English Pubcrawl – Ein schöner Samstag in The Kents Torquay

Drinklabor_TheKentsTorquayNoch eine kleine Nachlese zu einem anderen tollen Pub in Torquy. The Kents liegt ein wenig außerhalb im Norden der Stadt. In der Nähe der berühmten Höhle, deren Name er auch trägt. Wir waren an einem Samstag Abend zum Essen dort. Gott sei Dank hatten wir online einen Tisch reserviert, denn der Pub hat wirklich gebrummt. Hier ist alles ein wenig moderner eingerichtet, er strahlt aber trotzdem eine gewisse Gemütlichkeit aus. Da viele noch auf einen Tisch gewartet haben, war der Thekenbereich mehr als überfüllt. Dieser Pub verfügt, wie viele andere auch, über einen separaten Raum für das Restaurant. Sie bieten ein sehr gutes Angebot an Essen. Wobei die Besonderheit die im eigenen Smoker zubereiteten Gerichte sind. Als Vorspeise hatten wir Madras Muscheln die super lecker waren und mal eine klare Alternative zur rheinischen Art (mit Weißwein) darstellen. Bei der Hauptspeise entschieden wir uns dann für die Smokergerichte. Ich nahm ein würziges Pulled Lamb mit einem Limetten-Koriander Jogurt. Dazu gab es selbstgemachte Nachos und Salat. Mal zur Abwechselung kein klassisches Pulled Pork. Und das Lamm, was sehr wahrscheinlich aus der Keule kam, war super zart und hatte ein tolles Raucharoma. Meine Herzallerliebste hatte ein gesmoktes Schweinekotelett. Normalerweise mag sie kein Kotelett, aber hier hat sie sich alle Finger danach abgeleckt.

Drinklabor_TheKents_EssenAber das Kents konnte nicht nur mit tollen Essen aufwarten, auch die angebotene Getränkeauswahl war weit über Pubdurchschnitt. Speziell die Auswahl an Gin konnte sich wirklich sehen lassen. Insgesamt ca. 20 verschiedene Gins standen auf der Karte. Dabei legte man klar Wert auf Abwechselung und unterschiedliche Stile. Alle angebotenen Gins waren ausführlich in der Karte beschrieben. Es gab moderne Klassiker,  wie den Monkey 47, den Gin Mare aus Spanien oder den Saffron Gin aus Frankreich. Daneben hatten sie eine gute Auswahl auch an weniger bekannten Marken. So waren Gins aus Schweden, England, Neuseeland, Holland und auch den USA auf der Karte vertreten. Spannend fand ich z. B. den St. George Rye Gin aus den Staaten. Dieser wird aus 100 % Roggenbrand hergestellt und wurde auch als Gin für Whiskyliebhaber angepriesen. Nach unserem ausgezeichneten Essen haben wir uns dann noch einen Gin Tonic gegönnt. Sehr aufmerksam fand ich, das wir den Gin separat auf Eis und dazu meinen Lieblingstonic (Fevertree) in der Flasche bekamen. So konnte man den Gin pur genießen und das Mischungsverhältnis selbst bestimmen. Nach langen Überlegungen habe ich mich für etwas quasi Lokales entschieden. Meine Wahl fiel auf den Tarquins Cornish Dry. Der Gin wird von der kleinen Southwestern Distillery aus Nordcornwall hergestellt. Er wird unter anderem aus Veilchen und Orangenzeste hergestellt. Aber auch der Wacholder war gut zu spüren. Daneben kommen noch andere Gewürze wie Kardamom, Bittermandel und Koriander zum Einsatz. Eine wirklich tolle Entdeckung. Meine Herzallerliebste hattte einen Brockmans Intensivly smooth Gin. Ich würde ihn als New Western Style Gin bezeichnen. Obwohl in einer über 100 Jahre alten Copper Still hergestellt, schmeckte er nicht wie ein typischer London Dry Gin. Im Vordergrund waren klar die fruchtigen Aromen nach Blau- und Brombeeren. Erst danach waren auch Koriander und Wacholdernoten wahrnehmbar. Was komplett anderes aber wirklich lecker. Speziell wenn man nach diversen London Dry Gins etwas Abwechselung braucht, ist dieser Gin sehr zu empfehlen.

Drinklabor_TheKents_GinDanach haben wir uns dann in Barraum begeben. Da England gerade Rugby im Rahmen der WM gespielt hatte, war der Laden richtig gut besucht. Das Bierangebot war nicht so breit wie im Hole in the Wall – aber trotzdem habe ich noch das ein oder andere Real Ale gefunden, welches ich noch nicht kannte. So das wunderbare Jail Ale aus der Dartmore Brewery. Diese Brauerei aus dem Herzen des Dartmore wurde erst 1994 hinter dem lokalen Pub gegründet. Auf Grund der großen Nachfrage haben sie in 2008 ca. 500 m ein größeres Gebäude errichtet. Heute füllen sie jährlich ca. 2,8 Mio. Pints ab. Wobei das Jail Ale ihr Bestseller ist. Und das nicht zu Unrecht. Was für ein Schokofudgegeschmack und wie cremig! Und wir sprechen hier nicht von einem Porter oder Stout. Wirklich absolut süffig, ohne zu süss zu sein. Ein wirklich schönes Bier. Mich würden die anderen Biere der Brauerei wie z.B. das IPA interessieren. Aber leider sind selbst im Südwesten außer dem Jail Ale nur selten andere Sorten zu finden. Meine zweite Wahl fiel auf ein Glorious English von der Bombardier Brauerei aus Wales. Auch das könnte man, durch die Nähe zu Wales, noch als local Ale bezeichnen. Es hatte eine schönes Zitrusaroma, welches ich leider im Geschmack nicht wieder finden konnte. Es war gut trinkbar, muss aber nicht auf den Merkzettel notiert werden. Meine Herzallerliebste hat sich mal wieder ihren geliebten Ottersaft – dem Otter Ale hingegeben. Sie hat den netten Spruch, des Bartuchs wörtlich genommen. Auf diesem sieht man zwei Otter an der Theke stehen, jeweils mit einem Pint in der Hand – darunter stand „Relax with an Otter“. Was soll man da noch ergänzen.

Drinklabor_TheKents_PubAbschließend kann ich für The Kents eine absolute Empfehlung aussprechen. Man muss zwar von der Innenstadt ein wenig weiter laufen, aber der Aufwand lohnt sich auf jeden Fall. Speziell das Essen und das reichhaltige Gin-Angebot machen den Entfernungsaufwand mehr als wett. Wer sich in Torquay und Umgebung aufhält, hier kann er ohne Bedenken einkehren.

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