezug zu Gauklern aus dem 18. Jahrhundert hergestellt. Diese soll aus der englischen Stadt Gotham kommen. So waren diese Männer mit riesigen Schnauzbärte und grotesken Frisuren als Comicstrip auf  dem Ettikett verewigt. Der Käse- und Salamiteller war wirklich lecker. Wenn uns auch das Olivenöl, welches über die Salami geträufelt war, uns am Anfang ein wenig befremdlich vorkam, schmeckte die Kombination wirklich sehr gut. Bei dem Käse stach besonders der Lieblingskäse von Charles de Gaulle heraus. Der Mimolett ist eine lokale Spezialität aus Lille mit einer fast orangen Färbung. Wirklich sehr aromatisch und absolut empfehlenswert. Zusammenfassend kann ich nur sagen,  ein wirklich schönes Lokal, was ich mir gern für Bonn wünschen würde. Dies war ein schöner Einstieg in unsere Wandertour über den Eifelsteig.

 Informationen zur Bar, Öffnungszeiten und angebotenen Getränken und Speisen findet Ihr unter Vertical.

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