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D.E.W. & A BREW – Irish Wiskey meets local Beer

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Tasting Pannel – vier Whiskey und vier Bier

D.E.W. and a brew unter diesem Moto veranstaltet Tullamore Dew seit gut 2 Jahren eine Veranstaltungsreihe, bei der die alte irische Tradition Whiskey mit Bier zu trinken, wiederbelebt werden soll. Dafür sucht sich Tullamore jeweils lokale Brauereien aus, bei denen man mit abgestimmten Bieren verschiedene Sorten Tullamore Whiskey kombinieren bzw. neudeutsch pairen kann. Bei der Veranstaltung in Köln, an der ich teilnehmen durfte, wählte man die Gaffel Brauerei. Die Jungs um Braumeister Reiner Radke hatten nur 4 Wochen Zeit, um sich auf diesem Event vorzubereiten. Und was sie da an Bieren hergezaubert haben, war wirklich phänomenal.

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Ort der Veranstaltung das Wirtshaus Spitz in Köln

Zu Beginn war ich ja skeptisch, ich dachte an mein erstes Whisky und Biertasting – hier findet Ihr den Beitrag. Dieses war spannend, aber das Fazit war, allein schmecken die Getränke besser. Aber hier geht es um irischen Whiskey und passend abgestimmtes Bier. Warum also nicht nochmal probieren.  Auch bin ich kein wirklicher Kölschfan, aber Gaffel hatte ja schon mit dem Sommerhopfen gezeigt, dass sie auch neben dem Kölsch andere Biere machen können. Aber was hier das Gaffen-Team geboten hat, zeigt was alles möglich ist. Innerhalb so kurzer Zeit vier hervorragende Biere und diese passend auf die Whiskeys abgestimmt, das ist wirklich Handwerkskunst.

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Das urgemütliche Wirtshaus Spitz

 

Die Veranstaltung fand an einem Montag Abend im Brauhaus Spitz, welches zu Gaffel gehört, statt. Ca. 30 Personen aus der Blogger- und Spirituosen- und Getränkeszene waren anwesend. Durch den Abend führte gut gelaunt und charmant der Global Brand  Abmbassador von Tullamore Dew John Quinn. Begleitet wurde er vom Braumeister und Biersommelier Reiner Radke von der Gaffel Brauerei. Als Grundlage gab es sehr leckere kölsche Tapas, die bei der Kombi Bier und Whiskey gut angebracht waren. John ein Urgestein der irischen Whiskyinsdustrie, immerhin arbeitet er schon seit 1974 hier, begann mit seinem Vater und Großvater.

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Braumeister Radke beim konzentrieren Zapfen

Für sie war es das normalste der Welt ihren Whiskey mit einem Bier, damals natürlich fast immer Guinness, zu trinken. So ist die Idee zu dieser Veranstaltungsreihe entstanden. Außerdem sind ja Whiskey und Bier enge Verwandte – zumindest durchlaufen sie die ersten Herstellungsschritte gemeinsam.

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Die heutige Tastingauswahl an Whiskey

Begonnen haben wir mit dem Standardblend von Tullamore. Den ich natürlich schon kannte, aber schon sehr lange nicht im Glas hatte. Ein wirklich schöner leichter, man kann fast Sommerwhiskey sagen. Schöne Zitrusnoten, ein wenig grüner Apfel und schön cremig. Nach einem kurzen Probeschluck, zeigte uns John das richtige Vorgehen. Zuerst einen kleinen Schluck Whiskey – kurz die Geschmacksnoten merken, dann einen Schluck Bier drauf – wieder die Veränderungen merken und dann noch mal einen Schluck

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Die vier verkosteten und sehr gelungenen Gaffel-Biere

Whiskey. Es war faszinierend wie sich der Geschmack veränderte. Man kennt das ja schon beim Mischen mit Wasser. Da das Bier auch noch Eigengeschmack mitbringt, vervielfachte sich die Geschmacksveränderung. Auf einmal wurden manche Noten verstärkt, es kamen neue dazu, andere waren weg. Den ersten Whiskey tranken wir mit einem Gaffel Pale Ale. Dieses war wie alle anderen Biere frisch vom Fass gezapft. Das Gaffel Pale Ale  brachte durch seine Hopfung schöne Fruchtaromen mit und die Kombination mit dem Whiskey war super gelungen. Man hatte einen Fruchtcocktail mit grünen Äpfeln und Zitrusnoten im Mund – einfach genial.

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John Quinn beim Vortrag

Reiner Radke teilte uns mit, dass alle Biere obergärig gebraut und kaltgehopft wurden. Neben dem Pale Ale gab es noch ein Brown Ale, ein Sweet Stout und ein Porter. Die für die kurze Herstellungszeit überaus gelungen waren und denen zu wünschen ist, irgendwann auch mal in größere Produktion zu gehen. John lieferte und dann natürlich noch etwas zu den Whiskeys und erklärte uns, dass bei diesen die Drei  eine große Rolle spielt. So werden alle Whiskeys, wie für irische Whiskeys typisch, dreifach destilliert. Bis auf den Single Malt sind alle tripple blended, d.h. neben Maltwhisky, Grainwhisky wird auch Potstill eingesetzt. Außerdem lagern sie in drei unterschiedlichen Fässern. Einerseits in Ex-Bourbon, anderseits aber auch in Ex-Sherry- und ungewöhnlicherweise auch in Ex-irishwhiskey Fässern.

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Mit kölschen Tapas wurde für eine ordentliche Grundlage gesorgt

Die zweite Kombination war der Tullamore 12 Years Special Reserve zusammen mit einem Brown Ale. Das Brown Ale kam mit 5,6 % Alkohol daher. Hatte eher eine milde Bitterung von unter 30 IBU und eine schöne Schokonote. Die in Kombination mit dem Whiskey nochmal hervorgehoben wurde. Trotzdem muss ich sagen, dass dies für mich die schwächste Kombination des Abends war. Allein getrunken waren beide Getränke  gut, aber die Kombination war für mich irgendwie nicht passend. Weiter ging es zu meinem Highlight des Abends. Als Whiskey gab es einen 14 jährigen Singlemalt. Das Besondere an ihm war, er wird zuerst für 13 1/2 Jahre in  Ex-Bourboncasks gelagert. Danach wird der Whiskey in drei Teile aufgeteilt. Ein Teil wird für 6 Monate im Sherryfass, ein anderer Teil für 6 Monate im Port- und der dritte Teil ebenfalls für 6 Monate im Madeirafass gefinisht. Dann im Anschluss werden alle drei Teile wieder gemeinsam miteinander vermählt. Was für eine wunderbar, weiche Fruchtbombe. Ich muss sagen ein wirklich gelungener Whiskey der für seine 14 Jahre als Single Malt ein absoluter Preis-Leistungssieger ist. Dazu gab es ein sehr leckeres Sweet Stout. Hier kamen unterschiedliche Malze zum Einsatz. Neben Wiener Malz, Karamellmalz auch getoastetes Malz. Dies führte einerseits zu einer schönen dunkelbraunen Farbe und herrlichen Kaffee- und Kakaonoten. Außerdem wurde deutscher Hopfen und Barley Wine Hefe eingesetzt. Wenn schon die einzelnen Getränke jedes für sich gut waren, dachte man bei der Kombi – die müsste so zusammen verkauft werden. Wunderbare Schokonoten gepart mit Orangennoten – ich fühlte mich in meine Kindheit mit Jaffakeksen zurückversetzt.

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Der Drinklaborant beim D.E.W. and a Brew

Den Abschluss bildete auch noch mal eine besondere Mischung. Als Whiskey kam der Tullomore Phoenix mit 55 % Fassstärke zum Einsatz. Der Phoenix spielt für die Stadt Tullamore eine bedeutende Rolle. So stürzte 1785 der Sohn des Lords mit einem Heißluftballon ab. Dieser hatte zu seinem 21. Geburtstag eine Fahrt mit einem, damals noch sehr unbekannten Flugobjekt geschenkt bekommen. Beim Start rammte er den Schornstein einer Fabrik und entfachte einen Brand, der fasst die gesamte Stadt in Schutt in Asche legte. So kann sich Tullamore „rühmen“ der Ort mit dem ersten Luftverkehrsunsfall zu sein. Außerdem wurde der Phoenix nach dem Wiederaufbau Teil des Stadtwappens. Und als die Tullamore Destillerie nach über 60 Jahren wieder vor ca. 3 Jahren errichtet wurde, musste natürlich eine Spezialabfüllung mit dem Namen Phoenix auf dem Markt gebracht werden. Dazu gab es ein extrem süsses Porter. Bei vielen Teilnehmern kam die Assoziation mit Malzbier auf. Auch hier kam Barley Wine Hefe zum Einsatz, die zu einem kräftigen Alkoholgehalt von 7,2 % führte. Auch diese beiden Getränke passten gut zusammen, waren aber mir in der Kombination zu süss. Da sie sich beide gegenseitig unterstützten. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass diese Kombination bei vielen sehr gut ankommen könnte.
Nach dem Tasting bietete sich noch die Gelegenheit mit den beiden Referenten, aber auch mit den anderen Zuhörern sich auszutauschen. Ein wirklich gelungener Abend mit tollen Whiskeys, genialen Bieren und gelungenen Pairings. Jetzt wünscht man sich nur noch, dass man diese Biere zukünftig auch mal kaufen kann, um so zu Hause oder in der Kneipe seines Vertrauens ein D.E.W. AND A BREW zu genießen. Auf diesem Weg möchte ich mich sowohl bei Tullamore D.E.W. Und der Gaffel Brauerei für eine sehr gute und aufschlussreiche Veranstaltung bedanken.
Weitere Information zu Tullamore D.E.W. Findet Ihr hier

Weiter Informationen zur Gaffel Brauerei findet Ihr hier.

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Faszination Craftbeer – der Braukunst Laden Köln

Open Bottle Party im Braukunstladen

Open Bottle Party im Braukunstladen

Zu meiner persönlichen Freude entwickelt sich Köln, trotz noch starker Kölschbezogenheit, immer mehr zu einem Craftbeer Zentrum. Natürlich findet die Entwicklung in kleineren Dimensionen als Berlin statt, trotzdem hat sich in den letzten 12 Monaten doch so einiges getan. Neustes Mitglied in der Craftbeer Gemeinde ist der Braukunstladen an der Friesenstraße. Hier hat Wolf Heisig vor gut zwei Monaten ein Craftbeer-Geschäft mit angeschlossenem Tastingraum eröffnet. Erst durch die Anmeldung zu einem Tasting von schottischen Bieren bei dem nebenan liegenden Scotia Spirits haben wir das Geschäft kennen gelernt. Mein Kumpel Oli und ich waren ursprünglich bei einem Openbottletasting bei Scotia Spirits angemeldet. Dieses hatten wir vor ca. einem Jahr schon einmal besucht. Da uns die Veransstaltung und die Auswahl so gut gefallen hat, wollten wir auch in diesem Jahr daran teilnehmen.  Zu unserer Überraschung fanden wir einen Hinweis, dass wir hinten herum gehen sollten. Und so bogen wir in die Spiesergasse ein und standen vor dem uns bisher unbekannten Braukunstladen. Dort wurden wir gleich freundlich von Wolf begrüsst. Welchen wir schon bei dem Craftbeer trift Single Malt Tasting kennengelernt hatten. Hier noch der Link zu dem Bericht.

Eine kleine Auswahl an Bieren

Eine kleine Auswahl an Bieren

Bei Wolf spürt man gleich die Begeisterung für das Thema Bier. Obwohl er erst vor knapp einem Jahr mit dem Craftbeer in Berührung gekommen war, hat ihn das Ganze so infiziert, dass er sich erst intensiv hobbymäßig damit beschäftigt hat. Sogar eine eigene Heimbrauanlage wurde angeschafft und das erste eigene Bier gebraut. Und nun führte seine Begeisterung sogar zum eignen Laden. Eigentlich hat er eine Personalvermittlungsagentur, die quasi in direkter Nachbarschaft zum Scotia Spirits von Peter Klas liegt. Als dieser auf der Suche nach Räumlichkeiten für einen weiteren Tastingraum war, kam Wolf auf die Idee, sein neues Hobby auch beruflich auszuüben. So wurde zwischen den beiden Räumlichkeiten ein weiteres Ladenlokal angemietet. Dieses bietet im Erdgeschoss einen Verkaufs- und Ausstellungsraum für Craftbeer und im Obergeschoss einen Raum für Whisky-Tastings . Vor ca. acht Wochen war dann Eröffnung.

Der Tastingraum in der 1. Etage

Der Tastingraum in der 1. Etage

Trotz seiner kurzen Öffnungszeit bietet der Braukunst Laden schon eine unglaubliche Vielfalt an Bieren. Da über 4 große Regale komplett voll standen, kann ich schwer einschätzen, wieviele Biere hier insgesamt im Angebot sind. Es sind auf jeden Fall mehr als 150 verschiedene Sorten. So bilden vor allem englische und schottische Biere einen Schwerpunkt. Dabei gibt es Biere von vielen neuen und auch kleineren Brauereien wie Fyne Ales, Spey Valley, Cairngorn oder Stathaven. Aber auch andere Länder und Bierarten sind in recht großer Auswahl vertreten. Und es kommen immer noch neue Sorten und Arten dazu. Das angenehme hier ist, dass sich nicht nur rein auf die gerade so angesagten IPA´s konzentriert wird, sondern auch eine breite Auswahl an unterschiedlichen Bierstilen vom Zwickel, über belgische Biere, Porter, Stouts, Gosen und andere Sourbiere und vieles andere mehr.

Nette Runde am Beginn des Tastings

Nette Runde am Beginn des Tastings

Am Anfang waren wir erst zu viert, aber im Laufe des Abends sind noch weitere Personen dazu gestoßen. Jeder Teilnehmer hatte die Möglichkeit 10 verschiedene Biere a 100 ml zu probieren. Dazu gab es zur Neutralisation Brot und Wasser. Auch einen Tastingbogen haben wir erhalten um unsere Eindrücke festzuhalten. Und obwohl als schottisches Biertasting angekündigt, haben wir auch dass Angebot  genutzt, dass wir auch Biere anderer Länder probieren konnten. So hatten wir wirklich eine tolle Auswahl an Bieren gehabt. Ich will nicht alle aufzählen, sondern nur meine Highlights hier beschreiben. Da waren zuerst zwei wunderbare italienische Biere, die beide absolut gigantisch waren – aber ganz anderes im Geschmack. Einerseits das My Antonia ein Geschmeinschaftsbier von Birra del Borgo und der amerikanischen Dogfish Head Brauerei. Etwas sehr ungewöhnliches nämlich ein Imperial Pilsener mit 7,5 % Alkohol. Dies hatte eine so gelungene Hopfennote, dass ich bei solchen Bieren noch zum Pilsfan werden könnte. Außerdem gab es noch einen IPA Hammer auch aus Italien – das 2Late Double IPA von BrewFist. Für mich eines der besten IPAs, die ich bisher getrunken habe. Aber auch ein Lager muss nicht langweilig schmecken. So hatten wir ein Christmas on the beach von den Fyne Ales. Und auch die dunkle Seite der Macht konnte verköstigt werden. Dort stach für mich besonders ein Imperial Stout von der Swannay Brewery hervor. Alles in allen war es ein wirklich gelungener Abend mit sehr viel Spaß, exzellenten Bieren und unterhaltsamen Geschichten. Wolf ist ein super Gastgeber und konnte mit seine Begeisterung für Craftbeer alle anstecken. Wer selbst an einem Openbottletasting teilnehmen möchte, kann immer freitags von 15.00-19.00 Uhr im Braukunstladen vorbei schauen. Aber auch sonst lohnt sich ein Besuch hier, um sich mit neuen spannenden Bieren einzudecken. Ein schöner und netter Laden, bei dem ich nicht das letzte mal gewesen bin.

Auswahl von verköstigtem Craftbeer

Auswahl von verköstigtem Craftbeer

Den Braukunstladen findet Ihr an der Ecke Friesenstraße 16 und Spiesergasse in Köln.

Öffnungszeiten Montag-Freitag 11.00 – 19.00 Uhr und am Samstag 11.00 – 17.00 Uhr.
Oder im Netz unter http://www.braukunstladen.de

 

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Es wird Bier gebraut – ein Brauseminar in der Braustelle in Köln

Drinklabor_Braustelle1Wie Ihr Euch vielleicht noch erinnern könnt, war ich Ende letzten Jahres bei einem speziellen Tasting in Köln. Dort gab es die spannende Kombination aus Schottischen Single Malt und Cologne Craftbeer. Wer möchte kann hier noch mal den Bericht lesen. Auch wenn die Kombination mich im Endeffekt nicht so überzeugt hat, war ich doch von den Einzelkomponenten sehr begeistert. Im Rahmen des Abends erzählte uns Peter Esser von der Braustelle Köln, dass er auch Brauseminare anbietet. Das hörte sich sehr spannend an. Da uns die Biere sehr gemundet haben, wurde gleich nach einem passenden Termin gesucht. Da die Brauseminare sehr beliebt sind, sollte man sich frühzeitig um eine Anmeldung kümmern. Und im Wonnemonat Mai hat es endlich auch bei uns mit einem Termin geklappt. Die nur als Brauseminar betitelte Veranstaltung stellte sich am Ende als ein Rundum-Bier Tag dar. Bei diesen wurden wir sowohl mit dem Bierbrauen vertraut gemacht, wir lernten das Bierprobieren und die Unterschiede der verschiedene Bierstile, haben viel Hintergrundwissen mitgenommen und wurden auch noch lecker verköstigt. Die Veranstaltung findet meist einmal im Monat immer samstags statt. Daher musste ich mich schon sehr früh auf den Weg nach Köln aufmachen, damit ich pünktlich um 10.00 Uhr in Ehrenfeld ankam. Die Braustelle die sowohl Kneipe als auch Brauhaus in einem ist, liegt Mitten in Ehrenfeld und macht einen richtig urigen Eindruck. Vom Eingangsbereich schaut man direkt zur Theke. Im rechten Teil findet man an der Fensterfront verschiedene Sitzgelegenheiten und im hinteren Teil befindet sich die offene Brauerei. So sitzt man wirklich fast zwischen Braukessel und Läuterbottich. Wirklich sehr authentisch und nicht so museal wie in vielen anderen Braugaststätten, wo man maximal hinter Glas nur Teile der Anlage zu sehen bekommt.

Das Herzstück der Braustelle

Das Herzstück der Braustelle

Falls ich in den nächsten Zeilen etwas durcheinander gebracht habe, möchte ich die bitte entschuldigen-es war mein erstes Mal :-). Das Seminar war wie so häufig ausgebucht. Wir waren insgesamt 15 Personen. Erstaunlicherweise waren auch vier Frauen beim Seminar dabei. Außerdem waren recht viele jüngere Teilnehmer vertreten. Komplett anders als ich erwartet habe. Da zeigt sich, das der Craftbeerboom auch andere Zielgruppen anspricht und Bier selber machen richtig in ist. Peter begrüsste uns mit seinen beiden Angestellten, die uns durch den Tag begleiteten. Gleich zuerst gab es erstmal Kaffee. Dann führte er uns ein wenig durch die Räumlichkeiten und erklärte uns kurz die Aufgaben bzw. Funktionsweisen der einzelnen Geräte. Danach ging es in der Keller, in dem wir uns zuerst den Gärraum angeschaut haben. Hier beschrieb er die Vorgänge bei der Gärung, die hier in einer offenen Wanne erfolgt. Wir konnten auch keine fremden Bakterien oder ähnliches in den Raum einschleusen, da zur Zeit alle Gärbehälter leer waren. Zum Abschluss des Rundgangs ging es in das Bier- oder Reifelager. Diesen haben wir mit unserer Gruppe mehr als ausgefüllt. Da die Braustelle sehr viele unterschiedliche Biere produziert und auch immer 8 verschiedene Biere am Zapfhahn hat, brauchen sie hier einige Lagertanks. Ich habe sie nicht gezählt, schätze aber das hier auch mindestens 8 Stahltanks standen. So kann man diese einerseits zur Reifung nehmen, aber auch gleich anschließend an die Zapfanlage anschließen. Insgesamt können sie hier bis zu 100 hl Bier lagern, was für einen kleinen Gastropub schon recht ordentlich ist.

Der Keller mit Reiferaum und Lagertanks

Der Keller mit Reiferaum und Lagertanks

Um uns von der ganzen Theorie erstmal zu erholen, gab es ein ordentliches bayrisches Frühstück mit Brezeln, Weißwurst und Schinken. Und wer wollte konnte auch schon mit einem Weizenbier oder dem Helios (naturtrübes Kölsch) traditionell starten. Die ganzen Backwaren waren alle selbst gebacken und häufig kam der hier reichlich vorhandene Biertreber zum Einsatz.

Nach der ordentlichen Stärkung und ein paar Anekdoten von Peter ging es dann zur praktischen Tätigkeit über. Endlich durften wir auch selbst ein wenig Hand anlegen. Wir haben „unser“ Bier auf einer kleinen Hobbybrauanalge gebraut, die aber wie die Große auch, alle wichtigen Bestandteile aufwies.

Unsere "Mini"Brauanalage

Unsere „Mini“Brauanalage

Zuerst gab es noch ein paar Hintergrundinformationen zum Malz und was es da alles für verschiedene Sorten gibt und wie diese hergestellt werden. Wir konnten auch die verschiedenen Malze riechen und probieren. Darüber hinaus erhielten wir Informationen, welches Malz für welche Biere eingesetzt werden. Dies hilf uns ein wenig bei der Entscheidung, welches Bier wir denn eigentlich brauen wollten.  Wir entschieden uns für ein helles Bier, so dass wir Pilsner Malz als Grundlage nahmen und dazu noch ein wenig karamellisiertes Malz gegeben haben. Das Pilsnermalz war schon einsatzbereit, das Karamellmalz musste erst noch geschrotet werden.

Unsere Bierzutaten Hopfen&Malz

Unsere Bierzutaten Hopfen&Malz

Gleichzeitig haben wir schon mal das Wasser vorgewärmt. Dann wurden die Malze dazu gegeben und das Ganze musste ordentlich gerührt werden. Und dann sollte die Flüssigkeit bei Erreichen von 63 Grad erstmal in der sogenannten Maltose Rast für 20 Minuten ruhen. Dabei haben wir gelernt, dass man sein Material vorher auf Funktionsfähigkeit testen sollte. Unser Thermometer zeigte nach Zugabe des Malzes nur noch um die 50 Grad an, so dass wir die Heizplatte hochgedreht haben. Komischerweise tat sich nicht sehr viel, so dass wir nach einiger Zeit noch mal das nachprüften und feststellen mussten, dass das Thermometer leider kaputt war. Bei erneuter Messung waren wir schon weit über die Temperatur hinaus. Aber was ein erfahrener Brauer ist, hat auch für sowas eine Lösung. Wir wechselten das Verfahren und nutzten das sogenannte englischen Verfahren, wo man nicht mit 2 unterschiedlichen Temperaturen und Ruhephasen arbeiten muss.

Die Vorbereitungstätigkeiten

Die Vorbereitungstätigkeiten

Da wir dann mit der Temperatur schon weiter oben waren, legten wir trotzdem noch eine Rast ein. Das gab uns die Gelegenheit ein Pale Ale von der Braustelle zu probieren. Da wir ein solches herstellen wollten, war es natürlich schön vorher zu probieren, wie es schmecken sollte. Dann durften wir auch eine Jodprobe durchführen. Dafür wird ein wenig Maische entnommen und auf einem Gefäß mit Jod versetzt. Damit soll Stärke gemessen werden. Die Farbe zeigt das Ergebnis an, sollte es sich Blau gefärbt haben, wäre immer noch zuviel Stärke enthalten. Aber bei uns passte alles.

Durchführen der Jodprobe

Durchführen der Jodprobe

Dann ging es an Läutern. Dabei wurde geschaut, ob die Maische noch trüb rausläuft. Daher wurde im Anfang die rausgelaufene Maische solange in den Läuterbottich wieder zurück geschüttet, bis es sich geklärt hatte. Läutern als solches dauert eine Zeit lang, so dass wir noch weitere Biere der Braustelle probieren konnten. Dann wurde die vorher exakt ausgerechnete Menge Hopfenpelletts hinzugegeben. Wir hatten uns für den neuen deutschen Hopfen Mandarina Bavaria entschieden. Dieser hat wie es im Namen schon raus zu hören ist, ein tolles Orangen/Mandarinenaroma.

Die Maischebereitung und Läuterung

Die Maischebereitung und Läuterung

Die Prüfung der Trübung zur Feststellung des Läuterungsabschlusses

Die Prüfung der Trübung zur Feststellung des Läuterungsabschlusses

 

Im Anschluss wurde die Maische mit den Hopfen zusammen zum kochen gebracht. Am Schluss der ganzen Prozedur haben wir noch mal ein wenig Hopfen dazu gegeben. Dann ließen wir unser zukünftiges Bier noch ein wenig abkühlen. Es war mittlerweile schon später Nachmittag. Das leckere Abendbrot und noch das eine oder andere Bier stand an.

Das leckere Abendessen

Das leckere Abendessen

Mit netten Gesprächen und Erläuterungen ging ein wunderbarer Tag zu Ende. Am Ende der Veranstaltung hat jeder ein Glas mit seinem zukünftigen Bier und ein kleines Tütchen Hefe bekommen. Peter gab uns noch ein paar Hinweise, was wir zu Hause bei unserem Bier beachten sollten. Zur Sicherheit gab es aber auch noch eine schriftliche Anleitung mit auf dem Heimweg. Bei nächster Gelegenheit werde ich von dem Abschluss der Bierherstellung berichten und Euch über das finale Ergebnis informieren. Ich kann nur sagen, dass es mir sehr viel Spaß gemacht hat und ich jeden Bierbegeisterten ans Herzu legen, selbst mal ein Brauseminar zu besuchen. Es macht mit mehreren doch mehr Spaß, als zu Hause allein zu experimentieren. Und die Braustelle mit seinem tollen Team und Peter als Lehrer ist der beste Ort zum gemütlichen Einstieg in die Materie. Wer sich für die Seminare interessiert, kann sich hier weitere Informationen unter www.braustelle.com finden.

Mitbringsel für zu Hause - Biertreber zum Brotbacken

Mitbringsel für zu Hause – Biertreber zum Brotbacken

Das finale Ergebnis des Workshops und nach Zugabe der Hefe

Das finale Ergebnis des Workshops und auf dem Weg zum Bier, nach der Zugabe der Hefe

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Scotch Single Malt meets Cologne Craft Beer – das Bier/Whiskytasting


Drinklabor_Hopfenrausch1Wie der Name des Blogs schon sagt, bin ich immer für Experimente zu haben. Speziell wenn es um zwei Getränke handelt, die ich beide mag – Single Malt Whisky und Craft Bier. Obwohl mir natürlich bei Bier und Whisky (Schnaps) zuerst der Begriff Herrengedeck und dunkle Spelunken in den Sinn kamen. Aber hier ging es um zwei „handwerkliche Produkte“ – unter dem Motto Scottish Single Malt meets Cologne Craft Beer. Das Tasting war Ende November und fand in einer recht neuen Location für Craftbierliebhaber in Köln statt – dem Hopfenrauch in Ehrenfeld. So langsam entwickelt sich auch Köln zu einem Craftbierzentrum. Das Hopfenrauch ist sowohl Shop als auch Veranstaltungsort und wurde erst Anfang Oktober eröffnet. Die Besitzerin Sabina Esser – Schwester von Peter Esser von der Braustelle hat hier ein schönes Refugium geschaffen. Mir persönlich ist es noch ein wenig karg, aber es befindet sich ja noch in der Anfangsphase. Unsere beiden Referenten Peter Klas (Whisky) von Scotia Spirit und Peter Esser (Bier) von der Braustelle führten uns für ihr jeweiliges Getränk durch den Abend.

Auf die Idee zu dieser Veranstaltung ist Peter (Whisky) durch einen Aufenthalt beim Speysidefestival gekommen. Dort hat einer der Stillmans von Cardhu ein Tasting zu diesem Thema gehalten. Neben seiner Berufung für Whisky ist er auch großer Craftbierfan und hat auch schon eigenes Bier hergestellt. Und da beide Getränke fast mit den gleichen Zutaten und ähnlichen Prozessen beginnen, kann man dann wunderbar Gemeinsamkeiten und Ähnlichkeiten feststellen. Von dieser Idee angetan, nahm Peter entsprechend Kontakt zu Kölns einziger Craftbierbrauerei auf. Was in Schottland funktioniert, muss doch auch in Köln gehen. Sie haben sich also zusammengesetzt und entsprechend Bier und Whisky aufeinander abgestimmt. Bei mir gingen gleich lustige Bilder durch den Kopf, wie die beiden nächtelang unterschiedliche Kombinationen ausprobieren.

Drinklabor_Hopfenrausch2Bei der Premiere haben sich insgesamt 6 Leute nach Ehrenfeld begeben. Und wir hatten die Aufgabe uns durch eine Kombi von 6 Whiskys und 6 Schlucken Bier zu tasten. Leider hatte Peter (Whisky) die passenden Tastinggläser für den Whisky vergessen, so dass wir eine Art Tumbler für den Whisky nutzen mussten. Was es für uns noch schwieriger machte, bestimmte Aromen zu erraten. Aber bei der Kombi Whisky und Bier (speziell so geschmacksbetonte wie von der Braustelle) hat es der Whisky nicht so einfach. Wie uns auch Peter erklärte, werden die Geruchseindrücke beim Whisky durch verschiedene Estherkombinationen erzeugt. Beim Bier dagegen wird teilweise das Gewürz oder die Frucht gleich beim Brauprozess zu gesetzt. Dies führt natürlich zu einem viel stärkeren Aromeneindruck. Schön fand ich, dass wir erstmal selbst raten durften, welche Aromen wir wahrnehmen konnten. Ich stelle immer wieder fest, jemand sagt ein Aroma und schwups habe ich es auch in der Nase. Nachdem wir Tipps abgegeben haben, stellte er den Whisky vor. Danach kam Peter Nummer 2, der uns etwas zum Bier und seiner besonderen Herstellung erklärte. Und danach ging es zum Erraten/Erahnen/Errichen und Erschmecken der Gemeinsamkeiten. Begonnen haben wir mit dem zur Zeit einzig erhaltbaren Standard Single Grain – dem Girvan No. 4 von Glenfiddich. Peinlich ist, dass ich ihn erst vor 1 1/2 Wochen im Glas gehabt hatte und ihn nicht erkannte. Dazu gab es das Helios, eine sogenannte Wieß – ein ungefiltertes Kölsch.  Und ich muss sagen, in der Form konnte ich mal wieder Kölsch mit Genuss trinken. Bei beiden Getränken war vor allem die starke Getreidenote als Gemeinsamkeit feststellbar. Zweite Kombi war einerseits der Deanston 12, für mich einer der besten Standardwhiskys und dazu mein Bierhighlight des Abends die Einkorn Gose. Wow dieses Bier spaltet! Peter hat hier anstatt wie bei Gose typisch, nicht Weizen sondern das Urgetreide Einkorn als Grundbasis genommen. Dann wird das ganze mit Milchsäure, gerösteten Korriandersamen und Himalaja Salz eingebraut. Sehr spannendes Bier das bestimmt viele Fans aber auch viele Ablehner findet.

Bei Kombi Nummer 3 war der Rhabarber das verbindende Element. Als Whisky wurde ein Rhubarb Roayal von Wemyss von einem Raqui Bier begleitet. Keine Sorge, dass hat nichts mit dem Anisschnapps zu tun. Raqi steht für Rhabarber und Quitte – deren Saft mit eingegoren werden und dadurch ein Sauerbier entsteht. Diese beiden passen gut zusammen.  Auch bei Kombi 4 blieben wir bei den Fruchtaromen. Der Glen Garioch 12 Standard Abfüllung musste sich mit einem Hopfenweizen „5 auf einem Streich“ auseinandersetzen. Dieses Bier ist speziell zur Eröffnung des Hopfenrauschs gebraut worden. Der Name ist eine kleine Reminiszenz an die Hopfenweisse von Schneider und enthält 5 verschiedene Hopfenarten. Es hat wunderbare Zitrusnoten, die man teilweise auch beim Glen Garioch wiederfinden konnte. Ja jetzt merkte man doch den schon konsumierten Alkohol und die Stimmung wurde noch besser. Ich muss gestehen, dass ich eigentlich selten Whisky mit Bier trinke und so mein Körper nicht so daran gewöhnt ist.

Drinklabor_Hopfenrausch3Aber wir mussten ja noch 2 weitere Kombinationen austesten. Als nächstes kamen wieder Fruchtaromen als verbindendes Element zum Einsatz. Wie immer kam zuerst der Whisky, diesmal ein Glen Scotia 21 Jahre. Hier waren vor allem die Pfirsichnoten und exotischen Früchte wahrnehmbar. Dazu gab es die Wilde Wutz 2014 – ein dunkles Sour-Ale aus einem Blend verschiedener Spezialbiere aus unterschiedlichen Fässern wie Rum-, Whisky- und Sauternesfässern. Das mit seinen 7,5% alc. einen ordentlichen Antritt an den Tag legte. Und nun kamen wir zum Abschluss. Und einmal sollte der Whisky zumindest ebenbürtig sein. Deshalb kam ein Whisky der Farmdistelle Kilchoman auf den Tisch. Der Machir Bay konnte mit seinen Zitronen/Limonenaroma, gepaart mit einem süß-rauchigen Aroma nach Vanille schon ein kleines Achtungszeichen setzen. Aber auch hier wusste Peter mit seinen Bier einen Kontrapunkt zu setzen. Er hatte die Schwarze 7, ein schwarzes Starkbier, dass mit torfgeräucherten Whiskymalz gebraut und mit 60 Bittereinheiten daherkommt, ausgewählt. Und wieder musste der Whisky zurückstecken. Im Bier konnte man sogar einige Phenolnoten wahrnehmen. Diese sind eigentlich eher typisch Islay Malts. So hatte man wieder eine Gemeinsamkeit. Damit waren wir mit unserer lustigen Reise durch Welt von Whisky und Craftbier am Ende angelangt.

Abschließend möchte ich mich bei den Ausrichtern des Abends recht herzlich für die tollen Erfahrungen bedanken. Die Biere hatten hier eindeutig die Nase vorn, aber die Kombination  und die Analyse von Gemeinsamkeiten hat wirklich Spaß gemacht. Als Experiment war es wirklich spannend, aber für häufigere Einsätze finde ich es nicht unbedingt geeignet. Beide Getränke sind super zum entspannten genießen, aber ich denke man sollte sie separat trinken. Trotzdem kann ich kann jeden mal den Versuch ans Herz legen, speziell wenn man sich für Aromen interessiert. Bleibt mir nur noch dem Hopfenrausch auch weiterhin viel Erfolg mit ihrem Konzept zu wünschen. Wer sich für Seminare rund um Craftbier interessiert oder das eine oder andere kaufen möchte findet alle Infos und Öffnungszeiten unter Hopfenrausch.

Inforamtionen zur Braustelle findet Ihr hier: braustelle.com und zum Shop von Scotia Spirits gelangt Ihr hier: scotia-spirits.de (Hier gibt es neben Whisky auch eine tolle Auswahl an schottischen Craftbieren.)

 

 

 

 

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Ein Herz für Craftbier – die Mühlenbar in Köln

Drinklabor_MühlenbarDiese Woche war ich beruflich in Köln. Was liegt da näher, mit einem guten Freund – die Lokalitäten Kölns zu begutachten. Als Craftbierliebhaber fiel unsere Wahl auf die neue Mühlenbar. Diese Bar ist neuer Bestandteil des Brauhauses zur Malzmühle. Die Bar wurde erst Anfang Oktober eröffnet und will die Vielfalt der Geschmäcker von Craftbieren zeigen. Es gibt auf der Karte ca. 50 wechselde Craftbiere und dazu noch selbstentwickelte Biercocktails. Die Bar wirkt sehr einladend und viel gediegener als das nebenan liegende Brauhaus oder der ebenfalls neu errichtete Höhnerstall in der oberen Etage. An den Wänden sind alte und aktuelle Fotos vom Braukeller und dem Brauhaus zu sehen. Man sieht also sofort, um was es hier geht – Bier! Hinter der Theke befindet sich ein toll ausgeläuchtetes Regal, das neben Spirituosen natürlich auch Craftbierflaschen enthält. Es gibt zwei Sitzgruppen mit Ledermöbeln und im vorderen Bereich Stehtische mit Barhockern. In der Ecke hängt ein größerer Flatscreen auf dem auch schon mal ein Video vom Herstellungsprozesses des Spezialbieres Von Mühlen gezeigt werden. Dieses Bier ist ein mit Champagnerhefe gebrautes Bier, dass mittlerweile komplett in der Flasche gereift wird. Es ist ein wunderbar spritziges, malzbetontes Bier – das wirklich etwas besonders ist. Dies kann den Vergleich mit einem Champagner leicht wagen und würde bei jeder Familienfeier für Gesprächsstoff und Abwechselung sorgen.

Neben den eigenen Bieren hat sich die Mühlenbar auf handwerklich gebrautes Bier konzentriert. Schön gemacht fand ich auch die Bierkarte. Am Anfang werden die Besonderheiten der Craftbiere kurz beschrieben. Auch die Werte IBU – für die Bitterkeit und EBC für den Farbton des Bieres werden beschrieben. Die einzelnen Biere sind nach den unterschiedlichen Bierarten aufgeteilt und jede Sorte wird kurz beschrieben. Die einzelnen Biere sind ausführlich bzgl. ihres Geschmacksprofils beschrieben und werden nach ihren IBU Wert auf einer Skala abgetragen. Und falls die Auswahl immer noch schwierig ist, steht natürlich Bar- oder Bierkeeper Christopher mit Rat und Tat zur Seite und kann viele Tipps geben. Auf diesem Wege noch mal vielen Dank an ihn. Es hat super Spaß gemacht, mit ihm zu fachsimpeln und ein paar Hintergründe zu erfahren. Es gibt so ca. 50 verschiedenen Biere, die aber regelmäßig ausgetauscht werden, so dass nie Langeweile aufkommt. Außerdem gibt es immer noch eine Empfehlung der Woche. Die Preise beginnen bei ca. 3,50 € pro Flasche. Und wie es sich gehört, bekommt man natürlich nur ordentliche Craftbeergläser dazu. Weil wir uns diesmal auf die Craftbiere konzentriert haben, konnte keiner der sich wirklich spannend anhörenden Biercocktails probiert werden. Aber das wird nicht der letzte Besuch hier gewesen sein. Schön ist auch, dass zukünftig auch Bierseminare angeboten werden sollen.

Drinklabor_Mühlenbar-BiereAlle probierten Biere waren ausgesprochen lecker. Aber die Highlights waren einerseits das oben schon erwähnte Champagnerbier Von Mühlen – eine wirkliche Entdeckung. Und außerdem das vom dänischen Mastermind Mikkeller gebraute Beer Geek Breakfast – wow was ein Imperial Stout. Ein so malzig – kaffeegeschmackliches Bier habe ich bisher noch nicht genossen. Hier kommt ihm auch die Fasslagerung der zu gute. Es schmeckte fast wie ein Eiscafe und war überhaupt nicht die für mich häufig zu findende Schwere. Meist habe ich bei Impiral Stouts das Problem, dass sie so recht alkoholhaltig und gewaltig daher kommen. Dann bekommt man gerade einen Schluck davon runter, aber bei dem Mikkellerbier hätte man gern noch eine Flasche trinken können. Daneben hatte ich noch ein Snake Dogs, ein Propeller Double IPA und ein Chocolate Porter von Meantime. Das Choco Porter war nicht so mein Fall, wenn auch wunderbar schokoladig – schmeckte es mir irgendwie künstlich süss.

Zum Schluss bleibt mir nur noch – ganz klar den Daumen hoch für die Mühlenbar zu heben. Tolle Location und eine wahre Bereicherung für die Craftbierszene Kölns. Danke noch mal an Christopher – man hat wirklich gemerkt, das er richtig Spass an der Sache hatte. Und ich werde auf jeden Fall in Zukunft häufiger hier einkehren, um andere Biere und vor allem die spannenden Biercocktails zu probieren.

Geöffnet ist von Dienstag bis Samstag ab 17.00 Uhr.

Infos zur Mühlenbar und Getränkekarten findet Ihr unter http://www.muehlenkoelsch.de/muehlenbar.

 

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StreetFoodFestival in Köln – ein Erfahrungsbericht

Drinklabor_Streetfood_1Der Drinklaborant hat am letzten Wochenende ein wenig in fremden Gefilden gewildert, und sich kulinarischen Genüssen auch in nicht flüssiger Form hingegeben. Ich nahm am Sonntag mit meiner Herzallerliebsten an einem Blogger-Rundgang über das Streetfoodfestival in Köln teil. So viele Veranstaltungen dieser Art habe ich noch nicht besucht, aber hier konnte man eine hohe Professionalität verbunden mit Liebe zum Essen erkennen. Die Veranstaltung findet mittlerweile monatlich im alten Güterbahnhof in Köln Ehrenfeld statt. Durch diese Regelmäßigkeit entzerrt es sich ein wenig der Besucherandrang und andererseits können dadurch die Veranstalter auch immer wieder neue Anbieter mit dazu zu nehmen. So ist kein Problem auch mehrere Male im Jahr vorbei zu kommen und hat doch immer viele neue Gerichte zum Ausprobieren. Die Location bietet einen schönen urbanen Rahmen, hat genügend Parkplätze und mit der alten Lokhalle auch eine genügend große Indoorfläche. Da nur ca. 30 Stände vertreten sind, verliert man auch nicht den Überblick. Und da für mich ein solches Festival ein Ort zum Probieren ist, finde ich die Idee mit der Glocke genial. An vielen Ständen gibt es eine Glocke. Dies kann man läuten und signalisiert den Personen hinter einen in der Schlange, das man sein  Gericht gerne teilen möchte. Und natürlich muss ich die wirklich gute PR und die Betreuung der sozialen Medien loben, dass ist bei den meisten Festivals nicht gegeben. Und natürlich gebührt Meike vom Street-Food-Festival Köln ein besonderer Dank. Sie hat uns sehr freundlich und kompetent über den Platz geführt und wirklich jede unserer Fragen beantwortet.

Gestartet sind wir am Sonntag Morgen mit einem richtig kräftigen Cappuccino bei Alexs Kaffeefahrt. Und außerdem gehört es sich doch für einen Getränkeblogger mit einer Flüssigkeit zu beginnen. Der Stand der Kaffeefahrt ist ein wirklich geniales Kaffeefahrrad. Will nicht wissen wie schwer das Ding ist. Mittelpunkt bildet eine wundervoll restaurierte Handhebelmaschine von La San Marco. Weitere Infos findet Ihr unter Kaffeefahrt.

Drinklabor_streetfood_Kaffeefahrt

Während wir noch unseren Kaffee genossen, gab Meike uns eine kurze Einführung. Dann ging es auch schon zum ersten „Frühstück“ nach Österreich. An Fix Würschtelbude gab es selbstgemachte Käsekrainer Hotdogs entweder mit Kräutermayonaise oder Barbeque-Sauce. Die Käsekrainer gaben den sonst eigentlich eher langweiligen Hotdog das gewisse Etwas. Dazu kam mit der Kräutermayonaise über der Gurke dann auch noch etwas Pikantes dazu. Fix hatte seine Premiere in Köln und ist durch seine Zeit in Wien zu seinem Konzept inspiriert wurden. Drinklabor_Streetfood_Würstelbude
Von Österreich ging es in wenigen Schritten nach Bali zum camilan. Auch Sie waren erstmalig in Köln vertreten und hatten hier sogar ihre Premiere. Schwerpunkt bildeten typische balinesische Gerichte mit Tempeh?. Dies ist eine aus fermentierten Sojabohnen hergestellte Paste, die gut als Fleischersatz eingesetzt werden kann. So gab es Tempeh Rice Burger mit sauer eingelegten Gemüse und selbst erstellter Ingwersojasauce. Das interessante war, dass das Brötchen durch Reis ersetzt wurde. Dieser Reis war klassischer Duftreis, der so behandelt wurde, das er gut aneinander geklebt hatte. Wenn auch ein wenig schwierig zu essen, ergab es eine spannende Mischung. Daneben gab es noch ein paar verschiedene herzhafte und süsse Kleinigkeiten. Eine mit Huhn gefüllte Teigtasche die als ein bißchen scharf angekündigt wurde, hat bei mir für die nächsten 10 Minuten nachgewirkt. So sieht man wieder die unterschiedlichen Geschmacksempfindungen.

Drinklabor_streetfood_camilan

Danach ging es in einer Reihe von Highlights zu meinem Lieblingsstand dem vom Waffelkartell. Hier sah man gleich, dass Profis am Werk waren. Die vier ausgebildeten Köche suchten nach einem besonderen und einzigartigen Konzept. Dabei sind sie auf Waffeln gestoßen. An sich nichts besonderes, aber sie machen  Kartoffelwaffeln und richten diese sowohl mit herzhaften als auch süssen Belag an. Aber nicht Null-acht-fünfzen sondern es musste schon etwas ausgefallen sein. So gab es unter anderem Kartoffelwaffel mit geschmorten Ochsenbäckchen, Tomaten und Wildkräutern. Meine anfängliche Skepsis herzhaften Waffeln gegenüber wurde schnell beseitigt. Da passte mal alles. Die Bäckchen wunderbar zart geschmort, die Komposition mit der Waffel, den Tomaten und den Wildkräutern einfach genial. Die Idee zur Waffelbäckerei die quasi aus einer „Schnapsidee“ entstanden ist, war bis ins kleinste super umgesetzt. Die Zutaten werden alle lokal besorgt. Und dafür, das es ihre Premiere war, lief das bei den Vieren vom Waffel-Kartell wie schon Jahren eingespielt.

Drinklabor_Streetfood_waffelkartell

Als nächstes ging es auf unserer kulinarischen Weltreise in den Nahen Osten, genauer gesagt nach Syrien und in den Libanon. Bei Oriental Soul stehen die klassischen Kleinigkeiten der orientalischen Küche im Vordergrund. Neben Hummus Teller gab es noch unterschiedliche  Tabouleh-Gerichte mit Couscous. Diese gab es einmal in einer milden und in einer herzhaften Variante. Wobei diese Schärfe doch bedeutend besser aushaltbar war, als die Balinesische. Kompliment für den Couscous der mir häufig zu trocken ist. Hier war nichts davon zu merken und die dazu gereichte Sauce war echt lecker.

drinklabor_streetfood_orientalSoul

 

Und zum Abschluss unseres Rundgangs gab es quasi als Nachtisch dann noch schwedisches Gebäck bei Kiki Lento. Schon von weitem wehte einem ein wunderbarer Zimtgeruch um die Nase. Der gesamte Stand und die Einrichtung versetzten einen zurück in die Kindheit zu Fernsehnachmittagen mit den Kindern aus Billerbü oder Michel aus Lönneberga. Kiki die schon immer gern gebacken und auch in Schweden studiert hat daraus etwas ganz zauberhaftes gemacht. Am liebsten hätte ich mich einmal durch die Zimtschnecken, die Möhrencupcakes, die Beerenküchlein und Mandeltarts durchgefuttert. Um eine Überzuckerung zu vermeiden, haben wir uns am Schluss für einen kleinen Möhrencupcake mit Zitronencreme und die super leckere Mandeltart entschieden. Wer mehr über die leckeren schwedischen Gebäcke erfahren möchte, geht auf ihren   Kikis Blog und kann dort sogar Rezepte finden.

Drinklabor_streetfood_kiki_Lento

An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal bei allen Ständen bedanken, dass sie mir ihre Idee näher gebracht, meine Fragen ertragen und natürlich uns den leckeren Beweis ihrer Koch- und Backkunst zum probieren gegeben haben.

Nach all dem leckeren Essen war erstmal eine kurze Pause von Nöten. Dazu suchten wir noch eine Kleinigkeit zum Trinken. Und hier zeigen die Kölner wieder wie gut sie ihr Festival geplant haben. Es gab mehr als ausreichend Getränkestände mit einer großen Auswahl an alkoholfreien Getränken, Bier und sogar einer guten Auswahl an Weinen. Und dann für mich als Bierliebhaber der Höhepunkt: ein eigener Stand nur mit Craftbieren. Wunderbar! Und auch die Umsetzung war super. Man merkte gleich, hier steht ein Profi hinter dem Tresen. Der Biersommelier Michael Busemann stand gleich mit Rat und Tat zur Seite. Nicht einfach irgendein Bier wird hingestellt, sondern erstmal ausgiebig beraten. So würde ich mir es in jeder Kneipe wünschen. Bei der meist vorätigen Bierauswahl in deutschen Kneipen – wird es wohl eher ein Wunschtraum bleiben. Die Idee „Hier kauft man nicht die Katze im Sack“ wurde wörtlich genommen. Hier konnte man quasi alle Biere probieren, bevor man sich für eines entscheiden konnte. Außerdem bot er auch eine Art kleines Biertasting – so konnte man für 6 Euro fünf  verschiedene Biere (jeweils 100 ml) probieren. Was ein wirklich fairer Preis ist. Leider bekomme ich gar nicht mehr alle Biere zusammen, die uns empfohlen wurden. Von einem Trappisten Bier, über ein Ale aus Hawaii, ein sehr leckere IPA aus Italien bin ich schließlich beim Escalation von Crew Republic gelandet. Was trotz seiner recht hohen Prozente von über 8 % sehr leicht und super fruchtig daher kommt. Eine tolle Empfehlung.

Drinklabor_streetfood_beerTasting

Insgesamt ist das Street Food Festival in Köln eine wirklich super Veranstaltung gelungen, die sehr professionell, aber auch mit viel Liebe zum Essen und der Abwechselung daher kommt. Auch ihr Herz für Neulinge und der Versuch keine direkte Wettbewerbssituation zu schaffen, finde ich sehr lobenswert. Da gibt es ganz andere Festivals bei denen man allein x mal Pulled Pork essen kann. Dadurch das ständig neue Wagen dazu kommen oder manche auch nicht immer dabei sind, kommt keine Langeweile auf. Und man kann ohne große Wiederholungen mehrmals im Jahr hingehen. Wer jetzt Hunger bekommen hat, kann im Oktober sich selbst ein Bild machen. Das nächste Streetfoodfestival findet am 17. und 18. Oktober 2015 stat. Weitere Informationen erhaltet Ihr unter Street-Food-Festival.

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