Archiv der Kategorie: Getränkemessen

Besuch beim Craftbeer Festival Düsseldorf

Diesmal geht es um eine wirklich wunderbare Craftbeermesse. Das Craftbeer Festival Düsseldorf fand im letzten September zum ersten mal statt, und war ein großer Erfolg. Am Wochenende vor dem 1. Mai ging es in die 2. Runde. Wieder auf dem Gelände von BrauArt Britische Biere in der Nähe des Düsseldorfer Volksgarten. Da ich beim ersten Mal nicht konnte, war es für mich diesmal die Premiere. Um eine solche Messe zu stemmen, haben sich zwei Düsseldorfer (Craftbeer)Lokalgrößen zusammen getan. Da wäre der Off-, Online- und Großhandelsshop BrauArt Britische Biere. Die Jungs von BrauArt habe ich schon auf ein oder zwei anderen Veranstaltungen kennengelernt und weiß sie als größter Anbieter für britische Biere in Deutschland sehr zu schätzen. Außerdem sind sie die einzigen, die das wirklich abgefahrene „Wells Sticky Toffee Pudding Ale“ nach Deutschland importieren. Wenn ihr mal ein Nachspeisenbier sucht – das ist es.  Daneben braucht man für so eine Veranstaltung natürlich auch Frauenpower. So haben sie diese Veranstaltung zusammen mit den Mädels vom Onlineshop Crafters.Beer ins Leben gerufen. Es ist toll mitzuerleben mit was für einen Enthusiasmus Sina und Triena beim Thema Bier aktiv sind. Und es ist doch immer sehr erfrischend in dieser Männerdomäne auch Frauen zu treffen, die für das Thema Craftbeer brennen.

Samstagnachmittag sind daher neben mir, meine Herzallerliebste und der Bonner Kneipen- und Craftbeerblogger WelovePubs bei strahlenden Wetter nach Düsseldorf gefahren. Da direkt am Volksgarten gelegen, war auch die Anfahrt mit Öffis sehr einfach zu bewerkstelligen. Das Gelände, das sich die Brauart mit dem Fisch- und Delikattes-Laden Emmafisch teilt, ist wie geschaffen für einen solchen Event. So haben ca. 2/3 der Aussteller draußen einen Platz gefunden. Da das Wetter für ein Open Air wie geschaffen war, hielt sich auch ein Großteil der Gäste draußen auf. Daneben wurde auch noch ein Teil der Halle mit Ausstellern besetzt. Dabei fühlt man sich aber nicht wie in einer normalen Lagerhalle.

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Der tolle Eingangsbereich von BrauArt

Nein schon der Eingangsbereich mit dem Shop, bietet mit dem leuchtendem Grün und einem überdimensionalen Lüster einen tollen Blickfang. Dazu sorgen noch viele Flachen, Plakate und ungewöhnliche Lampen und Dekorationen für eine gemütliche Atmosphäre. Im hinteren Bereich hat man auch ordentlich mit Farbe und großen Plakaten und  Karten gearbeitet. Toll wie sie eine Halle zu einer gemütlichen Location umgewandelt haben. Die Messe war wirklich gut besucht. Was auffiel – Craftbeer ist eindeutig für jüngeres Publikum. Und auch viele Frauen können sich für die spannende und abwechslungsreiche Welt des Craftbeeres begeistern.

Insgesamt empfand ich es sehr erfrischend, dass immer mehr Frauen auch hinter den Ständen und als Brauerinnen anzutreffen sind. So wartete das kleine Freiburg schon mit vier Craftbeerbrauereien auf, von denen zwei komplett weiblich geführt werden. So viel gleich der Stand von „Emma – Bier ohne Bart“ auf. Allein den Namen finde ich richtig gut gelungen. Die One-Woman Brauerei war mit zwei, wie ich sagen muss sehr gelungenen Bieren vertreten.

So hatte sie ein Kuckucks Rot ein Black Forest Amber Ale aus der Flasche und ein Zapotopaz ein fruchtig bitteres Strong Ale eingebraut mit australischen Topaz Hopfen vom Fass dabei. Ein weiterer Sud ist im Moment noch in Arbeit. Ich mochte beide sehr gern, aber das Zapo war eines meiner Highlights auf dem Festival. Die 8,2 % Alkohol hat man fast nicht geschmeckt, was natürlich extrem gefährlich sein kann.

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Brauer von Trouble Bering aus Kildare, Irland

Besonders gelungen fand ich bei dieser Veranstaltung, das der Brauer in den Mittelpunkt gerückt wurde. So das man fast an jedem Stand mit dem Brauer persönlich über sein Bier sprechen konnte. Und nicht wie bei vielen anderen Messen, auf denen häufig nur noch Händlern oder Agenturen vertreten sind. Durch ihre gute Beziehungen konnten die Veranstalter auch viele britische und irische Brauereien inklusive ihrer Braumeister nach Deutschland holen.  Ca. 20 Brauereien waren vor Ort zu sehen und über 80 Biere konnte man verkosten. Nicht mitgezählt habe ich die Möglichkeit diverse andere Biere direkt aus dem Brauart zu kaufen.

Aber auch für das weibliche Wohl wurde gesorgt. Neben leckeren Burgern, gab es auch noch originale Cornish Pasties in unterschiedlichen Variationen. Außerdem konnte man neben an bei EmmaFisch einen sehr gelungene Chorizzo-Burger essen.

Ich finde an einem solchen Tag ist es immer schwierig eine Bewertung abzugeben. Denn nur eins der verkosteten Biere in einer durchschnittlichen deutschen Kneipe und man wäre glücklich. Aber so hat man hier die Qual der Wahl. Und dabei gibt es dann auch das ein oder andere Bier, dass dann nicht ganz so lecker ist.

Cooles Dosendesign aus England

Cooles Dosen-Design aus England  

Da die Aufzählung aller Brauereien und probierten Biere den Rahmen sprengen würde, möchte ich hier nur meine absolute Highlights aufzählen. Da war z.B. das Full Fathom 5 von North Brewing aus Leeds. Ein wirklich gelungenes Coconut-Coffee-Stout, bei dem sowohl die Kokosnuss als auch der Kaffee mittels Infusion ins Bier kommt. Hat schon ein wenig was von Bierbounty. Nocheinmal zurück zum Thema Brauen und Frauen. Die Malt & Hops eine weitere Frauen-Craftbeerbrauerei. Wie auch Emma sind die beiden Brauerinnen Seiteneinsteiger und mit absoluten Entusiasmus dabei. Sie hatten ein sehr erfrischendes Fresh Daisy Pale Ale am Zapfhahn.

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Biere der Boyne Bering aus Drogheda, Irland

Besonders habe ich mich über die Teilnahme der Boyne Brewery gefreut. Diese hatte ich im letzten Jahr auf meiner Wales/Irland/ Schottland-Tour besichtigt. Hier könnt Ihr noch mal den Beitrag dazu lesen. Damals haben wir vor allem die noch im Bau befindliche Boann Destillerie besichtigt. Im Anschluss durften wir auch die im hinteren Bereich liegende Boyne Brewery mit der Flaschenabfüllung anschauen. Leider kamen wir damals nicht dazu, auch eines der Biere zu probieren. Dies konnte ich jetzt in Düsseldorf endlich nachholen.

Ebenfalls aus Irland genauer gesagt aus Kildare war Trouble Brewing mit einem Graffiti Pale Ale vertreten. Obwohl nur 3,6 % war es extrem vollmundig und der Hopfen super eingebunden.

Ebenfalls begeistert hat mich die Kraftbierwerkstatt aus Böblingen. Die schon eine recht große Auswahl an spannenden Bieren dabei hatten. Diese waren auch einige der wenigen Brauereien, deren Flaschen mir schon im Einzelhandel über den Weg gelaufen sind. Dies hing damit zusammen, das ihr örtlicher Großhändler bundesweit private Edekaläden beliefert. So hatte ich das markante „K“ schon bei Edeka Mohr in Bonn gesehen. Sie hatten neben ihren Flaschenbieren auch zwei Sondersude dabei. Das Chillibier war leider schon aus gewesen. Aber das Rauchbier war wirklich gelungen, da es sich von den klassischen Bamberger Bieren unterschied, und eben nicht nur nach Schinken geschmeckt hat. Eine ganz dezente Rauchnote die das Bier und den Hopfen nicht überlagerte.

Zum Abschluss noch ein wirkliches „Nachtischbier“ – von der Bierfabrik aus Berlin. Diese sind mir auf Grund ihres „SchabrakentaBiers“ schon in Köln auf dem „Festival der Bierkulturen“ aufgefallen. Das nette daran, dass sie sogar ein Teil des Geldes aus dem Verkauf dieses Bieres, zum Erhalt des vom Aussterben bedrohten Tarpires spenden. Das Bier was mich von ihnen aber wirklich umgehauen hat, war ihr Marple Walnut Stout. Hier kam u.a. auch Ahornsirup zum Einsatz. Absolut karamellig und lecker, aber nur in kleinen Mengen zu genießen.

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Sina von den Crafters – einem der Veranstalter

Es war ein wirklich gelungene Veranstaltung. Die Location, das Wetter und die Gäste – alles passte. Nochmal Danke an Sina und die Teams von Crafters und BrauArt für die wirklich gelungene Brauerei bzw. Bier-Auswahl und die perfekte Organisation. Da muss man nächstes Jahr auf jeden Fall dabei sein. Wer weitere Informationen über das Festival erhalten will und den Termin für das nächste Festival erfahren will, kann sich hier über das Craftbeerfestival informieren.

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Gut gelaunte Gäste bei Abendstimmung


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Ale Mania aus Bonn


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Laboratorium aus Cottbus 


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Die Biere von Malt & Hops aus Freiburg

 

 

 

 

 

 

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Bierstillleben

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Gin auf Barcelonaweise – der BCN Gin

Drinklabor_BCNGIN1Letztes Wochenende durfte ich eine tolle Spirituosenmesse besuchen – die Aquavitae in Mülheim an der Ruhr. Wer diese noch nicht kennt, kann ich nur sehr ans Herz legen. Einerseits hat man eine riesige Auswahl an Whiskyanbietern, wo man quasi alle Neuabfüllungen, aber auch alte Schätzchen probieren kann. Anderseits ist sie aber keine reine Whiskymesse. Hier findet man verschiedene Anbieter rund um das Thema Spirituosen, wie Obstbrenner, Rumhersteller, Wodkabrennereien und natürlich für mich besonders interessant Ginproduzenten. So bot sich für mich die Gelegenheit, verschiedene Gins zu probieren. Eines meiner Highlights war der sehr gelungene spanische Gin BCN, auf dessen Stand auch eine spannende Form der Degustation angeboten wurde. Das schöne war, dass am Stand nicht nur der deutsche Importeur, sondern auch der Inhaber höchstpersönlich vor Ort war. Am Stand konnte man den Gin pur, als Gin & Tonic oder als Spezial G&T probieren.

Der Macher Stefan Lismond und sein deutscher Importeur

Der Macher Stefan Lismond und sein deutscher Importeur

Der BCN Gin kommt aus dem Priorat südlich von Barcelona und versucht die Gegend und ihre Einflüsse in sich zu vereinen. Das beginnt schon beim Ausgangsmaterial. Hier kommt ausschließlich Alkohol aus Weintrauben zum Einsatz. Dabei werden nur die hier angebauten und sehr intensiven Sorten Grenache und Cariñena verwendet. Diese werden dann mit deutscher Brennereitechnick fünfmal destilliert. Hier kommt nämlich eine Kupferbrennanlage von Arnold Holstein vom Bodensee zum Einsatz. Dies erzählte mir der Gründer und Inhaber der Prioror Barcelona Dry Gin Company – Stefan Lismond. Der Gebürtige Belgier, der seit 1991 in Spanien lebt, war ursprünglich im Weinbusiness tätig. Hier entstand auch die Idee, aus den lokalen Trauben Gin zu produzieren. .

Neben den lokalen Trauben legt er auch besonderen Wert auf die ausschließliche Verwendung von regionalen Botanicals. So enthält der Gin alle Zutaten, die aus dem Priorat kommen. Diese gebirgige Gegend südlich von Barcelona ist durch eine gewisse Rauheit geprägt. Bei der Destillation kommen neben Wacholder, Rosmarin, Fenchel, Zitronengras, Feige und Piniensamen zum Einsatz. Diese Botanicals werden mit Zitronen aus Südkatalonien abgerundet. Auch das verwendete sehr mineralhaltige Wasser aus der eigenen Quelle soll für das Aroma eine besondere Bedeutung haben. Diese ungewöhnlichen Botanicals sorgen für einen ungewöhnlichen, erfrischenden Geschmack der seine mediterranen Wurzeln nicht verbergen kann. Besonders pur genossen kommt der Rosmarin und die Pinien stark zum Vorschein. Ich habe sogar ein wenig Kirsche wahrgenommen, obwohl solche hier nicht zum Einsatz kamen. Jedenfalls pur genossen schon ein wirklich ungewöhnlicher Gin.

Der Name des Gins hängt mit der Hauptstadt Kataloniens und einer der Ginwelthauptstädte zusammen – nämlich Barcelona. Das Priorat befindet sich auch nicht weit weg von Barcelona – der Stadt, wo dieser Gin natürlich oft getrunken wird. So trägt der Gin als Name, die offizielle Abkürzung des Flughafens von Barcelona – BCN. Auch das Logo greift die in Barcelona sehr häufig anzutreffenden Escofet Tejera & Co. auf. Dieses Symbol ist seit 1916 als Zeichen für Barcelona ausgewählt worden und ziert seitdem häufig die Bürgersteige und Straßen der Stadt.

Die wichtigsten Zutaten plus Rotwein

Die wichtigsten Zutaten plus Rotwein

Diesen Gin kann man natürlich ganz normal mit Tonic genießen, aber die Macher haben sich eine besondere Form des Genusses ausgedacht. Nachdem ich diese Mischung auf der Aquavitae probieren durfte, musste ich diese Form natürlich bei mir Hause im Drinklabor auch ausprobieren. Man braucht dafür Rotwein, BCN Gin, Tonic, Zitronenzeste und Weintrauben. Ich habe natürlich das empfohlene Rezept nach meinen Bedürfnissen ein wenig abgewandelt (speziell das Gin & Tonic Verhältnis):

Zutaten:

80 – 100 ml spanischer Rotwein

5 cl BCN Gin (original 4cl)

150 ml Fevertree Dry Tonic Water (Originalrezept mit 200 ml Tonic)

Zitronenzeste und 2 halbierte Weintrauben als Zugabe

Rotwein mit Eiswürfeln

Rotwein mit Eiswürfeln

Zu Beginn füllt man ordentlich Eiswürfel in ein Ballonglas. Dann gießt man ca. 80 – 100 ml Rotwein dazu. Im Ursprungsrezpet müsste eigentlich ein Rotwein aus der Priorat-Gegend zum Einsatz kommen. Es tut aber auch ein anderer trockener, spanischer Rotwein. Das gefüllte Glas ordentlich schwenken und schütteln. Einerseits kühlt man dadurch das Glas ab, anderseits benetzt man so das Glas mit Rotwein. Ähnlich wie bei manchen Cocktails, bei denen man das Glas vorab mit Absinth ausspült. Jetzt seiht man den Rotwein mit einem Sieb ab und lässt noch einen kleinen Schluck im Glas. Dann füllt man nochmal die Eiswürfel auf. Anschließend gießt man den Gin dazu. An einem Barlöffel wird dann das gekühlte Tonic ins Glas gefüllt, damit möglichst wenig Kohlensäure verloren geht. Das Ganze kurz umrühren, eine Zitronenzeste in Glas und die 4 halben Weintrauben dazugeben. Fertig ist eine tolle Abwandlung des klassischen Gin&Tonics. Damit könnt Ihr Euch ein wenig mediterranes Flair während der kalten Jahreszeit in Eure Wohnzimmer holen. Viel Spaß beim Nachmachen.

Der besondere BCN G&T

Der besondere BCN G&T

Den Gin könnt Ihr bei ausgewählten Onlineshops für ca. 35 – 40 € (0,7 l Flasche) kaufen. Weitere Informationen zum BCN Gin findet Ihr unter bcn-gin.com.

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Whiskymessen – Tipps für den ersten Besuch

imageWie viele von Euch interessiere ich mich für Whisky, im speziellen Single Malt Whisky. Wenn man sich länger mit dem Thema beschäftigt, will man auch mal auf eine Whiskymesse gehen. Und meist ist man komplett überfordert. Da es auch mir am Anfang ähnlich ging, will ich in diesem Beitrag ein paar Tipps geben, damit der erste Messebesuch ein schöner wird. Durch das zunehmende Interesse an Whisky ist die Anzahl der Whiskymessen in den letzten Jahren schon unübersichtlich geworden. Und es gibt fast keine Gegend in Deutschland wo nicht im Umkreis von 100 km die ein oder andere Messe stattfindet. Für den Anfang würde ich erstmal eine kleine, lokale Messe empfehlen. Denn bei den Großevents wie der Whiskyfair in Limburg, der Aquavitae in Mühlheim, der Finest Spirits in München oder der Interwhisky in Frankfurt ist man als Neuling vom Angebot leicht überfordert. Die meisten Messen funktionieren so, dass Ihr an der Kasse mit dem Eintritt ein Tastingglas erhaltet. An den Ständen gibt es dann häufig Preislisten für ein Glas oder die ganze Flasche.

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Aber auch bei kleineren Messen kann einen das Angebot leicht überfordern, daher kann man mit ein wenig Planung den Überblick und das Messevergnügen noch ein wenig steigern. Dies hilft z.B. überhaupt reinzukommen, das richtige Tasting zu buchen oder den gesuchten Whisky mit nach Hause zu nehmen. Häufig gehen die Whiskymessen über mehrere meist zwei Tage. Je nachdem wo die Messe stattfindet, sollte man auch eine Übernachtung mit einplanen. Da eine lange Fahrt egal ob mit Auto (natürlich nicht Ihr selbst) oder Zug nach einem Messetag schon recht lang werden kann. Wenn Ihr nur einen Tag hingehen wollt, überlegt vorher ob Euch ein größerer Andrang an Leuten stört. Da besonders der Samstag immer bedeutend besser besucht ist, als der Sonntag. Als nächstes solltet Ihr Euch Tickets besorgen. Die meisten, zumindest mir bekannten Messen bieten einen Vorverkauf der Tickets an. Dies kann ich jeden nur ans Herz legen. Einige Messen haben auf Grund der Platzverhältnisse nur eine bestimmte Anzahl an Karten und dann kann es am Messetag auch schnell ausverkauft sein.  Außerdem spart man sich dann auch noch das Anstehen an der Tageskasse. Des weiteren bieten viele Messen auch schon im Voraus die Möglichkeit Verkostungen zu buchen. Und speziell bei besonderen Abfüllungen oder bekannten Präsentatoren sind diese schnell ausverkauft. Außerdem kann ich empfehlen, dass Ihr nicht unbedingt den letzten Termin buchen solltet, speziell wenn man schon von Beginn an auf der Messe ist. Nachdem Ihr also die Karten und Tastings reserviert habt, nutzt Ihr die Website der Messe, um Euch über die Aussteller zu informieren. Die Messen die ich überwiegend besuche, sind von sogenannten Unabhängigen Abfüllern dominiert. Aber auch die Destillen selbst sind teilweise selbst oder durch Vertreter vor Ort. So kann man sich im Vorhinein über neue Abfüllungen informieren und sich eine Liste erstellen, was man probieren möchte. Hier die Empfehlung weniger ist mehr. Außerdem habt Ihr mit dieser Liste eine gute Grundlage nicht um nicht sofort überfordert zu sein. Ausserdem vergesst Ihr keinen Whisky, den Ihr unbedingt probieren wolltet. Ich arbeite dann zu Beginn immer erst kurz meine Liste ab und habe dann die Zeit, mich einfach treiben zu lassen. Auch habe ich die Erfahrung gemacht, die guten und teuren Tröpfchen, wenn Ihr  sie nicht versampelt, diese relativ früh zu trinken. Denn zu einem späteren Zeitpunkt ist der Geschmacksapperat schon so in Anspruch genommen, dass man nicht wirklich Nuancen erschmecken kann. Was die Reihenfolge angeht, empfehle ich wie bei Tastings erst mit den weniger intensiven und alkoholbetonten Whiskys zu beginnen.

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Jetzt möchte ich dazu kommen, was ich empfehle mitzunehmen, wenn Ihr zum ersten mal auf eine Whiskymesse geht. Zuerst natürlich ausreichend Neugier und Entdeckerdrang. Dann ist es ganz wichtig, ausreichend Wasser dabei zu haben. Immer mehr Messen bieten zwar kostenlos Wasser an, aber es ist immer noch nicht Standard. Und um gut durchzuhalten, sollte mindestens ein bis zwei Glas Wasser pro Dram getrunken werden. Da Ihr vielleicht den ein oder anderen Whisky probieren wollt, aber dies nicht an einem Tag machen solltet, bieten sich Samples an. Ich finde speziell bei Abfüllungen, die ich unbedingt genauer prüfen möchte, nehme ich diese lieber als Sample mit. So kann ich zu Hause ohne Ablenkungen und vorher getrunkenen Whisky das Stöffchen ganz unvoreingenommen und intensiver probieren. Es ist auch kein Problem bei Ständen oder auch bei Tastings sich den Whisky abfüllen zu lassen. Um es den Leuten nicht zu schwer zu machen, nehmt noch einen kleinen Trichter mit. Besonders wenn Ihr z.B. bei Tastings selbst abfüllen müsst, ist er sehr hilfreich. Damit Ihr danach wisst, was in den Samples drin ist, am besten auch gleich Aufkleber mitnehmen. Wenn Ihr schon vorher wisst, was abgefüllt werden soll, kann man diese sogar schon vorab bedrucken. Natürlich solltet Ihr auch Euren Plan nicht vergessen. So wisst Ihr zu welchen Stand Ihr gehen wollt und was für Whiskys es dort gibt. Was ich besonders praktisch finde, sind Glashalter. Mit denen könnt Ihr das am Eingang erhaltene Glas umhängen. Diese Bänder bekommt Ihr häufig auf Whiskymessen oder im Internet. So braucht Ihr Euer Tastingglas nicht die ganze Zeit in der Hand tragen. Apropos tragen, verzichtet am besten auf einen Rucksack. Erstens besteht dabei immer eine erhöhte Gefahr des Diebstahls. Und zweitens vertragen sich große Rucksäcke, viele Menschen und Stände mit Flaschen eher weniger. Eine Umhängetasche leistet dabei häufig bessere Dienste.

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Wichtig ist natürlich auch mit einer gehörigen Portion Neugier und Interesse an eine solche Messe heranzugehen. Also auch mal zu Euch total unbekannten Abfüllern zu gehen und nach Tipps und Empfehlungen fragen. Da kommen immer die besten Erlebnisse und Eindrücke raus.

Zum Abschluss gibt es noch ein paar Messen, die ich selbst schon besucht habe und auf jeden Fall empfehlen kann.

Messenname                                 nächster Termin                   Ort                               Weitere Infos/Website

Just Whisky                                   28.05. – 29.05.2016           Oberhausen               www.justwhiskyoberhausen.de

Aquavitae                                       29.10. – 30.10.2016            Mühlheim                  www.whiskymesse.eu

Finest Spirits                                 03.02. – 05.02.2017           München                    www.finest-spirits.com

Whiskymesse Rhein/Ruhr         01.04. – 02.04.2017           Düsseldorf                  www.whisky-messe-rheinruhr.de

Whisky Fair                                   23.04. – 24.04.2017           Limburg                      www.festival.whiskyfair.de

 

Die oben aufgeführten Messen sind von meiner Seite alle zu empfehlen und geben einen schönen Überblick auch für Whiskyanfänger. Daneben gibt es eine Vielzahl weiterer Messen und Veranstaltungen die sich hauptsächlich der nur teilweise dem Thema Whisky verschrieben haben. Einen sehr umfangreiche Liste habe ich unter messen.de gefunden. Jetzt bleibt mir nur Euch viel Spaß beim nächsten Besuch einer Whiskymesse zu wünschen. Und immer daran denken, das wichtigste ist Spaß zu haben.

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Es gibt Rum Baby! Besuch beim Rum-Club in der Kölner Malzfabrik.

Drinklabor_RumclubIst Rum die nächste Hypespirituose? Ich weiß es nicht, es ist mir auch egal. Ich trinke seit gut 2-3 Jahren Rum oder Rhum und kann der Spirituose vieles abgewinnen. Der Vorteil eines Hype ist es, dass rund um die Spirituose auch viel geboten wird. So war ich am 30.09.15 in Köln in der Malzfabrik auf einer Veranstaltung mit dem Namen „Rum Club“. Das Konzept für diese Veranstaltung wurde von Christoph Schreiber entwickelt und bietet die Möglichkeit an einem Abend, sich einen super Überblick über die Vielfalt des Rums zu machen. Der Eintritt kostet 69 € (wobei es auch Frühbuchertarife gab). Dies hört sich zuerst recht viel an, die Gegenleistungen die man dafür bekommt, rechtfertigen den Preis aber allemal. So ist ein Glas, Hintergrundmaterialien zu den angebotenen Rums und Wasser enthalten. Daneben war auch für das leibliche Wohl gesorgt. Denn im Preis waren auch noch leckere Pulled Pork Burger inbegriffen. Diese wurden im Streetfoodstyle direkt vor Ort zubereitet. Und natürlich das Highlight man konnte  sich reichlich durch das Rumangebot durchtesten. Wobei die Rums in der Preisspanne von 18 € bis 120 € vertreten waren. Wer wollte konnte auch viele der angebotenen Rums zum Messepreis mitnehmen.

Dinklabor_Rumclub_ImpressionenDie Veranstaltung fand in einem Kellerraum in der Malzfabrik der ehemaligen Hansa Brauerei statt. Was der Veranstaltung einen gewissen industriell-hippen Charme gab. An der Beschilderung kann der Veranstalter noch ein wenig arbeiten, der Zugang war nicht auf Anhieb zu finden. Die Räumlichkeiten boten einen schönen Rahmen für die Veranstaltung. Es waren ausreichend Sitzmöglichkeiten und Stehtische vorhanden, so dass man sich auch mit seinen Rum mal hinsetzen und fachkundig diskutieren konnte. Auf Grund des Platzangebotes und der Anbieterzahl war klar, das dies nicht an die große Masse gerichtet war. Wie der Name schon sagt, sollte das ganze einen gewissen Club/Bar-Charakter ausstrahlen. Was mir sehr entgegen kam, da mir die großen Spirituosenmessen häufig zu überlaufen und unpersönlich sind. Insgesamt gab es vier Anbieter die schon einen ganz guten Überblick über die Rumwelt gaben. Ohne es genau gezählt zu haben, würde ich mal auf bestimmt 60-80 verschiedene Rums tippen. Gestartet haben wir bei Dos Ron – quasi der Lokalmatador. Don Carlos, wie er selbst sagt, ist ein kölscher Cubaner setzt eine alte Familien-Tradition fort. Den er produziert seinen Rum nach alten Familienrezepten. Diesen  produziert er ihn in einer Destille auf der Dominikanischen Republik und lässt ihn größtenteils in Deutschland in Köln abfüllen. Besonders Stolz ist er auf die hochwertigen Steinzeugflaschen made in Germany, die wohl jeden echten Piratenrum zur Ehre gereichen würden. Speziell das Flagschiff der 21 jährige im Soleraverfahren hergestellte Rum war ein erstes Ausrufezeichen.

Drinklabor_Rumclub_RumsDann ging es zwei Schritte weiter nach Martinique. Bei Sebastian Trommsdorff von Se’raline gab es (fast) alle Rums dieser wirklich sehr abwechslungsreichen Insel. Natürlich wurde hier nur Rhum Agricole, der direkt aus dem Zuckerrohrsaft destilliert wird, ausgeschenkt. Schwerpunkt bildeten die HSE (Habitation Saint Etienne) Rhums. Daneben gab es noch Rums von Rhum Depaz, Longueteau und Dillon. Wir starteten mit einem ungelagerten weißen Agricol. Tolle Erfahrung zu schmecken wie der Rum so ganz ohne Holzeinfluss schmeckt. Auf jeden Fall ganz anders als New Spirit oder ein Moonshine Whisky. Durch seine extreme Kräuter-Fruchtbetonung – der ideale Rum für Cocktails. Leider ist er ein wenig teurer als die Massenware mit der Fledermaus, und wird deshalb von den meisten Bars daher nicht verwendet. Highlight hier waren die Fassgelagerten HSE Rhums. Wir konzentrierten uns auf zwei. Da war einerseits der HSE Extra Vieux XO Pedro Ximinez Sherry Finish und der HSE Single Islay Malt. Super interessant die Auswirkungen der Fässer, speziell des Islay Whiskyfasses zu spüren. Die Rums werden erst 6 Jahre in klassischen Bourbonfässern gelagert und dann noch zum Schluss für 6 Monate im Sherry bzw. in einem Ex Islayfass gelagert. Schön das es auch andersherum geht. Häufig findet man ja eher Whiskys in Ex-Rum-Fässern.

Danach landeten wir am Stand von Sierra Madre. Hier hat uns Peter Schütte wirklich super herzlich und sehr kompetent den Rum noch näher gebracht. Hier gab es den bekannten Botucal (früher mal Diplomatico), Atlantico Rum, Don Papa, El Ron Prohibido und einen Jamaica Rum von Smith & Cross. Peter war sofort begeistert, als wir uns bereit erklärt haben mal die komplette Range von Botucal zu probieren. Also starteten wir mit dem Blanco und steigerten uns Jahr um Jahr. Es war sehr spannend zu sehen, das obwohl der Grundcharakter der Destille immer zu erkennen war, die Veränderungen durch die Einflüsse des Holzes zu spüren. Am interessantesten für mich, war dabei der Botucal Blanco. Dieser war aber schon 6 Jahre gelagert und wird dann mittels Kohlefiltration wieder geklärt. Schönes Stöffchen und für Cocktails fast zu schade. Da Peter auch gleichzeitig Bartender ist, konnte er auch viele Tipps geben, welche Rum für welchen Cocktail sich besonders eignet. Unsere Favoriten waren aber die Atlantico Rums von der Dominikanischen Republik. Diese Rums waren nicht ganz so süss, wie man es vom Botucal gewöhnt ist und wiesen eine schöne Fruchtigkeit mit ein paar kleinen Pfeffernoten auf. Außerdem gab es noch zwei besondere Rums hier am Stand. Da war der Ron Prohibido der auf eine alte Geschichte aus dem 17. Jahrhundert zurück geht. Hier wurde Rum aus Mexico in Ex-Süssweinfässern nach Spanien transportiert. Durch den langen Transport nahm er eine starke Süsse an, die großen Anklang fand. Das war den anderen Rumherstellern ein Dorn im Auge und so wurde er verboten (prohibido). Dieser Tradition folgend wird er heute deswegen mit Rosinenwein versetzt. Interessant aber für mich eindeutig zu süss. Die andere Überraschung war der Smith & Cross Jamaica Rum. Dieser war da ein ganz anderes Kaliber – 57 % pure Jamaicakraft. Da werden keine Gefangenen gemacht. Das schöne an diesem war es, dass man mit der Zugabe von Wasser mit diesem Rum wunderbar spielen und jedesmal andere Aromen freisetzen kann.

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Den Abschluss bildete der Stand von Seven Spirits vertreten durch Dietmar Schmitz. Hier gab es angefangen bei Angostura (Melasse Rum) über Rhum J.M. (Agricole) bis hin zum Botran Rum (aus Zuckersirup) – quasi alle Rumsorten auf einmal. Es war spannend die mal gegeneinander zu probieren und zumindest ein wenig die typischen Unterschiede zu erschmecken. Speziell die Edelstoffe von Rhum J.M wie der Vieux Agricole Hors d’Age ein Cuvee und der Jahrgangsrum aus dem Jahr 2002 waren ganz großes Kino. Speziell der Jahrgangsrum hatte seinen ganz eigenen Character und nicht wie die häufig guten, aber sehr runden Cuvees. Dann kam noch eine tolle Entdeckung. Denn Speziell der 18er von Botran ist ein wirklicher Preisleistungsieger und ist mit seinen angenehmen Tabak Aromen – ein guter Zigarrenrum. Der muss sich wirklich nicht hinter seinem großen Bruder Zacappa verstecken.

Zum Schluss muss ich noch das Catering loben. Die Jungs lieferten wunderbar zartes Pulled Pork ab. Speziell für den Event hatten Sie noch eine Rumsauce kreiert die wirklich sehr lecker war. Einzig bei den Brötchen kann man noch ein wenig arbeiten, die fand ich ein wenig trocken. Aber die Pulled Pork Burger waren eine ordentliche Grundlage um sich durch die große weite Welt des Rums zu testen. Insgesamt muss ich sagen, ein schönes Konzept und ein angenehmer Abend. Ok die Veranstaltung richtet sich eher an Rumeinsteiger, da z.B. unabhängige Abfüller oder Einzelfassabfüllungen komplett gefehlt haben. Aber wenn man sich dem Thema Rum erst einmal nähern will und verschiedene Rums probieren möchte – hier ist der Ort hierfür. An dieser Stelle noch mal danke an die gute Organisation und an alle Aussteller für ihr großes Engegament auch die dümmsten Fragen wieder und wieder zu beantworten. Ob diese Veranstatlung so oder ähnlich noch einmal stattfindet, konnte ich nicht herausfinden. Aber Ihr könnt ja auf der Website des Organisators entsprechend informieren.

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