StreetFoodFestival in Köln – ein Erfahrungsbericht

Drinklabor_Streetfood_1Der Drinklaborant hat am letzten Wochenende ein wenig in fremden Gefilden gewildert, und sich kulinarischen Genüssen auch in nicht flüssiger Form hingegeben. Ich nahm am Sonntag mit meiner Herzallerliebsten an einem Blogger-Rundgang über das Streetfoodfestival in Köln teil. So viele Veranstaltungen dieser Art habe ich noch nicht besucht, aber hier konnte man eine hohe Professionalität verbunden mit Liebe zum Essen erkennen. Die Veranstaltung findet mittlerweile monatlich im alten Güterbahnhof in Köln Ehrenfeld statt. Durch diese Regelmäßigkeit entzerrt es sich ein wenig der Besucherandrang und andererseits können dadurch die Veranstalter auch immer wieder neue Anbieter mit dazu zu nehmen. So ist kein Problem auch mehrere Male im Jahr vorbei zu kommen und hat doch immer viele neue Gerichte zum Ausprobieren. Die Location bietet einen schönen urbanen Rahmen, hat genügend Parkplätze und mit der alten Lokhalle auch eine genügend große Indoorfläche. Da nur ca. 30 Stände vertreten sind, verliert man auch nicht den Überblick. Und da für mich ein solches Festival ein Ort zum Probieren ist, finde ich die Idee mit der Glocke genial. An vielen Ständen gibt es eine Glocke. Dies kann man läuten und signalisiert den Personen hinter einen in der Schlange, das man sein  Gericht gerne teilen möchte. Und natürlich muss ich die wirklich gute PR und die Betreuung der sozialen Medien loben, dass ist bei den meisten Festivals nicht gegeben. Und natürlich gebührt Meike vom Street-Food-Festival Köln ein besonderer Dank. Sie hat uns sehr freundlich und kompetent über den Platz geführt und wirklich jede unserer Fragen beantwortet.

Gestartet sind wir am Sonntag Morgen mit einem richtig kräftigen Cappuccino bei Alexs Kaffeefahrt. Und außerdem gehört es sich doch für einen Getränkeblogger mit einer Flüssigkeit zu beginnen. Der Stand der Kaffeefahrt ist ein wirklich geniales Kaffeefahrrad. Will nicht wissen wie schwer das Ding ist. Mittelpunkt bildet eine wundervoll restaurierte Handhebelmaschine von La San Marco. Weitere Infos findet Ihr unter Kaffeefahrt.

Drinklabor_streetfood_Kaffeefahrt

Während wir noch unseren Kaffee genossen, gab Meike uns eine kurze Einführung. Dann ging es auch schon zum ersten „Frühstück“ nach Österreich. An Fix Würschtelbude gab es selbstgemachte Käsekrainer Hotdogs entweder mit Kräutermayonaise oder Barbeque-Sauce. Die Käsekrainer gaben den sonst eigentlich eher langweiligen Hotdog das gewisse Etwas. Dazu kam mit der Kräutermayonaise über der Gurke dann auch noch etwas Pikantes dazu. Fix hatte seine Premiere in Köln und ist durch seine Zeit in Wien zu seinem Konzept inspiriert wurden. Drinklabor_Streetfood_Würstelbude
Von Österreich ging es in wenigen Schritten nach Bali zum camilan. Auch Sie waren erstmalig in Köln vertreten und hatten hier sogar ihre Premiere. Schwerpunkt bildeten typische balinesische Gerichte mit Tempeh?. Dies ist eine aus fermentierten Sojabohnen hergestellte Paste, die gut als Fleischersatz eingesetzt werden kann. So gab es Tempeh Rice Burger mit sauer eingelegten Gemüse und selbst erstellter Ingwersojasauce. Das interessante war, dass das Brötchen durch Reis ersetzt wurde. Dieser Reis war klassischer Duftreis, der so behandelt wurde, das er gut aneinander geklebt hatte. Wenn auch ein wenig schwierig zu essen, ergab es eine spannende Mischung. Daneben gab es noch ein paar verschiedene herzhafte und süsse Kleinigkeiten. Eine mit Huhn gefüllte Teigtasche die als ein bißchen scharf angekündigt wurde, hat bei mir für die nächsten 10 Minuten nachgewirkt. So sieht man wieder die unterschiedlichen Geschmacksempfindungen.

Drinklabor_streetfood_camilan

Danach ging es in einer Reihe von Highlights zu meinem Lieblingsstand dem vom Waffelkartell. Hier sah man gleich, dass Profis am Werk waren. Die vier ausgebildeten Köche suchten nach einem besonderen und einzigartigen Konzept. Dabei sind sie auf Waffeln gestoßen. An sich nichts besonderes, aber sie machen  Kartoffelwaffeln und richten diese sowohl mit herzhaften als auch süssen Belag an. Aber nicht Null-acht-fünfzen sondern es musste schon etwas ausgefallen sein. So gab es unter anderem Kartoffelwaffel mit geschmorten Ochsenbäckchen, Tomaten und Wildkräutern. Meine anfängliche Skepsis herzhaften Waffeln gegenüber wurde schnell beseitigt. Da passte mal alles. Die Bäckchen wunderbar zart geschmort, die Komposition mit der Waffel, den Tomaten und den Wildkräutern einfach genial. Die Idee zur Waffelbäckerei die quasi aus einer „Schnapsidee“ entstanden ist, war bis ins kleinste super umgesetzt. Die Zutaten werden alle lokal besorgt. Und dafür, das es ihre Premiere war, lief das bei den Vieren vom Waffel-Kartell wie schon Jahren eingespielt.

Drinklabor_Streetfood_waffelkartell

Als nächstes ging es auf unserer kulinarischen Weltreise in den Nahen Osten, genauer gesagt nach Syrien und in den Libanon. Bei Oriental Soul stehen die klassischen Kleinigkeiten der orientalischen Küche im Vordergrund. Neben Hummus Teller gab es noch unterschiedliche  Tabouleh-Gerichte mit Couscous. Diese gab es einmal in einer milden und in einer herzhaften Variante. Wobei diese Schärfe doch bedeutend besser aushaltbar war, als die Balinesische. Kompliment für den Couscous der mir häufig zu trocken ist. Hier war nichts davon zu merken und die dazu gereichte Sauce war echt lecker.

drinklabor_streetfood_orientalSoul

 

Und zum Abschluss unseres Rundgangs gab es quasi als Nachtisch dann noch schwedisches Gebäck bei Kiki Lento. Schon von weitem wehte einem ein wunderbarer Zimtgeruch um die Nase. Der gesamte Stand und die Einrichtung versetzten einen zurück in die Kindheit zu Fernsehnachmittagen mit den Kindern aus Billerbü oder Michel aus Lönneberga. Kiki die schon immer gern gebacken und auch in Schweden studiert hat daraus etwas ganz zauberhaftes gemacht. Am liebsten hätte ich mich einmal durch die Zimtschnecken, die Möhrencupcakes, die Beerenküchlein und Mandeltarts durchgefuttert. Um eine Überzuckerung zu vermeiden, haben wir uns am Schluss für einen kleinen Möhrencupcake mit Zitronencreme und die super leckere Mandeltart entschieden. Wer mehr über die leckeren schwedischen Gebäcke erfahren möchte, geht auf ihren   Kikis Blog und kann dort sogar Rezepte finden.

Drinklabor_streetfood_kiki_Lento

An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal bei allen Ständen bedanken, dass sie mir ihre Idee näher gebracht, meine Fragen ertragen und natürlich uns den leckeren Beweis ihrer Koch- und Backkunst zum probieren gegeben haben.

Nach all dem leckeren Essen war erstmal eine kurze Pause von Nöten. Dazu suchten wir noch eine Kleinigkeit zum Trinken. Und hier zeigen die Kölner wieder wie gut sie ihr Festival geplant haben. Es gab mehr als ausreichend Getränkestände mit einer großen Auswahl an alkoholfreien Getränken, Bier und sogar einer guten Auswahl an Weinen. Und dann für mich als Bierliebhaber der Höhepunkt: ein eigener Stand nur mit Craftbieren. Wunderbar! Und auch die Umsetzung war super. Man merkte gleich, hier steht ein Profi hinter dem Tresen. Der Biersommelier Michael Busemann stand gleich mit Rat und Tat zur Seite. Nicht einfach irgendein Bier wird hingestellt, sondern erstmal ausgiebig beraten. So würde ich mir es in jeder Kneipe wünschen. Bei der meist vorätigen Bierauswahl in deutschen Kneipen – wird es wohl eher ein Wunschtraum bleiben. Die Idee „Hier kauft man nicht die Katze im Sack“ wurde wörtlich genommen. Hier konnte man quasi alle Biere probieren, bevor man sich für eines entscheiden konnte. Außerdem bot er auch eine Art kleines Biertasting – so konnte man für 6 Euro fünf  verschiedene Biere (jeweils 100 ml) probieren. Was ein wirklich fairer Preis ist. Leider bekomme ich gar nicht mehr alle Biere zusammen, die uns empfohlen wurden. Von einem Trappisten Bier, über ein Ale aus Hawaii, ein sehr leckere IPA aus Italien bin ich schließlich beim Escalation von Crew Republic gelandet. Was trotz seiner recht hohen Prozente von über 8 % sehr leicht und super fruchtig daher kommt. Eine tolle Empfehlung.

Drinklabor_streetfood_beerTasting

Insgesamt ist das Street Food Festival in Köln eine wirklich super Veranstaltung gelungen, die sehr professionell, aber auch mit viel Liebe zum Essen und der Abwechselung daher kommt. Auch ihr Herz für Neulinge und der Versuch keine direkte Wettbewerbssituation zu schaffen, finde ich sehr lobenswert. Da gibt es ganz andere Festivals bei denen man allein x mal Pulled Pork essen kann. Dadurch das ständig neue Wagen dazu kommen oder manche auch nicht immer dabei sind, kommt keine Langeweile auf. Und man kann ohne große Wiederholungen mehrmals im Jahr hingehen. Wer jetzt Hunger bekommen hat, kann im Oktober sich selbst ein Bild machen. Das nächste Streetfoodfestival findet am 17. und 18. Oktober 2015 stat. Weitere Informationen erhaltet Ihr unter Street-Food-Festival.

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Eingeordnet unter Craftbier, Essen gehen, IPA, Pale Ale, Schwarzbier, Spezial, Stout

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