Schlagwort-Archive: bonn

Ein Craftbeer Tasting mit Fritz Wülfing in der Pinte

Drinklabor_Craftbeertasting1Was gibt es schöneres an einem verregneten Montag Abend als zu einem Craftbeer Seminar zu gehen. Die Veranstaltung fand in der Bonner Altstadt in der Pinte statt. Was natürlich super passte, da sie eine der wenigen Bonner Kneipen ist, in der man auch eine gute Auswahl an Craftbeer auf der Karte findet. Da ich auch sonst ab und zu hier bin, fand ich es natürlich toll, dass sie ein Tasting organisierten. Wer mehr zur Pinte wissen möchte, den empfehle ich den Bericht auf dem Blog We love Pubs zu lesen.

Als Präsentator für die Veranstaltung haben sie sich keinen Geringeren als den Craftbeer Pionier und Lokalmatador Fritz Wülfing von Ale Mania ausgesucht. Der noch dazu eine große Auswahl seiner eigenen Biere mitgebracht hatte. Die Pinte war an diesen Montagabend mit ca. 40 Personen bis auf den letzten Platz besetzt. Für eine Premiere ein guter Erfolg. Das Publikum war bunt gemischt von Studenten bis hin zu älteren Paaren war alles vertreten. Wobei natürlich beim Thema Bier die Männer in der Überzahl waren. Zu Beginn stellte sich Fritz kurz vor, da ihn doch noch nicht alle kannten. Ich war sehr gespannt, da Fritz ja quasi einer der Gründungsväter der Craftbeerbewegung in Deutschland ist und daher bestimmt einiges erzählen konnte. Nach einer kurzen Vorstellung gab es auch schon das erste Bier für uns.

Der Starter - das Bonner WießBegonnen hat das Tasting, wie es sich für Rheinland gehört, mit einem Kölsch. Was natürlich so nicht stimmt, wie wir auch gelernt haben, sondern mit einem Wieß – genauer gesagt einer Bonner Wieß. Diese hat Fritz in Anlehnung an die alte Tradition im Rheinland gebraut. Das Kölsch als solches ist nämlich ein sehr junge Bierstil und ist erst mit der Kölschkonvention in den 80er Jahren offiziell entstanden. Die Wieß ist im Gegensatz zum Kölsch nämlich trüb – daher auch der Name Wieß von weiß. Auch erzählte uns Fritz ein wenig zur Geschichte des Kölsch. So ist es damals quasi aus der Not geboren. So wurde in den 30er und 40er Jahren fast nur Pils und Lager in Köln getrunken. Durch die komplette Zerstörung der ganzen Brauereien, hat man sich auf die alte Form des Wieß- bzw. Kölschbrauen besonnen, wo man z.B. keine Kühlung etc. brauchte. Die Bonner Wieß wird mit 10 % Weizenmalz und mit den Hopfen Saphire und Perle eingebraut. Man kann auch im Gegensatz zu den meisten Kölsch den Hopfen auch schmecken.

Beim zweiten Bier sind wir bei den historischen Bierstilen geblieben. Fritz erklärte, dass besonders die Craftbeerbewegung versucht, alte Biersorten wieder aufleben zu lassen und diese neu zu interpretieren. Daher wählte er als nächstes eine Gose ebenfalls von Ale Mania aus. Hier musste er natürlich auch auf das sogenannte „Reinheitsgebot“ oder nennen wir es beim Namen auf das vorläufige Biergesetz von 1993 eingehen. Da die Gose mit seinen Zutaten Milchsäure, Koriander und Salz natürlich offiziell dagegen verstößt. Auf der anderen Seite aber Zucker, Chemikalien zum klären etc. erlaubt sind. Aber die Diskussion würde hier zu weit führen. Ich persönlich mag die Gose, speziell im Sommer, sehr gern. Bei dieser Abfüllung wies Fritz schon darauf hin, dass sie ganz frisch abgefüllt worden ist und ihr noch ein wenig die Reifung und Kohlensäure fehlt. Aber auch so fanden die meisten sehr erfrischend.

Fritz in Aktion

Fritz in Aktion

Da Fritz besonders durch seine USA-Reisen Anfang der 2000er und den Kontakt mit der dortigen Craftbeerbewegung besonders inspiriert worden ist, durfte natürlich einer der Klassiker nicht fehlen. So kam als drittes Bier das Sierra Nevada Pale Ale ins Glas. Obwohl Ken Grossman, der Gründer von Sierra Nevada, 1978 mit einem Stout begonnen hat, war vor allem das Pale Ale der Grundstein für die fantastische Entwicklung von Sierra Nevada. Und obwohl sie heute quasi der größte Craftbeerbrauer der USA sind und Ken Grossman vielfacher Millionär ist, will er am liebsten selbst am Braukessel mitmischen. So soll das Pale Ale von Sierra Nevada das Einzige der Standardrange sein, dass noch mit Flaschengärung arbeitet. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, ein wenig zur Geschichte und Entstehung der Craftbeerbewegung mitzuteilen. So war es vor allem die Gesetzesänderung von Präsident Jimmy Carter Ende der 70er zu verdanken, dass Heimbrauen sich durch seine Legalisierung stark verbreitete. So geht man davon aus, das heutzutage quasi jeder 3. Amerikaner schon einmal zu Hause Bier gebraut hat. Natürlich wies Fritz Wülfing auch auf die Bedeutung der Bierkultur und das eher schlechte Bierangebot hin. Dies hatte natürlich auch einen Einfluss auf die Entwicklung zum Craftbeerland. So gibt es aktuell in den USA über 4.200 Brauereien deren Zahl fast täglich zunimmt.

Der Tastingraum noch ohne Taster

Der Tastingraum noch ohne Taster

Was lag näher, als nächstes Bier ein IPA zu nehmen. Da dieses heutzutage häufig synonym mit Craftbeer benutzt wird. Um die Bandbreite darzustellen, starteten wir mit einem leichteren IPA, dem Session IPA von Ale Mania. Dieses hat die gleiche Menge an Hopfen wie die große Schwester das IPA Mania, ist aber leichter eingebraut und hat daher auch nur 4,2 % Alkohol. Ich war positiv überrascht, da man den geringeren Alkoholanteil nicht wirklich vermisst hat. Hier klärte uns Fritz auch über die Legende mit der Entstehung des IPA – des India Pale Ale auf. Es hört sich zwar gut an, wenn man eine tolle Geschichte mit Kolonien und zu stark eingebrauten Bier zur Haltbarkeitsmachung erzählt, aber im Endeffekt war es doch wieder nur eine Marketingentscheidung. Indien und Exotik verkauft sich auch beim Bier gut. Da wir schon beim IPA waren, kam als nächstes – das neue Dry PA. Da mittlerweile fast jeder kleine Heimbrauer ein IPA braut, versucht die Szene das klassische IPA weiterzuentwickeln. Eines dieser Biere ist das DryPA. Im Gegensatz zum klassischen IPA mit einer starken Malzbetonung, kommt dieses schlanker daher. Da der Malzkörper häufig zur Einbettung des Hopfens verwendet wird, steht hier dem Hopfen relativ wenig entgegen und er kann sich noch stärker entfalten. Auch kommen meines Empfindens hier auch die Pinien- und Nadelhölzeraromen stärker zum tragen. Und wie der Name schon sagt, es wirkt auch recht trocken. Der Trick bei diesem Bier ist auch die Zugabe von Zucker und eine andere Form des Maischens. Eine wirklich spannende Form des IPA.

Da das Tasting eher wie eine Fragestunde angelegt war, sprangen wir bei den Themen teilweise wild umher. Auf der anderen Seite konnte man so einem Experten mal direkt zu allen Punkten befragen, die einem zur Bierherstellung und Craftbeeren so interessieren. So kamen wir nach diesem Bier auf das Thema Belgien zu sprechen. Auch hier bestätigte Fritz die unterschiedlichen Entwicklungen von Ländern mit einer großen Biertradition und eher geringerer Historie. So ist der Anteil an neuen „Craftbeer Brauereien“ in Belgien auf Grund ihrer langen Tradition noch sehr gering ausgeprägt. Wenn man dagegen Holland anschaut, haben sich in den vergangenen 4 bis 6 Jahren eine Vielzahl von neuen Brauereien entwickelt. Auch spannend fand ich die Information, dass die größte Brauereidichte in Bezug auf die Einwohnerzahl in der Schweiz vorliegt. Wer hätte das gedacht.

Das Ale Mania Imperial Red

Das Ale Mania Imperial Red

Und weiter ging es bei unserer Reise durch die Craftbeer- oder Ale Mania Welt. Nun kamen wir zum Imperial Red. Das stärkste Bier des Abends mit 9,5 % Alkohol. Dieses wird, wie man sich denken kann, mit einer größeren Menge an Malz eingebraut. Aber auch 30 % mehr Hopfen als beim IPA wird hier eingesetzt. Von der Nase hat es einen ein wenig an Barley Wine erinnert. Im Mund war es wunderbar voll, aber weniger schwer als vermutet. Hier kam das Gespräch auch noch auf die Dosenabfüllung zu sprechen. Dieses Red Ale war zwar aus der Not heraus in Dosen abgefüllt worden, aber nicht nur Fritz ist ein großer Verfechter der Dose. Die Dose schützt das Bier und speziell das Hopfenaroma einfach viel besser als eine Flasche. In der Zwischenzeit nahmen auch die privaten Gespräche zu und die Geräuschkulisse stieg nach oben. Man merkte, dass wir schon beim 7 Bier waren. Einige habe auch das großzügige Angebot der Pinte-Leute genutzt und zwischendurch auch noch das ein oder andere weitere Bier getrunken. Außerdem waren auch schon wieder 2 h Tasting rum. Und die Leute waren so interessiert, das wir quasi ohne richtige Pause ausgekommen sind. Jetzt fehlte nur noch ein Highlight des heutigen Abends. Fritz hatte ein Fass seines IPA Mania  mitgebracht, so dass wir sogar ein kleines Taptakeover miterleben durften. Und zum ersten Mal gab es in einer Bonner Kneipe ein IPA vom Fass. Und was für ein leckeres. Ich mag es aus der Flasche schon recht gern, finde es aber frisch gezapft noch mal leckerer. Fritz darauf angesprochen, meinte es sei aber vor allem psychologisch bedingt. Zumindest gibt es keine großen physikalisch messbaren Gründe für den unterschiedlichen Geschmack. Es war auf jeden Fall ein gelungener Abschluss eines tollen Abends. Fritz leitete uns charmant und locker durch den Abend. Das verkostete Bier war für mich überaus gelungen und auch der überwiegende Tenor sprach von einem phantastischen Abend. Einziger kleiner Kritikpunkt  war für mich die Anzahl der Personen. Es war doch schon sehr kuschelig in der Pinte. Ansonsten kann ich sowohl dem Referenten, als auch dem Team von der Pinte nur danken und für eine gelungene Premiere gratulieren. Es soll auch nicht das letzte Tasting gewesen sein. Es sind noch weitere Veranstaltungen geplant. So findet das nächste Tasting mit Fritz Wülfing für den 21.11.2016 geplant. Wer Interesse hat, kann Karten direkt in der Pinte bestellen. Zum Abschluss für Interessenten noch die Websites für weitere Informationen.

Weitere Informationen zu Ale Mania findet Ihr hier: www.ale-mania.de

Wer sich über die Pinte informieren will, schaut am besten hier: Pinte Bonn

 

Advertisements

3 Kommentare

Eingeordnet unter Ale, Bar und Pubbewertungen, Bitter, Craftbier, Drinklabor on Tour, Getränke, IPA, Pale Ale, Porter, Schwarzbier, Seminare, Spezial, Stout, Tastings

Siegfried Gin – der Cocktailzauberer

Der Siegfried Gin

Der Siegfried Gin

Vor einigen Wochen war ich auf einem Streetdrinkfestival. Ich hatte mir zwar mehr versprochen, aber ein Highlight war der Stand eines meiner Lieblingsgins dem guten Bonner Siegfried Gin – auch liebevoll Siggi genannt. Dabei bin ich auch in den Besitz eines Flyers gekommen, der neben Tastingnotes auch speziell für diesen Gin entwickelte oder angepasste Cocktails enthielt. Davon habe ich zwei zu Hause ausprobiert und war wirklich begeistert.

Die Zutaten für den Magic Tiger

Die Zutaten für den Magic Tiger

Als erstes soll es um meinen derzeitigen Lieblingsdrink gehen – den Magic Tiger. Absolut erfrischend und die Herzallerliebste dachte doch tatsächlich es wäre ein Alkoholfreier Cocktail, weil er so rund und der Siegfried sich gut in den Cocktail einpasst. Wichtig ist dass Ihr den Drink sehr kräftig rührt, da sich sonst das hier eingesetzte Süßungsmittel der Agavendicksaft nicht richtig auflöst.

Der Magic Tiger - extrem lecker

Der Magic Tiger – extrem lecker

Zutaten für den Magic Tiger sind:

  • 4,5 cl Siegfried Gin (ich habe 5 cl genommen, da leichter abmessbar)
  • 1,5 cl Zitronensaft frisch gepresst
  • 2,5 cl Grapefruitsaft frisch gepresst – am besten eine nicht ganz so saure nehmen – z.B. Pink Grapefruit
  • 4 cl Earl Grey Tee (ich habe Lady Grey genommen, da weniger bitter) – hier vorher kochen und dann abkühlen lassen
  • 2 cl Agavendicksaft (hört sich viel an – braucht Ihr aber)

Das Ganze baut Ihr in einem Longdrinkglas auf viel Eis und könnt es mit einer Grapefruitzeste garnieren. Sehr köstlich und schön erfrischend. Ich habe den Cocktail auch mit dem Tanqueray probiert – das passte nicht, da kam mir der Gin zu sehr durch. Also ein wirklich gelungener Cocktail der mit dem Siggi gemacht werden sollte.

Der zweite Cocktail den ich ausprobiert habe, ist der King´s Winter. Hier musste ich ein wenig improvisieren, daher war er vielleicht auch nicht ganz so gelungen. Ist auch auf Grund der wenigeren Zutaten auch viel stärker Ginbezogen.

Der abgewandelte King's Winter

Der abgewandelte King’s Winter

Zutaten für den King´s Winter sind:

  • 5 cl Siegfried Gin
  • 1,5 cl Honigsirup (hier habe ich auf normalen Zuckersirup zurückgegriffen, damit fehlte mir natürlich auch
    das Honigaroma
  • 2 cl frisch gepresster Zitronensaft – ich habe hier frisch gepressten Orangensaft genommen – daher die leicht organge Farbe
  • 2 Spritzer Absinth (ich habe hier die Sazerac Methode angewandt und die Cocktailschale mit dem Absinth kurz ausgespült – heißt einen Spritzer ins Glas möglichst alles benetzen und Rest wegschütten)

Hier gibt man die Zutaten in einen mit Eis gefüllten Shaker und ordentlich durchschütteln. Anschließend das Ganze in eine vorgekühlte Cocktailschale abseihen.

Bei beiden Cocktails sind in der Kombination mit dem Siggi ungemein rund und gut abgestimmt. Speziell beim Magic Tiger habe ich das mit einem anderen Gin, der stärker wacholderbetont war, ausprobiert und muss sagen, es passt nicht so gut. Viel Spaß beim Ausprobieren.

 

 

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Cocktails, Gin, Im Labor, Sours, Spirituosen

Edle Tropfen vom Bonner Münster

Drinklabor_BonnerMünster1Da wohne ich nun schon seit 14 Jahren in Bonn und kenne ein paar der schönsten Ecken Bonns nicht richtig. Natürlich war ich schon mehrmals im Münster und auch wusste ich das es einen Kreuzgang gibt. Dass es sich bei diesem um ein solch wunderbares Kleinod handelt, war mir nicht bewusst. Dies und vieles mehr durfte ich bei einer Bloggereinladung des Bonner Münsters erleben. Dies war wirklich ein Abend voller Erkenntnisse. So lernte ich dass das Bonner Münster sogar seinen eigenen Wein herausgibt, der noch dazu sehr lecker ist. Damit der Bonner Münster auch in den digitalen Medien mit seinen Angeboten bekannter wird, werden in letzter Zeit vermehrt Veranstaltungen für diese Zielgruppe angeboten. So wurde auch schon ein Instawalk zu ungewöhnlichen Orten des Münsters speziell für Bonner Instagrammer durchgeführt. Da es diesmal um den Wein und die Getränke des Münsters gehen sollte, wurden 6 Bonner Blogger, zu denen auch ich zählte, zu einer Weinverköstigung in den Kapitelsaal des Bonner Münsters eingeladen.

Nettes Beisammensein und viele Hintergründe

Nettes Beisammensein und viele Hintergründe

Wir wurden von den Herren Sebastian Eckert, Reinhard Sentis und Matthias Föllmer sehr nett gleich mit einem „Münstergold“ begrüßt. Dieser aus Blanc de Noir Trauben gekälterte Sekt war  ein wunderbarer Aperitif. Nach einer kurzen Begrüßung erzählte uns Reinhard Sentis erst mal die Hintergründe zum Münster Wein. Zum Kapitell des Bonner Münster gehörten früher eine Vielzahl von Weinbergen sowohl an Ahr, Mosel als auch am Rhein. Leider sind diese Ländereien im Rahmen der Säkularisation zu Napoleons Zeiten  verloren gegangen. Doch diese Tradition hat man in den 2000er Jahren wieder aufgegriffen und zusammen mit der Firma Brogsitter spezielle Weine für das Bonner Münster abgefüllt. Und diese sind auch für alle Bonner und Gäste im Bonner Münsterladen käuflich zu erwerben.

Weinpräsentation

Weinpräsentation

Nach diesem leckeren und interessanten Start wurden wir durch den Kreuzgang und die Räumlichkeiten des Münster Carre’s geführt. Allein der Kreuzgang ist eine Augenweide. So ein wunderbar ruhiger und kontemplativer Raum und dass mitten im Trubel der Innenstadt – einfach wunderbar. Man kann den Kreuzgang tagsüber auch besuchen. Es gibt sowohl einen Zugang über das Münster, als auch über den Münsterladen. So erfuhren wir auch, dass der große Architekt Schinkel in gewisser Weise an der Rettung und Erhaltung des Kreuzganges beteiligt war. Er hatte bei den Diskussionen um den Standort der Beethovenstatue vorgeschlagen, diese in die Mitte des Kreuzgangs zu stellen. Was wie wir alle wissen, nicht geschah. Dafür hat er damit auf den schlechten Zustand des Kreuzgangs hingewiesen und somit zur Unterstützung der Finanzierung des Erhalts bzw. der Renovierung mit beigetragen.

Der Kreuzgang des Bonner Münsters

Der Kreuzgang des Bonner Münsters

Danach haben wir uns noch ein paar der Seminarräume des Münster Carres angeschaut. Insgesamt finde ich eine wirklich gelungene Kombination aus alt und modern und sehr geschmackvoll eingerichtet. Was ich auch nicht wusste, dass man alle Räumlichkeiten, sowie auch den Kreuzgang als Externer für Veranstaltungen anmieten kann. Dann ging es zurück zum Kapitelsaal. In diesem Raum hielten früher die Kapitelherren ihre Versammlungen ab. Über diesem befand sich in früherer Zeit eine Krankenstation. Reinhard Sentis wies uns auf einen noch existierenden Guckschlitz in der Decke hin. Durch diesen konnten auch kranke Personen den Versammlungen beiwohnen. Während uns Matthias Föllmer etwas zum Konzept des Münster Carre‘ erzählte, gab es einen leckeren Imbiss und wir durften den Weißwein probieren. Dies war ein Grauburgunder aus Rheinhessen mit dem schönen Namen „Schöpfung“. Auf dem Etikett ist eine Abbildung aus dem Schöpfungsmythos zu sehen ist, der sich in den Apsisfenstern des Bonner Münsters befindet. Für einen Grauburgunder hat eine ziemliche Wucht und eine ausgeprägte Pfirsich-Fruchtnote. Ein sehr gelungener Grauburgunder der ausgesprochen süffig, den idealen Sommerwein darstellt.

Die Schöpfung

Die Schöpfung

Im Anschluss daran wechselten wir zum Rotwein. Hier war beim Namen und beim Etikett ein Bezug zum Kreuzgang hergestellt. Der Name „Kapitelchen“ und auch das abgebildete Kapitel ist im Kreuzgang zu finden. Wir sollten die abgebildete Verzierung dann in Natura im Kreuzgang finden. Dies war gar nicht so einfach, da jedes der insgesamt 39 Kapitele im Kreuzgang anders verziert ist und keins dem anderen gleicht. Aber nach einigen Suchen und mit Hilfe des Etiketts konnten wir es entdecken. Beim Rotwein hatte man sich für die Frühburgundertraube entschieden. Und was liegt bei der geschichtlichen Verbindung näher, als die Trauben für diesen Wein von der Ahr zu beziehen. Bei jedem neuen Jahrgang ziert dann ein anderes Kapitell das Etikett dieses Weines.

Namensgeber des Weines

Namensgeber des Weines

Zum Abschluss durften wir noch ein weiteres Produkt des Bonner Münsters probieren. Den „Stiftskräuter“ ist ein außergewöhnlicher  Kräuterlikör aus der Eifler Brennerei Schütz aus Lantershofen. Der Name steht natürlich für Qualität. Die Bonner und Ginliebhaber müssten bei diesen Namen jedenfalls aufhorchen. Diese Brennerei ist auch für den von mir  geschätzten Siggi Gin verantwortlich. Trotz des großen Namens war ich am Anfang ein wenig skeptisch. Dies hängt aber mit meiner allgemeinen Abneigung gegen Kräuterliköre bzw. Kräuterschnäpsen zusammen. Aber auch hier zeigt sich, man bringe gute Qualität und Handwerkskunst zusammen und erhält ein leckeres Produkt.

Der extrem leckere Stiftskräuter

Der extrem leckere Stiftskräuter

Der „Stiftskräuter“ wird aus 36 Kräutern gebrannt und hat für mich schon etwas weihnachtliches. Ich fand ein schönes Aroma von Anis und Lebkuchen. Im Mund spürt man eine wunderbare Süsse ohne das sie überlagern wirkt. Bei solchen Likören kann sogar ich noch zum Kräuterfan werden. Und nicht nur der gute Name des Herstellers sondern auch der geschichtliche Zusammenhang passt hier wunderbar. So erfuhren wir, dass die Gebäude der Brennerei Schütz in früher Zeit als Zehnthof zum Bonner Münsterkapitel gehörten.

Ich muss zusammenfassend sagen, wirklich alle verkosteten Getränke waren für mich extrem lecker und hatten eine sehr gute Qualität. Die Darbietung der Getränke und die Erzählungen drum herum waren nicht nur sehr lehrreich, sondern auch unterhaltsam. Ich möchte mich noch mal ganz herzlich beim Bonner Münster und den drei Herren für den gelungenen Abend bedanken. Man kann alle verkosteten Getränke im Münsterladen käuflich erwerben. Hintergrundinformationen zum Bonner Münsterladen findet Ihr unter www.muensterladen.de. Wie häufig ist man auf der Suche nach einer Kleinigkeit oder einem Mitbringsel aus Bonn und vielen fällt dann immer nur Haribo ein. Hier kann man leckere Dinge mit einem direktem Bezug zu Bonn kaufen. Den Eingang zum Bonner Münsterladen findet man in der Gerhard-von-Aare Str. 1 und das Geschäft hat montags bis freitags von 10.00 – 19.00 Uhr und am Samstag von 10.00 – 16.00 Uhr geöffnet.

Die Getränkekollektion des Bonner Münsters

Die Getränkekollektion des Bonner Münsters

Wo kommt das Logo her?

Wo kommt das Logo her?

Der Kreuzgang am Abend

Abendimpression im Inneren des Kreuzgangs

Abendimpression im Inneren des Kreuzgangs

2 Kommentare

Eingeordnet unter Besichtigungen, Drinklabor on Tour, Getränke, Rotwein, Weißwein, Wein

Das Limao – ein kleines Stückchen Brasilien in Bonn

Drinklabor_Limao1Auf der Suche nach einer ordentlichen Bar in Bonn hat es mich diesmal nach Godesberg verschlagen. Obwohl früher klassischer Diplomatenstadteil erwartet man hier nicht unbedingt eine Cocktailbar. Aber das Limao eine brasilianische Bar mit  Restaurant gibt es schon seit Mitte der 90er und ist mittlerweile eine Institution. Ich war auch in meiner Bonner Anfangszeit hier, aber es war mir nicht weiterhin in Erinnerung geblieben. Daher wurde es mal wieder Zeit auch hier vorbei zu schauen. Die Lage ist nicht gerade optimal, aber das Konzept ist gut umgesetzt. Hier ist eine gute Aufteilung zwischen Restaurant und Bar gelungen. Alles ist in grün-gelblicher Farbgebung gehalten  und wirkt nicht altbacken. Die Theke ist recht groß und eindrucksvoll und auch die rustikalen Hocker mit Fellbezug, sowie die Lounge Ecke mit Sofa und Sessel machen einen netten Eindruck.

image

Das Essensangebot hört sich für mich sehr brasilianisch an und man kann sogar das brasilianische Nationalgericht das  Feijoada completa – eine Art Eintopf mit schwarzen Bohnen und viel Fleisch bestellen. Ich hatte Lust auf ein Fischgericht und auch hier gibt es eine schöne Auswahl. Ich bestellte eine Moqueca de Peixe, dies ist ein Fischgericht u.a. mit Seehecht, Garnelen  und Kokossauce. Sehr gelungen eine gute Mischung aus Schärfe und Süsse und nicht zu sahnig. Allein schon des Essens wegen, lohnt sich der Weg nach Godesberg.

Für mich aber ist das Cocktailangebot das wahre Highlight. Natürlich stehen erstmals die brasilianischen und südamerikanischen Getränke, wie Caipirinia, Rum- oder Tequillacocktails im Vordergrund. Aber es wird auch ein sehr gutes Angebot an Klassikern geboten. Die Karte ist sehr übersichtlich nach den unterschiedlichen Basisspirituosen aufgeteilt. Dabei gibt es je Spirituose zwischen 3 oder 12 unterschiedliche Cocktails. Dazu werden auch noch Colada- Caipi- und Sourcocktails. Ich habe mit einem Gin Gin Mule gestartet, der ganz stilecht im Kupferbecher serviert wurde. Schwerpunktmäßig wird der Beafeater Gin verwendet. Der Gin Gin Mule bietete ein sehr gutes Verhältnis von Gin und Ingwerbier. Dieses war diesmal auch nicht von Thomas Henry. Dies war an der fehlenden Schärfe gut erkennbar. Ein wirklich schön spritziger Sommerdrink. Wir hatten das Glück, dass wir vor 19.00 Uhr da gewesen sind. Bis 19.00 Uhr bekommt man in der Woche in den Genuss einer Happy Hour und bezahlt für alle Cocktails sehr faire 5,50 €. Die Normalpreise belaufen sie sich hier auf 7 € bis 9 € je nach Cocktail. Was ich ein gutes Preis-Leistungsverhältnis für den Laden und die angebotenen Cocktails empfinde.

Drinklabor_Limao_3
Als zweiter Cocktail durfte der Bartender mir einen meiner Klassiker kredenzen. Der Negroni war gut gemacht, wurde aber meiner Meinung mit einem Martini Wermut gemixt. Ich finde erst der Antica Formula gibt dem Negroni  erst den richtigen Dreh. Aber er war ansprechend gemacht und gut trinkbar. Das fand ich an der Karte gut, dass zwar nicht immer, aber recht häufig, die jeweilige Spirituosensorte und -marke angegeben ist. Dies ist für mich immer ein erstes Qualitätskriterium einer Cocktailbar. Nach einem leckeren Espresso als Nachtisch, wollten wir uns noch einen letzten Cocktail als Absacker gönnen. Dafür wählte ich mir einen Cocktail, den ich bisher noch nicht getrunken habe – den Sazerac. Mir fehlt dafür immer der Absinth zu Hause. Der Absinth wird je nach Rezept nur zum Ausspülen des Glases oder als kleiner Bestandteil hinzugefügt. Hier war es eindeutig ein größerer Schluck. Da der Anisgeschmack doch recht stark durchkam. Dies war aber nicht uninteressant und passte meiner Meinung nach gut zu dem verwendeten Bourbon. Sehr gut fand ich auch, das der Cocktail in einem Tumbler, mit einem übergroßen Eisquader daherkam. Damit war auch das Verwässerungsproblem, zumindest kurzfristig beseitigt. Zusammenfassend kann ich das Limao wirklich weiterempfehlen, sowohl zum guten Essen, aber auch um einfach einen leckeren Cocktail zu geniessen.

Infos zum Limao wie Öffnungszeiten, Anfahrt und Reservierungsmöglichkeiten findet Ihr hier. 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bar und Pubbewertungen, Drinklabor on Tour

In eigener Sache – mein Blog bei bundesstadt.com

Danke an Bundesstadt.com die mit Ihrer Aktion Blogger stellen sich vor, auch mir die Gelegenheit geboten haben, mich einem größeren Kreis vorzustellen.

Hier findet Ihr den Beitrag:

http://bundesstadt.com/bonn/bonner-blogger-leander-leo-kuchenbuch/

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Alles andere

Mein erstes mal – beim Barcamp

Drinklabor_BCbn16_1Heute möchte ich über ein untypisches Thema schreiben. Obwohl am Ende kommen auch Getränke vor. Am letzen Wochenede habe ich mein erstes Barcamp besucht und will hier ein wenig von meinen Erfahrungen berichten. Manche von Euch werden sich jetzt fragen, Barcamp – was ist denn das? So ging es mir anfangs auch. Barcamps werden häufig als Unkonferenzen bezeichnet, weil es sich um eine offene Tagung mit offenen Workshops handelt. Man weiß also vorher nicht, was einen erwartet. Die ersten Veranstaltungen dieses Typs wurden im Silicon Valley so ab 2006 durchgeführt und sind natürlich stark in der Techiszene verbreitet. Daher hatte ich, als ich eine Ankündigung für das 2. Bonner Barcamp gelesen habe, erstmal abgewunken. Das ist ja eher was für Technicnerds und es geht um Programmierszessions u.ä. Dann habe ich aber auch von anderen Bloggern wie Foodbloggern und nicht ganz so Technikaffinen Personen erfahren, dass es wirklich Spaß macht und man es auch als technischer Laie unbeschadet übersteht.

Drinklabor_Bcbn16_4

Wenn so etwas in Bonn stattfindet, muss man es doch zumindest ausprobieren. So hatte ich mich für den 27.02. angemeldet. Die ganze Veranstaltung fand im Zentrum für internationale Wissenschaft der Uni Bonn statt. Es war also auch ein toller Rahmen gegeben, der eine nette Atmosphäre und genügend Räume für Workshops und Gespräche gewährleistet hat. Insgesamt 200 Personen haben an der Veranstaltung teilgenommen. Darunter auch ca. 30-40 % weibliche Teilnehmer und beim Durchschnittsalter habe ich auch keine Quotenposition eingenommen. Insgesamt war das Teilnehmerfeld schon eine gute Mischung aus ganz unterschiedlichen Bereichen. Natürlich viele Personen aus IT- und Online-Bezogenen Berufen und Bereichen, aber auch aus der Verwaltung, dem Kultur- und dem Sozialbereich. Und es waren auch viele Blogger wie ich dabei, die das Ganze nur rein Hobbymäßig betreiben und Spaß daran haben. Das angenehme und spannende bei Barcamps ist, dass man vorab nicht weiß, was einen genau erwartet und man sich spontan für Session entscheiden kann oder auch selbst eine anbieten. Was mich gewnundert hat, dass wir schon um 9.30 Uhr begonnen haben und schon eine große Anzahl der Teilnehmer anwesend waren. Die Organisatoren hatten an alles gedacht. Wir bekamen gleich am Eingang eine Frühstückstüte. Diese enthielt ein Brötchen, einen Kakao und den Zugang zum Wlan. Vor dem Veranstaltungsort war der Kaffeeroller von Frau Holle, der uns den ganzen Tag kostenlos mit exzellenten Kaffee versorgte. Nochmal ein rechtherzlichen Dank dafür.

Kaffeeroller Frau Holle Dann ging es schon mit einer kurzen Begrüßung los und mit der Danksagung an die Sponsoren. Diese sind ja extrem wichtig, dass man eine solche Veranstaltung mit moderaten Eintrittspreisen durchführen kann. Wir bezahlten für den kompletten Tag inkl. Essen und Trinken nur 25 €. Im Vorverkauf sogar noch 5 € günstiger. Dann ging es schon in die Vorstellungsrunde. Jeder Teilnehmer sollte sich kurz mit Namen und drei Hashtags beschreiben. Dies verlief trotz der großen Teilnehmeranzahl sehr zügig und extrem unterhaltsam. Danach kamen wir zum wichtigsten Teil – der Sessionplanung. Jeder der ein Thema vorstellen oder diskutieren wollte, konnte nach vorn gehen. Bei uns war gefühlt fast das halbe Auditorium auf einmal vorn. Die Sessionanbieter stellten dann ihr Thema/Idee/Workshop/Vortrag in 2 Sätzen vor. Dann wurde die Interessenlage abgefragt um zu prüfen, wieviel Platz man für die einzelnen Workshops brauchte. Insgesamt standen 6 Räume zur Verfügung. Und die waren von 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr fast durchgängig in Belegung. Insgesamt waren es über 35 Workshop auf einen Tag verteilt. Die Themen waren fast alle so interessant, dass ich bei der Vorstellung mich fast bei jeder Session bzgl. Interesse gemeldet habe. Aber die zeitliche Begrenzung und die teilweise Gleichzeitigkeit der Sessions haben mir bei der Entscheidung geholfen. Drinklabor_Bcbn16_2

Um 11.00 Uhr startete ich meinen ersten Vortrag zum Thema Socialmedia Monitoring nach der Ampel Methode. Spannender Bericht wie man strukturiert an das Monitoring von Social Media-Aktivitäten herangeht. Hängen geblieben sind mir vor allem die schönen Sätze: „Facebook ist keine Strategie“ und „10.000 Likes ist kein Ziel“ Nach einer ¾ h war es schon wieder zu Ende und es ging zum nächsten Workshop – WordPress Q&A. Leider gab es fast nur Fragen zu Fortgeschrittenen Themen. Was mich als WordPressanfänger doch ein wenig überforderte. So nutze ich den Rest der Session für ein leckeres Mittagessen und interessante Gespräche mit anderen Teilnehmern im Aufenthaltsbereich. Nach einem stärkenden Espresso und einem netten Gespräch am Kaffeeroller ging es weiter zur nächsten Session. Hier hat Pia von Ihrem Blog Daily-Pia.de berichtet und aufgezeigt, wie man mit einem alltäglichen Blog Geld verdienen kann. Absolut spannend was Pia mit so einem normalen Thema für einen Erfolg generiert hat. Danach haben uns Daniel und Sascha das neuste Hypethema Snapchat näher gebracht und gezeigt wie man auch als Ü30 oder Ü40 das Medium nutzen kann. Bin mir noch nicht wirklich sicher, ob und wie ich es einsetzen soll. Wenn ich es konkret einsetze – werdet Ihr es hier erfahren. Dann ging es von einer App zur nächsten – nämlich zu Instagram . Hier berichtete Michelle über die Nutzung von Instagram im Tourismusbereich – speziell im Stadtmarketing. Daran anschließend haben wir diskutiert, warum es in Bonn so etwas gar nicht gibt und wie man etwas aufbauen könnte. Nach einem leckeren weiteren Kaffee und Kuchen gab es dann noch eine finale Session.

Drinklabor_Bcbn16_3Diesmal auch ein Thema das hundertprozentig zu mir und meinem Blog passte. Holger von WelovePubs stellte die Bonner Brauereilandschaft vor und gab uns die Möglichkeit die entsprechenden Biere auch live zu probieren. Ein schöner Abschluss der vielen Workshops. Nach einem kurzen, finalen Abschluss-Treffen wurde unter allen Teilnehmern noch einige Bücher und desweiteren Gutscheine für das neue Coworking Office verlost. Und damit ging ein wirklich spannender Tag, mit ganz vielen Eindrücken, vielen neuen Ideen, interessanten Gesprächen und neuen Bekanntschaften zu Ende. Es bleibt mir nur noch dem Organisationsteam um Karin Krubeck, Sascha Foerster und Johannes Mirus für einen super Event und eine erstklassige Organisation zu danken. Beim 3. Bonner Barcamp bin ich definitiv Wiederholungstäter.

Wer mehr über das Bonner Barcamp und den nächsten Termin erfahren will findet Infos unter Bonner Barcamp.

3 Kommentare

Eingeordnet unter Alles andere

Das Shakers – die Bonner Cocktailbar

Drinklabor_Shakers1Natürlich bin ich besonders in Bonn vor Ort an guten Kneipen und Locations für schöne Cocktails und Craftbeer interessiert. Und da das Angebot in dieser Hinsicht recht übersichtlich ist –  musste ich auch nach längerer Zeit mal wieder dem Shakers einen Besuch abstatten. Es ist immerhin die Institution für Cocktails in Bonn. Wenn auch das Sprichwort sagt, willst Du in eine gute Cocktailbar in Bonn, musst Du nach Köln fahren. Aber nicht immer will man soweit fahren. Und nach den tollen Erfahrungen im Chimära und Deja Vu sollte es nun in Die Bonner Cocktailbar gehen. Nach ein wenig gemischten Erfahrungen vor einigen Jahren, war ich schon lange nicht mehr hier. Aber man muss ja allen Dingen und Orten mehrere Chancen geben. Eines vorweg, wir sind mit wenig Erwartungen ins Shakers gegangen und haben die Bar positiv gestimmt wieder verlassen. Und das beste ich habe weit und breit keine Shisha gesehen. Das Gebäude und der Fabrikloftstyle ist natürlich der  Vorteil des Shakers. Auch die extrem lange Theke ein wirklicher Hingucker und das Herzstück des Shakers. Obwohl mir das Ganze schon wieder ein wenig zu viel blingbling mitbringt. Aber das ist ja Geschmackssache. Und ich bin glaub ich, auch nicht die Hauptzielgruppe. Wir waren im oberen Restaurantbereich. Dieser ist nur einseitig und nach vorn offen, so dass man von oben auf die wirklich tolle Bar schauen kann. Dies ist aber auch gleichzeitig der Nachteil, da der Raum komplett offen ist, und durch die hohe Decke der Geräuschpegel, trotz nicht übervoller Bar, schon teilweise extrem lauf war. Aber dies ist den baulichen Gegebenheit geschuldet, aber vielleicht könnte man mit irgendwelchen Konstruktionen ein wenig Abhilfe schaffen. Noch ein kleiner Kritikpunkt sind die Tische im oberen Bereich, da sie schon recht eng gestellt sind. Da dort fast alle essen, wird es bei gleichzeitigen Essengängen doch recht schwierig, dem Nachbarn nicht den Arm auf den Teller zu legen.

Drinklabor_Shakers2Apropos Essen: Das war für eine klassische Barfoodkarte wirklich gut. Wir hatten Burger. Diese waren per Hand geformt. Man hat eine gute Auswahl an unterschiedlichen Belagen und Beilagen. Einzig mir war das Fleisch ein wenig zu durch. Aber wir waren ja nicht in einem Burgerresturant. Aber kommen wir zum wichtigeren für einen Getränkeblog der Getränkekarte bzw. –auswahl. Auch hier gab es Licht und Schatten. Schön fand die Aufmachung der Karte. Es waren die wichtigsten Cocktailarten beschrieben mit ein paar Hintergründen zur Entstehung. Die Auswahl war riesig. Für mich eindeutig zu viel. Man ist förmlich erschlagen. Positiv kann man die Preise der Cocktails hervorheben. Die meisten liegen bei 6 bis 8 € und es gibt noch Sonderaktionen, wie Happy Hour etc. Die Einzelspirituosen fand ich dann schon wieder teilweise ein wenig ambitioniert. Aber so greift man dann eher zum Cocktail. Jetzt muss ich aber auch zu den Schattenseiten kommen. Die Karte, wie auch insgesamt die Aufmachung ist für meinen Geschmack doch ein wenig in den 90er Jahren hängengeblieben. Aber auch hier gebe ich zu, dass ich nicht zur engeren Zielgruppe zähle. Wie oben schon geschrieben, war die Karte viel zu umfangreich, hatte aber auf der anderen Seite nicht wirklich, aktuelle Entwicklungen oder experimentelle Cocktails aufgeführt. So wünsche ich mir in einer Cocktailkarte bitte die genauen Zutaten zu lesen. Ich weiß was in einem Negroni drin ist. Mich interessiert aber, wie sie ihn hier interpretieren – also welchen Gin, welchen Vermouth etc. Aber das ist leider noch nicht weit verbreitet. Auch habe ich einige moderne Ideen wie Infused Cocktails oder Gewürze zum Tonic vermisst. Für meine Ansprüche wäre eine viel kleinere, aber dafür ausgewähltere Karte sinnvoller.

Drinklabor_Shakers3Kommen wir jetzt zu den Cocktails an sich. Als Einstieg hatten wir einen Whiskey Sour. Dieser war grundsolide, und schön angerichtet. Und speziell für den Preis von 5,90 € da Happy Hour war, ein wirklicher Schnappen. Leider fiel die Qualität beim zweiten Cocktail ein wenig ab. Meine Herzallerliebste hatte ihren Lieblingscocktail – einen Gimlet. Leider war der zu sehr verwässert und der Gin kam nicht wirklich durch. Ich hatte einen Bronx – quasi eine Art Abwandlung des Negronis. Dieser enthält zusätzlich noch Orangensaft und Angostura Bitter. Auch hier war die Orange so stark im Vordergrund, dass der Gin und der Vermout nur schwach wahrnehmbar waren. Ich glaube beim nächsten mal, werde ich mich direkt an die Bar setzen und die Barkeeper mal einfach machen lassen. Aber da wir im Restaurantbereich waren, mussten wir uns an der Karte orientieren. Außerdem habe ich festgestellt, dass in der Onlinekarte auf der Website auch ein größeres und auch ausgewählteres Angebot zu finden war. Aber so eine Getränkekarte kann man natürlich, nicht so häufig neu gestalten.

Insgesamt lässt sich trotzdem ein positives Fazit ziehen. Das Shakers ist eine grundsolide Bar, mit einem großen Cocktailangebot und gutem Barfood. Es gibt keine Shishas und das alte Backsteingebäude macht etwas her. Wenn man kein Le Lion oder ein Pepe erwartet, kann man hier einen schönen Abend verbringen. Informationen zur Bar und die aktuelle Cocktailkarte findet Ihr unter: Shakers.

2 Kommentare

Eingeordnet unter Cocktails, Essen gehen, Gesüsste Spirituosen, Gin, Likör, Old Fashioned, Rum, Sahne Drinks, Sirup, Sours, Spirituosen, Weinspirituosen

Das Chimära in der Bonner Altstadt


drinklabor_Chimära_Bar

Durch eine Empfehlung von Karin von BonngehtEssen sind wir auf das Chimära aufmerksam geworden. Der Freitag Abend war noch frei und wir nutzten ihn für ein Testessen. Tisch hatten wir reserviert. Mittlerweile war der Sommer zurück gekommen und das Servicepersonal war so nett uns einen Tisch draussen zu reservieren. Es ist zwar ein wenig gewöhnungsbedürftig in einer Baustelle zu sitzen (in der Wolfstrasse sind zur Zeit Kanalarbeiten) und häufig Fahrradfahrer und Passanten fast im Teller sitzen zu haben, aber man fühlt sich mitten im urbanen Leben. Außerdem spart man sich den Autolärm. Zum Essen will ich gar nichts gross schreiben, dass übernimmt meine Herzallerliebste unter dem Kocheule Blog. Ich möchte mich hier auf die Getränke beschränken – da das Chimära auch gleichzeitig Bar ist.

Highlight ist natürlich die toll beleuchte Bar im Eingangsbereich –  ein absoluter Hingucker. Die Getränkekarte ist recht umfangreich. Eine große Anzahl an Spirituosen inklusive ca. 20 verschiedenen Ginsorten. Wein gibt es so jeweils 6-8 Rot- und Weissweine offen (in den Größen 0,1; 0,2 und 0,5 l) und dann noch mal ungefähr eine ähnliche Anzahl an Flaschenweinen. Eine insgesamt gute Auswahl, wenn man auch von recht hochpreisigen Weinen sprechen kann. Der günstigste Flaschenrotwein war bei ca. 36 € – was ich schon recht ambitioniert empfinde. Ich hätte mir noch einen Einstiegswein für um die 20 € gewünscht. Dafür hatten Sie aber viele offene Weine den halben Liter für ca. 12 – 15 €. Für einen solchen haben wir uns auch entschieden.  Da wir im Hauptgang Fisch hatten, entschieden wir uns für einen Saugvignon-Blanc von Turaine von der Loire. Ein wirklicher Sauvignon at is best. Ein wunderbar blumig-fruchtiger Kräutertopf  – empfehlenswert!

Drinklabor_Chimära_Cocktails

Für mich das Highlight ist das Cocktailangebot. Wenn auch nur auf 3 Seiten verteilt, bietet es eine gute Bandbreite. So reicht das Angebot von leicht geänderten Klassikern, wie Daiquiris mit selbstgemachten Sirups, bis hin zu aktuellen Cocktails. Die Preise betragcn zwischen 7 – 12 € – der Qualität und den Spirituosen angemessen. Schön fand ich auch, dass sie bei der Deko – es eher auf das Nötigste und Praktische wie gerollte Orangenzeste beschränkt haben. Nun möchte ich endlich zu den von uns getrunkenen Cocktails kommen. Nach dem wir super lecker gegessen hatten, starteten wir eher mit Aperitivs als mit Digistivs. Dies entsprach auch eher den Ausssentemperaturen mit 25 Grad. In einer  lauen Sommernacht möchte man doch mit etwas Leichtem starten. Ich begann mit einem Negroni – der ohne Schnickschnack zubereitet war. Einfach, klassisch und lecker. Meine Herzallerliebste startete mit einer Abwandlung des Gin Basil Smash von Herrn Maier – in dem man den Basilikum durch gepfefferte Gurke ersetzt hat. Man hat sich auch nicht hinreissen lassen, dann auch noch Hendriks Gin zu nehmen, sondern mixte das Ganze mit Bombay Saphir. Ein schöner Sommerdrink – den man gut auch mal zu Hause nachmachen kann.

Nachdem wir unsere Einstiegscocktails genossen hatten, ging es dann in die zweite und auch finale Runde. Meine Herzallerliebste wollte lieber bei den Sours bleiben und entschied sich für einen Sloe Gin Fizz, erstellt mit dem Cadenheads Sloe Gin und zusätzlich dem Brokers Gin. Eine schöne Abwandlung des klassischen Gin Fizz der durch den Sloe Gin noch eine gewisse Fruchtigkeit erhalten hat. Ich brauchte danach etwas härteres für „echte Männer“ und habe mich für die Manhattan-Variante Greenpoint entschieden. Dieser wurde mit dem Rittenhouse Rye und dem gelben Chartreuse zubereitet. Für meine Herzallerliebste war dieser Drink eindeutig zu bitter – ich fand ihn aber ausgesprochen schmackhaft und einen super Abschluss.

Es bleibt mir nur eine absolute Empfehlung für das Chimära auszusprechen. Man kann hier super Essen oder auch nur für einen Cocktail einen Stopp einlegen. Speziell beim eher überschaubaren Angebot an guten Bars in Bonn, bildet das Chimära eine tolle Abwechselung.

3 Kommentare

Eingeordnet unter Bar und Pubbewertungen, Cocktails, Old Fashioned, Sours