Schlagwort-Archive: whiskytasting

D.E.W. & A BREW – Irish Wiskey meets local Beer

IMG_3164

Tasting Pannel – vier Whiskey und vier Bier

D.E.W. and a brew unter diesem Moto veranstaltet Tullamore Dew seit gut 2 Jahren eine Veranstaltungsreihe, bei der die alte irische Tradition Whiskey mit Bier zu trinken, wiederbelebt werden soll. Dafür sucht sich Tullamore jeweils lokale Brauereien aus, bei denen man mit abgestimmten Bieren verschiedene Sorten Tullamore Whiskey kombinieren bzw. neudeutsch pairen kann. Bei der Veranstaltung in Köln, an der ich teilnehmen durfte, wählte man die Gaffel Brauerei. Die Jungs um Braumeister Reiner Radke hatten nur 4 Wochen Zeit, um sich auf diesem Event vorzubereiten. Und was sie da an Bieren hergezaubert haben, war wirklich phänomenal.

IMG_3162

Ort der Veranstaltung das Wirtshaus Spitz in Köln

Zu Beginn war ich ja skeptisch, ich dachte an mein erstes Whisky und Biertasting – hier findet Ihr den Beitrag. Dieses war spannend, aber das Fazit war, allein schmecken die Getränke besser. Aber hier geht es um irischen Whiskey und passend abgestimmtes Bier. Warum also nicht nochmal probieren.  Auch bin ich kein wirklicher Kölschfan, aber Gaffel hatte ja schon mit dem Sommerhopfen gezeigt, dass sie auch neben dem Kölsch andere Biere machen können. Aber was hier das Gaffen-Team geboten hat, zeigt was alles möglich ist. Innerhalb so kurzer Zeit vier hervorragende Biere und diese passend auf die Whiskeys abgestimmt, das ist wirklich Handwerkskunst.

IMG_3170

Das urgemütliche Wirtshaus Spitz

 

Die Veranstaltung fand an einem Montag Abend im Brauhaus Spitz, welches zu Gaffel gehört, statt. Ca. 30 Personen aus der Blogger- und Spirituosen- und Getränkeszene waren anwesend. Durch den Abend führte gut gelaunt und charmant der Global Brand  Abmbassador von Tullamore Dew John Quinn. Begleitet wurde er vom Braumeister und Biersommelier Reiner Radke von der Gaffel Brauerei. Als Grundlage gab es sehr leckere kölsche Tapas, die bei der Kombi Bier und Whiskey gut angebracht waren. John ein Urgestein der irischen Whiskyinsdustrie, immerhin arbeitet er schon seit 1974 hier, begann mit seinem Vater und Großvater.

IMG_3168

Braumeister Radke beim konzentrieren Zapfen

Für sie war es das normalste der Welt ihren Whiskey mit einem Bier, damals natürlich fast immer Guinness, zu trinken. So ist die Idee zu dieser Veranstaltungsreihe entstanden. Außerdem sind ja Whiskey und Bier enge Verwandte – zumindest durchlaufen sie die ersten Herstellungsschritte gemeinsam.

IMG_3167

Die heutige Tastingauswahl an Whiskey

Begonnen haben wir mit dem Standardblend von Tullamore. Den ich natürlich schon kannte, aber schon sehr lange nicht im Glas hatte. Ein wirklich schöner leichter, man kann fast Sommerwhiskey sagen. Schöne Zitrusnoten, ein wenig grüner Apfel und schön cremig. Nach einem kurzen Probeschluck, zeigte uns John das richtige Vorgehen. Zuerst einen kleinen Schluck Whiskey – kurz die Geschmacksnoten merken, dann einen Schluck Bier drauf – wieder die Veränderungen merken und dann noch mal einen Schluck

IMG_3202

Die vier verkosteten und sehr gelungenen Gaffel-Biere

Whiskey. Es war faszinierend wie sich der Geschmack veränderte. Man kennt das ja schon beim Mischen mit Wasser. Da das Bier auch noch Eigengeschmack mitbringt, vervielfachte sich die Geschmacksveränderung. Auf einmal wurden manche Noten verstärkt, es kamen neue dazu, andere waren weg. Den ersten Whiskey tranken wir mit einem Gaffel Pale Ale. Dieses war wie alle anderen Biere frisch vom Fass gezapft. Das Gaffel Pale Ale  brachte durch seine Hopfung schöne Fruchtaromen mit und die Kombination mit dem Whiskey war super gelungen. Man hatte einen Fruchtcocktail mit grünen Äpfeln und Zitrusnoten im Mund – einfach genial.

IMG_3196

John Quinn beim Vortrag

Reiner Radke teilte uns mit, dass alle Biere obergärig gebraut und kaltgehopft wurden. Neben dem Pale Ale gab es noch ein Brown Ale, ein Sweet Stout und ein Porter. Die für die kurze Herstellungszeit überaus gelungen waren und denen zu wünschen ist, irgendwann auch mal in größere Produktion zu gehen. John lieferte und dann natürlich noch etwas zu den Whiskeys und erklärte uns, dass bei diesen die Drei  eine große Rolle spielt. So werden alle Whiskeys, wie für irische Whiskeys typisch, dreifach destilliert. Bis auf den Single Malt sind alle tripple blended, d.h. neben Maltwhisky, Grainwhisky wird auch Potstill eingesetzt. Außerdem lagern sie in drei unterschiedlichen Fässern. Einerseits in Ex-Bourbon, anderseits aber auch in Ex-Sherry- und ungewöhnlicherweise auch in Ex-irishwhiskey Fässern.

IMG_3176

Mit kölschen Tapas wurde für eine ordentliche Grundlage gesorgt

Die zweite Kombination war der Tullamore 12 Years Special Reserve zusammen mit einem Brown Ale. Das Brown Ale kam mit 5,6 % Alkohol daher. Hatte eher eine milde Bitterung von unter 30 IBU und eine schöne Schokonote. Die in Kombination mit dem Whiskey nochmal hervorgehoben wurde. Trotzdem muss ich sagen, dass dies für mich die schwächste Kombination des Abends war. Allein getrunken waren beide Getränke  gut, aber die Kombination war für mich irgendwie nicht passend. Weiter ging es zu meinem Highlight des Abends. Als Whiskey gab es einen 14 jährigen Singlemalt. Das Besondere an ihm war, er wird zuerst für 13 1/2 Jahre in  Ex-Bourboncasks gelagert. Danach wird der Whiskey in drei Teile aufgeteilt. Ein Teil wird für 6 Monate im Sherryfass, ein anderer Teil für 6 Monate im Port- und der dritte Teil ebenfalls für 6 Monate im Madeirafass gefinisht. Dann im Anschluss werden alle drei Teile wieder gemeinsam miteinander vermählt. Was für eine wunderbar, weiche Fruchtbombe. Ich muss sagen ein wirklich gelungener Whiskey der für seine 14 Jahre als Single Malt ein absoluter Preis-Leistungssieger ist. Dazu gab es ein sehr leckeres Sweet Stout. Hier kamen unterschiedliche Malze zum Einsatz. Neben Wiener Malz, Karamellmalz auch getoastetes Malz. Dies führte einerseits zu einer schönen dunkelbraunen Farbe und herrlichen Kaffee- und Kakaonoten. Außerdem wurde deutscher Hopfen und Barley Wine Hefe eingesetzt. Wenn schon die einzelnen Getränke jedes für sich gut waren, dachte man bei der Kombi – die müsste so zusammen verkauft werden. Wunderbare Schokonoten gepart mit Orangennoten – ich fühlte mich in meine Kindheit mit Jaffakeksen zurückversetzt.

IMG_3193

Der Drinklaborant beim D.E.W. and a Brew

Den Abschluss bildete auch noch mal eine besondere Mischung. Als Whiskey kam der Tullomore Phoenix mit 55 % Fassstärke zum Einsatz. Der Phoenix spielt für die Stadt Tullamore eine bedeutende Rolle. So stürzte 1785 der Sohn des Lords mit einem Heißluftballon ab. Dieser hatte zu seinem 21. Geburtstag eine Fahrt mit einem, damals noch sehr unbekannten Flugobjekt geschenkt bekommen. Beim Start rammte er den Schornstein einer Fabrik und entfachte einen Brand, der fasst die gesamte Stadt in Schutt in Asche legte. So kann sich Tullamore „rühmen“ der Ort mit dem ersten Luftverkehrsunsfall zu sein. Außerdem wurde der Phoenix nach dem Wiederaufbau Teil des Stadtwappens. Und als die Tullamore Destillerie nach über 60 Jahren wieder vor ca. 3 Jahren errichtet wurde, musste natürlich eine Spezialabfüllung mit dem Namen Phoenix auf dem Markt gebracht werden. Dazu gab es ein extrem süsses Porter. Bei vielen Teilnehmern kam die Assoziation mit Malzbier auf. Auch hier kam Barley Wine Hefe zum Einsatz, die zu einem kräftigen Alkoholgehalt von 7,2 % führte. Auch diese beiden Getränke passten gut zusammen, waren aber mir in der Kombination zu süss. Da sie sich beide gegenseitig unterstützten. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass diese Kombination bei vielen sehr gut ankommen könnte.
Nach dem Tasting bietete sich noch die Gelegenheit mit den beiden Referenten, aber auch mit den anderen Zuhörern sich auszutauschen. Ein wirklich gelungener Abend mit tollen Whiskeys, genialen Bieren und gelungenen Pairings. Jetzt wünscht man sich nur noch, dass man diese Biere zukünftig auch mal kaufen kann, um so zu Hause oder in der Kneipe seines Vertrauens ein D.E.W. AND A BREW zu genießen. Auf diesem Weg möchte ich mich sowohl bei Tullamore D.E.W. Und der Gaffel Brauerei für eine sehr gute und aufschlussreiche Veranstaltung bedanken.
Weitere Information zu Tullamore D.E.W. Findet Ihr hier

Weiter Informationen zur Gaffel Brauerei findet Ihr hier.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Craftbier, Drinklabor on Tour, Irischer Whisky, Pale Ale, Porter, Seminare, Single Malt Whisky, Spirituosen, Stout, Tastings

Zu Gast im Schwanen Wermelskirchen

Drinklabor_Schwanen6Wie Ihr Euch vielleicht noch erinnern könnt, war ich im letzten September im Hotel „Zum Schwanen“ bei einem tollen Whiskydinner. Dieses Jahr im Juni durfte ich an einem Tag der offenen Tür  – unter dem Motto „Freunde zu Gast im Schwanen“ sogar selbst mit einem aktiven Part teilnehmen. Natürlich ging es dabei um Getränke, aber dazu weiter unten mehr. In den letzten Wochen wurde im Restaurant viel erneuert und umgebaut. Nach Abschluss der Arbeiten dachten sich Christian Warnke und sein Team, diesen Anlass zu nutzen und sowohl Stammkunden als auch neue Interessenten ins Hotel Zum Schwanen einzuladen. Dabei lag natürlich der Schwerpunkt auf kulinarischen Genüssen. Daneben kamen aber auch kulturelle Aspekte nicht zu kurz. Für die Veranstaltung wurde das ganze Haus genutzt und die Gäste konnten sich überall umschauen und an den unterschiedlichen Ständen probieren oder sich beraten lassen.

Bei der Auswahl der Angebote wurden natürlich auch die Partner und Lieferanten mit einbezogen. So gab es einen Stand des Hausbierlieferanten, der Brauer Engel aus dem fränkischen Crailsheim. Und wie es sich für eine Biermanufaktur gehört, sind sie gleich mit 15 verschiedenen Bieren angetreten.

Bierdemonstration der Brauerei Engel

Bierdemonstration der Brauerei Engel

Daneben war auch die Firma Brogsitter, aus Grafschaft bot unterschiedliche Weine zum probieren an und auch die Metro war mit einem Cocktailstand vertreten.  Mein Freund Oli und ich boten im hinteren Gastrobereich eine kleine Spirituosen-Einführung. Dabei beschränkten wir uns auf Whisky oder besser gesagt Single Malt und Gin. Bei der Auswahl orientierten wir uns eher daran Anfängern einen guten Überblick über die verschiedenen Geschmackscharakteristika zu bieten.

Der Probiertisch

Der Probiertisch

So haben wir beim Whisky versucht die klassischen Regionen und damit die unterschiedlichen Geschmacksprofile abzudecken. Daneben gab es auch noch mit dem Monkey Shoulder einen guten Blend und auch ein Irischer Whisky war vertreten. Ebenso haben wir beim Gin versucht eine große Bandbreite an unterschiedlichen Arten anzubieten.

Whisky- und Gin Impressionen

Whisky- und Gin Impressionen

Angefangen beim Mascaro Gin 9 mit nur einer Zutat, nämlich Wacholder, über klassische London Dry Gins, wie dem Tanqeray bis hin zu den neuen New Western Style Gins, die mit dem Nordes Atlantic Gin vertreten war. Und als kleines Gimmick sogar noch einen Raspberry Gin von Edinburgh Gin, womit man auch die eine oder andere Dame von Gin überzeugen konnte.

Das Fischbuffet

Das Fischbuffet

Schwerpunkt des Abends waren natürlich die verschiedenen Essenstationen, an denen man sich durch ganz viele spannende Gerichte durchprobieren konnte. Leider konnte ich mich, auf Grund meiner Aufgabe, nicht allen Ständen in der ihnen gebührenden Zeit und Tiefe widmen. Daher nur ein kleiner Auszug meiner Eindrücke. Da war erstmal der Fischstand, der schon allein optisch ein Hingucker war. Hier konnte man eine extrem leckere Fischsuppe, aber auch frische Austern – natürlich die Sylter Royal – probieren.

Königliche Austern - die Sylter Royal

Königliche Austern – die Sylter Royal

Im unteren Bereich in der Nähe zu unserem Raum gab es Onseneier. Nach dem Hinweis auf Japan, konnte ich mich auch wieder an meinen Aufentahlt auf Kyushu und den Begriff Onsen, gleichbedeutend mit heißer Quelle, erinnern. Bei dieser japanischen Zubereitungsform gart man die Eier mittels Niedergarmethode für über 1 1/2 h und bekommt eine Art super schlotziges Ei ähnlich einem porchierten Ei. Dazu gab es Spinat und eine extrem, leckere Kartoffelcreme. Und als Krönung noch ein wenig geriebenen Trüffel darüber. Ein so einfaches aber lecker geniales Gericht. Kindheitserinnerungen in Highendform.

Onsenei mit Spinat an Kartoffelschaum

Onsenei mit Spinat an Kartoffelschaum

Eine weitere Station war direkt in der Küche. Wann darf man schon als Gast eines Restaurants mal direkt in die Küche laufen. Dort befand sich die Burgerstation. Hier konnte man seinen eigenen kleinen Miniburger bauen. Am Grill wurde das Patty nach persönlichen Wunsch gebraten und auf eine Minibrötchenhälfte gelegt. Und dann konnte man mit diversen Zutaten nach Herzenslust seinen Burger belegen. Einzig die Physik setzte der Phantasie mancher Gäste ein paar Grenzen.

Aber nicht nur für das leibliche Wohl wurde gesorgt. Der Wermelskirchener Journalist und Stadtführer Horst Rosen hielt zweimal einen Vortrag über die bewegte Geschichte des Hauses und zeigte die starke Verbindung mit der Stadt Wermelskirchen. Anschließend gab es noch ein tolles Konzert mit Jacky Elaine, welches super gewesen sein muss. So haben es mir einige Gäste zu mindestens erzählt. Am späteren Abend verlagerte sich das Geschehen dann auch weiter zu unserem Stand. Neben den verschiedenen Whiskys und Gin trug natürlich das später neben an aufgebaute, riesige Dessertbuffet bei.

Das Desertbufett

Das Desertbufet

Aber auch unsere Spirituosen und die Möglichkeit nebenan, mittels Roulette Gutscheine zu gewinnen, führten zu weiteren Andrang. Es machte uns richtig Spaß besonders Menschen, die groß noch keine Berührung zu Whisky und/oder Gin hatten, von den Destillaten zu überzeugen. So bildete sich beim Whisky die schon bekannte „Torfgrenze“ heraus. Die einen die alles rauchig oder torfig strickt verweigerten und die anderen denen es nicht rauchig genug sein konnte.

Was zeichnet einen guten Whisky aus!

Was zeichnet einen guten Whisky aus!

Auch beim Gin waren die Leute am späteren Abend experimentierfreudiger. Da wir das Ganze als Tasting ausgestaltet haben, mussten zu Beginn alle Interessenten zumindest einen kleinen Schluck des Gins pur genießen. Dies sollte ihnen ein besseres Geschmacksprofil des Gin zeigen, damit sie überhaupt erstmal einschätzen konnten, wie und ob dieser ihnen schmeckte. Aber wir hatten natürlich auch Tonic. Darüberhinaus gab es zum Verfeinern der Gin & Tonics noch diverse Gewürze, Gemüse und Zitrusfrüchte. Nach anfänglichem Zögern wurde ausgiebig experimentiert, welches Gewürz am besten zu diesem Gin passt. Oder soll es doch eher die Gurke oder die Limette sein. Ab und zu musste man die Leute sogar bremsen, keine ganze Gewürzmischung und einen Obstsalat in ihr Getränk zu geben.

Gin und Gemüse

Gin und Gemüse

Zum Abschluss kann ich nur sagen, es war eine gelungene Veranstaltung des Schwanen. Was Christian und sein Team dort auf die Beine gestellt hat, war absolute Klasse. Wir hatten sehr viel Spaß an dem Abend und auch die Gäste, die bei uns waren, kamen aus dem Schwärmen nicht mehr raus. Und da alle von diesem Konzept begeistert waren, soll es auch in gut 1 bis 1 1/2 Jahren wiederholt werden. Ich freue mich schon drauf, wenn ich wieder dabei sein darf. Informationen zu Öffnungszeiten, Veranstaltungen und Zimmerpreisen findet Ihr unter  zumschwanen.com. Wer noch ein paar Bewegtbilder der Veranstaltung sehen möchte, kann diese auf ihrer Facebook-Seite unter diesem Link finden.

Stimmungsvolle Gingewürze

Stimmungsvolle Gingewürze

Eine einsame Destille

Eine einsame Destille

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bar und Pubbewertungen, Drinklabor on Tour, Getränke, Gin, Single Malt Whisky, Spirituosen, Tastings, Whisky

Whisky Dinner im Schwanen Wermelskirchen

Drinklabor_WhiskydinnerWir Ihr ja schon wisst, bin ich begeisterter Whiskytrinker. Gleichzeitig weiß ich gutes Essen, mehr als zu schätzen. Warum nicht beides miteinander verbinden und an einem Whiskydinner teilnehmen. Wir sind dafür bis nach Wermelskirchen gefahren. Und eins vorweg: es hat sich gelohnt. Das Dinner fand im Familienhotel Zum Schwanen nun schon zum zweiten mal statt. In Zusammenarbeit mit Herrn Kaiser von Wega Whisky konnten wir einen tollen Abend erleben. Da meine Allerliebste ja begeisterte Foodbloggerin ist, hat sie in ihrem Beitrag den Schwerpunkt auf das Essen gelegt. Ihr könnt den Beitrag unter ihrem Blog www.kocheule.wordpress.com finden.  Ich dagegen widme mich schwerpunktmäßig den Flüssigkeiten. Wobei man das bei einem Whiskydinner nicht hundertprozentig trennen kann, da die Kombination gerade das Highlight ist.

Drinklabor_WhiskydinnerAuswahl

Die richtigen Whiskyfreaks hätte die Auswahl der Whisky nicht wirklich vom Hocker gerissen, da die hier gereichten Whiskys eher Standardabfüllungen gewesen sind. Aber die Kombination mit den Speisen war hier vor allem das Highlight. Um uns ordentlich auf den Abend einzustimmen, wurden wir zu Beginn von einem Piper und einer Trommlerin begrüßt. Wir als große Schottlandfans waren natürlich hingerissen. Aber es hat auch gleichzeitig bewiesen, dass diese Instrumente doch eher für Freiluftveranstaltungen geeignet sind. Man waren die laut. Eine ordentliche Metallband hätte da auch nicht viel mehr ausrichten können.

Drinklabor_Whiskydinner_Duddelsack

Drinklabor_Whiskydinner_Menu

Insgesamt gab es 7 Whiskys an dem Abend zu verkosten. Daneben waren im Preis auch noch Rot- und Weißwein, Wasser und Kellerbier enthalten. Man konnte auch als Nicht-Whisky-Trinker das Menu ohne Whisky buchen. Aber da hätte mir viel gefehlt. Zum Einstieg gab es einen Arran Lochranza, um uns auf einen schönen Abend einzustimmen. Das schöne bei den eher auf Einsteiger ausgerichteten Tastings ist für mich, dass ich auch mal wieder Whiskys trinken kann, die ich seit Jahren oder noch gar nicht im Glas gehabt habe. Der Lochranza war für den Einstieg eine gute Wahl. Sehr gefällig und da auch einige Whisky Neulinge dabei waren – ein guter Starter. Herr Kaiser führte uns sehr kompetent, aber auch unterhaltsam durch den Abend. Der erste Gang war dann ein Feldsalat mit porchierten Ei. Wir blieben auf Arran und tranken dazu einen Arran Amarone Finish. Der mit seinen 50 Vol. % schon ein wenig stärker daher kam. Aber mit seinem Rotweinfinish und seiner Süsse super zu dem Salat passte. Die nachfolgende Möhrenessenz war echt der Hammer – selten so intensiv Möhre geschmeckt. Leider passte der dazu angebotene Glenglassaugh Torfa nicht dazu. Dieser war speziell dafür gewählt worden, um die Vielfalt auch von Speysidewhiskys zu zeigen. Seine rauchig maritimen Furchtnoten passten zwar ganz gut zu der Suppe, haben aber den Geschmack zu stark überlagert. Auch finde ich den Torfa als solchen, nicht wirklich super gelungen. Aber danach passte wieder alles und es kam mein Highlight des Abends: Heißgeräucherter Heilbutt mit Safransauce und ganz spannend Perlgraupenrisotto. Was man für ein super Risotto man aus den bei uns eher verachteten Graupen machen kann, ganz großes Kino. Und hier war die Whiskybegleitung ein Volltreffer. Es gab dazu einen 20 Jahre alten Caol Ila von Hart Brothers. Die leichte Rauchrigkeit des Caol Ilas mit den heißgeräucherten Heilbutt – sollte man so auf die Karte setzen. Dieser Caol Ila war mit seiner schönen Süsse und den leichten Raucharoma allein schon ein Genuss – in der Kombi – himmlisch. Jetzt hieß es mittels Zwischengang mit einem super leckeren Pflaumensorbet erstmal ein wenig weiteren Appetit anregen. Danach kam dann die Portweinkonnektion zum Zuge. Glenmorangies Quinta Rubin gab es zu Schweinefilletmedallions mit Portweinscharlotten. Man hatte fast das Gefühl, dass die Scharlotten im Quina Rubin eingelegt gewesen waren. Wäre vielleicht auch eine Möglichkeit, wenn auch eine teure. Und auch beim Dessert hat sich Küche und Whiskypräsentator super abgestimmt. Zur Apfeltart, Apfelküchlein und Mouse gab es quasi einen hochprozentigen Süsswein. Der Nectar Do´r von Glenmorangie mit seinem Sauternesfinish harmonierte super zum Dessert. Auch dieses wäre eine Kombi für spätere Wiederholungen.

Drinklabor_Whiskydinner_Essen

Den Abschluss bildete dann Herrn Kaisers Lieblingsdestille – Springbank. Hier gab es den klassischen 10-jährigen, der wie ich finde, ein guter Abschluss nach dem Dessert war. Insgesamt war es ein tolles Erlebnis. Speziell das geniale Essen in Kombination mit den Whisky war eine spannende Erfahrung. Das nächste normale Whisky Tasting ohne Essen wird es wohl nach dieser Erfahrung sehr schwer haben. Was Chefkoch Christian Warnke mit seinem Team uns hier geboten hat, war wirklich Sterneküche. Auch noch mal vielen Dank an das Serviceteam, dass uns so toll mit Essen, Wasser und Wein versorgt hat. Wenn Ihr also einmal die tolle Erfahrung von erstklassigen Essen in Verbindung mit Whisky haben möchtet, kann ich zum Schwanen in Wermelskirchen warm empfehlen. Nächstes Jahr wird diese quasi Tradition bestimmt fortgesetzt. Und notfalls Wermelskirchen ist ja quasi vor der Haustür, da kann man für so gutes Essen ruhig auch mal so hinfahren. Und wem es zu weit ist, kann gleich im angeschlossenen Hotel übernachten.

Informationen zum Hotel, Restaurant und Öffnungszeiten findet Ihr unter: http://www.zumschwanen.com/

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Essen gehen, Single Malt Whisky, Spirituosen, Tasting Notes, Tastings, Whisky