Archiv der Kategorie: Whisky Destillen

Geniale Besichtigungstour in der Ballindalloch Distillery

Ballindaloch Distillery von außen

Wie einige Leser wissen, war ich während meines diesjährigen Sommerurlaubs mal wieder in Schottland. Und dabei habe ich natürlich die Chance genutzt, die eine oder andere Destille zu besuchen. Da ich doch schon einige Destillen von innen gesehen habe, beschränke ich mich meist auf kurze Besuche mit ein paar Fotos von außen oder einem kurzen Stopp im Visitorcenter. Nur bei ausgewählten neuen Destillerien oder besonderen Führungen bzw. Tastings buche ich auch schon mal eine Führung.

DSCN0857

Der wunderbare Innenhof

Die Destille um die es in diesen Beitrag gehen soll, ist einerseits ein wahres Schmuckstück und bietet eine sehr individuelle Führung an. Auf sie gestoßen, bin ich durch die Empfehlung eines guten Freundes. Er hatte die Führung im letzten Jahr mitgemacht und hat mir wärmstens ans Herz gelegt, wenn ich in der Nähe bin, unbedingt die neue Ballindalloch Distillery zu besuchen.

img_3693

Ein schöner Willkommensgruss

 

Ballindalloch wird den meisten sehr wahrscheinlich nichts sagen, außer einige Schlossliebhaber kennen den Namen, auf Grund des Schlosses mit identischen Namen. Und es besteht sogar ein direkter Zusammenhang zwischen beiden. Sowohl das Schloss, als auch die Destille gehören der Macpherson-Grant Familie. Zur ungefähren Orientierung: die Destille liegt im Whiskymekka der Speyside, wo fast 2/3 alle schottischen Destillen anzutreffen sind. Man findet Sie ungefähr zwischen den Destillen Glenlivet und Glenfarclas, am Nordöstlichen Rand des Cairgorm Nationalparks.

img_3696

Mal keine Porteus Mill – aber trotzdem rot

Wir fuhren an einem verregneten Dienstagmorgen im August zu unserem Besuch zu Ballindalloch. Wir hatten natürlich vorab Kontakt aufgenommen, da es hier kein Visitorcenter gibt und Führungen nur mit vorherigen Anmeldung durchgeführt werden. Von weitem ist schon das tolle, weiße Gebäude mit dem sehr prägnantem Schriftzug zu sehen. Obwohl die Destille erst 2 Jahre alt ist, wirkt das Gebäude und die Anlage viel älter. Was damit zusammenhängt, dass sie in einem 200 Jahre alten und gut restaurierten Farmhaus untergebracht ist. Wir wurden von Brian dem Visitormanager formvollendet empfangen. Neben uns war nur noch ein weiteres Pärchen aus Aberdeen für die Führung angemeldet. Das ist doch schon mal schön, mit nur vier Personen an einer Führung teilzunehmen.

img_3698

Brian in seinem Element

Da es recht kühl war und sich Schottland von seiner besten, verregneten Seite zeigte, begannen wir in einem gemütlichen Raum mit einem wunderbaren, zweiten Frühstück. Neben Tee und Kaffee wurden auch noch Plätzchen gereicht. Während wir uns am Tee aufwärmten, erzählte uns Brian ein bisschen was zur Geschichte. Ursprünglich war dies eine recht heruntergekommene Farm. Sie diente als Werbeplattform für den dahinterliegenden Golfplatz. Anfang der 2010er Jahre spielte auf diesem Golfplatz auch ein Whisky-Destillen Konstrukteur. Er meinte mehr zum Spaß, daß man in das alte Farmhaus doch eine Destille bauen könnte. Was eigentlich eher als Scherz gemeint war, nahm Lord Macpherson zum Anlass ein Konzept dazu zu entwickeln. Der Konstrukteur erhielt den Auftrag eine Destille und einen entsprechenden Kostenrahmen zu entwickeln. Und so entstand die Idee und die spätere Umsetzung für die Ballindalloch Single Estate Distillery. Durch Unterstützung der EU und die diversen anderen Projekte des Lords konnte man den Bau in ca. 2-3 Jahren umsetzen.

DSCN0869

Die fünf Wachbacks

Durch die Verbindung der Familie zur Gegend achtete man bei der Renovierung darauf, möglichst nur auf lokale Handwerker zurückzugreifen. Außerdem versuchte man auch möglichst vieles original zu rekonstruieren. Und was sie geschaffen haben, kann sich wirklich sehen lassen.

DSCN0880

Die beiden Stills von Ballindalloch

Dann ging es auf unseren Rundgang. Beim ganzen Gebäude und auch den Anlagen konnte man das Konzept und die Zielsetzung hinter dieser Destillerie erkennen. Man verfolgt ganz klar das Konzept einer Premiumstrategie. Alles ist sehr hochwertig angelegt und qualitativ umgesetzt. Angefangen bei den Brennkesseln bis hin zu den eingesetzten Materialien. Man will sich klar als Qualitätsdestillerie positionieren. Das spiegelt sich auch in der Absicht wieder, erst mit einem gereiften Single Malt an den Markt zu gehen. So wird auch kein New Spirit verkauft und der erste Malt wohl nicht vor 2025 (dann ca. 10 Jahre alter Whisky) abgefüllt werden.  So hat man bewusst auf ein Visitorcenter verzichtet und will nur kleinen Gruppen von wirklich Interessierten die Destille näher bringen. Und ich muss sagen, ich habe selten eine so detaillierte Führung miterlebt. Wir konnten uns alles anschauen und Brian erläuterte uns alle Punkte der Produktion. Wobei er vorher fragte, was für Vorkenntnisse wir mitbringen und was uns besonders interessierte. Auf unseren Rundgang durften wir sogar selbst bei der Whisky/Spiritproduktion Hand anlegen.

So durften wir die Hefe einfüllen. Einer von uns musste die Hefe aus einem Eimer behutsam in den Kessel schütten. Währenddessen musste jemand anderes mit einer Art Stampfer dafür sorgen, dass die Hefe nicht zerklummte. Hat echt Spaß gemacht.

Brian als erfahrener Guide flocht aber auch immer wieder nette Anekdoten und Geschichten beim Rundgang mit ein. So erzählte er uns auch, dass man Prinz Charles und Camilla für die Eröffnung gewinnen konnte. Dies hängt mit den guten Beziehungen der Eigentümerfamilie zur königlichen Familie zusammen. So ist der jetzige Lord auch Page bei der Trauung von Charles und Diana gewesen. Bilder von der Eröffnung und auch eine extra Plakette findet man daher an verschiedenen Orten in der Destille.

img_3719

Nach einem Jahr schon im begehrten Club

Von der Kapazität her, ist Ballindalloch eher eine kleine Distillery. Sie besitzen 5 Washbacks aus Pinienholz mit ca. 10.000 Litern max. Fassungsvermögen. Daneben eine Wash Still mit 5.000 Litern und eine Spirit Still mit 3.600 Litern. So dass sie insgesamt ca. 100.000 Liter pro Jahr produzieren. Die 5-6 hier arbeitenden Personen arbeiten nur an 5 Tagen die Woche. Diese Zahlen erklären auch Brians Abneigung gegenüber dem Begriff  Microdestille. Da dieser Begriff häufig eher für einfach ausprobieren bzw. Hobby steht.

Dagegen sehen sich ganz klar als Craftdestille, da doch vieles hier Handarbeit ist ein großes handwerkliches KnowHow vorhanden ist. Außerdem versuchen sie bei ihren Zutaten größtenteils auf lokale Materialien zurück zugreifen. So gehört ja zu den Ballindalloch Unternehmen auch Landwirtschaft dazu und im Umfeld der Destille wir genügend Gerste angebaut.

DSCN0883

Der wiederverwendete Cragganmore Spiritsafe

Nach einer sehr abwechslungsreichen und einer eineinhalbstündigen Tour durch die Produktion kamen wir zum Höhepunkt unserer Besichtigung. Wir kamen in den Tastingroom und kamen uns gleich vor wie in einem Schloss. Hier hat man natürlich auch viele Einrichtungsgegenstände aus dem Schloss verwendet. Da Ballindalloch ja erst seit 2 Jahren produziert und man bewusst auf das Verkosten von New Spirit verzichten musste, haben sie sich etwas anderes überlegt. Brian erzählte uns, das er vorher als oberster Gästeführer bei Glenfiddich tätig war. Dann hatte ihn der Lord angesprochen, ob er die Stelle hier nicht übernehmen möchte.  Er sagte ja, verlangte aber ansprechende  Spirituosen die man Gästen entsprechend der hochwertigen Ausrichtung der Destille anbieten konnte. Aber der Lord konnte mit einem Hinweis auf die Familiengeschichte aushelfen. Dieses Problem konnte Lord Macpherson-Grant  mit einem Hinweis auf die Familiengeschichte lösen.

DSCN0916

Hochherrschaftliche Ausstattung

Die Familie war nämlich in der Vergangenheit schon mehrmals im Whiskybusiness tätig. Einerseits wurde in den frühen 1820 Jahren von einem Vorfahren die heute nicht mehr existierende Delnashaugh Distillery gebaut.  Außerdem gründete sie die Cragganmore Distillery. Diese gehörte der Familie bis in die 50er Jahre. Erst die Steuerschulden eines Vorfahrs des heutigen Lords machte einen Verkauf der Destille notwendig. Trotzdem bekam man das Recht bei Gelegenheit das ein  oder andere Fass aus der Cragganmore Destille zu beziehen. Und diese edlen Tropfen darf man im Rahmen der Führung probieren. Damit ist die Führung in der Ballindalloch Destille quasi die einzige Möglichkeit noch alte Singlecaskabfüllungen der Cragganmore Distillery zu probieren. Lustige Funfact ist, dass der hier verwendete Abercrombie Spirit Safe ursprünglich in der Cragganmore Distillery den Newspirit trennte.

DSCN0917

Einer der Tastingräume

Wir machten es uns in bequemen Ledersofas um einen Kamin gemütlich und starteten mit einem 27 jährigen Cragganmore aus einem Bourbon Cask mit 53,1 % Alkohol. Was ein leckerer Whisky, wunderbar eingebunden und ein wunderbarer Schnüffelwhisky.

Um das Ganze noch zu steigern kam als nächstes ein noch ein Jahr älterer Cragganmore ins Glas. Dieser hatte zwar nur 42,6 % Alkohol – aber das war vollkommen ausreichend. Könnte man doch solche Flaschen noch käuflich erwerben.  Diese Whiskys waren einfach nur wunderbar ausgewogen, mit einem guten Holzeinfluss ohne das er überlagernd gewirkt hätte und extrem lecker.

DSCN0919

Gemütliche Ledersofas zum verweilen

Und um uns endgültig die Nase lang zu machen, gab es zum Abschluss noch einen 29 jährigen Cragganmore ausschließlich im Sherryfass (Oloroso) gelagert. Dies wäre mein Whisky für einen längeren Aufenthalt auf einer einsamen Insel. Bisher kannte ich nur den 14-jährigen Standard, den Destillers Edition und einen von Signatory. Nach diesen Köstlichkeiten hat man auf einmal einen komplett anderen Blick auf die Cragganmore Distillery.

img_4759

Die „Teilnehmer“ am leckeren Abschluss

Was ein würdiger Abschluss eines erlebnisreichen Vormittags. Eine absolute Empfehlung für alle die in der Speyside-Region sind. Wichtig ist, vorab sich anzumelden. Die Touren finden nur in Kleingruppen statt und kosten angemessene 35 Pfund pro Person. Dafür bekommt man eine sehr individuelle, sehr ausführliche und unterhaltsame Führung. Zusätzlich wirklich absolut gigantische Whiskys, die man in einem tollen Ambiente genießen kann. Daneben gibt es noch speziellere Touren bzw. Ganztagesworkshops in Whiskyherstellung. Nähere Informationen zur Destille, den Touren und den Kontaktdaten von Brian findet Ihr unter https://www.ballindallochdistillery.com/

Hier noch ein paar Impressionen der Destille:

 

 

 

Advertisements

2 Kommentare

Eingeordnet unter Besichtigungen, Drinklabor on Tour, Getränke, Single Malt Whisky, Sonstiges, Spirituosen, Whisky, Whisky Destillen

Die wiederentstandene Destille – Besuch bei Annandale

SCO 03.-04.2017 - 1 von 365 (87)

Am Eingang zu Annandale

Nach langer Zeit bin ich endlich wieder dazu gekommen, einen neuen Artikel zu veröffentlichen. Wie einige von Euch auf meinen Sozialen Medien gelesen haben, war ich Ende März/Anfang April mal wieder in Schottland. Schwerpunkt war diesmal mit Freunden zusammen nochmals die Insel Islay  zu besuchen. Wer will, kann hier nochmal die Berichte von meinem letzten Aufenthalt im November 2015 lesen. Diesmal waren wir mit eigenem Auto unterwegs. Da wir mit der Fähre über Newcastle angereist sind, bot es sich an, bei der „neuen“ Destille Annandale einen Stopp zu machen. Und was wir da gesehen haben, war so unglaublich pittoresk und gut restauriert, dass wir uns trotz knapper Zeit spontan zu einer Führung hinreißen ließen. Die Anandale Destillerie liegt in den Lowlands und kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Hatte ich nicht oben von der neuen Destille gesprochen. Richtig, denn das besondere an Anandale ist, dass es sie ursprünglich seit 1924 nicht mehr gibt. Und erst in 2014 gab es eine Wiedergeburt.

IMG_1786 (1)

Das Visitorcentre

Die Geschichte soll sich wie folgt zu getragen haben. Gegründet wurde sie 1830 von George Donald.  Sie hatte unterschiedliche Besitzer und ab 1893 gehörte sie zum Getränkeriesen Johnny Walker. Obwohl eine Lowland-Brennerei produzierte sie schon damals getorften Whisky. Dies hing damit zusammen, dass die Gegend um Annan reich an Torfvorkommen ist. Und warum nicht auf die Rohstoffe vor der Haustür zurückgreifen. So bildete der Whisky von Annandale in der damaligen Zeit einen Teil des Johnny Walker Whisky.

Version 2

Der Plan der ursprünglichen Destile um 1900

Im großen Destilleriesterben in den 20er Jahren musste auch Annandale seine Tore schließen. Einzig die vorab schon existierende Farm blieb weiter bestehen und nutzte teilweise die Gebäude. Das Schicksal vieler dieser „verlorenen“ Destillen wird  in dem sehr empfehlenswerten Buch „Scotch Missed: Lost Distilleries of Scotland“ beschrieben. Dies hat auch Professor David Thomson gelesen und sich Mitte 2007 zu den Ruinen von Anandale begeben. Er hatte sich gleich in den Ort und die historischen Bauten verliebt. Speziell der Kiln war für seine lange Nichtnutzung noch recht gut erhalten. Und so entstand die Idee diese Destille an seiner ursprünglichen Stelle wieder zu beleben. Er kaufte das Gelände und nach einigen Jahren der Planung wurde ab 2011 mit dem Wiederaufbau  begonnen. Am 15.11.2014 war es dann soweit. Der erste New Spirit floss nach über 80 Jahren aus den Stills der Anandale Destillerie.

SCO 03.-04.2017 - 1 von 365 (125)

Die Destille im heutigen Zustand

Und was für ein Schmuckstück sie hier (wieder)geschaffen haben. Schon bei Ankunft im Visitorcenter ist man beeindruckt von dem Gemäuer. Besonders fallen die ausgefallenen Holzmöbel ins Auge. Diese sind alle irgendwie ungerade eckig, als hätte jemand eine Viereck-Phobie. In diesen gemütlichen Räumlichkeiten kann man auch sehr gut essen und auch schon erste Whiskydevotionalien kann man käuflich erwerben.

Version 2

Die Destille vor dem Wiederaufbau

Auch der Auslöser für den Wiederaufbau, das Buch der verlorenen schottischen Destillen ist mittlerweile in seiner 4. Auflage, mit der wiedereröffneten Annandale Destille hier zu bekommen. Nach einer kleinen Stärkung bekamen wir drei eine Privatführung. Wir starteten im Innenhof. Hier lies Prof. Thomson mit Unterstützung der Uni Glasgow archäologische Ausgrabungen vornehmen. Nun kann man dort die alten Standplätze der Stills und die darunterliegenden Gänge zur Befeuerung erkennen.

Die archeologischen Ausgrabungen

Archäologische Ausgrabungen

rBei herrlichen Sonnenwetter erklärte unser Führer James einiges zur Geschichte der Destille. Auch zeigte er uns Bilder der Brennerei vor der Renovierung. Danach war unsere Bewunderung noch größer. Der Haupteingang befindet sich direkt unterhalb des Kilns. Dieser ist zwar restauriert, wird aber leider nicht mehr genutzt wird. Hier ist jetzt der Empfangsraum und ein großes Treppenhaus zur Destille. Hier hat man in Zusammenarbeit mit einem lokalen Kunsthandwerker einem ausgefallenen Handlauf installiert. In der eigentlichen Destille übernahm dann Caroline das Zepter und führte uns durch die einzelnen Etappen der Whiskyherstellung.

IMG_1796

Die Washbacks

Auch bei der Ausstattung griff man teilweise auf alte Schmuckstücke zurück. So fand hier die alte Mühle der geschlossenen Caperdonich Destille, eine Porteus Mill aus den 60er Jahren, eine neue Heimat. Neben einer Mash tun gibt es sechs Wash backs natürlich aus Holz. An jedem Tag der Woche wird ein anderer Wash back genutzt. Nur am Sonntag wird nicht produziert.

SCO 03.-04.2017 - 1 von 365 (304)

Stills mit einem Spiritsafe

Insgesamt arbeiten hier 5 Mitarbeiter. Im hinteren Bereich sieht man einen Wash Stil und zwei Spirit Stills. Da man hier sowohl getorfte, als auch ungetorften Alkohol produziert, hat man getrennte „low wines“ und „spirit receiver“. So kann es nicht zu Vermischungen kommen. Insgesamt stellen Sie pro Jahr ca. 100.000 l Alkohol her. Dabei jeweils 50.000 l getorften und 50.000 l ungetorften.

IMG_1807

Wir werden im Fasslager erwartet

Am Ende der Tour durften wir auch einen Blick in ein Warehouse werfen. Dort bekamen wir einen ersten Eindruck von den zukünftigen Whisky. Es gab je eine Probe eines ungetorften und eines getorften New Spirit. Diese tragen die schönen Namen Man o´Word (ungetorft) und Man o´Sword (getorft). Beide haben einen Bezug zu historischen Personen. So steht der mit einer Feder versehene Man o´Word für den schottischen Nationaldichter Robert Burns. Dieser war u.a. auch Annan als Whisky-Steuereintreiber tätig und wird wohl die Destille mehrere Male besucht haben. Der getorfte Whisky mit einem Schwert im Logo hat einen Bezug zu Robert the Bruce. Die beiden New Spirits waren schon recht vielversprechend. Besonders der getorfte Man o´Sword kann schon mit einigen jungen, wilden von Islay mithalten. Leider beziehen sie den Torf nicht mehr aus der Gegend, sondern bekommen ihn von weiter nördlich. Die beiden New Spirits konnte man als Sample auch käuflich erwerben. Diese sind in ihrer Aufmachung und im Design recht ungewöhnlich und fallen in jedem Regal sicherlich auf. Auch die Möglichkeit zum Fasskauf besteht bei Annandale noch. Leider ergab sich aber keine Möglichkeit, einen der gelagerten Spirits zu probieren. Aber eventuell kann man in diesem Jahr im November den ersten echten Whisky von Anandale kosten.

IMG_1808

Die New Spirits im auffälligem Flaschendesign

Ich bin sehr gespannt, wie sich diese kleine unabhängige Destille entwickeln wird. Ich kann nur jeden empfehlen, der in der Gegend oder auf dem Weg nach Glasgow (von Newcastle) ist, einen Abstecher zu Annandale zu machen. Die Anlage ist wirklich toll restauriert und liegt wirklich idyllisch. Mir geht bei solchen kleinen und engagierten Destillen immer das Herz auf. Ich drücke den Leuten von Annandale wirklich die Daumen und freue mich schon auf spannende Whiskys.

Wer mehr über Annandale, Öffnungszeiten und die Anfahrt erfahren möchte, kann hier nach schauen. www.annandaledistillery.com

SCO 03.-04.2017 - 1 von 365 (106)

Der zweite Spiritsafe

SCO 03.-04.2017 - 1 von 365 (4)

Ein außergewöhnliches Tor

IMG_1813 (1)

Eines der alten Lagerhäuser

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Besichtigungen, Drinklabor on Tour, Single Malt Whisky, Sonstiges, Spirituosen, Whisky, Whisky Destillen

Die Boann Distillery – der zukünftige Stern am irischen Whiskeyhimmel

Drinklabor_BoannDistillery1Wie Ihr vielleicht auf meinen Socialmedia-Kanälen mibekommen habt, befand ich mich Mitte September mit einer größeren Gruppe von Whiskyenthusiasten auf einer Tour durch Wales, Irland und Schottland. Dabei nutzten wir natürlich die Gelegenheit, vor Ort möglichst viele Destillen persönlich zu besuchen und die Leute dahinter kennen zu lernen. Dabei gab es, wie immer im Leben mal Licht mal Schatten. Ein wirkliches Highlight der Tour war der Besuch in der irischen Boann Destillery. Boann werden jetzt einige fragen. „Habe ich noch nie gehört?“ Das kann damit zusammenhängen, dass sie noch nicht aktiv ist und sich noch im Bau befindet. Auf der Fahrt von Dublin nach Portrush in Nordirland nahmen wir uns die Zeit für einen kurzen Halt in Drogheda im Boyne Valley. Oli der schon bei der letzten Fahrt die Besichtigung der Strathearn Distillery organisiert hatte, schaffte auch diesmal  für insgesamt 12 Personen unserer Gruppe eine Führung zu vereinbaren. Und nach anfänglichen Zögern, da es ja noch eine Baustelle wäre, haben sie sich bereit erklärt, uns zu empfangen.

Der Blick von außen

Der Blick von außen

Der Anblick von außen war anfänglich ein wenig ungewöhnlich, da die gesamte Front verglast war. Insgesamt sah es nicht wie eine typische Destille aus. Was damit zusammenhängen konnte, das dies ein ehemaliges Autohaus war, dass jetzt zur Destille umgerüstet wird. Das Autohaus war Anfang der 2000er Jahre gebaut und im Rahmen der Eurokrise in Konkurs gegangen. Nach einiger Zeit des Leerstands entschieden sich die Boann Eigentümer 2015 dieses Gebäude als Heimat ihrer Destille zu wählen.

Unsere Gruppe beim andächtigen Zuhören

Unsere Gruppe beim andächtigen Zuhören

Wir wurden von der Marketing und PR-Leiterin Sally-Anne Cooney sehr herzlich begrüßt und in die heiligen Hallen geleitet. Obwohl noch nicht alle Leitungen verbunden waren und die Spirit-Safes teilweise noch verpackt in Kisten rumstanden, konnte man sich schon ein gutes Bild von der zukünftigen Destille machen.

Der zukünftige Spiritsafe

Der zukünftige Spiritsafe

Wie es sich für einen irischen Whiskey gehört, soll er auch dreimal destilliert werden. Entsprechend konnte man schon drei wundervolle Stils begutachten. Sally-Anne erzählte uns ein wenig zur Idee die hinter dem Unternehmen steckt.

Der Blick in die zukünftige Destille

Der Blick in die zukünftige Destille

Die Boann Destillery ist nach der Gottheit Boann benannt, die u.a. auch den Fluß Boyne erschaffen haben soll. Dieser ist gleichzeitig der Namensgeber für das Tal nördlich von Dublin – das Boyne Valley. Das zeigt schon ein wenig, dass die Eigentümer großen Wert auf die Verbindung zu dem Land und der Gegend legen. So soll auch außschließlich Gerste aus der Gegend verwendet werden.

Improvisierte Bar aus Fässern für eine Veranstaltung

Improvisierte Bar aus Fässern für eine Veranstaltung

Auch das örtliche Wasser, welches eine sehr hohe Wasserhärte aufweist, soll trotzdem genutzt werden. Es soll dem Whiskey ein besonders Aroma geben. Sie verglich dabei ihr Vorgehen mit und die Beziehung zu der Gegend mit einem Winzer, bei dem das Terroir auch eine besondere Rolle für den Wein spielt. Außerdem hat diese Gegend eine lange Whiskey-Tradtion. So gab es 1822 in der Gegend noch 18 Whiskeydestillen. Davon blieb nur eine übrig, die aber auch 1968 schließen musste. So ist die Boann Distillery die erste Neugründung seit über 50 Jahren in dieser Gegend.

Unsere charmante Führerin durch die Boann Distillery - Sally-Anne

Unsere charmante Führerin durch die Boann Distillery – Sally-Anne

Unsere Führerin Sally-Anne ist eines von fünf Kindern des Gründers Pat Cooney. Wie sie sind auch ihre vier Geschwister und die Mutter in unterschiedlichen Bereichen des Unternehmens tätig. Man kann also von einem wirklichen Familienunternehmen sprechen.  Die Idee zu dem Unternehmen hatte ihr Vater Pat, der Gründer der Firma. Er ist hier in der Nähe in Drogheda geboren und hat damit eine enge Beziehung zu der Gegend und ihren Menschen. Nach einer erfolgreichen Karriere bei den Getänkekonzern Gleeson, hat er gr0ße Teile des Unternehmens 2012 verkauft. Nur die Cream Liqueur- und Ciderproduktion behielt er weiterhin. Als großer Whiskyliebhaber war das Projekt schon seit über 15 Jahren sein Traum von ihm und der Famile. Zukünftig sollen neben Whiskey auch Gin und andere Brände hergestellt werden. Außerdem existiert schon seit ca. 3 Monaten in der hintereen Halle eine Craftbeer Brauerei – die Boann Brewery – und eine Flaschen- und Dosen-Abfüllstation.

Die Brennblasen - noch nicht in Aktion

Die Brennblasen – noch nicht in Aktion

Neben der Verbundenheit mit der Gegend steht vor allem die Qualität und die moderne Technik bei diesem Neubau im Vordergrund. So entschloß man sich durch den vorgegebenen Bau der Halle, für eine moderne Aufmachung für die Destille. Dadurch stehen wor allem Glas, Chrom und Stahl im Vordergrund. Dies wird durch die absolut toll aussehenden Kupfer-Sttills noch unterstützt. Als Hersteller für die Brennblasen entschied man sich für die italienische Firma Green Engineering. Diese hatte schon Erfahrung beim Bau der Brennblasen für die Bombay Saphire Destille gesammelt. Bei Boann kommen spezielle Brennblasen mit Nanotechnologie zum Einsatz. Diese soll dazu führen, dass beim Destillationsvorgang die 6fache Menge an Kupfer mit dem Alkohol in Berührung kommt. Diese Technick wird meiner Kenntnis nach, erstmalig in einer Whiskydestille eingesetzt.

Die Bennett-Stil für irischen Gin

Die Bennett-Stil für irischen Gin

Das besondere Steckenpferd von Sally-Anne aber ist die Gin-Produktion. Für diese steht eine 500 l Bennett-Still zur Verfügung. Der hier zukünftig hergestellte Gin soll mit speziellen irischen Botanicals verfeinert werden. Dafür steht zusätzlich auch noch eine Anlage für Dampfinfusionen bereit, die Öle aus den besonders empfindlichen  Botanicals extrahieren soll. Hier merkte man ihre Begeisterung, wenn sie von den aktuellen Experimenten und Versuchen erzählt, um einen einzigartigen Gin zu kreieren. Durch ihre langjährige Arbeit im Weinhandel hat sie auch ein großes Interesse für das Thema Fassmanagement.

Das zukünftige Fasslager - die Fässer warten auf ihre Befüllung

Das zukünftige Fasslager – die Fässer warten auf ihre Befüllung

Im Keller konnten wir schon mal einen Blick auf eine ganze Menge leerer Fässer werfen, die auf Ihre Befüllung warten. Durch die Beziehungen von Pat und die Kontakte von Sally-Anne aus ihrem vorherigen Beruf konnten sie an genügend Fässer herankommen.Sie hat uns schon veraten, dass sie zukünftig gern mit unterschiedlichen Fässern und Finishes arbeiten möchte.

Die Boann Brewery

Das Boyne Brewhouse

Im hinteren Bereich konnten wir noch einen Blick in die schon aktive Brauerei das Boyne Brewhouse werfen. Als Braumeisterin konnten sie dafür Aine O´Hara gewinnen. Aine, die gebürtig aus Galway kommt, hatte davor für 8 Jahre in Australien studiert und gearbeitet. Nun ist sie in ihr Heimatland zurück gekehrt, hat aber gleich mit ihrem ersten Bier dem „Born in a Day“, einem australischen Pale Ale, an ihre Australien Zeit erinnert.

Die Dosenabfüllanlage im Betrieb

Die Dosenabfüllanlage im Betrieb

Zur Zeit haben sie schon drei verschiedene Biersorten im Angebot. Im Laufe der Zeit sollen noch weitere dazu kommen. Insgesamt ist bei Boann noch vieles in Planung. Zukünftig soll noch eine gläserne Wand vor der Destille eingezogen werden. Im vorderen Teil soll dann ein Visitorcenter mit Restaurant untergebracht werden. Außerdem soll man dann auf der ersten Etage den Mitarbeitern beim destillieren zuschauen können. Auch eine starke Klimaanlage ist geplant. Dies ist auch von Nöten, da durch die große Glasfront schon bei unserem Besuchstag die Wärme schon gut spürbar war. Auch wollen sie zukünftig Tastings und Masterclasses anbieten. Sie planen auch alle drei irischen Whiskeystile, also Single Malt, Potstill und Blended Whiskey herzustellen.  Im Moment warten sie noch auf die eine oder ander Genehmigung. Sally-Anne hofft aber, dass sie spätestens im 3. Quartal 2017 mit dem destillieren beginnen können. Um sich aber schon jetzt einen Namen zu machen, planen sie schon in diesem Jahr zwei Abfüllungen unter ihrem Namen herauszubringen.

Die erste Abfüllung ein 7jähriger - extrem lecker

Die erste Abfüllung ein 7jähriger – extrem lecker

Es wird ein siebenjähriger Single Malt Whisky sein. Er wird in zwei Stärken zu haben sein, einmal in Trink- und einmal in Fassstärke. Er war vorab in Bourbon Casks und hat noch ein finishing in Oloroso Sherry Fässern gehabt. Da er hier ja noch nicht produziert werden konnte, ist er in einer anderen der bisher drei irischen Destillen entstanden. Auf jeden Fall wird er unter dem Namen „The Whistler“ vertrieben. Der Name hat auch eine Beziehung zu Pat, der ein begeisterter Whistlespieler ist. Aller Voraussicht wird der Whisky zum Weihnachtsgeschäft in Irland und den USA zu kaufen sein. Wir hatten die große Ehre, sowohl den Whistler in Trink- als auch in Fassstärke zu probieren. Und ich muss sagen, ich habe selten einen so komplexen, aber gleichzeitig wunderbar eingebundenen und runden sieben jährigen Whiskey probiert. Das Ganze lässt wirklich Großes erwarten. Auf diesem Weg noch mal ein herzliches Dankeschön an Sally-Anne für die wirklich sehr informative Führung.

Jede Destille braucht einen Hund - zusammen mit Sally-Anne

Jede Destille braucht einen Hund – zusammen mit Sally-Anne

Selten kann man in einer Destille wirklich überall hinterschauen und sehen wie sie erst im Entstehen ist. Ich wünschen ihnen wirklich alles Gute und einen erfolgreichen Start. Es wird sehr spannend sein, wenn man, sagen wir in zwei Jahren wieder bei Boann vorbei schaut und dann ein fertiges Schmuckstück und einen Touristenmagnet bewundern kann. Das dies gelingen kann, zeigt schon die gut gewählte Lage. Die Destille ist in gut einer Stunde von Dublin erreichbar und die großen Touristenziele Newgrange und der Stone of Tara befinden sich quasi um die Ecke. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass sich auch einige Whiskyfreunde nach Drogheda zur Boann Destillery verlaufen werden.

Wenn Ihr mehr über die Familien-Destille Boann erfahren wollt, könnt Ihr auf ihrer Website nach Neuigkeiten Ausschau halten:  www.boanndistillery.ie

 

 

 

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Ale, Besichtigungen, Brauereien, Craftbier, Drinklabor on Tour, Getränke, Gin, IPA, Irischer Whisky, Reisen, Spirituosen, Stout, Whisky, Whisky Destillen

The Way to Islay – 5. und letzter Teil – Laphroaig und Lagavulin

Drinklabor_Islay_Teil5_1
Der letzte komplette Tag auf Islay. Schon relativ früh aufgewacht. Da schien etwas in mein Zimmer – oh Sonne! Gut motiviert stand ich auf, heute sollte es zu Laphroaig gehen. Eine meiner Lieblingsdestillen hier auf Islay. Auf ging es zum Frühstück. Der Frühstücksraum bei Joy ist kleiner und hat nicht einen so tollen Ausblick, dafür ist er sehr gemütlich. Sie hat drei unterschiedliche Frühstücke zu Auswahl. Klassisches schottisches Frühstück, geräucherter Kabeljau mit porchiertem Ei oder gebratenen Kippling. Da ich mit Fisch zum Frühstück schon immer Probleme hatte, entschied ich mich doch lieber für das schottische Frühstück. Mit mir zusammen frühstückte Steven aus Nordengland, den ich schon gestern kurz kennengelernt hatte. Er macht keine Destillerietouren mehr, da er alle schon in- und auswendig kennt. Er ist seit 1976 jedes Jahr mindestens ein- oder auch mehrmals auf Islay. Also quasi schon ein Einheimischer. Nach einem sättigenden Frühstück musste ich schon früh los, da meine Tour bei Laphroaig schon um 10.00 Uhr begann. Man kann die Strecke gut zu Fuß abdecken. Es ist nicht so weit, aber mit dem wechselhaften Wetter – kann auch so eine kurze Strecke lang werden. Aber noch spielte das Wetter mit. Aber Ihr kennt es schon, auf halber Strecke änderte es sich wieder und ich kam doch ein wenig durchnässt an. Ich wurde gleich herzlich begrüsst und mir ein Tee oder Kaffee angeboten. Whisky dürfen sie, ähnlich in Supermärkten, nicht vor 10.00 Uhr ausschenken. Obwohl ich um diese Zeit so und so darauf verzichten konnte.Drinklabor_Islay5.Tag_2 Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Besichtigungen, Grain Whisky, Single Malt Whisky, Tastings, Whisky, Whisky Destillen

The Way to Islay – 4. Teil – Bowmore und Ardbeg

Drinklabor-Islay4.Tag_1Die letzte Nacht im Dha Urlar war mal wieder stürmisch. Jim erwartete mich wieder fröhlich pfeifend gegen 8.00 Uhr in der Küche. Ein letztes Mal diesen genialen Ausblick genießen. Als Highlight hatte sich Jim ein Marmeladentasting ausgedacht. Er hatte zwei Organgenbittermarmeladen, die eine mit Islay Malt, die andere die schon bekannte Orangenmarmelade mit Port Chartlotte. Da die Orangenmarmelade einen sehr starken Eigengeschmack hatte, war in der ersten Marmelade gar kein Whisky schmeckbar. In der PC Marmelade dagegen stach der Port Charlotte Geschmack stark hervor. Klarer Gewinner die Marmelade mit PC – sofern man rauchige Marmelade mag. Dann war es daran mich bei Jim und Carole zu verabschieden. Jim war so nett und hat mich noch bis Bowmore gebracht. Wirklich ein tolles B&B und super Gastgeber. Falls Ihr also nach Islay kommt, kann ich das Dha Urbar B&B mehr als empfehlen.

Drinklabor-Islay4.Tag_2In Bowmore habe ich die Zeit erstmal genutzt und mir den Ort im Hellen angeschaut. Da gibt es z.B. die tolle runde Kirche am oberen Ende des Dorfes. Diese soll deswegen rund gebaut worden sein, damit sich der Teufel nicht in der Ecke verstecken kann. Recht schlicht, wie für eine typische arme Inselkirche erwartbar, aber mit ihrer runden Bauweise sehr spannend anzuschauen. Neben einigen Geschäften, Hotels und Pubs bildet natürlich die gleichnamige Brennerei eines der architektonischen Highlights von Bowmore. Das interessante ist, das wirklich sehr viele Gebäude zur Destille gehörten bzw. noch immer gehören. So gibt es an der vorderen Hauptstraße viele ehemalige Fabrikbauten, die nun zu Ferienwohnungen umgebaut sind, die man direkt von der Destille anmieten kann. Ansonsten fällt das hier häufig auftretende Weiß ins Auge und der schöne Kiln der Destille. Dieser wird sogar, wie auch die Darrböden noch genutzt. Auch bildet die Destille von der Meeresseite  her ein schönes Panorama. Interessant ist auch die Halle kurz vor dem offiziellen Destillerieeingang. Man kann noch gut erkennen, dass die Halle früher zur Destille gehörte. Heute ist das Mactaggart Leisurecentre dort beheimatet. Dies ist eine durch Spenden finanzierte Schwimm- und Sporthalle.

Drinklabor-Islay4.Tag_3Dann ging es zum Visitorcenter der Bowmore Destille. Alles wirkt sehr edel. Man kann durch den Verkaufsraum in den ersten Stock gehen. Dort kann man in einem netten Cafe gemütlich einen Dram zu sich nehmen, die Aussicht genießen und den 15 minütigen Film über die Destille schauen. Ich bekam heute meine Privatführung, da ich Morgens der einzige Interessent war. Schade war, dass ich die Maltingfloors mir nicht anschauen konnte, da diese gerade gereinigt wurden.  Der Chlorduft soll schädlich sein und daher keine Besichtigung möglich sein. Einen kleinen Blick konnte ich trotzdem erhaschen. Aber ein Maltingfloor ohne da keimende Gerste ist halt nur ein großer Raum mit Betonboden. Dann sind wir entsprechend die verschiedenen Stationen der Whiskydestillation abgelaufen. Bowmore hat insgesamt 2 Wash- und 2 Spiritstills. Schon recht groß, aber fast alle Islay-Destillen haben recht große Stills. Am Ende der Tour ging es ins Warehouse 1. Dort durfte man von einem Fass probieren, dass nur hier erhältlich ist. Das Ungewöhnliche war, das der Inhalt nicht in einem Fass sondern einem Metallkasten lagerte. Dies war eine Erfindung eines Mitarbeiters, da das Abfüllen und Filtern speziell bei großen Gruppen doch sehr langwierig war. Bei dieser Konstruktion fließt der Whisky vorab durch einen Filter und kann mittels Hahn in die Flaschen gefüllt werden. Es gab zur Zeit einen 11-jährigen aus dem Bourbon Cask mit 59,8 %. Dieser war sehr fruchtig, aber insgesamt fand ich ihn zu eindimensional. Und noch dazu, kam der Preis von 70 Pfund. Daher habe ich auf meine Abfüllung verzichtet. Im Anschluss schaute ich mir noch den Film im wirklich netten oberen Bereich des Visitorcenters an. Man bekam dazu einen 15 jährigen Standardwhisky. Nach einigen netten Fragen, durfte ich auch noch einen Dram des aktuellen Devilcasks probieren. Dann wurde es Zeit, da mein Bus nach Port Ellen bald ging. Infos zur Destille, wie Öffnungszeiten und Touren findet Ihr unter www.bowmore.com

Drinklabor-Islay4.Tag_5Im Bus fragte mich jemand, wo ich denn in Port Ellen hin wollte und ob er mir helfen könnte. Die Überraschung kam, nachdem ich ihm gesagt hatte, dass ich ins Askernish B&B wollte. Er erklärte mir das ich Leo sein müsste, dass ich nur bis Samstag bleibe, weil mein Flug zurückgeht. Nachdem ich erst gedacht habe, an einen Hellseher geraten zu sein, stellte sich heraus, das es Stephen ist und er auch im B&B wohnt. Er ist schon seit Jahren bei Joy im Askernish B&B untergekommen und Joy hatte ihm von mir erzählt. Stephen war so nett und hatte mich gleich zum B&B begleitet. Da es noch am frühen Nachmittag war, nutzte ich die Zeit um mir ein wenig Port Ellen anzuschauen. Da sich das Wetter mal wieder verschlechterte, beschloss ich spontan, den nächsten Bus noch nach Ardbeg zu nehmen. Der erste Anblick der Destille von der Haltestelle aus, ist schon ziemlich beeindruckend. Ein wirklich tolles Panorama mit den Kilns, den riesigen Ardbegzeichen auf dem Boden und dem ausrangierten Still im Eingangsbereich. Ardbeg hat vor einigen Jahren in einem Kiln das wirklich tolle Old Kiln Cafe gebaut, in dem auch der Shopbereich untergebracht ist. Sie haben den Dachstuhl offengelassen, so das man die Unterseite des Pagodendachs gut wahrnehmen kann. Nachdem ich mich ein wenig umgeschaut und die letzte Tour um 15.30 Uhr gebucht hatte, machte ich es mir im Cafe erst mal gemütlich. Und obwohl ich nicht in Devon war, musste ich meinen geliebten Cream Tea bestellen. Wenn auch hier mit Brombeermarmelade und normaler Sahne nicht ganz genau auf die Vorgaben geachtet wurden.

Drinklabor-Islay4.Tag_6Bei unserer Tour waren wir diesmal zu viert. Neben unser Führerin Diane waren noch zwei deutsche Jungs auch aus dem Rheinland mit dabei. Wir starteten wie so häufig, mit einer schönen alten Mühle. Dann ging weiter zu den Maischebottichen.Dort habe ich mir auch mal ein paar Zahlen merken können. Jeder fasst 23.500 l. Ein Maische-Durchgang dauert ca. 7 1/2 h – so dass sie pro Woche 14 Maischen ansetzen. Für Islayverhältnisse hat Ardbeg mit jeweils 1 Wash- und einen Spiritstill eine eher kleinere Anzahl. Bevor wir zur Abfüllstation gingen, sind wir noch nach draußen gegangen, um das berühmte Foto mit dem Ardbegschriftzug zu schießen. Danach ging es wieder in das Old Kiln Cafe. Dort gibt es im hinteren Bereich einen netten kleinen Tastingraum. In diesen sind an einer beleuchteten Wand viele der alten Schätzchen von Ardbeg aufgeführt. Wir durften uns aber nur zwischen den 3 Standardwhiskys einen aussuchen. Am Ende der Tour war die Dunkelheit schon hereingebrochen und wir konnten die schöne Lichtinstallation von Ardbeg noch genießen. Die beiden Jungs waren so nett und haben mich noch mit nach Port Ellen zurück genommen. Da der letzte Bus von hier schon um 16.00 Uhr abfährt. Alle weiteren Informationen zu Ardbeg bgzl. Öffnungszeiten und Touren findet Ihr unter www.ardbeg.com.

Drinklabor-Islay4.Tag_7Drinklabor-Islay4.Tag_8Drinklabor_Islay_4.Tag8Abends habe ich dann noch ganz anständig im SeaSalt Bistro gegessen. Habe dort durch Zufall meine Warehousetourteilnehmer vom Vortag bei Bruichladdich getroffen. So konnten wir uns im Anschluss an unser Essen noch auf ein Bier im nebenan liegenden Islay Hotel treffen. Und am nächsten Tag sollte es zu den letzten beiden verbleibenden Destillen gehen.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Besichtigungen, Essen gehen, Reisen, Single Malt Whisky, Spirituosen, Whisky, Whisky Destillen

The Way to Islay – 3. Teil – Kilchoman und Bruichladdich

Drinklabor_ Islay3.Tag1Nach einer wirklich stürmischen Nacht, erfrischt aufgewacht. Obwohl mich Jim gleich aufklärte, dass es sich nur um ein laues Lüftchen gehandelt hat. Sturm würde sich anders anfühlen. Wieder ein leckeres Frühstück und den tollen Ausblick genossen. Jim den ich immer mehr ins Herz geschlossen habe, bot sich an, mich nach Bruichladdich zu fahren. Dann sagte er, dass er noch ein wenig Zeit hat und mir noch ein/zwei nette Plätze zeigen wollte. Zuerst machten wir einen Stopp am Islayhouse. Das ist ein hochherrschaftliches Haus mit einigen Wirtschaftsgebäuden wie Ställen und Lagerhäusern drum herum. Das Haus als solches ist mittlerweile von Amerikanern übernommen worden, die es als B6B für zahlungskräftige Gäste betreiben. Und in den Ställen und Scheunen haben sich verschiedene Künstler, kleine Handwerkskunstläden und Shops angesiedelt. Dort befindet sich auch die einzige Brauerei auf Islay. Das IslayAle wird seit ca. 12 Jahren dort gebraut. Sie überlegen aber noch anzubauen, da sie langsam an ihre Grenzen stoßen. Ich durfte oder musste gleich noch 3 Biere probieren. Speziell die Whiskybiere fand ich spannend. Wobei ich das Kilchoman Pale Ale als er gewöhnungsbedürftig empfand. Es schmeckte, besonders ungekühlt, wie frisch aus den Maischebottich einer der Islaybrennereien abgefüllt. Dagegen war das Islay Kilchoman Dark ein schönes dunkles Porter oder Stout mit einer kräftigen Rauchnote – absolut empfehlenswert. Der direkt daneben liegende Marmeladenladen der u.a. sehr leckere Whiskymarmeladen herstellt, war leider noch geschlossen. Dafür versprach mir Jim mir morgen zwei unterschiedliche Whiskymarmeladen zum probieren zu geben.

Drinklabor_Islay3.Tag_2Dann ging es weiter auf einer wirklich spannenden Singletrackroad nach Kilchoman. Die kleinste und jüngste der Islay Destillen sieht von weitem wirklich aus wie eine Farm. Und als Farmdestille vermarkten sie sich ja auch. Kilchoman ist eine von drei Destillen, die noch einen eigenen Maltingfloor besitzen. Und sie sollen ihr gesamtes Getreide auch vor Ort anbauen. Leider hatten wir nur Zeit für den Shop und ein paar Fotos von außen. Für so eine kleine Destille hatten Sie doch einen recht großen Shop. Außerdem war im hinteren Bereich auch noch ein kleines Cafe angeschlossen. Ich habe die 10 Anniversary Abfüllung probiert. Schon ein ganz schöner Rauchhammer. Aber 88 Pfund für einen 7 jährigen fand ich schon recht ambitioniert. Hier bekamen wir wieder ein schönes Beispiel des Islaywetters. Wir kamen bei Sonnenschein an, gingen in den Shop und in dem Moment hörten wir schon die heftige Regenschauer auf das Dach klatschen. Und als wir rauskamen, war bis auf die Pfützen nichts mehr von dem Regen zu merken.  Lustiges schottisches Wetter – wie sagte damals mein erster B&B Gastgeber in Schottland. Dir gefällt das Wetter nicht, warte 10 Minuten.

Drinklabor_Islay3.Tag_3

Dann ging es weiter nach Bruchladdich. Jim sagte, dass wir vorab noch einen Kaffee trinken müssten. Da hier einer der besten Kaffees von ganz Islay gebrüht wird. Dazu gingen wir in den local Communityshop – der gleichzeitig ein kleines Cafe ist. Ich liebe ja solche Orte. Die Stühle waren wirklich alle mit Locals besetzt. Es ist wirklich das kulturelle Zentrum in Bruichladdich und der Platz sich über die aktuellen Neuigkeiten auszutauschen. Und der Kaffee war dazu auch noch fantastisch. Dann verabschiedete ich mich von Jim. Und sah ihn 3 Minuten später wieder, da er durch Zufall  seine Cousine getroffen hat, die bei Bruichladdich arbeitet. Zuerst mussten natürlich die berühmten Bruichladdichfässer fotografiert werden. Dann ging es auf den Destillenhof. Was zuerst auffällt, hier ist wirklich fast alles in Türkis gehalten. Sogar der Tankwagen ist türkis angemalt. Das ganze setzte sich auch in der Destille und dem Desitllerieshop fort. Unsere Führerin meinte, man sollte nich zu lange an einem Platz stehen bleiben, da man sonst auch türkis angemalt werden würde. Angeblich soll bei Mark Reyniers (hat die Destille Anfang der 2000er Jahre wieder gegründet) erstem Besuch bei Bruichladdich, die Sonne so auf das Meer  geschienen haben, das es Türkis leuchtete. Und so hat er diese Farbe für alles – sogar die Flaschen verwendet. Der Shop mit einem gemütlichen Wartebereich war recht groß. Da ich noch ein wenig Zeit bis zu meiner Führung hatte, schaute ich mir noch ein wenig Bruichladdich und die Umgebung an. Dann begann die Führung. Wir waren mit unserer Führerin Cassey zu viert. Es war eine spannende Führung, da viel der Einrichtung noch aus den Anfangstagen von 1880 besteht. Cassey legte Wert darauf, dass hier nur schottische Gerste verwendet wird und 40 % davon sogar von Islay kommt. Außerdem sagte sie uns, dass sie kurzfristig auch wieder einen eigenen Maltingfloor planen. Besonders spannend fand ich die Ugly Betty – dies ist eine alte Brennblase mittels derer jetzt der berühmte Botanist Gin gewonnen wird. Ursprünglich war sie als Whiskybrennblase gedacht und man konnte den Brennblasenkopf abnehmen. Es soll von dieser Art nur 4 Stück gegeben haben. Und der daraus destillierte Whisky soll auch nicht wirklich gut geschmeckt haben. Aber jetzt auf ihre alten Tage erlebt sie als Ginbrennblase einen zweiten Frühling. Obwohl nur 6-10 mal pro Jahr dort wirklich Gin destilliert wird. Interessant war dann auch die Flaschenfüllanalage, die glaub ich einmalig auf Islay ist. So wird alles hier vor Ort gemacht. Nicht nur die Produktion, auch die Lagerung und die Abfüllung in Flaschen. Dadurch arbeiten auch z.Zt. 78 Mitarbeiter bei Bruichladdich und die Destille ist dadurch auch der größte Arbeitgeber vor Ort. Und die Arbeit wird erstmal nicht ausgehen. Seit der Übernahme durch Remy Cointreau soll sich die produzierte Menge an Whisky verdoppelt haben.

Drinklabor_Islay3.Tag_4

Dann ging es zurück in den Shop und es ging weiter mit der Warehoustour. David übernahm von Cassey und ich bekam noch zwei neue Mitstreiter. Ein Paar aus Irland und wir verstanden uns wirlich super. Es ging in eines von insgesamt 15 Warehouses. Das hat zwar immer total viel Atmosphäre, aber gerade im kühlen Herbst ist es nicht der beste Ort zum Tasten. Noch dazu, da an den Fenstern nur ein Drahtgitter war, zog es doch ordentlich. Da musste dann der Whisky wärmen. Wie uns David verriet, waren wir seine bisher kleinste Gruppe – normalerweise sitzen sie hier teilweise mit 20 Leuten. Vor uns lagen 3 Fässer und wir durften uns wieder durchprobieren. Natürlich mussten wir raten, was wir wohl im Glas hatten. Das erste Fass war schon der Hammer und wir lagen mit unserer Altersschätzung sowas von daneben. Es stellte sich als ein 26 Jahre alter Bruichladdich aus dem Bourbonfass heraus. Selten soviele Schokonoten in einem Bourbonwhisky geschmeckt. Dann ging es weiter zu einem 12 Jahre alten Port Charlotte aus dem Oloroso Fass. Das war ursprünglich von einem Norwegischen Whiskyclub gekauft worden, die es aber dann doch nicht wollten. Wir konnten gar nicht verstehen warum. Auch konnten wir David nicht überzeugen es uns zu überlassen, da es wirklich das Highlight des Tastings war. Danach kam aber noch eine Überraschung. Wir bekamen den bisher ältesten Octomore zu trinken. Dieser 10 jährige war 5 Jahre im Bourboncask um dann noch 5 Jahre im Sherrybutt zu lagern. Und obwohl er 159 ppm mitbrachte, war er alles andere als ein Torfmonster. Leider waren die Fässer nur für die Warehousetour gedacht, so dass man diese auch nur dort probieren und auch nicht käuflich erwerben konnte. Da es mittlerweile 16.30 Uhr war, gab es natürlich keinen Bus mehr. Da die beiden Iren aber so und so nach Port Ellen mussten, baten sie sich an, mich bis Bowmore mitzunehmen.

Drinklabor_Islay3.Tag_5

Dort suchte ich das Bowmore Hotel auf. Ich hatte Lammkotlett. War insgesamt ok, hatte aber schon bedeutend besseres gegessen. Da das Wetter noch gut aussah und ich noch ein wenig die Beine vertreten wollte, entschied ich mich zu Fuß zum B&B zu gehen. Wie schon so häufig hier auf Islay täuschte die ursprüngliche Trockenheit und nach 500 m fing es mal wieder heftig zu regnen an. Auf halber Strecke kam mir ein Auto entgegen und es hielt. Es war Jim der gerade die Freundin seiner Tochter nach Hause bringen wollte. Er hat mich sofort ins Auto geladen, gedreht und zum Haus gefahren. Den Abend habe ich mich noch Nett mit dem Paar aus Nottingham unterhalten und noch ein leckeres Islay Ale getrunken. Und schon wieder war ein erlebnisreicher Tag auf Islay vorbei.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Ale, Bar und Pubbewertungen, Besichtigungen, Bitter, Craftbier, Essen gehen, Gin, IPA, Pale Ale, Porter, Schwarzbier, Single Malt Whisky, Spezial, Spirituosen, Stout, Whisky Destillen

The Way to Islay – 2. Teil – Caol Ila und Bunnahabhain

Drinklabor_Islay_2TagWunderbar geschlafen und nur der Wind hat ab und zu an den Fensterläden gerüttelt. Unten höre ich schon Geschirr klappern. Gestern Abend hatte ich mir noch die Zutaten für mein Frühstück aussuchen dürfen. Es gibt Full Scottish Breakfast und eine große Auswahl an Müsli, Obst, Jogurt und natürlich Toast und Marmelade. Neben mir ist noch ein Paar aus Nottingham zu Gast. Er ist Whiskysammler – trinkt aber gar keinen. Besser er mag den Geschmack überhaupt nicht. Das muss man nicht verstehen. Das absolute Highlight ist der Blick aus dem Fenster. Dort könnte man Stunden sitzen. Das schöne Jim und seine Frau Carol bereiten gleich hinter einem das Essen zu und man kann lustig miteinander schwatzen. Nach einem sehr sättigenden Frühstück hat mir Jim auf der Karte die besten und interessantesten Punkte auf Islay gezeigt. Doch ganz schön groß, diese Insel. Er fragte mich, was ich heute vor hätte. Ich hatte schon von Deutschland aus eine Warehousetour bei Bunnahabhain gebucht. Außerdem wollte ich noch kurz bei Caol Ila vorbei schauen. Er bat sich an, mich an der Kreuzung zu Caol Ila rauszulassen. Bis jetzt sah das Wetter noch ganz gut aus. Caol Ila war nach 15 Minuten Spaziergang erreicht. Insgesamt nicht wirklich eine Schönheit, aber ganz nett. Als Probedram gab es die Destillers Edition. Ganz nett, aber nicht wirklich überragend. Erst als ich durchblicken lassen habe, dass ich mich nicht zwischen zwei Feis Iles Abfüllungen entscheiden könnte, gab sie mir die zwei zum vergleichen. Die Destillery Tour war an diesem Dienstag nur morgens und die Nachmittagsführung fiel aus. Gott sei Dank wollte ich gar keine Führung. Sonst hätte ich mich ziemlich geärgert. Infos zu Caol Ila und Tourdaten findet Ihr unter Caol Ila.

Drinklabor_Islay2.Tag2Es wurde Zeit sich nach Bunnahabhain aufzumachen. Dummerweise fing es gerade an zu regnen. Aber damit hatte ich schon gerechnet, also weiter ging es auf meinem Weg. Dummerweise regnete es immer heftiger. Nicht wirklich stark, aber die Zeit macht es unangenehm. Auf der Strecke kam ein Auto vorbei und ich nutzte die Chance zum Daumen raustrecken. Der Wagen mit Jack einem original Islayer hielt an. Er hatte weiter nordwärts seine Farm und hat gerade nach einem vermissten Schaf geschaut. Er fuhr zwar nur 1 km, aber bei  dem Regen half jeder Meter. Dann ging es weiter nach Bunnahabhain. Nach 30 Minuten kam ich ziemlich durchnässt bei Bunnahabhain an. Zuerst ging es hoch zum Distillery Shop. War bedeutend größer als bei Caol Ila und ich konnte erst mal meine Sachen trocknen. Sie hatten einen eigenen Tastingraum, wo ich mich mit einem Kaffee erstmal aufwärmen konnte. Dann ging es um 14.00 Uhr los. Wir waren insgesamt 4 Personen und hatten das Glück das uns Robin rumführte. Robin ist ein Bunnahabhain Urgestein und seit fast 40 Jahren bei Bunnahabhain und einer von 3 Stillmans. Dazu kam noch Hather die uns begleitete und danach mit uns das Tasting durchführte. Robin erklärte uns alles sehr genau Er hat es ja über 30 Jahre inensiv selber gemacht. Leider wurden Kiln und Maltingfloor schon in den 60 Jahren geschlossen. Jetzt wird das Gebäude als Getreidelager genutzt. Zuerst schauten wir uns die tolle, alte Getreidemühle an Dann ging es zu den Washbacks. Und hier gab es endlich mal wieder Holzwashbacks – die leider nicht mehr so oft zu finden sind. In einem Washbacks passen 12 t Wash – ganz schön groß. Insgesamt ist bei Bunnahabhain alles ein bißchen größer. Danach ging es zu den 4 Stills. Was für riesige Teile. Schon faszinierend die riesigen Stills zu sehen. Sie waren zwar schon ziemlich beschlagen, aber hier wird halt gearbeitet und nicht nur Touristen gezeigt. Der Hauptgrund sind wohl die Kosten für das aufpolieren. Das schöne an der Tour, wir konnten den Stillman beim Arbeiten über die Schulter schauen. Und wenn ein erfahrerer Hase zuschaut, versuchen die Jungs auch alles richtig zu machen. Auch spannend war, dass man überall fotografieren konnte. Komisch hier war gar keine Brandgefahr, die häufig in andern Destillen zu bestehen scheint.
Dann hat sich Robin verabschiedet und Hather hat übernommen. Zuerst ging es zur Abfüllstation. Leider war zur Zeit nicht viel los, aber wenn dann 4 Reihen Fässer nebeneinander liegen – ist da bestimmt schon ganz schön was los.

Drinklabor_Islay2.Tag3Dann ging es zum Höhepunkt einer wirklich an Höhepunkten reichen Tour. Es ging in Warehouse Number 9. Nicht wirklich groß, aber sehr schön. Am Ende des Warehouses lagen 3 Fässer – die wir alle probieren durften. Ein 7 jähriger aus einem Oloroso Sherry,  ein 12 jähriger aus dem Oloroso Sherry Fass und ein 9 jähriger Peated Bunahabhain. Und was soll ich sagen, einer lecker als der andere. Wow was für ein 7 jähriger. In einer Blindverkostung hätten da alle daneben gelegen. Obwohl second fill – hat das Fass sehr viel abgegeben. Was ein geniales Zeug. Der 12 jährige war dann noch mal eine Steigerung noch runder und abgestimmter. Ich durfte sogar mal selbst aus dem Fass abfüllen. Was ein Spaß. Und dann zum Schluss noch ein peated Bunna – das war noch mal ganz was anderes aber extrem lecker. Ein wunderbares Tasting ging zu Ende. Dann bekamen wir sogar noch im Shop ein Dram der diesjährigen Feis Ile Abfüllung von Bunnahabhain. Auch super lecker, Abends im Pub wollten sie für einen Dram 25 Pfund. Ich kann nur noch mal vielen Dank an die Mädels und Jungs von Bunnahabhain sagen. Und das schönste – einer der Guides hat sich sogar angeboten, mich mit nach Bowmore zurück zu nehmen. Danke nochmals. Ich wurde dann in Bowmore rausgelassen und hat mir das Lochside Hotel empfohlen. Weitere Informationen zu Touren, Abfüllungen u.ä. findet Ihr unter Bunnahbabain.

Drinklabor_Islay2.Tag4Sehr schöner Laden mit einer netten Karte. Ich hatte Jacobsmuscheln mit Chorizzo und Toastbrot in einer Tomatensauce. Sie hatten auch eine schöne Auswahl an Whiskys. Aber die Preise waren doch ein wenig over the top. Ich habe trotzdem noch eine alte Bowmore Abfüllung eines 12 jährigen aus den 80er. Dann ging es im Dunkeln die 1,5 Meilen mit Iphone-Taschenlampe zurück zum Dha Urlar und ein schöner Tag ging zu Ende.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Ale, Bar und Pubbewertungen, Besichtigungen, Bitter, Craftbier, Essen gehen, IPA, Pale Ale, Porter, Schwarzbier, Single Malt Whisky, Spezial, Spirituosen, Stout, Tastings, Whisky, Whisky Destillen