Archiv der Kategorie: Limonaden/Filler

Tonictest 2.0 – die bitteren Tage gehen weiter 

img_1452Mittlerweile gibt es schon wieder so viele neue Tonics auf den Markt, dass ich mich gemüßigt gefühlt habe, diese auch zu probieren. Ich hatte damals schon beim großen Tonictest im letzten Sommer 10 verschiedene Toncis getestet. Hier findet Ihr den Beitrag dazu. Aber die Zahl der Tonic Water ist ja schon fast unüberschaubar. Im Netz habe ich irgendwo die Zahl von 350 verschiedenen Tonics gelesen. Da verliert man schnell den Überblick und es wird schon recht schwierig die richtige G&T Kombination zu finden. Daher will hier eine kleine Reihe starten und ab und zu neueTonics probieren. Dabei gehe ich ganz undogmatisch zu. Ich schaue welche ich gerade irgendwo gefunden habe und diese werden mit den gerade offenen Gins probiert.
Los geht es. Bei der ersten Runde mache ich eine kleine Europatour. Ich starte mit einem Tonic aus Italien, dann geht es nach Belgien und zum Schluss nach Spanien.

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Das Aquatonica von Plose aus Italien

Plose Aquatonica (Italien)

Starten möchte ich mit dem Plose Aquatonica. Ein Tonic aus Italien, genauer gesagt aus Brixen in Südtirol. Das Tonic kommt von dem Familienunternehmen Plose Quelle AG. Diese füllen schon seit den 50er Jahren Mineralwasser und in den letzten Jahren auch Limonaden ab. Für den deutschen ungewöhnliche Limonadengeschmäcker aus Italien kenn ich ja, aber Tonic hatte ich noch nicht im Glas. Bei der Flasche fällt zuerst ein recht ungewöhnliches Design auf. Die 25 cl Flasche mit Drehverschluss, hat man bei Tonic Water eher selten. Wenn man nicht genauer auf dem Etikett nachliest, vermutet man wirklich eher eine Limonade. Auf diesem fällt zuerst ein auf vintage getrimmter Gewichtheber auf, der einem Zirkusplakat aus den 20er entlehnt worden ist. Mit dem Hinweis corroborante-Stärkung soll wo eine Richtung angedeutet werden. Beim Öffnen merkt man schon ziemlich die Kohlensäure. Diese ist aber angenehm feinperlig. In der Nase eher blumig, süßlich – kommt eher wie eine Limonade daher. Und auch im Mund kommt eine ziemliche Süsse durch. Aber im Abgang kommt dann auch eine leichte Bitterkeit auf. Leider verfliegt die Kohlensäure sehr schnell.

img_3473Nun probieren wir das Tonic mit Gin. Da es recht süss daher kommt, dachte ich mir ich brauche einen eher klassischen wacholderbetonten Gin. Daher habe ich mich für den Brokers entschieden. Da leider die Kohlensäure schnell weg war und die Süsse stark im Vordergrund steht, hatte selbst so ein kräftiger Gin wenig Chancen. Da braucht es schon ein spanisches Mischverhältnis von 1:2 damit der Gin geschmacklich dagegen halten kann.

img_3475Ok dann werde ich mutiger und habe dem Tonic den recht kräftigen und intensiven BCN Gin entgegengesetzt. Der kam schon eher durch, aber die beiden sind nicht wirklich eine glückliche Gemeinschaft. Der Gin wirkt durch die Kombination irgendwie seifig. Eigentlich sollten zwei Gins genügen. Aber mein kleiner Gewichtheber aus Südtirol ist schon eine härtere Nuss. img_3477Ein letzter Versuch mit einem eher zitruslastigen Gin bringt vielleicht die Wende. Mit dem Rangpur von Tanqueray habe ich es dann noch mal versucht. Und hier habe ich mit das beste Ergebnis erzielt. Aber wirklich überzeugend war es auch nicht. Besonders störte mich die Süsse, die durch die schnell verflüchtende Kohlensäure extrem viele Geschmacksnoten überlagert.

Als Fazit kann ich sagen, dieses Tonic hat mich gar nicht überzeugt. Es gibt vielleicht den einen oder anderen Gin zu dem er passen könnte, aber meine Auswahl musste sich gegenüber dem Tonic geschlagen geben. Von meiner Seite keine Empfehlung.

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Das Tonic das nach dem Tonicerfinder benannt ist

Erasmus Bond Traditional Tonic (Belgien) 

Nach diesem Erlebnis musste ein klassisches Tonic her. Und wenn man sich schon nach dem Erfinder (oder besser Lizenznehmer) des ersten Tonics benennt, erwarte ich ein klassisches Tonic. Das Erasmus Bond wird in Belgien hergestellt. Der Londoner Erasmus Bond hat schon 1858 das erste Tonic patentieren lassen, noch vor der dem Hoflieferanten Schweppes von Herrn Schweppe.

Die Nase ist nicht aufdringlich, gute Zitrusnote aber alles recht zurückhaltend. Eine sehr gute Kohlensäuremenge, die auch nach dem Einschenken erhalten geblieben ist. Schöne Bitterkeit der Chinarinde mit einer leichten Süsse im Hintergrund. Ein klein wenig ist auch Lakritz wahrnehmbar, aber die Chinarinde ist mit ihrer Bitterkeit klar im Vordergrund. Trotzdem ist eine leichte Süsse im Hintergrund gut wahrnehmbar. Ein wirklich schönes klassisches Tonic, dass sich auch gut pur trinken lässt. Bin gespannt was meine Gins dazu sagen.

img_3491Als ersten Gin habe ich den Dodd´s Gin genommen, der schon ein wenig Ecken und Kanten mit seinem Honig und Lorbeer mitbringt. Zusammen mit dem Erasmus Bond ist es eine super Kombination. Der Gin ist noch gut mit seiner Note wahrnehmbar und der Tonic gibt dem ganzen seinen Rahmen. Ich habe ein 1:3 Mischverhältnis genommen. Wirklich eine schöne Kombination, die wirklich gut passte. Um das Tonic ein wenig auf Herz und Nieren zu prüfen, versuchte ich als nächstes einen wirklich herausfordernden Gin.

img_3492Den Bonner Flow Gin der mit seinem starken Rosenaroma ist definitiv nicht für jedes Tonic geeignet. Aber nach dem ersten Gin, fand ich das Bond Tonic so schön rund und dezent, dass ich es versuchen wollte. Auch hier setzt der Tonic dem Gin etwas entgegen, ohne ihn zu überlagern. Auch werden die Rosennoten beim puren Gin ein wenig abgeschwächt. Daher schafft er es auch bei herausfordernden Gins. Obwohl ich feststellte, wenn man ihn ein wenig stehenlässt, er eine leicht seifige Note entwickelt. Wer lässt aber schon seinen G&T stehen. Der Vergleich zwischen ersten und zweitem Tonic, also Italien und Belgien empfinde ich auf Grund der Geschichte schon als unfair, daher will ich sie auch gar nicht vergleichen. Das Erasmus Bond Classic Tonic macht seinem Namen alle Ehre und ist ein gutes, traditionelles Tonic, welches zu vielen Gins passt. Für mich ist es eine absolute Empfehlung. Erstaunlich ist nur, das es trotz des aktuellen Hypes nur selten hier in Deutschland zu kaufen ist. Ich persönlich habe es auch aus Holland mitgebracht.

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Ein ungewöhnliches Tonic mit Zuzu-Saft 

Qyuzu Premium Tonic Water (Spanien) 

Nach diesem klassischen Tonic soll jetzt ein wenig ungewöhnlicheres Tonic getestet werden. Nach Italien und Belgien soll es nun ein spanisches Tonic sein. Das Qyuzu Tonic das mit Yuzusirup versetzt ist. Laut Dose sollen 2,3 % Yuzusaft, der Saft einer japanischen Zitrusart, zugesetzt sein. Schon durch die Verpackung in der Dose fällt dieses Tonic auf. Ein wenig erinnert es an eine Kirin oder eine andere japanische Bierdose. Es sind auch 200 ml enthalten, obwohl die Dose kleiner wirkt. Aber wirklich nettes Design. Beim Einschenken fällt schon eine gewisse Trübung auf. Sieht fast aus wie ein Bitter Lemon. Die Nase ist geprägt von Zitrus und Fruchtaromen. Ich kenne Yuzu jetzt nicht, denke aber mal das es Yuzu ist, was hier in die Nase steigt. Beim Blindriechen wäre ich schwerlich auf Tonic gekommen. In der Nase erinnert es eher an einen zitrusartigen Fruchtsaft und ein wenig Aloe Vera vermag ich auch wahrzunehmen. Kohlensäure ist da, aber auch hier schnell wieder weg. Auf der Zunge erst recht fruchtig, ein wenig süss. Echt angenehm, wenn auch anfänglich wenig tonichaft. Im Abgang ist dann die Chinarinde spürbar und ein bitteres Mundgefühl bleibt übrig. Es ist schon mal eine spannende Mischung, aber eben halt kein klassisches Tonic. Man könnte es schon fast ein „New Western Style Tonic“ nennen, wenn man die Ginkategorie übertragen würde.

img_3495Jetzt wird es schwierig, was für einen Gin setzen wir dem entgegen. Ich versuche es mal mit dem Klassiker dem Bombay Sapphire. Erst mal an die Trübung im G&T gewöhnen. In der Nase nur noch Zitrone – wow hat schon fast was von Zitronensaft. Im Mund kommt der Gin nur gering durch, habe wieder die Saftassoziation. Schade das die Kohlensäure so schnell weg ist. Auch hier steht der Yuzusaft noch ziemlich im Vordergrund. Obwohl ich mag es. Komplett was anderes, nicht für jeden Tag aber wenn man mal was ungewöhnliches mag.

img_3497Jetzt versuche ich das Ganze noch mit einem spezielleren Gin, dem Martin Miller Westborne Strenght. Hier habe ich auch mal mit einer spanischen Mischung von 1:2 gearbeitet. Da das Tonic doch einen starken Eigengeschmack mitbringt. In der Nase bleibt das Aroma der Yuzu-Pflanze. Hier kommt jetzt auch noch der Martin Miller noch zur Geltung – auch das Gurkenaroma ist noch wahrnehmbar. Das harmoniert gut mit der Yuzuzitruslastigkeit. Daher empfehle ich bei diesem Tonic ein eher kräftigeren, wacholderbetonten Gin dazu zu nehmen. Vielleicht auch der spanischen Herkunft geschuldet, empfehle ich auch einen höheren Anteil an Gin. Ansonsten aber ein wirklich spannendes Tonic, mit dem man gut experimentieren kann.

Es ist spannend was sich so alles auf dem Tonicmarkt tut. Lest hier in Zukunft weitere Tonics-Test. Und versucht es zu Hause auch einfach mal aus, es macht wirklich Spaß. Speziell jetzt im Sommer bietet es sich an.

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The bitter Day – oder die große Tonic Water Versammlung

Der Testaufbau mit 10 Tonics

Der Testaufbau mit 10 Tonics

Als großer Gin Fan bin ich natürlich auch jemand der gern Gin und Tonic trinkt. Man muss sagen, diese beiden Getränke passen nun mal super zusammen. Und nachdem ich im letzten Jahr auch schon Tonic bzw. Tonicsirup hergestellt habe (den Text dazu findet Ihr hier), wurde es an der Zeit mal einen großen Tonicvergleich vorzunehmen. Durch die Teilnahme an einer Aktion der Siegfried Gin Macher kam ich zu der Gelegenheit dieses endlich mal vorzunehmen. Sie haben Leute gesucht, die gern ihre Lieblingskombination aus Siegfried und Tonic herausfinden möchten. Und die Teilnehmer haben insgesamt 10 Tonics zur Verfügung gestellt bekommen. Und wie predige ich hier schon länger, erst mal alles pur probieren und erst dann mischen. So konnten die Herzallerliebste und ich gleich zwei Tastings durchführen. Wobei ich sagen muss, 10 Tonics hintereinander ist schon eine ganz schön bittere Angelegenheit und man braucht viel Brot und Wasser zum neutralisieren. Des weiteren kommt man bei der ganzen Kohlensäure und das ein oder andere Bäuerchen nicht drumherum. Außerdem muss man auch berücksichtigen, das fast kein Mensch Tonic pur trinkt. Ich kenne zumindest niemanden. Aber um einzuschätzen, welche Art von Gin zu welchem Tonic passt, sollte man sich schon ein wenig mit den Geschmacksprofilen der unterschiedlichen Tonics auseinander setzen.

Die Deckel aller Testteilnehmer

Die Deckel aller Testteilnehmer

Wie schön war es noch in den 90er Jahren, da gab es bzgl. des Tonics kein Problem. Es gab quasi ein Tonic – das Schweppes – und man brauchte sich um die Auswahl keine Gedanken machen. Heute gibt es allein in Deutschland bestimmt über 30 verschiedene Sorten Tonic zu kaufen. Und mit dem Ginboom geht auch ein Tonicboom einher. Bei unseren Test haben wir versucht, die Tonics anhand von vier Kriterien zu begutachten. Wir mussten aber feststellen, das es teilweise sehr schwer war, die genauen Unterschiede zu beschreiben. Wir haben uns auf die Kriterien Bitterkeit, Süsse, die Stärke der Kohlensäure, besondere Aromen und den Abgang konzentriert. Die Reihenfolge haben wir ausgelost. Zur Auswahl standen diese 10 Tonic Water:

  • Thomas Henry Tonic Water
  • Thomas Henry Elderflower Tonic
  • Fever Tree Mediterranean
  • Goldberg Tonic Water
  • Fentiments Traditional Tonic Water
  • Doctor John William Polidori´s Dry Tonic Water
  • Aqua Monaco Tonic Water
  • Fever Tree Tonic Water
  • Schweppes Tonic Water Extra Dry
  • Aqua Monaco Extra Dry

Wie oben schon geschrieben, werden die meisten die Tonics nicht pur trinken, aber wir haben es versucht und unsere Eindrücke notiert. Der Versuch Aromen beim Tonic zu erriechen und da große Unterschiede festzustellen, erwies sich als sehr schwierig. Da ein Vergleich der puren Gin ohne entsprechende Gins nicht wirklich Sinn macht, habe ich auf eine Rangfolge bei der Bewertung verzichtet und werde die Erkenntnisse einfach nach Tasting-Reihenfolge wiedergeben. Da die Kosten für die einzelnen Tonics natürlich bei der Wahl auch eine Rolle spielen, habe ich zur besseren Einschätzung noch den Preis dahinter notiert. Den Preis habe ich von dem Onlineshop Ginladen, da er alle Tonics im Angebot hat. Natürlich bekommt man das eine oder andere Tonic im Internet oder stationären Handel auch zu günstigeren Preisen. Beginnen wir mit den Eindrücken zu den Tonics:

Das Thomas Henry Tonic Water für mich quasi der Standard bei Tonic Water, welches zu fast allen Gins passt. Es machte den Anfang unserer Bewertung. Erst in Vergleich mit den anderen Tonics und dem pur trinken erkennt man, wie extrem bitter es ist. Wenn ich an das Spicy Ginger denke, scheint es schon fast Firmenpolicy zu sein, immer ein wenig das Extreme zu suchen. Für mich ist es fast das Bitterste der gesamten Range. Kohlensäure ist schon gut vorhanden, nach dem Einschenken geht sie aber scnell verloren. Die Süsse hält sich eher in Grenzen. Insgesamt ein gutes Tonic, speziell für die Fans von ausgeprägter Bitterkeit. Hier braucht man schon Gins die dem ein wenig entgegensetzen können. Preis: 1,15 in der 0,2 l Flasche.

Thomas Henry Elderflower ist das süßeste Tonic in der Auswahl gewesen. Bei der Bitterkeit kann es mit dem normalen TH-Tonic mithalten, obwohl diese durch die Süsse der Holunderblüte gut abgemildert wird. In der Nase wirkt das Elderflower ziemlich künstlich. Und auch im Geschmack war es mir ein wenig speziell, wenn auch mit einem schönen Fruchtaroma. Beim Abgang bleibt fast nichts von der Süsse übrig und dagegen spürt man eine lange trockene Bitterkeit. Gefühlt war die Kohlensäure weniger präsent als bei dem normalen Tonic, was ich mir aber kaum vorstellen kann. In Kombination mit einem floralen New-Western Style Gin kommt diese Tonic bestimmt ganz gut. 1,15 in der 0,2 l Flasche.

Fever Tree Mediterranean war zum pur trinken für mich das angenehmste. Das Tonic ist schön harmonisch, hat aber eine spannende Kräuternote. Nach den Thomas Henry Tonics wirkte es fast gar nicht bitter und auch die Süsse wurde noch stärker betont. Aber dies ohne übertrieben süss zu sein. Die Kohlensäure ist präsent, aber gut eingebunden. Ein wirklich schönes Tonic – was sich auch optimal mit dem Siegfried Gin ergänzt. Preis: 1,99 € in der 0,2 l Flasche

Goldberg Tonic war für mich eine Überraschung. Ich hatte es schon mal getrunken, damals aber scheinbar mit dem falschen Gin. Ich hatte es al nicht besonders gut in Erinnerung. Beim pur trinken entpuppte es sich als grundsolides, gutes Tonic. In der Bitterkeit so zwischen T. Henry und Fever Tree mit einer dezenten Süsse. Die Kohlensäure ist hier stark ausgeprägt und bleibt auch sehr lange im Glas. Auch ein sehr gutes Allround Tonic zu einem günstigen Preis. Preis: 0,85 € für 0,2 l Flasche

Fentiments Tonic war für uns beide eine Herausforderung. Dieses Tonic macht es einen nicht leicht. Schon die Nase kann man nicht unbbedingt als wohltuend bezeichnen. Ein eher unangenehmer Geruch der ins Kohlartige und Kräuterige ging. Auch die Zitrusnote erinnerte einen weniger an Früchte als an Reiniger. Bei der Bitterkeit konnte es fast mit dem Thomas Henry mithalten, weist dazu aber noch eine extreme Trockenheit auf. Die Kohlensäure ist erst da und sofort weg. Aber der Geschmack und die Trockenheit wirken sehr lange nach. Man hat das Gefühl, dass man das Tonic noch lange im Mund „weiterkauen“ kann. Für mich definitiv nicht lecker und auch auf Anhieb fällt mir kein Gin ein, der direkt passen würde. Der Gin muss schon ein starkes Profil haben, um gegen das Tonic anzukommen. Es gibt bestimmt einige Liebhaber dieses Tonics, dafür ist es schon zu lange am Markt. Für mich aber, speziell pur genossen ist es zu schwierig. Preis: 1,59 in der 0,125 l Flasche

Das Dr. Polidoris Tonic kannte ich vorher noch gar nicht. War in meiner Geschmackswahrnehmung irgendwie im Mittelfeld. Nicht zu bitter, aber auch nicht zu süss. Ein dezente Kräuternote, die sich aber nur leicht im Hintergrund aufhält. Kohlensäure ist eher weniger vorhanden, bleibt aber dafür sehr lange im Glas. Der Abgang ist leicht bitter und trocken. Insgesamt ein gutes Durchschnitts-Tonic. Preis 1,99 € in der 0,2 l Flasche.

Das Aqua Monaco Tonic ist für mich das Zitrustonic des Abends. In der Nase war eine starke Zitrusnote wahrnehmbar, die dann auch im Geschmack klar vertreten war. Das Monaco ist eher ein süsseres Tonic, mit einer geringer ausgeprägten Bitterkeit. Die Kohlensäure war ein wenig stärker vorhanden. Beim Abgang ging der Zitrus dann leider ein wenig ins säuerliche. Mit diesem Tonic kann man schön mit zitrusbetonten Gins experimentieren, man muss nur aufpassen, dass nachher nicht alles nach Zitrone schmeckt. Preis: 1,84 € in der 0,23 l Flasche.

Beim normalen Fever Tree Tonic bin ich ein wenig voreingenommen. Da ich mit diesem schon einige Gin Tonics getrunken habe und es quasi eines meiner Lieblingstonics darstellt, ist es schwierig etwas Negatives über das Tonic zu schreiben. Ich finde es ausgesprochen rund und harmonisch. Wenn ich ein Tonic pur trinken sollte, wäre es, glaube ich zumindest dieses Tonic. Die Kohlensäure ist präsent, aber gut eingebunden. Die Bitterkeit ist gut spürbar, aber nicht übertrieben. Einzig das es mir fast schon zu süss ist, kann man als kleinen Negativpunkt anführen. Für mich einfach ein gelungenes Tonic. Preis: 1,99 € in der 0,2 l Flasche.

Vom Schweppes Extra Dry hatte ich mich sehr viel versprochen. So liest man des öffteren im Netz, das Schweppes mit dem Extra Dry ein richtig gutes Tonic entwickelt hat. Auch wäre es mit dem normalen nicht vergleichbar. Vielleicht waren meine Erwartung auch einfach zu hoch. Die Bitterkeit empfand ich recht als recht gering, die Süsse dagegen schon wieder als zu stark. Die Kohlensäure war extrem und blieb auch im Glas. Vom Aroma hatte ich künstliche Zitrusnoten in der Nase. Leider zogen sich diese auch durch den Geschmack weiter – um es auf den Punkt zu bringen – es schmeckte wie bittere Zitronenlimonade. Ich hatte leider kein Schweppes Indian Tonic um einen direkten Vergleich vorzunehmen. Muss ich aber bei Gelegenheit mal angehen. Auch hier fällt es mir schwer eine Gin-Empfehlung abzugeben. Zusammenfassend: ich habe es probiert – für mich leider nichts. Preis: 0,89 € in der 0,2 l Flasche.

Und auch das Aqua Monaco Extra Dry wird nicht mein Favorit. Hier ist der Name Extra Programm. Extra Bitter, extra wenig süss und extra wenig Kohlensäure. Das Zitronenaroma des normalen Tonics ist nur noch gering spürbar. Die Bitterkeit ist schon fast unangenehm. Im Geschmack ist es irgendwie wässrig und man hat eine leichte Metallnote. Im Abgang hat man eine extreme Trockenheit gepaart mit ordentlicher Bitterkeit. Nein auch das wird nicht mein Tonic und die Überlegung zu welchem Gin es passen soll, finde ich auch sehr schwierig. Preis: 1,84 € in der 0,23 l Flasche.

Drinklabor_Tonictest2

Das waren nun meine Erkenntnisse bei den 10 Tonics. Das spannende an so einem Test ist zu sehen, was für riesige Geschmacksunterschiede bei den Tonics bestehen. Teilweise ist der Geschmack komplett unterschiedlich, aber manchmal betrifft es auch nur Abstufungen beim Anteil der Kohlensäure oder der Bitterkeit oder der Süße. Da ich ein Tonic in den seltensten Fällen pur trinken werde, erübrigt sich eine Platzierung oder Reihenfolge aufzustellen. Außerdem wird es für jedes Tonic auch den optimalen Gin geben. Bei dem einen Tonic wird die Suche einfacher, bei den anderen schwieriger. Aber ein solcher Tonictest hilft doch schon mal einzuschätzen, in welche Richtung man bei dem Gin gehen sollte. Für einen Gin, nämlich den Siegfried Rheinland Gin habe ich es für diese 10 Tonics ausprobiert. Die Ergebnisse und Erfahrungen dieser Verköstigung könnt Ihr hier finden. Ansonsten kann ich Euch nur empfehlen, so einen Test auch mal zu Hause auszuprobieren. Wenn es auch extrem bitter mit der Zeit wird, aber es macht unheimlich viel Spaß.

 

 

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Der große Siegfried Gin & Tonic Test

Trinklabor_Siegfried_TonicTest2Als überzeugter Bonner und Liebhaber des Siegfried Gins hatte ich mich im Frühjahr bei einer Aktion von Siegfried Gin beworben. Da ging es darum, zu testen welches Tonic am besten zum Siggi passt. Aus allen Teilnehmern wurden am Schluss 10 Personen ausgewählt bzw. ausgelost. Jeder musste vorab begründen, warum gerade er oder sie für diesen Test geeignet ist. Und ich hatte das große Glück einer dieser zehn zu sein. Und irgendwann stand auf einmal ein großes Paket bei uns im Flur, welches ich mit einiger Neugier aufgemacht habe. Durch die netten Aufkleber Siggi on Tour war von außen schon erkenntlich, was in dem Paket zu finden war. Das Paket enthielt neben einer ganzen Flasche Siegfried Gin 10 unterschiedliche Tonics. Und nachdem sich endlich mal ein freier Abend gefunden war, wurde unserer Balkon kurzfristig zum Testlabor umgebaut. Um die Unterschiede besser herauszuschmecken, wurden natürlich alle Tonics erstmal einzeln getestet. Die Ergebnisse des Tonic-Tastings könnt Ihr hier in einem separaten Artikel lesen.

Nach dem Auspacken

Nach dem Auspacken

Nachdem meine Herzallerliebste und ich alle Tonics einzeln probiert hatten, ging es jetzt an den schöneren Teil der Aufgabe – das große Siegfried & Tonic Tasting. Hier wollten wir herausfinden, welche Kombination für uns die leckerste und stimmigste gewesen ist. Bei den Tonics standen zur Auswahl das Schweppes Extra Dry, 2 Tonics von Thomas Henry das normale und das Elderflower, das Fentiments Tonic, das Doctor Polidoris Tonic, zwei Aqua Monaco das Tonic und Extra Dry Tonic, das Goldberg Tonic und die beiden Fever Trees das normale Tonic Water und das Mediterranean.

2 Siegfried und 2 Hände von Tonics

2 Siegfried und 2 Hände von Tonics

Nach dem Tonictasting brauchten wir erst einmal ein großes Stück Brot und ordentlich Wasser. Da 10 Tonic auf einmal doch extrem tocken, süss und geschmacksintensiv sind. Von der Kohlensäure und seinen Folgen möchte ich gar nicht erst anfangen. Da wir nicht 10 große Gin Tonic trinken wollten und auch nicht gekonnt hätten, gab es jeweils nur kleine Mischungen in Nosinggläsern. Wir haben dabei versucht immer ein Mischungsverhältnis von 1 zu 3 hinzubekommen. Das Gute als Whiskyfan hat man natürlich Plastikpippetten, die ich zum gezielten Verdünnen von Whisky benutze. Diese haben auch eine Skala, so dass man immer einigermaßen genaue Mischungsverhältnisse hinbekommen hat.

Für die exakten Mengen kommt die Pipette zum Einsatz

Für die exakten Mengen kommt die Pipette zum Einsatz

Es war sehr spannend wie unterschiedlich die Tonics mit dem Gin harmonierten oder eher das Gegenteil bewirkt haben. Von den Geschmacksbewertungen und der Reihenfolge  waren meine Herzallerliebste und ich schon recht nah beieinander, so dass bei der Wahl der Favoriten als auch der Geht-garnicht Kombinationen es fast ein ähnliches Ergebnis gab. Wir können natürlich hier nur für uns sprechen und ich empfehle jeden sich selbst ein Urteil zu bilden. Und man muss sagen, die folgenden Aussagen beziehen sich nur auf die Kombination mit dem Siegfried Rheinland Gin. Mit einem anderem Gin mag das eine oder andere von uns eher ungeeignete Tonic bestimmt ganz gut harmonieren. Bei der Bewertung haben wir eher Gruppen gebildet, wenn ich auch am Schluss eine Reihenfolge festgelegt habe. Dabei sind sowohl meine Bewertungen, als auch die meiner Herzallerliebsten eingeflossen.

Alle am Test Beteiligten

Alle am Test Beteiligten

Kommen wir zu der Gruppe – lieber Finger von lassen:

Zuerst die Mischung mit dem Fentiments. Von der Nase ist der Mix schon besser als das Fentiments allein – aber ein Wohlgeruch ist es noch lange nicht. Im Mundgefühl kommt eine heftige Trockenheit zum Vorschein. Der Siggi tut einem schon leid, er hat gegen dieses Tonic keine Chance. Außerdem wird durch die Kombination eine sehr künstlich wirkende Zitrusnote erzeugt. Nein dieses Tonic bitte nicht für den Siggi benutzen. Auch das Schweppes Extra Dry gereicht dem Siegfried nicht zur Ehre. Auch hier ist eine verstärkte Trockenheit am Gaumen zu spüren, die Bitterkeit wird nochmals betont und auch das Zitronenlimonadige geht nicht weg. Beim Elderflower von Thomas Henry hätte ich gedacht, dass müsste passen. In der Kombination wirkte das Tonic und die Holunderblüte extrem künstlich und parfümiert. Auch die Bitterkeit kam in den Vordergrund. Auch hier klare Nichtempfehlung. Und nun zum Negativhighlight – der Siegfried Gin mit Aqua Monaco Extra Dry. Erstaunlich auch hier ist die Nase bedeutend besser als das Tonic solo. Der Kardamom kommt stärker nach vorn. Ich war also guter Dinge und dann habe ich es leider getrunken. Eine unangenehme Pfeffrigkeit gepart mit Bitterkeit und metallischen Anklängen. Tastingnotes meiner Herzallerliebsten „Unangenehme Nase, Geschmack Bahhhhhh“. Auch hier gilt in der Kombi bitte die Finger weg.

Nun geht es ins Mittelfeld – hier passt die Kombination von Tonic und Siggi schon ganz gut, aber wir sind noch nicht in der oberen Tabellenhälfte. Das normale Thomas Henry für mich schon fast wie ein Allrounder – es gibt wenige Gins die nicht dazu passen. Wenn man eine stärkere Bitterkeit mag, muss man hier ergänzen. Zusammen mit dem Siegfried wird die Bitterkeit ein wenig abgemildert. Die Lindenblüten sind sogar wahrnehmbar. Nur im Abgang wird es dann wieder recht trocken und bitter. Aber für einen guten G&T zwischendurch schon GUT geeignet. Kommen wir zu einer weiteren guten Mischung – nämlich die mit dem Dr. Polidoris Tonic. Der Siggi und das Tonic harmonieren schon ganz gut. Die Nase ist recht angenehm. Der Siggi kommt gut durch und Gin und Tonic ergänzen sich. Einzig die Bitterkeit überlagert den Geschmack des Gins. Aber auch hier gut trinkbar, wobei man dieses Tonic bisher eher selten zu kaufen bekommt. Und auch die Mischung mit dem normalen Aqua Monaco ist eine grundsolide Mischung. Hier wird das Zitrusarmao verstärkt, was in dieser Kombination ganz gut ist. Mit einem richtig stark Zitrus betonten Gin würde ich dieses Tonic wohl nicht empfehlen.

Kommen wir zu den Championsleague Plätzen, um in der Fussballersprache zu bleiben. Eine wirkliche gelungene Mischung ist die mit dem Goldberg Tonic. Eine absolut runde und harmonische Mischung, die eine angenehme Süsse hervorruft. Auch eine interessante Nase ist spürbar. Der Siggi ist gut schmeckbar und wird von den Tonicaromen unterstützt und teilweise verstärkt. Eigentlich schon eine sehr gute Kombination, einzig mir kommt das Ganze ein wenig brav daher.

Kommen wir zu den beiden Gewinnern. Tata.. auf dem zweiten Platz das Fever Tree Tonic. Ähnlich wie beim Goldberg passt hier einfach alles. Sie harmonieren gut miteinander, ergänzen sich gegenseitig ohne den jeweils anderen zu überlagern. Eine angenehme Süsse ohne zu stark hervorzutreten, die Bitterkeit ist gut ausbalanciert. Wenn Ihr also in der Bar Eurer Wahl seid und wollt einen Siggi mit Tonic trinken – auf jeden Fall zum Fever Tree greifen. Nur eine Kombi ist noch besser und sie kommt aus dem gleichen Haus – das Fever Tree Mediterranean. Hier kommt noch ein wenig Pep, Sexiness und Spannung dazu – die Kräuterigkeit. Diese werden durch den Siggi gut betont, ohne dass sie komplett in den Vordergrund treten. Ein wahre Geschmacksexplosion, eine flüssige Pizza Margarita einfach wunderbar. Obwohl ich mir auch vorstellen kann, das Einigen die Kräuternote zu dominant sein könnte. Also vorher immer selbst probieren und wenn man unsicher ist, erstmal zum normalen Fever Tree greifen – dass passt für jeden. Wenn Ihr aber noch das i-Tüpfelchen draufsetzen wollt, dann lasst das Mittelmeer in Euren Gin Tonic. Man kann also abschließend festhalten Siegfried Gin – das beste was einem Fever Tree passieren kann. Hier noch mal kurz die Ergebnisse tabellarisch dargestellt.

Platzierung Gin &  Tonic Kombination Bewertung
1. Siggi + Fever Tree Mediterranean +++
2. Siggi + Fever Tree Normal ++
3. Siggi + Goldberg Tonic ++
4. Siggi + Dr. Polidoris Tonic +
5. Siggi + Thomas Henry Normal +
6. Siggi + Aqua Monaco Tonic +
7. Siggi + Thomas Henry Elderflower – –
8. Siggi + Schweppes Extra Dry – –
9. Siggi + Fentiments – –
10. Siggi + Aqua Monaco Extra Dry – – –

Zum Schluß bleibt mir nur noch Danke zu sagen, bei den Jungs vom Siegfried Gin. Nicht nur für den tollen Gin als solchen, sondern auch für die Möglichkeit dieses spaßige Experiment auszuprobieren und die optimale Mischung von Siegfried & Tonic zu finden. Ich kann jeden nur empfehlen so etwas ähnliches auch mal zu Hause auszuprobieren, dann werdet Ihr doch ziemliche Unterschiede feststellen. In diesem Sinne genießt Euren nächsten Gin & Tonic.

 

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Gin Gin Mule – der minzefressende Esel

Der GinGinMule - lecker

Der GinGinMule – lecker

Für mich ist der Sommer in vielen Fällen Gin Zeit und am liebsten mit erfrischenden  Gincocktails. Einer meiner absoluten Lieblinge ist dabei der Gin Gin Mule. Wenn man dann noch eine kleine Ecke im Garten hat, wo man Minze anpflanzen kann, steht einem extrem leckeren Cocktail fast nichts mehr im Wege. Ich dachte mir nach den vielen Klassikern, die ich hier vorgestellt habe, soll es mal wieder ein moderner Drink sein. Dieser wurde in New York von Audrey Saunders, der Besitzerin des New Yorker Pegu Clubs entwickelt. Wer der Name nichts sagt, obwohl das relativ wenige sein werden, wird ihr Lehrmeister der Cocktailmastermind Dale DeGroff bestimmt etwas sagen.

Die gute Audrey dachte sich, sie möchte einen erfrischenden werden und hat mit Minze, Limetten, Gin und Ingwerbier einen herrlichen  Drink entwickelt. Dieser ist eine Abwandlung des bekannteren Moscow Mule verzichtet aber auf den Wodka und ergänzt ihn statt dessen mit Gin. Und da zusätzlich noch Ingwerbier enthalten ist und sich Gin Ginger Mule komisch aussprechen lässt, entstand der Name Gin Gin Mule. Die Beigabe der Minze sorgt für eine tolle Frische, die vom Limettensaft noch unterstützt wird.

Im Originalrezept hat sie selbstgemachtes Gingerbier verwendet. Das steht auch noch auf meiner Todo und wird demnächst auch angegangen. Daher habe ich mit gekauften Gingerbeer von Thomas Henry dem Spicy Ginger gearbeitet. Hier wieder der Hinweis für alle die es nicht so scharf mögen, dass Zeug ist schon extrem scharf. Aber da auch nur ein kleinerer Teil reinkommt, müsste es noch gehen.

Die Zutaten, Gin, Minze, Limette, Zucker und Ingwerbier

Die Zutaten, Gin, Minze, Limette, Zucker und Ingwerbier

Hier die Zutaten:

  • 5 cl Gin ruhig ein wacholderbetonter Gin (ich habe den Duke genommen)
  • 2 cl frisch gepresster Limettensaft
  • 1 cl Zuckersirup – kann man natürlich auch einfach selbst herstellen
  • 4-6 Zweige Minze (ruhig mit Stil und Blättern)
  • 4-6 cl Spicy Ginger oder anderes Ingwerbier

Zuerst den Gin, Limettensaft und Zuckersirup in einen mit Eiswürfeln gefüllten Shaker geben. Dann die ganzen Minzzweige in den Shaker dazugeben und ordentlich shaken. In ein mit Eiswürfel gefüllten Tumbler abseihen und mit dem Ingwerbier auffüllen. Dann umrühren und mit einem Minzzweig garnieren. Fertig ist ein ausgesprochen süffiger Sommerdrink für einen schönen Abend zum Genießen.

Es gibt von diesen Cocktail noch eine Erweiterung. Für die richtigen Ingwerfans unter Euch ist diese Abwandlung besonders geeignet. Dann gebt Ihr anstatt normalen Zuckersirup – vorab mit Ingwer infusionierten Zuckersirup dazu. Dann heißt das Ganze Gin Gin Gin Mule. Viel Spaß beim Ausprobieren und einen relaxten Abend.

Drinklabro_GinGinMule2

 

 

 

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CASCARA Sparkling – natürliche Erfrischung

Drinklabor_CascaraHeute möchte ich ein Getränk testen, bei dem es schwierig ist, es genau einzuordnen. Ist es eine Limonade, ein Energy Drink oder ein Erfrischungsgetränk. Vielleicht ein wenig von allen. CASCARA Sparkeling ist eine Neuentwicklung oder man könnte auch sagen Weiterentwicklung. Der vor allem in Latainamerika verbreitete Teeaufguss auf Basis des getrockneten Fruchtfleischs der Kaffeebohne wird hier noch mit Limetten, Agavendicksaft und Mineralwasser angereichert.

Vom Geruch her erinnert es schon ein wenig an kalten Kaffee. Nur das klassische Röstaroma kommt nicht so stark durch. Aber von der Nase her ist es  nicht unangenehm. Eine gewisse Bitterkeit aber auch ein Teearoma ist im Hintergrund feststellbar. Der erste Schluck ist erstmal ungewöhnlich. Mich hat es ein wenig an Hagebutte erinnert. Meine Oma hat früher einen Hagebutten-Sirup hergestellt und die Cascara erinnert mich ein wenig daran. Auch ein wenig Kaffeegeschmack ist spürbar. Was sehr angenehm ist, die Cascara kommt sehr spritzig daher und überhaupt nicht süss. Eher schon ein wenig bitter, aber immer noch gut trinkbar und sehr erfrischend. Auch nicht so bitter wie z.B. Club Mate. Ein wirklich ungewöhnlicher Geschmack, den so noch nicht im Glas hatte, aber sich gut trinken lässt. Ich empfehle das Getränk am besten Kühlschrankkalt zu genießen. Das Schöne dabei ist, dass es mit 16 Kalorien pro 100 ml kalorientechnisch fast gar nicht zu Buche schlägt.

Ich muss sagen, ich hatte bisher noch nichts von Cascara gehört, aber es muss besonders in Mittel- und Südamerika schon seit langen ein sehr beliebtes Getränk sein. Auch in Arabien ist es unter den Begriff Qishr (mit Ingwer, Zimt, Kardamon) schon seit Jahrhunderten bekannt. Hier wurde also ein altes Getränk moderniesiert und für die heutigen Ansprüche angepasst. Und ein Hauptargument ist die Koffeindosis. Da Koffeein die Pflanze vor Insekten schützen soll, befindet sich in dem Fruchtfleisch der Kaffeebohne natürlich noch viel mehr davon. So steckt in einem Glas Cascara eine ganze Menge mehr Koffein als in einer Tasse Kafffe.

Entwickelt hat das Getränk Martin Schäfer von der Cafekette Woyton. Der nach Tests in den eigenen Coffeeshops mit der Gaffelbrauerei einen Vertriebspartner gefunden hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass das Getränk seine Liebhaber finden wird. Ein wirklich ungewöhnliches Getränk, das speziell im Sommer eine angenehme Alternative zu den süssen Erfrischungsgetränken oder Energietrinks bietet. Wer mehr Informationen über das Getränk haben möchte, findet diese unter www.cascara-sparkeling.de.

Disclaimer: Das Cascara Sparkeling wurde mir  von der Privatbrauer Gaffel unentgeltlich zum Testen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Eine inhaltliche Beeinflussung des Textes fand nicht statt. Ich danke freundlich für die Unterstützung.

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Ginger Bier – bringt Schärfe in Eure Cocktails

 

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Ein unkoventionelles Gin&Tonic Tasting

Drinkabor_Gintasting_1Eine schöne und lustige Form des Austesten von Geschmacksnoten ist ein Gin&Tonic Tasting. Hier jetzt nicht an eine steife Veranstaltung denken und das Ganze auch nicht zu erst nehmen. Der Spaß sollte im Vordergrund stehen. Man lade sich also bis zu 4 oder 6 Ginfans ein. Sie müssen nicht unbedingt passionierte Gintrinker sein, sondern sollten einfach ein wenig Interesse und Forscherdrang mitbringen. Wenn man das ganze mit einem kleinen Essen mit Fingerfood ergänzt um so netter ist es. Außerdem schafft man einerseits eine gute Grundlage und man hat zwischendurch eine Möglichkeit zum Neutralisieren. Außerdem kann man dann auch Gin&Tonic mit Essen kombinieren – noch eine Tastingmöglichkeit.

Zur Vorbereitung sollte man natürlich ein paar Ginsorten zu Hause haben oder jeder bringt zwei bis drei Flaschen mit. Wichtig wäre dabei, dass man nicht nur London Dry Gins oder eine bestimmte Stilrichtung vorrätig hat. Dann sollte man versuchen auch 2 bis 3 verschiedenen Tonicsorten da haben. Dann kann man neben dem Gintasting auch ein kleines Tonictasting durchführen. Und damit es auch einen kleinen Experimentcharakter hat, braucht man natürlich auch noch verschiedene Gewürze (Spices). Und natürlich immer das Gesetz Nummer Eins – bei höher Prozentigen Getränken ausreichend Wasser vorrätig haben. Um zwischendurch seine Geschmacksnerven zu neutralisieren, bietet sich zusätzlich auch Brot an. Und natürlich braucht man dann auch noch ausreichend Eiswürfel.

Bei meinem letzten unkonventionellen Gintasting hatte ich folgende Tonics zur Auswahl

  • Thomas Henry
  • Thomas Henry Elderflower
  • Schweppes
  • Fentiments light
  • Goldberg
  • Monaco Tonic

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Neben den Gewürzen kommt es auch gut, die ein oder andere Frucht oder Gemüsesorten vorrätig zu haben. So bieten sich Zitronenscheiben, Gurkenscheiben und Paprikaschnitze als mögliche Zutaten für eine G&T Mischung an. Bei den Gewürzen greift man am besten auf die Gewürze zu,  die vor allem bei der Gindestillation eingesetzt worden. An vorderster Stelle denkt man da natürlich an den Wacholder. Da kann man so manchen New Western Style Gin noch ein wenig Wacholdergeschmack zurück geben. Auch immer schön ist Kardamom. Daneben kommt natürlich Pfeffer häufig gut. Dort kann man sowohl schwarzen, als auch roten Pfeffer verwenden. Wir hatten einen Sanshopfeffer aus Japan verwendet. Dies ist eine Art Szechuanpfeffer der ein wunderbares Zitronenaroma mitbringt und besonders gut zu vielen zitruslastigen Gins passt. Weitere mögliche Gewürze sind Koriander, Piement, Zimtstange und andere. Da ist Eurer Kreativität und Experimentierfreude keine Grenzen gesetzt. Also einfach an die Gewürzschublade und sich ein wenig trauen. Wichtig ist wie immer bei Gewürzen auf Qualität achten, damit man nicht irgendwelche Pestizidrückstände in seinen Gin gibt. Einzig von Sternanis und Nelken würde ich eher abraten, da die zu geschmacksintensiv sind und den Gin und Tonic komplett überlagern. Aber auch hier hat jeder eine andere Vorliebe. Was die Menge angeht, nehme ich immer 3-4 Körner. Ich drücke die Gewürze vorab ein wenig an, dann geben sie noch mehr Geschmack ab. Ich würde maximal 2-3 Zutaten dazu geben, da sonst die Geschmacksknospen sich zu stark überlagern.

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Wichtig ist, dass man zu Beginn den Gin erstmal pur erschnüffelt und probiert. Damit man zuerst seine Aromen aufnehmen kann. Ich verwende dazu auch ein Nosingglas, da dort die Aromen noch besser durchkommen. Auch sollte man die Tonics vorab schon mal pur probieren, um auch hier das ungefähre Geschmacksprofil zu erkennen. Jetzt kann man die beiden Zutaten in ein größeres Glas gießen und entsprechend Eiswürfel hinzugeben. Was das Mischungsverhältnis angeht, darüber streiten sich die Gelehrten. Man sollte es immer an seine eigenen Vorlieben anpassen. Ich persönlich bin immer so beim Mischungsverhältnis 1:2 oder 1:3 – wobei die 2 oder 3 Anteile natürlich Gin (kleiner Spaß) natürlich nicht, sonder Tonic ist. Nach dem man die Einzelgeschmacksprofile des Gins und des Tonic kennt, widmet man sich den Gewürzen. Und vielleicht braucht man auch gar nichts mehr dazu geben. Denn manche Gin&Tonics brauchen wirklich nichts mehr, als sich selbst. Und nun lasst Eurer Phantasie und Kreativität ein wenig Freilauf. Und wenn die Mischung komplett daneben geht, Versuch macht klug. Hier mal ein paar schöne Mischungen, die ich ausprobiert hatte und die ich sehr lecker fand:

  • Hendriks Gin oder Martin Millers Gin (beide haben ein Gurkenaroma) + Thomas Henry und Gurkenscheiben und 2-3 Pfefferkörner
  • Bombay Saphire mit Schweppes, Paprikaschnitzen und 2-3 Piementkörner
  • Brandstifer Gin + Feavertree und Wacholderbeeren
  • Elephant Gin + rote Pfefferbeeren, Kardamom mit Thomas Henry Elderflower

Und es gibt noch viele andere Möglichkeiten von Mischungen und Gewürzzusetzen. Lasst Euch einfach von den Gerüchen und Geschmäckern der Gins inspirieren und probiert ein wenig aus. Erstmal nur mit einem Zusatz und dann vielleicht mit mehr. Ich wünsche viel Spaß bei Eurem eigenen alternativen Gin&Tonic Tasting. Gern könnt Ihr mir Eure Erfahrungen oder tolle Kombinationen zu senden. Würde mich über Euer Feedback freuen.

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Der Gin Basil Smash – ein moderner Klassiker

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Die letzten warmen Sommertage – was bietet sich da mehr an, als ein leckerer Sommercocktail. Heute will ich den Gin Basil Smash ausprobieren. Obwohl erst ca. 7 Jahre alt – schon fast ein Cocktailklassiker. Damals als „Schnapsidee“ von Jörg Meyer im Le Lion erfunden – ist er heute nicht mehr von Cocktailkarten wegzudenken. Laut aktueller Twittermeldung werden im Le Lion in Hamburg in 12 Monaten nahe zu 1.200 Flaschen Gin für den Gin Basil Smash verwendet. Das nenne ich mal einen beliebten Cocktail. Obwohl die Entstehung / Erfindung nahezu gleichzeitig in Hamburg und Ulm stattgefunden hat. Wer näheres dazu wissen möchte dem ist der Artikel in Mixology empfohlen. Es ist ein klassischer Smash nur dass man anstatt der Minze hier zum Basilikum greift. Dies führt zu einer wunderbaren grünen Färbung.

Zutaten:

  • 6 cl Gin (Bombay Saphire bei mir)
  • 2 cl Zitronensaft
  • 1-2 Zuckersirup
  • 10 – 12 Basilikumblätter mit Stielen
  • Eiswürfel

Man füllt den Shaker mit den Basilikumblättern und gibt den Zitronensaft dazu. Dann das ganze ordentlich mit einem Stößel muddeln. Aufpassen dass man den Basilikum nicht total kaputt drückt. Gin, Zuckersirup und Eis dazu geben und das Ganze 15-20 mal shaken. Zum Schluss das ganze über mit Eiswürfeln gefüllten Tumbler-Gläsern abseihen. Als Verzierung ein Basilikumzweig und schon ist der Sommerdrink fertig. Lasst es Euch schmecken.

 

 

 

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Der Versuch Tonic Water selbst herzustellen ist gelungen

DrinkLabor_Zutaten_TonicHerstellungHeute möchte ich mich mit einem der beiden Bestandteile eines meiner Lieblingsdrinks – dem Gin Tonic – beschäftigen. Wie der Name schon sagt sind die beiden Zutaten Gin und Tonic. Und heute soll es um das Tonic bzw. Tonic Water gehen.
Ganz einfach könnte man sagen das Tonic ein leicht bitter schmeckendes kohlensäurehaltiges Zuckerwasser  ist. Die Bitterkeit wird vor allem durch das in Tonic enthaltene Chinin hervorgerufen. Dieses Chinin ist in der freien Natur vor allem in Chinarinde vorzufinden. Die wie der Name schon sagt aus der Rinde des Chinaridenbäume gewonnen. Dabei hat China nichts mit dem gleichnamigen Land zu tun, sondern kommt aus einer Indianersprache und bedeutet soviel wie Rinde-der-Rinden.
Und das in der Rinde enthaltene Chinin hat auch etwas mit der Entstehungsgeschichte des Tonic zu tun. So wurde es gegen Fieber und Malaria eingesetzt. Und so wurde Tonic häufig als Schutzmittel von den europäischen Kolonialisten getrunken. Die Legende behauptet, dass sie dann noch Gin rein geschüttet haben, damit die Bitterkeit ein wenig erträglicher wurde. Wer das Tonic erfunden hat ist nicht genau bekannt. Jedoch lies sich 1858 der Londoner Erasmus Bond erstmals ein Tonic Water patentieren.
Durch den Gin-Hype der letzten Jahre hat auch das Angebot an Tonics erheblich zu genommen. So erhält man schon häufig sogar in gut sortierten Supermärkten nicht nur den Klassiker Schweppes, sondern auch schon mal Thomas Henry, FeverTree u. a. Jedes Tonic hat seinen eigenen Geschmack und passt mehr oder weniger gut zu verschiedenen Gins. So finde ich z.B. die Kombi Hendriks und Thomas Henry sehr gelungen. Aber nachdem ich nun schon Gin selber destilliert habe, wollte ich auch versuchen den Counterpart Tonic mal selbst herstellen. Mit einiger Unterstützung von Mr. Google habe ich einige Rezepte gefunden und habe mich fröhlich ans Werk gemacht.
Erste Herausforderung die Chinarinde. Aber dank Onlineshops war das auch kein Problem. Ich habe gemahlene Chinarinde bestellt. Die lässt sich super leicht verarbeiten, führt aber zu einer ziemlichen Verfärbung des Tonicsirups. Wer also einen hellen Tonic haben möchte, am besten auf die geschnittene Chinarinde zurückgreifen. Daneben braucht man noch Zitronengras. Zitronensäure, Limettenschalen und -Saft, sowie natürlich Zucker. Um es noch ein weniger würziger zu machen zusätzlich noch ein paar Piementkörner dazugeben.
Beim Herstellen gibt es zwei verschiedene Vorgehensweisen. Man verkocht erst alle Zutaten und stellt den Sirup mit Zugabe von Zucker erst am Ende her. Oder wie ich, der am Anfang den Zuckersirup hergestellt hat. Also Wasser erhitzen, Zucker dazu geben bis sich dieser aufgelöst hat. Dann das klein geschnittenen Zitronengras dazu geben und für ca. 5 Minuten leicht köcheln lassen. Immer ab und zu umrühren. Dann die Chinarinde dazugeben und für weitere 5 Minuten köcheln. Ehe man die restlichen Zutaten, bis auf die Zitronensäure dazu gibt. Dann das ganze unter gelegentlichen Rühren für 15-20 Minuten weiter kochen. Und zum Schluss die Zitronensäure dazu geben.
Flaschen und Gläser habe ich vorab im Dampfgarer bei 100 Grad sterilisiert. Zum Abfüllen habe ich das ganze über ein Spitzsieb mit Kaffeefilter abgegossen. Dann das ganze nach dem Abkühlen am besten im Kühlschrank lagern. Habe versucht kleinere Gläser und Flaschen zu befüllen, so dass es nach dem Öffnen nicht zu lange offen steht.
So und dann muss natürlich das Tonic auch noch seiner Bestimmung zugeführt und in einem Gin Tonic verarbeitet werden. Ich bin jemand der seinen Gin nicht vom Tonic erschlagen möchte. Daher ein wenig mehr Gin. Bei mir gab es folgende Mischung 5 cl Gin (Bulldog London Dry) 10 ml Tonic Sirup und 80 ml Sodawasser plus Eiswürfel. Ein netter Sommerabend ist gerettet.
drinklabor_tonic-produktion
Hier noch mal die Zutaten aufgelistet:
  • 1 Liter Wasser
  • 600 g Zucker
  • 100 g Zitronengras
  • 15 Gramm Chinarinde
  • 3 Limetten, die Schale
  • 2 Limetten, der Saft
  • 4 g Piement Körner
  • 1 g Salz
  • 10 Gramm Zitronensäure

Das Rezept ist von mir ein wenig abgewandelt und basiert u. a. auf Küchenlatein und Jim Meehan, Pegu Club NY. Nach dem ersten Probieren würde ich eventuell den Zucker noch ein wenig absenken – denke mal 500 g reicht auch. Auch könnte die Bitterkeit der Chinarinde noch ein wenig dominanter sein. Daher beim nächsten Mal 20 g Chinarinde verwenden. Viel Spaß beim Ausprobieren und Trinken.

© DrinkLabor

 

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