English Pub Crawl – Hole in the Wall in Torquay

Drinklabor_Torquay_HoleinthewallMittlerweile sind wir an unserem Ziel in Torquay angekommen. Unsere Unterkunft, ein Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert, ist die Wucht. Man hat fast gar keine Lust, abends raus zu gehen. Aber Torquay bietet doch so einiges. Natürlich gibt es hier in der englischen Touristenhochburg vieles was man nicht wirklich braucht – ich sag nur Amusement Halls, Billigkioske etc.. Aber im Gegensatz dazu gibt es hier auch eine nette Kneipenszene. Zu einem unserer Lieblingsplätze entwickelt sich immer mehr der  Pub „Hole in the Wall“. Angeblich ist es der älteste Pub Torquays und soll schon 1540 erwähnt worden sein. Wie das immer so ist mit Jahreszeahlen –  prüfen lässt es sich nur sehr schwer. Auf jeden Fall ist er urgemütlich, hat eine super Auswahl an Bieren und eine gute Menge an Local bzw. Real Ales. Der Fussboden macht schon mal den Eindruck, dass er wirklich einige Jahrhunderte auf dem Buckel hat. Die niedrige Holzdecke schafft außerdem Atmosphäre.  Er ist schön im maritimen Stil gehalten, hat eine riesige Theke und eine Vielzahl von Zapfhähnen. Außerdem bietet er in einem größeren Nebenraum auch ein separates Restaurant an. Wir waren bisher zweimal im Pub und jedes mal war das Restaurant voll besetzt. Die Bedienung empfahl uns, auf jeden Fall vorher zu reservieren. Da sich die Speisekarte sehr gut las, werden wir das Essen hier in den nächsten Tagen probieren. Das schöne am Hole in the Wall ist, dass man das Gefühl hat, sowohl Einheimische als auch Touristen zu treffen. Außerdem scheinen hier alle Gesellschaftsschichten zu verkehren.

Drinklabor_Holeinthewall

Das erste mal waren wir nach unserem Abendessen – einem ausgezeichneten Burger – noch auf ein Bier hier vorbei gekommen. Biere von unterschiedlichen Brauereien wie Shepherd Neame, Buttercombe oder Otter gibt es hier. Regelmäßig werden aber auch Gastbrauereien an den Pumpzapfhähnen angeboten. Als erstes hatte ich ein doch sehr marzialisch klingendes Ale mit dem Namen Spitfire Kentish Ale. Das Bier wurde in Erinnerung an die Schlacht um England so genannt und wurde vor 25 Jahren von der Brauerei Shepherd Neame entwickelt. Auf solche Ideen kommen glaube ich nur Engländer. Es hat sich mittlerweile zum bestverkauften Bier der Brauerei entwickelt. Für mich hatte es schöne Fruchtnoten, eine gewisse Bitterkeit und schmeckte würziger als das typische englisch Bitter. Es war ein schönes Nachtischbier. Meine Herzallerliebste hatte von Sharps das Doom Bar Ale aus Rock in Cornwall. Ein wirklich süffiges Ale. Dabei ist Doom Bar der Name einer Sandbank in der Mündung des Camel Rivers. Diese soll schon so manchen Schiff zum Verhängnis geworden sein. Da hat sich einer bei der Namensgebung richtig Gedanken gemacht. Die 1994 gegründete Brauerei ist wie so oft bei erfolgreichen kleinen Brauereien mittlerweile von einem amerikanischen Konzernden um Molson Coors übernommen worden. Das Bier ist so erfolgreich, das es mittlerweile das meistverkaufte Bier unter den Fassbieren in UK sein soll. Ist mir bisher noch nicht so häufig aufgefallen, werde aber in Zukunft drauf achten.

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Da man auf einem Bein nicht stehen kann, musste noch ein zweites Bier probiert werden. Das Doom Bar hatte schon überzeugt, daher versuchte ich ein weiteres Bier dieser Brauerei – und zwar das Atlantic. Ein wunderbares Pale Ale der Sharps Brauerei. Ich hatte eine schöne florale Note in der Nase, aber konnte auch eine Grasigkeit, die ins Heuartige ging, wahrnehmen. Im Mund kam zuerst eine schöne Zitrusnote und im Hintergrund eine schöne Malzsüsse. Fand es sehr gut ausgeglichen, da sich die Süsse des Malz und die Bitterkeit des Hopfens die Waage hielten. Eindeutig der Sieger des heutigen Abends. Für meine Herzallerliebste gab es noch ein quasi per Label gekauftes Bier. Sie fand den Otter auf dem Zapfhahn ganz putzig. Außerdem meinte sie, dass man sich Otter Ale super merken kann. Das Ale, das aus der gleichnamigen Brauerei kommt, ist quasi der Lokalmatador und direkt aus Devon in der Nähe von Taunton. Nach all den Bieren von größeren Brauereien musste doch noch ein Bier von einer kleineren Brauerei her. Und es ist wirklich sehr schmackhaft und empfehlenswert. Ein wirklich schöner Abend in einem der besten, wenn nicht sogar dem besten Pub von Torquay. Aber wir haben ja noch nicht alle Pubs getestet :-). Lasst Euch von weiteren (Pub)Geschichten überraschen, die wir in Südwestengland erleben werden.

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Eingeordnet unter Ale, Bar und Pubbewertungen, Bitter, Craftbier, Essen gehen, IPA, Pale Ale, Porter, Schwarzbier, Spezial, Stout

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