Archiv der Kategorie: Whisky

Neue Single Malts aus der Sujet-Reihe von whic

IMG_3576

Testbatterie – drei Whiskys der neuen Sujet-Reihe

Heute möchte ich Euch drei neue Single Malt Whiskys vorstellen, die ich vorab probieren durfte. Es geht um drei Abfüllungen des Blogs, Onlineshops und seit 2016 auch unabhängigen Abfüllers whic – Whiskycircle aus Süddeutschland. Der ein oder andere kennt sie bestimmt schon, da sie auch viele interessante Artikel und regelmäßige News rund um das Thema Whisky veröffentlichen. Daneben haben Sie auch schon drei kostenlose und sehr lesenswerte E-Books ebenfalls zum Thema Whisky veröffentlicht – zu schottischen, japanischen und irischen Whisk(e)y. Ich finde auch sehr gut, dass sie nicht nur als Shop auftreten, sondern Ihr Wissen und Know How in ihrem Blog und dem Newsletter an ihre Kunden und Abonnenten weitergeben.

IMG_3585

Testaufbau für das Probieren der Sujet-Reihe von Whic

Aber kommen wir zu den Whiskys. Ich durfte drei schottische Single Malts probieren, die alle in Fassstärke, ungefiltert und ungefärbt sind und jeweils nur aus einem Fass kommen. Wie es sich für einen guten Whisky eigentlich auch gehört. Die drei gehören zu der neuen Reihe „whic sujet“. Die Whisky dieser Reihe fallen erstmal durch die sehr schönen Labels auf. Alle Abfüllungen enthalten Aktstudien der litauischen Künstlerin Ruta Grigaite. Und wie passend ist es, dass man das „flüssige Kunstwerk“ Whisky in eine Flasche mit einem Kunstwerk auf dem Label abfüllt. Die Aktstudien gehören entsprechend zu einer Reihe von Zeichnungen die alle sehr ansprechend sind  und häufig auch einen Bezug zu dem enthaltenen Whisky haben. Aber dazu nachher mehr. Alle drei Whiskys wurden außerdem  am Ende ihrer Lagerung noch einmal für eine bestimmte Zeit gefinisht. Wobei die ersten beiden nachträglich noch in einem Madeira Cask und der dritte Whisky in Sherry Oktave Fässern gelagert wurden. Aber kommen wir nun zu den Whiskys.

  1. Fettercairn Madeira Hogshead Finish 10 Jahre (2006-2017) 52,6 % –
    Whic Sujet I
fettercairn-2006-2017-107660-2006-whic-sujet

Fettercairn 10 Jahre – Sujet I – Quelle: whic.de

Nach 10 Jahren im Bourbonfass gönnte man diesen Whisky noch 9 Monate im Madeirafass. Was ich sagen muss, dem Whisky sehr gut getan hat. Einerseits gab das Fass eine wunderbare Farbe ab, so dass wir nun einen schönen bernsteinfarbenen Whisky haben, anderseits glättete das Fass den Whisky noch ein wenig und gab ihm eine schöne Süsse. Aber fangen wir mit der Nase an. Es kann an den sommerlichen Temperaturen liegen, aber irgendwie erinnert er mich zu Beginn an eine sommerliche Blumenwiese. Ein wenig Kräuter, aber auch Frucht und dezent blumig. Im Antritt sticht er schon ein wenig in der Nase aber das verfliegt nach einer gewissen Zeit. Im Hintergrund denke ich auch Nuss und Karamell zu spüren und mit der Zeit auch ein wenig Zitrusnoten. Der Madeira hat schon eine gute Arbeit geleistet.

IMG_3579

Die erste Probe – Sujet I ein 10 jähriger Fettercairn mit einem Madeirafinish

Im Mund spüre ich auch zuerst die Süsse. Zu Beginn ein ganz sanfter Antritt, der aber zunimmt und gefühlt stärker wird. Der Alkohol ist besonders an der Zungenseite mit Kribbeln gut spürbar. Auch habe ich eine gewisse Bitterkeit, sowie bei manchen Nüssen. Aber da es ja der erste Whisky des Tages ist, muss noch ein zweiter Schluck her. Und jetzt ist er auch schon runder und ich fühle mich an die berühmte Schokocreme aus Alba in Italien erinnert. Sehr schön schoko-nussig und damit es nicht zu süss wird, kommt im Abgang eine gut spürbare Pfeffernote dazu. Man spürt schon den Alkohol noch deutlich, aber das finishen im Madeiracask hat ihn runder gemacht und so wirkt er auch ein wenig älter als seine 10 Jahre.  Dieser Whisky schreit einfach danach ihn auch mit einem Tropfen Wasser zu probieren. Das führt dazu, dass er noch süsser wird. In der Nase ist jetzt die Zitrusnote stärker spürbar und die Nussnougatcreme kommt richtig schön durch. Gefällt mir wirklich sehr gut. Für einen 10 jährigen Fettercairn, wahrlich keine Hypedestille,  ist er sehr schön gelungen. Für Fans von Schoko-Nuss absolut zu empfehlen und mit Wasser kann man auch schön mit ihm spielen. Und mit 59,90 € für die Flasche ein wirklicher Schnapper für eine Singlecaskabfüllung in Fassstärke. Er wurde aus dem Fass mit der Nr. 107660 in 420 Flaschen abgefüllt.

Weitere Informationen: http://whic.de/fettercairn-2006-2017-10-jahre-madeira-finish-whic-sujet.html

  1. Macduff Madeira Hogshead Finish 10 Jahre (2006-2017) 55,0 % –
    Whic Sujet II
macduff_2006_2017_8102349-2006_whic_sujet

Macduff 10 Jahre Sujet II von Whic Quelle: whic.de

Auch hier wurde das gleiche Vorgehen wie schon beim Fettercairn angewandt. Erst lagerte dieser Macduff für 10 Jahre in einem Bourbon-Hogshead und dann wurde er für ebenfalls für 9 Monate in einem Madeirafass gelagert. Nett finde ich die Anspielung das Labels mit seiner grün-gelblichen Farbe auf die hier gut wahrnehmbaren Zitrusnoten. Die Macher haben sich doch einige Gedanken bei der Label-Gestaltung gemacht. Die hier verwendete Aktstudie erinnert mich persönlich irgendwie an ein Werk von Gustav Klimt. Aber kommen wir auch hier zum Whisky. Hier wurde ein Macduff abgefüllt. Die Destillerie aus Banff ist für schottische Verhältnisse noch relativ jung und produziert fast ausschließlich für die Blendindustrie. Seit einiger Zeit gibt es auch eine Originalabfüllung die unter dem Namen The Deveron vertrieben wird. Außerdem verkaufen sie auch das eine oder andere Fass von unabhängige Abfüller, so dass man ab und zu einen Single Malt von Macduff von einem unabhängigen Abfüller erhält.

IMG_3584

Probe Nr. 2 ein 10-jähriger Macduff mit Madeirafinish

Auch bei diesem Whisky handelt es sich wieder um eine Einzelcaskabfüllung in Fassstärke, ungefiltert und ungefärbt. Aber mit 55 % Alkohol kommt der Macduff noch ein wenig kräftiger daher. Obwohl er in der Nase, trotz des mehr an Alkohol,  bedeutend sanfter als der Fettercairn wirkt. Und obwohl dieser Whisky auch im Madeirafass gefinisht wurde, weist er in den Aromen doch größere Unterschiede auf. Zuerst fällt mir eine gewisse Bitternote auf, die ich aber nicht genau einstufen kann. Dann auch Malz und schöne Fruchtaromen die eher in Richtung von hellen und auch Zitrus- bzw. Südfruchtnoten gehen. Die in den offiziellen Tastingnotes angesprochene Ingwernote konnte ich nicht finden. Kommen wir zum ersten Schluck. Im Vergleich zum Fettercairn bedeutend sanfter, weniger alkoholbetont und zu Beginn eine sehr schöne Süsse, die aber dann ins Bittere umschlägt. Diese mag ich irgendwie gar nicht. Auch wenn eher ungewöhnlich, habe ich sogar das Gefühl ein wenig Schwefel wahrzunehmen. Auch hier ist eine Pfeffernote wahrzunehmen, die aber weniger stark ausgeprägt ist. Und hinten heraus auch noch ein wenig Schoko und im Abgang eine schöne Süße. Hier ist dann auch die von mir wahrgenommene Bitternote nicht mehr so dominant. Versuchen wir das Ganze nochmal mit Wasser. Auch hier steigert sich der Whisky mit Wasser noch etwas. Eigentlich versuche ich jeden Whisky mit Wasser, da der Whisky sich häufig noch ein wenig öffnet. Speziell bei Fassstärkenwhiskys mit höheren Prozentzahlen bietet es sich natürlich noch eher an. Jetzt kommen auch die Schokonoten noch besser raus und das Ganze wird ein wenig süsser. Auch hier hat man es mit einem grundsoliden Malt zu tun. Das Finish im Madeirafass führte hier aber schon zu anderen Noten. Speziell die Zitrusnoten hat man nicht so häufig im Glas. Aber die Bittersten haben mich ein wenig gestört. Es war besonders interessant, die beiden Whiskys hintereinander zu testen. Obwohl dieser nicht ganz so meinen Geschmack traf, isst es eine grundsolide und gelungene Abfüllung. Diese wird auch mit 59,00 € angeboten. Hier wurden insgesamt 400 Flaschen abgefüllt.

Weitere Informationen: http://whic.de/macduff-2006-2017-10-jahre-madeira-finish-whic-sujet.html

  1. Tobermory Sherry Octove Finish 21 Jahre (1996-2017) 48,6 % –
    Which Sujet III
tobermory_1995_2017_328a_328b_328c_whic_sujet

Tobermory 21 Jahre Sujet III von Whic Quelle: whic.de

Kommen wir zu Whisky Nummer drei. Und wenn man sie alle drei nebeneinander stellt, fällt natürlich zuerst die Farbe auf. Er ist doch bedeutend dunkler, was auf Grund des Alters und des nachträglichen finishen nicht verwunderlich ist. Hier haben wir nun einen Tobermory. Ich sage gleich vorweg, mit dieser Destille stehe ich immer ein wenig auf Kriegsfuß. Ich mag die Insel Mull, Tobermory ist eine wundervolle Stadt und auch die Destillerie ist wirklich klein und knuffig. Aber der Whisky dieser Brennerei egal ob der getorfte oder ungetorfte, von denen ich schon einige probiert habe, überzeugte mich nur in den wenigsten Fällen. Aber ich lasse mich gern eines besseren Belehren, also weitertesten und probieren.

IMG_3589

Probe Nr. 3 ein dunkler Tobermory mit Sherryfinish

Hier haben wir es verglichen mit den ersten beiden mit einem richtigen Senior zu tun. Hier durfte der ursprüngliche New Spirit für 21 Jahre in einem Ex-Bourbon Fass lagern. Nach dieser Zeit kam diesmal aber kein Madeiracask zum Einsatz, sondern ein Sherryfass, eigentlich waren es sogar 3 Fässer. Hier wurden drei sogenannte Sherry-Octavefässer verwendet. Dies sind kleinere Fässer, die einen stärkeren Austausch von Holz zum Destillat fördern. So fassen Octave-Fässer nur so ca. 50 l. Was verglichen mit z.B. einem Hogshead mit 250 l ein bedeutend geringeres Volumen bedeutet. Da diese bedeutend kleiner waren als das ursprüngliche Fass, hat man dieses auf 3 Octaves aufgeteilt. Nach einer mehrmonatigen Lagerung in den Octaves wurden diese drei Fässer dann wieder zusammengefüllt – in Whiskykreisen spricht man von vermählen und dann erst abgefüllt. Auch hier wieder ein sehr geschmackvolles Label ins bräunliche gehend. Ich bin schon gespannt, was ich davon im Whisky wiederfinden werde. Die erste Nase kommt schon sehr schön. Alles rund, wunderbar eingebunden. Ich habe Früchte in der Nase, die schon ins stärker süßliche gehen. Ein wenig wie Dörrobst oder kandierte Früchte. Ebenfalls sind auch ein wenig Leder und auch dezente Tabaknoten wahrnehmbar. Das ist schon eine Nase, der ich mich gerne länger widme. Ein sehr schöner Schnüffelwhisky.

So der erste kleine Schluck – mmmhhh – Schoko, Honig, Süsse, auch Keksnoten und alles wunderbar schmeichelnd. Sehr schön eingebundener Alkohol – hier kommt die Seniorität doch gut durch. Man merkt schön das Holz, das beim Abgang noch stärker wird. Auch ein wenig Trockenheit bleibt übrig, aber alles im Rahmen. Auch ein wenig Kaffee und Kakao bleibt im Mund. Wirklich sehr gut gelungen. Bei seinen 48 % trau ich mich gar kein Wasser dazu zugeben, aber es wird trotzdem probiert. Gefühlt werden die Früchte heller, stärkere Zitrusnoten sind spürbar. Auch Malzsüsse und Kakao kommen stärker zur Geltung. Das Holz und die Trockenheit gehen ein wenig zurück. Auch nicht schlecht, aber hier bevorzuge ich ganz klar die Variante ohne Wasser. Für mich das klare Highlight der bisherigen Sujet-Reihe. Ein wirklich gelungener Tobermory, was ich sehr selten sage. Wunderbar rund und man kann sich länger mit ihm beschäftigen. Die finale Lagerung in den Sherry Octaves hat ihm sichtlich gut getan. Für mich eine klare Empfehlung. Natürlich muss man für 21 Jahre dann doch ein wenig tiefer in die Tasche greifen. Der Tobermory ist für 119 € zu haben. Insgesamt sind von dieser Abfüllung 231 Flaschen herausgekommen.

Weitere Informationen: http://whic.de/tobermory-1995-2017-21-jahre-sherry-octave-finish-whic.html

Zum Schluss kann ich mich nur wiederholen. Eine wirklich interessante neue Serie von Whiskys – die allein schon mit dem Label ein Blickfang in jedem Schrank sind. Aber auch geschmacklich sehr gelungen und empfehlenswert sind. Wer mehr über die Sujet-Reihe oder den Shop bzw. Blog erfahren möchte, kann dies unter www.whic.de  weitere Informationen finden. Allein schon für die Gratis-E-Books seit kurzer Zeit auch eins zu irischen Whiskey lohnt sich ein Websitebesuch.

Disclaimer: Die drei Whiskyproben wurden mir von der whic UG aus München unentgeltlich zum Testen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Eine inhaltliche Beeinflussung des Textes fand nicht statt.

 

 

 

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Getränke, Im Labor, Single Malt Whisky, Tasting Notes, Whisky

D.E.W. & A BREW – Irish Wiskey meets local Beer

IMG_3164

Tasting Pannel – vier Whiskey und vier Bier

D.E.W. and a brew unter diesem Moto veranstaltet Tullamore Dew seit gut 2 Jahren eine Veranstaltungsreihe, bei der die alte irische Tradition Whiskey mit Bier zu trinken, wiederbelebt werden soll. Dafür sucht sich Tullamore jeweils lokale Brauereien aus, bei denen man mit abgestimmten Bieren verschiedene Sorten Tullamore Whiskey kombinieren bzw. neudeutsch pairen kann. Bei der Veranstaltung in Köln, an der ich teilnehmen durfte, wählte man die Gaffel Brauerei. Die Jungs um Braumeister Reiner Radke hatten nur 4 Wochen Zeit, um sich auf diesem Event vorzubereiten. Und was sie da an Bieren hergezaubert haben, war wirklich phänomenal.

IMG_3162

Ort der Veranstaltung das Wirtshaus Spitz in Köln

Zu Beginn war ich ja skeptisch, ich dachte an mein erstes Whisky und Biertasting – hier findet Ihr den Beitrag. Dieses war spannend, aber das Fazit war, allein schmecken die Getränke besser. Aber hier geht es um irischen Whiskey und passend abgestimmtes Bier. Warum also nicht nochmal probieren.  Auch bin ich kein wirklicher Kölschfan, aber Gaffel hatte ja schon mit dem Sommerhopfen gezeigt, dass sie auch neben dem Kölsch andere Biere machen können. Aber was hier das Gaffen-Team geboten hat, zeigt was alles möglich ist. Innerhalb so kurzer Zeit vier hervorragende Biere und diese passend auf die Whiskeys abgestimmt, das ist wirklich Handwerkskunst.

IMG_3170

Das urgemütliche Wirtshaus Spitz

 

Die Veranstaltung fand an einem Montag Abend im Brauhaus Spitz, welches zu Gaffel gehört, statt. Ca. 30 Personen aus der Blogger- und Spirituosen- und Getränkeszene waren anwesend. Durch den Abend führte gut gelaunt und charmant der Global Brand  Abmbassador von Tullamore Dew John Quinn. Begleitet wurde er vom Braumeister und Biersommelier Reiner Radke von der Gaffel Brauerei. Als Grundlage gab es sehr leckere kölsche Tapas, die bei der Kombi Bier und Whiskey gut angebracht waren. John ein Urgestein der irischen Whiskyinsdustrie, immerhin arbeitet er schon seit 1974 hier, begann mit seinem Vater und Großvater.

IMG_3168

Braumeister Radke beim konzentrieren Zapfen

Für sie war es das normalste der Welt ihren Whiskey mit einem Bier, damals natürlich fast immer Guinness, zu trinken. So ist die Idee zu dieser Veranstaltungsreihe entstanden. Außerdem sind ja Whiskey und Bier enge Verwandte – zumindest durchlaufen sie die ersten Herstellungsschritte gemeinsam.

IMG_3167

Die heutige Tastingauswahl an Whiskey

Begonnen haben wir mit dem Standardblend von Tullamore. Den ich natürlich schon kannte, aber schon sehr lange nicht im Glas hatte. Ein wirklich schöner leichter, man kann fast Sommerwhiskey sagen. Schöne Zitrusnoten, ein wenig grüner Apfel und schön cremig. Nach einem kurzen Probeschluck, zeigte uns John das richtige Vorgehen. Zuerst einen kleinen Schluck Whiskey – kurz die Geschmacksnoten merken, dann einen Schluck Bier drauf – wieder die Veränderungen merken und dann noch mal einen Schluck

IMG_3202

Die vier verkosteten und sehr gelungenen Gaffel-Biere

Whiskey. Es war faszinierend wie sich der Geschmack veränderte. Man kennt das ja schon beim Mischen mit Wasser. Da das Bier auch noch Eigengeschmack mitbringt, vervielfachte sich die Geschmacksveränderung. Auf einmal wurden manche Noten verstärkt, es kamen neue dazu, andere waren weg. Den ersten Whiskey tranken wir mit einem Gaffel Pale Ale. Dieses war wie alle anderen Biere frisch vom Fass gezapft. Das Gaffel Pale Ale  brachte durch seine Hopfung schöne Fruchtaromen mit und die Kombination mit dem Whiskey war super gelungen. Man hatte einen Fruchtcocktail mit grünen Äpfeln und Zitrusnoten im Mund – einfach genial.

IMG_3196

John Quinn beim Vortrag

Reiner Radke teilte uns mit, dass alle Biere obergärig gebraut und kaltgehopft wurden. Neben dem Pale Ale gab es noch ein Brown Ale, ein Sweet Stout und ein Porter. Die für die kurze Herstellungszeit überaus gelungen waren und denen zu wünschen ist, irgendwann auch mal in größere Produktion zu gehen. John lieferte und dann natürlich noch etwas zu den Whiskeys und erklärte uns, dass bei diesen die Drei  eine große Rolle spielt. So werden alle Whiskeys, wie für irische Whiskeys typisch, dreifach destilliert. Bis auf den Single Malt sind alle tripple blended, d.h. neben Maltwhisky, Grainwhisky wird auch Potstill eingesetzt. Außerdem lagern sie in drei unterschiedlichen Fässern. Einerseits in Ex-Bourbon, anderseits aber auch in Ex-Sherry- und ungewöhnlicherweise auch in Ex-irishwhiskey Fässern.

IMG_3176

Mit kölschen Tapas wurde für eine ordentliche Grundlage gesorgt

Die zweite Kombination war der Tullamore 12 Years Special Reserve zusammen mit einem Brown Ale. Das Brown Ale kam mit 5,6 % Alkohol daher. Hatte eher eine milde Bitterung von unter 30 IBU und eine schöne Schokonote. Die in Kombination mit dem Whiskey nochmal hervorgehoben wurde. Trotzdem muss ich sagen, dass dies für mich die schwächste Kombination des Abends war. Allein getrunken waren beide Getränke  gut, aber die Kombination war für mich irgendwie nicht passend. Weiter ging es zu meinem Highlight des Abends. Als Whiskey gab es einen 14 jährigen Singlemalt. Das Besondere an ihm war, er wird zuerst für 13 1/2 Jahre in  Ex-Bourboncasks gelagert. Danach wird der Whiskey in drei Teile aufgeteilt. Ein Teil wird für 6 Monate im Sherryfass, ein anderer Teil für 6 Monate im Port- und der dritte Teil ebenfalls für 6 Monate im Madeirafass gefinisht. Dann im Anschluss werden alle drei Teile wieder gemeinsam miteinander vermählt. Was für eine wunderbar, weiche Fruchtbombe. Ich muss sagen ein wirklich gelungener Whiskey der für seine 14 Jahre als Single Malt ein absoluter Preis-Leistungssieger ist. Dazu gab es ein sehr leckeres Sweet Stout. Hier kamen unterschiedliche Malze zum Einsatz. Neben Wiener Malz, Karamellmalz auch getoastetes Malz. Dies führte einerseits zu einer schönen dunkelbraunen Farbe und herrlichen Kaffee- und Kakaonoten. Außerdem wurde deutscher Hopfen und Barley Wine Hefe eingesetzt. Wenn schon die einzelnen Getränke jedes für sich gut waren, dachte man bei der Kombi – die müsste so zusammen verkauft werden. Wunderbare Schokonoten gepart mit Orangennoten – ich fühlte mich in meine Kindheit mit Jaffakeksen zurückversetzt.

IMG_3193

Der Drinklaborant beim D.E.W. and a Brew

Den Abschluss bildete auch noch mal eine besondere Mischung. Als Whiskey kam der Tullomore Phoenix mit 55 % Fassstärke zum Einsatz. Der Phoenix spielt für die Stadt Tullamore eine bedeutende Rolle. So stürzte 1785 der Sohn des Lords mit einem Heißluftballon ab. Dieser hatte zu seinem 21. Geburtstag eine Fahrt mit einem, damals noch sehr unbekannten Flugobjekt geschenkt bekommen. Beim Start rammte er den Schornstein einer Fabrik und entfachte einen Brand, der fasst die gesamte Stadt in Schutt in Asche legte. So kann sich Tullamore „rühmen“ der Ort mit dem ersten Luftverkehrsunsfall zu sein. Außerdem wurde der Phoenix nach dem Wiederaufbau Teil des Stadtwappens. Und als die Tullamore Destillerie nach über 60 Jahren wieder vor ca. 3 Jahren errichtet wurde, musste natürlich eine Spezialabfüllung mit dem Namen Phoenix auf dem Markt gebracht werden. Dazu gab es ein extrem süsses Porter. Bei vielen Teilnehmern kam die Assoziation mit Malzbier auf. Auch hier kam Barley Wine Hefe zum Einsatz, die zu einem kräftigen Alkoholgehalt von 7,2 % führte. Auch diese beiden Getränke passten gut zusammen, waren aber mir in der Kombination zu süss. Da sie sich beide gegenseitig unterstützten. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass diese Kombination bei vielen sehr gut ankommen könnte.
Nach dem Tasting bietete sich noch die Gelegenheit mit den beiden Referenten, aber auch mit den anderen Zuhörern sich auszutauschen. Ein wirklich gelungener Abend mit tollen Whiskeys, genialen Bieren und gelungenen Pairings. Jetzt wünscht man sich nur noch, dass man diese Biere zukünftig auch mal kaufen kann, um so zu Hause oder in der Kneipe seines Vertrauens ein D.E.W. AND A BREW zu genießen. Auf diesem Weg möchte ich mich sowohl bei Tullamore D.E.W. Und der Gaffel Brauerei für eine sehr gute und aufschlussreiche Veranstaltung bedanken.
Weitere Information zu Tullamore D.E.W. Findet Ihr hier

Weiter Informationen zur Gaffel Brauerei findet Ihr hier.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Craftbier, Drinklabor on Tour, Irischer Whisky, Pale Ale, Porter, Seminare, Single Malt Whisky, Spirituosen, Stout, Tastings

Die Schule der Trunkenheit von der Viktoria Bar Berlin

Passend zum angekündigten verregneten Pfingstwochenende möchte ich Euch eine Buchempfehlung geben. Wie immer geht es natürlich im weitesten Sinne um Getränke, in diesem Fall um ein Barbuch. Jetzt denkt aber nicht gleich an einen dicken  Hochglanz-wälzer mit allerlei Cocktailfotografien und kurzen Rezepten. Nein es geht um das sehr interessante Buch „Die Schule der Trunkenheit“ der Viktoria Bar in Berlin. Was für ein gelungener Name. Ich finde der Name ist schon sehr passend gewählt. Wie schreibt Peter Richter so schön im Nachwort des Buches „Betrunken sein kann jeder. Aber Trunken? Sind nur Kenner.“ In der Berliner Viktoria Bar gibt es schon seit 2003 Spirituosenseminare. Diesen gehen weit über wie mache ich einen Martini oder einen anderen Klassiker heraus.

img_3090-2

Buchcover „Die Schule der Trunkenheit – Eine kurze Geschichte des gepflegten Genießens“

Es wird sich einer bestimmten Spirituose gewidmet. Zuerst schwerpunktmäßig die geschichtliche Entwicklung, die wichtigsten Eckdaten um dann konkret auf bestimmte Cocktailklassiker und ihre Entstehung, aber auch Anekdoten und Geschichten drum herum. Diese „Schulstunden“ für Barflys und Spirtuosenconnoisseure laufen meist so ab, das die Teilnehmer fünf Cocktails mit ein und derselben Basisspirituose – Brandy, Wodka, Whisky, Gin, Tequila, Rum oder Champagner – serviert bekommen. Bei Genuss dieser Cocktails erfährt man, wie sich diese Spirituose entwickelt hat und wie sie heute geschätzt wird. Neben der Herstellung, wird auch auf besondere berühmte Liebhaber dieser Spirituose und die berühmtesten Cocktails eingegagen. In 2013 hat sich dann das Team der Victoria Bar entschlossen den Unterrichtsstoff zwischen zwei Buchdeckel zu bannen.

Das Buch zeigt wie stark die Entwicklung der Menschheit mit der Geschichte des Alkohols verbunden ist. Getrunken wurde schon immer. Aber es ist doch sehr interessant wie sich Zivilisationen und Alkohol miteinander aber auch gegensätzlich entwickelten. Angefangen bei den Sumerern mit ihrem Bier, über die Bedeutung von Alkohol in verschiedenen Kriegen bis hin zur Prohibition in den USA. Dieses Buch liefert so viel Hintergrundwissen, aber auch Insider und gute Geschichten, dass man damit mehrere Abende in seiner Lieblingsbar die Leute unterhalten kann.

Mit sieben verschiedene Getränke, angefangen vom Brandy, Whisk(e)y, Tequilla, Rum, Gin und Vodka  bis hin zu Champagner, werden die wichtigsten Cocktailgrundbestandteile durchgesprochen. Dabei fand ich besonders die Getränke interessant, die mir bisher nicht ganz so nahe stehen. So fand ich z.B. die Verbindung  der mexikanischen Revoluzionen mit der Tequillaproduktion ganz spannend. Oder die Geschichte, dass die russische Revolution ein Champagnerhaus in den Ruin stürzte, sehr interessant. Oder dass Willi Brandt ein großer Weinbrandtrinker war und mit seiner Trinkfestigkeit so gar den russischen Botschafter beeindruckte. Wirklich eine Vielzahl von interessanten Geschichten aber auch geschichtlichen Verbindungen. Als kleinen Zusatznutzen werden am Ende des Buches alle Cocktail-Rezepte die im Buch aufgeführt sind, auch noch abgedruckt. Hier findet Ihr entsprechend die Zutaten und eine kleine Mix-Anleitung. So dass man auf ein paar Seiten die 50 Cocktailklassiker auch noch findet.

img_3091

Innenseite mit schönen Illustrationen von Angela Dwyer

Insgesamt kann ich das Buch jedem Bar- Cocktail- und Spirituoseninteressierten ans Herz legen. Eigentlich eine Art Grundlagenbuch für jeden Fan des gepflegten Trinkens. Das Buch ist wunderbar leicht zu lesen, man lernt quasi gut amüsiert. Wer ein Nachschlagewerk für die einzelnen Spirituosen oder ein historisch ganz korrektes Werk erwartet sollte dagegen die Finger von lassen. Daumen hoch für dieses Buch. Auch wenn es schon von 2013 ist, sollte man es im gut sortierten Buchhandel oder im Internet bekommen.

Viktoria Bar
Schule der Trunkenheit –
Ein kurze Geschichte des gepflegten Genießens
254 Seiten
Veröffentlichung: 2013
Metrolit Verlag
ISBN: 978-3-8943-0323-5
Preis: 19,95 €

 

 

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Getränke Bücher, Gin, Im Labor, Rum, Schaumweine, Sonstiges, Tequila, Vodka, Wein, Weinspirituosen, Whisky

Die wiederentstandene Destille – Besuch bei Annandale

SCO 03.-04.2017 - 1 von 365 (87)

Am Eingang zu Annandale

Nach langer Zeit bin ich endlich wieder dazu gekommen, einen neuen Artikel zu veröffentlichen. Wie einige von Euch auf meinen Sozialen Medien gelesen haben, war ich Ende März/Anfang April mal wieder in Schottland. Schwerpunkt war diesmal mit Freunden zusammen nochmals die Insel Islay  zu besuchen. Wer will, kann hier nochmal die Berichte von meinem letzten Aufenthalt im November 2015 lesen. Diesmal waren wir mit eigenem Auto unterwegs. Da wir mit der Fähre über Newcastle angereist sind, bot es sich an, bei der „neuen“ Destille Annandale einen Stopp zu machen. Und was wir da gesehen haben, war so unglaublich pittoresk und gut restauriert, dass wir uns trotz knapper Zeit spontan zu einer Führung hinreißen ließen. Die Anandale Destillerie liegt in den Lowlands und kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Hatte ich nicht oben von der neuen Destille gesprochen. Richtig, denn das besondere an Anandale ist, dass es sie ursprünglich seit 1924 nicht mehr gibt. Und erst in 2014 gab es eine Wiedergeburt.

IMG_1786 (1)

Das Visitorcentre

Die Geschichte soll sich wie folgt zu getragen haben. Gegründet wurde sie 1830 von George Donald.  Sie hatte unterschiedliche Besitzer und ab 1893 gehörte sie zum Getränkeriesen Johnny Walker. Obwohl eine Lowland-Brennerei produzierte sie schon damals getorften Whisky. Dies hing damit zusammen, dass die Gegend um Annan reich an Torfvorkommen ist. Und warum nicht auf die Rohstoffe vor der Haustür zurückgreifen. So bildete der Whisky von Annandale in der damaligen Zeit einen Teil des Johnny Walker Whisky.

Version 2

Der Plan der ursprünglichen Destile um 1900

Im großen Destilleriesterben in den 20er Jahren musste auch Annandale seine Tore schließen. Einzig die vorab schon existierende Farm blieb weiter bestehen und nutzte teilweise die Gebäude. Das Schicksal vieler dieser „verlorenen“ Destillen wird  in dem sehr empfehlenswerten Buch „Scotch Missed: Lost Distilleries of Scotland“ beschrieben. Dies hat auch Professor David Thomson gelesen und sich Mitte 2007 zu den Ruinen von Anandale begeben. Er hatte sich gleich in den Ort und die historischen Bauten verliebt. Speziell der Kiln war für seine lange Nichtnutzung noch recht gut erhalten. Und so entstand die Idee diese Destille an seiner ursprünglichen Stelle wieder zu beleben. Er kaufte das Gelände und nach einigen Jahren der Planung wurde ab 2011 mit dem Wiederaufbau  begonnen. Am 15.11.2014 war es dann soweit. Der erste New Spirit floss nach über 80 Jahren aus den Stills der Anandale Destillerie.

SCO 03.-04.2017 - 1 von 365 (125)

Die Destille im heutigen Zustand

Und was für ein Schmuckstück sie hier (wieder)geschaffen haben. Schon bei Ankunft im Visitorcenter ist man beeindruckt von dem Gemäuer. Besonders fallen die ausgefallenen Holzmöbel ins Auge. Diese sind alle irgendwie ungerade eckig, als hätte jemand eine Viereck-Phobie. In diesen gemütlichen Räumlichkeiten kann man auch sehr gut essen und auch schon erste Whiskydevotionalien kann man käuflich erwerben.

Version 2

Die Destille vor dem Wiederaufbau

Auch der Auslöser für den Wiederaufbau, das Buch der verlorenen schottischen Destillen ist mittlerweile in seiner 4. Auflage, mit der wiedereröffneten Annandale Destille hier zu bekommen. Nach einer kleinen Stärkung bekamen wir drei eine Privatführung. Wir starteten im Innenhof. Hier lies Prof. Thomson mit Unterstützung der Uni Glasgow archäologische Ausgrabungen vornehmen. Nun kann man dort die alten Standplätze der Stills und die darunterliegenden Gänge zur Befeuerung erkennen.

Die archeologischen Ausgrabungen

Archäologische Ausgrabungen

rBei herrlichen Sonnenwetter erklärte unser Führer James einiges zur Geschichte der Destille. Auch zeigte er uns Bilder der Brennerei vor der Renovierung. Danach war unsere Bewunderung noch größer. Der Haupteingang befindet sich direkt unterhalb des Kilns. Dieser ist zwar restauriert, wird aber leider nicht mehr genutzt wird. Hier ist jetzt der Empfangsraum und ein großes Treppenhaus zur Destille. Hier hat man in Zusammenarbeit mit einem lokalen Kunsthandwerker einem ausgefallenen Handlauf installiert. In der eigentlichen Destille übernahm dann Caroline das Zepter und führte uns durch die einzelnen Etappen der Whiskyherstellung.

IMG_1796

Die Washbacks

Auch bei der Ausstattung griff man teilweise auf alte Schmuckstücke zurück. So fand hier die alte Mühle der geschlossenen Caperdonich Destille, eine Porteus Mill aus den 60er Jahren, eine neue Heimat. Neben einer Mash tun gibt es sechs Wash backs natürlich aus Holz. An jedem Tag der Woche wird ein anderer Wash back genutzt. Nur am Sonntag wird nicht produziert.

SCO 03.-04.2017 - 1 von 365 (304)

Stills mit einem Spiritsafe

Insgesamt arbeiten hier 5 Mitarbeiter. Im hinteren Bereich sieht man einen Wash Stil und zwei Spirit Stills. Da man hier sowohl getorfte, als auch ungetorften Alkohol produziert, hat man getrennte „low wines“ und „spirit receiver“. So kann es nicht zu Vermischungen kommen. Insgesamt stellen Sie pro Jahr ca. 100.000 l Alkohol her. Dabei jeweils 50.000 l getorften und 50.000 l ungetorften.

IMG_1807

Wir werden im Fasslager erwartet

Am Ende der Tour durften wir auch einen Blick in ein Warehouse werfen. Dort bekamen wir einen ersten Eindruck von den zukünftigen Whisky. Es gab je eine Probe eines ungetorften und eines getorften New Spirit. Diese tragen die schönen Namen Man o´Word (ungetorft) und Man o´Sword (getorft). Beide haben einen Bezug zu historischen Personen. So steht der mit einer Feder versehene Man o´Word für den schottischen Nationaldichter Robert Burns. Dieser war u.a. auch Annan als Whisky-Steuereintreiber tätig und wird wohl die Destille mehrere Male besucht haben. Der getorfte Whisky mit einem Schwert im Logo hat einen Bezug zu Robert the Bruce. Die beiden New Spirits waren schon recht vielversprechend. Besonders der getorfte Man o´Sword kann schon mit einigen jungen, wilden von Islay mithalten. Leider beziehen sie den Torf nicht mehr aus der Gegend, sondern bekommen ihn von weiter nördlich. Die beiden New Spirits konnte man als Sample auch käuflich erwerben. Diese sind in ihrer Aufmachung und im Design recht ungewöhnlich und fallen in jedem Regal sicherlich auf. Auch die Möglichkeit zum Fasskauf besteht bei Annandale noch. Leider ergab sich aber keine Möglichkeit, einen der gelagerten Spirits zu probieren. Aber eventuell kann man in diesem Jahr im November den ersten echten Whisky von Anandale kosten.

IMG_1808

Die New Spirits im auffälligem Flaschendesign

Ich bin sehr gespannt, wie sich diese kleine unabhängige Destille entwickeln wird. Ich kann nur jeden empfehlen, der in der Gegend oder auf dem Weg nach Glasgow (von Newcastle) ist, einen Abstecher zu Annandale zu machen. Die Anlage ist wirklich toll restauriert und liegt wirklich idyllisch. Mir geht bei solchen kleinen und engagierten Destillen immer das Herz auf. Ich drücke den Leuten von Annandale wirklich die Daumen und freue mich schon auf spannende Whiskys.

Wer mehr über Annandale, Öffnungszeiten und die Anfahrt erfahren möchte, kann hier nach schauen. www.annandaledistillery.com

SCO 03.-04.2017 - 1 von 365 (106)

Der zweite Spiritsafe

SCO 03.-04.2017 - 1 von 365 (4)

Ein außergewöhnliches Tor

IMG_1813 (1)

Eines der alten Lagerhäuser

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Besichtigungen, Drinklabor on Tour, Single Malt Whisky, Sonstiges, Spirituosen, Whisky, Whisky Destillen

Die Boann Distillery – der zukünftige Stern am irischen Whiskeyhimmel

Drinklabor_BoannDistillery1Wie Ihr vielleicht auf meinen Socialmedia-Kanälen mibekommen habt, befand ich mich Mitte September mit einer größeren Gruppe von Whiskyenthusiasten auf einer Tour durch Wales, Irland und Schottland. Dabei nutzten wir natürlich die Gelegenheit, vor Ort möglichst viele Destillen persönlich zu besuchen und die Leute dahinter kennen zu lernen. Dabei gab es, wie immer im Leben mal Licht mal Schatten. Ein wirkliches Highlight der Tour war der Besuch in der irischen Boann Destillery. Boann werden jetzt einige fragen. „Habe ich noch nie gehört?“ Das kann damit zusammenhängen, dass sie noch nicht aktiv ist und sich noch im Bau befindet. Auf der Fahrt von Dublin nach Portrush in Nordirland nahmen wir uns die Zeit für einen kurzen Halt in Drogheda im Boyne Valley. Oli der schon bei der letzten Fahrt die Besichtigung der Strathearn Distillery organisiert hatte, schaffte auch diesmal  für insgesamt 12 Personen unserer Gruppe eine Führung zu vereinbaren. Und nach anfänglichen Zögern, da es ja noch eine Baustelle wäre, haben sie sich bereit erklärt, uns zu empfangen.

Der Blick von außen

Der Blick von außen

Der Anblick von außen war anfänglich ein wenig ungewöhnlich, da die gesamte Front verglast war. Insgesamt sah es nicht wie eine typische Destille aus. Was damit zusammenhängen konnte, das dies ein ehemaliges Autohaus war, dass jetzt zur Destille umgerüstet wird. Das Autohaus war Anfang der 2000er Jahre gebaut und im Rahmen der Eurokrise in Konkurs gegangen. Nach einiger Zeit des Leerstands entschieden sich die Boann Eigentümer 2015 dieses Gebäude als Heimat ihrer Destille zu wählen.

Unsere Gruppe beim andächtigen Zuhören

Unsere Gruppe beim andächtigen Zuhören

Wir wurden von der Marketing und PR-Leiterin Sally-Anne Cooney sehr herzlich begrüßt und in die heiligen Hallen geleitet. Obwohl noch nicht alle Leitungen verbunden waren und die Spirit-Safes teilweise noch verpackt in Kisten rumstanden, konnte man sich schon ein gutes Bild von der zukünftigen Destille machen.

Der zukünftige Spiritsafe

Der zukünftige Spiritsafe

Wie es sich für einen irischen Whiskey gehört, soll er auch dreimal destilliert werden. Entsprechend konnte man schon drei wundervolle Stils begutachten. Sally-Anne erzählte uns ein wenig zur Idee die hinter dem Unternehmen steckt.

Der Blick in die zukünftige Destille

Der Blick in die zukünftige Destille

Die Boann Destillery ist nach der Gottheit Boann benannt, die u.a. auch den Fluß Boyne erschaffen haben soll. Dieser ist gleichzeitig der Namensgeber für das Tal nördlich von Dublin – das Boyne Valley. Das zeigt schon ein wenig, dass die Eigentümer großen Wert auf die Verbindung zu dem Land und der Gegend legen. So soll auch außschließlich Gerste aus der Gegend verwendet werden.

Improvisierte Bar aus Fässern für eine Veranstaltung

Improvisierte Bar aus Fässern für eine Veranstaltung

Auch das örtliche Wasser, welches eine sehr hohe Wasserhärte aufweist, soll trotzdem genutzt werden. Es soll dem Whiskey ein besonders Aroma geben. Sie verglich dabei ihr Vorgehen mit und die Beziehung zu der Gegend mit einem Winzer, bei dem das Terroir auch eine besondere Rolle für den Wein spielt. Außerdem hat diese Gegend eine lange Whiskey-Tradtion. So gab es 1822 in der Gegend noch 18 Whiskeydestillen. Davon blieb nur eine übrig, die aber auch 1968 schließen musste. So ist die Boann Distillery die erste Neugründung seit über 50 Jahren in dieser Gegend.

Unsere charmante Führerin durch die Boann Distillery - Sally-Anne

Unsere charmante Führerin durch die Boann Distillery – Sally-Anne

Unsere Führerin Sally-Anne ist eines von fünf Kindern des Gründers Pat Cooney. Wie sie sind auch ihre vier Geschwister und die Mutter in unterschiedlichen Bereichen des Unternehmens tätig. Man kann also von einem wirklichen Familienunternehmen sprechen.  Die Idee zu dem Unternehmen hatte ihr Vater Pat, der Gründer der Firma. Er ist hier in der Nähe in Drogheda geboren und hat damit eine enge Beziehung zu der Gegend und ihren Menschen. Nach einer erfolgreichen Karriere bei den Getänkekonzern Gleeson, hat er gr0ße Teile des Unternehmens 2012 verkauft. Nur die Cream Liqueur- und Ciderproduktion behielt er weiterhin. Als großer Whiskyliebhaber war das Projekt schon seit über 15 Jahren sein Traum von ihm und der Famile. Zukünftig sollen neben Whiskey auch Gin und andere Brände hergestellt werden. Außerdem existiert schon seit ca. 3 Monaten in der hintereen Halle eine Craftbeer Brauerei – die Boann Brewery – und eine Flaschen- und Dosen-Abfüllstation.

Die Brennblasen - noch nicht in Aktion

Die Brennblasen – noch nicht in Aktion

Neben der Verbundenheit mit der Gegend steht vor allem die Qualität und die moderne Technik bei diesem Neubau im Vordergrund. So entschloß man sich durch den vorgegebenen Bau der Halle, für eine moderne Aufmachung für die Destille. Dadurch stehen wor allem Glas, Chrom und Stahl im Vordergrund. Dies wird durch die absolut toll aussehenden Kupfer-Sttills noch unterstützt. Als Hersteller für die Brennblasen entschied man sich für die italienische Firma Green Engineering. Diese hatte schon Erfahrung beim Bau der Brennblasen für die Bombay Saphire Destille gesammelt. Bei Boann kommen spezielle Brennblasen mit Nanotechnologie zum Einsatz. Diese soll dazu führen, dass beim Destillationsvorgang die 6fache Menge an Kupfer mit dem Alkohol in Berührung kommt. Diese Technick wird meiner Kenntnis nach, erstmalig in einer Whiskydestille eingesetzt.

Die Bennett-Stil für irischen Gin

Die Bennett-Stil für irischen Gin

Das besondere Steckenpferd von Sally-Anne aber ist die Gin-Produktion. Für diese steht eine 500 l Bennett-Still zur Verfügung. Der hier zukünftig hergestellte Gin soll mit speziellen irischen Botanicals verfeinert werden. Dafür steht zusätzlich auch noch eine Anlage für Dampfinfusionen bereit, die Öle aus den besonders empfindlichen  Botanicals extrahieren soll. Hier merkte man ihre Begeisterung, wenn sie von den aktuellen Experimenten und Versuchen erzählt, um einen einzigartigen Gin zu kreieren. Durch ihre langjährige Arbeit im Weinhandel hat sie auch ein großes Interesse für das Thema Fassmanagement.

Das zukünftige Fasslager - die Fässer warten auf ihre Befüllung

Das zukünftige Fasslager – die Fässer warten auf ihre Befüllung

Im Keller konnten wir schon mal einen Blick auf eine ganze Menge leerer Fässer werfen, die auf Ihre Befüllung warten. Durch die Beziehungen von Pat und die Kontakte von Sally-Anne aus ihrem vorherigen Beruf konnten sie an genügend Fässer herankommen.Sie hat uns schon veraten, dass sie zukünftig gern mit unterschiedlichen Fässern und Finishes arbeiten möchte.

Die Boann Brewery

Das Boyne Brewhouse

Im hinteren Bereich konnten wir noch einen Blick in die schon aktive Brauerei das Boyne Brewhouse werfen. Als Braumeisterin konnten sie dafür Aine O´Hara gewinnen. Aine, die gebürtig aus Galway kommt, hatte davor für 8 Jahre in Australien studiert und gearbeitet. Nun ist sie in ihr Heimatland zurück gekehrt, hat aber gleich mit ihrem ersten Bier dem „Born in a Day“, einem australischen Pale Ale, an ihre Australien Zeit erinnert.

Die Dosenabfüllanlage im Betrieb

Die Dosenabfüllanlage im Betrieb

Zur Zeit haben sie schon drei verschiedene Biersorten im Angebot. Im Laufe der Zeit sollen noch weitere dazu kommen. Insgesamt ist bei Boann noch vieles in Planung. Zukünftig soll noch eine gläserne Wand vor der Destille eingezogen werden. Im vorderen Teil soll dann ein Visitorcenter mit Restaurant untergebracht werden. Außerdem soll man dann auf der ersten Etage den Mitarbeitern beim destillieren zuschauen können. Auch eine starke Klimaanlage ist geplant. Dies ist auch von Nöten, da durch die große Glasfront schon bei unserem Besuchstag die Wärme schon gut spürbar war. Auch wollen sie zukünftig Tastings und Masterclasses anbieten. Sie planen auch alle drei irischen Whiskeystile, also Single Malt, Potstill und Blended Whiskey herzustellen.  Im Moment warten sie noch auf die eine oder ander Genehmigung. Sally-Anne hofft aber, dass sie spätestens im 3. Quartal 2017 mit dem destillieren beginnen können. Um sich aber schon jetzt einen Namen zu machen, planen sie schon in diesem Jahr zwei Abfüllungen unter ihrem Namen herauszubringen.

Die erste Abfüllung ein 7jähriger - extrem lecker

Die erste Abfüllung ein 7jähriger – extrem lecker

Es wird ein siebenjähriger Single Malt Whisky sein. Er wird in zwei Stärken zu haben sein, einmal in Trink- und einmal in Fassstärke. Er war vorab in Bourbon Casks und hat noch ein finishing in Oloroso Sherry Fässern gehabt. Da er hier ja noch nicht produziert werden konnte, ist er in einer anderen der bisher drei irischen Destillen entstanden. Auf jeden Fall wird er unter dem Namen „The Whistler“ vertrieben. Der Name hat auch eine Beziehung zu Pat, der ein begeisterter Whistlespieler ist. Aller Voraussicht wird der Whisky zum Weihnachtsgeschäft in Irland und den USA zu kaufen sein. Wir hatten die große Ehre, sowohl den Whistler in Trink- als auch in Fassstärke zu probieren. Und ich muss sagen, ich habe selten einen so komplexen, aber gleichzeitig wunderbar eingebundenen und runden sieben jährigen Whiskey probiert. Das Ganze lässt wirklich Großes erwarten. Auf diesem Weg noch mal ein herzliches Dankeschön an Sally-Anne für die wirklich sehr informative Führung.

Jede Destille braucht einen Hund - zusammen mit Sally-Anne

Jede Destille braucht einen Hund – zusammen mit Sally-Anne

Selten kann man in einer Destille wirklich überall hinterschauen und sehen wie sie erst im Entstehen ist. Ich wünschen ihnen wirklich alles Gute und einen erfolgreichen Start. Es wird sehr spannend sein, wenn man, sagen wir in zwei Jahren wieder bei Boann vorbei schaut und dann ein fertiges Schmuckstück und einen Touristenmagnet bewundern kann. Das dies gelingen kann, zeigt schon die gut gewählte Lage. Die Destille ist in gut einer Stunde von Dublin erreichbar und die großen Touristenziele Newgrange und der Stone of Tara befinden sich quasi um die Ecke. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass sich auch einige Whiskyfreunde nach Drogheda zur Boann Destillery verlaufen werden.

Wenn Ihr mehr über die Familien-Destille Boann erfahren wollt, könnt Ihr auf ihrer Website nach Neuigkeiten Ausschau halten:  www.boanndistillery.ie

 

 

 

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Ale, Besichtigungen, Brauereien, Craftbier, Drinklabor on Tour, Getränke, Gin, IPA, Irischer Whisky, Reisen, Spirituosen, Stout, Whisky, Whisky Destillen

Zu Gast im Schwanen Wermelskirchen

Drinklabor_Schwanen6Wie Ihr Euch vielleicht noch erinnern könnt, war ich im letzten September im Hotel „Zum Schwanen“ bei einem tollen Whiskydinner. Dieses Jahr im Juni durfte ich an einem Tag der offenen Tür  – unter dem Motto „Freunde zu Gast im Schwanen“ sogar selbst mit einem aktiven Part teilnehmen. Natürlich ging es dabei um Getränke, aber dazu weiter unten mehr. In den letzten Wochen wurde im Restaurant viel erneuert und umgebaut. Nach Abschluss der Arbeiten dachten sich Christian Warnke und sein Team, diesen Anlass zu nutzen und sowohl Stammkunden als auch neue Interessenten ins Hotel Zum Schwanen einzuladen. Dabei lag natürlich der Schwerpunkt auf kulinarischen Genüssen. Daneben kamen aber auch kulturelle Aspekte nicht zu kurz. Für die Veranstaltung wurde das ganze Haus genutzt und die Gäste konnten sich überall umschauen und an den unterschiedlichen Ständen probieren oder sich beraten lassen.

Bei der Auswahl der Angebote wurden natürlich auch die Partner und Lieferanten mit einbezogen. So gab es einen Stand des Hausbierlieferanten, der Brauer Engel aus dem fränkischen Crailsheim. Und wie es sich für eine Biermanufaktur gehört, sind sie gleich mit 15 verschiedenen Bieren angetreten.

Bierdemonstration der Brauerei Engel

Bierdemonstration der Brauerei Engel

Daneben war auch die Firma Brogsitter, aus Grafschaft bot unterschiedliche Weine zum probieren an und auch die Metro war mit einem Cocktailstand vertreten.  Mein Freund Oli und ich boten im hinteren Gastrobereich eine kleine Spirituosen-Einführung. Dabei beschränkten wir uns auf Whisky oder besser gesagt Single Malt und Gin. Bei der Auswahl orientierten wir uns eher daran Anfängern einen guten Überblick über die verschiedenen Geschmackscharakteristika zu bieten.

Der Probiertisch

Der Probiertisch

So haben wir beim Whisky versucht die klassischen Regionen und damit die unterschiedlichen Geschmacksprofile abzudecken. Daneben gab es auch noch mit dem Monkey Shoulder einen guten Blend und auch ein Irischer Whisky war vertreten. Ebenso haben wir beim Gin versucht eine große Bandbreite an unterschiedlichen Arten anzubieten.

Whisky- und Gin Impressionen

Whisky- und Gin Impressionen

Angefangen beim Mascaro Gin 9 mit nur einer Zutat, nämlich Wacholder, über klassische London Dry Gins, wie dem Tanqeray bis hin zu den neuen New Western Style Gins, die mit dem Nordes Atlantic Gin vertreten war. Und als kleines Gimmick sogar noch einen Raspberry Gin von Edinburgh Gin, womit man auch die eine oder andere Dame von Gin überzeugen konnte.

Das Fischbuffet

Das Fischbuffet

Schwerpunkt des Abends waren natürlich die verschiedenen Essenstationen, an denen man sich durch ganz viele spannende Gerichte durchprobieren konnte. Leider konnte ich mich, auf Grund meiner Aufgabe, nicht allen Ständen in der ihnen gebührenden Zeit und Tiefe widmen. Daher nur ein kleiner Auszug meiner Eindrücke. Da war erstmal der Fischstand, der schon allein optisch ein Hingucker war. Hier konnte man eine extrem leckere Fischsuppe, aber auch frische Austern – natürlich die Sylter Royal – probieren.

Königliche Austern - die Sylter Royal

Königliche Austern – die Sylter Royal

Im unteren Bereich in der Nähe zu unserem Raum gab es Onseneier. Nach dem Hinweis auf Japan, konnte ich mich auch wieder an meinen Aufentahlt auf Kyushu und den Begriff Onsen, gleichbedeutend mit heißer Quelle, erinnern. Bei dieser japanischen Zubereitungsform gart man die Eier mittels Niedergarmethode für über 1 1/2 h und bekommt eine Art super schlotziges Ei ähnlich einem porchierten Ei. Dazu gab es Spinat und eine extrem, leckere Kartoffelcreme. Und als Krönung noch ein wenig geriebenen Trüffel darüber. Ein so einfaches aber lecker geniales Gericht. Kindheitserinnerungen in Highendform.

Onsenei mit Spinat an Kartoffelschaum

Onsenei mit Spinat an Kartoffelschaum

Eine weitere Station war direkt in der Küche. Wann darf man schon als Gast eines Restaurants mal direkt in die Küche laufen. Dort befand sich die Burgerstation. Hier konnte man seinen eigenen kleinen Miniburger bauen. Am Grill wurde das Patty nach persönlichen Wunsch gebraten und auf eine Minibrötchenhälfte gelegt. Und dann konnte man mit diversen Zutaten nach Herzenslust seinen Burger belegen. Einzig die Physik setzte der Phantasie mancher Gäste ein paar Grenzen.

Aber nicht nur für das leibliche Wohl wurde gesorgt. Der Wermelskirchener Journalist und Stadtführer Horst Rosen hielt zweimal einen Vortrag über die bewegte Geschichte des Hauses und zeigte die starke Verbindung mit der Stadt Wermelskirchen. Anschließend gab es noch ein tolles Konzert mit Jacky Elaine, welches super gewesen sein muss. So haben es mir einige Gäste zu mindestens erzählt. Am späteren Abend verlagerte sich das Geschehen dann auch weiter zu unserem Stand. Neben den verschiedenen Whiskys und Gin trug natürlich das später neben an aufgebaute, riesige Dessertbuffet bei.

Das Desertbufett

Das Desertbufet

Aber auch unsere Spirituosen und die Möglichkeit nebenan, mittels Roulette Gutscheine zu gewinnen, führten zu weiteren Andrang. Es machte uns richtig Spaß besonders Menschen, die groß noch keine Berührung zu Whisky und/oder Gin hatten, von den Destillaten zu überzeugen. So bildete sich beim Whisky die schon bekannte „Torfgrenze“ heraus. Die einen die alles rauchig oder torfig strickt verweigerten und die anderen denen es nicht rauchig genug sein konnte.

Was zeichnet einen guten Whisky aus!

Was zeichnet einen guten Whisky aus!

Auch beim Gin waren die Leute am späteren Abend experimentierfreudiger. Da wir das Ganze als Tasting ausgestaltet haben, mussten zu Beginn alle Interessenten zumindest einen kleinen Schluck des Gins pur genießen. Dies sollte ihnen ein besseres Geschmacksprofil des Gin zeigen, damit sie überhaupt erstmal einschätzen konnten, wie und ob dieser ihnen schmeckte. Aber wir hatten natürlich auch Tonic. Darüberhinaus gab es zum Verfeinern der Gin & Tonics noch diverse Gewürze, Gemüse und Zitrusfrüchte. Nach anfänglichem Zögern wurde ausgiebig experimentiert, welches Gewürz am besten zu diesem Gin passt. Oder soll es doch eher die Gurke oder die Limette sein. Ab und zu musste man die Leute sogar bremsen, keine ganze Gewürzmischung und einen Obstsalat in ihr Getränk zu geben.

Gin und Gemüse

Gin und Gemüse

Zum Abschluss kann ich nur sagen, es war eine gelungene Veranstaltung des Schwanen. Was Christian und sein Team dort auf die Beine gestellt hat, war absolute Klasse. Wir hatten sehr viel Spaß an dem Abend und auch die Gäste, die bei uns waren, kamen aus dem Schwärmen nicht mehr raus. Und da alle von diesem Konzept begeistert waren, soll es auch in gut 1 bis 1 1/2 Jahren wiederholt werden. Ich freue mich schon drauf, wenn ich wieder dabei sein darf. Informationen zu Öffnungszeiten, Veranstaltungen und Zimmerpreisen findet Ihr unter  zumschwanen.com. Wer noch ein paar Bewegtbilder der Veranstaltung sehen möchte, kann diese auf ihrer Facebook-Seite unter diesem Link finden.

Stimmungsvolle Gingewürze

Stimmungsvolle Gingewürze

Eine einsame Destille

Eine einsame Destille

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bar und Pubbewertungen, Drinklabor on Tour, Getränke, Gin, Single Malt Whisky, Spirituosen, Tastings, Whisky

Whiskymessen – Tipps für den ersten Besuch

imageWie viele von Euch interessiere ich mich für Whisky, im speziellen Single Malt Whisky. Wenn man sich länger mit dem Thema beschäftigt, will man auch mal auf eine Whiskymesse gehen. Und meist ist man komplett überfordert. Da es auch mir am Anfang ähnlich ging, will ich in diesem Beitrag ein paar Tipps geben, damit der erste Messebesuch ein schöner wird. Durch das zunehmende Interesse an Whisky ist die Anzahl der Whiskymessen in den letzten Jahren schon unübersichtlich geworden. Und es gibt fast keine Gegend in Deutschland wo nicht im Umkreis von 100 km die ein oder andere Messe stattfindet. Für den Anfang würde ich erstmal eine kleine, lokale Messe empfehlen. Denn bei den Großevents wie der Whiskyfair in Limburg, der Aquavitae in Mühlheim, der Finest Spirits in München oder der Interwhisky in Frankfurt ist man als Neuling vom Angebot leicht überfordert. Die meisten Messen funktionieren so, dass Ihr an der Kasse mit dem Eintritt ein Tastingglas erhaltet. An den Ständen gibt es dann häufig Preislisten für ein Glas oder die ganze Flasche.

Drinklabor_Whiskymessen_2

Aber auch bei kleineren Messen kann einen das Angebot leicht überfordern, daher kann man mit ein wenig Planung den Überblick und das Messevergnügen noch ein wenig steigern. Dies hilft z.B. überhaupt reinzukommen, das richtige Tasting zu buchen oder den gesuchten Whisky mit nach Hause zu nehmen. Häufig gehen die Whiskymessen über mehrere meist zwei Tage. Je nachdem wo die Messe stattfindet, sollte man auch eine Übernachtung mit einplanen. Da eine lange Fahrt egal ob mit Auto (natürlich nicht Ihr selbst) oder Zug nach einem Messetag schon recht lang werden kann. Wenn Ihr nur einen Tag hingehen wollt, überlegt vorher ob Euch ein größerer Andrang an Leuten stört. Da besonders der Samstag immer bedeutend besser besucht ist, als der Sonntag. Als nächstes solltet Ihr Euch Tickets besorgen. Die meisten, zumindest mir bekannten Messen bieten einen Vorverkauf der Tickets an. Dies kann ich jeden nur ans Herz legen. Einige Messen haben auf Grund der Platzverhältnisse nur eine bestimmte Anzahl an Karten und dann kann es am Messetag auch schnell ausverkauft sein.  Außerdem spart man sich dann auch noch das Anstehen an der Tageskasse. Des weiteren bieten viele Messen auch schon im Voraus die Möglichkeit Verkostungen zu buchen. Und speziell bei besonderen Abfüllungen oder bekannten Präsentatoren sind diese schnell ausverkauft. Außerdem kann ich empfehlen, dass Ihr nicht unbedingt den letzten Termin buchen solltet, speziell wenn man schon von Beginn an auf der Messe ist. Nachdem Ihr also die Karten und Tastings reserviert habt, nutzt Ihr die Website der Messe, um Euch über die Aussteller zu informieren. Die Messen die ich überwiegend besuche, sind von sogenannten Unabhängigen Abfüllern dominiert. Aber auch die Destillen selbst sind teilweise selbst oder durch Vertreter vor Ort. So kann man sich im Vorhinein über neue Abfüllungen informieren und sich eine Liste erstellen, was man probieren möchte. Hier die Empfehlung weniger ist mehr. Außerdem habt Ihr mit dieser Liste eine gute Grundlage nicht um nicht sofort überfordert zu sein. Ausserdem vergesst Ihr keinen Whisky, den Ihr unbedingt probieren wolltet. Ich arbeite dann zu Beginn immer erst kurz meine Liste ab und habe dann die Zeit, mich einfach treiben zu lassen. Auch habe ich die Erfahrung gemacht, die guten und teuren Tröpfchen, wenn Ihr  sie nicht versampelt, diese relativ früh zu trinken. Denn zu einem späteren Zeitpunkt ist der Geschmacksapperat schon so in Anspruch genommen, dass man nicht wirklich Nuancen erschmecken kann. Was die Reihenfolge angeht, empfehle ich wie bei Tastings erst mit den weniger intensiven und alkoholbetonten Whiskys zu beginnen.

Drinklabor_Whiskymessen_3

Jetzt möchte ich dazu kommen, was ich empfehle mitzunehmen, wenn Ihr zum ersten mal auf eine Whiskymesse geht. Zuerst natürlich ausreichend Neugier und Entdeckerdrang. Dann ist es ganz wichtig, ausreichend Wasser dabei zu haben. Immer mehr Messen bieten zwar kostenlos Wasser an, aber es ist immer noch nicht Standard. Und um gut durchzuhalten, sollte mindestens ein bis zwei Glas Wasser pro Dram getrunken werden. Da Ihr vielleicht den ein oder anderen Whisky probieren wollt, aber dies nicht an einem Tag machen solltet, bieten sich Samples an. Ich finde speziell bei Abfüllungen, die ich unbedingt genauer prüfen möchte, nehme ich diese lieber als Sample mit. So kann ich zu Hause ohne Ablenkungen und vorher getrunkenen Whisky das Stöffchen ganz unvoreingenommen und intensiver probieren. Es ist auch kein Problem bei Ständen oder auch bei Tastings sich den Whisky abfüllen zu lassen. Um es den Leuten nicht zu schwer zu machen, nehmt noch einen kleinen Trichter mit. Besonders wenn Ihr z.B. bei Tastings selbst abfüllen müsst, ist er sehr hilfreich. Damit Ihr danach wisst, was in den Samples drin ist, am besten auch gleich Aufkleber mitnehmen. Wenn Ihr schon vorher wisst, was abgefüllt werden soll, kann man diese sogar schon vorab bedrucken. Natürlich solltet Ihr auch Euren Plan nicht vergessen. So wisst Ihr zu welchen Stand Ihr gehen wollt und was für Whiskys es dort gibt. Was ich besonders praktisch finde, sind Glashalter. Mit denen könnt Ihr das am Eingang erhaltene Glas umhängen. Diese Bänder bekommt Ihr häufig auf Whiskymessen oder im Internet. So braucht Ihr Euer Tastingglas nicht die ganze Zeit in der Hand tragen. Apropos tragen, verzichtet am besten auf einen Rucksack. Erstens besteht dabei immer eine erhöhte Gefahr des Diebstahls. Und zweitens vertragen sich große Rucksäcke, viele Menschen und Stände mit Flaschen eher weniger. Eine Umhängetasche leistet dabei häufig bessere Dienste.

Drinklabor_Whiskymessen_4

Wichtig ist natürlich auch mit einer gehörigen Portion Neugier und Interesse an eine solche Messe heranzugehen. Also auch mal zu Euch total unbekannten Abfüllern zu gehen und nach Tipps und Empfehlungen fragen. Da kommen immer die besten Erlebnisse und Eindrücke raus.

Zum Abschluss gibt es noch ein paar Messen, die ich selbst schon besucht habe und auf jeden Fall empfehlen kann.

Messenname                                 nächster Termin                   Ort                               Weitere Infos/Website

Just Whisky                                   28.05. – 29.05.2016           Oberhausen               www.justwhiskyoberhausen.de

Aquavitae                                       29.10. – 30.10.2016            Mühlheim                  www.whiskymesse.eu

Finest Spirits                                 03.02. – 05.02.2017           München                    www.finest-spirits.com

Whiskymesse Rhein/Ruhr         01.04. – 02.04.2017           Düsseldorf                  www.whisky-messe-rheinruhr.de

Whisky Fair                                   23.04. – 24.04.2017           Limburg                      www.festival.whiskyfair.de

 

Die oben aufgeführten Messen sind von meiner Seite alle zu empfehlen und geben einen schönen Überblick auch für Whiskyanfänger. Daneben gibt es eine Vielzahl weiterer Messen und Veranstaltungen die sich hauptsächlich der nur teilweise dem Thema Whisky verschrieben haben. Einen sehr umfangreiche Liste habe ich unter messen.de gefunden. Jetzt bleibt mir nur Euch viel Spaß beim nächsten Besuch einer Whiskymesse zu wünschen. Und immer daran denken, das wichtigste ist Spaß zu haben.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Bourbon Whiskey, Deutscher Whisky, Drinklabor on Tour, Getränke, Getränkemessen, Grain Whisky, Irischer Whisky, Japanischer Whisky, Rye Whiskey, Single Malt Whisky, Whisky

Der Cocktail schlecht hin – der Mannhattan

Drinklabor_ManhattanDiesmal soll es um eine wahre Cocktaillegende gehen – den Manhattan. Neben dem Old Fashioned ist er wohl einer der ältesten Cocktails überhaupt. Es gibt riesige Abhandlungen über die Geschichte und seine Entstehung. Leider ist er heute nicht mehr ganz so verbreitet, auch wenn seine Beliebtheit in den letzten Jahren wieder zu genommen hat. Durch das Wiederaufleben der Classic Bar Kultur wird auch der Manhattan vermehrt geordert. Von der Grundrezeptur ist er sehr einfach aufgebaut – eigentlich nur drei Zutaten. Whiskey, roter Wermut und ein Spritzer Bitter. Aber allein durch Änderung von einer oder auch zwei Zutaten kann man schon viele neue Kreationen entwickeln. Außerdem spornt dieser Cocktail immer wieder Barkeeper als auch Hobby-Cocktailtrinker zu spannednen Kombinationen und Abwandlungen an.

Mein Tipp einen Manhattan nicht in der Studiecocktailbar um dei Ecke bestellen. Denn in einfacheren Cocktailbars findet man häufig recht lieblos zusammengestellte Manhattans. Dabei wird ein einfacher Bourbon wie Jim Beam oder ein Canadischer Whiskey wie der Canadian Club verwendet. Da der Whisky Hauptgeschmackgeber ist, macht ein schlechter Whiskey auch einen schlechten Manhattan. Daneben wird häufig auch ein günstiger roter Wermut wie z.B. ein Martini Rosso verwendet. Dieser ist dann meist zu süss und schon sagen alle – der Manhattan ist kein guter Cocktail. Häufig kommt noch dazu, dass viele den Manhattan zu lange kalt rühren und dadurch der Cocktail zu wässrig wird. Auch wird der Cocktail ab und zu in einem Tumbler mit viel Eis darin serviert. Auch hier besteht die Gefahr des verwässern, da ich meinen Manhattan ja nicht ex trinken möchte. Ich finde Martinegläser eine gute Lösung, da sich diese auch sehr gut runter kühlen lassen.

Bei der Entstehung muss man wie bei vielen Klassikern ziemlich im Trüben fischen. So gehen viele Quellen davon aus, dass der Manhattan mit den ersten Exporten von italienischen und französichen  Wermut in die Staaten um 1870 eng zusammenhängt. Denn damit konnten die Bartendern entsprechend experimentieren. Die Geschichte das Winston Churchills Mutter mit der Entstehung des Manhattan zu tun hatte, ist zwar eine schöne Geschichte, muss aber in die Welt der Cocktaillegenden geschoben werden. Um das Jahr 1884 muss es das Getränk schon gegeben haben, da er in diesem Jahr als Rezept in einem Barbuch auftauchte. Damals war der Anteil an Whiskey und Wermut noch gleich, wobei heute häufig der Whiskeyanteil 2:1 zum Wermut beträgt. Man geht davon aus das die ursprünglichen Cocktails mit Rye Whisky oder Bourbon gemixt wurden. Durch die Prohibition und die versiegenden Quellen von gelagerten Bourbon oder Rye griff man häufig auf den einfach zu beschaffenden Canadian Whisky zurück. Dies führte dazu, dass sich dieser auch heute bei der Standardrezeptur durchgesetzt hat. Aber wenn man auf die ursprünglichen Zutaten wie einen kräftigen Rye Whisky und einen komplexen italienischen Wermut zurück greift, kann ein wirklich spannender Drink entstehen.

So habe ich den relativ neuen Knobs Creek Rye eingesetzt. Dieser ist ein schön würziger Rye mit 50 % Alkohol, der aber gleichzeitig recht rund und nicht alkoholisch schmeckt. Und auch beim Wermut sollte man auf das Original oder zumindest auf ein komplexeres Produkt zugreifen. Ich setze dabei auf  den wahren König des Wermuts den Antica Formula von Carpano. Und auch beim Bitter kann man ein wenig experimentieren. Meist benutze ich den Angostura Bitter. Aber auch hier kann man mit verschiedenen Bittern z.B. die von The Bitter Truth dem Cocktail eine andere Note geben. Auch der Einsatz eines Orangenbitter bringt ein spannendes Ergebnis.

Drinklabor_Manhattan_Zutaten

Kommen wir nun zu den Zutaten und der Zubereitung:

4 cl Rye Whisky – hier Knob Creek Smal Batch Rye
2 cl Antica Formula Wermut
2 Dashes Angostura Bitter

Den Whisky und den Wermut in ein mit Eiswürfeln gefülltes Rührglas geben. Dann 2 Dashes Bitter dazu und das Ganze ordentlich rühren. Darauf achten, dass Ihr nicht zulange rührt und die Eiswürfel zu stark antauen. Ein wenig dürfen sie, da hier ja kein Filler zugesetzt wird und schon viel Alkohol im Cocktail steckt. Den Mix dann in vorab gekühlte Spitz-bzw. Martinikelche abseien. Manche geben noch einen Orangenszeste dazu. Ich finde es geht aber auch ohne. Und fertig ist ein wunderbarer Aperitif. Wobei ich festgestellt habe, das er häufig bei Männern besser ankommt als bei Frauen. Aber das ist natürlich auch wieder ein bekanntes Cocktailklischee. Viel Spaß beim Nachmachen und Cheers.

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bourbon Whiskey, Cocktails, Im Labor, Old Fashioned, Rye Whiskey, Wein, Weinhaltige Getränke, Whisky

Whiskyparadies in Lissabon

Drinklabor_Whisky_Lissabon1Im Rahmen unserer Osterreise nach Lissabon musste ich natürlich auch schauen, ob es hier nicht auch ein Ort für mich als Whiskyconnoisseur gibt. Und nach einigem Suchen im Netz bin ich auf Whisky & Co im Lissabonner Norden gestoßen. Durch einen Tipp bekam ich auch den Hinweis, nach der privaten Kollektion zu fragen. Whisky & Co liegt ein wenig außerhalb, ist aber gut mit der Metro erreichbar. Von der Haltestelle Entre Campos (gelbe Linie) braucht man nur ca. 300 m bis zur Rua Visconde de Seabra 12-C zu laufen. Von außen wirkt der Laden recht unscheinbar. Das Angebot ist ganz gut sortiert. Natürlich viele Standards und auch die in Portugal noch gern genommenen Blended Whiskys. Verglichen mit deutschen Whiskypreisen sind die Flaschen ein wenig teuerer. Die Aufmachung des Ladens ist ganz ansprechend. Und nach einigen Suchen findet man auch das ein oder andere ältere Schätzchen – speziell alte Standardabfüllungen aus den 80er und 90er. Und diese häufig auch noch zu angenehmen Preisen.

Drinklabor_Whisky_Lissabon2Nachdem wir uns ein wenig umgeschaut hatten, wollten wir uns natürlich auch die Kollektion anschauen. Das Problem war nur, dass die Verkäuferin nur portugiesisch sprach, aber nach einigem Brocken in Italienisch oder Spanisch verstand sie, was wir wollten. Nach einigem Zögern meinte sie, wir sollten noch 10 Minuten warten, dann würde jemand kommen, der uns helfen könnte. Der Kollege kam, aber auch er konnte kein Englisch. Er bot sich aber trotzdem an, uns die Sammlung zu zeigen. Und so führte er uns mit einigem Stolz in einen hinteren Raum. Zuerst kommt man in eine Art Vorraum der die beeindruckenden Sammlung von PKW-Miniaturen enthielt. Hier hat wohl einer eine Sammelleidenschaft für diverse Dinge. Die Sammlung und der Raum sind recht edel aufgemacht und ausserdem findet man in der Ecke den Arbeitsplatz des Sammlers in Form eines großen Mahagonischreibtisches. Die Sammlung bereitete uns schon mal ein wenig vor, was wir im nächsten Zimmer erwarten können. Denn was wir dort zu sehen bekamen war schlicht unglaublich und für einen Whiskyfan schon fast nicht ertragbar. Man findet gar keine Worte das Ganze zu beschreiben. Hier hat einer über Jahre quasi fast alles gesammelt. Die Sammlung erstreckte sich über meterweise Regalwände und in der Mitte waren spezielle Vitrinen für ganz spezielle Schätzchen. An der Decke hängen alle möglichen Wasserkrüge von diversen Destillen. Man konnte den Raum schon fast als übervoll bezeichnen. Da hier über mehrere Jahrzehnte gesammelt wurde, finden sich wahrlich viele sehr alte Flaschen.

Drinklabor_Whisky_Lissabon3Die Ganze Sammlung soll zwischen 11.000-12.000 Flaschen enthalten und wurde vor weit über 50 Jahren begonnen. Wir wir im Nachhinein von der Tochter des Sammlers erfahren konnten. Der Mann der diese Sammlung und auch den Shop aufgebaut hat, ist mittlerweile über 85 Jahre und das Ganze wird jetzt von der Tochter verwaltet. Als man sich von dem ersten Schock erholt hatte, leitete uns unser Guide in einen zweiten Raum. Hier fanden sich fast überwiegend Blended Whiskys, mit ganz vielen Sondereditionen für bestimmte Feiertage oder Personen. So gab es eine eigene komplette Wand nur mit Flaschen der englischen königlichen Familie für diverse Anlässe. Auch bestimmte Sondereditionen für Geburtstage, Tronjubiläen etc. der Queen waren natürlich vertreten. Und auch spezielle Editionen z.B. von Chivas Regal bei denen die Flaschen von französischen Designer erstellt wurden. Es war schlicht und ergreifend unglaublich was sich hier auf 30-40 m2 angesammelt hat. Dann stöberten wir noch ein wenig im ersten Raum – da hier die noch spannenderen Flaschen zu finden waren. So hatte er von fast allen Destillen Flaschen vorrätig, teilweise sogar komplette Jahrgangsabfüllungen, so o z.B. von Glenfarclas ab den 50er Jahren. Dann diverse alte Abfüllungen der SMWS aus den Anfangsjahren. Die älteste von mir gefundene Flasche war ein Glen Grant von 1928. Aber auch eine Vielzahl von alten japanischen und amerikanischen Whiskys war in der Sammlung vertreten. Nach Ende der Besichtigung konnten wir uns noch kurz mit der Tochter des Sammlers unterhalten. Sie überlegen derzeit die Sammlung langfristig zu veräussern. Doch meint sie, speziell für die Blends nicht wirklich den gewünschten Preis zu bekommen. Und diese macht meiner Einschätzung fast 50 % der Sammlung aus. Aber allein für die vielen alten Single Malts lässt sich wohl ein gewaltiges Sümmchen bekommen. Obwohl es wirklich schade wäre, wenn man nicht mehr diese skurrile, aber auch sehr beeindruckende Sammlung geniessen kann. Wenn Ihr also in Lissabon seit, stattet dem Whisky & Co. auf jedenfall einen Besuch ab. So könnt Ihr. vielleicht den ein oder anderen älteren Whisky zu bezahlbaren Preisen ergattern und diese wirklich beeindruckende Sammlung bewundern. Hier findet Ihr die Adresse und die Öffnungszeiten des Shops.

 http://www.whiskycompany.interdinamica.pt

Und hier noch ein paar Eindrücke der Sammlung:

Drinklabor_Whisky_Lissabon_4 image image

image Drinklabor_Whisky_Lissabon5

 Drinklabor_Whisky_Lissabon

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Besichtigungen, Bourbon Whiskey, Deutscher Whisky, Drinklabor on Tour, Getränke kaufen, Grain Whisky, Irischer Whisky, Japanischer Whisky, Rye Whiskey, Single Malt Whisky, Spirituosen, Whisky

Marc&Philipps – Cocktails in Flaschen

Drinklabor_Marc&Philipp_1Durch Maike vom Kölner Streetfoodfestival bin ich auf eine Veranstaltung aufmerksam gemacht worden, bei der es um die Vorstellung von Cocktail in Flaschen ging. Am Anfang war ich sehr skeptisch. Ich musste an Studiezeiten zurückdenken. Gordons&Tonic aus der Dose und dann auch noch warm getrunken. Ob ich da wohl richtig wäre? Aber dann habe ich die Mail genauer gelesen. Die Cocktails werden von Marc & Philipp Finest Bottled Drinks produziert. Und dann habe ich gelesen einer der Beiden leitet das „Metzger und Marie“ und der andere ist Barkeeper im Shepards in Köln. Da haben sich zwei ausgewiesene Experten mit dem Thema beschäftigt. Außerdem werden nur frische Zutaten benutzt. Entsprechend habe ich mich Dienstag Abends durch strömenden Regen nach Köln aufgemacht. Passenderweise fand die Präsentation im Metzger und Marie im Kölner Agnesviertel statt. Das Lokal bildete mit seiner gemütlichen Rustikalität den richtigen Rahmen für diese Veranstaltung. Insgesamt waren wir ca. 30 Personen die sehr gespannt auf die Kreationen des Duos waren. Die beiden Entwickler Marc und Philipp wurden durch furchtbare Dosencocktails und gelangweilte Hotelbarkeeper zu Ihrer Idee inspiriert. Sie dachten sich, man müsste doch auch fertige Cocktails in Lecker anbieten können. Und dann das ganze auch noch mit natürlichen und frischen Zutaten trinkfertig anbieten. Dafür entwickelten sie sogar ihre eigene Abfüllanlage, da bei professionellen Abfüllern zu viel Verlust und nicht die richtige Qualität gewährleistet wäre. Die Cocktails werden auch alle direkt hier vor Ort produziert.

Drinklabor_Marc&Philipp_2Die beiden Gründer der Cocktaillinie ergänzen sich optimal. Marc ist Koch und Eigentümer des Metzger und Marie und ist der Spezialist für frische und herwertige Zutaten. Philipp dagegen ist noch als Barkeeper im Shepards tätig und bringt den Spirituosen und Cocktailbackground mit. Beide ergänzen sich wunderbar und haben so eine recht stattliche Auswahl an Cocktails entwickelt. Sie sind schon seit längerer Zeit in der Experimentierphase und haben bisher schon acht gelungene Cocktailkreationen entwickelt. Von klassischen Standards wie Gin&Tonic und Cuba Libre bis hin zu komplexeren Mischungen wie dem Suffering Bastard oder dem Cream Berry. Wie mir Philipp veriet hat Marc in seinen Garten noch genügend Früchte und Gemüse um noch weitere Kreationen zu entwickeln. Damit man sich ein gutes Bild von dem Geschmack machen konnten, boten sie unterschiedliche Verköstigungsmöglichkeiten an. Angefangen vom direkten aus der Flasche drinken oder mit Strohhalm, über pur aus einem Weinglas bis hin mit ausreichend Eiswürfel im Glas. Damit wir auch mehrere probieren konnten, ohne gleich zu viel zu trinken, einigten wir uns, an unseren Tisch auf Flaschenteilung. Da die Flaschen mit 250 ml und die meisten Cocktail mit 11-12 % Alkohol daherkamen – eine gute Strategie.

Drinklabor_Marc&Philipp_3Wenn einer der beiden Gastgeber Koch ist und noch dazu in seinem Restaurant lies er es sich nicht nehmen, das Tasting mit einer tollen Auswahl an Fingerfood zu begleiten. Angefangen von selbstgebackenen Brot, über Spare Ribs, Hähnchenkeulen hin zu leckeren Shrimps auf warmen Linsensalat. Der Linsensalat war mit einer Art Chillimayonaise versehen und passte mit seiner Schärfe ausgezeichnet zum Dark & Stormy. Alle Sachen waren ausgesprochen lecker, so dass ich beschloss, hier auch mal zum Essen herzukommen. Aber kommen wir zum wichtigsten Teil des Abends den Cocktail-Flschen. Das Design und die Aufmachung fand ich gut gelungen und es strahlt auch eine gewisse Wertigkeit aus. Hier denkt man bekommt man was für sein Geld. Nun möchte ich meine Eindrücke zu den unterschiedlichen Sorten mitteilen. Zwei der Cocktails waren absolut sehr gut gelungen. Da war einerseits der Suffering Bastard – ein Klassiker aus den 40er Jahren mit Gin, Bourbon und dazu kam noch Orange, Limette und Ingwerbier – wirklich super umgesetzt. Man konnte sehr gut die frische Limette rausschmecken. Ein gelungener Sommerdrink, den man irgendwo im Park gemütlich genießen kann. Daneben auch sehr gelungen war der Moscow Mule. Hier wurde Schwedischer Wodka eingesetz. Was hier super kam, war die Gurke, die trotz des recht scharfen Ingwerbiers super durchkam. Ich hatte vor 2 Monaten einen Moscow Mule in einer Bar und muss sagen, der von Marc & Philipp war besser. Die Standards Cuba Libre, Dark & Stormy und Wodka Lemmon war durch die Reihe gut umgesetzt und ließen sich gut trinken. Speziell beim Cuba Libre kam der Rum sehr gut durch und wurde nicht, wie so häufig von der Cola überlagert. Der Gin Tonic war auch gut trinkbar, aber da bin ich ein wenig mäkelig – und das wäre dann nicht ein Cocktail den ich in der Flasche kaufen würde. Daneben gab es noch zwei weitere Sorten. Achtung Chauvigefahr – typische Frauencocktails. Aber das haben auch einige der anwesenden Frauen selbst zugegeben. Einerseits der Pim Up, der auf Pimps No. 1 basierte. Und der Cream Berry ein selbstentwickelter Cocktail der den zweite „Frauen-Cocktail“ bildetee. Der war definitiv nicht mein Fall. Eindeutig zu süss. Er bestand neben normalen Wodka noch aus Himbeerwodka, Cream Soda, Limettensaft, Mineralwasser, Zuckersirup und das besondere Waldbeerenpüre. Einerseits war er mir eindeutig zu süß, außerdem führte die Waldbeeren, mit ihrer Bitterkeit bei mir zu einer belegter Zunge. Aber es kann mir ja nicht alles schmecken. Abgesehen davon bin ich bei Himbeeren und Alkohol immer ein wenig vorsichtig. Oder habt Ihr schon mal einen genialen Himbeerbrand getrunken, der nicht wie aus dem Chemielabor schmeckte – ich nicht.

Drinklabor_Marc&Philipp_4Ich finde wirklich gelungene Cocktails, die Ihre Abnehmer finden werden. Sie basteln auch immer noch weiter an ihren Rezepten. So sollen langfristig auch die Filler, wie Tonic Water, Bitter Lemon oder Ginger Beer auch speziell für die Beiden hergestellt werden. Ich bin gespannt wie sie sich weiterentwickeln. Ich kann Euch auf jeden Fall empfehlen, die Cocktails von Marc & Philipp unbedingt zu probieren. Und speziell im Sommer kann ich mir einen solchen Flaschencocktail als super Alternative zum Bier oder Weißwein vorstellen. Sie werden natürlich keinen guten selbstgemixten Cocktail oder einen Cocktail von  einem guten Barkeeper ersetzen, aber für bestimmte Anlässe sind die Cocktailflaschen gut geeignet. Um mehr über die beiden zu erfahren oder zu schauen, wo man die Cocktails bekommen kann – schaut auf folgende Facebook-Seite von Marc & Philipp. Wenn Ihr Infos zum Lokal Metzger und Marie haben wollt – schaut hier unter Ihrer Website: MetzgerundMarie.de.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bourbon Whiskey, Cocktails, Gesüsste Spirituosen, Gin, Melasse Rum, Old Fashioned, Rhum Agricole, Rum, Sahne Drinks, Sirup, Sours, Spirituosen, Whisky