Archiv der Kategorie: Grain Whisky

Whiskymessen – Tipps für den ersten Besuch

imageWie viele von Euch interessiere ich mich für Whisky, im speziellen Single Malt Whisky. Wenn man sich länger mit dem Thema beschäftigt, will man auch mal auf eine Whiskymesse gehen. Und meist ist man komplett überfordert. Da es auch mir am Anfang ähnlich ging, will ich in diesem Beitrag ein paar Tipps geben, damit der erste Messebesuch ein schöner wird. Durch das zunehmende Interesse an Whisky ist die Anzahl der Whiskymessen in den letzten Jahren schon unübersichtlich geworden. Und es gibt fast keine Gegend in Deutschland wo nicht im Umkreis von 100 km die ein oder andere Messe stattfindet. Für den Anfang würde ich erstmal eine kleine, lokale Messe empfehlen. Denn bei den Großevents wie der Whiskyfair in Limburg, der Aquavitae in Mühlheim, der Finest Spirits in München oder der Interwhisky in Frankfurt ist man als Neuling vom Angebot leicht überfordert. Die meisten Messen funktionieren so, dass Ihr an der Kasse mit dem Eintritt ein Tastingglas erhaltet. An den Ständen gibt es dann häufig Preislisten für ein Glas oder die ganze Flasche.

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Aber auch bei kleineren Messen kann einen das Angebot leicht überfordern, daher kann man mit ein wenig Planung den Überblick und das Messevergnügen noch ein wenig steigern. Dies hilft z.B. überhaupt reinzukommen, das richtige Tasting zu buchen oder den gesuchten Whisky mit nach Hause zu nehmen. Häufig gehen die Whiskymessen über mehrere meist zwei Tage. Je nachdem wo die Messe stattfindet, sollte man auch eine Übernachtung mit einplanen. Da eine lange Fahrt egal ob mit Auto (natürlich nicht Ihr selbst) oder Zug nach einem Messetag schon recht lang werden kann. Wenn Ihr nur einen Tag hingehen wollt, überlegt vorher ob Euch ein größerer Andrang an Leuten stört. Da besonders der Samstag immer bedeutend besser besucht ist, als der Sonntag. Als nächstes solltet Ihr Euch Tickets besorgen. Die meisten, zumindest mir bekannten Messen bieten einen Vorverkauf der Tickets an. Dies kann ich jeden nur ans Herz legen. Einige Messen haben auf Grund der Platzverhältnisse nur eine bestimmte Anzahl an Karten und dann kann es am Messetag auch schnell ausverkauft sein.  Außerdem spart man sich dann auch noch das Anstehen an der Tageskasse. Des weiteren bieten viele Messen auch schon im Voraus die Möglichkeit Verkostungen zu buchen. Und speziell bei besonderen Abfüllungen oder bekannten Präsentatoren sind diese schnell ausverkauft. Außerdem kann ich empfehlen, dass Ihr nicht unbedingt den letzten Termin buchen solltet, speziell wenn man schon von Beginn an auf der Messe ist. Nachdem Ihr also die Karten und Tastings reserviert habt, nutzt Ihr die Website der Messe, um Euch über die Aussteller zu informieren. Die Messen die ich überwiegend besuche, sind von sogenannten Unabhängigen Abfüllern dominiert. Aber auch die Destillen selbst sind teilweise selbst oder durch Vertreter vor Ort. So kann man sich im Vorhinein über neue Abfüllungen informieren und sich eine Liste erstellen, was man probieren möchte. Hier die Empfehlung weniger ist mehr. Außerdem habt Ihr mit dieser Liste eine gute Grundlage nicht um nicht sofort überfordert zu sein. Ausserdem vergesst Ihr keinen Whisky, den Ihr unbedingt probieren wolltet. Ich arbeite dann zu Beginn immer erst kurz meine Liste ab und habe dann die Zeit, mich einfach treiben zu lassen. Auch habe ich die Erfahrung gemacht, die guten und teuren Tröpfchen, wenn Ihr  sie nicht versampelt, diese relativ früh zu trinken. Denn zu einem späteren Zeitpunkt ist der Geschmacksapperat schon so in Anspruch genommen, dass man nicht wirklich Nuancen erschmecken kann. Was die Reihenfolge angeht, empfehle ich wie bei Tastings erst mit den weniger intensiven und alkoholbetonten Whiskys zu beginnen.

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Jetzt möchte ich dazu kommen, was ich empfehle mitzunehmen, wenn Ihr zum ersten mal auf eine Whiskymesse geht. Zuerst natürlich ausreichend Neugier und Entdeckerdrang. Dann ist es ganz wichtig, ausreichend Wasser dabei zu haben. Immer mehr Messen bieten zwar kostenlos Wasser an, aber es ist immer noch nicht Standard. Und um gut durchzuhalten, sollte mindestens ein bis zwei Glas Wasser pro Dram getrunken werden. Da Ihr vielleicht den ein oder anderen Whisky probieren wollt, aber dies nicht an einem Tag machen solltet, bieten sich Samples an. Ich finde speziell bei Abfüllungen, die ich unbedingt genauer prüfen möchte, nehme ich diese lieber als Sample mit. So kann ich zu Hause ohne Ablenkungen und vorher getrunkenen Whisky das Stöffchen ganz unvoreingenommen und intensiver probieren. Es ist auch kein Problem bei Ständen oder auch bei Tastings sich den Whisky abfüllen zu lassen. Um es den Leuten nicht zu schwer zu machen, nehmt noch einen kleinen Trichter mit. Besonders wenn Ihr z.B. bei Tastings selbst abfüllen müsst, ist er sehr hilfreich. Damit Ihr danach wisst, was in den Samples drin ist, am besten auch gleich Aufkleber mitnehmen. Wenn Ihr schon vorher wisst, was abgefüllt werden soll, kann man diese sogar schon vorab bedrucken. Natürlich solltet Ihr auch Euren Plan nicht vergessen. So wisst Ihr zu welchen Stand Ihr gehen wollt und was für Whiskys es dort gibt. Was ich besonders praktisch finde, sind Glashalter. Mit denen könnt Ihr das am Eingang erhaltene Glas umhängen. Diese Bänder bekommt Ihr häufig auf Whiskymessen oder im Internet. So braucht Ihr Euer Tastingglas nicht die ganze Zeit in der Hand tragen. Apropos tragen, verzichtet am besten auf einen Rucksack. Erstens besteht dabei immer eine erhöhte Gefahr des Diebstahls. Und zweitens vertragen sich große Rucksäcke, viele Menschen und Stände mit Flaschen eher weniger. Eine Umhängetasche leistet dabei häufig bessere Dienste.

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Wichtig ist natürlich auch mit einer gehörigen Portion Neugier und Interesse an eine solche Messe heranzugehen. Also auch mal zu Euch total unbekannten Abfüllern zu gehen und nach Tipps und Empfehlungen fragen. Da kommen immer die besten Erlebnisse und Eindrücke raus.

Zum Abschluss gibt es noch ein paar Messen, die ich selbst schon besucht habe und auf jeden Fall empfehlen kann.

Messenname                                 nächster Termin                   Ort                               Weitere Infos/Website

Just Whisky                                   28.05. – 29.05.2016           Oberhausen               www.justwhiskyoberhausen.de

Aquavitae                                       29.10. – 30.10.2016            Mühlheim                  www.whiskymesse.eu

Finest Spirits                                 03.02. – 05.02.2017           München                    www.finest-spirits.com

Whiskymesse Rhein/Ruhr         01.04. – 02.04.2017           Düsseldorf                  www.whisky-messe-rheinruhr.de

Whisky Fair                                   23.04. – 24.04.2017           Limburg                      www.festival.whiskyfair.de

 

Die oben aufgeführten Messen sind von meiner Seite alle zu empfehlen und geben einen schönen Überblick auch für Whiskyanfänger. Daneben gibt es eine Vielzahl weiterer Messen und Veranstaltungen die sich hauptsächlich der nur teilweise dem Thema Whisky verschrieben haben. Einen sehr umfangreiche Liste habe ich unter messen.de gefunden. Jetzt bleibt mir nur Euch viel Spaß beim nächsten Besuch einer Whiskymesse zu wünschen. Und immer daran denken, das wichtigste ist Spaß zu haben.

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Whiskyparadies in Lissabon

Drinklabor_Whisky_Lissabon1Im Rahmen unserer Osterreise nach Lissabon musste ich natürlich auch schauen, ob es hier nicht auch ein Ort für mich als Whiskyconnoisseur gibt. Und nach einigem Suchen im Netz bin ich auf Whisky & Co im Lissabonner Norden gestoßen. Durch einen Tipp bekam ich auch den Hinweis, nach der privaten Kollektion zu fragen. Whisky & Co liegt ein wenig außerhalb, ist aber gut mit der Metro erreichbar. Von der Haltestelle Entre Campos (gelbe Linie) braucht man nur ca. 300 m bis zur Rua Visconde de Seabra 12-C zu laufen. Von außen wirkt der Laden recht unscheinbar. Das Angebot ist ganz gut sortiert. Natürlich viele Standards und auch die in Portugal noch gern genommenen Blended Whiskys. Verglichen mit deutschen Whiskypreisen sind die Flaschen ein wenig teuerer. Die Aufmachung des Ladens ist ganz ansprechend. Und nach einigen Suchen findet man auch das ein oder andere ältere Schätzchen – speziell alte Standardabfüllungen aus den 80er und 90er. Und diese häufig auch noch zu angenehmen Preisen.

Drinklabor_Whisky_Lissabon2Nachdem wir uns ein wenig umgeschaut hatten, wollten wir uns natürlich auch die Kollektion anschauen. Das Problem war nur, dass die Verkäuferin nur portugiesisch sprach, aber nach einigem Brocken in Italienisch oder Spanisch verstand sie, was wir wollten. Nach einigem Zögern meinte sie, wir sollten noch 10 Minuten warten, dann würde jemand kommen, der uns helfen könnte. Der Kollege kam, aber auch er konnte kein Englisch. Er bot sich aber trotzdem an, uns die Sammlung zu zeigen. Und so führte er uns mit einigem Stolz in einen hinteren Raum. Zuerst kommt man in eine Art Vorraum der die beeindruckenden Sammlung von PKW-Miniaturen enthielt. Hier hat wohl einer eine Sammelleidenschaft für diverse Dinge. Die Sammlung und der Raum sind recht edel aufgemacht und ausserdem findet man in der Ecke den Arbeitsplatz des Sammlers in Form eines großen Mahagonischreibtisches. Die Sammlung bereitete uns schon mal ein wenig vor, was wir im nächsten Zimmer erwarten können. Denn was wir dort zu sehen bekamen war schlicht unglaublich und für einen Whiskyfan schon fast nicht ertragbar. Man findet gar keine Worte das Ganze zu beschreiben. Hier hat einer über Jahre quasi fast alles gesammelt. Die Sammlung erstreckte sich über meterweise Regalwände und in der Mitte waren spezielle Vitrinen für ganz spezielle Schätzchen. An der Decke hängen alle möglichen Wasserkrüge von diversen Destillen. Man konnte den Raum schon fast als übervoll bezeichnen. Da hier über mehrere Jahrzehnte gesammelt wurde, finden sich wahrlich viele sehr alte Flaschen.

Drinklabor_Whisky_Lissabon3Die Ganze Sammlung soll zwischen 11.000-12.000 Flaschen enthalten und wurde vor weit über 50 Jahren begonnen. Wir wir im Nachhinein von der Tochter des Sammlers erfahren konnten. Der Mann der diese Sammlung und auch den Shop aufgebaut hat, ist mittlerweile über 85 Jahre und das Ganze wird jetzt von der Tochter verwaltet. Als man sich von dem ersten Schock erholt hatte, leitete uns unser Guide in einen zweiten Raum. Hier fanden sich fast überwiegend Blended Whiskys, mit ganz vielen Sondereditionen für bestimmte Feiertage oder Personen. So gab es eine eigene komplette Wand nur mit Flaschen der englischen königlichen Familie für diverse Anlässe. Auch bestimmte Sondereditionen für Geburtstage, Tronjubiläen etc. der Queen waren natürlich vertreten. Und auch spezielle Editionen z.B. von Chivas Regal bei denen die Flaschen von französischen Designer erstellt wurden. Es war schlicht und ergreifend unglaublich was sich hier auf 30-40 m2 angesammelt hat. Dann stöberten wir noch ein wenig im ersten Raum – da hier die noch spannenderen Flaschen zu finden waren. So hatte er von fast allen Destillen Flaschen vorrätig, teilweise sogar komplette Jahrgangsabfüllungen, so o z.B. von Glenfarclas ab den 50er Jahren. Dann diverse alte Abfüllungen der SMWS aus den Anfangsjahren. Die älteste von mir gefundene Flasche war ein Glen Grant von 1928. Aber auch eine Vielzahl von alten japanischen und amerikanischen Whiskys war in der Sammlung vertreten. Nach Ende der Besichtigung konnten wir uns noch kurz mit der Tochter des Sammlers unterhalten. Sie überlegen derzeit die Sammlung langfristig zu veräussern. Doch meint sie, speziell für die Blends nicht wirklich den gewünschten Preis zu bekommen. Und diese macht meiner Einschätzung fast 50 % der Sammlung aus. Aber allein für die vielen alten Single Malts lässt sich wohl ein gewaltiges Sümmchen bekommen. Obwohl es wirklich schade wäre, wenn man nicht mehr diese skurrile, aber auch sehr beeindruckende Sammlung geniessen kann. Wenn Ihr also in Lissabon seit, stattet dem Whisky & Co. auf jedenfall einen Besuch ab. So könnt Ihr. vielleicht den ein oder anderen älteren Whisky zu bezahlbaren Preisen ergattern und diese wirklich beeindruckende Sammlung bewundern. Hier findet Ihr die Adresse und die Öffnungszeiten des Shops.

 http://www.whiskycompany.interdinamica.pt

Und hier noch ein paar Eindrücke der Sammlung:

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Sylter Trading Whisky

Drinklabor_SylterTrading1Meine Herzallerliebste und ich sind große Syltfans. Und speziell über den Jahreswechsel fahren wir mittlerweile regelmäßig auf DIE Insel. Und obwohl sie zu der Zeit gut frequentiert ist, findet man genügend schöne und einsame Plätze. Als Whiskyfan bin ich durch Zufall auf die Sylter Whiskytrading gestoßen. Das musste man sich doch mal anschauen. Netterweise hatten sie noch kurz vor dem Jahresende ein Tasting angeboten, wo ich gleich zwei Plätze für uns buchte. Am Anfang war ich doch ein wenig skeptisch. Da Sylt doch häufig mit ihrem Namen als Marketingmagnet dienen muss. Und da speziell Single Malt Whisky in den letzen Jahren eine immer größere Zahl von Liebhaber findet, war ein Syltwhisky nur eine Frage der Zeit. Um es anders zu sagen, kenne ich zur Zeit schon drei verschiedene Ansätze dazu. Gestartet hat es vor 2-3 Jahren mit einem anderen Sylter Aushängeschild – die Sansibar. Sie füllt zusammen mit dem unabhängigen Abfüller Whisky Agency schottischen Whisky unter ihrem Label ab. Hier steht aber eindeutig die Marke Sansibar und nur indirekt Sylt im Fokus. Seit dem letzten Jahr bietet auch die deutsche Destille Blaue Maus einen „Sylter Whisky“ an.  Hier werden Fässer mit Whisky in der Nähe Lists in der Nordsee gelagert und somit quasi Nordsee gefinisht. Und seit Mai letzen Jahres gibt es die Sylter Trading, deren erster Whisky in 2017 abgefüllt wird. Nur direkt vor Ort destillieren hat sich auf Grund der schwierigen Kostensituation bisher noch keiner gewagt.

Drinklabor_SylterTrading_2Die Sylter Trading befindet sich in der Hafenstraße in Rantum. Für Freunde der 2 Schwerter  – man geht am Sansibar Outlet vorbei und am Ende der Straße befindet sich das Gebäude. Wirklich sehr nett aufgemacht. Im vorderen Bereich befindet sich der Verkaufsraum mit Theke und entsprechenden Regalen. Im hinteren Bereich ist dann das Fasslager zu finden. Hier war auch die große Tafel für unser Tasting direkt vor den Fässern aufgebaut. Was natürlich zur heimeligen Atmosphäre beitrug. Interessant und mir so nicht bekannt ist, dass sie neben ihren eigenen Whisky auch andere Whiskys und Spirituosen anbieten. Im kleinen Warehouse konnte man sogar dezent Whisky (Angel Share) erschnüffeln. Wenn auch nur sehr gering, dafür sind es noch zu wenig Fässer. Außerdem bringt das raue Klima auf Sylt auch nur eine geringe Ausbeute für die Engel mit sich. Der Angels Share beträgt hier nur 2 %. Wie oben schon angedeutet, wird der Whisky nicht auf Sylt, sondern in Lippstadt destilliert und dann in Oloroso und Pedro Ximenez Fässer abgefüllt. Die Fässer sind alle ca. 120 l groß und lagern die gesamte Zeit hier auf Sylt. Daneben gibt es aber auch schottische Whiskys von der Sylter Trading. Diese werden für sie ebenfalls von Thomas Ewers ausgesucht, der auch bei der Feinabstimmung beim Fassmanagement für den zukünftigen Sylter Whisky unterstützt.

Drinklabor_SylterTrading_3Die Idee für die Sylter Trading – soll im wahrsten Sinne des Wortes – eine Schnapsidee gewesen sein und bei einem gemütlichen Abend vor 2 1/2 Jahren entstanden sein. Den Shop und das Fasslager gibt es seit Mai 2015 und 2017 soll der erste Whisky abgefüllt werden. Wir durften nachher auch einen Dram des Spirits – er war ca. 1 Jahr und 3 Monte alt – aus dem Pedro Ximenez Fass probieren. Er hatte 61,8 % und war für seine Jugendlichkeit schon ausgesprochen komplex und lecker. Ich bin gespannt wie sich der Whisky in den verbleibenden Jahren noch entwickelt. Aber kommen wir zum wichtigsten des Abends dem Tasting. Unser Referent leitete uns sehr fachkundig durch den Abend. Er schaffte es gut, den Spagat zwischen den unterschiedlichen Teilnehmern hinzubekommen. Wir waren insgesamt 14 Teilnehmer und damit war der Raum auch schon sehr gut besetzt. Im ersten Teil gab es drei trinkstärke Whiskys. Wir starteten mit einem Inchmurrin. Dieser Whisky aus der Lochlomond Destillerie ist nicht wirklich für seinen guten Whisky berühmt. Aber dieser war durch seine eingesetzten Fässer was besonderes. Angeblich waren diese nicht ganz in Ordnung – jedenfalls führte dies zu einem spannenden Geschmacksphänomen. Er entwickelte innerhalb der ersten 1/2 h nach dem er ins Glas kam, eine Vielzahl unterschiedlicher Aromen – von metallisch, über Vanille, Äpfel, Karamel – schon recht spannend alle 5-10 Minuten an ihm zu schnüffeln. Danach kam ein 15 Jähre Deanston, der speziell für Sylter Trading mit 45,8 % abgefüllt wurde. Obwohl ich Deanston Fan bin, war der definitiv nicht meiner. Hier stach zu stark der Schwefel durch. Schade eigentlich. Den Abschluss der ersten Runde bildete der 10jährige Glen Scotia.

Nach einer kurzen Pause ging es im zweiten Teil zu den Fassstärken. Hier kamen nur noch schottische Whiskys der Sylter Trading auf den Tisch. Sehr gut fand ich, dass uns unserer Tastingleiter ganz langsam an die Fassstärken heranführte. Erst kurz pur, dann teilweise bis zu viermal Wasser – so konnte man schön die unterschiedlichen Aromen erschmecken. Und wenn jemand schon zu schnell war, um noch mal Wasser dazu zu geben, dann bekam man sogar noch einen Whiskynachschlag. Angefangen haben wir mit einem 95er Mortlach aus dem Bourbon Hogshead. Der war mit seinen 57,8 % doch recht sprittig. Und auch mit Wasser wurde er für mich nicht besser. War leider nicht meiner. Da kam mir der Nachfolger doch schon mehr entgegen. Ein 17jähriger Glengoyne komplett aus einem Sherry Hogshead. Schönes Karamellstöffchen und auch mit seinen 58,2 % Alkohol auch ohne Wasser gut trinkbar. Das war  schon ein echtes Highlight. Und danach wurde das ganze noch mal gesteigert mit einem wunderbaren 12jährigen Bowmore. Dieser hat sogar der Herzallerliebsten außergewöhnlich gut geschmeckt. Und sie ist wirklich kein Fan von Islaywhisky. Aber hier kamen einfach die Fruchtaromen mit Cremigkeit, einer leichten Rauch- und Teernote und einer ausgesprochenen Süsse zusammen. Ein wirklich gelungener Dram. Wer wollte durfte danach den Arbeitsstand aus den Fässern probieren. Ich hatte wie oben schon geschrieben einen ein jährigen Spirit aus dem Pedro Ximinez Fass. Und nach all den lang gereiften Schotten konnte der Spirit noch gut mithalten. Mal sehen was die Zukunft bringt. Wer danach immer noch nicht genug hatte, konnte auch noch von den offenen Flaschen probieren oder den ein oder anderen Whisky noch mal nachverkosten. Wir mussten uns auf dem Weg machen, damit wir den letzten Bus nach List nehmen konnten. So ging ein sehr schönes Tasting zu Ende und ich war sehr begeistert von dem Konzept und den Whisky der Sylter Trading. Weitere Informationen zu Öffnungszeiten, Tastings oder Fasskäufen findet Ihr unter Sylter Trading.

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Vertical Weinbar Aachen – Wine- trifft Whiskybar

Drinlabor_Vertical_1Kennt Ihr dass –  man will Abends kein 3 Gänge Menu – sondern nur ein Glas Wein und vielleicht ein Stück Käse und Baguette essen. Und dann ist man in einer typischen deutschen Stadt unterwegs und weit und breit ist nichts passendes zu finden. Erstaunlicherweise ist das in Aachen ganz anders. Dies könnte wohl auch mit der geographischen Nähe zu Frankreich zu tun zu haben. Wir machten in diesem Sommer, beim Start auf unserer Eifelsteigtour, dort eine schöne Erfahrung. Am Nachmittag in Aachen angekommen, suchten wir, nach Check in und ein wenig Sight- und Windowseeing nach einer Kleinigkeit zum Essen. Wenn möglich in netter Umgebung mit einer schmackhaften Weinbegleitung. Daher hielten wir Ausschau nach einem netten Lokal, mit schönen Ambiente und einer kleinen Essenauswahl. Dabei sind wir auf die Vertical Weinbar gestossen. Und das Schöne an dieser Weinbar, es gibt hier sogar auch eine gut sortierte Whiskyauswahl. Der Laden war also wie für uns gemacht.

Das Ambiente wirkte modern, aber nicht ungemütlich. Die Einrichtung war sehr ansprechend und der Bezug zu Wein und Whisky war nicht zu übersehen. Da ist erstmal der ansprechende Tresen mit der Bar. Diese war ein schöner Blickfang und stellte quasi den Mittelpunkt des Lokals dar. Dann überall eine gut gewählte Anordnung von leeren Whiskytubes und von Weinkartondeckeln. Aber ohne das ganze zu übertreiben. Sehr kreativ fand ich auch die Lampen aus alten Weinkistenkartons, die die Bar in schummriges Licht tauchten. Neben der gut sortierten Auswahl an Getränken werden auch eine paar leckere Kleinigkeiten angeboten, so  z. B. Baguette mit einer Auswahl an verschiedenen Olivenölen oder ein  Vorspeisenteller mit Käse- und Schinkenvariationen.  Wem das nicht ausreicht, kann auch warme Gerichte bestellen. Diese werden in Kooperation mit dem Nachbarlokal angeboten. Wir entschieden uns für einen gemischten Käse-, Schinken- und Salamiteller.

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Aber wie der Name Bar schon andeutet, hier stehen ganz klar die Getränke im Vordergrund. Die Karte bot ca. 60 offene Weine die von einen 0,1 l Glas bis zu einer ganzen Flasche angeboten werden. Die 0,1 l Gläsern bieten einen auch die Möglichkeit mehrere unterschiedliche Weine zu probieren, ohne gleich beschwipst zu sein. Jeder Wein wir ausgiebig mit Geschmacksprofil und Charakteristika in der Karte beschrieben.  Daneben bietet die Getränkekarte noch ca. 60 Whiskyssorten an. Die meisten sind zwar Standards, aber gut gefächert und man kann auch den ein oder anderen speziellen Tropfen finden. So hat es mir besonders gefallen, auch 2 Bonner Whisky von Reifferscheids Romantic Rhine Collection zu finden.

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Wir beschränkten uns aber erst mal auf leckeren Wein und unseren Käse-Salami-Teller. Wir wählten einen kräftigeren Wein, damit er der Wurst und dem Käse paroli bieten konnte. Wir tranken einen Shiraz von 2012 von den Gotham Weingut. Dieses ist noch ein relativ junges Weingut aus Australien. Neben dem tollen Aroma von Backpflaumen und Tanninen, fand ich das Etikett sehr aufmerksamkeitsstark. Dort wurde durch den Namen des Weingutes ein Bezug zu Gauklern aus dem 18. Jahrhundert hergestellt. Diese soll aus der englischen Stadt Gotham kommen. So waren diese Männer mit riesigen Schnauzbärte und grotesken Frisuren als Comicstrip auf  dem Ettikett verewigt. Der Käse- und Salamiteller war wirklich lecker. Wenn uns auch das Olivenöl, welches über die Salami geträufelt war, uns am Anfang ein wenig befremdlich vorkam, schmeckte die Kombination wirklich sehr gut. Bei dem Käse stach besonders der Lieblingskäse von Charles de Gaulle heraus. Der Mimolett ist eine lokale Spezialität aus Lille mit einer fast orangen Färbung. Wirklich sehr aromatisch und absolut empfehlenswert. Zusammenfassend kann ich nur sagen,  ein wirklich schönes Lokal, was ich mir gern für Bonn wünschen würde. Dies war ein schöner Einstieg in unsere Wandertour über den Eifelsteig.

 Informationen zur Bar, Öffnungszeiten und angebotenen Getränken und Speisen findet Ihr unter Vertical.

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Whisky Dungeon in Münster – ungewöhnliche Mischung aus Pub und Shop

Drinklabor_WhiskyDungeonEnde Oktober verbrachten meine Herzallerliebste und ich ein Wochenende in Münster. Nach dem klassischen Freitagabend-Stau auf der Fahrt brauchten wir dringend noch etwas zu trinken. Schon vorab war ein Besuch im Whisky Dungeon geplant, denn dies soll der Ort für Whiskyfans in Münster sein. Noch dazu wo der Besitzer Michael Reik u.a. als Unabhängiger Abfüller „Best Dram“ in der Szene bekannt ist. Da das Dungeon bei uns in Hotelnähe war, konnten wir ihm Freitag Abends noch einen Besuch abstatten. Wie soll man das Dungeon beschreiben? Es ist eine Mischung aus einer Hardrockkneipe mit Pubanleihen mit angeschlossenen Verkaufsraum. Liegt auch super zentral, wenn auch nicht in den typischen Münsteraner Szenevierteln. Tagsüber kann mir hier Whiskys käuflich erwerben und Abends bei härterer Musik einen Dram oder ein Bier genießen. Die Kneipe ist recht dunkel, wie es sich für einen Pub gehört. Einige Gitarren hängen von der Decke und lautere Gitarrenmusik dröhnt aus dem Lautsprecher. Insgesamt ist der Laden recht urig. Eine größere Bar befindet sich im linken Bereich und gegenüber der Eingangstür geht es in den Verkaufsraum. Auch gibt es zwei Plätze um Dart zu spielen. Whisky steht hier im Vordergrund, aber auch das Bierangebot kann sich sehen lassen. So gibt es neben „normalen“ Bier wie Frankenheim Alt und Guinness drei eigene Biere. Ich habe das Cellar Secret ein Kellerbier als auch das Bull Shit – ein Schwarz Bier probiert. Das Kellerbier war für mich ganz ok, hatte aber schon bessere. Das Bull Shit dagegen war eine absolute Malzgranate – dagegen ist ein Guinness wie Fassbrause auf einem Kindergeburtstag. Sehr spannendes Bier, von welchem dann aber nach 1-2 Bieren sich ein Sättigungseffekt einstellt.

Hauptschwerpunkt ist hier, wie der Name schon andeutet natürlich der Whisky.  Auf Nachfrage bekommt man eine Whiskykarte in der Dicke eines Ottokatalogs. Insgesamt soll es bis zu 500 Whiskys geben. Da kann man doch schon einige Zeit drin blättern. Was ich aber schöner empfand, war das direkte Stöbern in dem im hinteren Bereich liegenden „Laden“. Das ist das Tolle hier, dass der Shop auch Abends geöffnet ist und man sich seine Flasche direkt aussuchen kann. Was natürlich bedeutend einfacher ist, als nur in der Karte zu blättern. Wenn man sich einen Whisky ausgesucht hat, sagt man dem Chef Bescheid und man bekommt den Whisky im Glencairn Glas an den Tisch gebracht. Natürlich bekommt man auch Ratschläge oder Empfehlungen, wenn man seine ungefähre Präferenz verrät. Ein sehr schönes System, zumindest wenn der Laden normal bis wenig besucht ist. Bei unseren zweiten Besuch am Samstag war es bedeutend voller. Und dann sah man die Nachteile an dem Konzept, da eine Person fast komplett für den Service weg fällt. Außerdem wurde vom Service immer nur ein Tisch nach dem anderen bedient, so  dass wir in unserer Gruppe erstmal für über 20 Minuten warten mussten. Da muss an dem System noch gearbeitet werden.

Wenn das Dungeon nicht ganz so gut besucht ist, ist es ein tolles Konzept. Man kann mit Michael ganz entspannt im Verkaufsraum über Whisky philosophieren. Er gibt Tipps, Empfehlungen und plaudert aus dem Nähkästchen. Neben seinen eigenen Abfüllungen hat er sich schwerpunktmäßig auf unabhängige Abfüller konzentriert. So hat er wirklich eine gute Auswahl sowohl an deutschen, als auch schottischen unabhängigen Abfüllern. Daneben auch noch die eine oder andere Originalabfüllung.  Es gibt immer einen Whisky der Woche, der ein wenig günstiger angeboten wird. Die Preise sind gängige Whiskypreise, wenn auch im oberen Bereich.

Insgesamt kann man das Whiskydungeon wirklich empfehlen. Ich finde es auch ein interessantes Konzept eine Kneipe und einen Shop miteinander zu verbinden. Und so sich seinen Dram direkt aus dem Regal aussuchen zu können oder nach bestimmten Abfüllungen zu suchen, macht wirklich Spaß. Und wenn man am Service speziell an den stärker frequentierten Abenden noch feilt, dann passt wirklich alles.
Informationen zu Öffnungszeiten, Angeboten und dem Shop findet Ihr unter www.Whiskydungeon.com.

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Scotch Single Malt meets Cologne Craft Beer – das Bier/Whiskytasting


Drinklabor_Hopfenrausch1Wie der Name des Blogs schon sagt, bin ich immer für Experimente zu haben. Speziell wenn es um zwei Getränke handelt, die ich beide mag – Single Malt Whisky und Craft Bier. Obwohl mir natürlich bei Bier und Whisky (Schnaps) zuerst der Begriff Herrengedeck und dunkle Spelunken in den Sinn kamen. Aber hier ging es um zwei „handwerkliche Produkte“ – unter dem Motto Scottish Single Malt meets Cologne Craft Beer. Das Tasting war Ende November und fand in einer recht neuen Location für Craftbierliebhaber in Köln statt – dem Hopfenrauch in Ehrenfeld. So langsam entwickelt sich auch Köln zu einem Craftbierzentrum. Das Hopfenrauch ist sowohl Shop als auch Veranstaltungsort und wurde erst Anfang Oktober eröffnet. Die Besitzerin Sabina Esser – Schwester von Peter Esser von der Braustelle hat hier ein schönes Refugium geschaffen. Mir persönlich ist es noch ein wenig karg, aber es befindet sich ja noch in der Anfangsphase. Unsere beiden Referenten Peter Klas (Whisky) von Scotia Spirit und Peter Esser (Bier) von der Braustelle führten uns für ihr jeweiliges Getränk durch den Abend.

Auf die Idee zu dieser Veranstaltung ist Peter (Whisky) durch einen Aufenthalt beim Speysidefestival gekommen. Dort hat einer der Stillmans von Cardhu ein Tasting zu diesem Thema gehalten. Neben seiner Berufung für Whisky ist er auch großer Craftbierfan und hat auch schon eigenes Bier hergestellt. Und da beide Getränke fast mit den gleichen Zutaten und ähnlichen Prozessen beginnen, kann man dann wunderbar Gemeinsamkeiten und Ähnlichkeiten feststellen. Von dieser Idee angetan, nahm Peter entsprechend Kontakt zu Kölns einziger Craftbierbrauerei auf. Was in Schottland funktioniert, muss doch auch in Köln gehen. Sie haben sich also zusammengesetzt und entsprechend Bier und Whisky aufeinander abgestimmt. Bei mir gingen gleich lustige Bilder durch den Kopf, wie die beiden nächtelang unterschiedliche Kombinationen ausprobieren.

Drinklabor_Hopfenrausch2Bei der Premiere haben sich insgesamt 6 Leute nach Ehrenfeld begeben. Und wir hatten die Aufgabe uns durch eine Kombi von 6 Whiskys und 6 Schlucken Bier zu tasten. Leider hatte Peter (Whisky) die passenden Tastinggläser für den Whisky vergessen, so dass wir eine Art Tumbler für den Whisky nutzen mussten. Was es für uns noch schwieriger machte, bestimmte Aromen zu erraten. Aber bei der Kombi Whisky und Bier (speziell so geschmacksbetonte wie von der Braustelle) hat es der Whisky nicht so einfach. Wie uns auch Peter erklärte, werden die Geruchseindrücke beim Whisky durch verschiedene Estherkombinationen erzeugt. Beim Bier dagegen wird teilweise das Gewürz oder die Frucht gleich beim Brauprozess zu gesetzt. Dies führt natürlich zu einem viel stärkeren Aromeneindruck. Schön fand ich, dass wir erstmal selbst raten durften, welche Aromen wir wahrnehmen konnten. Ich stelle immer wieder fest, jemand sagt ein Aroma und schwups habe ich es auch in der Nase. Nachdem wir Tipps abgegeben haben, stellte er den Whisky vor. Danach kam Peter Nummer 2, der uns etwas zum Bier und seiner besonderen Herstellung erklärte. Und danach ging es zum Erraten/Erahnen/Errichen und Erschmecken der Gemeinsamkeiten. Begonnen haben wir mit dem zur Zeit einzig erhaltbaren Standard Single Grain – dem Girvan No. 4 von Glenfiddich. Peinlich ist, dass ich ihn erst vor 1 1/2 Wochen im Glas gehabt hatte und ihn nicht erkannte. Dazu gab es das Helios, eine sogenannte Wieß – ein ungefiltertes Kölsch.  Und ich muss sagen, in der Form konnte ich mal wieder Kölsch mit Genuss trinken. Bei beiden Getränken war vor allem die starke Getreidenote als Gemeinsamkeit feststellbar. Zweite Kombi war einerseits der Deanston 12, für mich einer der besten Standardwhiskys und dazu mein Bierhighlight des Abends die Einkorn Gose. Wow dieses Bier spaltet! Peter hat hier anstatt wie bei Gose typisch, nicht Weizen sondern das Urgetreide Einkorn als Grundbasis genommen. Dann wird das ganze mit Milchsäure, gerösteten Korriandersamen und Himalaja Salz eingebraut. Sehr spannendes Bier das bestimmt viele Fans aber auch viele Ablehner findet.

Bei Kombi Nummer 3 war der Rhabarber das verbindende Element. Als Whisky wurde ein Rhubarb Roayal von Wemyss von einem Raqui Bier begleitet. Keine Sorge, dass hat nichts mit dem Anisschnapps zu tun. Raqi steht für Rhabarber und Quitte – deren Saft mit eingegoren werden und dadurch ein Sauerbier entsteht. Diese beiden passen gut zusammen.  Auch bei Kombi 4 blieben wir bei den Fruchtaromen. Der Glen Garioch 12 Standard Abfüllung musste sich mit einem Hopfenweizen „5 auf einem Streich“ auseinandersetzen. Dieses Bier ist speziell zur Eröffnung des Hopfenrauschs gebraut worden. Der Name ist eine kleine Reminiszenz an die Hopfenweisse von Schneider und enthält 5 verschiedene Hopfenarten. Es hat wunderbare Zitrusnoten, die man teilweise auch beim Glen Garioch wiederfinden konnte. Ja jetzt merkte man doch den schon konsumierten Alkohol und die Stimmung wurde noch besser. Ich muss gestehen, dass ich eigentlich selten Whisky mit Bier trinke und so mein Körper nicht so daran gewöhnt ist.

Drinklabor_Hopfenrausch3Aber wir mussten ja noch 2 weitere Kombinationen austesten. Als nächstes kamen wieder Fruchtaromen als verbindendes Element zum Einsatz. Wie immer kam zuerst der Whisky, diesmal ein Glen Scotia 21 Jahre. Hier waren vor allem die Pfirsichnoten und exotischen Früchte wahrnehmbar. Dazu gab es die Wilde Wutz 2014 – ein dunkles Sour-Ale aus einem Blend verschiedener Spezialbiere aus unterschiedlichen Fässern wie Rum-, Whisky- und Sauternesfässern. Das mit seinen 7,5% alc. einen ordentlichen Antritt an den Tag legte. Und nun kamen wir zum Abschluss. Und einmal sollte der Whisky zumindest ebenbürtig sein. Deshalb kam ein Whisky der Farmdistelle Kilchoman auf den Tisch. Der Machir Bay konnte mit seinen Zitronen/Limonenaroma, gepaart mit einem süß-rauchigen Aroma nach Vanille schon ein kleines Achtungszeichen setzen. Aber auch hier wusste Peter mit seinen Bier einen Kontrapunkt zu setzen. Er hatte die Schwarze 7, ein schwarzes Starkbier, dass mit torfgeräucherten Whiskymalz gebraut und mit 60 Bittereinheiten daherkommt, ausgewählt. Und wieder musste der Whisky zurückstecken. Im Bier konnte man sogar einige Phenolnoten wahrnehmen. Diese sind eigentlich eher typisch Islay Malts. So hatte man wieder eine Gemeinsamkeit. Damit waren wir mit unserer lustigen Reise durch Welt von Whisky und Craftbier am Ende angelangt.

Abschließend möchte ich mich bei den Ausrichtern des Abends recht herzlich für die tollen Erfahrungen bedanken. Die Biere hatten hier eindeutig die Nase vorn, aber die Kombination  und die Analyse von Gemeinsamkeiten hat wirklich Spaß gemacht. Als Experiment war es wirklich spannend, aber für häufigere Einsätze finde ich es nicht unbedingt geeignet. Beide Getränke sind super zum entspannten genießen, aber ich denke man sollte sie separat trinken. Trotzdem kann ich kann jeden mal den Versuch ans Herz legen, speziell wenn man sich für Aromen interessiert. Bleibt mir nur noch dem Hopfenrausch auch weiterhin viel Erfolg mit ihrem Konzept zu wünschen. Wer sich für Seminare rund um Craftbier interessiert oder das eine oder andere kaufen möchte findet alle Infos und Öffnungszeiten unter Hopfenrausch.

Inforamtionen zur Braustelle findet Ihr hier: braustelle.com und zum Shop von Scotia Spirits gelangt Ihr hier: scotia-spirits.de (Hier gibt es neben Whisky auch eine tolle Auswahl an schottischen Craftbieren.)

 

 

 

 

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The Way to Islay – 5. und letzter Teil – Laphroaig und Lagavulin

Drinklabor_Islay_Teil5_1
Der letzte komplette Tag auf Islay. Schon relativ früh aufgewacht. Da schien etwas in mein Zimmer – oh Sonne! Gut motiviert stand ich auf, heute sollte es zu Laphroaig gehen. Eine meiner Lieblingsdestillen hier auf Islay. Auf ging es zum Frühstück. Der Frühstücksraum bei Joy ist kleiner und hat nicht einen so tollen Ausblick, dafür ist er sehr gemütlich. Sie hat drei unterschiedliche Frühstücke zu Auswahl. Klassisches schottisches Frühstück, geräucherter Kabeljau mit porchiertem Ei oder gebratenen Kippling. Da ich mit Fisch zum Frühstück schon immer Probleme hatte, entschied ich mich doch lieber für das schottische Frühstück. Mit mir zusammen frühstückte Steven aus Nordengland, den ich schon gestern kurz kennengelernt hatte. Er macht keine Destillerietouren mehr, da er alle schon in- und auswendig kennt. Er ist seit 1976 jedes Jahr mindestens ein- oder auch mehrmals auf Islay. Also quasi schon ein Einheimischer. Nach einem sättigenden Frühstück musste ich schon früh los, da meine Tour bei Laphroaig schon um 10.00 Uhr begann. Man kann die Strecke gut zu Fuß abdecken. Es ist nicht so weit, aber mit dem wechselhaften Wetter – kann auch so eine kurze Strecke lang werden. Aber noch spielte das Wetter mit. Aber Ihr kennt es schon, auf halber Strecke änderte es sich wieder und ich kam doch ein wenig durchnässt an. Ich wurde gleich herzlich begrüsst und mir ein Tee oder Kaffee angeboten. Whisky dürfen sie, ähnlich in Supermärkten, nicht vor 10.00 Uhr ausschenken. Obwohl ich um diese Zeit so und so darauf verzichten konnte.Drinklabor_Islay5.Tag_2 Weiterlesen

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Flaschenteilung – der kostengünstige Weg zum Ausprobieren

Drinklabor_Flaschenteilung_VorbereitungKennt Ihr das auch, ihr hört oder lest von einem spannenden Whisky, Rum oder Gin. Den möchte ich auch mal probieren, denkt ihr bei Euch. Nur um zu sehen wie er schmeckt. Ok da gibt es vielleicht Tastingnotes – aber die kann man wohl häufig eher als Lyrik bezeichnen und sie dienen weniger als Auswahlhilfe für mein Geschmacksprofil. Oder man sieht eine unbekannte Abfüllung seiner Lieblingsdestille, die muss ich haben und dann schaut man auf dem Preis und ist ernüchtert. Jedesmal eine Großflasche zu kaufen, nur um zu sehen, ob eine bestimmte Spirituose schmeckt, wird auf die Dauer auch recht teuer. Und wenn es geschmacklich nicht mein Fall ist, steht sie dann auch noch längere Zeit geöffnet im Regal.

Die Lösung für dieses Problem ist die Flaschenteilung; warum nicht die Kosten auf mehrere Schultern verteilen. Vielleicht gibt es ja da draußen noch andere, die Interesse an einem alten Schätzchen oder einer Neuabfüllung haben. Daher einfach mal im Freundeskreis nachfragen oder in eines der vielen Spirituosenforen, wie z.B. das Cutty Sark Whikyforum schauen. Natürlich kann man auch bei einer anderen Teilung mitmachen, aber ich finde eine Flaschenteilung mal selbst durchzuführen viel spannender und Spaß macht es auch noch. Außerdem kann man so selbst entscheiden, welche Spirituose man denn nun teilt. Man braucht nur Sampleflaschen, einen Trichter und Parafilmfolie. Und schon kann man ans Teilen gehen.

Eine 0,7 l Flasche kann man auf 7 x 10 cl oder 14 x 5 cl aufteilen. Natürlich gehen auch 4 cl oder 2 cl Sampleflaschen. Es hängt immer vom Preis ab. Aber am geläufigsten sind dann doch die 5 oder 10 cl Sample. Speziell wenn man einen Whisky richtig testen möchte, braucht man häufig ein wenig mehr – zum noch mal Probieren. Man sollte beachten, dass beim Abfüllen der ein oder andere Tropfen daneben gehen kann, so dass das letzte Sample häufig nicht ganz voll wird. Die Labels kann man einfach mit einem klassischen Textprogramm wie Word oder Pages designen. Die Künstler unter Euch können sich hier natürlich richtig austoben – bis zu einem verkleinerten Abbild des Aufklebers der Grossflasche oder komplett eigenen Entwürfen. Ich bin meist ein wenig fauler und drucke nur den Namen, das Alter, den Hersteller, ggf. die Fassart, Fass-Nr., Flaschennummer und natürlich die Alkoholstärke auf den Aufkleber. Als Aufkleber nehme ich immer von Zweckform die Quickpeel No. 4780 (48,5×25,4 mm x 40). Diese sind zwar etwas teurer gehen aber sowohl für Tinten- als auch Laserdrucker und reichen sehr lange. Sampleflaschen bekommt man bei diversen Anbietern wie GläserundFlaschen, Flaschenland oder Flaschenbauer im Netz. Kosten je nach Menge, Art und Grösse zwischen 0,50 – 1 € pro Sample. Denkt daran dass ihr zu den Samples auch Deckel mit bestellt. Vor dem Befüllen am besten nochmal heiß durchspülen. Dann die Großflasche mittels Trichter auf die Samplefalschen verteilen. Nach dem Abfüllen Flaschen zudrehen und den Parafilm um den Metallschraubverschluss wickeln. Speziell beim Versand wird dadurch das Auslaufen verhindert.

Drinklabor_Flaschenteilung_VersandWenn man nicht mit seinen Freunden aus der Nachbarschaft teilt und die Samples noch verschicken muss, bietet sich der Versand als Maxibrief an. Man kann da Samples bis 1 kg versenden und bekommt da bis zu 5 x 5 cl oder 3 x 10 cl Samples rein. Am besten noch mal nachwiegen. Wichtig das ganze gut auspolstern z.B. mit Luftpolsterfolie und den Karton gut zu kleben und ab zur Post. Und jetzt wünsche Euch viel Spass beim lustigen Flaschenteilen.

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