Schlagwort-Archive: irish Whiskey

D.E.W. & A BREW – Irish Wiskey meets local Beer

IMG_3164

Tasting Pannel – vier Whiskey und vier Bier

D.E.W. and a brew unter diesem Moto veranstaltet Tullamore Dew seit gut 2 Jahren eine Veranstaltungsreihe, bei der die alte irische Tradition Whiskey mit Bier zu trinken, wiederbelebt werden soll. Dafür sucht sich Tullamore jeweils lokale Brauereien aus, bei denen man mit abgestimmten Bieren verschiedene Sorten Tullamore Whiskey kombinieren bzw. neudeutsch pairen kann. Bei der Veranstaltung in Köln, an der ich teilnehmen durfte, wählte man die Gaffel Brauerei. Die Jungs um Braumeister Reiner Radke hatten nur 4 Wochen Zeit, um sich auf diesem Event vorzubereiten. Und was sie da an Bieren hergezaubert haben, war wirklich phänomenal.

IMG_3162

Ort der Veranstaltung das Wirtshaus Spitz in Köln

Zu Beginn war ich ja skeptisch, ich dachte an mein erstes Whisky und Biertasting – hier findet Ihr den Beitrag. Dieses war spannend, aber das Fazit war, allein schmecken die Getränke besser. Aber hier geht es um irischen Whiskey und passend abgestimmtes Bier. Warum also nicht nochmal probieren.  Auch bin ich kein wirklicher Kölschfan, aber Gaffel hatte ja schon mit dem Sommerhopfen gezeigt, dass sie auch neben dem Kölsch andere Biere machen können. Aber was hier das Gaffen-Team geboten hat, zeigt was alles möglich ist. Innerhalb so kurzer Zeit vier hervorragende Biere und diese passend auf die Whiskeys abgestimmt, das ist wirklich Handwerkskunst.

IMG_3170

Das urgemütliche Wirtshaus Spitz

 

Die Veranstaltung fand an einem Montag Abend im Brauhaus Spitz, welches zu Gaffel gehört, statt. Ca. 30 Personen aus der Blogger- und Spirituosen- und Getränkeszene waren anwesend. Durch den Abend führte gut gelaunt und charmant der Global Brand  Abmbassador von Tullamore Dew John Quinn. Begleitet wurde er vom Braumeister und Biersommelier Reiner Radke von der Gaffel Brauerei. Als Grundlage gab es sehr leckere kölsche Tapas, die bei der Kombi Bier und Whiskey gut angebracht waren. John ein Urgestein der irischen Whiskyinsdustrie, immerhin arbeitet er schon seit 1974 hier, begann mit seinem Vater und Großvater.

IMG_3168

Braumeister Radke beim konzentrieren Zapfen

Für sie war es das normalste der Welt ihren Whiskey mit einem Bier, damals natürlich fast immer Guinness, zu trinken. So ist die Idee zu dieser Veranstaltungsreihe entstanden. Außerdem sind ja Whiskey und Bier enge Verwandte – zumindest durchlaufen sie die ersten Herstellungsschritte gemeinsam.

IMG_3167

Die heutige Tastingauswahl an Whiskey

Begonnen haben wir mit dem Standardblend von Tullamore. Den ich natürlich schon kannte, aber schon sehr lange nicht im Glas hatte. Ein wirklich schöner leichter, man kann fast Sommerwhiskey sagen. Schöne Zitrusnoten, ein wenig grüner Apfel und schön cremig. Nach einem kurzen Probeschluck, zeigte uns John das richtige Vorgehen. Zuerst einen kleinen Schluck Whiskey – kurz die Geschmacksnoten merken, dann einen Schluck Bier drauf – wieder die Veränderungen merken und dann noch mal einen Schluck

IMG_3202

Die vier verkosteten und sehr gelungenen Gaffel-Biere

Whiskey. Es war faszinierend wie sich der Geschmack veränderte. Man kennt das ja schon beim Mischen mit Wasser. Da das Bier auch noch Eigengeschmack mitbringt, vervielfachte sich die Geschmacksveränderung. Auf einmal wurden manche Noten verstärkt, es kamen neue dazu, andere waren weg. Den ersten Whiskey tranken wir mit einem Gaffel Pale Ale. Dieses war wie alle anderen Biere frisch vom Fass gezapft. Das Gaffel Pale Ale  brachte durch seine Hopfung schöne Fruchtaromen mit und die Kombination mit dem Whiskey war super gelungen. Man hatte einen Fruchtcocktail mit grünen Äpfeln und Zitrusnoten im Mund – einfach genial.

IMG_3196

John Quinn beim Vortrag

Reiner Radke teilte uns mit, dass alle Biere obergärig gebraut und kaltgehopft wurden. Neben dem Pale Ale gab es noch ein Brown Ale, ein Sweet Stout und ein Porter. Die für die kurze Herstellungszeit überaus gelungen waren und denen zu wünschen ist, irgendwann auch mal in größere Produktion zu gehen. John lieferte und dann natürlich noch etwas zu den Whiskeys und erklärte uns, dass bei diesen die Drei  eine große Rolle spielt. So werden alle Whiskeys, wie für irische Whiskeys typisch, dreifach destilliert. Bis auf den Single Malt sind alle tripple blended, d.h. neben Maltwhisky, Grainwhisky wird auch Potstill eingesetzt. Außerdem lagern sie in drei unterschiedlichen Fässern. Einerseits in Ex-Bourbon, anderseits aber auch in Ex-Sherry- und ungewöhnlicherweise auch in Ex-irishwhiskey Fässern.

IMG_3176

Mit kölschen Tapas wurde für eine ordentliche Grundlage gesorgt

Die zweite Kombination war der Tullamore 12 Years Special Reserve zusammen mit einem Brown Ale. Das Brown Ale kam mit 5,6 % Alkohol daher. Hatte eher eine milde Bitterung von unter 30 IBU und eine schöne Schokonote. Die in Kombination mit dem Whiskey nochmal hervorgehoben wurde. Trotzdem muss ich sagen, dass dies für mich die schwächste Kombination des Abends war. Allein getrunken waren beide Getränke  gut, aber die Kombination war für mich irgendwie nicht passend. Weiter ging es zu meinem Highlight des Abends. Als Whiskey gab es einen 14 jährigen Singlemalt. Das Besondere an ihm war, er wird zuerst für 13 1/2 Jahre in  Ex-Bourboncasks gelagert. Danach wird der Whiskey in drei Teile aufgeteilt. Ein Teil wird für 6 Monate im Sherryfass, ein anderer Teil für 6 Monate im Port- und der dritte Teil ebenfalls für 6 Monate im Madeirafass gefinisht. Dann im Anschluss werden alle drei Teile wieder gemeinsam miteinander vermählt. Was für eine wunderbar, weiche Fruchtbombe. Ich muss sagen ein wirklich gelungener Whiskey der für seine 14 Jahre als Single Malt ein absoluter Preis-Leistungssieger ist. Dazu gab es ein sehr leckeres Sweet Stout. Hier kamen unterschiedliche Malze zum Einsatz. Neben Wiener Malz, Karamellmalz auch getoastetes Malz. Dies führte einerseits zu einer schönen dunkelbraunen Farbe und herrlichen Kaffee- und Kakaonoten. Außerdem wurde deutscher Hopfen und Barley Wine Hefe eingesetzt. Wenn schon die einzelnen Getränke jedes für sich gut waren, dachte man bei der Kombi – die müsste so zusammen verkauft werden. Wunderbare Schokonoten gepart mit Orangennoten – ich fühlte mich in meine Kindheit mit Jaffakeksen zurückversetzt.

IMG_3193

Der Drinklaborant beim D.E.W. and a Brew

Den Abschluss bildete auch noch mal eine besondere Mischung. Als Whiskey kam der Tullomore Phoenix mit 55 % Fassstärke zum Einsatz. Der Phoenix spielt für die Stadt Tullamore eine bedeutende Rolle. So stürzte 1785 der Sohn des Lords mit einem Heißluftballon ab. Dieser hatte zu seinem 21. Geburtstag eine Fahrt mit einem, damals noch sehr unbekannten Flugobjekt geschenkt bekommen. Beim Start rammte er den Schornstein einer Fabrik und entfachte einen Brand, der fasst die gesamte Stadt in Schutt in Asche legte. So kann sich Tullamore „rühmen“ der Ort mit dem ersten Luftverkehrsunsfall zu sein. Außerdem wurde der Phoenix nach dem Wiederaufbau Teil des Stadtwappens. Und als die Tullamore Destillerie nach über 60 Jahren wieder vor ca. 3 Jahren errichtet wurde, musste natürlich eine Spezialabfüllung mit dem Namen Phoenix auf dem Markt gebracht werden. Dazu gab es ein extrem süsses Porter. Bei vielen Teilnehmern kam die Assoziation mit Malzbier auf. Auch hier kam Barley Wine Hefe zum Einsatz, die zu einem kräftigen Alkoholgehalt von 7,2 % führte. Auch diese beiden Getränke passten gut zusammen, waren aber mir in der Kombination zu süss. Da sie sich beide gegenseitig unterstützten. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass diese Kombination bei vielen sehr gut ankommen könnte.
Nach dem Tasting bietete sich noch die Gelegenheit mit den beiden Referenten, aber auch mit den anderen Zuhörern sich auszutauschen. Ein wirklich gelungener Abend mit tollen Whiskeys, genialen Bieren und gelungenen Pairings. Jetzt wünscht man sich nur noch, dass man diese Biere zukünftig auch mal kaufen kann, um so zu Hause oder in der Kneipe seines Vertrauens ein D.E.W. AND A BREW zu genießen. Auf diesem Weg möchte ich mich sowohl bei Tullamore D.E.W. Und der Gaffel Brauerei für eine sehr gute und aufschlussreiche Veranstaltung bedanken.
Weitere Information zu Tullamore D.E.W. Findet Ihr hier

Weiter Informationen zur Gaffel Brauerei findet Ihr hier.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Craftbier, Drinklabor on Tour, Irischer Whisky, Pale Ale, Porter, Seminare, Single Malt Whisky, Spirituosen, Stout, Tastings

The Pubs from the Dirty Old Town – meine Lieblings-Pubs in Dublin

Trinklabor_Dublin13Dublin ist einer meiner liebsten Orte, um einfach die Seele baumeln zu lassen. Es hat viel zu bieten und speziell, wenn man Pubs und gutes Bier mag ist man hier genau richtig. Diese Stadt hat eine wundervolle Pubhistorie und lebendige Pubkultur. Hier findet man vom altehrwürdigen viktorianischen Pub über Partypubs bis hin zu hippen Craftbeer-Pubs einfach alles. Einen Überblick über die Pubs in Dublin zu geben, maße ich mir gar nicht erst an. Dies wäre wohl ein sinnloses Unterfangen. Hier will ich nur ein paar meiner Lieblingspubs, in denen ich schon mehrmals verkehrt habe, kurz vorstellen. Dies ist eine absolut subjektive und vor allem auch nur kleine Auswahl. Natürlich werden viele aufschreien, hallo da fehlt doch mein Lieblings-Pub oder warum hast Du diesen nicht aufgeführt. Aber wie oben geschrieben, dies ist meine kleine Auswahl. Auch habe ich versucht die Pubs zu nehmen, die recht zentral liegen und damit gut zu Fuß von der Innenstadt erreichbar sind. Wenn Ihr meint, ein absolutes Juwel sollte hier noch fehlen, könnt Ihr gern noch Empfehlungen in die Kommentare schreiben.

Der Namensgeber des Pubs

Der Namensgeber des Pubs

The Stags Head: Beginnen möchte ich mit einem Klassiker, der einfach nur wunderschön ist. Und zwar dem Stags Head. Namensgeber ist der große Hirschkopf über der Theke. Ein Pub wurde schon 1770 an dieser Stelle erwähnt, seit 1890 ist er in seinem wundervollen viktorianischen Dekor zu bewundern. Wenn man zum ersten Mal den Schankraum betritt, kommt man gar nicht mehr aus dem Staunen und Fotografieren heraus. Die filigranen Glasfenster und die toll verzierten Holzwände sind wirkliche Hingucker.

Die wundervollen Glasfenster

Die wundervollen Glasfenster

Ich empfehle Euch auch mal in den gemütlichen hinteren Teil durchzugehen. Es sind ca. 10 Biere vom Fass vorhanden. Ich fand das O´Haras Pale Ale sehr lecker. Wer Hunger hat, kann hier ganz gutes und klassisches Pubfood bekommen. Besonders in lauschigen Sommerabenden ist der gesamte Vorbereich des Pubs mit Menschen gefüllt. Dann geht man nur zum Bier holen nach drinnen und hat draußen ein fast mediterranes Ambiente.

Außenbereich des Stags Heads im Sommer

Außenbereich des Stags Heads im Sommer

Wenn Ihr also mal ein schönes Schmuckstück sehen wollt – hier seit Ihr richtig. Außerdem ist der Stags Head sehr zentral gelegen.

 

 

Stags Head, 1 Dame Court, Website

 

Die unscheinbare Außenfassade des Long Hall

Die unscheinbare Außenfassade des Long Hall

The Long Hall: Wo wir bei schönen, historischen Pubs sind, darf natürlich ein weiteres tolles Beispiel viktorianischer Pubkunst nicht fehlen – die Long Hall. Auch diese ist wie der Stags Head recht zentrumsnah gelegen. Es ist einer der ältesten Pubs in Dublin. Die Lizenz erhielt er schon 1766 und das jetzige Interieur stammt aus dem Jahr 1881. Drinklabor_Dublin6Wunderschöne Holzverzierungen und die klassische viktorianische Aufteilung. Die Bierauswahl ist eher traditionell, aber man kommt ja nicht unbedingt des Bieres wegen hierher. Es läuft kein Fernseher mit Sportübertragungen im Hintergrund und auch auf die typische Hintergrundmusik wird verzichtet. Einfach ein Pub zum Treffen und Klönen.

The Long Hall, 51 South Great George Street

 

Das Motto des Against the Grain

Das Motto des Against the Grain

Against the Grain: Nach den altehrwürdigen Pubs komme ich jetzt zu einem noch sehr jungen Pub. Aber dieser Pub hat ein wenig zu meinem Erweckungserlebnis in Bezug auf Craftbeer geführt. Das erste Mal besuchten wir das Against the Grain vor drei Jahren. Wir haben die Empfehlung von einer Pubbekanntschaft erhalten. Er meinte wenn wir Bier mögen und eine ordentliche Bierauswahl liebe, sollten wir dem Pub unbedingt einen Besuch abstatten. Der Vorteil er lag auch noch fussläufig zu unserem Hotel.

Die riesige Anzahl an Zapfhänen

Die riesige Anzahl an Zapfhänen

Die Auswahl an Bieren ist schon gigantisch. Allein die Anzahl an Zapfhähnen übersteigt die Fantasie von deutschen Kneipenbesuchern bei weitem. Für einen Dubliner Pub hat er auch besonders viele internationale Biere. Damals musste ich herzlich lachen, als ich auch Früh Kölsch im Angebot gefunden hatte. Der Pub gehört zur Gallwaybay Brauerei. Doch sie haben neben ihrem eigenen Bier, eine Vielzahl von anderen Bieren.

Aber auch eine große Flaschenauswahl

Aber auch eine große Flaschenauswahl

Daneben kann man auch sehr gut essen. Man bekommt hier modernes und kreativ abgewandeltes Pubfood.

 

 

Against the Grain, 11 Wexford Street, Website 

 

Die Tür mit dem Hinweis zum Tastingraum

Die Tür mit dem Hinweis zum Tastingraum

Palace Bar: Nun möchte ich zu einer Gegend kommen, um die ich eigentlich meist einen Bogen mache – die Temple Bar. Es gibt sowohl einen Pub, als auch ein Teil der Gegend südlich des Liffey, die den Namen tragen. Die Gegend ist einer der Touristenmagneten in Dublin. Speziell an Wochenenden ist hier im wahrsten Sinne die Hölle los. Partypeople werden ihre helle Freude haben. Für die, die sie nicht kennen – eine Mischung aus Düsseldorfer Altstadt, Schinkenstraße, Irish Pub am St. Patricks Day und Jungesellenabschied. Ich kann da gern drauf verzichten. Aber wenn man komplett einen Bogen drum herum macht, verpasst man eine wahre Pubperle. Und speziell für Irish Whiskey Enthusiasten der Place to be. Da am Rand des Temple Bar Gebietes, am Ende der Fleetstreet, bekommt man auch nicht soviel vom Trubel mit. Wenn man die Palace Bar von außen betrachtet und dann betritt, fühlt man sich in die Vergangenheit versetzt.

Die schöne Aussenfassade der Palace Bar

Die schöne Aussenfassade der Palace Bar

Dieses Lokal wurde schon 1823 gegründet und hat viel seines Charmes und seiner Einrichtung aus der damaligen Zeit erhalten. Über Jahre war es, das Stamm-Lokal für fast die gesamte Journalistenzunft in Dublin, da sich das Büro der Irish Times fußläufig in der Nähe befand. Seit 1946 ist die Bar in Familienbesitz der Familie Aherne. Diese hat sehr gute Kontakte zur Familie Teeling und der irischen Whiskyindustrie. Dies führte dazu, dass man hier gefühlt fast jede Abfüllung irischen Whiskeys seit den 60er Jahren findet. Im Obergeschoss gibt es auch noch einen separaten Tastingraum.

Die Theke mit der gigantischen Whiskyauswahl

Die Theke mit der gigantischen Whiskeyauswahl

Und wenn man sich mit dem Barkeeper gut versteht, darf man vielleicht noch einen Blick in die Sammlung der alten Schätzchen werfen. (gleich rechts neben der Eingangstür). Auch haben Sie jedes Jahr ihre eigene Abfüllung speziell für die Palace Bar.

 

 

Palace Bar, 21 Fleetstreet, Website

 

Das soll es schon gewesen sein, mit meinem kleinen Überblick über von mir geschätzte Pubs in Dublin. Es gibt unzählige weitere Perlen, Geheimtipps und Neueröffnungen. Aber für den ersten Besuch in Dublin kann man mit diesen Pubs nicht viel falsch machen. Also auf nach Dublin und genießt diese wunderbare Stadt.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Ale, Bar und Pubbewertungen, Bitter, Craftbier, Drinklabor on Tour, Getränke, IPA, Pale Ale, Porter, Schwarzbier, Spezial, Stout