Archiv der Kategorie: Rum

Die Schule der Trunkenheit von der Viktoria Bar Berlin

Passend zum angekündigten verregneten Pfingstwochenende möchte ich Euch eine Buchempfehlung geben. Wie immer geht es natürlich im weitesten Sinne um Getränke, in diesem Fall um ein Barbuch. Jetzt denkt aber nicht gleich an einen dicken  Hochglanz-wälzer mit allerlei Cocktailfotografien und kurzen Rezepten. Nein es geht um das sehr interessante Buch „Die Schule der Trunkenheit“ der Viktoria Bar in Berlin. Was für ein gelungener Name. Ich finde der Name ist schon sehr passend gewählt. Wie schreibt Peter Richter so schön im Nachwort des Buches „Betrunken sein kann jeder. Aber Trunken? Sind nur Kenner.“ In der Berliner Viktoria Bar gibt es schon seit 2003 Spirituosenseminare. Diesen gehen weit über wie mache ich einen Martini oder einen anderen Klassiker heraus.

img_3090-2

Buchcover „Die Schule der Trunkenheit – Eine kurze Geschichte des gepflegten Genießens“

Es wird sich einer bestimmten Spirituose gewidmet. Zuerst schwerpunktmäßig die geschichtliche Entwicklung, die wichtigsten Eckdaten um dann konkret auf bestimmte Cocktailklassiker und ihre Entstehung, aber auch Anekdoten und Geschichten drum herum. Diese „Schulstunden“ für Barflys und Spirtuosenconnoisseure laufen meist so ab, das die Teilnehmer fünf Cocktails mit ein und derselben Basisspirituose – Brandy, Wodka, Whisky, Gin, Tequila, Rum oder Champagner – serviert bekommen. Bei Genuss dieser Cocktails erfährt man, wie sich diese Spirituose entwickelt hat und wie sie heute geschätzt wird. Neben der Herstellung, wird auch auf besondere berühmte Liebhaber dieser Spirituose und die berühmtesten Cocktails eingegagen. In 2013 hat sich dann das Team der Victoria Bar entschlossen den Unterrichtsstoff zwischen zwei Buchdeckel zu bannen.

Das Buch zeigt wie stark die Entwicklung der Menschheit mit der Geschichte des Alkohols verbunden ist. Getrunken wurde schon immer. Aber es ist doch sehr interessant wie sich Zivilisationen und Alkohol miteinander aber auch gegensätzlich entwickelten. Angefangen bei den Sumerern mit ihrem Bier, über die Bedeutung von Alkohol in verschiedenen Kriegen bis hin zur Prohibition in den USA. Dieses Buch liefert so viel Hintergrundwissen, aber auch Insider und gute Geschichten, dass man damit mehrere Abende in seiner Lieblingsbar die Leute unterhalten kann.

Mit sieben verschiedene Getränke, angefangen vom Brandy, Whisk(e)y, Tequilla, Rum, Gin und Vodka  bis hin zu Champagner, werden die wichtigsten Cocktailgrundbestandteile durchgesprochen. Dabei fand ich besonders die Getränke interessant, die mir bisher nicht ganz so nahe stehen. So fand ich z.B. die Verbindung  der mexikanischen Revoluzionen mit der Tequillaproduktion ganz spannend. Oder die Geschichte, dass die russische Revolution ein Champagnerhaus in den Ruin stürzte, sehr interessant. Oder dass Willi Brandt ein großer Weinbrandtrinker war und mit seiner Trinkfestigkeit so gar den russischen Botschafter beeindruckte. Wirklich eine Vielzahl von interessanten Geschichten aber auch geschichtlichen Verbindungen. Als kleinen Zusatznutzen werden am Ende des Buches alle Cocktail-Rezepte die im Buch aufgeführt sind, auch noch abgedruckt. Hier findet Ihr entsprechend die Zutaten und eine kleine Mix-Anleitung. So dass man auf ein paar Seiten die 50 Cocktailklassiker auch noch findet.

img_3091

Innenseite mit schönen Illustrationen von Angela Dwyer

Insgesamt kann ich das Buch jedem Bar- Cocktail- und Spirituoseninteressierten ans Herz legen. Eigentlich eine Art Grundlagenbuch für jeden Fan des gepflegten Trinkens. Das Buch ist wunderbar leicht zu lesen, man lernt quasi gut amüsiert. Wer ein Nachschlagewerk für die einzelnen Spirituosen oder ein historisch ganz korrektes Werk erwartet sollte dagegen die Finger von lassen. Daumen hoch für dieses Buch. Auch wenn es schon von 2013 ist, sollte man es im gut sortierten Buchhandel oder im Internet bekommen.

Viktoria Bar
Schule der Trunkenheit –
Ein kurze Geschichte des gepflegten Genießens
254 Seiten
Veröffentlichung: 2013
Metrolit Verlag
ISBN: 978-3-8943-0323-5
Preis: 19,95 €

 

 

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Getränke Bücher, Gin, Im Labor, Rum, Schaumweine, Sonstiges, Tequila, Vodka, Wein, Weinspirituosen, Whisky

Premium Rum – von Andreas Schwarz – die Rum/Rhum (B)Fibel

Trinklabor_Premiumrum1Heute gibt es wieder eine kurze Buchrezension. Diesmal ein Buch, das mir für das Thema im wahrsten Sinne die Augen bzw. den Mund geöffnet hatte. Vor ca. 4-5 Jahren kam ich das erste Mal mit Rum in Berührung. Als Whiskyliebhaber ist es quasi schon fast unumgänglich. Speziell in den 2000er Jahren war das Finishen oder Lagern in Rumfässern sehr populär. Da ich diese speziell gelagerten Whiskys mochte und immer noch mag, wollte ich auch mal das Original ausprobieren. Ich war doch schon überrascht, was eine ganz neue Welt sich für mich eröffnete. Da schwirrten Begriffe wie Melasse, Rhume Agricol, Demerara, Soleraverfahren und ganz viele unterschiedliche Herstellungsländer herum. So dass ich am Anfang komplett verwirrt war. Und da bin ich auf mein Führer durch diese unbekannte Welt gestoßen. Es ist Wörterbuch, mein Lexika und meine Standardlektüre für Rum geworden. Das Buch von Andreas Schwarz „Premium RUM: Eine Auswahl der besten Rums der Welt“. Der Autor führt im holsteinischen Preetz ein Geschäft, dass sich schwerpunktmäßig auf Wein, Whisky und Rum spezialisiert hat. Daneben leitet er auch diverse Tastings. Sein große Liebe aber gilt dem Rum und diese hat er auch in seinem Buch wiedergegeben.

Das Buch Premium Rum mit einem Premiumrum dem Optimus 25 - leider leer

Das Buch Premium Rum mit einem Premiumrum dem Optimus 25 – leider leer

Das Buch ist wunderbar für Einsteiger geeignet. Zu Beginn gibt es erstmal ein paar Hintergründe zum wichtigsten Bestandteil für Rum den Zucker. Dann bekommt man einen Überblick über die Geschichte des Rums, die natürlich stark mit der Karibik und der Navy verbunden ist. Aber auch interessante Geschichten zur Bedeutung des Rums für und in der Weltgeschichte. Interessant fand ich den Abschnitt über die Bedeutung Flensburgs für den Rumgenuss in Deutschland. Nach diesem unterhaltsamen Geschichtsuntericht wird anschaulich die Herstellungsverfahren des Rums erläutert, ohne den unbedarften Leser zu überfordern.

Beispielsweise mit Landesbeschreibung und Romempfehlung

Beispielsweise mit Landesbeschreibung und Rumempfehlung

Nach diesen einleitenden Kapiteln kommt der Hauptteil des Buches. Dieser ist nach den jeweiligen Herkunftsländern aufgeteilt. Insgesamt sind 26 Länder in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Nach einer kurzen Übersicht über das Land und typischen Geschmackseigenschaften des nationalen Rums, werden erst die wichtigsten Brennereien bzw. Firmen kurz beschrieben. Anschließend gibt es dann eine Übersicht über die wichtigsten Rumsorten/ – marken. Diese werden dann auch noch einzeln vom „Preezer Table of Rum“ beschrieben, bewertet und benotet. Dabei erfolgt die Benotung nach Fässern – die mit einem Fass  beginnt (schöner Rum für alle Tage) und bei sechs Fässern (Top 10 absolute Weltklasse) endet. So kann man anhand des jeweiligen Landes sich entsprechend die am interessantesten klingenden Rums heraussuchen. Klar der Geschmack ist relativ. Ich finde aber die Bewertung gibt einem eine erste Orientierung. Dabei sind sind in diesem Kapitel nur die Originalabfüller aufgeführt. Im folgenden Kapitel werden Sonderfälle behandelt. Diese sind keinem bestimmten Herkunftsland zugeordnet. Auch werden noch Rums aufgeführt, die er außer Konkurrenz sieht.

Ein sehr kleines Kapitel widmet er den unabhängigen Abfüllern. Zum Entstehungszeitpunkt des Buches 2010/2011 waren diese auch noch nicht so verbreitet. Hier würde ich mich ein wenig mehr Hintergrundinformationen und Beschreibungen von deren Abfüllungen wünschen. Aber vielleicht haben sie dies ja bei der aktuellen 3. Auflage berücksichtigt. Da speziell in den letzten 5 Jahren die Anzahl der Abfüllungen von unabhängigen Abfüllern stark zu genommen hat. Auch die Einzelfassabfüllungen und fassstarken Abfüllungen kommen hier nicht vor. Wobei dies sehr wahrscheinlich der Erreichbarkeit der Abfüllungen geschuldet sind. Was bringt es ein Buch zu haben, was bei Drucklegung Rumempfehlungen enthält, wovon nur noch 10 % im Handel erwerbbar sind. Da der Autor fast alle Rums bewertet hat, führt er am Ende des Buches auch noch drei unterschiedliche Top-10 auf. Man kann sich drüber streiten, ob dies sinnhaft ist oder ob man wirklich eine Rangfolge bilden sollte. Aber es einen guten Anhaltspunkt – was man ohne große Gefahr probieren bzw. auch kaufen kann. Ganz zum Schluss gibt es noch ausführliche Register, so dass man sich schnell im Buch zurechtfindet.

Beispielseite Rombeschreibung und Bewertung

Beispielseite Rombeschreibung und Bewertung

Neben den inhaltlichen Punkten finde ich das Buch auch sehr hochwertig aufgemacht. Mit seinem schwarzen Hardcovereinband mit goldener Schrift macht es eine gute Figur im Bücherregal. Die Farbgestaltung setzt sich auch teilweise fort. So sind die Kapitelanfänge auch immer schwarz und gold gestaltet. Alle Flachen sind hochwertig aufgenommen und werden freigestellt dargestellt. So dass man die Flaschen in den Geschäften auch sofort wiedererkennt. Ich habe das Buch damals als ich es gekauft habe, förmlich verschlungen. Ich glaube das speziell Rumanfänger daran Spaß haben. Aber auch erfahrende Rumtrinker werden es gern als Nachschlagewerk in die Hand nehmen. Für mich das beste deutschsprachige Rumbuch, welches mit seinen 24 € auch noch recht preiswert für ein Spirituosenbuch daher kommt.

Mittlerweile gibt es eine komplett überarbeitete 3. Auflage des Buches. Hier wurden nochmals eine Vielzahl von neuen Rums ergänzt, Aufnahmen der aktuellen Abfüllungen zugefügt und auch die Bewertung der besten Rums angepasst. So dass das Buch für jeden Rumliebhaber geeignet ist, egal ob er noch am Anfang steht oder schon erfahrener Rumtrinker ist. Ein tolles Geschenk ist es obendrein ebenfalls. Die neue Auflage ist ab Ende Oktober im gut sortierten Buchhandel oder im Internet erhaltbar.

 

Andreas Schwarz
Premium RUM: Eine Auswahl der besten Rums der Welt
272 Seiten – mittlerweile 3. Auflage von 2016
Hädecke Verlag
ISBN-13: 978-3775007559
Kosten: 24,95 €

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Getränke, Getränke Bücher, Im Labor, Melasse Rum, Rhum Agricole, Rum, Spirituosen

Marc&Philipps – Cocktails in Flaschen

Drinklabor_Marc&Philipp_1Durch Maike vom Kölner Streetfoodfestival bin ich auf eine Veranstaltung aufmerksam gemacht worden, bei der es um die Vorstellung von Cocktail in Flaschen ging. Am Anfang war ich sehr skeptisch. Ich musste an Studiezeiten zurückdenken. Gordons&Tonic aus der Dose und dann auch noch warm getrunken. Ob ich da wohl richtig wäre? Aber dann habe ich die Mail genauer gelesen. Die Cocktails werden von Marc & Philipp Finest Bottled Drinks produziert. Und dann habe ich gelesen einer der Beiden leitet das „Metzger und Marie“ und der andere ist Barkeeper im Shepards in Köln. Da haben sich zwei ausgewiesene Experten mit dem Thema beschäftigt. Außerdem werden nur frische Zutaten benutzt. Entsprechend habe ich mich Dienstag Abends durch strömenden Regen nach Köln aufgemacht. Passenderweise fand die Präsentation im Metzger und Marie im Kölner Agnesviertel statt. Das Lokal bildete mit seiner gemütlichen Rustikalität den richtigen Rahmen für diese Veranstaltung. Insgesamt waren wir ca. 30 Personen die sehr gespannt auf die Kreationen des Duos waren. Die beiden Entwickler Marc und Philipp wurden durch furchtbare Dosencocktails und gelangweilte Hotelbarkeeper zu Ihrer Idee inspiriert. Sie dachten sich, man müsste doch auch fertige Cocktails in Lecker anbieten können. Und dann das ganze auch noch mit natürlichen und frischen Zutaten trinkfertig anbieten. Dafür entwickelten sie sogar ihre eigene Abfüllanlage, da bei professionellen Abfüllern zu viel Verlust und nicht die richtige Qualität gewährleistet wäre. Die Cocktails werden auch alle direkt hier vor Ort produziert.

Drinklabor_Marc&Philipp_2Die beiden Gründer der Cocktaillinie ergänzen sich optimal. Marc ist Koch und Eigentümer des Metzger und Marie und ist der Spezialist für frische und herwertige Zutaten. Philipp dagegen ist noch als Barkeeper im Shepards tätig und bringt den Spirituosen und Cocktailbackground mit. Beide ergänzen sich wunderbar und haben so eine recht stattliche Auswahl an Cocktails entwickelt. Sie sind schon seit längerer Zeit in der Experimentierphase und haben bisher schon acht gelungene Cocktailkreationen entwickelt. Von klassischen Standards wie Gin&Tonic und Cuba Libre bis hin zu komplexeren Mischungen wie dem Suffering Bastard oder dem Cream Berry. Wie mir Philipp veriet hat Marc in seinen Garten noch genügend Früchte und Gemüse um noch weitere Kreationen zu entwickeln. Damit man sich ein gutes Bild von dem Geschmack machen konnten, boten sie unterschiedliche Verköstigungsmöglichkeiten an. Angefangen vom direkten aus der Flasche drinken oder mit Strohhalm, über pur aus einem Weinglas bis hin mit ausreichend Eiswürfel im Glas. Damit wir auch mehrere probieren konnten, ohne gleich zu viel zu trinken, einigten wir uns, an unseren Tisch auf Flaschenteilung. Da die Flaschen mit 250 ml und die meisten Cocktail mit 11-12 % Alkohol daherkamen – eine gute Strategie.

Drinklabor_Marc&Philipp_3Wenn einer der beiden Gastgeber Koch ist und noch dazu in seinem Restaurant lies er es sich nicht nehmen, das Tasting mit einer tollen Auswahl an Fingerfood zu begleiten. Angefangen von selbstgebackenen Brot, über Spare Ribs, Hähnchenkeulen hin zu leckeren Shrimps auf warmen Linsensalat. Der Linsensalat war mit einer Art Chillimayonaise versehen und passte mit seiner Schärfe ausgezeichnet zum Dark & Stormy. Alle Sachen waren ausgesprochen lecker, so dass ich beschloss, hier auch mal zum Essen herzukommen. Aber kommen wir zum wichtigsten Teil des Abends den Cocktail-Flschen. Das Design und die Aufmachung fand ich gut gelungen und es strahlt auch eine gewisse Wertigkeit aus. Hier denkt man bekommt man was für sein Geld. Nun möchte ich meine Eindrücke zu den unterschiedlichen Sorten mitteilen. Zwei der Cocktails waren absolut sehr gut gelungen. Da war einerseits der Suffering Bastard – ein Klassiker aus den 40er Jahren mit Gin, Bourbon und dazu kam noch Orange, Limette und Ingwerbier – wirklich super umgesetzt. Man konnte sehr gut die frische Limette rausschmecken. Ein gelungener Sommerdrink, den man irgendwo im Park gemütlich genießen kann. Daneben auch sehr gelungen war der Moscow Mule. Hier wurde Schwedischer Wodka eingesetz. Was hier super kam, war die Gurke, die trotz des recht scharfen Ingwerbiers super durchkam. Ich hatte vor 2 Monaten einen Moscow Mule in einer Bar und muss sagen, der von Marc & Philipp war besser. Die Standards Cuba Libre, Dark & Stormy und Wodka Lemmon war durch die Reihe gut umgesetzt und ließen sich gut trinken. Speziell beim Cuba Libre kam der Rum sehr gut durch und wurde nicht, wie so häufig von der Cola überlagert. Der Gin Tonic war auch gut trinkbar, aber da bin ich ein wenig mäkelig – und das wäre dann nicht ein Cocktail den ich in der Flasche kaufen würde. Daneben gab es noch zwei weitere Sorten. Achtung Chauvigefahr – typische Frauencocktails. Aber das haben auch einige der anwesenden Frauen selbst zugegeben. Einerseits der Pim Up, der auf Pimps No. 1 basierte. Und der Cream Berry ein selbstentwickelter Cocktail der den zweite „Frauen-Cocktail“ bildetee. Der war definitiv nicht mein Fall. Eindeutig zu süss. Er bestand neben normalen Wodka noch aus Himbeerwodka, Cream Soda, Limettensaft, Mineralwasser, Zuckersirup und das besondere Waldbeerenpüre. Einerseits war er mir eindeutig zu süß, außerdem führte die Waldbeeren, mit ihrer Bitterkeit bei mir zu einer belegter Zunge. Aber es kann mir ja nicht alles schmecken. Abgesehen davon bin ich bei Himbeeren und Alkohol immer ein wenig vorsichtig. Oder habt Ihr schon mal einen genialen Himbeerbrand getrunken, der nicht wie aus dem Chemielabor schmeckte – ich nicht.

Drinklabor_Marc&Philipp_4Ich finde wirklich gelungene Cocktails, die Ihre Abnehmer finden werden. Sie basteln auch immer noch weiter an ihren Rezepten. So sollen langfristig auch die Filler, wie Tonic Water, Bitter Lemon oder Ginger Beer auch speziell für die Beiden hergestellt werden. Ich bin gespannt wie sie sich weiterentwickeln. Ich kann Euch auf jeden Fall empfehlen, die Cocktails von Marc & Philipp unbedingt zu probieren. Und speziell im Sommer kann ich mir einen solchen Flaschencocktail als super Alternative zum Bier oder Weißwein vorstellen. Sie werden natürlich keinen guten selbstgemixten Cocktail oder einen Cocktail von  einem guten Barkeeper ersetzen, aber für bestimmte Anlässe sind die Cocktailflaschen gut geeignet. Um mehr über die beiden zu erfahren oder zu schauen, wo man die Cocktails bekommen kann – schaut auf folgende Facebook-Seite von Marc & Philipp. Wenn Ihr Infos zum Lokal Metzger und Marie haben wollt – schaut hier unter Ihrer Website: MetzgerundMarie.de.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bourbon Whiskey, Cocktails, Gesüsste Spirituosen, Gin, Melasse Rum, Old Fashioned, Rhum Agricole, Rum, Sahne Drinks, Sirup, Sours, Spirituosen, Whisky

Das Shakers – die Bonner Cocktailbar

Drinklabor_Shakers1Natürlich bin ich besonders in Bonn vor Ort an guten Kneipen und Locations für schöne Cocktails und Craftbeer interessiert. Und da das Angebot in dieser Hinsicht recht übersichtlich ist –  musste ich auch nach längerer Zeit mal wieder dem Shakers einen Besuch abstatten. Es ist immerhin die Institution für Cocktails in Bonn. Wenn auch das Sprichwort sagt, willst Du in eine gute Cocktailbar in Bonn, musst Du nach Köln fahren. Aber nicht immer will man soweit fahren. Und nach den tollen Erfahrungen im Chimära und Deja Vu sollte es nun in Die Bonner Cocktailbar gehen. Nach ein wenig gemischten Erfahrungen vor einigen Jahren, war ich schon lange nicht mehr hier. Aber man muss ja allen Dingen und Orten mehrere Chancen geben. Eines vorweg, wir sind mit wenig Erwartungen ins Shakers gegangen und haben die Bar positiv gestimmt wieder verlassen. Und das beste ich habe weit und breit keine Shisha gesehen. Das Gebäude und der Fabrikloftstyle ist natürlich der  Vorteil des Shakers. Auch die extrem lange Theke ein wirklicher Hingucker und das Herzstück des Shakers. Obwohl mir das Ganze schon wieder ein wenig zu viel blingbling mitbringt. Aber das ist ja Geschmackssache. Und ich bin glaub ich, auch nicht die Hauptzielgruppe. Wir waren im oberen Restaurantbereich. Dieser ist nur einseitig und nach vorn offen, so dass man von oben auf die wirklich tolle Bar schauen kann. Dies ist aber auch gleichzeitig der Nachteil, da der Raum komplett offen ist, und durch die hohe Decke der Geräuschpegel, trotz nicht übervoller Bar, schon teilweise extrem lauf war. Aber dies ist den baulichen Gegebenheit geschuldet, aber vielleicht könnte man mit irgendwelchen Konstruktionen ein wenig Abhilfe schaffen. Noch ein kleiner Kritikpunkt sind die Tische im oberen Bereich, da sie schon recht eng gestellt sind. Da dort fast alle essen, wird es bei gleichzeitigen Essengängen doch recht schwierig, dem Nachbarn nicht den Arm auf den Teller zu legen.

Drinklabor_Shakers2Apropos Essen: Das war für eine klassische Barfoodkarte wirklich gut. Wir hatten Burger. Diese waren per Hand geformt. Man hat eine gute Auswahl an unterschiedlichen Belagen und Beilagen. Einzig mir war das Fleisch ein wenig zu durch. Aber wir waren ja nicht in einem Burgerresturant. Aber kommen wir zum wichtigeren für einen Getränkeblog der Getränkekarte bzw. –auswahl. Auch hier gab es Licht und Schatten. Schön fand die Aufmachung der Karte. Es waren die wichtigsten Cocktailarten beschrieben mit ein paar Hintergründen zur Entstehung. Die Auswahl war riesig. Für mich eindeutig zu viel. Man ist förmlich erschlagen. Positiv kann man die Preise der Cocktails hervorheben. Die meisten liegen bei 6 bis 8 € und es gibt noch Sonderaktionen, wie Happy Hour etc. Die Einzelspirituosen fand ich dann schon wieder teilweise ein wenig ambitioniert. Aber so greift man dann eher zum Cocktail. Jetzt muss ich aber auch zu den Schattenseiten kommen. Die Karte, wie auch insgesamt die Aufmachung ist für meinen Geschmack doch ein wenig in den 90er Jahren hängengeblieben. Aber auch hier gebe ich zu, dass ich nicht zur engeren Zielgruppe zähle. Wie oben schon geschrieben, war die Karte viel zu umfangreich, hatte aber auf der anderen Seite nicht wirklich, aktuelle Entwicklungen oder experimentelle Cocktails aufgeführt. So wünsche ich mir in einer Cocktailkarte bitte die genauen Zutaten zu lesen. Ich weiß was in einem Negroni drin ist. Mich interessiert aber, wie sie ihn hier interpretieren – also welchen Gin, welchen Vermouth etc. Aber das ist leider noch nicht weit verbreitet. Auch habe ich einige moderne Ideen wie Infused Cocktails oder Gewürze zum Tonic vermisst. Für meine Ansprüche wäre eine viel kleinere, aber dafür ausgewähltere Karte sinnvoller.

Drinklabor_Shakers3Kommen wir jetzt zu den Cocktails an sich. Als Einstieg hatten wir einen Whiskey Sour. Dieser war grundsolide, und schön angerichtet. Und speziell für den Preis von 5,90 € da Happy Hour war, ein wirklicher Schnappen. Leider fiel die Qualität beim zweiten Cocktail ein wenig ab. Meine Herzallerliebste hatte ihren Lieblingscocktail – einen Gimlet. Leider war der zu sehr verwässert und der Gin kam nicht wirklich durch. Ich hatte einen Bronx – quasi eine Art Abwandlung des Negronis. Dieser enthält zusätzlich noch Orangensaft und Angostura Bitter. Auch hier war die Orange so stark im Vordergrund, dass der Gin und der Vermout nur schwach wahrnehmbar waren. Ich glaube beim nächsten mal, werde ich mich direkt an die Bar setzen und die Barkeeper mal einfach machen lassen. Aber da wir im Restaurantbereich waren, mussten wir uns an der Karte orientieren. Außerdem habe ich festgestellt, dass in der Onlinekarte auf der Website auch ein größeres und auch ausgewählteres Angebot zu finden war. Aber so eine Getränkekarte kann man natürlich, nicht so häufig neu gestalten.

Insgesamt lässt sich trotzdem ein positives Fazit ziehen. Das Shakers ist eine grundsolide Bar, mit einem großen Cocktailangebot und gutem Barfood. Es gibt keine Shishas und das alte Backsteingebäude macht etwas her. Wenn man kein Le Lion oder ein Pepe erwartet, kann man hier einen schönen Abend verbringen. Informationen zur Bar und die aktuelle Cocktailkarte findet Ihr unter: Shakers.

2 Kommentare

Eingeordnet unter Cocktails, Essen gehen, Gesüsste Spirituosen, Gin, Likör, Old Fashioned, Rum, Sahne Drinks, Sirup, Sours, Spirituosen, Weinspirituosen

Es gibt Rum Baby! Besuch beim Rum-Club in der Kölner Malzfabrik.

Drinklabor_RumclubIst Rum die nächste Hypespirituose? Ich weiß es nicht, es ist mir auch egal. Ich trinke seit gut 2-3 Jahren Rum oder Rhum und kann der Spirituose vieles abgewinnen. Der Vorteil eines Hype ist es, dass rund um die Spirituose auch viel geboten wird. So war ich am 30.09.15 in Köln in der Malzfabrik auf einer Veranstaltung mit dem Namen „Rum Club“. Das Konzept für diese Veranstaltung wurde von Christoph Schreiber entwickelt und bietet die Möglichkeit an einem Abend, sich einen super Überblick über die Vielfalt des Rums zu machen. Der Eintritt kostet 69 € (wobei es auch Frühbuchertarife gab). Dies hört sich zuerst recht viel an, die Gegenleistungen die man dafür bekommt, rechtfertigen den Preis aber allemal. So ist ein Glas, Hintergrundmaterialien zu den angebotenen Rums und Wasser enthalten. Daneben war auch für das leibliche Wohl gesorgt. Denn im Preis waren auch noch leckere Pulled Pork Burger inbegriffen. Diese wurden im Streetfoodstyle direkt vor Ort zubereitet. Und natürlich das Highlight man konnte  sich reichlich durch das Rumangebot durchtesten. Wobei die Rums in der Preisspanne von 18 € bis 120 € vertreten waren. Wer wollte konnte auch viele der angebotenen Rums zum Messepreis mitnehmen.

Dinklabor_Rumclub_ImpressionenDie Veranstaltung fand in einem Kellerraum in der Malzfabrik der ehemaligen Hansa Brauerei statt. Was der Veranstaltung einen gewissen industriell-hippen Charme gab. An der Beschilderung kann der Veranstalter noch ein wenig arbeiten, der Zugang war nicht auf Anhieb zu finden. Die Räumlichkeiten boten einen schönen Rahmen für die Veranstaltung. Es waren ausreichend Sitzmöglichkeiten und Stehtische vorhanden, so dass man sich auch mit seinen Rum mal hinsetzen und fachkundig diskutieren konnte. Auf Grund des Platzangebotes und der Anbieterzahl war klar, das dies nicht an die große Masse gerichtet war. Wie der Name schon sagt, sollte das ganze einen gewissen Club/Bar-Charakter ausstrahlen. Was mir sehr entgegen kam, da mir die großen Spirituosenmessen häufig zu überlaufen und unpersönlich sind. Insgesamt gab es vier Anbieter die schon einen ganz guten Überblick über die Rumwelt gaben. Ohne es genau gezählt zu haben, würde ich mal auf bestimmt 60-80 verschiedene Rums tippen. Gestartet haben wir bei Dos Ron – quasi der Lokalmatador. Don Carlos, wie er selbst sagt, ist ein kölscher Cubaner setzt eine alte Familien-Tradition fort. Den er produziert seinen Rum nach alten Familienrezepten. Diesen  produziert er ihn in einer Destille auf der Dominikanischen Republik und lässt ihn größtenteils in Deutschland in Köln abfüllen. Besonders Stolz ist er auf die hochwertigen Steinzeugflaschen made in Germany, die wohl jeden echten Piratenrum zur Ehre gereichen würden. Speziell das Flagschiff der 21 jährige im Soleraverfahren hergestellte Rum war ein erstes Ausrufezeichen.

Drinklabor_Rumclub_RumsDann ging es zwei Schritte weiter nach Martinique. Bei Sebastian Trommsdorff von Se’raline gab es (fast) alle Rums dieser wirklich sehr abwechslungsreichen Insel. Natürlich wurde hier nur Rhum Agricole, der direkt aus dem Zuckerrohrsaft destilliert wird, ausgeschenkt. Schwerpunkt bildeten die HSE (Habitation Saint Etienne) Rhums. Daneben gab es noch Rums von Rhum Depaz, Longueteau und Dillon. Wir starteten mit einem ungelagerten weißen Agricol. Tolle Erfahrung zu schmecken wie der Rum so ganz ohne Holzeinfluss schmeckt. Auf jeden Fall ganz anders als New Spirit oder ein Moonshine Whisky. Durch seine extreme Kräuter-Fruchtbetonung – der ideale Rum für Cocktails. Leider ist er ein wenig teurer als die Massenware mit der Fledermaus, und wird deshalb von den meisten Bars daher nicht verwendet. Highlight hier waren die Fassgelagerten HSE Rhums. Wir konzentrierten uns auf zwei. Da war einerseits der HSE Extra Vieux XO Pedro Ximinez Sherry Finish und der HSE Single Islay Malt. Super interessant die Auswirkungen der Fässer, speziell des Islay Whiskyfasses zu spüren. Die Rums werden erst 6 Jahre in klassischen Bourbonfässern gelagert und dann noch zum Schluss für 6 Monate im Sherry bzw. in einem Ex Islayfass gelagert. Schön das es auch andersherum geht. Häufig findet man ja eher Whiskys in Ex-Rum-Fässern.

Danach landeten wir am Stand von Sierra Madre. Hier hat uns Peter Schütte wirklich super herzlich und sehr kompetent den Rum noch näher gebracht. Hier gab es den bekannten Botucal (früher mal Diplomatico), Atlantico Rum, Don Papa, El Ron Prohibido und einen Jamaica Rum von Smith & Cross. Peter war sofort begeistert, als wir uns bereit erklärt haben mal die komplette Range von Botucal zu probieren. Also starteten wir mit dem Blanco und steigerten uns Jahr um Jahr. Es war sehr spannend zu sehen, das obwohl der Grundcharakter der Destille immer zu erkennen war, die Veränderungen durch die Einflüsse des Holzes zu spüren. Am interessantesten für mich, war dabei der Botucal Blanco. Dieser war aber schon 6 Jahre gelagert und wird dann mittels Kohlefiltration wieder geklärt. Schönes Stöffchen und für Cocktails fast zu schade. Da Peter auch gleichzeitig Bartender ist, konnte er auch viele Tipps geben, welche Rum für welchen Cocktail sich besonders eignet. Unsere Favoriten waren aber die Atlantico Rums von der Dominikanischen Republik. Diese Rums waren nicht ganz so süss, wie man es vom Botucal gewöhnt ist und wiesen eine schöne Fruchtigkeit mit ein paar kleinen Pfeffernoten auf. Außerdem gab es noch zwei besondere Rums hier am Stand. Da war der Ron Prohibido der auf eine alte Geschichte aus dem 17. Jahrhundert zurück geht. Hier wurde Rum aus Mexico in Ex-Süssweinfässern nach Spanien transportiert. Durch den langen Transport nahm er eine starke Süsse an, die großen Anklang fand. Das war den anderen Rumherstellern ein Dorn im Auge und so wurde er verboten (prohibido). Dieser Tradition folgend wird er heute deswegen mit Rosinenwein versetzt. Interessant aber für mich eindeutig zu süss. Die andere Überraschung war der Smith & Cross Jamaica Rum. Dieser war da ein ganz anderes Kaliber – 57 % pure Jamaicakraft. Da werden keine Gefangenen gemacht. Das schöne an diesem war es, dass man mit der Zugabe von Wasser mit diesem Rum wunderbar spielen und jedesmal andere Aromen freisetzen kann.

Drinklabor_Rumclub_Essen

Den Abschluss bildete der Stand von Seven Spirits vertreten durch Dietmar Schmitz. Hier gab es angefangen bei Angostura (Melasse Rum) über Rhum J.M. (Agricole) bis hin zum Botran Rum (aus Zuckersirup) – quasi alle Rumsorten auf einmal. Es war spannend die mal gegeneinander zu probieren und zumindest ein wenig die typischen Unterschiede zu erschmecken. Speziell die Edelstoffe von Rhum J.M wie der Vieux Agricole Hors d’Age ein Cuvee und der Jahrgangsrum aus dem Jahr 2002 waren ganz großes Kino. Speziell der Jahrgangsrum hatte seinen ganz eigenen Character und nicht wie die häufig guten, aber sehr runden Cuvees. Dann kam noch eine tolle Entdeckung. Denn Speziell der 18er von Botran ist ein wirklicher Preisleistungsieger und ist mit seinen angenehmen Tabak Aromen – ein guter Zigarrenrum. Der muss sich wirklich nicht hinter seinem großen Bruder Zacappa verstecken.

Zum Schluss muss ich noch das Catering loben. Die Jungs lieferten wunderbar zartes Pulled Pork ab. Speziell für den Event hatten Sie noch eine Rumsauce kreiert die wirklich sehr lecker war. Einzig bei den Brötchen kann man noch ein wenig arbeiten, die fand ich ein wenig trocken. Aber die Pulled Pork Burger waren eine ordentliche Grundlage um sich durch die große weite Welt des Rums zu testen. Insgesamt muss ich sagen, ein schönes Konzept und ein angenehmer Abend. Ok die Veranstaltung richtet sich eher an Rumeinsteiger, da z.B. unabhängige Abfüller oder Einzelfassabfüllungen komplett gefehlt haben. Aber wenn man sich dem Thema Rum erst einmal nähern will und verschiedene Rums probieren möchte – hier ist der Ort hierfür. An dieser Stelle noch mal danke an die gute Organisation und an alle Aussteller für ihr großes Engegament auch die dümmsten Fragen wieder und wieder zu beantworten. Ob diese Veranstatlung so oder ähnlich noch einmal stattfindet, konnte ich nicht herausfinden. Aber Ihr könnt ja auf der Website des Organisators entsprechend informieren.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Cocktails, Getränkemessen, Melasse Rum, Rhum Agricole, Rum, Tastings

So cool wie Clint Eastwood – Dry Liquid Supper Bar in Aachen

Drinklabor_DryBar_InteriorDer Drinklaborant on Tour in Aachen. Die Drybar ist genau so ein Laden,  wie man sich ihn für Bonn wünschen würde. Toll in Holz gehalten, super hippe Traktorsitzstühle als Barhocker und ein bequemes Chesterfieldsofa in der Ecke. Daneben eine alte Werkbank als Tisch und Clint Eastwood schaut einen obercool von der Wand an. Wenn Dirty Harry über einen wacht, schmeckt der Cocktail gleich doppelt gut. Diese Bar würde man eher in  einen Szenebezirk von Berlin verorten, liegt aber Mitten im beschaulichen Aachen. Sie ist noch ganz neu und wurde erst Ende Juni geöffnet. Aachen kann sich wirklich über dieses Kleinod freuen. Und sie ist urgemütlich. Ein wenig angelehnt an alte Speakeasys aus der Prohibitionszeit soll der Name auch an das Dryland erinnern. Auch der Zusatzname Liquid Supper Bar fanden wir passend gewählt, da wir hier unseren „Nachtisch“ zu uns nehmen wollten. Die Barkarte in Ledereinband bietet eine Menge Auswahl. Neben Cocktails kann man auch belgische Biere und Craftbiere probieren. Natürlich gibt es eine grosse Anzahl an Spirituosen pur – so allein ca. 20 verschiedene Gins. Kommen wir zur Hauptsache bei einer Bar, den Cocktails. Neben den Klassischen Cocktails wie Manhattan, Neueren wie den Gin Basil Smash hatten sie auch tolle Eigenkreationen am Start. Da geht einen doch das Herz auf, wenn man sieht hier ist noch jemand kreativ tätig und reitet nicht nur auf den Standards rum.

Drinklabor_Drybar_CocktailsKommen wir nun zu unseren beiden Cocktails. Das schöne war, wir haben komplett gegen die Mann-Frau Klischees verstoßen. Was auch der Barkeeper durch die falsche Zuordnung bestätigte. Meinen Himbeer Ingwer Fizz, ein erfrischender Nachmittagsdrink, hatte man wohl eher meiner öHerzallerliebsten zugetraut. Er wurde mit Tanqueray, Waldhimbeersirup, Zitronensaft und frischem Ingwer hergestellt und mit Thomas Henry Spicy Ginger aufgefüllt. Ok man muss Ingwer lieben, aber dann hat man die totale Erfrischungsbombe.  Zuerst kommt der Himbeergeschmack sehr stark durch – Assoziationen nach Fruchtdrops steigen sofort auf. Aber dann schlägt auch schon der Ingwer zu. Ja ja der Spicy Ginger vom Thomas Henry der bügelt schon Einiges weg. Auch die Minze gibt den ganzen eine schöne frische Note. Leider buttert der Himbeersirup und das Gingerbier den Tanqueray Gin doch ziemlich unter. Ein sehr leckerer Cocktail bei der die Hauptspirituose leider ein wenig untergeht.

Das Highlight hatte dagegen meine Herzallerliebste. Einen Danish Old Fashioned  serviert im Kristalltumbler mit einer Eiskugel in Schneeballgröße. Der Bourbon war eigenhändig Bacon infused, wobei der Bacon und das Raucharoma für uns kaum erschmeckbar waren. Als Rye-Ersatz, wie leider viel zu oft, wurde ein Bulleit Bourbon genommen. Das Zusammenspiel mit dem Ahornsirup brachte eine ausgeprägte Honignote. Und die Housebitters sorgten für eine tolle bittere Abrundung. Ein wirklich gelungener Cocktail, obwohl ich eigentlich nicht der große Whiskycocktailfan bin.  Daneben gab es noch ein paar spannende Cocktail-Kreationen so z.B. Breakfast of the Champions der mit Butter-infused Bourbon bereitet wird oder total abgefahren die Thai Massage Tanqueray, Ramazotti, Zimt, Thai Basilikum, Honig, Chipotle Chillies und das ganze mit Limetten und Granatapfelsaft aufgegossen. Leider war es schon später und nach einer Flasche Wein haben wir nach einem Cocktail Schluss gemacht. Aber hier waren wir nicht das letzte mal. Wenn Ihr also nach Aachen kommt und dort sogar wohnt – eine absolute Empfehlung.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bar und Pubbewertungen, Bourbon Whiskey, Cocktails, Craftbier, Gesüsste Spirituosen, Gin, Melasse Rum, Obstbrände, Old Fashioned, Pisco, Rhum Agricole, Rum, Rye Whiskey, Sahne Drinks, Sours, Spirituosen, Weinspirituosen, Whisky

Flaschenteilung – der kostengünstige Weg zum Ausprobieren

Drinklabor_Flaschenteilung_VorbereitungKennt Ihr das auch, ihr hört oder lest von einem spannenden Whisky, Rum oder Gin. Den möchte ich auch mal probieren, denkt ihr bei Euch. Nur um zu sehen wie er schmeckt. Ok da gibt es vielleicht Tastingnotes – aber die kann man wohl häufig eher als Lyrik bezeichnen und sie dienen weniger als Auswahlhilfe für mein Geschmacksprofil. Oder man sieht eine unbekannte Abfüllung seiner Lieblingsdestille, die muss ich haben und dann schaut man auf dem Preis und ist ernüchtert. Jedesmal eine Großflasche zu kaufen, nur um zu sehen, ob eine bestimmte Spirituose schmeckt, wird auf die Dauer auch recht teuer. Und wenn es geschmacklich nicht mein Fall ist, steht sie dann auch noch längere Zeit geöffnet im Regal.

Die Lösung für dieses Problem ist die Flaschenteilung; warum nicht die Kosten auf mehrere Schultern verteilen. Vielleicht gibt es ja da draußen noch andere, die Interesse an einem alten Schätzchen oder einer Neuabfüllung haben. Daher einfach mal im Freundeskreis nachfragen oder in eines der vielen Spirituosenforen, wie z.B. das Cutty Sark Whikyforum schauen. Natürlich kann man auch bei einer anderen Teilung mitmachen, aber ich finde eine Flaschenteilung mal selbst durchzuführen viel spannender und Spaß macht es auch noch. Außerdem kann man so selbst entscheiden, welche Spirituose man denn nun teilt. Man braucht nur Sampleflaschen, einen Trichter und Parafilmfolie. Und schon kann man ans Teilen gehen.

Eine 0,7 l Flasche kann man auf 7 x 10 cl oder 14 x 5 cl aufteilen. Natürlich gehen auch 4 cl oder 2 cl Sampleflaschen. Es hängt immer vom Preis ab. Aber am geläufigsten sind dann doch die 5 oder 10 cl Sample. Speziell wenn man einen Whisky richtig testen möchte, braucht man häufig ein wenig mehr – zum noch mal Probieren. Man sollte beachten, dass beim Abfüllen der ein oder andere Tropfen daneben gehen kann, so dass das letzte Sample häufig nicht ganz voll wird. Die Labels kann man einfach mit einem klassischen Textprogramm wie Word oder Pages designen. Die Künstler unter Euch können sich hier natürlich richtig austoben – bis zu einem verkleinerten Abbild des Aufklebers der Grossflasche oder komplett eigenen Entwürfen. Ich bin meist ein wenig fauler und drucke nur den Namen, das Alter, den Hersteller, ggf. die Fassart, Fass-Nr., Flaschennummer und natürlich die Alkoholstärke auf den Aufkleber. Als Aufkleber nehme ich immer von Zweckform die Quickpeel No. 4780 (48,5×25,4 mm x 40). Diese sind zwar etwas teurer gehen aber sowohl für Tinten- als auch Laserdrucker und reichen sehr lange. Sampleflaschen bekommt man bei diversen Anbietern wie GläserundFlaschen, Flaschenland oder Flaschenbauer im Netz. Kosten je nach Menge, Art und Grösse zwischen 0,50 – 1 € pro Sample. Denkt daran dass ihr zu den Samples auch Deckel mit bestellt. Vor dem Befüllen am besten nochmal heiß durchspülen. Dann die Großflasche mittels Trichter auf die Samplefalschen verteilen. Nach dem Abfüllen Flaschen zudrehen und den Parafilm um den Metallschraubverschluss wickeln. Speziell beim Versand wird dadurch das Auslaufen verhindert.

Drinklabor_Flaschenteilung_VersandWenn man nicht mit seinen Freunden aus der Nachbarschaft teilt und die Samples noch verschicken muss, bietet sich der Versand als Maxibrief an. Man kann da Samples bis 1 kg versenden und bekommt da bis zu 5 x 5 cl oder 3 x 10 cl Samples rein. Am besten noch mal nachwiegen. Wichtig das ganze gut auspolstern z.B. mit Luftpolsterfolie und den Karton gut zu kleben und ab zur Post. Und jetzt wünsche Euch viel Spass beim lustigen Flaschenteilen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bourbon Whiskey, Deutscher Whisky, Flaschenteilungen, Gin, Grain Whisky, Irischer Whisky, Japanischer Whisky, Melasse Rum, Obstbrände, Pisco, Rhum Agricole, Rum, Rye Whiskey, Single Malt Whisky, Spirituosen, Weinspirituosen, Whisky