Der Versuch Tonic Water selbst herzustellen ist gelungen

DrinkLabor_Zutaten_TonicHerstellungHeute möchte ich mich mit einem der beiden Bestandteile eines meiner Lieblingsdrinks – dem Gin Tonic – beschäftigen. Wie der Name schon sagt sind die beiden Zutaten Gin und Tonic. Und heute soll es um das Tonic bzw. Tonic Water gehen.
Ganz einfach könnte man sagen das Tonic ein leicht bitter schmeckendes kohlensäurehaltiges Zuckerwasser  ist. Die Bitterkeit wird vor allem durch das in Tonic enthaltene Chinin hervorgerufen. Dieses Chinin ist in der freien Natur vor allem in Chinarinde vorzufinden. Die wie der Name schon sagt aus der Rinde des Chinaridenbäume gewonnen. Dabei hat China nichts mit dem gleichnamigen Land zu tun, sondern kommt aus einer Indianersprache und bedeutet soviel wie Rinde-der-Rinden.
Und das in der Rinde enthaltene Chinin hat auch etwas mit der Entstehungsgeschichte des Tonic zu tun. So wurde es gegen Fieber und Malaria eingesetzt. Und so wurde Tonic häufig als Schutzmittel von den europäischen Kolonialisten getrunken. Die Legende behauptet, dass sie dann noch Gin rein geschüttet haben, damit die Bitterkeit ein wenig erträglicher wurde. Wer das Tonic erfunden hat ist nicht genau bekannt. Jedoch lies sich 1858 der Londoner Erasmus Bond erstmals ein Tonic Water patentieren.
Durch den Gin-Hype der letzten Jahre hat auch das Angebot an Tonics erheblich zu genommen. So erhält man schon häufig sogar in gut sortierten Supermärkten nicht nur den Klassiker Schweppes, sondern auch schon mal Thomas Henry, FeverTree u. a. Jedes Tonic hat seinen eigenen Geschmack und passt mehr oder weniger gut zu verschiedenen Gins. So finde ich z.B. die Kombi Hendriks und Thomas Henry sehr gelungen. Aber nachdem ich nun schon Gin selber destilliert habe, wollte ich auch versuchen den Counterpart Tonic mal selbst herstellen. Mit einiger Unterstützung von Mr. Google habe ich einige Rezepte gefunden und habe mich fröhlich ans Werk gemacht.
Erste Herausforderung die Chinarinde. Aber dank Onlineshops war das auch kein Problem. Ich habe gemahlene Chinarinde bestellt. Die lässt sich super leicht verarbeiten, führt aber zu einer ziemlichen Verfärbung des Tonicsirups. Wer also einen hellen Tonic haben möchte, am besten auf die geschnittene Chinarinde zurückgreifen. Daneben braucht man noch Zitronengras. Zitronensäure, Limettenschalen und -Saft, sowie natürlich Zucker. Um es noch ein weniger würziger zu machen zusätzlich noch ein paar Piementkörner dazugeben.
Beim Herstellen gibt es zwei verschiedene Vorgehensweisen. Man verkocht erst alle Zutaten und stellt den Sirup mit Zugabe von Zucker erst am Ende her. Oder wie ich, der am Anfang den Zuckersirup hergestellt hat. Also Wasser erhitzen, Zucker dazu geben bis sich dieser aufgelöst hat. Dann das klein geschnittenen Zitronengras dazu geben und für ca. 5 Minuten leicht köcheln lassen. Immer ab und zu umrühren. Dann die Chinarinde dazugeben und für weitere 5 Minuten köcheln. Ehe man die restlichen Zutaten, bis auf die Zitronensäure dazu gibt. Dann das ganze unter gelegentlichen Rühren für 15-20 Minuten weiter kochen. Und zum Schluss die Zitronensäure dazu geben.
Flaschen und Gläser habe ich vorab im Dampfgarer bei 100 Grad sterilisiert. Zum Abfüllen habe ich das ganze über ein Spitzsieb mit Kaffeefilter abgegossen. Dann das ganze nach dem Abkühlen am besten im Kühlschrank lagern. Habe versucht kleinere Gläser und Flaschen zu befüllen, so dass es nach dem Öffnen nicht zu lange offen steht.
So und dann muss natürlich das Tonic auch noch seiner Bestimmung zugeführt und in einem Gin Tonic verarbeitet werden. Ich bin jemand der seinen Gin nicht vom Tonic erschlagen möchte. Daher ein wenig mehr Gin. Bei mir gab es folgende Mischung 5 cl Gin (Bulldog London Dry) 10 ml Tonic Sirup und 80 ml Sodawasser plus Eiswürfel. Ein netter Sommerabend ist gerettet.
drinklabor_tonic-produktion
Hier noch mal die Zutaten aufgelistet:
  • 1 Liter Wasser
  • 600 g Zucker
  • 100 g Zitronengras
  • 15 Gramm Chinarinde
  • 3 Limetten, die Schale
  • 2 Limetten, der Saft
  • 4 g Piement Körner
  • 1 g Salz
  • 10 Gramm Zitronensäure

Das Rezept ist von mir ein wenig abgewandelt und basiert u. a. auf Küchenlatein und Jim Meehan, Pegu Club NY. Nach dem ersten Probieren würde ich eventuell den Zucker noch ein wenig absenken – denke mal 500 g reicht auch. Auch könnte die Bitterkeit der Chinarinde noch ein wenig dominanter sein. Daher beim nächsten Mal 20 g Chinarinde verwenden. Viel Spaß beim Ausprobieren und Trinken.

© DrinkLabor

 

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Der Versuch Tonic Water selbst herzustellen ist gelungen

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