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Craftbiere der Distelhäuser Brauerei

img_3421Im heutigen Beitrag möchte ich mich einer Brauerei aus Franken widmen, deren Biere ich im letzten Jahr, bei unseren Aufenthalt in Würzburg kennen gelernt habe. Es geht um die Distelhäuser Brauerei,  eine alt eingesessene Brauerei aus Tauberbischofsheim. Sie hat ihren Sitz  im Stadtteil Distelhausen, jetzt wisst Ihr auch woher der Name kommt. Hier noch der Link zur damaligen Reise.

Die Distelhäuser Brauerei hat es ähnlich wie die Schönramer Brauerei geschafft, altes bayrisches Bierhandwerk mit modernen Bierstilen aus der Craftbeerszene zu verbinden. Die Brauerei existiert schon seit 1811 und produziert heute circa 185.000 hl im Jahr. Seit ungefähr 1870  befindet sich die Brauerei in Familienbesitz der Familie Bauer. Und obwohl eine traditionelle Brauerei, die auf eine lange Tradition zurückblicken kann, bewies man auch die Offenheit und den Mut sich weiterzuentwickeln. So entschied man sich in 2015 dazu, neben den klassischen fränkischen Bieren und Biermixgetränken auch eine Craftbeerschiene ins Leben zu rufen. Ich ziehe vor solchen Entscheidungen immer meinen Hut, da Traditionalisten dies häufig ablehnen. Aber auch die Hardcore-Craftbeer Geeks alteingesessenen Brauereien eher skeptisch gegenüberstehen.

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Die vier Craftbiere von Distelhäuser

Die Leute von Distelhäuser haben aber diesen Spagat ganz gut hinbekommen und wirklich handwerklich gelungene Biere entwickelt, die ein gewisses etwas haben. Dabei haben sie sich ein wenig an den britischen Bierstilen orientiert. So brachten Sie ein kaltgehopftes Ale, ein Porter, ein Stout und ein IPA auf den Markt. Diese habe ich getestet und hier könnt Ihr meine Tastingnotes dazu lesen.

Distel Blond

Eckdaten:

Stammwürze: 12,5 %
Alkoholgehalt: 5,1 % vol
Bittereinheiten: 35 IBU

Zuerst fällt das Retrostyle des Bieres auf. Eine Blondine postet uns vom Label aus zu. Könnte auch gut aus den 60er Jahren sein. Obwohl ein obergäriges Bier erinnert es ein wenig an ein Lager, aber ein recht fruchtiges. Mit 35 IBU schon recht kräftig gehopft. Insgesamt kamen 5 Hopfenarten zum Einsatz. Neben Citra, Cascade, Smaragd, Saphir wurde auch Perle verwendet. Der Schaum weist eine schöne Porigkeit auf. Es lässt sich sehr gut trinken. Für klassische Lager/Helltrinker gut geeignet. Es schmeckt quasi klassisch, hat aber eine gewisse Fruchtigkeit, die man sonst nicht hat. Dabei aber nicht überbordend, sondern dezent im Hintergrund. Gelungenes Bier speziell für Einsteiger, die sich langsam an neue Biere herantasten wollen, ohne gleich komplett überfordert zu sein.

 

Black Pearl Classic Porter

Eckdaten:

Stammwürze: 15 °P
Alkoholgehalt: 6,6 % vol
Bittereinheiten: 28

Im Gegensatz zum Distelblond wird dies auch unter der Craftbierlinie geführt. Schon eine recht dunkle, dunkelbraune Farbe. Der Schaum ist nicht dunkel, aber die Kohlensäureentwicklung ist eher dezent. In der Nase findet sich eine leichte Kaffee- und Kakaonote. Außerdem ist auch ein wenig Rauch ist zu spüren und eine Malzigkeit.

Im Geschmack doch bedeutend bitterer als ich von der Nase erwartet habe. Schon ein wenig wie Zartbitterschokolade. Auch ein wenig Rauchcharakter, aber auch dezent und eine ausgeprägte Malzigkeit. Auch ein wenig Lakritz ist spürbar. Die Bitterkeit oder Herbheit bleibt irgendwie am Rachen hängen, was ich nicht so gut fand. Insgesamt aber ganz gut gelungen, aber nicht überragend. Man macht bei diesem Bier nicht viel falsch, wenn man Porter mag. Aber es ist auch nicht das weltbeste Porter. Für mich innerhalb der vier Biere das schwächste.

Loch Ness Classic Stout

Eckdaten:

Stammwürze: 15 °P
Alkoholgehalt: 6,6 % vol
Bittereinheiten: 26

Dieses Dry Stout ist für mich das Highlight der Reihe. Wunderbar schwarze Farbe. Der Schaum kommt recht grobkörnig daher, es weist für ein Stout aber schon recht viel Kohlensäure auf. Hier kamen insgesamt 6 verschiedene Malzsorten zum Einsatz. Und diese haben ein wundervolles Aroma kreiert. Intensive Kaffeenoten mit Schokolade im Hintergrund. Am Gaumen kommt der Kaffee noch stärker durch, aber auch Kakaonoten sind spürbar. Insgesamt süsser als das Porter. Und die häufig bei Stout vorhandene Bitterkeit ist hier quasi nicht vorhanden. Für Stoutpuristen vielleicht schon zu gefällig, aber mir gefällt es außerordentlich. Mit seinen 6,6 % hat es schon ein gewisse, kräftige Basis ohne aber die übertriebene Alkoholnote eines Imperialstouts aufzuweisen. Das ist eher ein Stout, von dem man auch mehr als eines trinken kann.

Lucky Hop IPA

Eckdaten:

Stammwürze: 17 °P
Alkoholgehalt: 7,7 % vol
Bittereinheiten: 77

Hier ist der Name Programm, denn bei diesem IPA stellt der Hopfen das ausschlaggebende Element. Ob er wirklich glücklich war, kann ich nicht beurteilen. Ich als Trinker war nach dem Genuss des Lucky Hop aber glücklich. Lucky Hop IPA – zuerst fällt die recht dunkle Farbe auf. Die Nase bringt erstmal intensive Fruchtaromen vor allem Zitrusfrüchte, aber auch Pfirsich, Ananas und dunkle Früchte, könnten Pflaumen sein, sind wahrnehmbar. Im Mund habe ich eine starke Malznote. Aber auch die Fruchtigkeit ist weiter präsent. Die Hopfenbittere hält sich für den IBU-Wert noch ganz gut zurück. Durch die 7,7 % Alkohol kommt es recht intensiv und kräftig daher. Ein wirklich gelungenes IPA, das eher durch seine Fruchtigkeit als durch extreme Hofpenbitterkeit auffällt. Wirklich ein gut ausbalanciertes IPA, dass einen mit der Hopfigkeit nicht komplett erschlägt, aber trotzdem rund und süffig daherkommt.

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Fazit: Die Kombination aus Tradition und Moderne ist bei den drei Bieren aus der Brauereiwerkstatt und den Distel Blond wirklich gelungen. Alle vier Biere sind handwerklich gefertigte Biere, die recht süffig und sehr gut ausbalanciert sind. Daher darf man hier keine Hopfenbretter oder Hyperstouts erwarten. Das war aber auch gar nicht der Anspruch. Hier wurde gezeigt, dass auch eine alteingesessene Brauerei moderne Bierstile sehr gut umsetzen kann. Für mich eine klare Empfehlung.

Wer mehr über die Distelhäuser Brauerei erfahren möchte oder auch deren Bier im hauseigenen Onlineshop bestellen möchte – schaut hier auf ihre Website: www.distelhaeuser.de

Disclaimer: Die Biere wurden mir von der Brauerei Distelhäuser GmbH & Co. KG aus Tauberbischofsheim unentgeltlich zum Testen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Eine inhaltliche Beeinflussung des Textes fand nicht statt.

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D.E.W. & A BREW – Irish Wiskey meets local Beer

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Tasting Pannel – vier Whiskey und vier Bier

D.E.W. and a brew unter diesem Moto veranstaltet Tullamore Dew seit gut 2 Jahren eine Veranstaltungsreihe, bei der die alte irische Tradition Whiskey mit Bier zu trinken, wiederbelebt werden soll. Dafür sucht sich Tullamore jeweils lokale Brauereien aus, bei denen man mit abgestimmten Bieren verschiedene Sorten Tullamore Whiskey kombinieren bzw. neudeutsch pairen kann. Bei der Veranstaltung in Köln, an der ich teilnehmen durfte, wählte man die Gaffel Brauerei. Die Jungs um Braumeister Reiner Radke hatten nur 4 Wochen Zeit, um sich auf diesem Event vorzubereiten. Und was sie da an Bieren hergezaubert haben, war wirklich phänomenal.

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Ort der Veranstaltung das Wirtshaus Spitz in Köln

Zu Beginn war ich ja skeptisch, ich dachte an mein erstes Whisky und Biertasting – hier findet Ihr den Beitrag. Dieses war spannend, aber das Fazit war, allein schmecken die Getränke besser. Aber hier geht es um irischen Whiskey und passend abgestimmtes Bier. Warum also nicht nochmal probieren.  Auch bin ich kein wirklicher Kölschfan, aber Gaffel hatte ja schon mit dem Sommerhopfen gezeigt, dass sie auch neben dem Kölsch andere Biere machen können. Aber was hier das Gaffen-Team geboten hat, zeigt was alles möglich ist. Innerhalb so kurzer Zeit vier hervorragende Biere und diese passend auf die Whiskeys abgestimmt, das ist wirklich Handwerkskunst.

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Das urgemütliche Wirtshaus Spitz

 

Die Veranstaltung fand an einem Montag Abend im Brauhaus Spitz, welches zu Gaffel gehört, statt. Ca. 30 Personen aus der Blogger- und Spirituosen- und Getränkeszene waren anwesend. Durch den Abend führte gut gelaunt und charmant der Global Brand  Abmbassador von Tullamore Dew John Quinn. Begleitet wurde er vom Braumeister und Biersommelier Reiner Radke von der Gaffel Brauerei. Als Grundlage gab es sehr leckere kölsche Tapas, die bei der Kombi Bier und Whiskey gut angebracht waren. John ein Urgestein der irischen Whiskyinsdustrie, immerhin arbeitet er schon seit 1974 hier, begann mit seinem Vater und Großvater.

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Braumeister Radke beim konzentrieren Zapfen

Für sie war es das normalste der Welt ihren Whiskey mit einem Bier, damals natürlich fast immer Guinness, zu trinken. So ist die Idee zu dieser Veranstaltungsreihe entstanden. Außerdem sind ja Whiskey und Bier enge Verwandte – zumindest durchlaufen sie die ersten Herstellungsschritte gemeinsam.

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Die heutige Tastingauswahl an Whiskey

Begonnen haben wir mit dem Standardblend von Tullamore. Den ich natürlich schon kannte, aber schon sehr lange nicht im Glas hatte. Ein wirklich schöner leichter, man kann fast Sommerwhiskey sagen. Schöne Zitrusnoten, ein wenig grüner Apfel und schön cremig. Nach einem kurzen Probeschluck, zeigte uns John das richtige Vorgehen. Zuerst einen kleinen Schluck Whiskey – kurz die Geschmacksnoten merken, dann einen Schluck Bier drauf – wieder die Veränderungen merken und dann noch mal einen Schluck

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Die vier verkosteten und sehr gelungenen Gaffel-Biere

Whiskey. Es war faszinierend wie sich der Geschmack veränderte. Man kennt das ja schon beim Mischen mit Wasser. Da das Bier auch noch Eigengeschmack mitbringt, vervielfachte sich die Geschmacksveränderung. Auf einmal wurden manche Noten verstärkt, es kamen neue dazu, andere waren weg. Den ersten Whiskey tranken wir mit einem Gaffel Pale Ale. Dieses war wie alle anderen Biere frisch vom Fass gezapft. Das Gaffel Pale Ale  brachte durch seine Hopfung schöne Fruchtaromen mit und die Kombination mit dem Whiskey war super gelungen. Man hatte einen Fruchtcocktail mit grünen Äpfeln und Zitrusnoten im Mund – einfach genial.

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John Quinn beim Vortrag

Reiner Radke teilte uns mit, dass alle Biere obergärig gebraut und kaltgehopft wurden. Neben dem Pale Ale gab es noch ein Brown Ale, ein Sweet Stout und ein Porter. Die für die kurze Herstellungszeit überaus gelungen waren und denen zu wünschen ist, irgendwann auch mal in größere Produktion zu gehen. John lieferte und dann natürlich noch etwas zu den Whiskeys und erklärte uns, dass bei diesen die Drei  eine große Rolle spielt. So werden alle Whiskeys, wie für irische Whiskeys typisch, dreifach destilliert. Bis auf den Single Malt sind alle tripple blended, d.h. neben Maltwhisky, Grainwhisky wird auch Potstill eingesetzt. Außerdem lagern sie in drei unterschiedlichen Fässern. Einerseits in Ex-Bourbon, anderseits aber auch in Ex-Sherry- und ungewöhnlicherweise auch in Ex-irishwhiskey Fässern.

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Mit kölschen Tapas wurde für eine ordentliche Grundlage gesorgt

Die zweite Kombination war der Tullamore 12 Years Special Reserve zusammen mit einem Brown Ale. Das Brown Ale kam mit 5,6 % Alkohol daher. Hatte eher eine milde Bitterung von unter 30 IBU und eine schöne Schokonote. Die in Kombination mit dem Whiskey nochmal hervorgehoben wurde. Trotzdem muss ich sagen, dass dies für mich die schwächste Kombination des Abends war. Allein getrunken waren beide Getränke  gut, aber die Kombination war für mich irgendwie nicht passend. Weiter ging es zu meinem Highlight des Abends. Als Whiskey gab es einen 14 jährigen Singlemalt. Das Besondere an ihm war, er wird zuerst für 13 1/2 Jahre in  Ex-Bourboncasks gelagert. Danach wird der Whiskey in drei Teile aufgeteilt. Ein Teil wird für 6 Monate im Sherryfass, ein anderer Teil für 6 Monate im Port- und der dritte Teil ebenfalls für 6 Monate im Madeirafass gefinisht. Dann im Anschluss werden alle drei Teile wieder gemeinsam miteinander vermählt. Was für eine wunderbar, weiche Fruchtbombe. Ich muss sagen ein wirklich gelungener Whiskey der für seine 14 Jahre als Single Malt ein absoluter Preis-Leistungssieger ist. Dazu gab es ein sehr leckeres Sweet Stout. Hier kamen unterschiedliche Malze zum Einsatz. Neben Wiener Malz, Karamellmalz auch getoastetes Malz. Dies führte einerseits zu einer schönen dunkelbraunen Farbe und herrlichen Kaffee- und Kakaonoten. Außerdem wurde deutscher Hopfen und Barley Wine Hefe eingesetzt. Wenn schon die einzelnen Getränke jedes für sich gut waren, dachte man bei der Kombi – die müsste so zusammen verkauft werden. Wunderbare Schokonoten gepart mit Orangennoten – ich fühlte mich in meine Kindheit mit Jaffakeksen zurückversetzt.

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Der Drinklaborant beim D.E.W. and a Brew

Den Abschluss bildete auch noch mal eine besondere Mischung. Als Whiskey kam der Tullomore Phoenix mit 55 % Fassstärke zum Einsatz. Der Phoenix spielt für die Stadt Tullamore eine bedeutende Rolle. So stürzte 1785 der Sohn des Lords mit einem Heißluftballon ab. Dieser hatte zu seinem 21. Geburtstag eine Fahrt mit einem, damals noch sehr unbekannten Flugobjekt geschenkt bekommen. Beim Start rammte er den Schornstein einer Fabrik und entfachte einen Brand, der fasst die gesamte Stadt in Schutt in Asche legte. So kann sich Tullamore „rühmen“ der Ort mit dem ersten Luftverkehrsunsfall zu sein. Außerdem wurde der Phoenix nach dem Wiederaufbau Teil des Stadtwappens. Und als die Tullamore Destillerie nach über 60 Jahren wieder vor ca. 3 Jahren errichtet wurde, musste natürlich eine Spezialabfüllung mit dem Namen Phoenix auf dem Markt gebracht werden. Dazu gab es ein extrem süsses Porter. Bei vielen Teilnehmern kam die Assoziation mit Malzbier auf. Auch hier kam Barley Wine Hefe zum Einsatz, die zu einem kräftigen Alkoholgehalt von 7,2 % führte. Auch diese beiden Getränke passten gut zusammen, waren aber mir in der Kombination zu süss. Da sie sich beide gegenseitig unterstützten. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass diese Kombination bei vielen sehr gut ankommen könnte.
Nach dem Tasting bietete sich noch die Gelegenheit mit den beiden Referenten, aber auch mit den anderen Zuhörern sich auszutauschen. Ein wirklich gelungener Abend mit tollen Whiskeys, genialen Bieren und gelungenen Pairings. Jetzt wünscht man sich nur noch, dass man diese Biere zukünftig auch mal kaufen kann, um so zu Hause oder in der Kneipe seines Vertrauens ein D.E.W. AND A BREW zu genießen. Auf diesem Weg möchte ich mich sowohl bei Tullamore D.E.W. Und der Gaffel Brauerei für eine sehr gute und aufschlussreiche Veranstaltung bedanken.
Weitere Information zu Tullamore D.E.W. Findet Ihr hier

Weiter Informationen zur Gaffel Brauerei findet Ihr hier.

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Faszination Craftbeer – der Braukunst Laden Köln

Open Bottle Party im Braukunstladen

Open Bottle Party im Braukunstladen

Zu meiner persönlichen Freude entwickelt sich Köln, trotz noch starker Kölschbezogenheit, immer mehr zu einem Craftbeer Zentrum. Natürlich findet die Entwicklung in kleineren Dimensionen als Berlin statt, trotzdem hat sich in den letzten 12 Monaten doch so einiges getan. Neustes Mitglied in der Craftbeer Gemeinde ist der Braukunstladen an der Friesenstraße. Hier hat Wolf Heisig vor gut zwei Monaten ein Craftbeer-Geschäft mit angeschlossenem Tastingraum eröffnet. Erst durch die Anmeldung zu einem Tasting von schottischen Bieren bei dem nebenan liegenden Scotia Spirits haben wir das Geschäft kennen gelernt. Mein Kumpel Oli und ich waren ursprünglich bei einem Openbottletasting bei Scotia Spirits angemeldet. Dieses hatten wir vor ca. einem Jahr schon einmal besucht. Da uns die Veransstaltung und die Auswahl so gut gefallen hat, wollten wir auch in diesem Jahr daran teilnehmen.  Zu unserer Überraschung fanden wir einen Hinweis, dass wir hinten herum gehen sollten. Und so bogen wir in die Spiesergasse ein und standen vor dem uns bisher unbekannten Braukunstladen. Dort wurden wir gleich freundlich von Wolf begrüsst. Welchen wir schon bei dem Craftbeer trift Single Malt Tasting kennengelernt hatten. Hier noch der Link zu dem Bericht.

Eine kleine Auswahl an Bieren

Eine kleine Auswahl an Bieren

Bei Wolf spürt man gleich die Begeisterung für das Thema Bier. Obwohl er erst vor knapp einem Jahr mit dem Craftbeer in Berührung gekommen war, hat ihn das Ganze so infiziert, dass er sich erst intensiv hobbymäßig damit beschäftigt hat. Sogar eine eigene Heimbrauanlage wurde angeschafft und das erste eigene Bier gebraut. Und nun führte seine Begeisterung sogar zum eignen Laden. Eigentlich hat er eine Personalvermittlungsagentur, die quasi in direkter Nachbarschaft zum Scotia Spirits von Peter Klas liegt. Als dieser auf der Suche nach Räumlichkeiten für einen weiteren Tastingraum war, kam Wolf auf die Idee, sein neues Hobby auch beruflich auszuüben. So wurde zwischen den beiden Räumlichkeiten ein weiteres Ladenlokal angemietet. Dieses bietet im Erdgeschoss einen Verkaufs- und Ausstellungsraum für Craftbeer und im Obergeschoss einen Raum für Whisky-Tastings . Vor ca. acht Wochen war dann Eröffnung.

Der Tastingraum in der 1. Etage

Der Tastingraum in der 1. Etage

Trotz seiner kurzen Öffnungszeit bietet der Braukunst Laden schon eine unglaubliche Vielfalt an Bieren. Da über 4 große Regale komplett voll standen, kann ich schwer einschätzen, wieviele Biere hier insgesamt im Angebot sind. Es sind auf jeden Fall mehr als 150 verschiedene Sorten. So bilden vor allem englische und schottische Biere einen Schwerpunkt. Dabei gibt es Biere von vielen neuen und auch kleineren Brauereien wie Fyne Ales, Spey Valley, Cairngorn oder Stathaven. Aber auch andere Länder und Bierarten sind in recht großer Auswahl vertreten. Und es kommen immer noch neue Sorten und Arten dazu. Das angenehme hier ist, dass sich nicht nur rein auf die gerade so angesagten IPA´s konzentriert wird, sondern auch eine breite Auswahl an unterschiedlichen Bierstilen vom Zwickel, über belgische Biere, Porter, Stouts, Gosen und andere Sourbiere und vieles andere mehr.

Nette Runde am Beginn des Tastings

Nette Runde am Beginn des Tastings

Am Anfang waren wir erst zu viert, aber im Laufe des Abends sind noch weitere Personen dazu gestoßen. Jeder Teilnehmer hatte die Möglichkeit 10 verschiedene Biere a 100 ml zu probieren. Dazu gab es zur Neutralisation Brot und Wasser. Auch einen Tastingbogen haben wir erhalten um unsere Eindrücke festzuhalten. Und obwohl als schottisches Biertasting angekündigt, haben wir auch dass Angebot  genutzt, dass wir auch Biere anderer Länder probieren konnten. So hatten wir wirklich eine tolle Auswahl an Bieren gehabt. Ich will nicht alle aufzählen, sondern nur meine Highlights hier beschreiben. Da waren zuerst zwei wunderbare italienische Biere, die beide absolut gigantisch waren – aber ganz anderes im Geschmack. Einerseits das My Antonia ein Geschmeinschaftsbier von Birra del Borgo und der amerikanischen Dogfish Head Brauerei. Etwas sehr ungewöhnliches nämlich ein Imperial Pilsener mit 7,5 % Alkohol. Dies hatte eine so gelungene Hopfennote, dass ich bei solchen Bieren noch zum Pilsfan werden könnte. Außerdem gab es noch einen IPA Hammer auch aus Italien – das 2Late Double IPA von BrewFist. Für mich eines der besten IPAs, die ich bisher getrunken habe. Aber auch ein Lager muss nicht langweilig schmecken. So hatten wir ein Christmas on the beach von den Fyne Ales. Und auch die dunkle Seite der Macht konnte verköstigt werden. Dort stach für mich besonders ein Imperial Stout von der Swannay Brewery hervor. Alles in allen war es ein wirklich gelungener Abend mit sehr viel Spaß, exzellenten Bieren und unterhaltsamen Geschichten. Wolf ist ein super Gastgeber und konnte mit seine Begeisterung für Craftbeer alle anstecken. Wer selbst an einem Openbottletasting teilnehmen möchte, kann immer freitags von 15.00-19.00 Uhr im Braukunstladen vorbei schauen. Aber auch sonst lohnt sich ein Besuch hier, um sich mit neuen spannenden Bieren einzudecken. Ein schöner und netter Laden, bei dem ich nicht das letzte mal gewesen bin.

Auswahl von verköstigtem Craftbeer

Auswahl von verköstigtem Craftbeer

Den Braukunstladen findet Ihr an der Ecke Friesenstraße 16 und Spiesergasse in Köln.

Öffnungszeiten Montag-Freitag 11.00 – 19.00 Uhr und am Samstag 11.00 – 17.00 Uhr.
Oder im Netz unter http://www.braukunstladen.de

 

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