Archiv der Kategorie: Getränketests

Monatliche Gin Proben mit der Abonautenbox

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Der Inhalt der 1. Box

Das Angebot an Gins nimmt täglich zu. Weltweit sind es schon mehrere tausend unterschiedliche Ginmarken. Allein in Deutschland kommen wir auf fast 300 Ginsorten. Da verliert man schnell den Überblick. Dazu kommt auch noch, dass ich unheimlich gern probiere. Und so wird es irgendwann teuer, wenn man jeweils eine Flasche kaufen würde. Außerdem hat man da schnell auch Flaschen zu Hause, die einen gar nicht oder zumindest nicht besonders gut schmecken.

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Die Abonauten Gründen (Quelle: Abonauten.de)

Eine Lösung aus diesem Dilemma bietet ein Ginabonnement. Hier bekommt man in regelmäßigen Abständen neue Gins in kleinen Mengen zum Probieren. Dieses Problem haben auch zwei Freunde aus Oberbayern gehabt und kamen so zu der Idee ein solches Abonnement auf den Markt gebracht.

Das Start-Up hinter der Idee sind die Abonauten. Dahinter stehen zwei Ginliebhaber Christian Schuh und Marco Tunger, die schon länger in der Spirituosenbranche tätig sind. Nach der Idee 2016 und einer erfolgreichen Kickstarter-Kampagne haben sie nun Anfang Oktober die erste Abonauten-Gin-Box versandt.

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Die Abonauten Box (Quelle: Abonauten.de)

Ich finde die Verpackung sehr gelungen. Alles ist sicher verpackt. Man erhält 3 unterschiedliche Gins. In sehr ausgefallenen dreieckigen 100 ml Sampleflaschen. Dazu noch zwei Dosen Tonic. Außerdem liegt noch der von ihnen entwickelte Ginfächer bei. Dieser erhält jeweils 3 Blätter für die drei Gins.

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Der Ginfächer – praktische Hintergundsammlung

Auf diesen sind die wichtigsten Informationen zu den Gins, sowie kurze Tastingnotes enthalten. Außerdem kann man dort seine eigenen Erfahrungen notieren. Hier kann man dann nach und nach die Karten der anderen Boxen ergänzen. Tolle Idee, dass die einzelnen Blätter an einer Stelle gesammelt und nicht überall rumfliegen. Zusätzlich noch ein Ginkalender in Bierdeckelform. Auf diesen sind z.B. die Erscheinungsdaten der Boxen, aber auch z.B. der Geburtstag der Queen enthalten. Alles sehr hochwertig gemacht und ansprechend von Hand verpackt.

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Die weiteren „Zutaten“ bei der Abonauten Box

Das besondere für mich sind aber die ausgewählten Gins. Hier haben sich Christian und Marco große Mühe gegeben, besondere Gins auszusuchen und nicht die häufig vorhandenen Allerwelts-Gin genommen. So befindet sich in der ersten Box sowohl ein deutscher, ein schweizer und ein südafrikanischer Gin und keinen davon hatte ich bisher im Glas.

 

 

 

 

Der 1. Gin „Tschin Dry Gin“

Bei der Reihenfolge habe ich nach dem Ginfächer gerichtet. Der erste kam aus der Schweiz und hört auf den schönen Namen „Tschin Dry Gin. Man hat als Namen einfach den Namen als Lautschrift übernommen. Ich finde es nur verwirrend, wenn man ihn in einer Bar bestellen muss. Das Etikett ist sehr schlicht und erinnert ein wenig an Wasserfarbenzeichnungen aus meiner Schulzeit. Aber das fällt natürlich auf und war für mich gleich sympathisch. Der Gin wird von Fritz Käser im Fricktal im Schweizer Kanton Aargau hergestellt. Dabei hat man nur auf einheimische Botanicals beschränkt und auch bei deren Anzahl eher weniger eingesetzt. So begnügt sich der schweizer Tschin mit lediglich vier Botanicals. Neben dem Wacholder kommen noch Kirschblüten, Waldmeister und Walderdbeeren zum Einsatz.

Kommen wir zur Verköstigung des Tschins. In der Nase habe ich eine Blumenwiese, aber auch  Kräuter, ein süßlicher Duft, ein wenig Wacholder aber fast kein Zitrus. Der erste Schluck zeigt eine ganz mildes, blumiges Aroma. Aber auch fruchtige Noten, mir teilweise schon ein wenig ins seifige gehend. Aber immer noch sehr gut trinkbar. Jetzt wo ich gelesen habe, merke ich auch die Walderdbeere.

Mund – ganz mild, blumiges Aroma, fast schon ein wenig ins seifige gehend, sehr fruchtig, süss, jetzt wo ich es gelesen habe, kann ich auch die Erdbeere wieder entdecken. Der Wacholder ist auch gut spürbar. Für seine vier Zutaten ist er ziemlich komplex. Habe ich in der Kombination auch noch nicht bei einem anderen Gin gehabt. Insgesamt sehr gelungener Gin. Auch mit Tonic funktioniert er ganz gut. Wichtig für mich aber wäre eher ein klassisches Tonic zu nehmen. Bei einem südlichen bzw. eher blumigen Tonic – wäre es glaub ich zu viel.

 

Der 2. Gin „Just Juniper Berry Gin“ 

Beim zweiten Gin gehen wir von den schweizer Alpen auf den afrikanischen Kontinent. Der „Just Juniper Berry Gin“ von der Tripple 3 Three Distillery kommt aus Südafrika. Die Distillery kann mit dem Weingut Blaauwklippen in der Nähe von Kapstadt auf über 300 Jahre Geschichte zurückblicken. Afrikanische Gins hatte ich bisher nur ganz wenige im Glas. Wenn auch einige Gins zwar mit afrikanischen Botanicals werben, wie z.B. der Elephant Gin oder der Whitley Neill Gin, werden aber häufig in Europa  destilliert. Beim Just Juniper Berry ist der Name Programm. Einzig Wacholder kommt zum Einsatz. Und wie schon beim Tschinn zeigt sich, dass ein Gin garnicht so viele Zutaten/Botanicals benötigt um ausgewogen, spannend und abwechselungsreich zu schmecken.

In der Nase zeigt sich mal wieder die Vielschichtigkeit des Wacholders. Man vermutet hier eine Vielzahl von Gewürzen. Man merkt Menthol, Eukalyptus aber auch Nadelholz und Waldboden bis hin zu einer dezenten Fruchtnote. Faszinierend was diese Beere so alles kann. Im Mund fällt mir zuerst die Kremigkeit bzw. Öligkeit auf. Er kommt komplexer rüber, als die eine Zutat vermuten lässt.  Der Alkohol ist gut eingebunden. Auch eine leichte Zitrusnote ist spürbar. Diese kommt aber eher von einer Zitronenmelisse als einer Zitronenzeste. Ich bin echt begeistert von diesen Gin. Wenn doch der deutsche Wacholderbrand meiner Jugend genauso geschmeckt hätte, wäre ich bei ihm geblieben.

Leider habe ich ihn mit dem Fever Tree mediterranen probiert. Dabei verliert er ein wenig. Auch hier würde ich eher zu einem klassischen Indian Tonic greifen.

 

Der 3. Gin „The ILLUSIONIST Gin“

Der dritte Gin nun ist ein deutscher Gin, der den schönen Namen „The Illusionist Dry Gin“ trägt. Und wenn man den Gin anschaut, weiß man auch warum. Die Farbe des Gins aus München ist komplett ginuntypisch. Mit seiner blauen Farbe fühle ich mich in meine Schulzeiten zurückversetzt. Den er hat die Farbe von Tinte. Am Anfang habe ich mich gar nicht getraut ihn zu probieren, da ich befürchtete Blue Curacao im Glas zu haben. Ein weiterer toller Effekt des „Magiers“ ist, dass er bei Zugabe von Tonic seine Farbe wechselt. Von anfänglich violett, wechselt er bei mehr Tonic ins Rosa. Die Hersteller beschreiben den Ursprung dieses Farbenspiels mit dem blumigen Worten von der  „blauen Blüte vom anderen Ende der Welt“. Ich denke aber auch der verwendete  Lavendel spielt bei der Farbgebung auch eine Rolle. Daneben werden noch Wacholder, Angelika, Muskatblüte, Süßholz, Rosmarin sowie frische Orangen und Zitronen verwendet. Insgesamt kommen 14 Botanicals zum Einsatz, davon werden aber einige nicht genannt.

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Das A-Siegel auf den Sample-Flaschen

Die Nase fühlt sich ein wenig an der Nase herumgeführt. So erwartet man eher etwas süsses, hat aber eher eine würzige, erdige Nase, mit mediterranen Kräuter und einer ganz leichten Zitrusnote. Ebenso ist der Wacholder spürbar und nach einiger Zeit kommen auch blumige Aromen dazu. Der erste Schluck und sofort fällt die Süsse auf. Hier hat der Lavendel wohl zu beigetragen. Dazu kommt eine gewisse Gewürznote und eine Blumigkeit. Für mich war das Ganze schon wieder ein wenig zu süss.

Dann der Einsatz von Tonic herrlich diese Farbveränderung. Damit kann man bestimmt zum Mittelpunkt einer jeden Party werden.  Ich habe mich für das Fever Tree mediterranean entschieden. Herausgekommen ist ein absoluter mediterraner Gewürzbecher mit einer angenehmen Süsse. Hier finde ich dass er ein ganz klarer G&T Gin ist, der erst mit Tonic richtig zu seiner Entfaltung kommt. Gelungener Gin mit einer spektakulären Farbgebung.

Als Fazit bleibt mir festzuhalten, das Gin-Abo der Abonauten ein gelungenes Produkt für Gin-Liebhaber ist. Man hat schon Vorfreude beim Auspacken und speziell bei der Auswahl der Gins haben die beiden wirklich ein gutes Händchen bewiesen.

Mit einem Abonauten Gin-Abo erhaltet Ihr immer am ersten Donnerstag des Monats eine Box mit drei verschiedenen Gins (jeweils 0,1 Liter). Ein Abonnement kann man ab 30 € im Monat beziehen. Angeboten werden Abonnements mit drei, sechs oder zwölf Monaten Laufzeit, sowie ein flexibles, monatlich kündbares Abo namens Gin Flex. Dabei sind im Preis die Kosten fürs Porto schon enthalten. Weihnachten steht ja auch schon wieder vor der Tür, wenn Ihr also ein Geschenk für Euch selbst oder Freunde sucht, vielleicht wäre es ja etwas.

Informationen über die Abonauten, das Ginabo und Bestellmöglichkeiten findet Ihr hier: www.abonauten.de

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Disclaimer: Die 1. Abonauten-Box wurde mir von der Abonauten UG i.Gr. aus Bad Tölz unentgeltlich zum Testen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Eine inhaltliche Beeinflussung des Textes fand nicht statt.

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Tonictest 2.0 – die bitteren Tage gehen weiter 

img_1452Mittlerweile gibt es schon wieder so viele neue Tonics auf den Markt, dass ich mich gemüßigt gefühlt habe, diese auch zu probieren. Ich hatte damals schon beim großen Tonictest im letzten Sommer 10 verschiedene Toncis getestet. Hier findet Ihr den Beitrag dazu. Aber die Zahl der Tonic Water ist ja schon fast unüberschaubar. Im Netz habe ich irgendwo die Zahl von 350 verschiedenen Tonics gelesen. Da verliert man schnell den Überblick und es wird schon recht schwierig die richtige G&T Kombination zu finden. Daher will hier eine kleine Reihe starten und ab und zu neueTonics probieren. Dabei gehe ich ganz undogmatisch zu. Ich schaue welche ich gerade irgendwo gefunden habe und diese werden mit den gerade offenen Gins probiert.
Los geht es. Bei der ersten Runde mache ich eine kleine Europatour. Ich starte mit einem Tonic aus Italien, dann geht es nach Belgien und zum Schluss nach Spanien.

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Das Aquatonica von Plose aus Italien

Plose Aquatonica (Italien)

Starten möchte ich mit dem Plose Aquatonica. Ein Tonic aus Italien, genauer gesagt aus Brixen in Südtirol. Das Tonic kommt von dem Familienunternehmen Plose Quelle AG. Diese füllen schon seit den 50er Jahren Mineralwasser und in den letzten Jahren auch Limonaden ab. Für den deutschen ungewöhnliche Limonadengeschmäcker aus Italien kenn ich ja, aber Tonic hatte ich noch nicht im Glas. Bei der Flasche fällt zuerst ein recht ungewöhnliches Design auf. Die 25 cl Flasche mit Drehverschluss, hat man bei Tonic Water eher selten. Wenn man nicht genauer auf dem Etikett nachliest, vermutet man wirklich eher eine Limonade. Auf diesem fällt zuerst ein auf vintage getrimmter Gewichtheber auf, der einem Zirkusplakat aus den 20er entlehnt worden ist. Mit dem Hinweis corroborante-Stärkung soll wo eine Richtung angedeutet werden. Beim Öffnen merkt man schon ziemlich die Kohlensäure. Diese ist aber angenehm feinperlig. In der Nase eher blumig, süßlich – kommt eher wie eine Limonade daher. Und auch im Mund kommt eine ziemliche Süsse durch. Aber im Abgang kommt dann auch eine leichte Bitterkeit auf. Leider verfliegt die Kohlensäure sehr schnell.

img_3473Nun probieren wir das Tonic mit Gin. Da es recht süss daher kommt, dachte ich mir ich brauche einen eher klassischen wacholderbetonten Gin. Daher habe ich mich für den Brokers entschieden. Da leider die Kohlensäure schnell weg war und die Süsse stark im Vordergrund steht, hatte selbst so ein kräftiger Gin wenig Chancen. Da braucht es schon ein spanisches Mischverhältnis von 1:2 damit der Gin geschmacklich dagegen halten kann.

img_3475Ok dann werde ich mutiger und habe dem Tonic den recht kräftigen und intensiven BCN Gin entgegengesetzt. Der kam schon eher durch, aber die beiden sind nicht wirklich eine glückliche Gemeinschaft. Der Gin wirkt durch die Kombination irgendwie seifig. Eigentlich sollten zwei Gins genügen. Aber mein kleiner Gewichtheber aus Südtirol ist schon eine härtere Nuss. img_3477Ein letzter Versuch mit einem eher zitruslastigen Gin bringt vielleicht die Wende. Mit dem Rangpur von Tanqueray habe ich es dann noch mal versucht. Und hier habe ich mit das beste Ergebnis erzielt. Aber wirklich überzeugend war es auch nicht. Besonders störte mich die Süsse, die durch die schnell verflüchtende Kohlensäure extrem viele Geschmacksnoten überlagert.

Als Fazit kann ich sagen, dieses Tonic hat mich gar nicht überzeugt. Es gibt vielleicht den einen oder anderen Gin zu dem er passen könnte, aber meine Auswahl musste sich gegenüber dem Tonic geschlagen geben. Von meiner Seite keine Empfehlung.

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Das Tonic das nach dem Tonicerfinder benannt ist

Erasmus Bond Traditional Tonic (Belgien) 

Nach diesem Erlebnis musste ein klassisches Tonic her. Und wenn man sich schon nach dem Erfinder (oder besser Lizenznehmer) des ersten Tonics benennt, erwarte ich ein klassisches Tonic. Das Erasmus Bond wird in Belgien hergestellt. Der Londoner Erasmus Bond hat schon 1858 das erste Tonic patentieren lassen, noch vor der dem Hoflieferanten Schweppes von Herrn Schweppe.

Die Nase ist nicht aufdringlich, gute Zitrusnote aber alles recht zurückhaltend. Eine sehr gute Kohlensäuremenge, die auch nach dem Einschenken erhalten geblieben ist. Schöne Bitterkeit der Chinarinde mit einer leichten Süsse im Hintergrund. Ein klein wenig ist auch Lakritz wahrnehmbar, aber die Chinarinde ist mit ihrer Bitterkeit klar im Vordergrund. Trotzdem ist eine leichte Süsse im Hintergrund gut wahrnehmbar. Ein wirklich schönes klassisches Tonic, dass sich auch gut pur trinken lässt. Bin gespannt was meine Gins dazu sagen.

img_3491Als ersten Gin habe ich den Dodd´s Gin genommen, der schon ein wenig Ecken und Kanten mit seinem Honig und Lorbeer mitbringt. Zusammen mit dem Erasmus Bond ist es eine super Kombination. Der Gin ist noch gut mit seiner Note wahrnehmbar und der Tonic gibt dem ganzen seinen Rahmen. Ich habe ein 1:3 Mischverhältnis genommen. Wirklich eine schöne Kombination, die wirklich gut passte. Um das Tonic ein wenig auf Herz und Nieren zu prüfen, versuchte ich als nächstes einen wirklich herausfordernden Gin.

img_3492Den Bonner Flow Gin der mit seinem starken Rosenaroma ist definitiv nicht für jedes Tonic geeignet. Aber nach dem ersten Gin, fand ich das Bond Tonic so schön rund und dezent, dass ich es versuchen wollte. Auch hier setzt der Tonic dem Gin etwas entgegen, ohne ihn zu überlagern. Auch werden die Rosennoten beim puren Gin ein wenig abgeschwächt. Daher schafft er es auch bei herausfordernden Gins. Obwohl ich feststellte, wenn man ihn ein wenig stehenlässt, er eine leicht seifige Note entwickelt. Wer lässt aber schon seinen G&T stehen. Der Vergleich zwischen ersten und zweitem Tonic, also Italien und Belgien empfinde ich auf Grund der Geschichte schon als unfair, daher will ich sie auch gar nicht vergleichen. Das Erasmus Bond Classic Tonic macht seinem Namen alle Ehre und ist ein gutes, traditionelles Tonic, welches zu vielen Gins passt. Für mich ist es eine absolute Empfehlung. Erstaunlich ist nur, das es trotz des aktuellen Hypes nur selten hier in Deutschland zu kaufen ist. Ich persönlich habe es auch aus Holland mitgebracht.

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Ein ungewöhnliches Tonic mit Zuzu-Saft 

Qyuzu Premium Tonic Water (Spanien) 

Nach diesem klassischen Tonic soll jetzt ein wenig ungewöhnlicheres Tonic getestet werden. Nach Italien und Belgien soll es nun ein spanisches Tonic sein. Das Qyuzu Tonic das mit Yuzusirup versetzt ist. Laut Dose sollen 2,3 % Yuzusaft, der Saft einer japanischen Zitrusart, zugesetzt sein. Schon durch die Verpackung in der Dose fällt dieses Tonic auf. Ein wenig erinnert es an eine Kirin oder eine andere japanische Bierdose. Es sind auch 200 ml enthalten, obwohl die Dose kleiner wirkt. Aber wirklich nettes Design. Beim Einschenken fällt schon eine gewisse Trübung auf. Sieht fast aus wie ein Bitter Lemon. Die Nase ist geprägt von Zitrus und Fruchtaromen. Ich kenne Yuzu jetzt nicht, denke aber mal das es Yuzu ist, was hier in die Nase steigt. Beim Blindriechen wäre ich schwerlich auf Tonic gekommen. In der Nase erinnert es eher an einen zitrusartigen Fruchtsaft und ein wenig Aloe Vera vermag ich auch wahrzunehmen. Kohlensäure ist da, aber auch hier schnell wieder weg. Auf der Zunge erst recht fruchtig, ein wenig süss. Echt angenehm, wenn auch anfänglich wenig tonichaft. Im Abgang ist dann die Chinarinde spürbar und ein bitteres Mundgefühl bleibt übrig. Es ist schon mal eine spannende Mischung, aber eben halt kein klassisches Tonic. Man könnte es schon fast ein „New Western Style Tonic“ nennen, wenn man die Ginkategorie übertragen würde.

img_3495Jetzt wird es schwierig, was für einen Gin setzen wir dem entgegen. Ich versuche es mal mit dem Klassiker dem Bombay Sapphire. Erst mal an die Trübung im G&T gewöhnen. In der Nase nur noch Zitrone – wow hat schon fast was von Zitronensaft. Im Mund kommt der Gin nur gering durch, habe wieder die Saftassoziation. Schade das die Kohlensäure so schnell weg ist. Auch hier steht der Yuzusaft noch ziemlich im Vordergrund. Obwohl ich mag es. Komplett was anderes, nicht für jeden Tag aber wenn man mal was ungewöhnliches mag.

img_3497Jetzt versuche ich das Ganze noch mit einem spezielleren Gin, dem Martin Miller Westborne Strenght. Hier habe ich auch mal mit einer spanischen Mischung von 1:2 gearbeitet. Da das Tonic doch einen starken Eigengeschmack mitbringt. In der Nase bleibt das Aroma der Yuzu-Pflanze. Hier kommt jetzt auch noch der Martin Miller noch zur Geltung – auch das Gurkenaroma ist noch wahrnehmbar. Das harmoniert gut mit der Yuzuzitruslastigkeit. Daher empfehle ich bei diesem Tonic ein eher kräftigeren, wacholderbetonten Gin dazu zu nehmen. Vielleicht auch der spanischen Herkunft geschuldet, empfehle ich auch einen höheren Anteil an Gin. Ansonsten aber ein wirklich spannendes Tonic, mit dem man gut experimentieren kann.

Es ist spannend was sich so alles auf dem Tonicmarkt tut. Lest hier in Zukunft weitere Tonics-Test. Und versucht es zu Hause auch einfach mal aus, es macht wirklich Spaß. Speziell jetzt im Sommer bietet es sich an.

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