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Gin auf Barcelonaweise – der BCN Gin

Drinklabor_BCNGIN1Letztes Wochenende durfte ich eine tolle Spirituosenmesse besuchen – die Aquavitae in Mülheim an der Ruhr. Wer diese noch nicht kennt, kann ich nur sehr ans Herz legen. Einerseits hat man eine riesige Auswahl an Whiskyanbietern, wo man quasi alle Neuabfüllungen, aber auch alte Schätzchen probieren kann. Anderseits ist sie aber keine reine Whiskymesse. Hier findet man verschiedene Anbieter rund um das Thema Spirituosen, wie Obstbrenner, Rumhersteller, Wodkabrennereien und natürlich für mich besonders interessant Ginproduzenten. So bot sich für mich die Gelegenheit, verschiedene Gins zu probieren. Eines meiner Highlights war der sehr gelungene spanische Gin BCN, auf dessen Stand auch eine spannende Form der Degustation angeboten wurde. Das schöne war, dass am Stand nicht nur der deutsche Importeur, sondern auch der Inhaber höchstpersönlich vor Ort war. Am Stand konnte man den Gin pur, als Gin & Tonic oder als Spezial G&T probieren.

Der Macher Stefan Lismond und sein deutscher Importeur

Der Macher Stefan Lismond und sein deutscher Importeur

Der BCN Gin kommt aus dem Priorat südlich von Barcelona und versucht die Gegend und ihre Einflüsse in sich zu vereinen. Das beginnt schon beim Ausgangsmaterial. Hier kommt ausschließlich Alkohol aus Weintrauben zum Einsatz. Dabei werden nur die hier angebauten und sehr intensiven Sorten Grenache und Cariñena verwendet. Diese werden dann mit deutscher Brennereitechnick fünfmal destilliert. Hier kommt nämlich eine Kupferbrennanlage von Arnold Holstein vom Bodensee zum Einsatz. Dies erzählte mir der Gründer und Inhaber der Prioror Barcelona Dry Gin Company – Stefan Lismond. Der Gebürtige Belgier, der seit 1991 in Spanien lebt, war ursprünglich im Weinbusiness tätig. Hier entstand auch die Idee, aus den lokalen Trauben Gin zu produzieren. .

Neben den lokalen Trauben legt er auch besonderen Wert auf die ausschließliche Verwendung von regionalen Botanicals. So enthält der Gin alle Zutaten, die aus dem Priorat kommen. Diese gebirgige Gegend südlich von Barcelona ist durch eine gewisse Rauheit geprägt. Bei der Destillation kommen neben Wacholder, Rosmarin, Fenchel, Zitronengras, Feige und Piniensamen zum Einsatz. Diese Botanicals werden mit Zitronen aus Südkatalonien abgerundet. Auch das verwendete sehr mineralhaltige Wasser aus der eigenen Quelle soll für das Aroma eine besondere Bedeutung haben. Diese ungewöhnlichen Botanicals sorgen für einen ungewöhnlichen, erfrischenden Geschmack der seine mediterranen Wurzeln nicht verbergen kann. Besonders pur genossen kommt der Rosmarin und die Pinien stark zum Vorschein. Ich habe sogar ein wenig Kirsche wahrgenommen, obwohl solche hier nicht zum Einsatz kamen. Jedenfalls pur genossen schon ein wirklich ungewöhnlicher Gin.

Der Name des Gins hängt mit der Hauptstadt Kataloniens und einer der Ginwelthauptstädte zusammen – nämlich Barcelona. Das Priorat befindet sich auch nicht weit weg von Barcelona – der Stadt, wo dieser Gin natürlich oft getrunken wird. So trägt der Gin als Name, die offizielle Abkürzung des Flughafens von Barcelona – BCN. Auch das Logo greift die in Barcelona sehr häufig anzutreffenden Escofet Tejera & Co. auf. Dieses Symbol ist seit 1916 als Zeichen für Barcelona ausgewählt worden und ziert seitdem häufig die Bürgersteige und Straßen der Stadt.

Die wichtigsten Zutaten plus Rotwein

Die wichtigsten Zutaten plus Rotwein

Diesen Gin kann man natürlich ganz normal mit Tonic genießen, aber die Macher haben sich eine besondere Form des Genusses ausgedacht. Nachdem ich diese Mischung auf der Aquavitae probieren durfte, musste ich diese Form natürlich bei mir Hause im Drinklabor auch ausprobieren. Man braucht dafür Rotwein, BCN Gin, Tonic, Zitronenzeste und Weintrauben. Ich habe natürlich das empfohlene Rezept nach meinen Bedürfnissen ein wenig abgewandelt (speziell das Gin & Tonic Verhältnis):

Zutaten:

80 – 100 ml spanischer Rotwein

5 cl BCN Gin (original 4cl)

150 ml Fevertree Dry Tonic Water (Originalrezept mit 200 ml Tonic)

Zitronenzeste und 2 halbierte Weintrauben als Zugabe

Rotwein mit Eiswürfeln

Rotwein mit Eiswürfeln

Zu Beginn füllt man ordentlich Eiswürfel in ein Ballonglas. Dann gießt man ca. 80 – 100 ml Rotwein dazu. Im Ursprungsrezpet müsste eigentlich ein Rotwein aus der Priorat-Gegend zum Einsatz kommen. Es tut aber auch ein anderer trockener, spanischer Rotwein. Das gefüllte Glas ordentlich schwenken und schütteln. Einerseits kühlt man dadurch das Glas ab, anderseits benetzt man so das Glas mit Rotwein. Ähnlich wie bei manchen Cocktails, bei denen man das Glas vorab mit Absinth ausspült. Jetzt seiht man den Rotwein mit einem Sieb ab und lässt noch einen kleinen Schluck im Glas. Dann füllt man nochmal die Eiswürfel auf. Anschließend gießt man den Gin dazu. An einem Barlöffel wird dann das gekühlte Tonic ins Glas gefüllt, damit möglichst wenig Kohlensäure verloren geht. Das Ganze kurz umrühren, eine Zitronenzeste in Glas und die 4 halben Weintrauben dazugeben. Fertig ist eine tolle Abwandlung des klassischen Gin&Tonics. Damit könnt Ihr Euch ein wenig mediterranes Flair während der kalten Jahreszeit in Eure Wohnzimmer holen. Viel Spaß beim Nachmachen.

Der besondere BCN G&T

Der besondere BCN G&T

Den Gin könnt Ihr bei ausgewählten Onlineshops für ca. 35 – 40 € (0,7 l Flasche) kaufen. Weitere Informationen zum BCN Gin findet Ihr unter bcn-gin.com.

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Experimente mit Cocktailklassikern

Letzte Woche war der Barkonvent in Berlin. Daher dachte ich mir, es wird mal wieder Zeit für ein paar neue Cocktailrezepte. Wie Ihr bestimmt schon gemerkt habt, bin ich bei meiner Cocktailauswahl eher an den Klassikern orientiert. Ok vielleicht abgesehen von den Klassikern aus den 80er. Allein die Tatsache, dass diese alten Rezepte auch noch nach so langer Zeit gemixt werden, spricht für ihre Qualität. Abgesehen davon bieten sie wunderbare Anekdoten und Geschichten über ihre Entstehung, die bei jeder Party einen guten Gesprächsstoff liefern. Auf der anderen Seite probiere ich aber auch gern aus. So reizt es mich dann doch, diese ab und zu ein wenig anzupassen oder die eine oder andere Zutat mal auszutauschen. Daher soll es in den heutigen Beitrag um ein wenig angepasste Klassiker gehen.

Beginnen möchte ich mit dem Moscow Mule, dessen leicht säuerliche, scharfe Zusammensetzung mir ganz gut schmecken. Ich bin nur nicht so der Fan von Wodka bzw. Wodkacocktails. Eine Abwandlung hatte ich hier im Blog sogar schon vorgestellt, den Gin Gin Mule von Audrey Saunders. Aber es gibt noch andere Formen des Mules, die je nach Zutat nach der passenden Stadt benannt werden. Ein bekannter Vertreter ist der Glasgow Mule. Dieser enthält, wer hätte es gedacht, Whisky anstatt Wodka. Im Rezept von Greg Henry wird klassischer Blended Whisky verwendet. Ich habe ihn sowohl mit einem rauchigen Islay Whisky, als auch mit einem irischen Whisky probiert. Den Islay Mule fand ich nicht so gelungen, da der Rauch und die Limette nicht so gut gepasst haben. Daher habe ich einen Dublin Mule geshaket. Die Version mit einem irischen Whiskey fand ich gut gelungen.

Der Dublin Mule

Der Dublin Mule

Dublin Mule Rezept angepasst nach Greg Henry:

6cl – Blended Irish Whiskey  – ich habe einen 13  jährigen von Cadenheads verwendet

2cl – frischer Limettensaft

1,5cl – Hollunderblütensaft

12cl – Ingwerbier

Alle Zutaten bis auf das Ingwerbier in den mit Eis gefüllten Shaker. Die Zutaten für ca. 30 Sekunden kräftig shaken. Dann in einen Tumbler abseihen. Mit Ingwerbier auffüllen und Eis dazu geben.

Bei unseren nächsten Klassiker wird nicht die Basisspirituose sondern eine wichtige Zutat verändert. Im weitesten Sinne ist es eine Abwandlung von Herrn Meyers Gin Basil Smash. Aber eigentlich nur auf den Namen bezogen. Nur das ich kein Basilikum, sondern Gurke verwendet habe. Ich mag die Mischung Gin und Gurke sehr gern. Ich erwähne da nur den guten Gin&Tonic mit Hendriks oder Martin Millers Gin und dazu Gurke – was eine leckere und frische Kombination. Aber da kann man doch bestimmt noch weiter gehen. Und da bin ich über den Gin und Cucumber Smash gestolpert. Obwohl man eigentlich nicht direkt von einer Anpassung Gin Basil Smash reden kann, da es eher eine Erweiterung eines klassischen Martinis darstellt. Es gibt unterschiedliche Varianten häufig auch mit Holunderblütenlikör. Ich habe die Version von Robert Dahni übernommen.

Cucumber und Gin Smash Rezept:
6 cl Gin
1,5 cl süsser Wermut
1,5 cl Zitronensaft
1,5 cl Zuckersirup
5 dünne Scheiben Gurke

Zuerst füllt man alle Zutaten in einen Shaker. Dann muddelt man die Gurken ordentlich. Anschließend gibt man Eiswürfel dazu und shakt alles. Das Ergebnis dann in gekühlte Tumbler abseihen. Und natürlich dann noch zwei Gurkenscheiben als Deko ans oder ins Glas. Und Ihr habt einen wunderbar erfrischenden Drink.

Der Whiskey Rebellion

Der Whiskey Rebellion

Und auch einer meiner Lieblingsdrinks muss dran glauben – der gute alte Manhattan – hier noch der Link zum Original. Die von mir vorgenommene Anpassung ist im Internet häufig unter dem Begriff Whiskey Rebellion zu finden. Verglichen zum Original ist es nur eine sehr kleine, aber wie ich finde feine und leckere Anpassung. Denn zusätzlich zum Wermut kommt noch der Punt e Mes dazu. Und für eine frischere Note verwende ich anstatt Angostura Bitter einen Orange Bitter ein.

Die Zutaten für den Whiskey Rebellion

Die Zutaten für den Whiskey Rebellion

Whiskey Rebellion Rezept:

4,5 cl Bourbon – ich habe den Elaih Craig verwendet

1,5 cl Punt e Mes

1,5 cl Antica Formula Wermut oder wer möchte auch den Noilly Prat

3 dashes Orange Bitter – ich habe das Bitter Truth Orange Bitter verwendet

Hier wird wie beim Manhattan auch nicht geshakt. Sondern die gesamten Zutaten auf Eis kalt gerührt. Dann seiht man den Cocktail in einen vorab gekühlten Martini-Spitz ab. Ich sage vorab er ist durch die beiden Wermuts schon recht bitter.

Drinklabor_Klassiker_abgewandelt5Und zum Schluss eine Abwandlung eines Klassikers bei dem der Klassiker schon eine Abwandlung war. Als ich von dieser Geschichte las, dachte ich mir, wenn einer hierher gehört dann der. Und zwar geht es um den heute schon fast vergessenen Gin Daisy. Dieser war in der Vorprohibitionszeit in den USA sehr weit verbreitet. Von den USA hat er sich nach Mexiko ausgebreitet. Dort hat man den Gin, durch den vorherrschenden Tequila ersetzt und die Zitrone durch die mexikanische Limette. Und was bekam man den oder die Margarita. Lustigerweise ist Margarita auch die spanische Übersetzung von Daisy. Und so entstammt der Klassiker Margarita von einem anderen, heute fast vergessenen Klassiker ab. Wobei ich auch hier eine kleine Abwandlung des Originals vornehme. So enthielt das Originalrezept der Daisy auch Gum Sirup. Dies ist im Prinzip nichts anderes ein normaler Zucker-Sirup, dem Gummi arabicum zugesetzt wurde. Dies sollte dazu führen, dass der Zucker im Sirup nicht wieder kristallisiert und angeblich für ein etwas weicheres Mundgefühl sorgen. Außerdem habe ich auch noch den Orangenlikör durch Grenadine ersetzt.

Original Gin Daisy Rezept: 

2 oz Aviation American Gin
1 Teaspoon Gum syrup
1.5 Teaspoon Orange cordial
0.75 oz Freshly pressed lemon juice

Da ich gerade keinen mit Gummi versetzten Sirup in meiner Hausbar hatte, fand ich ein anderes Rezept – quasi eine Alternativ Gin Daisy. Dabei wurde auch das Magaritha Verhältnis von 2:1:1 berücksichtigt.

Die Zutaten für eine abgewandelte Gin Daisy

Die Zutaten für eine abgewandelte Gin Daisy

Abgewandeltes Gin Daisy Rezept:

  • 4cl Gin – ich habe den Gansloser Black Gin verwendet
  • 2cl Zitronensaft
  • 2cl Grenadine
  • 5cl Sodawasser

Hier kommen der Gin, der Zitronensaft und der Grenadine in einen mit Eis gefüllten Shaker. Das Ganze ordentlich shaken, bis der Shaker angelaufen ist. Dann die Flüssigkeit in ein mit Eis gefüllten Tumbler abseihen. Das Ganze dann entsprechend mit Sodawasser auffüllen. Ich habe diesen Cocktail meiner Herzallerliebsten serviert und sie war sehr begeistert. Ggf. kann man auch noch ein cl Gin mehr dazu geben oder beim Grenadine einen 1/2 cl weniger. Insgesamt kommt der Grenadine doch recht stark durch.

Viel Spaß beim selbst ausprobieren. Wichtig ist immer, dass es Euch schmeckt. Probiert einfach ein wenig rum. Dabei geht auch manchmal was schief, aber das gehört dazu. Auf der anderen Seite entdeckt man dadurch vielleicht auch seinen Lieblingsdrink. Also fröhliches experimentieren.

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Siegfried Gin – der Cocktailzauberer

Der Siegfried Gin

Der Siegfried Gin

Vor einigen Wochen war ich auf einem Streetdrinkfestival. Ich hatte mir zwar mehr versprochen, aber ein Highlight war der Stand eines meiner Lieblingsgins dem guten Bonner Siegfried Gin – auch liebevoll Siggi genannt. Dabei bin ich auch in den Besitz eines Flyers gekommen, der neben Tastingnotes auch speziell für diesen Gin entwickelte oder angepasste Cocktails enthielt. Davon habe ich zwei zu Hause ausprobiert und war wirklich begeistert.

Die Zutaten für den Magic Tiger

Die Zutaten für den Magic Tiger

Als erstes soll es um meinen derzeitigen Lieblingsdrink gehen – den Magic Tiger. Absolut erfrischend und die Herzallerliebste dachte doch tatsächlich es wäre ein Alkoholfreier Cocktail, weil er so rund und der Siegfried sich gut in den Cocktail einpasst. Wichtig ist dass Ihr den Drink sehr kräftig rührt, da sich sonst das hier eingesetzte Süßungsmittel der Agavendicksaft nicht richtig auflöst.

Der Magic Tiger - extrem lecker

Der Magic Tiger – extrem lecker

Zutaten für den Magic Tiger sind:

  • 4,5 cl Siegfried Gin (ich habe 5 cl genommen, da leichter abmessbar)
  • 1,5 cl Zitronensaft frisch gepresst
  • 2,5 cl Grapefruitsaft frisch gepresst – am besten eine nicht ganz so saure nehmen – z.B. Pink Grapefruit
  • 4 cl Earl Grey Tee (ich habe Lady Grey genommen, da weniger bitter) – hier vorher kochen und dann abkühlen lassen
  • 2 cl Agavendicksaft (hört sich viel an – braucht Ihr aber)

Das Ganze baut Ihr in einem Longdrinkglas auf viel Eis und könnt es mit einer Grapefruitzeste garnieren. Sehr köstlich und schön erfrischend. Ich habe den Cocktail auch mit dem Tanqueray probiert – das passte nicht, da kam mir der Gin zu sehr durch. Also ein wirklich gelungener Cocktail der mit dem Siggi gemacht werden sollte.

Der zweite Cocktail den ich ausprobiert habe, ist der King´s Winter. Hier musste ich ein wenig improvisieren, daher war er vielleicht auch nicht ganz so gelungen. Ist auch auf Grund der wenigeren Zutaten auch viel stärker Ginbezogen.

Der abgewandelte King's Winter

Der abgewandelte King’s Winter

Zutaten für den King´s Winter sind:

  • 5 cl Siegfried Gin
  • 1,5 cl Honigsirup (hier habe ich auf normalen Zuckersirup zurückgegriffen, damit fehlte mir natürlich auch
    das Honigaroma
  • 2 cl frisch gepresster Zitronensaft – ich habe hier frisch gepressten Orangensaft genommen – daher die leicht organge Farbe
  • 2 Spritzer Absinth (ich habe hier die Sazerac Methode angewandt und die Cocktailschale mit dem Absinth kurz ausgespült – heißt einen Spritzer ins Glas möglichst alles benetzen und Rest wegschütten)

Hier gibt man die Zutaten in einen mit Eis gefüllten Shaker und ordentlich durchschütteln. Anschließend das Ganze in eine vorgekühlte Cocktailschale abseihen.

Bei beiden Cocktails sind in der Kombination mit dem Siggi ungemein rund und gut abgestimmt. Speziell beim Magic Tiger habe ich das mit einem anderen Gin, der stärker wacholderbetont war, ausprobiert und muss sagen, es passt nicht so gut. Viel Spaß beim Ausprobieren.

 

 

 

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Gin Gin Mule – der minzefressende Esel

Der GinGinMule - lecker

Der GinGinMule – lecker

Für mich ist der Sommer in vielen Fällen Gin Zeit und am liebsten mit erfrischenden  Gincocktails. Einer meiner absoluten Lieblinge ist dabei der Gin Gin Mule. Wenn man dann noch eine kleine Ecke im Garten hat, wo man Minze anpflanzen kann, steht einem extrem leckeren Cocktail fast nichts mehr im Wege. Ich dachte mir nach den vielen Klassikern, die ich hier vorgestellt habe, soll es mal wieder ein moderner Drink sein. Dieser wurde in New York von Audrey Saunders, der Besitzerin des New Yorker Pegu Clubs entwickelt. Wer der Name nichts sagt, obwohl das relativ wenige sein werden, wird ihr Lehrmeister der Cocktailmastermind Dale DeGroff bestimmt etwas sagen.

Die gute Audrey dachte sich, sie möchte einen erfrischenden werden und hat mit Minze, Limetten, Gin und Ingwerbier einen herrlichen  Drink entwickelt. Dieser ist eine Abwandlung des bekannteren Moscow Mule verzichtet aber auf den Wodka und ergänzt ihn statt dessen mit Gin. Und da zusätzlich noch Ingwerbier enthalten ist und sich Gin Ginger Mule komisch aussprechen lässt, entstand der Name Gin Gin Mule. Die Beigabe der Minze sorgt für eine tolle Frische, die vom Limettensaft noch unterstützt wird.

Im Originalrezept hat sie selbstgemachtes Gingerbier verwendet. Das steht auch noch auf meiner Todo und wird demnächst auch angegangen. Daher habe ich mit gekauften Gingerbeer von Thomas Henry dem Spicy Ginger gearbeitet. Hier wieder der Hinweis für alle die es nicht so scharf mögen, dass Zeug ist schon extrem scharf. Aber da auch nur ein kleinerer Teil reinkommt, müsste es noch gehen.

Die Zutaten, Gin, Minze, Limette, Zucker und Ingwerbier

Die Zutaten, Gin, Minze, Limette, Zucker und Ingwerbier

Hier die Zutaten:

  • 5 cl Gin ruhig ein wacholderbetonter Gin (ich habe den Duke genommen)
  • 2 cl frisch gepresster Limettensaft
  • 1 cl Zuckersirup – kann man natürlich auch einfach selbst herstellen
  • 4-6 Zweige Minze (ruhig mit Stil und Blättern)
  • 4-6 cl Spicy Ginger oder anderes Ingwerbier

Zuerst den Gin, Limettensaft und Zuckersirup in einen mit Eiswürfeln gefüllten Shaker geben. Dann die ganzen Minzzweige in den Shaker dazugeben und ordentlich shaken. In ein mit Eiswürfel gefüllten Tumbler abseihen und mit dem Ingwerbier auffüllen. Dann umrühren und mit einem Minzzweig garnieren. Fertig ist ein ausgesprochen süffiger Sommerdrink für einen schönen Abend zum Genießen.

Es gibt von diesen Cocktail noch eine Erweiterung. Für die richtigen Ingwerfans unter Euch ist diese Abwandlung besonders geeignet. Dann gebt Ihr anstatt normalen Zuckersirup – vorab mit Ingwer infusionierten Zuckersirup dazu. Dann heißt das Ganze Gin Gin Gin Mule. Viel Spaß beim Ausprobieren und einen relaxten Abend.

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Gin – das Einsteigerbuch

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Bücherrezensionen

Heute gibt es wieder eine Buchempfehlung. Das ich ein großer Ginfan bin, brauche ich hier wohl nicht mehr zu betonen. Daher bin ich immer auf der Suche nach schönen Ginbüchern. Wobei es im deutschsprachigen Raum eher schwierig ist, wirklich gute Bücher über Gin zu finden. Ich hatte ja schon eine kleine Rezension über das Buch GinTime geschrieben. Heute möchte ich über ein kleines, quasi taschenformatiges Buch schreiben. Es trägt den viel sagenden Namen „Gin – Geschichte, Herstellung, Marken“ und ist im Komet Verlag erschienen. Aus der gleichen Reihe gibt es auch ein Buch über Wodka und Rum.

Trinklabor_Gin-Buch

Buchtitel

Das Buch ist ein wunderbares Einsteigerbuch, da die wichtigsten Informationen kompakt enthalten sind. Außerdem ist es sehr handlich und ist mit 5 € ein wirklich günstiges Buch. Das ideale Mitbringsel oder Geschenk für Freunde, die sich näher mit dem Thema beschäftigen möchten. Es ist sehr ansprechend bebildert. Am Anfang wird auf den aktuell stattfindenden Ginhype eingegangen um dann einen kurzen geschichtlichen Abriss über den Gin zu geben. Anschließend wird die Ginherstellung kurz beschrieben und die wichtigsten Botanicals dargestellt. Anschließend wird versucht eine Einteilung der verschiedenen Ginsorten vorgenommen. Zwischendurch lockern Tabellen mit internationalen Spirituosenauszeichnungen und den jeweiligen Gewinnern der letzten Jahre den Text ein wenig auf. Auch das Thema Tonic wird kurz angerissen.

Den Hauptteil bilden die Beschreibungen der unterschiedlichen Ginsorten. Auf jeweils einer Doppelseite wird die Flasche abgebildet, die wichtigsten Bontanicals aufgeführt und ein wenig zur Destille und der Geschichte des Gins berichtet. Richtige Tastingnotes in Hinblick auf eine Beschreibung bezüglich Nase, Geschmack etc. vermisst man hier leider. Was aber auch der Kompaktheit und der Kürze des Buches geschuldet sein kann. Insgesamt sind ca. 60 verschiedene Gins aufgeführt. Diese konzentrieren sich natürlich größtenteils auf die Klassiker und die bekannten Namen, aber auch den einen oder anderen nicht so bekannten Gin. Und eine Vollständigkeit kann man bei dem dynamischen Markt und dem Umfang des Buches auch nicht erwarten.

Trinklabor_Gin-Buch-Innenseite

Beispielhafte Innenseite (Beschreibung/Bild)

Am Schluss werden noch 16 Cocktailrezepte mit Gin spendiert. Diese sind größtenteils natürlich die Klassiker. Auch sind die Beschreibungen zur Cocktailherstellung sehr kurz gefasst und jeweils ein Bild des fertigen Cocktails dargestellt. Für so ein kleines Buch enthält es schon recht viele Hintergründe. Man darf hier natürlich kein komplettes Kompendium erwarten. Die Vorteile liegen klar in der Kompaktheit und dem guten Überblick für den Ginanfänger. Und der Preis spricht natürlich auch für das Buch, speziell da Spirituosenbücher häufig eher im hochpreisigen Bereich liegen. Wenn er also für Euch oder für Freunde ein kleines Geschenk sucht, bietet sich das Buch wunderbar an. Zusammen mit einer leckeren Flasche Gin – ein tolles Geschenk. Das Buch könnt Ihr wie immer bei Eurem Buchhändler Eures Vertrauens oder im Internet bestellen.

Jens Dreisbach
Gin: Geschichte, Herstellung, Marken
208 Seiten
Kometverlag August 2014
ISBN: 978-3869415802

 

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Der Herzog mit dem Kanninchen – extrem leckerer Cocktail

Drinklabor_Duke&BunnyHeute geht es eigentlich um eine Marketingaktion, die aber extrem gelungen ist. Die beiden Jungs von The Duke Gin hatten in den 2010er Jahren nach weiteren Möglichkeiten zur Vermarktung ihres wirklich leckeren Gins gesucht. Dabei haben sie auch intensiv mit Bartendern zusammengearbeitet. Dabei entstand ein eigener Cocktail der von Dietmar Petri aus dem Reichenbach in München entwickelt wurde – der The Duke & The Bunny. Und ich muss sagen eine extrem leckere und geniale Kombination.

Hier die Zutaten mit einer kleinen Abwandlung von mir:

4 cl The Duke Gin

2 cl Little Blanc Vermouth (ich habe den Noilly Prat verwendet)

2cl Zuckersirup

2cl frisch gepresster Limettensaft

Möhrenstücke

Drinklabor_Duke&Bunny_Zutaten

Von der Herstellung ist der Cocktail recht einfach. Alles im Shaker auf Eis, wobei ich 4 Möhrenschnitze dazu gepackt habe. Alles ordentlich shaken und in vorgekühlte Martinikelche abseihen. Ich habe zur Verzierung quasi „Möhrenzeste“ verwendet, d. h. mit dem Sparschäler Streifen von der Möhre abschneiden und in den Cocktail drapieren.

Ein wahrlich leckerer Sommerabendcocktail, schon fast zu süffig. Absolute Weiterempfehlung meinerseits und spannend wie die Möhre wirklich durchkommt und vor allem dazu passt. Das schreit nach dem nächsten Gin&Tonic mit Möhre – Versuch. Viel Spass beim nachmachen und geniessen.

 

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Der Martinez – ein alter Cocktail ganz aktuell

Drinklabor_MartinezHeute möchte ich mich einen schon recht alten Klassiker widmen – dem Martinez. Dieser Cocktail wird auch als Urvater des heutigen Martinis angesehen, auch wenn er heute leider ein wenig aus der Mode gekommen zu sein scheint. Auf diesen Cocktail hat mich der Sembo von der neuen tollen Bonner Bar „The Old Jacob“ gebracht, als wir uns über geniale  Gincocktails unterhalten haben. Der Martinez war schon im Cocktailbuch-Klassiker von Jerry Thomas in „How to Mix Drinks“von 1887 aufgeführt. Wobei die genaue Herkunft mal wieder, wie bei vielen Cocktails nicht genau belegt ist. Und natürlich gibt es einige Anekdoten und Geschichten darüber, wie er entstanden ist. So soll dieser Jerry Thomas ihn auch den Namen gegeben haben, wobei in der Erstauflage seines Buches 1862 er nicht aufgeführt gewesen ist. Dieser Jerry Thomas war Bartender im Occidental Hotel. Die Bar war ein beliebter Platz zum Trinken und lag genau auf dem Weg von der Montgomery Street nach Martinez. Eines Tages hat er einen Cocktail für einen Gast entwickelt, der gerade auf dem Weg nach Martinez war, um von dort die Fähre zu nehmen. Und so soll er sich entschlossen haben, diesen Drink Martinez zu taufen. Ob es so stimmt, mag dahin gestellt sein, es hört sich aber gut an. Natürlich beansprucht auch die Stadt Martinez selbst, Ursprung diesen Cocktails zu sein. Es wird wie bei vielen Klassikern in den Nebeln der Cocktailgeschichte verschwinden. Das besondere an dem damaligen Rezept war, dass der Martinez noch sehr stark Wermut dominiert war. Hier mal die Zutaten des Originals von 1887:

  • 12 cl roten Wermut- eigentlich nach Original nur Carpano Antica Formula
  • 3 cl Old Tom Gin – damals war diese Gin Form – die heute wiederbelebt wird – quasi Standard
  • 1 Dash Angostura Bitter
  • 1 Barlöffel voll Marascino Likör

Im Originalrezept war von 1 Pony Old Tom Gin (entspricht ca. 3 cl) und einem Wineglas of Vermouth (ca. 12 cl) die Rede. Häufig wird dies aber in der Barszene als zu viel Wermut angesehen und man interpretiert es eher als 6 cl Wermut. Von der Vorgehensweise funktioniert der Martinez wie der Dry Martini auch, man rührt die Zutaten auf Eis in einem Rührglas und seiht das Ganze in vorgekühlte Martinikelche ab. Für mich ein sehr leckerer Cocktail – das hängt aber auch mit meiner Begeisterung für den Antica Formula zusammen – den ich auch gern mal pur trinke.

Wer das Getränk ein wenig ausgewogener aber für mich auch subtiler mag, versucht die Neuinterpretation durch Mr. Martini. Dieser ist ein von mir geschätzter Bar-Blogger und Cocktailenthusiast, der seit 2006 einen Blog und auch einen Podcast unter dem Titel „Behind the Bar Show“ herausgibt. Diese kann ich wirklich uneingeschränkt empfehlen, obwohl in der letzten Zeit nicht viel nachkam. Bei ihm ist das Verhältnis von Gin und Wermut, ähnlich wie beim Negroni angeglichen und er ergänzt den Cocktail noch mit Orangebitters. Auch er verwendet als Gin einen Old Tom Gin oder einen Genever. Beide sind ein wenig gesüsst und geben dem Drink eine gewisse Abrundung. Da ich gerade keinen Old Tom im Hause hatte, habe ich normalen Dry Gin verwendet und noch ein wenig Zuckersirup ergänzt.

Drinklabor_Martinez_Zutaten

Und damit Ihr es zu Hause nach machen könnt, hier mein Rezept in starker Anlehnung an Mr. Martini:

4 cl Gin – ich habe Bombay Saphire verwendet

4 cl Vermuth – natürlich Carpano Antica Formula

1 cl Zuckersirup

7 ml Luxardo Marascino Likör – hier beachten 7 ml also 0,7 cl – beim ersten Misch-Versuch habe ich leider den Cocktail ein wenig hingehimmelt mit 7 cl 🙂

2 Dashes Angostura Bitter

2 Dashes Orange Bitters – ich habe den von Bitter Truth verwendet

Auch hier wird alles zusammen, ordentlich auf Eis im Rührglas gerührt und auch hier in vorgekühlte Martini-Gläser abgeseiht. Dazu gibt man dann noch eine Zitronenzeste als Dekoration. Ich kann nur sagen, ein wirklich leckerer Klassiker, der in der Neuinterpretation eine wirklich leckere Alternative zum Negroni ist. Viel Spaß beim selber ausprobieren.

 

 

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Der Cocktail schlecht hin – der Mannhattan

Drinklabor_ManhattanDiesmal soll es um eine wahre Cocktaillegende gehen – den Manhattan. Neben dem Old Fashioned ist er wohl einer der ältesten Cocktails überhaupt. Es gibt riesige Abhandlungen über die Geschichte und seine Entstehung. Leider ist er heute nicht mehr ganz so verbreitet, auch wenn seine Beliebtheit in den letzten Jahren wieder zu genommen hat. Durch das Wiederaufleben der Classic Bar Kultur wird auch der Manhattan vermehrt geordert. Von der Grundrezeptur ist er sehr einfach aufgebaut – eigentlich nur drei Zutaten. Whiskey, roter Wermut und ein Spritzer Bitter. Aber allein durch Änderung von einer oder auch zwei Zutaten kann man schon viele neue Kreationen entwickeln. Außerdem spornt dieser Cocktail immer wieder Barkeeper als auch Hobby-Cocktailtrinker zu spannednen Kombinationen und Abwandlungen an.

Mein Tipp einen Manhattan nicht in der Studiecocktailbar um dei Ecke bestellen. Denn in einfacheren Cocktailbars findet man häufig recht lieblos zusammengestellte Manhattans. Dabei wird ein einfacher Bourbon wie Jim Beam oder ein Canadischer Whiskey wie der Canadian Club verwendet. Da der Whisky Hauptgeschmackgeber ist, macht ein schlechter Whiskey auch einen schlechten Manhattan. Daneben wird häufig auch ein günstiger roter Wermut wie z.B. ein Martini Rosso verwendet. Dieser ist dann meist zu süss und schon sagen alle – der Manhattan ist kein guter Cocktail. Häufig kommt noch dazu, dass viele den Manhattan zu lange kalt rühren und dadurch der Cocktail zu wässrig wird. Auch wird der Cocktail ab und zu in einem Tumbler mit viel Eis darin serviert. Auch hier besteht die Gefahr des verwässern, da ich meinen Manhattan ja nicht ex trinken möchte. Ich finde Martinegläser eine gute Lösung, da sich diese auch sehr gut runter kühlen lassen.

Bei der Entstehung muss man wie bei vielen Klassikern ziemlich im Trüben fischen. So gehen viele Quellen davon aus, dass der Manhattan mit den ersten Exporten von italienischen und französichen  Wermut in die Staaten um 1870 eng zusammenhängt. Denn damit konnten die Bartendern entsprechend experimentieren. Die Geschichte das Winston Churchills Mutter mit der Entstehung des Manhattan zu tun hatte, ist zwar eine schöne Geschichte, muss aber in die Welt der Cocktaillegenden geschoben werden. Um das Jahr 1884 muss es das Getränk schon gegeben haben, da er in diesem Jahr als Rezept in einem Barbuch auftauchte. Damals war der Anteil an Whiskey und Wermut noch gleich, wobei heute häufig der Whiskeyanteil 2:1 zum Wermut beträgt. Man geht davon aus das die ursprünglichen Cocktails mit Rye Whisky oder Bourbon gemixt wurden. Durch die Prohibition und die versiegenden Quellen von gelagerten Bourbon oder Rye griff man häufig auf den einfach zu beschaffenden Canadian Whisky zurück. Dies führte dazu, dass sich dieser auch heute bei der Standardrezeptur durchgesetzt hat. Aber wenn man auf die ursprünglichen Zutaten wie einen kräftigen Rye Whisky und einen komplexen italienischen Wermut zurück greift, kann ein wirklich spannender Drink entstehen.

So habe ich den relativ neuen Knobs Creek Rye eingesetzt. Dieser ist ein schön würziger Rye mit 50 % Alkohol, der aber gleichzeitig recht rund und nicht alkoholisch schmeckt. Und auch beim Wermut sollte man auf das Original oder zumindest auf ein komplexeres Produkt zugreifen. Ich setze dabei auf  den wahren König des Wermuts den Antica Formula von Carpano. Und auch beim Bitter kann man ein wenig experimentieren. Meist benutze ich den Angostura Bitter. Aber auch hier kann man mit verschiedenen Bittern z.B. die von The Bitter Truth dem Cocktail eine andere Note geben. Auch der Einsatz eines Orangenbitter bringt ein spannendes Ergebnis.

Drinklabor_Manhattan_Zutaten

Kommen wir nun zu den Zutaten und der Zubereitung:

4 cl Rye Whisky – hier Knob Creek Smal Batch Rye
2 cl Antica Formula Wermut
2 Dashes Angostura Bitter

Den Whisky und den Wermut in ein mit Eiswürfeln gefülltes Rührglas geben. Dann 2 Dashes Bitter dazu und das Ganze ordentlich rühren. Darauf achten, dass Ihr nicht zulange rührt und die Eiswürfel zu stark antauen. Ein wenig dürfen sie, da hier ja kein Filler zugesetzt wird und schon viel Alkohol im Cocktail steckt. Den Mix dann in vorab gekühlte Spitz-bzw. Martinikelche abseien. Manche geben noch einen Orangenszeste dazu. Ich finde es geht aber auch ohne. Und fertig ist ein wunderbarer Aperitif. Wobei ich festgestellt habe, das er häufig bei Männern besser ankommt als bei Frauen. Aber das ist natürlich auch wieder ein bekanntes Cocktailklischee. Viel Spaß beim Nachmachen und Cheers.

 

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Eingeordnet unter Bourbon Whiskey, Cocktails, Im Labor, Old Fashioned, Rye Whiskey, Wein, Weinhaltige Getränke, Whisky

Marc&Philipps – Cocktails in Flaschen

Drinklabor_Marc&Philipp_1Durch Maike vom Kölner Streetfoodfestival bin ich auf eine Veranstaltung aufmerksam gemacht worden, bei der es um die Vorstellung von Cocktail in Flaschen ging. Am Anfang war ich sehr skeptisch. Ich musste an Studiezeiten zurückdenken. Gordons&Tonic aus der Dose und dann auch noch warm getrunken. Ob ich da wohl richtig wäre? Aber dann habe ich die Mail genauer gelesen. Die Cocktails werden von Marc & Philipp Finest Bottled Drinks produziert. Und dann habe ich gelesen einer der Beiden leitet das „Metzger und Marie“ und der andere ist Barkeeper im Shepards in Köln. Da haben sich zwei ausgewiesene Experten mit dem Thema beschäftigt. Außerdem werden nur frische Zutaten benutzt. Entsprechend habe ich mich Dienstag Abends durch strömenden Regen nach Köln aufgemacht. Passenderweise fand die Präsentation im Metzger und Marie im Kölner Agnesviertel statt. Das Lokal bildete mit seiner gemütlichen Rustikalität den richtigen Rahmen für diese Veranstaltung. Insgesamt waren wir ca. 30 Personen die sehr gespannt auf die Kreationen des Duos waren. Die beiden Entwickler Marc und Philipp wurden durch furchtbare Dosencocktails und gelangweilte Hotelbarkeeper zu Ihrer Idee inspiriert. Sie dachten sich, man müsste doch auch fertige Cocktails in Lecker anbieten können. Und dann das ganze auch noch mit natürlichen und frischen Zutaten trinkfertig anbieten. Dafür entwickelten sie sogar ihre eigene Abfüllanlage, da bei professionellen Abfüllern zu viel Verlust und nicht die richtige Qualität gewährleistet wäre. Die Cocktails werden auch alle direkt hier vor Ort produziert.

Drinklabor_Marc&Philipp_2Die beiden Gründer der Cocktaillinie ergänzen sich optimal. Marc ist Koch und Eigentümer des Metzger und Marie und ist der Spezialist für frische und herwertige Zutaten. Philipp dagegen ist noch als Barkeeper im Shepards tätig und bringt den Spirituosen und Cocktailbackground mit. Beide ergänzen sich wunderbar und haben so eine recht stattliche Auswahl an Cocktails entwickelt. Sie sind schon seit längerer Zeit in der Experimentierphase und haben bisher schon acht gelungene Cocktailkreationen entwickelt. Von klassischen Standards wie Gin&Tonic und Cuba Libre bis hin zu komplexeren Mischungen wie dem Suffering Bastard oder dem Cream Berry. Wie mir Philipp veriet hat Marc in seinen Garten noch genügend Früchte und Gemüse um noch weitere Kreationen zu entwickeln. Damit man sich ein gutes Bild von dem Geschmack machen konnten, boten sie unterschiedliche Verköstigungsmöglichkeiten an. Angefangen vom direkten aus der Flasche drinken oder mit Strohhalm, über pur aus einem Weinglas bis hin mit ausreichend Eiswürfel im Glas. Damit wir auch mehrere probieren konnten, ohne gleich zu viel zu trinken, einigten wir uns, an unseren Tisch auf Flaschenteilung. Da die Flaschen mit 250 ml und die meisten Cocktail mit 11-12 % Alkohol daherkamen – eine gute Strategie.

Drinklabor_Marc&Philipp_3Wenn einer der beiden Gastgeber Koch ist und noch dazu in seinem Restaurant lies er es sich nicht nehmen, das Tasting mit einer tollen Auswahl an Fingerfood zu begleiten. Angefangen von selbstgebackenen Brot, über Spare Ribs, Hähnchenkeulen hin zu leckeren Shrimps auf warmen Linsensalat. Der Linsensalat war mit einer Art Chillimayonaise versehen und passte mit seiner Schärfe ausgezeichnet zum Dark & Stormy. Alle Sachen waren ausgesprochen lecker, so dass ich beschloss, hier auch mal zum Essen herzukommen. Aber kommen wir zum wichtigsten Teil des Abends den Cocktail-Flschen. Das Design und die Aufmachung fand ich gut gelungen und es strahlt auch eine gewisse Wertigkeit aus. Hier denkt man bekommt man was für sein Geld. Nun möchte ich meine Eindrücke zu den unterschiedlichen Sorten mitteilen. Zwei der Cocktails waren absolut sehr gut gelungen. Da war einerseits der Suffering Bastard – ein Klassiker aus den 40er Jahren mit Gin, Bourbon und dazu kam noch Orange, Limette und Ingwerbier – wirklich super umgesetzt. Man konnte sehr gut die frische Limette rausschmecken. Ein gelungener Sommerdrink, den man irgendwo im Park gemütlich genießen kann. Daneben auch sehr gelungen war der Moscow Mule. Hier wurde Schwedischer Wodka eingesetz. Was hier super kam, war die Gurke, die trotz des recht scharfen Ingwerbiers super durchkam. Ich hatte vor 2 Monaten einen Moscow Mule in einer Bar und muss sagen, der von Marc & Philipp war besser. Die Standards Cuba Libre, Dark & Stormy und Wodka Lemmon war durch die Reihe gut umgesetzt und ließen sich gut trinken. Speziell beim Cuba Libre kam der Rum sehr gut durch und wurde nicht, wie so häufig von der Cola überlagert. Der Gin Tonic war auch gut trinkbar, aber da bin ich ein wenig mäkelig – und das wäre dann nicht ein Cocktail den ich in der Flasche kaufen würde. Daneben gab es noch zwei weitere Sorten. Achtung Chauvigefahr – typische Frauencocktails. Aber das haben auch einige der anwesenden Frauen selbst zugegeben. Einerseits der Pim Up, der auf Pimps No. 1 basierte. Und der Cream Berry ein selbstentwickelter Cocktail der den zweite „Frauen-Cocktail“ bildetee. Der war definitiv nicht mein Fall. Eindeutig zu süss. Er bestand neben normalen Wodka noch aus Himbeerwodka, Cream Soda, Limettensaft, Mineralwasser, Zuckersirup und das besondere Waldbeerenpüre. Einerseits war er mir eindeutig zu süß, außerdem führte die Waldbeeren, mit ihrer Bitterkeit bei mir zu einer belegter Zunge. Aber es kann mir ja nicht alles schmecken. Abgesehen davon bin ich bei Himbeeren und Alkohol immer ein wenig vorsichtig. Oder habt Ihr schon mal einen genialen Himbeerbrand getrunken, der nicht wie aus dem Chemielabor schmeckte – ich nicht.

Drinklabor_Marc&Philipp_4Ich finde wirklich gelungene Cocktails, die Ihre Abnehmer finden werden. Sie basteln auch immer noch weiter an ihren Rezepten. So sollen langfristig auch die Filler, wie Tonic Water, Bitter Lemon oder Ginger Beer auch speziell für die Beiden hergestellt werden. Ich bin gespannt wie sie sich weiterentwickeln. Ich kann Euch auf jeden Fall empfehlen, die Cocktails von Marc & Philipp unbedingt zu probieren. Und speziell im Sommer kann ich mir einen solchen Flaschencocktail als super Alternative zum Bier oder Weißwein vorstellen. Sie werden natürlich keinen guten selbstgemixten Cocktail oder einen Cocktail von  einem guten Barkeeper ersetzen, aber für bestimmte Anlässe sind die Cocktailflaschen gut geeignet. Um mehr über die beiden zu erfahren oder zu schauen, wo man die Cocktails bekommen kann – schaut auf folgende Facebook-Seite von Marc & Philipp. Wenn Ihr Infos zum Lokal Metzger und Marie haben wollt – schaut hier unter Ihrer Website: MetzgerundMarie.de.

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