Archiv der Kategorie: Essen gehen

Britische Momente beim High Tea auf dem Petersberg

Drinklabor_Petersberg1Wir Ihr vielleicht schon in dem einen oder anderen Artikel gelesen habt, bin ich ein großer Fan der britischen Insel. Und was ist neben der Queen und roten Telefonzellen so typisch britisch wie der High Tea. Dieser stellt eine separate Mahlzeit dar und kann als Steigerung des Five O’Clock Tea mit frischen Scones, Clotted Cream, Sandwiches und natürlich Tee angesehen werden. Leider ist bisher die Möglichkeit, an einem solchen Event im Rheinland teilzunehmen, recht gering ausgeprägt. Umso mehr hat es mich gefreut, dass seit ungefähr 3 Monaten das Steigenberger Grand Hotel auf dem Petersberg einen solchen High Tea anbietet. Um diesen bekannter zu machen, wurden einige Food- und Reiseblogger an einem Sonntag Nachmittag im Juli auf den Petersberg eingeladen, um Hintergründe zu dem Event zu erfahren und uns selbst ein Bild von den Leckereien zu machen.

Der Samowar für den leckeren Tee

Der Samowar für den leckeren Tee

Insgesamt waren wir zu viert. Neben mir nahmen meine Herzallerliebste die Andrea vom Food-Blog Kocheule, Tina vom Reise- und Genuß-Blog Vielweib und die Gästeführerin Soledad Siechert von Bonntouren an der Vorstellung teil. Im Vorfeld führte uns Soledad, die häufig mit dem Hotel Petersberg zusammenarbeit, ein wenig durch diesen geschichtsträchtigen Ort. Obwohl ich schon fast 15 Jahre in Bonn wohne, war ich bisher erst einmal auf den Petersberg gewesen. Damals waren wir aber nur zum Essen hier oben. Diesmal bekamen wir die Gelegenheit, uns ein wenig im Hotel und den Kongressräumen umzuschauen. Wir durften sogar in eine der Suiten hineinschauen und konnten vom höchsten Punkt des Hauses, die gigantische Aussicht genießen. Soledad führte uns mit Charme und Esprit durch das Haus und konnte uns mit Anekdoten, Geschichten und  Hintergründe über die wechselvolle Geschichte des Hauses unterhalten. Wer selbst einmal in den Genuss einer Führung mit Soledad kommen möchte, um z.B. das Hotel Petersberg oder anderer Orte in Bonn und Umgebung zu erkunden, kann sich über ihre Website unter www.bonntouren.de ausgiebig informieren.

Das umfangreiche Teeangebot im edlen Möbel

Das umfangreiche Teeangebot im edlen Möbel

Nachdem wir viel von dem tollen Hotel gesehen haben, ging es zum Hauptpunkt unseres Nachmittags – den High Tea. Dieser wird dem Anlass entsprechend in der Lobby Bar  serviert. Er wird jeden Sonntag von 15.00 – 18.00 Uhr angeboten. Nachdem wir sehr freundlich begrüßt worden sind, hatten wir die Chance, uns mit den Personen zu unterhalten, die für die Köstlichkeiten verantwortlich sind. So konnten wir uns sowohl mit dem Küchenchef Alexander Fries, als auch mit der Chef-Pâtissière Jennifer  Kausch unterhalten. Wenn man nur ansatzweise deren Arbeitszeiten kennt, kann ich mich nur nochmal sehr bei den beiden bedanken, dass sie sich Zeit für unsere Fragen genommen haben. Herr Fries hat schon bei verschiedenen großen Häusern international gearbeitet.

Der Küchenchef Herr Fries bringt persönlich die Leckereien

Der Küchenchef Herr Fries bringt persönlich die Leckereien

In einigen seiner bisherigen Wirkungsstätten wurde ebenfalls ein High Tea angeboten, so dass er diesen auch auf den Petersberg anbieten wollte. Da gerade ein solches Event genau zum Ambiente und zum Anspruch eines 5 Sterne Hotels passen. Da es mittlerweile beim High Tea viele unterschiedliche Arten und Ausgestaltungen gibt, hat man sich auf dem Petersberg zur Aufgabe gemacht, sich einerseits am Original zu  orientieren, dieses aber mit einer sehr individuellen Note und der Eleganz des Hauses zu verbinden. Wir alle fanden die Umsetzung mehr als gelungen. Allein die Präsentation der Speisen kam einem großen Kunstwerk gleich.

Jennifer Kausch die Chef Pâtissière erklärt uns das Konzept

Jennifer Kausch die Chef Pâtissière erklärt uns das Konzept

Nachdem sich Herr Fries verabschiedet hatte, konnten wir uns noch ausführlich mit der Schöpferin der Köstlichkeiten Jennifer Kausch unterhalten. Sie ist mit Ihren 26 Jahren schon eine ganz Große Ihres Faches und Chef-Pâtissière in einem 5-Sterne Hotel. Außerdem kennt sie als  Lokalmatadorin, die Geschichte und den Anspruch des Hauses. Eher durch Zufall und ein Schulpraktikum wurde sie auf das Konditoreihandwerk aufmerksam. Und so schloß sie nach Ende der Schule eine Ausbildung bei dem Praktikumsbetrieb der bei uns bekannten Konditorei Fassbender an.  Danach hat sie die Chance genutzt und im Ausland u.a. in der Schweiz weitere Erfahrungen gesammelt. Beim Erzählen konnte man ihre große Begeisterung für die Patisseriekunst spüren. Sie erzählte uns zum Beispiel, dass sie längere Zeit an dem Rezept und der Umsetzung für die Maccaron gebastelt hat, damit diese auch ihren Ansprüchen genügen. Ich kann es schon vorwegnehmen, es waren bisher meine besten Maccarones. Lustig fand ich, obwohl sich den ganzen Tag mit wundervollen, leckeren Sachen beschäftigt und u.a. für alle Hochzeitstorten auf dem Petersberg verantwortlich ist, selbst eigentlich lieber herzhafte Dinge mag.

Ein Teil der Leckereien des High Tea

Ein Teil der Leckereien des High Tea

Kommen wir nun zu den Leckereien und Getränken. Da dies ein Getränkeblog ist, möchte ich mich weitestgehend mit dem Teeangebot beschäftigen. Da ich mit meiner Herzallerliebsten hier war, haben wir uns die Aufgabe ein wenig geteilt. Ausführlicher über die Köstlichkeiten wie Scones, selbstgemachte Marmelade, Maccarones, Pralinés, Sandwiches und Nussecken könnt Ihr Euch auf dem Blog Blog Kocheule meiner Herzallerliebsten informieren. Ich möchte hier besonders auf den Tee eingehen. Das Besondere an dem High Tea im Steigenberger auf dem Petersberg ist die große Auswahl an erstklassigen Tee. Im Gegensatz zum klassischen, britischen High Tea mit einem normalen schwarzen Tee meist Earl Grey oder Darjeeling mit Milch serviert, bietet das Steigenberger eine große Auswahl von ca. 28 verschiedenen Tees an. Obwohl wir auch zu Hause häufiger Tee trinken und auch dort besondere Sorten vorziehen, fand ich die Auswahl an Teesorten sehr gut. Um bei der Auswahl des richtigen Tees beraten zu können, wird es zukünftig drei ausgebildete Teesomiliers geben. Uns stand Frau Anja Lange für Fragen und Vorschläge zur Seite. Bei den Empfehlungen konnte man ihre Begeisterung für Tee und ihr großes Wissen rund um die Pflanze spüren. Obwohl sie sich noch in der Ausbildung befindet, konnte sie uns mit vielen Hintergründen und Informationen rund um Tee beeindrucken. Im Rahmen des High Tea hat sich das Steigenberger als Lieferant für die exquisite Ronnefeldt Teastar Collection entschieden. Diese kann nicht nur durch ihre Qualität überzeugen, sondern weist auch einige exklusive Mischungen auf. Viele dieser Mischungen sind so nur über Ronnefeldt beziehbar.

Frau Lange bei der Teebereitung

Frau Lang bei der Teebereitung

Wir hatten das Glück, durch eine angehende Tee-Sommeliere, nicht nur beim High Tea begleitet, sondern gleichzeitig noch ein Teetasting zu erhalten. Gleich zu Beginn konnten wir einen Blick in die umfangreiche Teekarte werfen. Hier gibt es für jeden Tee eine ganze Seite mit Hintergrundinformationen. Neben der Zubereitung, der Herkunft und der Erntezeit werden auch die Geschichte und die Geschmacksnoten des Tees beschrieben. Begonnen habe ich quasi klassisch mit einem Darjeeling Summer. Der wie der Name schon sagt, im Sommer geerntet wird. Dadurch ist das Aroma ein wenig intensiver. Der Tee wird mit heißem Wasser eines Samorwars aufgegossen und wird mit einer Teeuhr serviert. Zu jedem Tee empfahl uns Frau Lange die optimale Ziehzeit. Dabei erklärte sie uns, dass speziell bei Grüntee eine zu hohe Temperatur des Wassers zum Freisetzen von nicht gewünschten Bitterstoffen führt. Nach diesem wunderbaren Einstieg wurde ich ein bisschen mutiger und habe einen Superior Olong Tee aus Taiwan probiert. Dieser nicht ganz durchoxidierte Tee wird von Hand gepflückt und von einem erfahrenen Fermentiermeister  überwacht. Hier ist es die Kunst den richtigen Zeitpunkt abzupassen. Bei Ronnefeldt versucht man die Fermentation genau auf der Hälfte zu unterbrechen. Bei den Teeblättern konnte ich gut die Trennung zwischen grünem und schwarzem Tee beobachten.

Meine Herzallerliebste hatte zwischenzeitlich einen Smoked China Tee probiert. Dieser Schwartztee wird im Rauch von schwelenden Kiefernwurzeln oder harzreichem Fichtenholz geräuchert.  Obwohl schon ein kräftiges Raucharoma in der Nase spürbar, war es auf der Zunge angenehm mild und nicht wie vermutet recht bitter. Ein wirklich spannender Tee, den man sonst nicht so häufig bekommt.

Die Jasmin Pearls vor und nach dem Aufguss

Die Jasmin Pearls vor und nach dem Aufguss

Zum Ende bat ich Frau Lange mir noch etwas besonderes zu empfehlen und sie schlug mir Jasmin Pearls vor. Im ersten Moment musste ich an den klassischen Jasmintee aus Chinarestaurants denken und wollte dankend ablehnen. Aber damit haben sie nun wirklich nichts zu tun. Zuerst zeigte sie mir die Pearls, die wirklich aussehen wie kleine Perlen. Dabei wird auf jedes Teeblatt eine Jasminblüte gelegt und dann von Hand zusammengerollt, so entstehen die kleinen Kügelchen. Das spannende ist, sowie man diese mit heißem Wasser übergießt, öffnen sie sich und geben ihr Aroma frei. Und was für ein Aroma. Der Jasmin ist nur dezent spürbar und es verbreitet sich eine blumige Note. Der Grüntee kommt sehr leicht, fast ein wenig süßlich daher. Wirklich eine spannende Erfahrung. Es hat wirklich außerordentlich Spaß gemacht, die Tees zu den Köstlichkeiten zu trinken und zu verkosten. Dabei war es eine Freude zu sehen, mit was für einen Enthusiasmus und Spaß Frau Lange die unterschiedlichen Tees empfiehlt.

Ein Teegedeck

Ein Teegedeck

Ich kann nur jeden empfehlen, der Spaß an leckeren Köstlichkeiten und Tee hat, einmal sonntags zum Steigenberger zu fahren. Dabei kann man sogar auf das Auto verzichten. Entweder man nutzt den Weg auf den Petersberg als Sonntagswanderung oder nimmt den seit Mai fahrenden Busshuttleservice vom Bahnhof Königswinter. Dieser fährt an Sonn- und Feiertagen immer stündlich ab 11.00 Uhr bis 20.00 Uhr. Der High Tea findet jeden Sonntag ab 15.00 – 18.00 Uhr statt. Da die Kleinigkeiten alle frisch zubereitet werden, wird um eine telefonische Voranmeldung gebeten. Der Hightea wird für 28 € pro Person angeboten. Dort enthalten ist auch eine Kanne Tee nach eigener Wahl. Jede weitere Kanne kostet nur 5,50 €. Wer möchte kann den High Tea auch zu einem Ladys- oder Gentleman Tea ausweiten. Dann bekommt man zusätzlich noch einen Aperitif ihrer oder seiner Wahl. Dabei kann man sich zwischen Champagner, Kir Royal, Cognac oder auch einem Single Malt Whisky entscheiden. Weitere Informationen zum Petersberg und zum High Tea findet Ihr hier.

Hotel Petersberg – High Tea
Sonntags von 15.00 – 18.00 Uhr
Informationen

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Das Shakers – die Bonner Cocktailbar

Drinklabor_Shakers1Natürlich bin ich besonders in Bonn vor Ort an guten Kneipen und Locations für schöne Cocktails und Craftbeer interessiert. Und da das Angebot in dieser Hinsicht recht übersichtlich ist –  musste ich auch nach längerer Zeit mal wieder dem Shakers einen Besuch abstatten. Es ist immerhin die Institution für Cocktails in Bonn. Wenn auch das Sprichwort sagt, willst Du in eine gute Cocktailbar in Bonn, musst Du nach Köln fahren. Aber nicht immer will man soweit fahren. Und nach den tollen Erfahrungen im Chimära und Deja Vu sollte es nun in Die Bonner Cocktailbar gehen. Nach ein wenig gemischten Erfahrungen vor einigen Jahren, war ich schon lange nicht mehr hier. Aber man muss ja allen Dingen und Orten mehrere Chancen geben. Eines vorweg, wir sind mit wenig Erwartungen ins Shakers gegangen und haben die Bar positiv gestimmt wieder verlassen. Und das beste ich habe weit und breit keine Shisha gesehen. Das Gebäude und der Fabrikloftstyle ist natürlich der  Vorteil des Shakers. Auch die extrem lange Theke ein wirklicher Hingucker und das Herzstück des Shakers. Obwohl mir das Ganze schon wieder ein wenig zu viel blingbling mitbringt. Aber das ist ja Geschmackssache. Und ich bin glaub ich, auch nicht die Hauptzielgruppe. Wir waren im oberen Restaurantbereich. Dieser ist nur einseitig und nach vorn offen, so dass man von oben auf die wirklich tolle Bar schauen kann. Dies ist aber auch gleichzeitig der Nachteil, da der Raum komplett offen ist, und durch die hohe Decke der Geräuschpegel, trotz nicht übervoller Bar, schon teilweise extrem lauf war. Aber dies ist den baulichen Gegebenheit geschuldet, aber vielleicht könnte man mit irgendwelchen Konstruktionen ein wenig Abhilfe schaffen. Noch ein kleiner Kritikpunkt sind die Tische im oberen Bereich, da sie schon recht eng gestellt sind. Da dort fast alle essen, wird es bei gleichzeitigen Essengängen doch recht schwierig, dem Nachbarn nicht den Arm auf den Teller zu legen.

Drinklabor_Shakers2Apropos Essen: Das war für eine klassische Barfoodkarte wirklich gut. Wir hatten Burger. Diese waren per Hand geformt. Man hat eine gute Auswahl an unterschiedlichen Belagen und Beilagen. Einzig mir war das Fleisch ein wenig zu durch. Aber wir waren ja nicht in einem Burgerresturant. Aber kommen wir zum wichtigeren für einen Getränkeblog der Getränkekarte bzw. –auswahl. Auch hier gab es Licht und Schatten. Schön fand die Aufmachung der Karte. Es waren die wichtigsten Cocktailarten beschrieben mit ein paar Hintergründen zur Entstehung. Die Auswahl war riesig. Für mich eindeutig zu viel. Man ist förmlich erschlagen. Positiv kann man die Preise der Cocktails hervorheben. Die meisten liegen bei 6 bis 8 € und es gibt noch Sonderaktionen, wie Happy Hour etc. Die Einzelspirituosen fand ich dann schon wieder teilweise ein wenig ambitioniert. Aber so greift man dann eher zum Cocktail. Jetzt muss ich aber auch zu den Schattenseiten kommen. Die Karte, wie auch insgesamt die Aufmachung ist für meinen Geschmack doch ein wenig in den 90er Jahren hängengeblieben. Aber auch hier gebe ich zu, dass ich nicht zur engeren Zielgruppe zähle. Wie oben schon geschrieben, war die Karte viel zu umfangreich, hatte aber auf der anderen Seite nicht wirklich, aktuelle Entwicklungen oder experimentelle Cocktails aufgeführt. So wünsche ich mir in einer Cocktailkarte bitte die genauen Zutaten zu lesen. Ich weiß was in einem Negroni drin ist. Mich interessiert aber, wie sie ihn hier interpretieren – also welchen Gin, welchen Vermouth etc. Aber das ist leider noch nicht weit verbreitet. Auch habe ich einige moderne Ideen wie Infused Cocktails oder Gewürze zum Tonic vermisst. Für meine Ansprüche wäre eine viel kleinere, aber dafür ausgewähltere Karte sinnvoller.

Drinklabor_Shakers3Kommen wir jetzt zu den Cocktails an sich. Als Einstieg hatten wir einen Whiskey Sour. Dieser war grundsolide, und schön angerichtet. Und speziell für den Preis von 5,90 € da Happy Hour war, ein wirklicher Schnappen. Leider fiel die Qualität beim zweiten Cocktail ein wenig ab. Meine Herzallerliebste hatte ihren Lieblingscocktail – einen Gimlet. Leider war der zu sehr verwässert und der Gin kam nicht wirklich durch. Ich hatte einen Bronx – quasi eine Art Abwandlung des Negronis. Dieser enthält zusätzlich noch Orangensaft und Angostura Bitter. Auch hier war die Orange so stark im Vordergrund, dass der Gin und der Vermout nur schwach wahrnehmbar waren. Ich glaube beim nächsten mal, werde ich mich direkt an die Bar setzen und die Barkeeper mal einfach machen lassen. Aber da wir im Restaurantbereich waren, mussten wir uns an der Karte orientieren. Außerdem habe ich festgestellt, dass in der Onlinekarte auf der Website auch ein größeres und auch ausgewählteres Angebot zu finden war. Aber so eine Getränkekarte kann man natürlich, nicht so häufig neu gestalten.

Insgesamt lässt sich trotzdem ein positives Fazit ziehen. Das Shakers ist eine grundsolide Bar, mit einem großen Cocktailangebot und gutem Barfood. Es gibt keine Shishas und das alte Backsteingebäude macht etwas her. Wenn man kein Le Lion oder ein Pepe erwartet, kann man hier einen schönen Abend verbringen. Informationen zur Bar und die aktuelle Cocktailkarte findet Ihr unter: Shakers.

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Gepflegtes Trinken in Unterfranken

Drinklabor_Franken_1Diesmal möchte ich von unserer Karnevalsfluchttour nach Franken berichten. Obwohl wir Karnevalsfreunde sind, haben wir seit einigen Jahren nicht mehr die richtige Lust, ihn ausgiebig zu feiern. Daher nutzen wir die Karvevalstage gern für ein verlängertes Wochenende. Diesmal haben wir uns mit Freunden in Würzburg getroffen und danach noch zwei Tage in Rothenburg verbracht. Ich war schon sehr gespannt. Ich war zwar in den frühen 90er Jahren kurz hier, aber eigentlich war es das erste mal, dass wir beide hier länger blieben. Das Frankenland war bisher sowohl architektonisch, als auch Sehenswürdigkeiten betreffend und auch kulinarisch immer ein gutes Ziel. Trotzdem hatte ich keine konkrete Vorstellung, was uns erwarten würde. Komischerweise verbinde ich mit Franken immer Bier. Das muss an der enormen Brauereidichte und dem guten Bier liegen. So gibt es allein in Franken über 270 aktive Brauereien. Das Erste was ich in Würzburg – Unterfranken – gelernt habe, hier ist man im Weinfrankenland. Da ich auch ein grosser Weinfan bin und ich natürlich gern die lokalen Spezialitäten probiere, war das für mich kein Problem. Was mich überrascht hat, war das fast mediterrane Flair, das Würzburg und seine Bewohner ausgestrahlt haben. So hatten wir an einem sonnigen Samstagnachmittag im Februar, das tolle Erlebnis von ca. 200 – 300 Personen mit Weinglas in der Hand die Sonne genießen zu sehen. Eine tolle Idee, die man da gehabt hat. Am Fuß der alten Mainbrücke, die eine Fußgängerbrücke ist, gibt es zwei Weinlokale. Diese verkaufen quasi aus dem Fenster heraus Weingläser mit lokalem Wein. Und diese werden dann mit auf die Brücke oder unten an den Main genommen. Und dort steht man zusammen, unterhält sich und trinkt seinen Schoppen und genießt Aussicht und Sonne. Das finde ich sehr sympathisch.

Auch haben wir wirklich super gegessen. Die Restaurants haben es häufig geschafft, eine gute Balance aus traditioneller, fränkischer Küche und einem modernen Pep zu schaffen. Und häufig gibt es zu diesen Gerichten wirklich guten fränkischen Wein. Der Wein hier zeichnet sich durch seine Würzigkeit und den hohen Mineralgehalt aus. Schwerpunktmäßig wird hier Weißwein angebaut, der überwiegend trocken ausgebaut wird. Anhand der Restaurantkarten sind uns vor allem Silvaner, Mueller Thurgau, Scheurebe, Bacchus und teilweise Weiß- und Grauburgunder aufgefallen. Und natürlich fällt einen bei Frankenwein auch die berühmte Flaschenform – der Boxbeutel – ein. Diese sieht zwar super aus, aber zur Lagerung ist er auf Grund seiner Form eher schwierig zu legen. Ich frage mich, ob es für Boxbeutelweine spezielle Weinregale gibt? Bei den Rotweinen war überwiegend die Dominatraube, der Rotling und der Spätburgunder anzutreffen. Bei den Weinen haben wir vor allem beim Silvaner tolle Entdeckungen gemacht. Da ich nicht so der Fan von säurebetonten Weinen bin und meine Herzallerliebste sie gar nicht vertragen kann, sind wir bei vielen deutschen Weißweinen quasi ausgeschlossen. Speziell der Riesling,  als der deutsche Vorzeigewein fällt daher bei uns häufig aus. Aber die hier angebotenen Silvaner waren durchweg alle gut trinkbar und teilweise sogar richtig ausgezeichnet. Hintergründe zu den besuchten Lokalen und den kulinarischen Genüssen findet Ihr wie schon bekannt auf den Blog meiner Herzallerliebsten Kocheule.

Drinklabor_Franken_2Obwohl wir in einer typischen Weingegend waren, gab es natürlich auch lokale bzw. regionale Biere. Und als bierbegeisterter Drinklaborant musste ich mich natürlich in der hiesigen  Bierlandschaft ein wenig umschauen. Da fällt mir zuerst das neue Craftbeer Highlight von Würzburg ein. Das Max Mundus – ein Craftbeer Shop – den es erst seit letzten August gibt. Auf der einen Seite dachte ich mir, in Franken mit seiner stolzen Brautradtion – Craftbeer anzubieten könnte gewagt sein. Auf der anderen Seite gibt es in Würzburg als Studentenstadt natürlich viel junges und experimentierfreudiges Publikum. Des weiteren hat in Würzburg und näheren Umgebung auch eine kleine Craftbeerszene und die eine oder andere neue  Brauerei gegründet. Daneben versuchen sich auch traditionelle Brauereien an neuen Bierstielen. Besonders ist mir dabei die Distelhäuser Brauerei aufgefallen. Neben den Standard- und Saisonbieren, bieten sie seit kurzem ein Porter, ein Stout und ein IPA an. Und zumindest in Bezug auf das Stout und das IPA kann ich sagen, die sind sehr gelungen. Gut fand ich auch, dass die Jungs von Max Mundus sogar ein eigenes Bier im Angebot hatten, und zwar ein hopfengestopftes Pils. Ich habe es noch nicht probiert, habe mir aber zumindest eine Flasche für spätere Test mitgenommen. Daneben gab es noch ein Bier von 7 Würzburger Studenten – den Brew Dudes – welches auch für spätere Verköstigung in den Kofferraum gelandet ist. Insgesamt ist der Laden, wie häufig bei den neuen Craftbeershops recht klein und spartanisch eingerichtet. Aber sie haben eine schöne Auswahl an „klassischen“ Craftbeeren und ein paar spannenden Exoten. So fand ich die Biere von Pax Bräu von der Beschreibung sehr experimentell, aber extrem spannend. Alle Mitarbeiter waren super informiert und haben einen toll beraten. Wenn Ihr also in Würzburg seit, der Max Mundus ist der Place to be für Craftbeerfreunde. Hier der Link zum Shop Max Mundus.

Drinklabor_Franken_3Natürlich werden jetzt einige von Euch sagen, in Würzburg trinkt man doch das Würzburger Hofbräu. Richtig und ich habe es auch probiert. Über das Pils legen wir mal den Mantel des Schweigens. Nicht wirklich schlecht, aber lecker oder spannend ist es wirklich nicht. Das Dunkelbier von denen war schon besser, aber eine Offenbarung war es auch nicht. Das Sternla habe ich nicht probiert, hatte aber nach zwei eher mittelmäßigen Standardbieren auch keine Lust ein weiteres zu probieren. Und zum Schluss moechte ich noch auf einen kleinen Laden in Rothenburg ob der Tauber hinweisen – die Ritterrolle. Dieser Laden war sowohl kulinarisch als auch Getränketechnisch sehr spannend. Ich habe die angebotene Rolle despektierlich Mittelalterdöner getauft. Sie ist wirklich extrem lecker und man kann sie sich ein wenig wie einen zusammengefalteten Flammkuchen vorstellen.Und dann kross im Pizzaofen gebacken. Wirklich ein tolles Geschmackserlebnis. Und dazu gab es einiges an spannenden lokalen und mittelalterlichen Bieren. So hatte ich ein historisches Emmerbier von der Riedenburger Brauerei probiert. Dieses wird grösstenteils aus Urgetreiden wie Emmer, Einkorn und Dinkel gebraut und war ein süffiges, naturtrübes Bier. Daneben gab es noch das Baros ein nach alten Rezepten gebrautes Kirschbier. Dieses habe ich leider nicht pur probiert. Aber meine Herzallerliebste hat es in warmer Form mit Honig und einigen Gewürzen probiert. Eine wirklich schöne Alternative zum Glühwein. Insgesamt kann ich allen Feinschmeckern und Getränkeenthusiasten Unter- und Mittelfranken wirklich ans Herz legen. Es war ein wirklich schöner Kurzurlaub in einer tollen Gegend, die neben den historischen Highlights auch kulinarisch und getränketechnisch wirklich spannende Entdeckungen bereithält.

 

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Vertical Weinbar Aachen – Wine- trifft Whiskybar

Drinlabor_Vertical_1Kennt Ihr dass –  man will Abends kein 3 Gänge Menu – sondern nur ein Glas Wein und vielleicht ein Stück Käse und Baguette essen. Und dann ist man in einer typischen deutschen Stadt unterwegs und weit und breit ist nichts passendes zu finden. Erstaunlicherweise ist das in Aachen ganz anders. Dies könnte wohl auch mit der geographischen Nähe zu Frankreich zu tun zu haben. Wir machten in diesem Sommer, beim Start auf unserer Eifelsteigtour, dort eine schöne Erfahrung. Am Nachmittag in Aachen angekommen, suchten wir, nach Check in und ein wenig Sight- und Windowseeing nach einer Kleinigkeit zum Essen. Wenn möglich in netter Umgebung mit einer schmackhaften Weinbegleitung. Daher hielten wir Ausschau nach einem netten Lokal, mit schönen Ambiente und einer kleinen Essenauswahl. Dabei sind wir auf die Vertical Weinbar gestossen. Und das Schöne an dieser Weinbar, es gibt hier sogar auch eine gut sortierte Whiskyauswahl. Der Laden war also wie für uns gemacht.

Das Ambiente wirkte modern, aber nicht ungemütlich. Die Einrichtung war sehr ansprechend und der Bezug zu Wein und Whisky war nicht zu übersehen. Da ist erstmal der ansprechende Tresen mit der Bar. Diese war ein schöner Blickfang und stellte quasi den Mittelpunkt des Lokals dar. Dann überall eine gut gewählte Anordnung von leeren Whiskytubes und von Weinkartondeckeln. Aber ohne das ganze zu übertreiben. Sehr kreativ fand ich auch die Lampen aus alten Weinkistenkartons, die die Bar in schummriges Licht tauchten. Neben der gut sortierten Auswahl an Getränken werden auch eine paar leckere Kleinigkeiten angeboten, so  z. B. Baguette mit einer Auswahl an verschiedenen Olivenölen oder ein  Vorspeisenteller mit Käse- und Schinkenvariationen.  Wem das nicht ausreicht, kann auch warme Gerichte bestellen. Diese werden in Kooperation mit dem Nachbarlokal angeboten. Wir entschieden uns für einen gemischten Käse-, Schinken- und Salamiteller.

Drinklabor_Vertical_Essen

Aber wie der Name Bar schon andeutet, hier stehen ganz klar die Getränke im Vordergrund. Die Karte bot ca. 60 offene Weine die von einen 0,1 l Glas bis zu einer ganzen Flasche angeboten werden. Die 0,1 l Gläsern bieten einen auch die Möglichkeit mehrere unterschiedliche Weine zu probieren, ohne gleich beschwipst zu sein. Jeder Wein wir ausgiebig mit Geschmacksprofil und Charakteristika in der Karte beschrieben.  Daneben bietet die Getränkekarte noch ca. 60 Whiskyssorten an. Die meisten sind zwar Standards, aber gut gefächert und man kann auch den ein oder anderen speziellen Tropfen finden. So hat es mir besonders gefallen, auch 2 Bonner Whisky von Reifferscheids Romantic Rhine Collection zu finden.

Drinklabor_MenofGotham
Wir beschränkten uns aber erst mal auf leckeren Wein und unseren Käse-Salami-Teller. Wir wählten einen kräftigeren Wein, damit er der Wurst und dem Käse paroli bieten konnte. Wir tranken einen Shiraz von 2012 von den Gotham Weingut. Dieses ist noch ein relativ junges Weingut aus Australien. Neben dem tollen Aroma von Backpflaumen und Tanninen, fand ich das Etikett sehr aufmerksamkeitsstark. Dort wurde durch den Namen des Weingutes ein Bezug zu Gauklern aus dem 18. Jahrhundert hergestellt. Diese soll aus der englischen Stadt Gotham kommen. So waren diese Männer mit riesigen Schnauzbärte und grotesken Frisuren als Comicstrip auf  dem Ettikett verewigt. Der Käse- und Salamiteller war wirklich lecker. Wenn uns auch das Olivenöl, welches über die Salami geträufelt war, uns am Anfang ein wenig befremdlich vorkam, schmeckte die Kombination wirklich sehr gut. Bei dem Käse stach besonders der Lieblingskäse von Charles de Gaulle heraus. Der Mimolett ist eine lokale Spezialität aus Lille mit einer fast orangen Färbung. Wirklich sehr aromatisch und absolut empfehlenswert. Zusammenfassend kann ich nur sagen,  ein wirklich schönes Lokal, was ich mir gern für Bonn wünschen würde. Dies war ein schöner Einstieg in unsere Wandertour über den Eifelsteig.

 Informationen zur Bar, Öffnungszeiten und angebotenen Getränken und Speisen findet Ihr unter Vertical.

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The Way to Islay – 4. Teil – Bowmore und Ardbeg

Drinklabor-Islay4.Tag_1Die letzte Nacht im Dha Urlar war mal wieder stürmisch. Jim erwartete mich wieder fröhlich pfeifend gegen 8.00 Uhr in der Küche. Ein letztes Mal diesen genialen Ausblick genießen. Als Highlight hatte sich Jim ein Marmeladentasting ausgedacht. Er hatte zwei Organgenbittermarmeladen, die eine mit Islay Malt, die andere die schon bekannte Orangenmarmelade mit Port Chartlotte. Da die Orangenmarmelade einen sehr starken Eigengeschmack hatte, war in der ersten Marmelade gar kein Whisky schmeckbar. In der PC Marmelade dagegen stach der Port Charlotte Geschmack stark hervor. Klarer Gewinner die Marmelade mit PC – sofern man rauchige Marmelade mag. Dann war es daran mich bei Jim und Carole zu verabschieden. Jim war so nett und hat mich noch bis Bowmore gebracht. Wirklich ein tolles B&B und super Gastgeber. Falls Ihr also nach Islay kommt, kann ich das Dha Urbar B&B mehr als empfehlen.

Drinklabor-Islay4.Tag_2In Bowmore habe ich die Zeit erstmal genutzt und mir den Ort im Hellen angeschaut. Da gibt es z.B. die tolle runde Kirche am oberen Ende des Dorfes. Diese soll deswegen rund gebaut worden sein, damit sich der Teufel nicht in der Ecke verstecken kann. Recht schlicht, wie für eine typische arme Inselkirche erwartbar, aber mit ihrer runden Bauweise sehr spannend anzuschauen. Neben einigen Geschäften, Hotels und Pubs bildet natürlich die gleichnamige Brennerei eines der architektonischen Highlights von Bowmore. Das interessante ist, das wirklich sehr viele Gebäude zur Destille gehörten bzw. noch immer gehören. So gibt es an der vorderen Hauptstraße viele ehemalige Fabrikbauten, die nun zu Ferienwohnungen umgebaut sind, die man direkt von der Destille anmieten kann. Ansonsten fällt das hier häufig auftretende Weiß ins Auge und der schöne Kiln der Destille. Dieser wird sogar, wie auch die Darrböden noch genutzt. Auch bildet die Destille von der Meeresseite  her ein schönes Panorama. Interessant ist auch die Halle kurz vor dem offiziellen Destillerieeingang. Man kann noch gut erkennen, dass die Halle früher zur Destille gehörte. Heute ist das Mactaggart Leisurecentre dort beheimatet. Dies ist eine durch Spenden finanzierte Schwimm- und Sporthalle.

Drinklabor-Islay4.Tag_3Dann ging es zum Visitorcenter der Bowmore Destille. Alles wirkt sehr edel. Man kann durch den Verkaufsraum in den ersten Stock gehen. Dort kann man in einem netten Cafe gemütlich einen Dram zu sich nehmen, die Aussicht genießen und den 15 minütigen Film über die Destille schauen. Ich bekam heute meine Privatführung, da ich Morgens der einzige Interessent war. Schade war, dass ich die Maltingfloors mir nicht anschauen konnte, da diese gerade gereinigt wurden.  Der Chlorduft soll schädlich sein und daher keine Besichtigung möglich sein. Einen kleinen Blick konnte ich trotzdem erhaschen. Aber ein Maltingfloor ohne da keimende Gerste ist halt nur ein großer Raum mit Betonboden. Dann sind wir entsprechend die verschiedenen Stationen der Whiskydestillation abgelaufen. Bowmore hat insgesamt 2 Wash- und 2 Spiritstills. Schon recht groß, aber fast alle Islay-Destillen haben recht große Stills. Am Ende der Tour ging es ins Warehouse 1. Dort durfte man von einem Fass probieren, dass nur hier erhältlich ist. Das Ungewöhnliche war, das der Inhalt nicht in einem Fass sondern einem Metallkasten lagerte. Dies war eine Erfindung eines Mitarbeiters, da das Abfüllen und Filtern speziell bei großen Gruppen doch sehr langwierig war. Bei dieser Konstruktion fließt der Whisky vorab durch einen Filter und kann mittels Hahn in die Flaschen gefüllt werden. Es gab zur Zeit einen 11-jährigen aus dem Bourbon Cask mit 59,8 %. Dieser war sehr fruchtig, aber insgesamt fand ich ihn zu eindimensional. Und noch dazu, kam der Preis von 70 Pfund. Daher habe ich auf meine Abfüllung verzichtet. Im Anschluss schaute ich mir noch den Film im wirklich netten oberen Bereich des Visitorcenters an. Man bekam dazu einen 15 jährigen Standardwhisky. Nach einigen netten Fragen, durfte ich auch noch einen Dram des aktuellen Devilcasks probieren. Dann wurde es Zeit, da mein Bus nach Port Ellen bald ging. Infos zur Destille, wie Öffnungszeiten und Touren findet Ihr unter www.bowmore.com

Drinklabor-Islay4.Tag_5Im Bus fragte mich jemand, wo ich denn in Port Ellen hin wollte und ob er mir helfen könnte. Die Überraschung kam, nachdem ich ihm gesagt hatte, dass ich ins Askernish B&B wollte. Er erklärte mir das ich Leo sein müsste, dass ich nur bis Samstag bleibe, weil mein Flug zurückgeht. Nachdem ich erst gedacht habe, an einen Hellseher geraten zu sein, stellte sich heraus, das es Stephen ist und er auch im B&B wohnt. Er ist schon seit Jahren bei Joy im Askernish B&B untergekommen und Joy hatte ihm von mir erzählt. Stephen war so nett und hatte mich gleich zum B&B begleitet. Da es noch am frühen Nachmittag war, nutzte ich die Zeit um mir ein wenig Port Ellen anzuschauen. Da sich das Wetter mal wieder verschlechterte, beschloss ich spontan, den nächsten Bus noch nach Ardbeg zu nehmen. Der erste Anblick der Destille von der Haltestelle aus, ist schon ziemlich beeindruckend. Ein wirklich tolles Panorama mit den Kilns, den riesigen Ardbegzeichen auf dem Boden und dem ausrangierten Still im Eingangsbereich. Ardbeg hat vor einigen Jahren in einem Kiln das wirklich tolle Old Kiln Cafe gebaut, in dem auch der Shopbereich untergebracht ist. Sie haben den Dachstuhl offengelassen, so das man die Unterseite des Pagodendachs gut wahrnehmen kann. Nachdem ich mich ein wenig umgeschaut und die letzte Tour um 15.30 Uhr gebucht hatte, machte ich es mir im Cafe erst mal gemütlich. Und obwohl ich nicht in Devon war, musste ich meinen geliebten Cream Tea bestellen. Wenn auch hier mit Brombeermarmelade und normaler Sahne nicht ganz genau auf die Vorgaben geachtet wurden.

Drinklabor-Islay4.Tag_6Bei unserer Tour waren wir diesmal zu viert. Neben unser Führerin Diane waren noch zwei deutsche Jungs auch aus dem Rheinland mit dabei. Wir starteten wie so häufig, mit einer schönen alten Mühle. Dann ging weiter zu den Maischebottichen.Dort habe ich mir auch mal ein paar Zahlen merken können. Jeder fasst 23.500 l. Ein Maische-Durchgang dauert ca. 7 1/2 h – so dass sie pro Woche 14 Maischen ansetzen. Für Islayverhältnisse hat Ardbeg mit jeweils 1 Wash- und einen Spiritstill eine eher kleinere Anzahl. Bevor wir zur Abfüllstation gingen, sind wir noch nach draußen gegangen, um das berühmte Foto mit dem Ardbegschriftzug zu schießen. Danach ging es wieder in das Old Kiln Cafe. Dort gibt es im hinteren Bereich einen netten kleinen Tastingraum. In diesen sind an einer beleuchteten Wand viele der alten Schätzchen von Ardbeg aufgeführt. Wir durften uns aber nur zwischen den 3 Standardwhiskys einen aussuchen. Am Ende der Tour war die Dunkelheit schon hereingebrochen und wir konnten die schöne Lichtinstallation von Ardbeg noch genießen. Die beiden Jungs waren so nett und haben mich noch mit nach Port Ellen zurück genommen. Da der letzte Bus von hier schon um 16.00 Uhr abfährt. Alle weiteren Informationen zu Ardbeg bgzl. Öffnungszeiten und Touren findet Ihr unter www.ardbeg.com.

Drinklabor-Islay4.Tag_7Drinklabor-Islay4.Tag_8Drinklabor_Islay_4.Tag8Abends habe ich dann noch ganz anständig im SeaSalt Bistro gegessen. Habe dort durch Zufall meine Warehousetourteilnehmer vom Vortag bei Bruichladdich getroffen. So konnten wir uns im Anschluss an unser Essen noch auf ein Bier im nebenan liegenden Islay Hotel treffen. Und am nächsten Tag sollte es zu den letzten beiden verbleibenden Destillen gehen.

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The Way to Islay – 3. Teil – Kilchoman und Bruichladdich

Drinklabor_ Islay3.Tag1Nach einer wirklich stürmischen Nacht, erfrischt aufgewacht. Obwohl mich Jim gleich aufklärte, dass es sich nur um ein laues Lüftchen gehandelt hat. Sturm würde sich anders anfühlen. Wieder ein leckeres Frühstück und den tollen Ausblick genossen. Jim den ich immer mehr ins Herz geschlossen habe, bot sich an, mich nach Bruichladdich zu fahren. Dann sagte er, dass er noch ein wenig Zeit hat und mir noch ein/zwei nette Plätze zeigen wollte. Zuerst machten wir einen Stopp am Islayhouse. Das ist ein hochherrschaftliches Haus mit einigen Wirtschaftsgebäuden wie Ställen und Lagerhäusern drum herum. Das Haus als solches ist mittlerweile von Amerikanern übernommen worden, die es als B6B für zahlungskräftige Gäste betreiben. Und in den Ställen und Scheunen haben sich verschiedene Künstler, kleine Handwerkskunstläden und Shops angesiedelt. Dort befindet sich auch die einzige Brauerei auf Islay. Das IslayAle wird seit ca. 12 Jahren dort gebraut. Sie überlegen aber noch anzubauen, da sie langsam an ihre Grenzen stoßen. Ich durfte oder musste gleich noch 3 Biere probieren. Speziell die Whiskybiere fand ich spannend. Wobei ich das Kilchoman Pale Ale als er gewöhnungsbedürftig empfand. Es schmeckte, besonders ungekühlt, wie frisch aus den Maischebottich einer der Islaybrennereien abgefüllt. Dagegen war das Islay Kilchoman Dark ein schönes dunkles Porter oder Stout mit einer kräftigen Rauchnote – absolut empfehlenswert. Der direkt daneben liegende Marmeladenladen der u.a. sehr leckere Whiskymarmeladen herstellt, war leider noch geschlossen. Dafür versprach mir Jim mir morgen zwei unterschiedliche Whiskymarmeladen zum probieren zu geben.

Drinklabor_Islay3.Tag_2Dann ging es weiter auf einer wirklich spannenden Singletrackroad nach Kilchoman. Die kleinste und jüngste der Islay Destillen sieht von weitem wirklich aus wie eine Farm. Und als Farmdestille vermarkten sie sich ja auch. Kilchoman ist eine von drei Destillen, die noch einen eigenen Maltingfloor besitzen. Und sie sollen ihr gesamtes Getreide auch vor Ort anbauen. Leider hatten wir nur Zeit für den Shop und ein paar Fotos von außen. Für so eine kleine Destille hatten Sie doch einen recht großen Shop. Außerdem war im hinteren Bereich auch noch ein kleines Cafe angeschlossen. Ich habe die 10 Anniversary Abfüllung probiert. Schon ein ganz schöner Rauchhammer. Aber 88 Pfund für einen 7 jährigen fand ich schon recht ambitioniert. Hier bekamen wir wieder ein schönes Beispiel des Islaywetters. Wir kamen bei Sonnenschein an, gingen in den Shop und in dem Moment hörten wir schon die heftige Regenschauer auf das Dach klatschen. Und als wir rauskamen, war bis auf die Pfützen nichts mehr von dem Regen zu merken.  Lustiges schottisches Wetter – wie sagte damals mein erster B&B Gastgeber in Schottland. Dir gefällt das Wetter nicht, warte 10 Minuten.

Drinklabor_Islay3.Tag_3

Dann ging es weiter nach Bruchladdich. Jim sagte, dass wir vorab noch einen Kaffee trinken müssten. Da hier einer der besten Kaffees von ganz Islay gebrüht wird. Dazu gingen wir in den local Communityshop – der gleichzeitig ein kleines Cafe ist. Ich liebe ja solche Orte. Die Stühle waren wirklich alle mit Locals besetzt. Es ist wirklich das kulturelle Zentrum in Bruichladdich und der Platz sich über die aktuellen Neuigkeiten auszutauschen. Und der Kaffee war dazu auch noch fantastisch. Dann verabschiedete ich mich von Jim. Und sah ihn 3 Minuten später wieder, da er durch Zufall  seine Cousine getroffen hat, die bei Bruichladdich arbeitet. Zuerst mussten natürlich die berühmten Bruichladdichfässer fotografiert werden. Dann ging es auf den Destillenhof. Was zuerst auffällt, hier ist wirklich fast alles in Türkis gehalten. Sogar der Tankwagen ist türkis angemalt. Das ganze setzte sich auch in der Destille und dem Desitllerieshop fort. Unsere Führerin meinte, man sollte nich zu lange an einem Platz stehen bleiben, da man sonst auch türkis angemalt werden würde. Angeblich soll bei Mark Reyniers (hat die Destille Anfang der 2000er Jahre wieder gegründet) erstem Besuch bei Bruichladdich, die Sonne so auf das Meer  geschienen haben, das es Türkis leuchtete. Und so hat er diese Farbe für alles – sogar die Flaschen verwendet. Der Shop mit einem gemütlichen Wartebereich war recht groß. Da ich noch ein wenig Zeit bis zu meiner Führung hatte, schaute ich mir noch ein wenig Bruichladdich und die Umgebung an. Dann begann die Führung. Wir waren mit unserer Führerin Cassey zu viert. Es war eine spannende Führung, da viel der Einrichtung noch aus den Anfangstagen von 1880 besteht. Cassey legte Wert darauf, dass hier nur schottische Gerste verwendet wird und 40 % davon sogar von Islay kommt. Außerdem sagte sie uns, dass sie kurzfristig auch wieder einen eigenen Maltingfloor planen. Besonders spannend fand ich die Ugly Betty – dies ist eine alte Brennblase mittels derer jetzt der berühmte Botanist Gin gewonnen wird. Ursprünglich war sie als Whiskybrennblase gedacht und man konnte den Brennblasenkopf abnehmen. Es soll von dieser Art nur 4 Stück gegeben haben. Und der daraus destillierte Whisky soll auch nicht wirklich gut geschmeckt haben. Aber jetzt auf ihre alten Tage erlebt sie als Ginbrennblase einen zweiten Frühling. Obwohl nur 6-10 mal pro Jahr dort wirklich Gin destilliert wird. Interessant war dann auch die Flaschenfüllanalage, die glaub ich einmalig auf Islay ist. So wird alles hier vor Ort gemacht. Nicht nur die Produktion, auch die Lagerung und die Abfüllung in Flaschen. Dadurch arbeiten auch z.Zt. 78 Mitarbeiter bei Bruichladdich und die Destille ist dadurch auch der größte Arbeitgeber vor Ort. Und die Arbeit wird erstmal nicht ausgehen. Seit der Übernahme durch Remy Cointreau soll sich die produzierte Menge an Whisky verdoppelt haben.

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Dann ging es zurück in den Shop und es ging weiter mit der Warehoustour. David übernahm von Cassey und ich bekam noch zwei neue Mitstreiter. Ein Paar aus Irland und wir verstanden uns wirlich super. Es ging in eines von insgesamt 15 Warehouses. Das hat zwar immer total viel Atmosphäre, aber gerade im kühlen Herbst ist es nicht der beste Ort zum Tasten. Noch dazu, da an den Fenstern nur ein Drahtgitter war, zog es doch ordentlich. Da musste dann der Whisky wärmen. Wie uns David verriet, waren wir seine bisher kleinste Gruppe – normalerweise sitzen sie hier teilweise mit 20 Leuten. Vor uns lagen 3 Fässer und wir durften uns wieder durchprobieren. Natürlich mussten wir raten, was wir wohl im Glas hatten. Das erste Fass war schon der Hammer und wir lagen mit unserer Altersschätzung sowas von daneben. Es stellte sich als ein 26 Jahre alter Bruichladdich aus dem Bourbonfass heraus. Selten soviele Schokonoten in einem Bourbonwhisky geschmeckt. Dann ging es weiter zu einem 12 Jahre alten Port Charlotte aus dem Oloroso Fass. Das war ursprünglich von einem Norwegischen Whiskyclub gekauft worden, die es aber dann doch nicht wollten. Wir konnten gar nicht verstehen warum. Auch konnten wir David nicht überzeugen es uns zu überlassen, da es wirklich das Highlight des Tastings war. Danach kam aber noch eine Überraschung. Wir bekamen den bisher ältesten Octomore zu trinken. Dieser 10 jährige war 5 Jahre im Bourboncask um dann noch 5 Jahre im Sherrybutt zu lagern. Und obwohl er 159 ppm mitbrachte, war er alles andere als ein Torfmonster. Leider waren die Fässer nur für die Warehousetour gedacht, so dass man diese auch nur dort probieren und auch nicht käuflich erwerben konnte. Da es mittlerweile 16.30 Uhr war, gab es natürlich keinen Bus mehr. Da die beiden Iren aber so und so nach Port Ellen mussten, baten sie sich an, mich bis Bowmore mitzunehmen.

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Dort suchte ich das Bowmore Hotel auf. Ich hatte Lammkotlett. War insgesamt ok, hatte aber schon bedeutend besseres gegessen. Da das Wetter noch gut aussah und ich noch ein wenig die Beine vertreten wollte, entschied ich mich zu Fuß zum B&B zu gehen. Wie schon so häufig hier auf Islay täuschte die ursprüngliche Trockenheit und nach 500 m fing es mal wieder heftig zu regnen an. Auf halber Strecke kam mir ein Auto entgegen und es hielt. Es war Jim der gerade die Freundin seiner Tochter nach Hause bringen wollte. Er hat mich sofort ins Auto geladen, gedreht und zum Haus gefahren. Den Abend habe ich mich noch Nett mit dem Paar aus Nottingham unterhalten und noch ein leckeres Islay Ale getrunken. Und schon wieder war ein erlebnisreicher Tag auf Islay vorbei.

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The Way to Islay – 2. Teil – Caol Ila und Bunnahabhain

Drinklabor_Islay_2TagWunderbar geschlafen und nur der Wind hat ab und zu an den Fensterläden gerüttelt. Unten höre ich schon Geschirr klappern. Gestern Abend hatte ich mir noch die Zutaten für mein Frühstück aussuchen dürfen. Es gibt Full Scottish Breakfast und eine große Auswahl an Müsli, Obst, Jogurt und natürlich Toast und Marmelade. Neben mir ist noch ein Paar aus Nottingham zu Gast. Er ist Whiskysammler – trinkt aber gar keinen. Besser er mag den Geschmack überhaupt nicht. Das muss man nicht verstehen. Das absolute Highlight ist der Blick aus dem Fenster. Dort könnte man Stunden sitzen. Das schöne Jim und seine Frau Carol bereiten gleich hinter einem das Essen zu und man kann lustig miteinander schwatzen. Nach einem sehr sättigenden Frühstück hat mir Jim auf der Karte die besten und interessantesten Punkte auf Islay gezeigt. Doch ganz schön groß, diese Insel. Er fragte mich, was ich heute vor hätte. Ich hatte schon von Deutschland aus eine Warehousetour bei Bunnahabhain gebucht. Außerdem wollte ich noch kurz bei Caol Ila vorbei schauen. Er bat sich an, mich an der Kreuzung zu Caol Ila rauszulassen. Bis jetzt sah das Wetter noch ganz gut aus. Caol Ila war nach 15 Minuten Spaziergang erreicht. Insgesamt nicht wirklich eine Schönheit, aber ganz nett. Als Probedram gab es die Destillers Edition. Ganz nett, aber nicht wirklich überragend. Erst als ich durchblicken lassen habe, dass ich mich nicht zwischen zwei Feis Iles Abfüllungen entscheiden könnte, gab sie mir die zwei zum vergleichen. Die Destillery Tour war an diesem Dienstag nur morgens und die Nachmittagsführung fiel aus. Gott sei Dank wollte ich gar keine Führung. Sonst hätte ich mich ziemlich geärgert. Infos zu Caol Ila und Tourdaten findet Ihr unter Caol Ila.

Drinklabor_Islay2.Tag2Es wurde Zeit sich nach Bunnahabhain aufzumachen. Dummerweise fing es gerade an zu regnen. Aber damit hatte ich schon gerechnet, also weiter ging es auf meinem Weg. Dummerweise regnete es immer heftiger. Nicht wirklich stark, aber die Zeit macht es unangenehm. Auf der Strecke kam ein Auto vorbei und ich nutzte die Chance zum Daumen raustrecken. Der Wagen mit Jack einem original Islayer hielt an. Er hatte weiter nordwärts seine Farm und hat gerade nach einem vermissten Schaf geschaut. Er fuhr zwar nur 1 km, aber bei  dem Regen half jeder Meter. Dann ging es weiter nach Bunnahabhain. Nach 30 Minuten kam ich ziemlich durchnässt bei Bunnahabhain an. Zuerst ging es hoch zum Distillery Shop. War bedeutend größer als bei Caol Ila und ich konnte erst mal meine Sachen trocknen. Sie hatten einen eigenen Tastingraum, wo ich mich mit einem Kaffee erstmal aufwärmen konnte. Dann ging es um 14.00 Uhr los. Wir waren insgesamt 4 Personen und hatten das Glück das uns Robin rumführte. Robin ist ein Bunnahabhain Urgestein und seit fast 40 Jahren bei Bunnahabhain und einer von 3 Stillmans. Dazu kam noch Hather die uns begleitete und danach mit uns das Tasting durchführte. Robin erklärte uns alles sehr genau Er hat es ja über 30 Jahre inensiv selber gemacht. Leider wurden Kiln und Maltingfloor schon in den 60 Jahren geschlossen. Jetzt wird das Gebäude als Getreidelager genutzt. Zuerst schauten wir uns die tolle, alte Getreidemühle an Dann ging es zu den Washbacks. Und hier gab es endlich mal wieder Holzwashbacks – die leider nicht mehr so oft zu finden sind. In einem Washbacks passen 12 t Wash – ganz schön groß. Insgesamt ist bei Bunnahabhain alles ein bißchen größer. Danach ging es zu den 4 Stills. Was für riesige Teile. Schon faszinierend die riesigen Stills zu sehen. Sie waren zwar schon ziemlich beschlagen, aber hier wird halt gearbeitet und nicht nur Touristen gezeigt. Der Hauptgrund sind wohl die Kosten für das aufpolieren. Das schöne an der Tour, wir konnten den Stillman beim Arbeiten über die Schulter schauen. Und wenn ein erfahrerer Hase zuschaut, versuchen die Jungs auch alles richtig zu machen. Auch spannend war, dass man überall fotografieren konnte. Komisch hier war gar keine Brandgefahr, die häufig in andern Destillen zu bestehen scheint.
Dann hat sich Robin verabschiedet und Hather hat übernommen. Zuerst ging es zur Abfüllstation. Leider war zur Zeit nicht viel los, aber wenn dann 4 Reihen Fässer nebeneinander liegen – ist da bestimmt schon ganz schön was los.

Drinklabor_Islay2.Tag3Dann ging es zum Höhepunkt einer wirklich an Höhepunkten reichen Tour. Es ging in Warehouse Number 9. Nicht wirklich groß, aber sehr schön. Am Ende des Warehouses lagen 3 Fässer – die wir alle probieren durften. Ein 7 jähriger aus einem Oloroso Sherry,  ein 12 jähriger aus dem Oloroso Sherry Fass und ein 9 jähriger Peated Bunahabhain. Und was soll ich sagen, einer lecker als der andere. Wow was für ein 7 jähriger. In einer Blindverkostung hätten da alle daneben gelegen. Obwohl second fill – hat das Fass sehr viel abgegeben. Was ein geniales Zeug. Der 12 jährige war dann noch mal eine Steigerung noch runder und abgestimmter. Ich durfte sogar mal selbst aus dem Fass abfüllen. Was ein Spaß. Und dann zum Schluss noch ein peated Bunna – das war noch mal ganz was anderes aber extrem lecker. Ein wunderbares Tasting ging zu Ende. Dann bekamen wir sogar noch im Shop ein Dram der diesjährigen Feis Ile Abfüllung von Bunnahabhain. Auch super lecker, Abends im Pub wollten sie für einen Dram 25 Pfund. Ich kann nur noch mal vielen Dank an die Mädels und Jungs von Bunnahabhain sagen. Und das schönste – einer der Guides hat sich sogar angeboten, mich mit nach Bowmore zurück zu nehmen. Danke nochmals. Ich wurde dann in Bowmore rausgelassen und hat mir das Lochside Hotel empfohlen. Weitere Informationen zu Touren, Abfüllungen u.ä. findet Ihr unter Bunnahbabain.

Drinklabor_Islay2.Tag4Sehr schöner Laden mit einer netten Karte. Ich hatte Jacobsmuscheln mit Chorizzo und Toastbrot in einer Tomatensauce. Sie hatten auch eine schöne Auswahl an Whiskys. Aber die Preise waren doch ein wenig over the top. Ich habe trotzdem noch eine alte Bowmore Abfüllung eines 12 jährigen aus den 80er. Dann ging es im Dunkeln die 1,5 Meilen mit Iphone-Taschenlampe zurück zum Dha Urlar und ein schöner Tag ging zu Ende.

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The Devon Cream Tea – das Beste am Nachmittag

Drinklabor_CreamTea1Heute soll es mal um etwas typisch englisches gehen – den Tee. Wie Ihr in meiner English Pubcrawl Beiträgen lesen konntet, waren wir im Oktober diesen Jahres in England, genauer gesagt in Devon unterwegs. Dort stößt man häufig auf eine tolle Nachmittagstradition – den Cream Tea. Diesen haben wir auch des öffteren genossen. Dabei ist es kein spezieller Tee, sondern stellt eher einen kleinen Imbiss mit Tee dar. Wobei man ihn nicht mit  dem High Tea verwechseln werden darf. Dieser ist nämlich eher eine größere Mahlzeit und dort gibt es dann auch die brühmt-berüchtigten Gurkensandwiches und andere herzhafte Sachen. Hier soll es um den Cream Tea gehen. Dieser ist vor allem in den beiden südlichen Grafschaften Devon und Cornwall verbreitet. Weil hier viel Milchwirtschaft betrieben wird, entstand hier auch die Clotted Cream – ein wichtiger Bestandteil. Ob nun der Devon Cream Tea oder der Cornish Cream Tea das Original ist, sollen sich andere drum streiten. Da wir überwiegend in Devon Urlaub gemacht haben, gab es hier immer Devon Cream Tea. Das Schöne man bekommt ihn wirklich fast überall – sogar in Pubs. Dementsprechend gibt es dann auch gehörige Unterschiede was Qualität und Frische der Zutaten anging. Lustigerweise wurden wir auch das eine oder andere Mal gefragt, ob wir Kaffee zum Cream Tea haben wollten.

So was ist denn nun eigentlich ein Cream Tea? Wie schon geschrieben, ist es ein kleiner Imbiss der aus folgenden Zutaten besteht. Da ist einerseits der namensgebende Tee. Dazu gibt es Scones. Scones sind Gebäcke und werden aus Weizen-, Gersten oder Hafermehl mit Backpulver hergestellt. Die besondere Konsistenz wird durch das Einarbeiten von kalter Butter in den Teig erreicht. Er darf auch nur wenig gemischt oder geknetet werden, damit er seine Bröseligkeit behält. Die Scones gibt es plain ohne weitere Zutat oder mit Früchten – meist Rosinen. Da das ganze ein wenig trocken wäre, muss da noch etwas drauf. Da wäre zum einen Marmelade, wichtig es muss Erdbeermarmelade sein. Und natürlich die Sahne (Cream) – wobei man hier Clotted Cream nimmt. Unter Clotted Cream stellt Euch eine Mischung aus überfetter Sahne und Butter vor – also ein absolutes Light Produkt. Und jetzt kommt der geographische Unterschied. In Devon kommt die Cream direkt auf den Scone und darauf die Marmelade. In Cornwell ist es umgekeht. Wichtig ist mit der Cream sollte man nicht sparen. Als Tee wird meist ein etwas stärkerer meist gemichter schwarzer Tee gereicht. Am meisten Spaß an der Sache hat man, wenn man dies noch in einem typischen, häufig ein wenig spleenigen kleinen Teeroom zu sich nimmt und der Urlaub kann beginnen. Für uns ist der Cream Tea immer einer der Highlights bei Aufenthalten in Britannien. In Süddevon kann ich zwei Lokale besonders empfehlen. Da wäre zum einen die Turdor Rose in Plymouth. Einfach ein schnuckeliger , gemütlicher Tearoom im Barbican Viertel. Alte Möbel, tolles Geschirr und es gibt sogar einen kleinen Garten. Und die Scones und die Marmelade sind selbstgemacht. Es ist zwar ein wenig eng, dafür aber urgemütlich. Weiter Informationen zum Tudor Rose Tea Room findet Ihr unter Tudor Rose Tea Room.

Drinklabor_Hightea2Die zweite Empfehlung ist das Burridges direkt am Hafen in Torquay. Dies Cafe ist moderner, aber trotzdem gemütlich eingerichtet. Man blickt direkt auf den Hafen mit seinen vielen Yachten. Der Tearoom wurde Anfang des Jahres vom Besitzer des „Elephants“ übernommen. Dies ist quasi das erste Haus am Platz. Trotzdem hat das Burridges seine Gemütlichkeit behalten und auch die Preise sind sehr moderat. Das Besondere hier ist, dass die Scones hier mit Buttermilch gemacht werden. Dies gibt ihnen eine bessere Fluffigkeit und sie kommen weniger bröselig daher. Außerdem wurden sie immer warm serviert. Dazu gab es selbstgemachte Erdbeermarmelade. Ohne es genau zu wissen, würde ich schätzen, dass auch die Clotted Cream selbst hergestellt wird. Dazu gibt es einen tollen Tee. Es war ein spezieller Blend vom Hauslieferanten und wurde natürlich lose in die Kanne gefüllt. Man erhielt dann ein kleines Sieb, um nicht die Blätter in die Tasse zu bekommen. Nachteil ist, dass man recht schnell trinken muss, wenn man nicht so starken Tee möchte. Für uns waren es die absolut besten Scones auf unserer Reise. Und das schöne man bekommt einen Creamtea mit allen Zutaten und 2 Scones für 5 Pfund. Informationen zu Öffnungszeiten, Lage, Angebot findet Ihr unter Brurridges.

Wenn Ihr also das nächste mal in England oder speziell im Südwesten seid, lasst Euch den Devon Cream Tea nicht entgehen und genießt ein typisches und vor allem leckeres Stück England.

 

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English Pubcrawl – Ein schöner Samstag in The Kents Torquay

Drinklabor_TheKentsTorquayNoch eine kleine Nachlese zu einem anderen tollen Pub in Torquy. The Kents liegt ein wenig außerhalb im Norden der Stadt. In der Nähe der berühmten Höhle, deren Name er auch trägt. Wir waren an einem Samstag Abend zum Essen dort. Gott sei Dank hatten wir online einen Tisch reserviert, denn der Pub hat wirklich gebrummt. Hier ist alles ein wenig moderner eingerichtet, er strahlt aber trotzdem eine gewisse Gemütlichkeit aus. Da viele noch auf einen Tisch gewartet haben, war der Thekenbereich mehr als überfüllt. Dieser Pub verfügt, wie viele andere auch, über einen separaten Raum für das Restaurant. Sie bieten ein sehr gutes Angebot an Essen. Wobei die Besonderheit die im eigenen Smoker zubereiteten Gerichte sind. Als Vorspeise hatten wir Madras Muscheln die super lecker waren und mal eine klare Alternative zur rheinischen Art (mit Weißwein) darstellen. Bei der Hauptspeise entschieden wir uns dann für die Smokergerichte. Ich nahm ein würziges Pulled Lamb mit einem Limetten-Koriander Jogurt. Dazu gab es selbstgemachte Nachos und Salat. Mal zur Abwechselung kein klassisches Pulled Pork. Und das Lamm, was sehr wahrscheinlich aus der Keule kam, war super zart und hatte ein tolles Raucharoma. Meine Herzallerliebste hatte ein gesmoktes Schweinekotelett. Normalerweise mag sie kein Kotelett, aber hier hat sie sich alle Finger danach abgeleckt.

Drinklabor_TheKents_EssenAber das Kents konnte nicht nur mit tollen Essen aufwarten, auch die angebotene Getränkeauswahl war weit über Pubdurchschnitt. Speziell die Auswahl an Gin konnte sich wirklich sehen lassen. Insgesamt ca. 20 verschiedene Gins standen auf der Karte. Dabei legte man klar Wert auf Abwechselung und unterschiedliche Stile. Alle angebotenen Gins waren ausführlich in der Karte beschrieben. Es gab moderne Klassiker,  wie den Monkey 47, den Gin Mare aus Spanien oder den Saffron Gin aus Frankreich. Daneben hatten sie eine gute Auswahl auch an weniger bekannten Marken. So waren Gins aus Schweden, England, Neuseeland, Holland und auch den USA auf der Karte vertreten. Spannend fand ich z. B. den St. George Rye Gin aus den Staaten. Dieser wird aus 100 % Roggenbrand hergestellt und wurde auch als Gin für Whiskyliebhaber angepriesen. Nach unserem ausgezeichneten Essen haben wir uns dann noch einen Gin Tonic gegönnt. Sehr aufmerksam fand ich, das wir den Gin separat auf Eis und dazu meinen Lieblingstonic (Fevertree) in der Flasche bekamen. So konnte man den Gin pur genießen und das Mischungsverhältnis selbst bestimmen. Nach langen Überlegungen habe ich mich für etwas quasi Lokales entschieden. Meine Wahl fiel auf den Tarquins Cornish Dry. Der Gin wird von der kleinen Southwestern Distillery aus Nordcornwall hergestellt. Er wird unter anderem aus Veilchen und Orangenzeste hergestellt. Aber auch der Wacholder war gut zu spüren. Daneben kommen noch andere Gewürze wie Kardamom, Bittermandel und Koriander zum Einsatz. Eine wirklich tolle Entdeckung. Meine Herzallerliebste hattte einen Brockmans Intensivly smooth Gin. Ich würde ihn als New Western Style Gin bezeichnen. Obwohl in einer über 100 Jahre alten Copper Still hergestellt, schmeckte er nicht wie ein typischer London Dry Gin. Im Vordergrund waren klar die fruchtigen Aromen nach Blau- und Brombeeren. Erst danach waren auch Koriander und Wacholdernoten wahrnehmbar. Was komplett anderes aber wirklich lecker. Speziell wenn man nach diversen London Dry Gins etwas Abwechselung braucht, ist dieser Gin sehr zu empfehlen.

Drinklabor_TheKents_GinDanach haben wir uns dann in Barraum begeben. Da England gerade Rugby im Rahmen der WM gespielt hatte, war der Laden richtig gut besucht. Das Bierangebot war nicht so breit wie im Hole in the Wall – aber trotzdem habe ich noch das ein oder andere Real Ale gefunden, welches ich noch nicht kannte. So das wunderbare Jail Ale aus der Dartmore Brewery. Diese Brauerei aus dem Herzen des Dartmore wurde erst 1994 hinter dem lokalen Pub gegründet. Auf Grund der großen Nachfrage haben sie in 2008 ca. 500 m ein größeres Gebäude errichtet. Heute füllen sie jährlich ca. 2,8 Mio. Pints ab. Wobei das Jail Ale ihr Bestseller ist. Und das nicht zu Unrecht. Was für ein Schokofudgegeschmack und wie cremig! Und wir sprechen hier nicht von einem Porter oder Stout. Wirklich absolut süffig, ohne zu süss zu sein. Ein wirklich schönes Bier. Mich würden die anderen Biere der Brauerei wie z.B. das IPA interessieren. Aber leider sind selbst im Südwesten außer dem Jail Ale nur selten andere Sorten zu finden. Meine zweite Wahl fiel auf ein Glorious English von der Bombardier Brauerei aus Wales. Auch das könnte man, durch die Nähe zu Wales, noch als local Ale bezeichnen. Es hatte eine schönes Zitrusaroma, welches ich leider im Geschmack nicht wieder finden konnte. Es war gut trinkbar, muss aber nicht auf den Merkzettel notiert werden. Meine Herzallerliebste hat sich mal wieder ihren geliebten Ottersaft – dem Otter Ale hingegeben. Sie hat den netten Spruch, des Bartuchs wörtlich genommen. Auf diesem sieht man zwei Otter an der Theke stehen, jeweils mit einem Pint in der Hand – darunter stand „Relax with an Otter“. Was soll man da noch ergänzen.

Drinklabor_TheKents_PubAbschließend kann ich für The Kents eine absolute Empfehlung aussprechen. Man muss zwar von der Innenstadt ein wenig weiter laufen, aber der Aufwand lohnt sich auf jeden Fall. Speziell das Essen und das reichhaltige Gin-Angebot machen den Entfernungsaufwand mehr als wett. Wer sich in Torquay und Umgebung aufhält, hier kann er ohne Bedenken einkehren.

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English Pub Crawl – Hole in the Wall in Torquay

Drinklabor_Torquay_HoleinthewallMittlerweile sind wir an unserem Ziel in Torquay angekommen. Unsere Unterkunft, ein Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert, ist die Wucht. Man hat fast gar keine Lust, abends raus zu gehen. Aber Torquay bietet doch so einiges. Natürlich gibt es hier in der englischen Touristenhochburg vieles was man nicht wirklich braucht – ich sag nur Amusement Halls, Billigkioske etc.. Aber im Gegensatz dazu gibt es hier auch eine nette Kneipenszene. Zu einem unserer Lieblingsplätze entwickelt sich immer mehr der  Pub „Hole in the Wall“. Angeblich ist es der älteste Pub Torquays und soll schon 1540 erwähnt worden sein. Wie das immer so ist mit Jahreszeahlen –  prüfen lässt es sich nur sehr schwer. Auf jeden Fall ist er urgemütlich, hat eine super Auswahl an Bieren und eine gute Menge an Local bzw. Real Ales. Der Fussboden macht schon mal den Eindruck, dass er wirklich einige Jahrhunderte auf dem Buckel hat. Die niedrige Holzdecke schafft außerdem Atmosphäre.  Er ist schön im maritimen Stil gehalten, hat eine riesige Theke und eine Vielzahl von Zapfhähnen. Außerdem bietet er in einem größeren Nebenraum auch ein separates Restaurant an. Wir waren bisher zweimal im Pub und jedes mal war das Restaurant voll besetzt. Die Bedienung empfahl uns, auf jeden Fall vorher zu reservieren. Da sich die Speisekarte sehr gut las, werden wir das Essen hier in den nächsten Tagen probieren. Das schöne am Hole in the Wall ist, dass man das Gefühl hat, sowohl Einheimische als auch Touristen zu treffen. Außerdem scheinen hier alle Gesellschaftsschichten zu verkehren.

Drinklabor_Holeinthewall

Das erste mal waren wir nach unserem Abendessen – einem ausgezeichneten Burger – noch auf ein Bier hier vorbei gekommen. Biere von unterschiedlichen Brauereien wie Shepherd Neame, Buttercombe oder Otter gibt es hier. Regelmäßig werden aber auch Gastbrauereien an den Pumpzapfhähnen angeboten. Als erstes hatte ich ein doch sehr marzialisch klingendes Ale mit dem Namen Spitfire Kentish Ale. Das Bier wurde in Erinnerung an die Schlacht um England so genannt und wurde vor 25 Jahren von der Brauerei Shepherd Neame entwickelt. Auf solche Ideen kommen glaube ich nur Engländer. Es hat sich mittlerweile zum bestverkauften Bier der Brauerei entwickelt. Für mich hatte es schöne Fruchtnoten, eine gewisse Bitterkeit und schmeckte würziger als das typische englisch Bitter. Es war ein schönes Nachtischbier. Meine Herzallerliebste hatte von Sharps das Doom Bar Ale aus Rock in Cornwall. Ein wirklich süffiges Ale. Dabei ist Doom Bar der Name einer Sandbank in der Mündung des Camel Rivers. Diese soll schon so manchen Schiff zum Verhängnis geworden sein. Da hat sich einer bei der Namensgebung richtig Gedanken gemacht. Die 1994 gegründete Brauerei ist wie so oft bei erfolgreichen kleinen Brauereien mittlerweile von einem amerikanischen Konzernden um Molson Coors übernommen worden. Das Bier ist so erfolgreich, das es mittlerweile das meistverkaufte Bier unter den Fassbieren in UK sein soll. Ist mir bisher noch nicht so häufig aufgefallen, werde aber in Zukunft drauf achten.

Drinklabor_Holeinthewall_Biere

Da man auf einem Bein nicht stehen kann, musste noch ein zweites Bier probiert werden. Das Doom Bar hatte schon überzeugt, daher versuchte ich ein weiteres Bier dieser Brauerei – und zwar das Atlantic. Ein wunderbares Pale Ale der Sharps Brauerei. Ich hatte eine schöne florale Note in der Nase, aber konnte auch eine Grasigkeit, die ins Heuartige ging, wahrnehmen. Im Mund kam zuerst eine schöne Zitrusnote und im Hintergrund eine schöne Malzsüsse. Fand es sehr gut ausgeglichen, da sich die Süsse des Malz und die Bitterkeit des Hopfens die Waage hielten. Eindeutig der Sieger des heutigen Abends. Für meine Herzallerliebste gab es noch ein quasi per Label gekauftes Bier. Sie fand den Otter auf dem Zapfhahn ganz putzig. Außerdem meinte sie, dass man sich Otter Ale super merken kann. Das Ale, das aus der gleichnamigen Brauerei kommt, ist quasi der Lokalmatador und direkt aus Devon in der Nähe von Taunton. Nach all den Bieren von größeren Brauereien musste doch noch ein Bier von einer kleineren Brauerei her. Und es ist wirklich sehr schmackhaft und empfehlenswert. Ein wirklich schöner Abend in einem der besten, wenn nicht sogar dem besten Pub von Torquay. Aber wir haben ja noch nicht alle Pubs getestet :-). Lasst Euch von weiteren (Pub)Geschichten überraschen, die wir in Südwestengland erleben werden.

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