Archiv der Kategorie: Bourbon Whiskey

Whiskymessen – Tipps für den ersten Besuch

imageWie viele von Euch interessiere ich mich für Whisky, im speziellen Single Malt Whisky. Wenn man sich länger mit dem Thema beschäftigt, will man auch mal auf eine Whiskymesse gehen. Und meist ist man komplett überfordert. Da es auch mir am Anfang ähnlich ging, will ich in diesem Beitrag ein paar Tipps geben, damit der erste Messebesuch ein schöner wird. Durch das zunehmende Interesse an Whisky ist die Anzahl der Whiskymessen in den letzten Jahren schon unübersichtlich geworden. Und es gibt fast keine Gegend in Deutschland wo nicht im Umkreis von 100 km die ein oder andere Messe stattfindet. Für den Anfang würde ich erstmal eine kleine, lokale Messe empfehlen. Denn bei den Großevents wie der Whiskyfair in Limburg, der Aquavitae in Mühlheim, der Finest Spirits in München oder der Interwhisky in Frankfurt ist man als Neuling vom Angebot leicht überfordert. Die meisten Messen funktionieren so, dass Ihr an der Kasse mit dem Eintritt ein Tastingglas erhaltet. An den Ständen gibt es dann häufig Preislisten für ein Glas oder die ganze Flasche.

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Aber auch bei kleineren Messen kann einen das Angebot leicht überfordern, daher kann man mit ein wenig Planung den Überblick und das Messevergnügen noch ein wenig steigern. Dies hilft z.B. überhaupt reinzukommen, das richtige Tasting zu buchen oder den gesuchten Whisky mit nach Hause zu nehmen. Häufig gehen die Whiskymessen über mehrere meist zwei Tage. Je nachdem wo die Messe stattfindet, sollte man auch eine Übernachtung mit einplanen. Da eine lange Fahrt egal ob mit Auto (natürlich nicht Ihr selbst) oder Zug nach einem Messetag schon recht lang werden kann. Wenn Ihr nur einen Tag hingehen wollt, überlegt vorher ob Euch ein größerer Andrang an Leuten stört. Da besonders der Samstag immer bedeutend besser besucht ist, als der Sonntag. Als nächstes solltet Ihr Euch Tickets besorgen. Die meisten, zumindest mir bekannten Messen bieten einen Vorverkauf der Tickets an. Dies kann ich jeden nur ans Herz legen. Einige Messen haben auf Grund der Platzverhältnisse nur eine bestimmte Anzahl an Karten und dann kann es am Messetag auch schnell ausverkauft sein.  Außerdem spart man sich dann auch noch das Anstehen an der Tageskasse. Des weiteren bieten viele Messen auch schon im Voraus die Möglichkeit Verkostungen zu buchen. Und speziell bei besonderen Abfüllungen oder bekannten Präsentatoren sind diese schnell ausverkauft. Außerdem kann ich empfehlen, dass Ihr nicht unbedingt den letzten Termin buchen solltet, speziell wenn man schon von Beginn an auf der Messe ist. Nachdem Ihr also die Karten und Tastings reserviert habt, nutzt Ihr die Website der Messe, um Euch über die Aussteller zu informieren. Die Messen die ich überwiegend besuche, sind von sogenannten Unabhängigen Abfüllern dominiert. Aber auch die Destillen selbst sind teilweise selbst oder durch Vertreter vor Ort. So kann man sich im Vorhinein über neue Abfüllungen informieren und sich eine Liste erstellen, was man probieren möchte. Hier die Empfehlung weniger ist mehr. Außerdem habt Ihr mit dieser Liste eine gute Grundlage nicht um nicht sofort überfordert zu sein. Ausserdem vergesst Ihr keinen Whisky, den Ihr unbedingt probieren wolltet. Ich arbeite dann zu Beginn immer erst kurz meine Liste ab und habe dann die Zeit, mich einfach treiben zu lassen. Auch habe ich die Erfahrung gemacht, die guten und teuren Tröpfchen, wenn Ihr  sie nicht versampelt, diese relativ früh zu trinken. Denn zu einem späteren Zeitpunkt ist der Geschmacksapperat schon so in Anspruch genommen, dass man nicht wirklich Nuancen erschmecken kann. Was die Reihenfolge angeht, empfehle ich wie bei Tastings erst mit den weniger intensiven und alkoholbetonten Whiskys zu beginnen.

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Jetzt möchte ich dazu kommen, was ich empfehle mitzunehmen, wenn Ihr zum ersten mal auf eine Whiskymesse geht. Zuerst natürlich ausreichend Neugier und Entdeckerdrang. Dann ist es ganz wichtig, ausreichend Wasser dabei zu haben. Immer mehr Messen bieten zwar kostenlos Wasser an, aber es ist immer noch nicht Standard. Und um gut durchzuhalten, sollte mindestens ein bis zwei Glas Wasser pro Dram getrunken werden. Da Ihr vielleicht den ein oder anderen Whisky probieren wollt, aber dies nicht an einem Tag machen solltet, bieten sich Samples an. Ich finde speziell bei Abfüllungen, die ich unbedingt genauer prüfen möchte, nehme ich diese lieber als Sample mit. So kann ich zu Hause ohne Ablenkungen und vorher getrunkenen Whisky das Stöffchen ganz unvoreingenommen und intensiver probieren. Es ist auch kein Problem bei Ständen oder auch bei Tastings sich den Whisky abfüllen zu lassen. Um es den Leuten nicht zu schwer zu machen, nehmt noch einen kleinen Trichter mit. Besonders wenn Ihr z.B. bei Tastings selbst abfüllen müsst, ist er sehr hilfreich. Damit Ihr danach wisst, was in den Samples drin ist, am besten auch gleich Aufkleber mitnehmen. Wenn Ihr schon vorher wisst, was abgefüllt werden soll, kann man diese sogar schon vorab bedrucken. Natürlich solltet Ihr auch Euren Plan nicht vergessen. So wisst Ihr zu welchen Stand Ihr gehen wollt und was für Whiskys es dort gibt. Was ich besonders praktisch finde, sind Glashalter. Mit denen könnt Ihr das am Eingang erhaltene Glas umhängen. Diese Bänder bekommt Ihr häufig auf Whiskymessen oder im Internet. So braucht Ihr Euer Tastingglas nicht die ganze Zeit in der Hand tragen. Apropos tragen, verzichtet am besten auf einen Rucksack. Erstens besteht dabei immer eine erhöhte Gefahr des Diebstahls. Und zweitens vertragen sich große Rucksäcke, viele Menschen und Stände mit Flaschen eher weniger. Eine Umhängetasche leistet dabei häufig bessere Dienste.

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Wichtig ist natürlich auch mit einer gehörigen Portion Neugier und Interesse an eine solche Messe heranzugehen. Also auch mal zu Euch total unbekannten Abfüllern zu gehen und nach Tipps und Empfehlungen fragen. Da kommen immer die besten Erlebnisse und Eindrücke raus.

Zum Abschluss gibt es noch ein paar Messen, die ich selbst schon besucht habe und auf jeden Fall empfehlen kann.

Messenname                                 nächster Termin                   Ort                               Weitere Infos/Website

Just Whisky                                   28.05. – 29.05.2016           Oberhausen               www.justwhiskyoberhausen.de

Aquavitae                                       29.10. – 30.10.2016            Mühlheim                  www.whiskymesse.eu

Finest Spirits                                 03.02. – 05.02.2017           München                    www.finest-spirits.com

Whiskymesse Rhein/Ruhr         01.04. – 02.04.2017           Düsseldorf                  www.whisky-messe-rheinruhr.de

Whisky Fair                                   23.04. – 24.04.2017           Limburg                      www.festival.whiskyfair.de

 

Die oben aufgeführten Messen sind von meiner Seite alle zu empfehlen und geben einen schönen Überblick auch für Whiskyanfänger. Daneben gibt es eine Vielzahl weiterer Messen und Veranstaltungen die sich hauptsächlich der nur teilweise dem Thema Whisky verschrieben haben. Einen sehr umfangreiche Liste habe ich unter messen.de gefunden. Jetzt bleibt mir nur Euch viel Spaß beim nächsten Besuch einer Whiskymesse zu wünschen. Und immer daran denken, das wichtigste ist Spaß zu haben.

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Der Cocktail schlecht hin – der Mannhattan

Drinklabor_ManhattanDiesmal soll es um eine wahre Cocktaillegende gehen – den Manhattan. Neben dem Old Fashioned ist er wohl einer der ältesten Cocktails überhaupt. Es gibt riesige Abhandlungen über die Geschichte und seine Entstehung. Leider ist er heute nicht mehr ganz so verbreitet, auch wenn seine Beliebtheit in den letzten Jahren wieder zu genommen hat. Durch das Wiederaufleben der Classic Bar Kultur wird auch der Manhattan vermehrt geordert. Von der Grundrezeptur ist er sehr einfach aufgebaut – eigentlich nur drei Zutaten. Whiskey, roter Wermut und ein Spritzer Bitter. Aber allein durch Änderung von einer oder auch zwei Zutaten kann man schon viele neue Kreationen entwickeln. Außerdem spornt dieser Cocktail immer wieder Barkeeper als auch Hobby-Cocktailtrinker zu spannednen Kombinationen und Abwandlungen an.

Mein Tipp einen Manhattan nicht in der Studiecocktailbar um dei Ecke bestellen. Denn in einfacheren Cocktailbars findet man häufig recht lieblos zusammengestellte Manhattans. Dabei wird ein einfacher Bourbon wie Jim Beam oder ein Canadischer Whiskey wie der Canadian Club verwendet. Da der Whisky Hauptgeschmackgeber ist, macht ein schlechter Whiskey auch einen schlechten Manhattan. Daneben wird häufig auch ein günstiger roter Wermut wie z.B. ein Martini Rosso verwendet. Dieser ist dann meist zu süss und schon sagen alle – der Manhattan ist kein guter Cocktail. Häufig kommt noch dazu, dass viele den Manhattan zu lange kalt rühren und dadurch der Cocktail zu wässrig wird. Auch wird der Cocktail ab und zu in einem Tumbler mit viel Eis darin serviert. Auch hier besteht die Gefahr des verwässern, da ich meinen Manhattan ja nicht ex trinken möchte. Ich finde Martinegläser eine gute Lösung, da sich diese auch sehr gut runter kühlen lassen.

Bei der Entstehung muss man wie bei vielen Klassikern ziemlich im Trüben fischen. So gehen viele Quellen davon aus, dass der Manhattan mit den ersten Exporten von italienischen und französichen  Wermut in die Staaten um 1870 eng zusammenhängt. Denn damit konnten die Bartendern entsprechend experimentieren. Die Geschichte das Winston Churchills Mutter mit der Entstehung des Manhattan zu tun hatte, ist zwar eine schöne Geschichte, muss aber in die Welt der Cocktaillegenden geschoben werden. Um das Jahr 1884 muss es das Getränk schon gegeben haben, da er in diesem Jahr als Rezept in einem Barbuch auftauchte. Damals war der Anteil an Whiskey und Wermut noch gleich, wobei heute häufig der Whiskeyanteil 2:1 zum Wermut beträgt. Man geht davon aus das die ursprünglichen Cocktails mit Rye Whisky oder Bourbon gemixt wurden. Durch die Prohibition und die versiegenden Quellen von gelagerten Bourbon oder Rye griff man häufig auf den einfach zu beschaffenden Canadian Whisky zurück. Dies führte dazu, dass sich dieser auch heute bei der Standardrezeptur durchgesetzt hat. Aber wenn man auf die ursprünglichen Zutaten wie einen kräftigen Rye Whisky und einen komplexen italienischen Wermut zurück greift, kann ein wirklich spannender Drink entstehen.

So habe ich den relativ neuen Knobs Creek Rye eingesetzt. Dieser ist ein schön würziger Rye mit 50 % Alkohol, der aber gleichzeitig recht rund und nicht alkoholisch schmeckt. Und auch beim Wermut sollte man auf das Original oder zumindest auf ein komplexeres Produkt zugreifen. Ich setze dabei auf  den wahren König des Wermuts den Antica Formula von Carpano. Und auch beim Bitter kann man ein wenig experimentieren. Meist benutze ich den Angostura Bitter. Aber auch hier kann man mit verschiedenen Bittern z.B. die von The Bitter Truth dem Cocktail eine andere Note geben. Auch der Einsatz eines Orangenbitter bringt ein spannendes Ergebnis.

Drinklabor_Manhattan_Zutaten

Kommen wir nun zu den Zutaten und der Zubereitung:

4 cl Rye Whisky – hier Knob Creek Smal Batch Rye
2 cl Antica Formula Wermut
2 Dashes Angostura Bitter

Den Whisky und den Wermut in ein mit Eiswürfeln gefülltes Rührglas geben. Dann 2 Dashes Bitter dazu und das Ganze ordentlich rühren. Darauf achten, dass Ihr nicht zulange rührt und die Eiswürfel zu stark antauen. Ein wenig dürfen sie, da hier ja kein Filler zugesetzt wird und schon viel Alkohol im Cocktail steckt. Den Mix dann in vorab gekühlte Spitz-bzw. Martinikelche abseien. Manche geben noch einen Orangenszeste dazu. Ich finde es geht aber auch ohne. Und fertig ist ein wunderbarer Aperitif. Wobei ich festgestellt habe, das er häufig bei Männern besser ankommt als bei Frauen. Aber das ist natürlich auch wieder ein bekanntes Cocktailklischee. Viel Spaß beim Nachmachen und Cheers.

 

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Whiskyparadies in Lissabon

Drinklabor_Whisky_Lissabon1Im Rahmen unserer Osterreise nach Lissabon musste ich natürlich auch schauen, ob es hier nicht auch ein Ort für mich als Whiskyconnoisseur gibt. Und nach einigem Suchen im Netz bin ich auf Whisky & Co im Lissabonner Norden gestoßen. Durch einen Tipp bekam ich auch den Hinweis, nach der privaten Kollektion zu fragen. Whisky & Co liegt ein wenig außerhalb, ist aber gut mit der Metro erreichbar. Von der Haltestelle Entre Campos (gelbe Linie) braucht man nur ca. 300 m bis zur Rua Visconde de Seabra 12-C zu laufen. Von außen wirkt der Laden recht unscheinbar. Das Angebot ist ganz gut sortiert. Natürlich viele Standards und auch die in Portugal noch gern genommenen Blended Whiskys. Verglichen mit deutschen Whiskypreisen sind die Flaschen ein wenig teuerer. Die Aufmachung des Ladens ist ganz ansprechend. Und nach einigen Suchen findet man auch das ein oder andere ältere Schätzchen – speziell alte Standardabfüllungen aus den 80er und 90er. Und diese häufig auch noch zu angenehmen Preisen.

Drinklabor_Whisky_Lissabon2Nachdem wir uns ein wenig umgeschaut hatten, wollten wir uns natürlich auch die Kollektion anschauen. Das Problem war nur, dass die Verkäuferin nur portugiesisch sprach, aber nach einigem Brocken in Italienisch oder Spanisch verstand sie, was wir wollten. Nach einigem Zögern meinte sie, wir sollten noch 10 Minuten warten, dann würde jemand kommen, der uns helfen könnte. Der Kollege kam, aber auch er konnte kein Englisch. Er bot sich aber trotzdem an, uns die Sammlung zu zeigen. Und so führte er uns mit einigem Stolz in einen hinteren Raum. Zuerst kommt man in eine Art Vorraum der die beeindruckenden Sammlung von PKW-Miniaturen enthielt. Hier hat wohl einer eine Sammelleidenschaft für diverse Dinge. Die Sammlung und der Raum sind recht edel aufgemacht und ausserdem findet man in der Ecke den Arbeitsplatz des Sammlers in Form eines großen Mahagonischreibtisches. Die Sammlung bereitete uns schon mal ein wenig vor, was wir im nächsten Zimmer erwarten können. Denn was wir dort zu sehen bekamen war schlicht unglaublich und für einen Whiskyfan schon fast nicht ertragbar. Man findet gar keine Worte das Ganze zu beschreiben. Hier hat einer über Jahre quasi fast alles gesammelt. Die Sammlung erstreckte sich über meterweise Regalwände und in der Mitte waren spezielle Vitrinen für ganz spezielle Schätzchen. An der Decke hängen alle möglichen Wasserkrüge von diversen Destillen. Man konnte den Raum schon fast als übervoll bezeichnen. Da hier über mehrere Jahrzehnte gesammelt wurde, finden sich wahrlich viele sehr alte Flaschen.

Drinklabor_Whisky_Lissabon3Die Ganze Sammlung soll zwischen 11.000-12.000 Flaschen enthalten und wurde vor weit über 50 Jahren begonnen. Wir wir im Nachhinein von der Tochter des Sammlers erfahren konnten. Der Mann der diese Sammlung und auch den Shop aufgebaut hat, ist mittlerweile über 85 Jahre und das Ganze wird jetzt von der Tochter verwaltet. Als man sich von dem ersten Schock erholt hatte, leitete uns unser Guide in einen zweiten Raum. Hier fanden sich fast überwiegend Blended Whiskys, mit ganz vielen Sondereditionen für bestimmte Feiertage oder Personen. So gab es eine eigene komplette Wand nur mit Flaschen der englischen königlichen Familie für diverse Anlässe. Auch bestimmte Sondereditionen für Geburtstage, Tronjubiläen etc. der Queen waren natürlich vertreten. Und auch spezielle Editionen z.B. von Chivas Regal bei denen die Flaschen von französischen Designer erstellt wurden. Es war schlicht und ergreifend unglaublich was sich hier auf 30-40 m2 angesammelt hat. Dann stöberten wir noch ein wenig im ersten Raum – da hier die noch spannenderen Flaschen zu finden waren. So hatte er von fast allen Destillen Flaschen vorrätig, teilweise sogar komplette Jahrgangsabfüllungen, so o z.B. von Glenfarclas ab den 50er Jahren. Dann diverse alte Abfüllungen der SMWS aus den Anfangsjahren. Die älteste von mir gefundene Flasche war ein Glen Grant von 1928. Aber auch eine Vielzahl von alten japanischen und amerikanischen Whiskys war in der Sammlung vertreten. Nach Ende der Besichtigung konnten wir uns noch kurz mit der Tochter des Sammlers unterhalten. Sie überlegen derzeit die Sammlung langfristig zu veräussern. Doch meint sie, speziell für die Blends nicht wirklich den gewünschten Preis zu bekommen. Und diese macht meiner Einschätzung fast 50 % der Sammlung aus. Aber allein für die vielen alten Single Malts lässt sich wohl ein gewaltiges Sümmchen bekommen. Obwohl es wirklich schade wäre, wenn man nicht mehr diese skurrile, aber auch sehr beeindruckende Sammlung geniessen kann. Wenn Ihr also in Lissabon seit, stattet dem Whisky & Co. auf jedenfall einen Besuch ab. So könnt Ihr. vielleicht den ein oder anderen älteren Whisky zu bezahlbaren Preisen ergattern und diese wirklich beeindruckende Sammlung bewundern. Hier findet Ihr die Adresse und die Öffnungszeiten des Shops.

 http://www.whiskycompany.interdinamica.pt

Und hier noch ein paar Eindrücke der Sammlung:

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Marc&Philipps – Cocktails in Flaschen

Drinklabor_Marc&Philipp_1Durch Maike vom Kölner Streetfoodfestival bin ich auf eine Veranstaltung aufmerksam gemacht worden, bei der es um die Vorstellung von Cocktail in Flaschen ging. Am Anfang war ich sehr skeptisch. Ich musste an Studiezeiten zurückdenken. Gordons&Tonic aus der Dose und dann auch noch warm getrunken. Ob ich da wohl richtig wäre? Aber dann habe ich die Mail genauer gelesen. Die Cocktails werden von Marc & Philipp Finest Bottled Drinks produziert. Und dann habe ich gelesen einer der Beiden leitet das „Metzger und Marie“ und der andere ist Barkeeper im Shepards in Köln. Da haben sich zwei ausgewiesene Experten mit dem Thema beschäftigt. Außerdem werden nur frische Zutaten benutzt. Entsprechend habe ich mich Dienstag Abends durch strömenden Regen nach Köln aufgemacht. Passenderweise fand die Präsentation im Metzger und Marie im Kölner Agnesviertel statt. Das Lokal bildete mit seiner gemütlichen Rustikalität den richtigen Rahmen für diese Veranstaltung. Insgesamt waren wir ca. 30 Personen die sehr gespannt auf die Kreationen des Duos waren. Die beiden Entwickler Marc und Philipp wurden durch furchtbare Dosencocktails und gelangweilte Hotelbarkeeper zu Ihrer Idee inspiriert. Sie dachten sich, man müsste doch auch fertige Cocktails in Lecker anbieten können. Und dann das ganze auch noch mit natürlichen und frischen Zutaten trinkfertig anbieten. Dafür entwickelten sie sogar ihre eigene Abfüllanlage, da bei professionellen Abfüllern zu viel Verlust und nicht die richtige Qualität gewährleistet wäre. Die Cocktails werden auch alle direkt hier vor Ort produziert.

Drinklabor_Marc&Philipp_2Die beiden Gründer der Cocktaillinie ergänzen sich optimal. Marc ist Koch und Eigentümer des Metzger und Marie und ist der Spezialist für frische und herwertige Zutaten. Philipp dagegen ist noch als Barkeeper im Shepards tätig und bringt den Spirituosen und Cocktailbackground mit. Beide ergänzen sich wunderbar und haben so eine recht stattliche Auswahl an Cocktails entwickelt. Sie sind schon seit längerer Zeit in der Experimentierphase und haben bisher schon acht gelungene Cocktailkreationen entwickelt. Von klassischen Standards wie Gin&Tonic und Cuba Libre bis hin zu komplexeren Mischungen wie dem Suffering Bastard oder dem Cream Berry. Wie mir Philipp veriet hat Marc in seinen Garten noch genügend Früchte und Gemüse um noch weitere Kreationen zu entwickeln. Damit man sich ein gutes Bild von dem Geschmack machen konnten, boten sie unterschiedliche Verköstigungsmöglichkeiten an. Angefangen vom direkten aus der Flasche drinken oder mit Strohhalm, über pur aus einem Weinglas bis hin mit ausreichend Eiswürfel im Glas. Damit wir auch mehrere probieren konnten, ohne gleich zu viel zu trinken, einigten wir uns, an unseren Tisch auf Flaschenteilung. Da die Flaschen mit 250 ml und die meisten Cocktail mit 11-12 % Alkohol daherkamen – eine gute Strategie.

Drinklabor_Marc&Philipp_3Wenn einer der beiden Gastgeber Koch ist und noch dazu in seinem Restaurant lies er es sich nicht nehmen, das Tasting mit einer tollen Auswahl an Fingerfood zu begleiten. Angefangen von selbstgebackenen Brot, über Spare Ribs, Hähnchenkeulen hin zu leckeren Shrimps auf warmen Linsensalat. Der Linsensalat war mit einer Art Chillimayonaise versehen und passte mit seiner Schärfe ausgezeichnet zum Dark & Stormy. Alle Sachen waren ausgesprochen lecker, so dass ich beschloss, hier auch mal zum Essen herzukommen. Aber kommen wir zum wichtigsten Teil des Abends den Cocktail-Flschen. Das Design und die Aufmachung fand ich gut gelungen und es strahlt auch eine gewisse Wertigkeit aus. Hier denkt man bekommt man was für sein Geld. Nun möchte ich meine Eindrücke zu den unterschiedlichen Sorten mitteilen. Zwei der Cocktails waren absolut sehr gut gelungen. Da war einerseits der Suffering Bastard – ein Klassiker aus den 40er Jahren mit Gin, Bourbon und dazu kam noch Orange, Limette und Ingwerbier – wirklich super umgesetzt. Man konnte sehr gut die frische Limette rausschmecken. Ein gelungener Sommerdrink, den man irgendwo im Park gemütlich genießen kann. Daneben auch sehr gelungen war der Moscow Mule. Hier wurde Schwedischer Wodka eingesetz. Was hier super kam, war die Gurke, die trotz des recht scharfen Ingwerbiers super durchkam. Ich hatte vor 2 Monaten einen Moscow Mule in einer Bar und muss sagen, der von Marc & Philipp war besser. Die Standards Cuba Libre, Dark & Stormy und Wodka Lemmon war durch die Reihe gut umgesetzt und ließen sich gut trinken. Speziell beim Cuba Libre kam der Rum sehr gut durch und wurde nicht, wie so häufig von der Cola überlagert. Der Gin Tonic war auch gut trinkbar, aber da bin ich ein wenig mäkelig – und das wäre dann nicht ein Cocktail den ich in der Flasche kaufen würde. Daneben gab es noch zwei weitere Sorten. Achtung Chauvigefahr – typische Frauencocktails. Aber das haben auch einige der anwesenden Frauen selbst zugegeben. Einerseits der Pim Up, der auf Pimps No. 1 basierte. Und der Cream Berry ein selbstentwickelter Cocktail der den zweite „Frauen-Cocktail“ bildetee. Der war definitiv nicht mein Fall. Eindeutig zu süss. Er bestand neben normalen Wodka noch aus Himbeerwodka, Cream Soda, Limettensaft, Mineralwasser, Zuckersirup und das besondere Waldbeerenpüre. Einerseits war er mir eindeutig zu süß, außerdem führte die Waldbeeren, mit ihrer Bitterkeit bei mir zu einer belegter Zunge. Aber es kann mir ja nicht alles schmecken. Abgesehen davon bin ich bei Himbeeren und Alkohol immer ein wenig vorsichtig. Oder habt Ihr schon mal einen genialen Himbeerbrand getrunken, der nicht wie aus dem Chemielabor schmeckte – ich nicht.

Drinklabor_Marc&Philipp_4Ich finde wirklich gelungene Cocktails, die Ihre Abnehmer finden werden. Sie basteln auch immer noch weiter an ihren Rezepten. So sollen langfristig auch die Filler, wie Tonic Water, Bitter Lemon oder Ginger Beer auch speziell für die Beiden hergestellt werden. Ich bin gespannt wie sie sich weiterentwickeln. Ich kann Euch auf jeden Fall empfehlen, die Cocktails von Marc & Philipp unbedingt zu probieren. Und speziell im Sommer kann ich mir einen solchen Flaschencocktail als super Alternative zum Bier oder Weißwein vorstellen. Sie werden natürlich keinen guten selbstgemixten Cocktail oder einen Cocktail von  einem guten Barkeeper ersetzen, aber für bestimmte Anlässe sind die Cocktailflaschen gut geeignet. Um mehr über die beiden zu erfahren oder zu schauen, wo man die Cocktails bekommen kann – schaut auf folgende Facebook-Seite von Marc & Philipp. Wenn Ihr Infos zum Lokal Metzger und Marie haben wollt – schaut hier unter Ihrer Website: MetzgerundMarie.de.

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Ginger Bier – bringt Schärfe in Eure Cocktails

 

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Vertical Weinbar Aachen – Wine- trifft Whiskybar

Drinlabor_Vertical_1Kennt Ihr dass –  man will Abends kein 3 Gänge Menu – sondern nur ein Glas Wein und vielleicht ein Stück Käse und Baguette essen. Und dann ist man in einer typischen deutschen Stadt unterwegs und weit und breit ist nichts passendes zu finden. Erstaunlicherweise ist das in Aachen ganz anders. Dies könnte wohl auch mit der geographischen Nähe zu Frankreich zu tun zu haben. Wir machten in diesem Sommer, beim Start auf unserer Eifelsteigtour, dort eine schöne Erfahrung. Am Nachmittag in Aachen angekommen, suchten wir, nach Check in und ein wenig Sight- und Windowseeing nach einer Kleinigkeit zum Essen. Wenn möglich in netter Umgebung mit einer schmackhaften Weinbegleitung. Daher hielten wir Ausschau nach einem netten Lokal, mit schönen Ambiente und einer kleinen Essenauswahl. Dabei sind wir auf die Vertical Weinbar gestossen. Und das Schöne an dieser Weinbar, es gibt hier sogar auch eine gut sortierte Whiskyauswahl. Der Laden war also wie für uns gemacht.

Das Ambiente wirkte modern, aber nicht ungemütlich. Die Einrichtung war sehr ansprechend und der Bezug zu Wein und Whisky war nicht zu übersehen. Da ist erstmal der ansprechende Tresen mit der Bar. Diese war ein schöner Blickfang und stellte quasi den Mittelpunkt des Lokals dar. Dann überall eine gut gewählte Anordnung von leeren Whiskytubes und von Weinkartondeckeln. Aber ohne das ganze zu übertreiben. Sehr kreativ fand ich auch die Lampen aus alten Weinkistenkartons, die die Bar in schummriges Licht tauchten. Neben der gut sortierten Auswahl an Getränken werden auch eine paar leckere Kleinigkeiten angeboten, so  z. B. Baguette mit einer Auswahl an verschiedenen Olivenölen oder ein  Vorspeisenteller mit Käse- und Schinkenvariationen.  Wem das nicht ausreicht, kann auch warme Gerichte bestellen. Diese werden in Kooperation mit dem Nachbarlokal angeboten. Wir entschieden uns für einen gemischten Käse-, Schinken- und Salamiteller.

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Aber wie der Name Bar schon andeutet, hier stehen ganz klar die Getränke im Vordergrund. Die Karte bot ca. 60 offene Weine die von einen 0,1 l Glas bis zu einer ganzen Flasche angeboten werden. Die 0,1 l Gläsern bieten einen auch die Möglichkeit mehrere unterschiedliche Weine zu probieren, ohne gleich beschwipst zu sein. Jeder Wein wir ausgiebig mit Geschmacksprofil und Charakteristika in der Karte beschrieben.  Daneben bietet die Getränkekarte noch ca. 60 Whiskyssorten an. Die meisten sind zwar Standards, aber gut gefächert und man kann auch den ein oder anderen speziellen Tropfen finden. So hat es mir besonders gefallen, auch 2 Bonner Whisky von Reifferscheids Romantic Rhine Collection zu finden.

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Wir beschränkten uns aber erst mal auf leckeren Wein und unseren Käse-Salami-Teller. Wir wählten einen kräftigeren Wein, damit er der Wurst und dem Käse paroli bieten konnte. Wir tranken einen Shiraz von 2012 von den Gotham Weingut. Dieses ist noch ein relativ junges Weingut aus Australien. Neben dem tollen Aroma von Backpflaumen und Tanninen, fand ich das Etikett sehr aufmerksamkeitsstark. Dort wurde durch den Namen des Weingutes ein Bezug zu Gauklern aus dem 18. Jahrhundert hergestellt. Diese soll aus der englischen Stadt Gotham kommen. So waren diese Männer mit riesigen Schnauzbärte und grotesken Frisuren als Comicstrip auf  dem Ettikett verewigt. Der Käse- und Salamiteller war wirklich lecker. Wenn uns auch das Olivenöl, welches über die Salami geträufelt war, uns am Anfang ein wenig befremdlich vorkam, schmeckte die Kombination wirklich sehr gut. Bei dem Käse stach besonders der Lieblingskäse von Charles de Gaulle heraus. Der Mimolett ist eine lokale Spezialität aus Lille mit einer fast orangen Färbung. Wirklich sehr aromatisch und absolut empfehlenswert. Zusammenfassend kann ich nur sagen,  ein wirklich schönes Lokal, was ich mir gern für Bonn wünschen würde. Dies war ein schöner Einstieg in unsere Wandertour über den Eifelsteig.

 Informationen zur Bar, Öffnungszeiten und angebotenen Getränken und Speisen findet Ihr unter Vertical.

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Whisky Dungeon in Münster – ungewöhnliche Mischung aus Pub und Shop

Drinklabor_WhiskyDungeonEnde Oktober verbrachten meine Herzallerliebste und ich ein Wochenende in Münster. Nach dem klassischen Freitagabend-Stau auf der Fahrt brauchten wir dringend noch etwas zu trinken. Schon vorab war ein Besuch im Whisky Dungeon geplant, denn dies soll der Ort für Whiskyfans in Münster sein. Noch dazu wo der Besitzer Michael Reik u.a. als Unabhängiger Abfüller „Best Dram“ in der Szene bekannt ist. Da das Dungeon bei uns in Hotelnähe war, konnten wir ihm Freitag Abends noch einen Besuch abstatten. Wie soll man das Dungeon beschreiben? Es ist eine Mischung aus einer Hardrockkneipe mit Pubanleihen mit angeschlossenen Verkaufsraum. Liegt auch super zentral, wenn auch nicht in den typischen Münsteraner Szenevierteln. Tagsüber kann mir hier Whiskys käuflich erwerben und Abends bei härterer Musik einen Dram oder ein Bier genießen. Die Kneipe ist recht dunkel, wie es sich für einen Pub gehört. Einige Gitarren hängen von der Decke und lautere Gitarrenmusik dröhnt aus dem Lautsprecher. Insgesamt ist der Laden recht urig. Eine größere Bar befindet sich im linken Bereich und gegenüber der Eingangstür geht es in den Verkaufsraum. Auch gibt es zwei Plätze um Dart zu spielen. Whisky steht hier im Vordergrund, aber auch das Bierangebot kann sich sehen lassen. So gibt es neben „normalen“ Bier wie Frankenheim Alt und Guinness drei eigene Biere. Ich habe das Cellar Secret ein Kellerbier als auch das Bull Shit – ein Schwarz Bier probiert. Das Kellerbier war für mich ganz ok, hatte aber schon bessere. Das Bull Shit dagegen war eine absolute Malzgranate – dagegen ist ein Guinness wie Fassbrause auf einem Kindergeburtstag. Sehr spannendes Bier, von welchem dann aber nach 1-2 Bieren sich ein Sättigungseffekt einstellt.

Hauptschwerpunkt ist hier, wie der Name schon andeutet natürlich der Whisky.  Auf Nachfrage bekommt man eine Whiskykarte in der Dicke eines Ottokatalogs. Insgesamt soll es bis zu 500 Whiskys geben. Da kann man doch schon einige Zeit drin blättern. Was ich aber schöner empfand, war das direkte Stöbern in dem im hinteren Bereich liegenden „Laden“. Das ist das Tolle hier, dass der Shop auch Abends geöffnet ist und man sich seine Flasche direkt aussuchen kann. Was natürlich bedeutend einfacher ist, als nur in der Karte zu blättern. Wenn man sich einen Whisky ausgesucht hat, sagt man dem Chef Bescheid und man bekommt den Whisky im Glencairn Glas an den Tisch gebracht. Natürlich bekommt man auch Ratschläge oder Empfehlungen, wenn man seine ungefähre Präferenz verrät. Ein sehr schönes System, zumindest wenn der Laden normal bis wenig besucht ist. Bei unseren zweiten Besuch am Samstag war es bedeutend voller. Und dann sah man die Nachteile an dem Konzept, da eine Person fast komplett für den Service weg fällt. Außerdem wurde vom Service immer nur ein Tisch nach dem anderen bedient, so  dass wir in unserer Gruppe erstmal für über 20 Minuten warten mussten. Da muss an dem System noch gearbeitet werden.

Wenn das Dungeon nicht ganz so gut besucht ist, ist es ein tolles Konzept. Man kann mit Michael ganz entspannt im Verkaufsraum über Whisky philosophieren. Er gibt Tipps, Empfehlungen und plaudert aus dem Nähkästchen. Neben seinen eigenen Abfüllungen hat er sich schwerpunktmäßig auf unabhängige Abfüller konzentriert. So hat er wirklich eine gute Auswahl sowohl an deutschen, als auch schottischen unabhängigen Abfüllern. Daneben auch noch die eine oder andere Originalabfüllung.  Es gibt immer einen Whisky der Woche, der ein wenig günstiger angeboten wird. Die Preise sind gängige Whiskypreise, wenn auch im oberen Bereich.

Insgesamt kann man das Whiskydungeon wirklich empfehlen. Ich finde es auch ein interessantes Konzept eine Kneipe und einen Shop miteinander zu verbinden. Und so sich seinen Dram direkt aus dem Regal aussuchen zu können oder nach bestimmten Abfüllungen zu suchen, macht wirklich Spaß. Und wenn man am Service speziell an den stärker frequentierten Abenden noch feilt, dann passt wirklich alles.
Informationen zu Öffnungszeiten, Angeboten und dem Shop findet Ihr unter www.Whiskydungeon.com.

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So cool wie Clint Eastwood – Dry Liquid Supper Bar in Aachen

Drinklabor_DryBar_InteriorDer Drinklaborant on Tour in Aachen. Die Drybar ist genau so ein Laden,  wie man sich ihn für Bonn wünschen würde. Toll in Holz gehalten, super hippe Traktorsitzstühle als Barhocker und ein bequemes Chesterfieldsofa in der Ecke. Daneben eine alte Werkbank als Tisch und Clint Eastwood schaut einen obercool von der Wand an. Wenn Dirty Harry über einen wacht, schmeckt der Cocktail gleich doppelt gut. Diese Bar würde man eher in  einen Szenebezirk von Berlin verorten, liegt aber Mitten im beschaulichen Aachen. Sie ist noch ganz neu und wurde erst Ende Juni geöffnet. Aachen kann sich wirklich über dieses Kleinod freuen. Und sie ist urgemütlich. Ein wenig angelehnt an alte Speakeasys aus der Prohibitionszeit soll der Name auch an das Dryland erinnern. Auch der Zusatzname Liquid Supper Bar fanden wir passend gewählt, da wir hier unseren „Nachtisch“ zu uns nehmen wollten. Die Barkarte in Ledereinband bietet eine Menge Auswahl. Neben Cocktails kann man auch belgische Biere und Craftbiere probieren. Natürlich gibt es eine grosse Anzahl an Spirituosen pur – so allein ca. 20 verschiedene Gins. Kommen wir zur Hauptsache bei einer Bar, den Cocktails. Neben den Klassischen Cocktails wie Manhattan, Neueren wie den Gin Basil Smash hatten sie auch tolle Eigenkreationen am Start. Da geht einen doch das Herz auf, wenn man sieht hier ist noch jemand kreativ tätig und reitet nicht nur auf den Standards rum.

Drinklabor_Drybar_CocktailsKommen wir nun zu unseren beiden Cocktails. Das schöne war, wir haben komplett gegen die Mann-Frau Klischees verstoßen. Was auch der Barkeeper durch die falsche Zuordnung bestätigte. Meinen Himbeer Ingwer Fizz, ein erfrischender Nachmittagsdrink, hatte man wohl eher meiner öHerzallerliebsten zugetraut. Er wurde mit Tanqueray, Waldhimbeersirup, Zitronensaft und frischem Ingwer hergestellt und mit Thomas Henry Spicy Ginger aufgefüllt. Ok man muss Ingwer lieben, aber dann hat man die totale Erfrischungsbombe.  Zuerst kommt der Himbeergeschmack sehr stark durch – Assoziationen nach Fruchtdrops steigen sofort auf. Aber dann schlägt auch schon der Ingwer zu. Ja ja der Spicy Ginger vom Thomas Henry der bügelt schon Einiges weg. Auch die Minze gibt den ganzen eine schöne frische Note. Leider buttert der Himbeersirup und das Gingerbier den Tanqueray Gin doch ziemlich unter. Ein sehr leckerer Cocktail bei der die Hauptspirituose leider ein wenig untergeht.

Das Highlight hatte dagegen meine Herzallerliebste. Einen Danish Old Fashioned  serviert im Kristalltumbler mit einer Eiskugel in Schneeballgröße. Der Bourbon war eigenhändig Bacon infused, wobei der Bacon und das Raucharoma für uns kaum erschmeckbar waren. Als Rye-Ersatz, wie leider viel zu oft, wurde ein Bulleit Bourbon genommen. Das Zusammenspiel mit dem Ahornsirup brachte eine ausgeprägte Honignote. Und die Housebitters sorgten für eine tolle bittere Abrundung. Ein wirklich gelungener Cocktail, obwohl ich eigentlich nicht der große Whiskycocktailfan bin.  Daneben gab es noch ein paar spannende Cocktail-Kreationen so z.B. Breakfast of the Champions der mit Butter-infused Bourbon bereitet wird oder total abgefahren die Thai Massage Tanqueray, Ramazotti, Zimt, Thai Basilikum, Honig, Chipotle Chillies und das ganze mit Limetten und Granatapfelsaft aufgegossen. Leider war es schon später und nach einer Flasche Wein haben wir nach einem Cocktail Schluss gemacht. Aber hier waren wir nicht das letzte mal. Wenn Ihr also nach Aachen kommt und dort sogar wohnt – eine absolute Empfehlung.

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Flaschenteilung – der kostengünstige Weg zum Ausprobieren

Drinklabor_Flaschenteilung_VorbereitungKennt Ihr das auch, ihr hört oder lest von einem spannenden Whisky, Rum oder Gin. Den möchte ich auch mal probieren, denkt ihr bei Euch. Nur um zu sehen wie er schmeckt. Ok da gibt es vielleicht Tastingnotes – aber die kann man wohl häufig eher als Lyrik bezeichnen und sie dienen weniger als Auswahlhilfe für mein Geschmacksprofil. Oder man sieht eine unbekannte Abfüllung seiner Lieblingsdestille, die muss ich haben und dann schaut man auf dem Preis und ist ernüchtert. Jedesmal eine Großflasche zu kaufen, nur um zu sehen, ob eine bestimmte Spirituose schmeckt, wird auf die Dauer auch recht teuer. Und wenn es geschmacklich nicht mein Fall ist, steht sie dann auch noch längere Zeit geöffnet im Regal.

Die Lösung für dieses Problem ist die Flaschenteilung; warum nicht die Kosten auf mehrere Schultern verteilen. Vielleicht gibt es ja da draußen noch andere, die Interesse an einem alten Schätzchen oder einer Neuabfüllung haben. Daher einfach mal im Freundeskreis nachfragen oder in eines der vielen Spirituosenforen, wie z.B. das Cutty Sark Whikyforum schauen. Natürlich kann man auch bei einer anderen Teilung mitmachen, aber ich finde eine Flaschenteilung mal selbst durchzuführen viel spannender und Spaß macht es auch noch. Außerdem kann man so selbst entscheiden, welche Spirituose man denn nun teilt. Man braucht nur Sampleflaschen, einen Trichter und Parafilmfolie. Und schon kann man ans Teilen gehen.

Eine 0,7 l Flasche kann man auf 7 x 10 cl oder 14 x 5 cl aufteilen. Natürlich gehen auch 4 cl oder 2 cl Sampleflaschen. Es hängt immer vom Preis ab. Aber am geläufigsten sind dann doch die 5 oder 10 cl Sample. Speziell wenn man einen Whisky richtig testen möchte, braucht man häufig ein wenig mehr – zum noch mal Probieren. Man sollte beachten, dass beim Abfüllen der ein oder andere Tropfen daneben gehen kann, so dass das letzte Sample häufig nicht ganz voll wird. Die Labels kann man einfach mit einem klassischen Textprogramm wie Word oder Pages designen. Die Künstler unter Euch können sich hier natürlich richtig austoben – bis zu einem verkleinerten Abbild des Aufklebers der Grossflasche oder komplett eigenen Entwürfen. Ich bin meist ein wenig fauler und drucke nur den Namen, das Alter, den Hersteller, ggf. die Fassart, Fass-Nr., Flaschennummer und natürlich die Alkoholstärke auf den Aufkleber. Als Aufkleber nehme ich immer von Zweckform die Quickpeel No. 4780 (48,5×25,4 mm x 40). Diese sind zwar etwas teurer gehen aber sowohl für Tinten- als auch Laserdrucker und reichen sehr lange. Sampleflaschen bekommt man bei diversen Anbietern wie GläserundFlaschen, Flaschenland oder Flaschenbauer im Netz. Kosten je nach Menge, Art und Grösse zwischen 0,50 – 1 € pro Sample. Denkt daran dass ihr zu den Samples auch Deckel mit bestellt. Vor dem Befüllen am besten nochmal heiß durchspülen. Dann die Großflasche mittels Trichter auf die Samplefalschen verteilen. Nach dem Abfüllen Flaschen zudrehen und den Parafilm um den Metallschraubverschluss wickeln. Speziell beim Versand wird dadurch das Auslaufen verhindert.

Drinklabor_Flaschenteilung_VersandWenn man nicht mit seinen Freunden aus der Nachbarschaft teilt und die Samples noch verschicken muss, bietet sich der Versand als Maxibrief an. Man kann da Samples bis 1 kg versenden und bekommt da bis zu 5 x 5 cl oder 3 x 10 cl Samples rein. Am besten noch mal nachwiegen. Wichtig das ganze gut auspolstern z.B. mit Luftpolsterfolie und den Karton gut zu kleben und ab zur Post. Und jetzt wünsche Euch viel Spass beim lustigen Flaschenteilen.

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