Neue Single Malts aus der Sujet-Reihe von whic

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Testbatterie – drei Whiskys der neuen Sujet-Reihe

Heute möchte ich Euch drei neue Single Malt Whiskys vorstellen, die ich vorab probieren durfte. Es geht um drei Abfüllungen des Blogs, Onlineshops und seit 2016 auch unabhängigen Abfüllers whic – Whiskycircle aus Süddeutschland. Der ein oder andere kennt sie bestimmt schon, da sie auch viele interessante Artikel und regelmäßige News rund um das Thema Whisky veröffentlichen. Daneben haben Sie auch schon drei kostenlose und sehr lesenswerte E-Books ebenfalls zum Thema Whisky veröffentlicht – zu schottischen, japanischen und irischen Whisk(e)y. Ich finde auch sehr gut, dass sie nicht nur als Shop auftreten, sondern Ihr Wissen und Know How in ihrem Blog und dem Newsletter an ihre Kunden und Abonnenten weitergeben.

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Testaufbau für das Probieren der Sujet-Reihe von Whic

Aber kommen wir zu den Whiskys. Ich durfte drei schottische Single Malts probieren, die alle in Fassstärke, ungefiltert und ungefärbt sind und jeweils nur aus einem Fass kommen. Wie es sich für einen guten Whisky eigentlich auch gehört. Die drei gehören zu der neuen Reihe „whic sujet“. Die Whisky dieser Reihe fallen erstmal durch die sehr schönen Labels auf. Alle Abfüllungen enthalten Aktstudien der litauischen Künstlerin Ruta Grigaite. Und wie passend ist es, dass man das „flüssige Kunstwerk“ Whisky in eine Flasche mit einem Kunstwerk auf dem Label abfüllt. Die Aktstudien gehören entsprechend zu einer Reihe von Zeichnungen die alle sehr ansprechend sind  und häufig auch einen Bezug zu dem enthaltenen Whisky haben. Aber dazu nachher mehr. Alle drei Whiskys wurden außerdem  am Ende ihrer Lagerung noch einmal für eine bestimmte Zeit gefinisht. Wobei die ersten beiden nachträglich noch in einem Madeira Cask und der dritte Whisky in Sherry Oktave Fässern gelagert wurden. Aber kommen wir nun zu den Whiskys.

  1. Fettercairn Madeira Hogshead Finish 10 Jahre (2006-2017) 52,6 % –
    Whic Sujet I
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Fettercairn 10 Jahre – Sujet I – Quelle: whic.de

Nach 10 Jahren im Bourbonfass gönnte man diesen Whisky noch 9 Monate im Madeirafass. Was ich sagen muss, dem Whisky sehr gut getan hat. Einerseits gab das Fass eine wunderbare Farbe ab, so dass wir nun einen schönen bernsteinfarbenen Whisky haben, anderseits glättete das Fass den Whisky noch ein wenig und gab ihm eine schöne Süsse. Aber fangen wir mit der Nase an. Es kann an den sommerlichen Temperaturen liegen, aber irgendwie erinnert er mich zu Beginn an eine sommerliche Blumenwiese. Ein wenig Kräuter, aber auch Frucht und dezent blumig. Im Antritt sticht er schon ein wenig in der Nase aber das verfliegt nach einer gewissen Zeit. Im Hintergrund denke ich auch Nuss und Karamell zu spüren und mit der Zeit auch ein wenig Zitrusnoten. Der Madeira hat schon eine gute Arbeit geleistet.

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Die erste Probe – Sujet I ein 10 jähriger Fettercairn mit einem Madeirafinish

Im Mund spüre ich auch zuerst die Süsse. Zu Beginn ein ganz sanfter Antritt, der aber zunimmt und gefühlt stärker wird. Der Alkohol ist besonders an der Zungenseite mit Kribbeln gut spürbar. Auch habe ich eine gewisse Bitterkeit, sowie bei manchen Nüssen. Aber da es ja der erste Whisky des Tages ist, muss noch ein zweiter Schluck her. Und jetzt ist er auch schon runder und ich fühle mich an die berühmte Schokocreme aus Alba in Italien erinnert. Sehr schön schoko-nussig und damit es nicht zu süss wird, kommt im Abgang eine gut spürbare Pfeffernote dazu. Man spürt schon den Alkohol noch deutlich, aber das finishen im Madeiracask hat ihn runder gemacht und so wirkt er auch ein wenig älter als seine 10 Jahre.  Dieser Whisky schreit einfach danach ihn auch mit einem Tropfen Wasser zu probieren. Das führt dazu, dass er noch süsser wird. In der Nase ist jetzt die Zitrusnote stärker spürbar und die Nussnougatcreme kommt richtig schön durch. Gefällt mir wirklich sehr gut. Für einen 10 jährigen Fettercairn, wahrlich keine Hypedestille,  ist er sehr schön gelungen. Für Fans von Schoko-Nuss absolut zu empfehlen und mit Wasser kann man auch schön mit ihm spielen. Und mit 59,90 € für die Flasche ein wirklicher Schnapper für eine Singlecaskabfüllung in Fassstärke. Er wurde aus dem Fass mit der Nr. 107660 in 420 Flaschen abgefüllt.

Weitere Informationen: http://whic.de/fettercairn-2006-2017-10-jahre-madeira-finish-whic-sujet.html

  1. Macduff Madeira Hogshead Finish 10 Jahre (2006-2017) 55,0 % –
    Whic Sujet II
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Macduff 10 Jahre Sujet II von Whic Quelle: whic.de

Auch hier wurde das gleiche Vorgehen wie schon beim Fettercairn angewandt. Erst lagerte dieser Macduff für 10 Jahre in einem Bourbon-Hogshead und dann wurde er für ebenfalls für 9 Monate in einem Madeirafass gelagert. Nett finde ich die Anspielung das Labels mit seiner grün-gelblichen Farbe auf die hier gut wahrnehmbaren Zitrusnoten. Die Macher haben sich doch einige Gedanken bei der Label-Gestaltung gemacht. Die hier verwendete Aktstudie erinnert mich persönlich irgendwie an ein Werk von Gustav Klimt. Aber kommen wir auch hier zum Whisky. Hier wurde ein Macduff abgefüllt. Die Destillerie aus Banff ist für schottische Verhältnisse noch relativ jung und produziert fast ausschließlich für die Blendindustrie. Seit einiger Zeit gibt es auch eine Originalabfüllung die unter dem Namen The Deveron vertrieben wird. Außerdem verkaufen sie auch das eine oder andere Fass von unabhängige Abfüller, so dass man ab und zu einen Single Malt von Macduff von einem unabhängigen Abfüller erhält.

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Probe Nr. 2 ein 10-jähriger Macduff mit Madeirafinish

Auch bei diesem Whisky handelt es sich wieder um eine Einzelcaskabfüllung in Fassstärke, ungefiltert und ungefärbt. Aber mit 55 % Alkohol kommt der Macduff noch ein wenig kräftiger daher. Obwohl er in der Nase, trotz des mehr an Alkohol,  bedeutend sanfter als der Fettercairn wirkt. Und obwohl dieser Whisky auch im Madeirafass gefinisht wurde, weist er in den Aromen doch größere Unterschiede auf. Zuerst fällt mir eine gewisse Bitternote auf, die ich aber nicht genau einstufen kann. Dann auch Malz und schöne Fruchtaromen die eher in Richtung von hellen und auch Zitrus- bzw. Südfruchtnoten gehen. Die in den offiziellen Tastingnotes angesprochene Ingwernote konnte ich nicht finden. Kommen wir zum ersten Schluck. Im Vergleich zum Fettercairn bedeutend sanfter, weniger alkoholbetont und zu Beginn eine sehr schöne Süsse, die aber dann ins Bittere umschlägt. Diese mag ich irgendwie gar nicht. Auch wenn eher ungewöhnlich, habe ich sogar das Gefühl ein wenig Schwefel wahrzunehmen. Auch hier ist eine Pfeffernote wahrzunehmen, die aber weniger stark ausgeprägt ist. Und hinten heraus auch noch ein wenig Schoko und im Abgang eine schöne Süße. Hier ist dann auch die von mir wahrgenommene Bitternote nicht mehr so dominant. Versuchen wir das Ganze nochmal mit Wasser. Auch hier steigert sich der Whisky mit Wasser noch etwas. Eigentlich versuche ich jeden Whisky mit Wasser, da der Whisky sich häufig noch ein wenig öffnet. Speziell bei Fassstärkenwhiskys mit höheren Prozentzahlen bietet es sich natürlich noch eher an. Jetzt kommen auch die Schokonoten noch besser raus und das Ganze wird ein wenig süsser. Auch hier hat man es mit einem grundsoliden Malt zu tun. Das Finish im Madeirafass führte hier aber schon zu anderen Noten. Speziell die Zitrusnoten hat man nicht so häufig im Glas. Aber die Bittersten haben mich ein wenig gestört. Es war besonders interessant, die beiden Whiskys hintereinander zu testen. Obwohl dieser nicht ganz so meinen Geschmack traf, isst es eine grundsolide und gelungene Abfüllung. Diese wird auch mit 59,00 € angeboten. Hier wurden insgesamt 400 Flaschen abgefüllt.

Weitere Informationen: http://whic.de/macduff-2006-2017-10-jahre-madeira-finish-whic-sujet.html

  1. Tobermory Sherry Octove Finish 21 Jahre (1996-2017) 48,6 % –
    Which Sujet III
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Tobermory 21 Jahre Sujet III von Whic Quelle: whic.de

Kommen wir zu Whisky Nummer drei. Und wenn man sie alle drei nebeneinander stellt, fällt natürlich zuerst die Farbe auf. Er ist doch bedeutend dunkler, was auf Grund des Alters und des nachträglichen finishen nicht verwunderlich ist. Hier haben wir nun einen Tobermory. Ich sage gleich vorweg, mit dieser Destille stehe ich immer ein wenig auf Kriegsfuß. Ich mag die Insel Mull, Tobermory ist eine wundervolle Stadt und auch die Destillerie ist wirklich klein und knuffig. Aber der Whisky dieser Brennerei egal ob der getorfte oder ungetorfte, von denen ich schon einige probiert habe, überzeugte mich nur in den wenigsten Fällen. Aber ich lasse mich gern eines besseren Belehren, also weitertesten und probieren.

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Probe Nr. 3 ein dunkler Tobermory mit Sherryfinish

Hier haben wir es verglichen mit den ersten beiden mit einem richtigen Senior zu tun. Hier durfte der ursprüngliche New Spirit für 21 Jahre in einem Ex-Bourbon Fass lagern. Nach dieser Zeit kam diesmal aber kein Madeiracask zum Einsatz, sondern ein Sherryfass, eigentlich waren es sogar 3 Fässer. Hier wurden drei sogenannte Sherry-Octavefässer verwendet. Dies sind kleinere Fässer, die einen stärkeren Austausch von Holz zum Destillat fördern. So fassen Octave-Fässer nur so ca. 50 l. Was verglichen mit z.B. einem Hogshead mit 250 l ein bedeutend geringeres Volumen bedeutet. Da diese bedeutend kleiner waren als das ursprüngliche Fass, hat man dieses auf 3 Octaves aufgeteilt. Nach einer mehrmonatigen Lagerung in den Octaves wurden diese drei Fässer dann wieder zusammengefüllt – in Whiskykreisen spricht man von vermählen und dann erst abgefüllt. Auch hier wieder ein sehr geschmackvolles Label ins bräunliche gehend. Ich bin schon gespannt, was ich davon im Whisky wiederfinden werde. Die erste Nase kommt schon sehr schön. Alles rund, wunderbar eingebunden. Ich habe Früchte in der Nase, die schon ins stärker süßliche gehen. Ein wenig wie Dörrobst oder kandierte Früchte. Ebenfalls sind auch ein wenig Leder und auch dezente Tabaknoten wahrnehmbar. Das ist schon eine Nase, der ich mich gerne länger widme. Ein sehr schöner Schnüffelwhisky.

So der erste kleine Schluck – mmmhhh – Schoko, Honig, Süsse, auch Keksnoten und alles wunderbar schmeichelnd. Sehr schön eingebundener Alkohol – hier kommt die Seniorität doch gut durch. Man merkt schön das Holz, das beim Abgang noch stärker wird. Auch ein wenig Trockenheit bleibt übrig, aber alles im Rahmen. Auch ein wenig Kaffee und Kakao bleibt im Mund. Wirklich sehr gut gelungen. Bei seinen 48 % trau ich mich gar kein Wasser dazu zugeben, aber es wird trotzdem probiert. Gefühlt werden die Früchte heller, stärkere Zitrusnoten sind spürbar. Auch Malzsüsse und Kakao kommen stärker zur Geltung. Das Holz und die Trockenheit gehen ein wenig zurück. Auch nicht schlecht, aber hier bevorzuge ich ganz klar die Variante ohne Wasser. Für mich das klare Highlight der bisherigen Sujet-Reihe. Ein wirklich gelungener Tobermory, was ich sehr selten sage. Wunderbar rund und man kann sich länger mit ihm beschäftigen. Die finale Lagerung in den Sherry Octaves hat ihm sichtlich gut getan. Für mich eine klare Empfehlung. Natürlich muss man für 21 Jahre dann doch ein wenig tiefer in die Tasche greifen. Der Tobermory ist für 119 € zu haben. Insgesamt sind von dieser Abfüllung 231 Flaschen herausgekommen.

Weitere Informationen: http://whic.de/tobermory-1995-2017-21-jahre-sherry-octave-finish-whic.html

Zum Schluss kann ich mich nur wiederholen. Eine wirklich interessante neue Serie von Whiskys – die allein schon mit dem Label ein Blickfang in jedem Schrank sind. Aber auch geschmacklich sehr gelungen und empfehlenswert sind. Wer mehr über die Sujet-Reihe oder den Shop bzw. Blog erfahren möchte, kann dies unter www.whic.de  weitere Informationen finden. Allein schon für die Gratis-E-Books seit kurzer Zeit auch eins zu irischen Whiskey lohnt sich ein Websitebesuch.

Disclaimer: Die drei Whiskyproben wurden mir von der whic UG aus München unentgeltlich zum Testen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Eine inhaltliche Beeinflussung des Textes fand nicht statt.

 

 

 

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Eingeordnet unter Getränke, Im Labor, Single Malt Whisky, Tasting Notes, Whisky

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