Der Weg zum leckeren Cappuccino

Letzte Woche habe ich Euch über die  Auswahl der richtigen Kaffeemaschine informiert. Hier könnt Ihr den Beitrag noch mal lesen: Kaffeemaschine. Nun möchte ich auch kurz von der richtigen Nutzung einer Siebträgermaschine berichten. Was in mancher Kaffeebar so einfach aussieht, stellt sich im Hausgebrauch als gar nicht so einfach dar. Nachdem wir damals die neue Maschine gekauft hatten, haben wir natürlich viel probiert und das Ergebnis war schon ganz ok. Und obwohl das Espresso machen so einfach aussieht, kann man doch viele Fehler machen. Daher haben wir uns damals entschieden ein Kaffeeseminar oder zu gut Neudeutsch einen Baristakurs zu besuchen. Diese sind zwar nicht gerade günstig, wenn man aber schon mehrere hundert Euro für eine Maschine ausgibt, dann sollte man sie auch richtig bedienen können. Und das Ergebnis ließ sich im Nachhinein auch sehen und vor allem schmecken. Wir waren damals in der Bonner Kaffeeschule auf der Oberen Wilhelmstraße. Diese kann ich wirklich jeden nur empfehlen. Mark hat uns toll die Funktionsweise der unterschiedlichen Maschinen eingeführt, uns mittels der unterschiedlichen Kaffeesorten die Warenkunde des Kaffee nahe gebracht und uns gezeigt wie man ordentlichen Cappuccino zubereitet. Wer Interesse an Seminaren hat kann unter Bonner Kaffeeschule sich über Termine und Seminarinhalte informieren.

Drinklabor_Cappucciono1Aber damit Ihr auch schon mal zu Hause üben könnt, habe ich hier ein paar Tipps aufgeführt und meine Art der Cappuccinobereitung notiert. Ob dies das komplett richtige Vorgehen ist, möchte ich gar nicht behaupten, aber wir und auch Freunde von uns, waren bisher mit dem Ergebnis stets zufrieden. Beginnen wir mit der Cappuccionzubereitung. Wer hätte es gedacht, der erste Schritt ist das Einschalten der Maschine, damit diese vorheizen kann. Je nach Maschine können das schon mal 10 -20 Minuten sein. Nach dem die Maschine aufgeheizt ist, zusätzlich den Schalter für die Dampfbereitung drücken. Dadurch wird die Maschine weiter erhitzt. Wenn die Lampe erlischt bzw. die richtige Temperatur erreicht ist, lässt man erstmal einen Dampfstoß ab. Damit wird das noch vorhandenen Wasser aus der Dampfdüse entfernt. Das ganze so lange machen, bis nur noch Dampf aus der Düse kommt. Des weiteren sollte man ein höheres metallenes Milchkännchen zum aufschäumen benutzen. Welche Milch benutze ich? Wichtig sie sollte kalt sein. Am besten direkt aus dem Kühlschrank. Entgegen jeder Diät gilt hier bei der Milch je fetter umso besser. Daher am besten 3,5 oder 3,8 % Milch verwenden. Das Aufschäumrohr zu 1/3 in die Milch halten. Das Milchkännchen dann ein wenig schräg halten. Es muss das richtige Geräusch geben und die Milch darf auch nicht zu großporig schäumen. Dann zieht man das Rohr langsam nach oben. Mit der Hand fühlt man die Temperatur des Kännchens und damit der Milch. Wenn es zu heiß wird, ist die Milch schon fast zu heiß. Wichtig sie sollte schön cremig sein und nicht die Konsistenz wie Bauschaum aufweisen – wie manchmal bei verschiedenen Cafes. Das richtige Aufschäumen benötigt ein wenig Übung. Ein Tipp wenn Ihr das ausprobieren wollt, ist zu Hause mit Spüli zu arbeiten. Das Vorgehen und das Aufschäumen läuft ähnlich ab und Ihr müsst nicht kostbare Milch dafür unnütz verbrauchen.

Drinklabor_Cappucciono2Drinklabor_Cappuccino6Wenn die Milch aufgeschäumt ist, den Schalter für den Dampfbezug abschalten und die Dampfdüse durch mehrere Dampfstöße reinigen. Außerdem unter den Ablauf, wo der Siebträger eingesetzt wird, einen Behälter stellen und den Knopf für den Wasserbezug anstellen. Jetzt wird erstmal Druck abgebaut und die Temperatur gesenkt. Man kann auch einmal, das Ganze mit den eingespannten leeren Siebträger durchführen. Das wiederholt man so lang bis das Wasser wieder normal durchläuft und die Maschine ihre normale Temperatur 93 – 95 Grad hat.

Nun kommen wir zur Mühle. Hier kommt ein wenig Physik ins Spiel. Man muss nämlich den richtigen Mahlgrad einstellen, dass der Kaffee nicht zu fein oder zu grob ist. Beim zu feiner Mahlung fließt der Kaffee zu langsam oder gar nicht durch, bei der zu groben zu schnell und man hat kein Aroma. Außerdem hängt es auch ein wenig von der Mühle ab und man muss am Anfang ein wenig experimentieren. Wenn man den richtigen Mahlgrad eingestellt hat, hält man den Siegträger drunter und lässt den Kaffee direkt in den Siebträger mahlen. Als Richtwert haben  sich je nach Tassenanzahl folgende Werte als gutes Maß erwiesen: eine Tasse Espresso = 7 g oder zwei Tassen Espresso = 14 g. Und man muss natürlich den entsprechenden Siebträgereinsatz wählen. Die Grammzahlen sind nur Richtwerte und es hängt natürlich auch von Euren Vorlieben ab. Am Anfang solltet Ihr ein paarmal den gemahlenen Kaffee abwiegen, dann könnt Ihr das irgendwann ganz gut mit dem Auge abschätzen.

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Dann kommt die Tätigkeit des Tampens, d.h. des Verdichtens oder Anpressens des Kaffeepulvers. D.h. man legt den Siebträger in eine sogenannte Tampstation und drückt den frisch gemahlenen Kaffee mit dem Tamper fest. Da dieser meist aus Metall und recht schwer ist, braucht man auch nicht zu fest drücken. Hier ist wieder ein wenig Übung angesagt, bis man die richtige Stärke hin bekommt. Wenn man zu stark drückt, läuft der Wasser nur ganz langsam oder gar nicht durch den Kaffee. Umgekehrt läuft das Wasser zu schnell durch das Kaffeemehl und nimmt fast keine Aromastoffe auf. Dann setzt man den Siebträger in die Espressomaschine ein und stellt die Tassen entsprechend unter den Auslauf. Im Netz findet man unterschiedliche Zeiten für das Durchlaufen des Espressos. Ich beobachte lieber den Kaffee. Solange er noch dunkler und stark durchläuft ist es gut. Sowie die braune Farbe sich in beige wandelt, Kaffeemaschine ausstellen.

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So jetzt noch die aufgeschäumte Milch in die Tassen gießen und fertig ist der Cappuccino. Jetzt heißt es noch schnell die Maschine reinigen und sich einen entspannten italienischen Moment gönnen.  Viel Spaß beim Cappuccino machen und vor allem genießen.

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