Archiv der Kategorie: Kaffee

MoCo – der etwas andere Kaffeelikör

img_1083Der heutige Beitrag soll um eine für mich er untypische Spirituose gehen – um Likör. Aber nicht irgendein Likör sondern speziell für mich als Kaffeeliebhaber einen Kaffeelikör. Am Anfang war ich doch ein wenig skeptisch, da mir Liköre häufig zu süss sind. Aber bei mir zählt ja immer das Motto: erst probieren und dann ein Urteil fällen. Außerdem geht es um einen relativ neuen Likör – dem MoCo Kaffeelikör der von drei Studenten aus Pirmasens entwickelt wurde. Die drei, die Brüder Denis und Philipp Hach und Jens Fischer, waren schon früher mit ihrem selbst erstellten Likör der Hit von vielen Partys. Und nachdem sie festgestellt hatten, wie gut der Likör ankam, war die Idee einer eigenen Firma geboren. Nach einigem Experimentieren und Tüfteln war es Mitte 2015 so weit, dass sie die eine eigene Firma für die Kaffeelikörproduktion und -vermarktung gegründet haben.

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Das schön gestaltete Logo

Die Flasche ist schon ein besonderer Hingucker. Alles ist in Braun gehalten. Blickfang ist das „Maskottchen“ ein Affe der ein Auge schließt. Irgendwie erinnert er mich an meine Kindheit – ich hatte einen Comic in dem ein ähnlicher Affe vorkam. Ich kann zwar nicht sagen woher, jedenfalls war mir daher schon die Flasche und die Aufmachung sympathisch. Immer wenn die Flasche vor mir steht, habe ich das Gefühl der Affe zwinkert mir zu und will mir sagen, trinke doch noch einen. Was wiederum zu dem Slogan „Leave the ordinary world behind“ passt. Das Besondere an dem Likör ist, dass er komplett per Hand gemacht wird und der verwendete Kaffee einerseits aus biologischen Anbau kommt und noch dazu fair gehandelt wurde. Da keine Sahne oder ähnliches in dem Likör ist, kann er auch geöffnet lange aufbewahrt werden. Aber genug zu den Rahmenbedingungen, kommen wir zum Wichtigsten – dem Geschmack.

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Pur genossen schon ganz lecker

So habe ich mich an einem kalten, regenreichen Sonntagnachmittag hingesetzt um den Likör zu probieren. Natürlich zuerst bei Zimmertemperatur im Nosingglas. Was zuerst auffällt ist eine wunderbare Kaffeenote. Es hat mich so ein wenig an meinem Pisco mit Kaffeeinfusion erinnert. Da muss schon einiges an Kaffee drin sein, damit man ein solches Aroma erzeugt wird. Dann der erste Schluck das Kaffeearoma bleibt im Vordergrund, aber auch ein wenig Schoko/Kakao-aromen sind spürbar. Besonders stark habe ich eine recht süsse Karamellnote wahrgenommen. Durch seine weichen 26 % Alkohol ist er sehr sanft auf der Zunge. Die Süsse bleibt auch im Mund. Und im Abgang spürt man noch mal den Kaffee und die Süsse bleibt erhalten. Sehr leckerer Likör, wenn auch mir persönlich ein wenig zu süß. Dies hängt aber auch damit zusammen, dass ich nicht wirklich ein Likörfan bin. Aber für Kaffee – und/oder Likörliebhaber stellt der MoCo z.B. einen leckeren Aperitif dar. Um der Süsse zu begegnen, habe ich ihn dann mit ein wenig Eis probiert. Und die Eiswürfel haben wirklich ein wenig der Süsse wegenommen, die ein wenig in den Hintergrund trat. Gleichzeitig kamen die Kaffee- und Schokoladenaroma stärker zum Vorschein. Ich persönlich würde daher den MoCo auf Eis empfehlen. Aber natürlich sollte es jeder selbst für sich ausprobieren.

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Der MoCo auf Eis – ein Genuss

Das Schöne an einem Likör ist, dass man ihn wunderbar für Cocktails verwenden kann. Ich muss gestehen, sonst würde eine Flasche Likör bei mir sehr lange im Regal stehen. Damit man nicht lange suchen muss, haben die drei Jungs aus Pirmasens auch einige  Cocktailempfehlungen  für den MoCo auf ihrer Website. Davon habe ich natürlich auch das eine oder andere ausprobiert. Leider sind viele der Rezepte, wenn auch für einen Kaffelikör nachvollziehbar, mit dem Bestandteil Sahne beschrieben. Bietet sich bei einem Kaffeelikör quasi an. Nur bin ich selbst nicht so der Fan von Sahnecocktails. So habe ich mich schwerpunktmäßig auf die anderen Cocktails konzentriert. Kann mir aber vorstellen, dass der MoCo gut mit Sahne kombinierbar ist. Als erstes versuchte ich als Tonic-Fan den Tonic-Moco. Ich emfand das als eine interessante Kombination, obwohl ich es mir persönlich als nicht so einfach vorstellte. Es ist schon eine gewagte Kombination aus süssen Kaffeearomen mit der Bitterkeit des Tonics und der Säure der Limette.

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Der Tonic-MoCo

Zutaten Tonic-Moco:

  • 4cl MoCo
  • 8cl Tonic Water
  • ½ Limette in Scheiben

Ich habe den MoCo in einen Tumbler auf Eis und Limettenscheiben dazu gegeben. Die Limetten habe ich auch ein wenig angemuddelt. Dann das Ganze mit Tonic auffüllen.

Wie soll ich das Ergebnis beschreiben. Für mich ist das ein ganz klarer Sommerdrink, der sehr erfrischend ist. Er ist wirklich gut trinkbar, aber meine Befürchtungen wurden bestätigt. Für mich war die Mischung aus Zitrus, Bitterkeit und Süsse irgendwie ein wenig unrund. Soll heißen die Aromen standen ein wenig nebeneinander und schufen keine gemeinsame Basis. Ein guter Cocktail, aber mein Favorit wird er wohl nicht.

Als nächstes versuchte ich ein Cocktail der beim Lesen schon Speichelfluss erzeugte – der Moco-Apfelkuchen. Ich finde der passt so wunderbar in die Weihnachts- bzw. Winterzeit – das man ihn eigentlich auf Weihnachtsmärkten anbieten sollte.

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Absolut leckeres Wintergetränk der MoCo-Apfelkuchen

Rezept Moco-Apfelkuchen:

  • 4cl MoCo
  • 12cl naturtrüber Apfelsaft
  • Zimtpulver

Zuerst erhitzt man den Apfelsaft, nicht kochen! Den MoCo füllt man in eine Tasse und gießt den heißen Apfelsaft dazu. Und zum Schluss gibt man noch Zimt dazu. Hier kann man nach persönlichen Vorlieben richten. Ordentlich umrühren, damit sich der Zimt auflöst. Und dann einfach nur genießen. Eine wirklich geniale Mischung für die ich jeden noch so guten Glühwein, Grog und Konsorten stehen lassen würde. Diese Kombination ist wirklich eine absolute Empfehlung.

Nach dem Wintertraum probierte ich jetzt wieder eher etwas sommerliches. Ein absoluter Muntermacher der unter anderem mit Wodka gemacht wird. Und hier kommt neben dem vorhandenen Koffein des Kaffelikörs noch zusätzlich richtiger Kaffee zum Einsatz. In diesem Fall setzt man Espresso ein.

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Ein leckerer Muntermacher der MoCo Espresso Martin

Rezept: MoCo Espresso Martini

  • 3cl MoCo
  • 3cl Vanilla Vodka (ich habe normalen Vodka verwendet)
  • Zuckersirup (je nach Geschmack, ich habe ca. 1 cl genommen)
  • 1 starker Espresso
  • Eiswürfel

Am besten den Espresso nach dem Aufbrühen abkühlen lassen oder mit den anderen Zutaten mittels  Eis runterkühlen lassen. Die anderen Zutaten MoCo, Vodka und Zuckersirup mit dem Espresso im Rührglas rühren und in ein vorgekühltes Spitzglas abseihen. Hier kommt der Kaffeelikör mit richtigen Kaffee in Berührung und die Mischung passt wirklich. Ein wunderbares Getränk, welches ich unbedingt empfehlen kann.

Natürlich musste ich selbst noch einen Cocktail ausprobieren, der nicht zu den Signature-Drinks von MoCo zählte. Ich entschied mich für einen Black Jack. Hier kommt zur Abwechselung mal ein Scotch Whisky (ok Irish Whiskey) und Cointreau zum Einsatz.

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Noch Ausbaufähig der Black Jack mit MoCo-Likör

Rezept: Black Jack

  • 3cl Scotch Whisky – ich nutzte einen 13 jährigen Irish Single Malt
  • 2cl MoCo Kaffeelikör
  • 1cl Cointreau
  • 1cl Zitronensaft

Die gesamten Zutaten auf Eis in einem Shaker und für ca. 20 Sekunden kräftig shaken. Dann das Ergebnis in ein gekühltes Martiniglas abseihen. Im Ansatz schon ganz interessant, aber leider nicht wirklich überzeugend. Hier muss ich wohl noch ein wenig ausprobieren. Eventuell sollte ich anstatt einen Bourbon-Fass gelagerten Whisky zu einem Sherry-Whisky greifen. Auch die Zitrone würde ich beim nächsten mal wohl eher weglassen. Hier muss ich nochmal ein wenig testen.

Insgesamt kann man den MoCo Likör wirklich vielseitig einsetzung und mit ihm sehr viel experimentieren. Speziell bei Cocktails mit Kaffee kommt er super zur Geltung. Auch die Mischung mit dem warmen Apfelsaft liefert ein wirklich großartiges Ergebnis. Auch kann ich mir Cocktails in der Kombination mit Sahne als sehr spannend vorstellen. Daher kann ich Euch als Likörnovize den MoCo wirklich ans Herz legen. Man bekommt einen vielseitig einsetzbaren Likör, der auch pur sehr lecker ist, komplett von Hand und auch noch mit Biomaterialien  hergestellt wird. Und hinter dem MoCo stecken drei Junge Menschen und kein großer unpersönlicher Konzern. Ihr bekommt den MoCo in einigen Onlineshops. Natürlich ist er auch in ausgewählten Einzelhandelsgeschäften erhältlich. Bei uns im Rheinland ist er noch nicht so stark vertreten, aber notfalls kann man ihn auch direkt in Pirmasens ordern. Oder Ihr schaut auf die Website. Dort findet Ihr eine Karte, in der alle Geschäfte und Bars verzeichnet sind, wo man den MoCo-Likör bekommen kann. Des weiteren bekommt Ihr dort noch Informationen zu den Machern des MoCos und die angesprochene ausführliche Cocktailliste. Von dieser habe ich den einen oder anderen Cocktail ausprobiert.

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Disclaimer: Der MoCo Kaffeelikör wurde mir von der Denis Hach, Philipp Hach und Jens Fischer GbR unentgeltlich zum Testen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Eine inhaltliche Beeinflussung des Textes fand nicht statt.

Infos zum Likör unter www.moco-likoer.de

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Der Weg zum leckeren Cappuccino

Letzte Woche habe ich Euch über die  Auswahl der richtigen Kaffeemaschine informiert. Hier könnt Ihr den Beitrag noch mal lesen: Kaffeemaschine. Nun möchte ich auch kurz von der richtigen Nutzung einer Siebträgermaschine berichten. Was in mancher Kaffeebar so einfach aussieht, stellt sich im Hausgebrauch als gar nicht so einfach dar. Nachdem wir damals die neue Maschine gekauft hatten, haben wir natürlich viel probiert und das Ergebnis war schon ganz ok. Und obwohl das Espresso machen so einfach aussieht, kann man doch viele Fehler machen. Daher haben wir uns damals entschieden ein Kaffeeseminar oder zu gut Neudeutsch einen Baristakurs zu besuchen. Diese sind zwar nicht gerade günstig, wenn man aber schon mehrere hundert Euro für eine Maschine ausgibt, dann sollte man sie auch richtig bedienen können. Und das Ergebnis ließ sich im Nachhinein auch sehen und vor allem schmecken. Wir waren damals in der Bonner Kaffeeschule auf der Oberen Wilhelmstraße. Diese kann ich wirklich jeden nur empfehlen. Mark hat uns toll die Funktionsweise der unterschiedlichen Maschinen eingeführt, uns mittels der unterschiedlichen Kaffeesorten die Warenkunde des Kaffee nahe gebracht und uns gezeigt wie man ordentlichen Cappuccino zubereitet. Wer Interesse an Seminaren hat kann unter Bonner Kaffeeschule sich über Termine und Seminarinhalte informieren.

Drinklabor_Cappucciono1Aber damit Ihr auch schon mal zu Hause üben könnt, habe ich hier ein paar Tipps aufgeführt und meine Art der Cappuccinobereitung notiert. Ob dies das komplett richtige Vorgehen ist, möchte ich gar nicht behaupten, aber wir und auch Freunde von uns, waren bisher mit dem Ergebnis stets zufrieden. Beginnen wir mit der Cappuccionzubereitung. Wer hätte es gedacht, der erste Schritt ist das Einschalten der Maschine, damit diese vorheizen kann. Je nach Maschine können das schon mal 10 -20 Minuten sein. Nach dem die Maschine aufgeheizt ist, zusätzlich den Schalter für die Dampfbereitung drücken. Dadurch wird die Maschine weiter erhitzt. Wenn die Lampe erlischt bzw. die richtige Temperatur erreicht ist, lässt man erstmal einen Dampfstoß ab. Damit wird das noch vorhandenen Wasser aus der Dampfdüse entfernt. Das ganze so lange machen, bis nur noch Dampf aus der Düse kommt. Des weiteren sollte man ein höheres metallenes Milchkännchen zum aufschäumen benutzen. Welche Milch benutze ich? Wichtig sie sollte kalt sein. Am besten direkt aus dem Kühlschrank. Entgegen jeder Diät gilt hier bei der Milch je fetter umso besser. Daher am besten 3,5 oder 3,8 % Milch verwenden. Das Aufschäumrohr zu 1/3 in die Milch halten. Das Milchkännchen dann ein wenig schräg halten. Es muss das richtige Geräusch geben und die Milch darf auch nicht zu großporig schäumen. Dann zieht man das Rohr langsam nach oben. Mit der Hand fühlt man die Temperatur des Kännchens und damit der Milch. Wenn es zu heiß wird, ist die Milch schon fast zu heiß. Wichtig sie sollte schön cremig sein und nicht die Konsistenz wie Bauschaum aufweisen – wie manchmal bei verschiedenen Cafes. Das richtige Aufschäumen benötigt ein wenig Übung. Ein Tipp wenn Ihr das ausprobieren wollt, ist zu Hause mit Spüli zu arbeiten. Das Vorgehen und das Aufschäumen läuft ähnlich ab und Ihr müsst nicht kostbare Milch dafür unnütz verbrauchen.

Drinklabor_Cappucciono2Drinklabor_Cappuccino6Wenn die Milch aufgeschäumt ist, den Schalter für den Dampfbezug abschalten und die Dampfdüse durch mehrere Dampfstöße reinigen. Außerdem unter den Ablauf, wo der Siebträger eingesetzt wird, einen Behälter stellen und den Knopf für den Wasserbezug anstellen. Jetzt wird erstmal Druck abgebaut und die Temperatur gesenkt. Man kann auch einmal, das Ganze mit den eingespannten leeren Siebträger durchführen. Das wiederholt man so lang bis das Wasser wieder normal durchläuft und die Maschine ihre normale Temperatur 93 – 95 Grad hat.

Nun kommen wir zur Mühle. Hier kommt ein wenig Physik ins Spiel. Man muss nämlich den richtigen Mahlgrad einstellen, dass der Kaffee nicht zu fein oder zu grob ist. Beim zu feiner Mahlung fließt der Kaffee zu langsam oder gar nicht durch, bei der zu groben zu schnell und man hat kein Aroma. Außerdem hängt es auch ein wenig von der Mühle ab und man muss am Anfang ein wenig experimentieren. Wenn man den richtigen Mahlgrad eingestellt hat, hält man den Siegträger drunter und lässt den Kaffee direkt in den Siebträger mahlen. Als Richtwert haben  sich je nach Tassenanzahl folgende Werte als gutes Maß erwiesen: eine Tasse Espresso = 7 g oder zwei Tassen Espresso = 14 g. Und man muss natürlich den entsprechenden Siebträgereinsatz wählen. Die Grammzahlen sind nur Richtwerte und es hängt natürlich auch von Euren Vorlieben ab. Am Anfang solltet Ihr ein paarmal den gemahlenen Kaffee abwiegen, dann könnt Ihr das irgendwann ganz gut mit dem Auge abschätzen.

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Dann kommt die Tätigkeit des Tampens, d.h. des Verdichtens oder Anpressens des Kaffeepulvers. D.h. man legt den Siebträger in eine sogenannte Tampstation und drückt den frisch gemahlenen Kaffee mit dem Tamper fest. Da dieser meist aus Metall und recht schwer ist, braucht man auch nicht zu fest drücken. Hier ist wieder ein wenig Übung angesagt, bis man die richtige Stärke hin bekommt. Wenn man zu stark drückt, läuft der Wasser nur ganz langsam oder gar nicht durch den Kaffee. Umgekehrt läuft das Wasser zu schnell durch das Kaffeemehl und nimmt fast keine Aromastoffe auf. Dann setzt man den Siebträger in die Espressomaschine ein und stellt die Tassen entsprechend unter den Auslauf. Im Netz findet man unterschiedliche Zeiten für das Durchlaufen des Espressos. Ich beobachte lieber den Kaffee. Solange er noch dunkler und stark durchläuft ist es gut. Sowie die braune Farbe sich in beige wandelt, Kaffeemaschine ausstellen.

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So jetzt noch die aufgeschäumte Milch in die Tassen gießen und fertig ist der Cappuccino. Jetzt heißt es noch schnell die Maschine reinigen und sich einen entspannten italienischen Moment gönnen.  Viel Spaß beim Cappuccino machen und vor allem genießen.

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Kaffee – auf der Suche nach der richtigen Maschine

Drinklabor_KaffeeeuleIch bin jetzt schon seit meinem 18. Geburtstag Kaffeetrinker, obwohl ich in letzter Zeit auch einen guten Tee zu schätzen weiß. Ursprünglich bin ich noch mit der guten alten Filterkaffeemaschine sozialisiert wurden. Dann gab es Phasen mit der French Pressmaschine, dem türkischen Kaffee oder auch mal  der Handgefilterte. Dann wurden wir von den Kaffeepads infiziert und kauften uns eine Senseomaschine. Die tat gute Dienste und die Verbreitung von Kaffeepads nahm auch zu. Da wir den Milchkaffee, als auch den Cappuccino mögen, wechselten wir, nach dem sie auf den Markt kam, zur Senseo mit Milchaufschäum-automatik. Leider war die Aufschäumautomatik nicht ganz so robust wie die normale Senseo, so dass sie leider nach Ablaufen der Garantie nicht mehr funktionierte. Nun standen wir wieder vor der großen Aufgabe, uns eine neue Maschine zu besorgen. Ein Vollautomat kam für uns nicht in Frage. Abgesehen vom Preis, mag ich es nicht, mich von einer Maschine bevormunden zu lassen. Ihr kennt das vielleicht auch, Ihr wollt nur kurz einen Kaffee und dann fängt das Display zu blinken an. Wenn man Glück hat, dann nur Wasserauffüllen oder Trester lehren, schlimmer sind dann nur noch Reinigen, Entkalken etc. Außerdem finde ich es doch sehr befremdlich, wenn ich meine Kaffeemaschine alle Nase lang zur Inspektion schicken muss. Ich habe doch kein Auto gekauft, sondern will nur Kaffee trinken. Obwohl manche Maschinen schon fast preislich an einen Kleinwagen heranreichen. Da wir Cappuccino mögen und gern Espresso trinken – viel dann unsere Wahl auf eine Siebträgermaschine. Was sich hier so einfach anhört, war damals ein ziemlicher Akt. Da auch die Auswahl bei Siebträgermaschinen schier unendlich ist. Wichtig war für uns, das nicht viel Schnickschnack an der Maschine ist, denn je mehr Sonderausstattung, um so eher hat man Teile die kaputt gehen können. Darüber hinaus waren eine gute Verarbeitung, eine gewisse Robustheit und auch der Preis von Bedeutung. Wir wissen zwar guten Kaffee zu schätzen, aber die Maschine sollte nicht ein vielfaches Monatsgehalt verschlingen. Des weiteren will ich auch nicht Morgens schon geblendet werden, da die Kaffeemaschine vor lauter Chrome jede Harley Davidson erblassen lässt.

Nach einigen eher lustlosen und überforderten Suchen im Internet, ging es in einen dieser seit 5-7 Jahren existierenden Espressomachinenläden. Irgendwie fühlt man da sich immer wie in einem Autohaus für Luxusautomobile. Man wandert erstmal durch die Reihen, der chromblitzenden und ausladenden Maschinen und beim Blick auf die Preise hat man wirklich das Gefühl ein Auto zu kaufen. Auch bekommt man bei manchen so viele Fachbegriffe um die Ohren gehauen, dass man dann doch kleinlaut den Laden wieder verlässt. Aber es gibt auch gute Läden, die sich versuchen in einen reinzuversetzen und gleich den Hinweis geben, dass eine gute Kaffeemühle fast genauso wichtig ist und man diese bei der finanziellen Planung auch mit berücksichtigen sollte. Und dies ist in den meisten F’ällen auch keine Preistreiberei, sondern hat seine Berechtigung. Denn ohne vernünftige Mühle, kann auch die beste Maschine nicht wirklich gute Ergebnisse liefern. Außerdem kann so eine Mühle auf der nach oben offenen Preisskala, leicht einen höheren dreistelligen Euro- Betrag annehmen. Ich war damals in einem kleinen Laden in Beuel, den es jetzt leider nur noch als Onlineshop gibt. Das schöne war, ich habe meine Anforderung genannt und er hat mir gleich eine tolle Kombination empfohlen. Wichtig ist, sich im Vorhinein einige Fragen zu beantworten. So z.B.

  • Wofür möchte ich die Maschine: für guten Espresso, für den weltbesten Espresso oder soll die Maschine nur meine Freunde beeindrucken?
  • Für wieviele Personen, muss ich wieviel Kaffee zu bereiten?
  • Will ich mit der Maschine experimentieren und benötige daher eine Anzeige für Druck und Temperatur?
  • Trinke ich viel Kaffee mit aufgeschäumter Milch und lege grossen Wert auf einen excellenten Cappuccino?Drinklabor_Kaffeemaschine

Je nachdem wie ich verschiedenen Fragen beantwortet habe, können sich da schon einige hundert Euro Unterschied ergeben. Die letzte Frage bezieht sich vor allem darauf, ob ich eine Einkreiser oder Zweikreisermaschine benötige. Da man für das Brühen von Kaffee eine niedrigere Temperatur benötigt, als für das Milchaufschäumen, gibt es Maschinen die zwei Wasserkreisläufe besitzen. Das hat den Vorteil das man schneller und außerdem einen perfekteren Cappuccino mit den richtigen Temperaturen herstellen kann. Aber wir Ihr Euch vorstellen könnt, bedeuten natürlich zwei Kreisläufe auch erheblich höhere Anschaffungskosten. Ihr seht also, der Kauf einer Espressomaschine sollte gut bedacht sein. Da wir, wie oben beschrieben trinken wir zwar gern Kaffee, sind aber keine Kaffeenerds. Daher haben wir uns auf Grund des gesteckten Budgetziels für eine Einkreiser der italienischen Firma Rancillo entschieden. Rancilo ist ein italienischer Espressomaschinenhersteller der größtenteils nur für Cafebars Industrie-Maschinen herstellt. Aber in den frühen 90er Jahren haben sie auch eine Maschine für den Hausgebrauch hergestellt, die Rancilio Silvia. Diese ist sehr robust und bringt einen richtig schweren Siebträger, wie ihre großen Schwestern mit. Sie ist zwar keine ausgesprochene Schönheit, hat aber mit ihren schwarzen Kippschaltern einen wunderbaren 80er Jahre Look. Sie besitzt einem großen Messingkessel und der Wassertank kann bis zu 2 1/2 l fassen. Außerdem ist sie extrem robust, braucht nur ein wenig Pflege und macht dazu auch noch einen extrem leckeren Kaffee. Außerdem unterstützt sie Einsteiger, da man keine Temperaturen oder Druckwerte einstellen muss. Speziell für Einsteiger in die Welt des Espressos ist die Maschine gut geeignet, da man nicht viel verstellen kann. Somit kann man auch nicht viele Fehler machen. Einen guten Test zur Maschine findet Ihr unter Siebland.

Drinklabor_KaffeemühleBei der Kaffeemühle haben  wir uns für die CM70 von Graef entschieden. Dieses Modell gibt es nicht mehr zu kaufen, aber die Nachfolger bieten eine ähnliche Leistung. Das gute an der Maschine ist, dass man direkt in den Siebträger malen kann. Außerdem bietet die Maschine eine Einstellung von bis zu 24 verschiedenen Mahlgraden, so dass man genau die Mehlstärke des Kaffees festlegen kann. Denn neben dem Kaffee und die Festigkeit des Tampens ist der Mahlgrad das wichtigste Kriterium was den Wasserdurchlauf bestimmt. Auch ist das Mahlwerk sehr robust und hat ein langsamdrehendes Kegelmahlwerk, welches zu einer schonenden Mahlung führt. Man kann natürlich durch die einfach außen zu drehende Malgradeinstellmöglichkeit z.B. Kafffe für Filtertüten malen oder auch einen anderen extra passenden Behälter unterstellen. So kann man z.B. auch mal gemahlenen Kaffee mit in den Urlaub mit nehmen. Wie die Kaffeemaschine können wir auch die Mühle rundherum empfehlen. Beide besitzen wir schon seid über 3 Jahren und sie funktionieren immer noch tadellos.

Drinklabor_TamperDie einzigen Ausstattungsgegenstände, die man sich noch zusätzlich anschaffen sollte, ist ein ordentlich schwerer Tamper und eine Tamperstation. Da der mitgelieferte Plastiktamper überhaupt nicht geht. Auch ein vernünftiger Abschlagbehälter hilft beim täglichen Kaffee kochen. Denn einerseits fällt nicht soviel daneben und man muss den Siebträger nicht immer über den Mülleimer ausklopfen. Insgesamt sind wir mit unseren Maschinen sehr zufrieden und der Kaffee daraus schmeckt uns immer noch. Natürlich gibt es bessere, stygischere und auch teurere Maschinen, aber hier soll es um einen Tipp für den Einstieg in die Espresso-/Siebträgerwelt gehen. So ich hoffe Euch hiermit eine kleine Hilfe gegeben haben, wenn Ihr auch überlegt, in die grosse Welt des exquisiten Kaffeegenusses einzusteigen.

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Pisco eine unterschätzte Spirituose – weitere Cocktailideen

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Nachdem ich Euch hoffentlich für den Pisco eingenommen habe, möchte ich Euch noch ein paar weitere Möglichkeiten des Einsatzes von Pisco zeigen. Wenn Ihr schon eine ganze Flasche gekauft habt, wollt Ihr ja nicht nur Pisco Sour trinken, obwohl 🙂

Hier ein paar weitere Ideen:

Der Pisco Punch ist auch schon etwas wie ein ganz alter Klassiker. Besonderheit war früher dabei das man Gomme Syrup benutze, den man häufig selbst herstellte. Dabei ist Gommesyrup ein hoch konzentrierter Zuckersirup, der durch Zugabe von Gummi arabicum (Mehrfachzucker aus der Rinde des Akazienbaums gewonnen) eine verstärkt gallertartige Textur erhält. Es stellt durch die Bindung des Wasser, die am höchsten konzentrierte Zuckerlösung dar. Mittlerweile bekommt man ihn aber auch als fertigen Barsirup.

Zutaten:

  • 6 cl Pisco
  • 3 cl frischer Zitronensaft
  • 2 cl normalen Zuckersirup oder 1 cl Gomme Syrup
  • 5 frische Ananasstücke

Wenn man es ganz genau nimmt, legt man die Ananasstücke schon am Vorabend in den Sirup ein. Es geht aber auch ohne. Dann gibt man die Ananasstücke in einen Shaker und muddelt sie, dann gibt man den Pisco, den Zitronensaft und den Sirup dazu, füllt mit Eiswürfeln auf und shaked für 30 Sekunden.  Dann das ganze über ein vorgekühltes Martiniglas abseien.

 

Auch ein sehr einfacher und super erfrischender Drink ist der Chilcano de Pisco – quasi eine Art Gin Tonic für Pisco nur mit Ginger Ale.

Zutaten:

  • 6 cl Pisco
  • 1 cl Limettensaft
  • 12 cl Ginger Ale
  • 1 Dash Angostura Bitter

Einen Tumbler mit Eis füllen. Den Pisco drüber gießen und den Limettensaft dazu geben. Dann das ganze mit Ginger Ale auffüllen. Dann das Ganze umrühren und mit einem Dash Angostura versehen. Man kann es noch mit einer Limettenscheibe garnieren. Und fertig.

Ein toller Cocktail passend zur beginnenden Jahreszeit ist das Herbstblatt oder auch Autumn Leaves

Zutaten:

  • 6 cl Pisco
  • 6 cl Drambuie
  • 1 cl Campari
  • 1 cl Lime Juice

Dieser Cocktail wird ein wenig wie der Gimlet erstellt. Das heißt Pisco, Drambuie, Campari und Lime Juice zusammen mit Eis in ein Rührglas. Ordentlich umrühren und dann in ein gekühltes Martiniglas abseien und fertig.

 

Und zum Schluss kommt noch eine Abwandlung des Chilcano – der Coffee-infused Chilcano Tonic. Oben habe ich ihn ja schon als Pisco Variante des Gintonic bezeichnet. Und genau das machen wir. Wir ersetzen das Ginger Ale durch Tonic. Und damit es nicht ganz so langweilig oder einfach ist, wird der Pisco auch noch mit Kaffee aromatisiert. Gibt eine geile Farbe und einen super Kaffeegeschmack.

Zutaten:

  • 6 cl Pisco – Kaffee infused
  • 2 cl Zuckersirup
  • 9 cl Tonic Water
  • 1 Dash Angostura Orange Bitter

Drnklabor_Pisco_RezeptHier braucht man ein wenig Vorarbeit für den Kaffee-infused Pisco. Man füllt 25 g ganze Kaffeebohnen in einen Mörser und zerkleinert diese. Dann füllt man das ganze in ein verschließbares Glas. Dazu kommen noch ein 1/2 Teelöffel Zucker und 20 cl Pisco. Das Glas mit Deckel verschließen und gut schütteln. Dann das Ganze so eine Woche stehen lassen und jeden Tag einmal schütteln. Nach einer Woche ist der Kaffee-infused-Pisco fertig. Man ist das eine Farbe und dazu noch der Duft. Habe das Gefühl der Pisco wird dadurch stärker, zumindest in der Nase. Pur schmeckt er wie ein stärkerer Kalua aus Wein gebrannt – sehr spannendes Aroma.

Von dem aromatisierten Pisco nimmt man 6 cl  und gibt diese in einen mit Eiswürfel gefüllten Tumbler. Dann kommen noch der Zuckersirup und der Orangenbitter dazu und das ganze wird ordentlich verrührt. Dann das Ergebnis mit dem Tonic auffüllen. Und man hat eine richtige Geschmacksexplosion.

Viel Spaß beim Experimentieren mit meiner derzeitigen Lieblingsspirituose Pisco Prost und Salud.

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